Was Sohn@Sohn und die Agentur für Kommunikation & Politik so machen

Wir werden häufig gefragt, was Sohn@Sohn und die Agentur für Kommunikation & Politik eigentlich so alles machen. Nun, seit über 17 Jahren entwickeln wir redaktionelle Konzepte für die Live-Kommunikation in allen Facetten. Weit entfernt von den ersten Gehversuchen mit Logitech und Co. sind wir nun mit einer technischen Ausstattung unterwegs, um Bewegtbild und Audio professionell zu produzieren, zu moderieren und zu kuratieren.

Wir sehen uns nicht als reiner technischer Dienstleister, sondern als redaktionell-technisch-digitaler-Social-Web-Dienstleister.

Also so eine Art Schweizer Taschenmesser der Live-Kommunikation. Remote, hybrid, im Reportagestil, schnell und präzise (durch Constantin Sohn, dem Meister der Regie), antizipierend, orientiert am Agenda Setting. Uns gelingt es häufig, gute Statements in Interviews heraus zu kitzeln, die Atmosphäre des Live-Geschehens einzufangen und die Basis zu leisten für gelungene Formate: Für staatliche Organisationen, Wissenschaft, Verbände, Initiativen, Unternehmen, Autoren, Beraterinnen und Berater, Literatur und dergleichen mehr.

Wir laden die Live-Kommunikation mit Relevanz auf und schaffen überraschende Content-Kombinationen. Ist das klar genug oder müssen wir an unseren Leistungsdarstellungen noch etwas ändern?

Auf Facebook gab es ein paar Rückmeldungen.

Verknappen könnte man den Text und deutlich herausstellen, warum ihr die Besten für bestimmte unternehmerische Fragestellungen seid. Abschließend die Benefits anführen, lieber Gunnar

Definitiv: Relevanz, Kompetenz, Spass und Power

Leistungskatalog kürzen und Nutzenargumentation aus Sicht des potenziellen Kunden ergänzen!

Zur Nutzenargumentation: Content Marketing mit redaktionellem Konzept. Wie man Inhalte verlängert und für nachhaltige Aufmerksamkeit sorgt.

Oder anders ausgedrückt:

Bereits 2011 formulierte die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) einen Leitsatz, der ihr in Viruszeiten das virtuelle Arbeiten in der Netzöffentlichkeit erleichterte: Die Livedokumentation sei eine Möglichkeit, die bpb-Veranstaltungen einer noch breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen und das nicht nur während der Veranstaltung, sondern auch für einen längeren Zeitraum. 

„Politische Bildung findet in diesem Denken nicht ‘nur’ in Seminar- oder Konferenzräumen statt, über sie wird nicht nur in den ‚traditionellen‘ Printmedien oder Jahresberichten geschrieben, sondern sie wird über verschiedene Plattformen und sozialen Netzwerke zeitnah und für alle zugänglich im Internet. Ziel damals wie heute ist es, dass sich Nutzende in einer Diskussionsrunde durch Kommentare zu Wort melden und sich so in die initiierten Debatten einklinken“, so der bpb-Sprecher Daniel Kraft, mit dem ich in den vergangenen Jahren einige Live-Formate auf die Beine gestellt habe. In diesem Jahr kommen wieder neue Geschichten.

Verlängerung von Content ins Digitale 

Mit Livestreaming-Formaten, so Kraft, könnten Tagungen und Konferenzen begleitet und kontextualisiert werden, die ansonsten nur einem kleinen, auserwählten Fachpublikum zugänglich sind. Eine einordnende Begleitung und Erweiterung der diskutierten Inhalte erschließe nicht nur ein gänzlich neues Publikum, sondern sorgt für Transparenz und kann unter dem Gesichtspunkt der Öffentlichkeitsarbeit neue Debatten überhaupt erst hervorbringen. 

Ist das klar genug?

Uli Hoeneß kann das so schön abkürzen:

Spannende Themen:

Sven Schmidt: SAP prüft angeblich Einstieg bei deutschem OpenAI-Konkurrenten Aleph Alpha – Konkurrenz belebt das Geschäft

Zeitungsbericht: Apple-Mitarbeiter zweifeln an der Brille – kann die Zweifel gut verstehen. Der Hype um dieses Thema flaut ab. Das ist ein totes Pferd.

