Breitbandkommunikation in norwegischen Fjorden: Überall-Internet mit analogen Mobilfunknetzen

Norwegen ist unglaublich schön – besonders in jenen Ecken, die etwas abgeschiedener liegen. Jetzt könnte es nach einem Bericht von Technology Review noch schöner werden. Zumindest für Leute, die immer und überall online sein wollen: „Ein Provider namens Ice.net schickt sich seit einiger Zeit an, naturverbundene Menschen auch in der eigenen Hütte am Fjord, draußen auf einer der vielen Inseln sowie selbst im Boot vor der Küste mit dem kommunikationstechnischen Must-Have der heutigen Zeit zu versorgen: Breitband-Internet“, so Technologie Review.

Das Unternehmen setze dabei auf eine kluge Kombination aus alter und neuer Technik: Der Provider verwende die Lizenz des alten nordischen Analog-Mobilfunks NMT und betreibe darüber ein so genanntes CDMA-Netz – in den USA unter dem Schlagwort EVDO bekannt. Diese Verfahren ermöglichen die gleichzeitige Übertragung verschiedener Datenströme auf einem gemeinsamen Frequenzbereich. „Der Vorteil gegenüber UMTS: Da NMT auf einer geringeren Frequenz als UMTS sendet und empfängt, sind weniger Basisstationen notwendig und die Wellen reichen weiter. Das reicht für 2,5 bis 3 Megabit selbst in dünner besiedelteren Regionen, etwas weiter draußen bekommt man immerhin noch knapp ein Megabit“, schreibt Technology Review.

Die Technik könnte sei einfach. Man erhalte entweder ein USB-Modem oder noch simpler einen kompakten WLAN-Router, der gleichzeitig im drahtlosen Breitband-Internet eingebucht ist. Man brauche weder Passwort noch SIM-Karte, das Gerät ist sofort eingebucht. Der Router generiere eine eigene private WLAN-Zone, in die man alle im Haus befindlichen Rechner einklinken kann. Bezahlt werden rund 250 Euro für die Hardware, wenn man keinen längeren Vertrag abschließen will – ansonsten werde es billiger. Für die Flatrate kommen nochmals knapp 50 Euro im Monat hinzu. „Für norwegische Verhältnisse ist das ein Schnäppchen“, verkündet Technology Review. Für Deutschland wäre so etwas nur nach den Vorgaben der Bundesnetzagentur möglich. „Da müsste ein politischen und wirtschaftliches Interesse mit Nachdruck öffentlich geäußert werden“, so die Einschätzung von Andreas Latzel, Deutschlandchef des ITK-Anbieteres Aastra.

Angesichts von vier UMTS-Lizenzen, die ja alle sehr teuer erworben wurden, sei das aber sehr fraglich. Neue 3G-Übertragungsverfahren könnten zur Zeit nicht durchgesetzt werden. „Technisch abwegig ist die Idee nicht. So sind die Frequenzbänder des ehemaligen analogen C-Mobilfunknetzes ja auch für Railnet verfügbar, das Netz zur Versorgung der ICE-Züge der Deutschen Bahn. Dort kommt Flash-OFDM als Modulationstechnik im Bereich von 450 MHz zum Einsatz, bei Übertragungsraten im Downlink von 1,5 bis 5,1 Mbit pro Sekunde.
Von der Technik her würden sich damit auch ländliche Regionen ohne DSL erschließen lassen“, weiß Latzel.

Allerdings zeige die Situation um WiMAX (802.16), wie schwierig sich Geschäftsmodelle für Breitbanddienste im Zeitalter der Flat Rates und des Wettbewerbs DSL gegen Kabelnetze gestalten. „Obwohl in Deutschland WiMAX-Lizenzen im Dezember 2006 vergeben wurden, ist jetzt 24 Monate später immer noch kein Angebot auf Basis des für ländliche Gebiete gut geeigneten WiMAX in Sicht“, resümiert Latzel.

IBM-Innovationstrends: Sprechendes Internet und digitale Shopping-Assistenten

Der Gang ins Internet wird sich nach Prognosen von IBM in den nächsten fünf Jahren auf signifikante Weise verändern. Die Forscher des Computerriesen erwarten dabei viel von der Sprachsteuerung. Surfen im Internet werde mit der Stimme möglich sein – ohne Einsatz der Hände. „Dadurch werden sowohl Sichtkontakte als auch Tastaturen überflüssig. Die neue Technologie wird einen Veränderungsprozess einleiten und die Art und Weise beeinflussen, wie der Mensch mit Informationen und E-Commerce-Websites umgeht und mit ihnen interagiert. Steuerinstrument ist dann die Sprache und nicht mehr der Text. Wir wissen, dass das machbar ist, da uns bereits heute die erforderliche Technologie zur Verfügung steht, wir wissen aber auch, dass die Zeit dafür reif ist“, so IBM. In Ländern wie Indien, in denen das gesprochene Wort im Bildungswesen, in Regierungskreisen und in der Kultur eine größere Bedeutung habe als das geschriebene Wort, stellt das „Sprechen“ mit dem Internet bereits alle anderen Kommunikationsschnittstellen in den Schatten.