Total anachronistisch: Ein E-Roller mit 150 km/h. Mit solchen Konzepten bekommen wir Rebound-Effekte in reinster Form.

Snap will Geschäft mit digitaler Anprobe ausweiten – kann ich nur begrüßen und wurde von mir schon vor Jahren als wünschenswerter Service beschrieben. Das war 2008: Die letzte Meile im Einzelhandel werde in einigen Jahren völlig anders aussehen. „Das klassische Ladengeschäft muss nicht mehr Teil des Distributionsnetzes sein. Als Konsument möchte ich nur die allernötigsten Artikel an Ort und Stelle mitnehmen. Was darüber hinausgeht, soll mir nach Hause gebracht werden. Statt weit zu fahren, damit ich zu einem großen Sortiment komme, werde ich zu einem Showroom gehen, wo man mir das ganze Sortiment zeigt – echt oder virtuell“, sagt Moshe Rappaport, IBM- Experte für Technologie- und Innovationstrends. Es müssten nicht mehr alle Artikel im Laden vorrätig sein. Es reiche vollkommen aus, alles zeigen zu können. Nicht mehr das Produkte steht im Vordergrund, sondern der Service. „Nehmen wir Kleider als Beispiel. Ich muss nicht alle Größen in allen Farben haben. Das kann ich in einem elektronischen Dressing-Room in allen Varianten ausprobieren und meine Kaufentscheidung treffen. Komme ich nach meiner Shopping-Tour wieder ins eigene Heim, wartet das Paket schon auf mich und ich kann die Kleidung anziehen“, so der Ausblick von Rappaport.

Newsletter sind die neuen Blogs, schreibt der Tech-Blogger Sascha Pallenberg. Und er hat recht. Zumindest sind Newsletter eine sehr gute Ergänzung, um die Community-Arbeit zu verbessern.

Innerhalb weniger Wochen liegen wir mit dem Sohn@Sohn-Newsletter bei über 1.900 Abonnenten. Kann so weitergehen 🙂

Wir steigen übrigens auch wieder in die Kommunalpolitik ein – also als Berater. Wir sind ja parteilos.

Utopien als Spielwiese für unser Denken: Buchneuerscheinung #KönigVonDeutschland

Was würdest du machen, wenn du König von Deutschland wärst? Buchneuerscheinung mit utopischen Gesprächen Bonn/Solingen “Das alles, und noch viel mehr, würd’ ich machen, wenn ich König von Deutschland wär’” räsonierte einst der „Ton Steine Scherben”-Frontmann Rio Reiser (1959-1996). „Uns reizt der anarchistische Unterton dieser Zeile und das im Liedtext vermittelte Gefühl, dass alles doch ganz anders sein könnte, wenn man nur wollte. Es ist dieser Spiegel, den uns Rio Reiser immer wieder vor die Nase gehalten hat. Deshalb wurde diese Zeile Initialzündung des Projektes #KönigVonDeutschland, das zuerst in Form eines Podcast erschien, nun aber aktualisiert und überarbeitet als Buch vorliegt“, so die Herausgeber Lutz Becker und Gunnar Sohn.

Die Utopie beschreibt, um mit Reinhard Pfriem zu sprechen, „kein Land nirgendwo“. „Wir warnen auf unserem Beipackzettel ausdrücklich davor, Utopien als etwas zu betrachten, das man mit allen Mitteln auch umsetzen muss. Im Gegenteil: Eine Utopie soll bleiben, wo sie hingehört, an einem Ort im Nirgendwo. Die Geschichte der Futuristen und anderer ideologischer Gemeinschaften hat gezeigt, dass eine Utopie, die zur Maxime wird, in der bitteren Konsequenz allzu leicht zu Faschismus, Unterdrückung und Gewalt führt. Der Weg in die Hölle ist nicht selten mit guten Absichten gepflastert. Deshalb sollten wir Utopien ausschließlich als Spielwiese für unser Denken betrachten. Nicht mehr und nicht weniger. Wir finden es jedenfalls wie Harald Welzer einfach cool, Utopien zu entwickeln, denn wir brauchen etwas, worauf wir uns freuen können“, so Becker und Sohn.

Die Beiträge des Bandes reichen vom Neoliberalismus im Weltall bis zur Schwarm-Mobilität im Verkehr mit autonom gesteuerten Fahrzeugen. Szenarien für die Zukunft kommen vom Höhlenforscher und Science-Fiction-Autor Herbert W. Franke, vom Wuppertaler Oberbürgermeister Uwe Schneidewind, von der Netzaktivistin Marina Weisband und der Slow-Media-Expertin Sabria David, vom Öko-Unternehmer Jörg Heynkes, von Zukunftsforschern wie Sven Gábor Jánszky und Klaus Burmeister, kritischen Ökonomen und Soziologen wie Reinhard Pfriem, André Reichel, Frank H. Witt und Dirk Helbing, vom kanadischen Techno-Utopisten Chris Smedley, von der Dramaturgin und Autorin Uta Atzpodien und Utopiestadt-Mitgründer Christian Hampe, vom Historiker Torsten Kathke und vom Germanisten Hans Esselborn.

Das Buch können wir gerne in gedruckter Form und/oder als pdf zuschicken. Die Autoren stehen auch gerne für Interviews zur Verfügung.Kontakt: Gunnar Sohn, 0177-6204474; gunnareriksohn@gmail.comVerlag: https://klingen-verlag.de/produkt/koenig-von-deutschland/

Das alles, und noch viel mehr, würd ich machen, wenn ich König von Deutschland wär

Nun gehet hin und bestellet das königliche Opus im Klingen-Verlag 🙂 https://klingen-verlag.de/produkt/koenig-von-deutschland/

“Das alles, und noch viel mehr | würd’ ich machen, wenn ich König von Deutschland wär’” räsonierte einst der „Ton Steine Scherben”-Frontmann Rio Reiser (1959- 1996). Uns reizt der anarchische Unterton dieser Zeile und das im Liedtext vermittelte Gefühl, dass alles doch ganz anders sein könnte, wenn man nur wollte. Es ist dieser Spiegel, den uns Rio Reiser immer wieder vor die Nase gehalten hat: Warum eigentlich? Deshalb wurde diese Zeile Initialzündung des Projektes #KönigVonDeutschland, das zuerst in Form eines Podcast erschien, nun aber aktualisiert und überarbeitet als Buch vorliegt.

Die Utopie beschreibt, um mit Reinhard Pfriem zu sprechen, „kein Land nirgendwo“. Und um es vorweg zu nehmen: Wir warnen auf unserem Beipackzettel ausdrücklich davor, Utopien als etwas zu betrachten, das man mit allen Mitteln auch umsetzen muss. Im Gegenteil: Eine Utopie soll bleiben, wo sie hingehört, an einem Ort im Nirgendwo. Die Geschichte der Futuristen und anderer ideologischer Kollateralschäden haben gezeigt, dass eine Utopie, die zur Maxime wird, in der bitteren Konsequenz allzu leicht zu Faschismus, Unterdrückung und Gewalt führt. Der Weg in die Hölle ist nicht selten mit guten Absichten gepflastert. Deshalb sollten wir Utopien ausschließlich als Spielwiese für unser Denken betrachten. Nicht mehr und nicht weniger. Wir finden es jedenfalls wie Harald Welzer einfach cool, Utopien zu entwickeln, „denn wir brauchen etwas, worauf wir uns freuen können.”

1526 war es der Staatsmann Thomas Morus (1478-1535), der den Begriff der Utopie (griech: oú + tópos, Nicht-Ort) prägte. In seinem Roman „De optimo rei publicae statu deque nova insula Utopia“ (Vom besten Zustand des Staates oder von der neuen Insel Utopia) skizzierte er nicht nur ein vermeintlich ideales Staatsgebilde, sondern es ging ihm vor allem darum, seinen Zeitgenossen ein kritisches Spiegelbild vorzuhalten. Eine Kritik, die ihm nicht nur Freunde bescherte.

Eine Utopie ist Blaupause eines positiven Zustandes in der Zukunft. Sie pointiert den Unterschied zum Hier und Jetzt. Sie stellt die entscheidende Frage, ob nicht alles ganz anders sein kann. So werden Utopien im Idealfall zu Verhandlungsräumen, in der normative, politische und strategische Fragen unabhängig von unmittelbaren Betroffenheiten ausgehandelt werden können.

In der Praxis schlägt die Utopie die Brücke zur Innovation. Sie kann als Projektionsfläche für zukunftsorientierte Politikgestaltung oder als Framework für strategische Entscheidungen im Management dienen, indem sie zu verstehen hilft, welche Entscheidungen getroffen werden müssen, um wünschenswerte Zukünfte zu erreichen.

Leider wird vielfach nicht weitergedacht im Sinne von Reiser: Es gibt eine gute Analyse von Oliver Nachtwey in seinem Buch „Die Abstiegsgesellschaft“. Dort stellt er sich zum Schluss selbst eine rhetorische Frage: Wie kann man die Idee des guten Lebens mit einer Wirtschaft verbinden, die demokratisch gesellschaftlich gesteuert wird, ohne alles autoritär zu steuern oder zu bevormunden – ohne in den Hausmeister-Modus zu fallen. Eine super-spannende Frage.

Folgende Interviews haben wir geführt:

Wer ein Exemplar zur Rezension erhalten möchte, kann mich einfach via E-Mail kontaktieren: gunnareriksohn@gmail.com oder 0177-6204474.

Auf der Next Economy Open am Donnerstag, den 2. Dezember gibt es eine erste Präsentation des Werkes:

@th_sattelberger fordert ehrliches New Work jenseits der geldgeilen Minnesänger

Thomas Sattelberger hat mittlerweile ein ambivalentes Verhältnis zur Nutzung des Begriffs „New Work“. Er stehe für viele inzwischen nur für angenehmeres Arbeiten abhängig Beschäftigter, denen es meist allemal materiell und immateriell passabel gut geht. Beim ersten von uns organisierten Barcamp nannten wir das elitären Scheiß.

Weder werde die eigene Abhängigkeit hinterfragt, noch die Fesseln für die Rebellen und die Silos der prekär Beschäftigten, schreibt Sattelberger in einem Beitrag für Xing. Zu oft stehe „New Work“ für unbegrenzte Blütenträume. Solche Konzepte werden rasch zu „management fads“ für Gurus, Weltbeglücker oder ganz simpel für geldgeile Minnesänger.

„Wir brauchen Ökosysteme für New Business, für New Skills und New Work, aber auch – noch schwieriger – Ökosysteme für siechendes Old Business, Old Skills bzw. Old Work. Letztere hoffentlich zur Revitalisierung oder zumindest zum sozialverträglichen Absterben, wie wir es in den Kohlerevieren Deutschlands erlebten und erleben“, fordert der HR-Experte.

„Wie werden automobile Regionen wie Wolfsburg, Ingolstadt, Deggendorf oder Saarlouis auch wieder attraktiv für Gründer und Wagniskapital, wie können Kommunen, Länder und Bund digitale Freiheitszonen fördern, um Geburtshelfer gegen Monokultur und für diversifizierte Wirtschaftsstrukturen zu werden, in denen existierende Kompetenzen in neuen zukunftsfähigen Geschäftsmodellen neue Wertschöpfung ermöglichen sollen, ja müssen? Wie können wir in etablierten Unternehmen den Skillshift für Zehntausende individuell und effizient zugleich realisieren? Das Beispiel Nixdorf und die IT-Unternehmen in Ostwestfalen zeigen, wie regionaler Umbau gelingen kann. Aus dem Absturz von Nixdorf entstanden viele Dutzend IT-Mittelständler. Zusammen mit der Universität Paderborn und weiteren Hochschulen sowie transformationsfreudigen Mittelständlern entstand das Cluster ‚Intelligente Produktionssysteme‘ und später die Marke ‚It’s OWL'“, führt Sattelberger aus. Hier fehle ein neuer ordnungspolitischer Rahmen einer Sonderwirtschaftszone – steuerliche Förderung, verwaltungsrechtliche Vereinfachung und dergleichen mehr, um den nächsten Evolutionssprung zu packen.

Was viele externe Berater und HR-Manager in Anlehnung an Frithjof Bergmann unter New Work verstehen, habe mit den ursprünglichen Konzepten von Bergmann wenig zu tun. Das ist in der Tat so. Ein bisschen mehr arbeiten. Ein bisschen mehr Bildung. Ein bisschen mehr Innovation. „Diese Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zu benutzen, ist das Gleiche, als würde man eine Tasse Wasser zu einem Waldbrand bringen,“ sagte mir Bergmann in einem Interview in Bonn vor rund 20 Jahren. Der Geisteswissenschaftler muss es wissen, denn er hat sich theoretisch und praktisch sein ganzes Leben mit der Beziehung zwischen Mensch und Arbeit beschäftigt. Zum ersten Mal war es in den Wäldern von New Hampshire. Dorthin hatte Bergmann sich zurückgezogen, nachdem er sich als Tellerwäscher, Preisboxer, Hafenarbeiter und Bühnenautor in den USA durchgeschlagen hatte. Er suchte ein alternatives Leben, wollte unabhängig sein und hatte beschlossen, sich selbst zu versorgen. Nach zwei Jahren gab er auf. Denn statt frei, fühlte er sich als Sklave der harten körperlichen Arbeit, die er mit einfachen Werkzeugen zu verrichten hatte, um sein karges Dasein zu sichern. Er fing an, Philosophie zu studieren, promovierte und lehrte in Princeton, Stanford, Chicago und Berkeley. Und während um ihn herum immer mehr Arbeitsplätze abgebaut wurden, analysierte Frithjof Bergmann das klassische Lohnarbeitssystem und entwickelte ein Alternativmodell.

Bergmann plädierte für eine Abkehr vom alten Denken aus dem Zeitalter der Industrialisierung. „Die Kultur der meisten Mega-Konzerne mit ihren ausgeprägten Hierarchien, ihren starren Formalitäten, ihren unbeholfenen Kommunikationsmechanismen und als Resultat davon ihren langsamen Reaktionszeiten passt offensichtlich nicht mehr zu dem heute herrschenden Tempo. Sie ist nicht mehr vereinbar mit der heute existierenden Wirtschaftskultur und erscheint im Vergleich dazu alt und atemlos.“ Gefordert seien Ideen für Smart Production und Smart Conusmption.

Sattelberger fordert unternehmerische Maker Spaces an jede Schule, in jeden passabel großen Betrieb, in die öffentliche Verwaltung für Fähigkeiten der Kollaboration, der Agilität und des Experimentierens. „Dieser Beitrag ist dabei kein Ende, sondern ein Anfang. Lasst uns zusammen nachdenken, wie wir ein ehrliches New Work zum Kernbaustein für ein neues Wirtschaftswunder werden lassen. Ob New Work Talks, Roundtables oder eine Blogparade – viele Wege zusammen lassen uns hoffentlich erfolgreich sein. Vielleicht auch ein Hackathon. Was wäre eine neue Arbeitswelt ohne die Kreativkraft der Vielen.“

Wie viele Betriebsräte gibt es in Startup-Unternehmen? Über das Leben im Hipster-Bullshit @MathildeRama @derfreitag #Xing #NewWork

Die New Work-Bewegung betreibt in Deutschland wirkungslose Canapé-Events zur Gewissensberuhigung. Supermarkt-Verkaufspersonal, Personal von Pflegediensten, Betriebsräte, Beschäftigte im Niedriglohnsektor, schlecht bezahlte Clickworker oder Vertreter der rund 1,5 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die sich mit Arbeitsverträgen auf Abruf herumschlagen müssen, von fiesen Chefs am Arbeitsplatz mit Webcams überwacht und in Echtzeit dirigiert werden, sucht man bei den hochpreisigen Veranstaltungen in cool wirkendem Ambiente vergeblich. Siehe dazu auch: Über die untergrabene Freiheitsidee: Firma als Diktatur

Da hilft auch die Umbenennung von Xing SE in New Work SE nicht weiter. Das ist eher der Gipfelpunkt des Zynismus.

Änderungen im Gallup-Zufriedenheitsindex sind ebenfalls nicht feststellbar. So unternehmen angeblich viele Arbeitgeber große Anstrengungen, um Mitarbeiter an sich zu binden. Dennoch stagniert der Anteil der Arbeitnehmer, die eine hohe emotionale Bindung zu ihrem Arbeitgeber aufweisen bei mageren 15 Prozent. Ebenso viele Arbeitnehmer haben innerlich bereits gekündigt. 70 Prozent der Beschäftigten sind emotional gering gebunden und machen lediglich Dienst nach Vorschrift. Rechnet man die 85 Prozent Unzufriedenen auf die erwerbstätige Bevölkerung hoch, sind das rund 30 Millionen Menschen. Und dieser Wert hat sich seit dem Start des Index vor knapp 20 Jahren kaum verändert. Der Anteil der Zufriedenen lag damals bei 16 Prozent.

Beim deutschlandweit ersten Dorfcamp ist das vor einiger Zeit intensiv mit Ute Schulze, Mike Schnoor, Tim Ebner und Christian Bartels in einer Session unter dem Thema „New Work – Mehr Schein als Sein“ diskutiert worden. Resümee: Menschen müssen sich in der Dienstleistungs- und Netzökonomie besser organisieren. In der industriellen Revolution ist das durch Arbeitervereine und Gewerkschaften geschehen. Die zersplitterte und hoch moderne Arbeitswelt unserer Tage hat den Organisationsgrad der Beschäftigten dramatisch reduziert.

Mike Schnoor verwies auf die Startup-Szene und auf Agenturen. Als Indikator könnte die Zahl der Betriebsräte in solchen Unternehmen herangezogen werden. Sie wird wohl erschütternd niedrig ausfallen. Bei den sogenannten Leiharbeitern und den Beschäftigten auf Abruf werden die Ergebnisse auch nicht besser abschneiden. 

Mathilde Ramadier hat das im Interview mit „Der Freitag“ trefflich auf den Punkt gebracht: Die Freiheit der Start-ups ist für sie eine neoliberale Lüge. Das Gerede über flache Hierarchien, jeder ist Unternehmer im Unternehmen, wir sind alle gleich und haben uns lieb, ist phrasenhafte Verarsche. „Es gab Start-ups, bei denen wir alle Manager von etwas waren: People-Manager, Country-Manager, der Herr am Empfang war Office-Manager. Das Wort hatte keinen Sinn“, so Ramadier.

Ein Heer von Managementberatern, Umstrukturierungsexperten und neuen Unternehmern plädiert gebetsmühlenhaft für flache Hierarchien, Eigenverantwortlichkeit, Innovation und Flexibilität – ohne die Machtstatik auch nur in Ansätzen anzutasten. „Größere Unternehmen wurden restrukturiert, so dass sich ganze Abteilungen als eigenständige ‚profit centers‘ wiederfanden. Dies geschah unter der Maßgabe, mehr Spielraum zu ermöglichen und den Unternehmergeist auf allen Ebenen zur Entfaltung zu bringen mit dem Ziel, die Wertschöpfung zu erhöhen und dem Management bessere Durchgriffsmöglichkeiten an die Hand zu geben“, erläutert Felix Stalder.

Sozialstaatliche Absicherung Einzelner hält man für überholt. Kollektive Institutionen, die für eine gewisse Stabilität in der Lebensführung sorgen können, gelten als bürokratische Hindernisse. Wer nach einem Betriebsrat fragt, fliegt raus und wird gilt fortan als Spielverderber. Um politische Freiheit, soziale Verantwortung und Autonomie geht es den Flexibilisierungsideologen ganz und gar nicht. Sie wollen mehr Spielraum für ihre Nasenring-Systeme bekommen. Lasst Euch von der Hipster-Scheiße nicht beeindrucken. Dahinter steckt egozentrischer Vulgärkapitalismus, der den Staat als Ärgernis sieht und ihn unterlaufen will.

„Enjoy Racism“ erhält 15.000 Euro dotierten Preis von der Bundeszentrale für politische Bildung #reich

Am 11. November ging die 10. Ausgabe von Politik im Freien Theater in München zu Ende. Die Jubiläumsausgabe des von der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb initiierten Festivals wurde in Kooperation mit den Münchner Kammerspielen und dem Spielmotor München e.V. / Spielart Festival ausgetragen. Es stand unter dem Motto „reich“.

Die Macher ziehen nach elf Festivaltagen eine positive Bilanz:

„Politische Bildung und Freies Theater sind eine produktive Allianz eingegangen und qualifizieren innovative Theaterformen als Kommunikationsräume öffentlicher Angelegenheiten“, so Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung.

Die knapp 140 Veranstaltungen im Haupt- und Rahmenprogramm erfreuten sich eines regen Publikumszuspruches. Die 14 Gastspiele aus der Freien Theaterszene waren fast ausnahmslos ausverkauft und boten dem Publikum die Gelegenheit zur Auseinandersetzung mit dem Begriff des Politischen auf eine teilweise verstörende und gleichzeitig äußerst produktive Art und Weise.

„Es ist gelungen, ein aktuell brennendes politisches Thema auf der Bühne und in zahlreichen Veranstaltungen des Rahmenprogramms so aufzubereiten, dass es den Nerv des Publikums getroffen hat. Das freut uns sehr“, so Krüger.

Zum Abschluss wurde der mit 15.000 Euro dotierte Preis, der als Zuschuss für eine Gastspieltournee in Deutschland dient, an die Schweizer Gruppe Thom Truong vergeben. „Enjoy Racism“ ist eine Provokation, die selten zu erleben ist. Die Show führt vor, wie einer privilegierten Mehrheitsgesellschaft oft gänzlich das Verständnis dafür verschlossen bleibt, was Rassismus für die Betroffenen bedeutet und dadurch auch selbst Rassismus reproduziert.

„Diese Selbsterkenntnis ist bitter, aber ein erster Schritt zu einer konsequenten Auseinandersetzung mit Diskriminierung“, begründete die Preisjury bestehend aus der Autorin Katharina Adler, der Schauspielerin Julia Riedler und dem Regisseur Rudi Gaul ihre Wahl.

„Wir sind sehr erfreut über den großartigen Besuch des Festivals ‚Politik im Freien Theater‘. Umso mehr unterstreicht das die Notwendigkeit eines Produktionshauses für die freie Szene in München, wie es für das Kreativquartier in Planung ist. In den Nullerjahren hat sich das Freie Theater gleichberechtigt neben das Stadttheater gestellt. Jetzt geht es darum, dafür ein Netzwerk zu schaffen, das in allen großen Städten vertreten ist. Die eingeladenen Produktionen zeigen auch, dass es ein Angebot gibt, das es lohnt, gezeigt zu werden“, so so Matthias Lilienthal, Intendant der Münchner Kammerspiele.

Ein umfangreiches Jugend- und Schulprogramm sowie zahlreiche Rahmenveranstaltungen begleiteten die Theateraufführungen. So forschten z.B. im Rahmen des interdisziplinären Schulprojektes München XXL, gefördert durch die PwC-Stiftung, knapp 250 Kinder und Jugendliche bereits ab September zu Wert(en) und dem Leben in einer wohlhabenden Stadt.

Das Resümee von Festival-Kurator Christoph Gurk:

Preisverleihung:

Reichtum und Eliten:

Soziaethiker über Armut und die Rolle der Großkirchen

#FestivalFrühschicht mit Daniel Kraft:

Vorkaufsrecht oder Mietpreisbremse, Kapitalanlage oder Spekulationsobjekt: Die Mieten steigen unaufhörlich und der akute Mangel an Sozialwohnungen bringt viele Menschen in existentielle Bedrängnis. Vielerorts stehen Bund, Länder und Kommunen für eine verfehlte Wohnungspolitik. Wenn Wohnraum mehr und mehr zur Ware wird, müssen wir über alternative Modelle für die Zukunft nachdenken:

#FestivalUpdate Anne Paffenholz zum Jugend & Schulprogramm:

#FestivalUpdate Schnippelparty:

#FestivalUpdate mit Milena Mushak, Festivalleiterin:

#Weltbewusst – Konsumkritische Stadtführung

Drohnen-Fotografie:

Rechte Räume in München:

#FestivalUpdate Science Slam:

Unequal Scenes: Interview mit Johnny Miller #Photography:

Mitmachen beim Gipfeltreffen in Bad Gastein vom 6. bis 9. Juli #Camp01

Gipfeltreffen der Weltverbesserer in Bad Gastein für eine bessere Netzwerk-Ökonomie

Mind Sharing: Unternehmenslenker treffen Querdenker. Wir wollen was voneinander lernen, jeder bringt etwas mit, Offenheit zählt!

Diskurs zu relevanten Zukunfts-Themen, Trends & Technologien aus der digitalen Sphäre, die noch nicht Mainstream sind.
Es soll ein Signal vom Gipfel ausgehen und konkrete Projekte angestoßen werden.

Anmeldungen über die Facebook-Veranstaltungsseite.

Interviews auf der re:publica #rp18 #StudioZ #HRFestival

Ist einiges zusammen gekommen:

Mit kleinen Schritten die Welt verbessern #Enactus #NetzökonomieCampus in Bonn Duisdorf

Das „Café ohne Wort“, in dem Gehörlose den Service übernehmen, eine App, mit der Analphabeten Lesen und Schreiben lernen können oder Wasserfilter für Dürregebiete in Afrika sind nur einige Beispiele von Projekten, die Studierende auf die Beine gestellt haben. Enactus ist eine gemeinnützige Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, durch Projekte studentischer Gruppen wirtschaftliche Perspektiven für Menschen in Not zu schaffen. In 36 Ländern engagieren sich mehr als 75.500 Studierende an 1.700 Hochschulen bei Enactus. 550 Unternehmen unterstützen das Netzwerk.

Die Projekte werden mit einem unternehmerischen Ansatz durchgeführt: Die Projektgruppen identifizieren Themen und legen Ziele fest, analysieren die Rahmenbedingungen und entwickeln Konzepte. Dabei profitieren die Studierenden auch von den renommierten Enactus-Partnern, die sie beraten und unterstützen. Und alle verfolgen ein gemeinsames Ziel: Menschen in Not zu helfen und mit kleinen Schritten die Welt zu verbessern.

„Durch die Kooperation können unsere Studierenden ihr theoretisches Wissen auch in der Praxis anwenden. Wir alle haben eine Verantwortung für die Gesellschaft und ihre Zukunft. Im Sinne eines ganzheitlichen Bildungsansatzes wollen wir dies den Studierenden auch mit auf den Weg geben“, so Dr. Oliver Faber, Initiator der Kooperation und Studiengangsleiter Medien- und Kommunikationsmanagement.

Am Mittwoch werden Oliver Faber und weitere Experten die diesjährigen Aktionen vorstellen und mit Euch diskutieren. Live ab 19 Uhr.

Einschalten auf Facebook oder hier auf dem Blog anschauen.

Der Webplayer springt pünktlich am Mittwochabend an.

Man hört, sieht und streamt sich.

Mit der Idee des Ateliers eine neue digitale Kultur begründen @bildungsdesign

Fantastisches ciokurator.com Interview mit dem Bildungsethiker Christoph Schmitt auf dem Watson Summit in Luzern zu seinem Konzept des Ateliers als Mittelpunkt einer urbanen digitalen Kultur jenseits des funktionalistischen Optimierungswahns von Protagonisten, die den arbeitsteiligen Industriekapitalismus mit digitalen Werkzeugen auf die Spitze treiben wollen. Im Mittelpunkt des Gesprächs steht das neue Buch von Christoph „Digitalisierung für Nachzügler“. Sehr lesenswert 🙂

Am Freitag werde ich in meiner Netzpiloten-Kolumne ausführlich über die Atelier-Idee schreiben.