„Gleiches geschieht bei den Mobiltelefonen, die mittlerweile die PC-Anwendung übertrumpfen. Durch die Nutzung der ‚Voice Sites’ werden in Zukunft auch die Menschen ohne Zugang zu einem Computer oder Internet ebenso wie diejenigen, die weder schreiben noch lesen können, von den zahlreichen Vorteilen und Annehmlichkeiten des Internets profitieren“, betont IBM. Für den deutschen Markt komme es darauf an, wie man die Akzeptanz von Voice Sites steigern kann, so Christoph Bill, ITK-Leiter der Firma Vivento Customer Services in Bonn: „Bisherige Erfahrungen haben gezeigt, dass gerade in Deutschland noch erhebliche Widerstände gegenüber sprachbasierten Systemen bestehen.“ „Surfen mit der Stimme“ könnte der Sprachautomatisierung zum Durchbruch verhelfen. „Durch die Verbindung dieser Technologien mit biometrischen Verfahren könnten beispielsweise Self Service-Transaktionen im Netz deutlich an Sicherheit gewinnen“, erläutert Bill. Sprache werde mit Sicherheit als Eingabemedium an Bedeutung gewinnen, glaubt Andreas Dippelhofer, Mitglied der Geschäftsführung des Düsseldorfer Dienstleisters Acoreus. „Sprachsteuerung und Touchscreens werden bald wichtiger sein als Tastatur und Maus. Spracherkennungssysteme sind heute schon sehr zuverlässig und werden in modernen Autos erfolgreich eingesetzt.“

Eine Reduzierung der Komplexität im Netz und eine Demokratisierung des Internetzugangs werde durch personalisierte, lernfähige und vertraute elektronische Begleiter erreicht. „Sie werden dann die lästigen ersten Schritte einer Identifizierung von relevanten Informationen mittels Machine-to-Machine-Kommunikation mit einzelnen Instanzen im ‚Internet der Dinge’ aushandeln“, sagt Dippelhofer. Allerdings dürften keine technologischen Abhängigkeiten entstehen, die zu einem Verlust an Selbstbestimmung führen. Intelligente Assistenten werden auch die Shopping-Welt verändern. „Dabei wird die symbiotische Verknüpfung einer neuen Technologie und einer neuen Generation von Mobilgeräten den Einkaufserfahrungen im Einzelhandel dramatische Impulse verleihen. So werden Ankleideräume bald mit digitalen Shopping-Assistenten ausgestattet sein – Touchscreens und sprachgesteuerte Kioske werden Kunden zudem die Möglichkeit eröffnen, Bekleidungsstücke und Accessoires auszuwählen als Ergänzung oder Ersatz für die bereits zusammen gestellte Garderobe“, führt IBM aus.

Die letzte Meile im Einzelhandel werde in einigen Jahren völlig anders aussehen. „Das klassische Ladengeschäft muss nicht mehr Teil des Distributionsnetzes sein. Als Konsument möchte ich nur die allernötigsten Artikel an Ort und Stelle mitnehmen. Was darüber hinausgeht, soll mir nach Hause gebracht werden. Statt weit zu fahren, damit ich zu einem großen Sortiment komme, werde ich zu einem Showroom gehen, wo man mir das ganze Sortiment zeigt – echt oder virtuell“, sagt Moshe Rappaport, IBM- Experte für Technologie- und Innovationstrends. Es müssten nicht mehr alle Artikel im Laden vorrätig sein. Es reiche vollkommen aus, alles zeigen zu können. Nicht mehr das Produkte steht im Vordergrund, sondern der Service. „Nehmen wir Kleider als Beispiel. Ich muss nicht alle Größen in allen Farben haben. Das kann ich in einem elektronischen Dressing-Room in allen Varianten ausprobieren und meine Kaufentscheidung treffen. Komme ich nach meiner Shopping-Tour wieder ins eigene Heim, wartet das Paket schon auf mich und ich kann die Kleidung anziehen“, so der Ausblick von Rappaport.

Studie: Mittelstand verplempert Milliarden durch TK-Anlagen – Telefon-Steuerung über Web-Browser könnte Abhilfe schaffen

Laut einer aktuellen Untersuchung der Deutschen Telefon Standard AG http://www.dtst.de in Mainz sind rund 75 Prozent der deutschen Mittelständler mit ihren Telekommunikationsanlagen unzufrieden. Die Anwender schätzen den Schaden, vor allem durch zu komplizierte und nicht ausgelastete Anlagen, auf bis zu 5 Milliarden Euro jährlich. Nach der Telekom-Studie nutzen 72 Prozent der Unternehmen nur magere ein bis fünf Prozent der Möglichkeiten ihrer Telekommunikationsanlagen auch aus. „Meist handelt es sich hierbei nur um Basismerkmale wie Rufweiterleitung“, berichtet Informationweek http://www.informationweek.de. Komplexere Funktionen kommen lediglich acht Prozent der Befragten zum Einsatz – magere drei Prozent zählen sich zu den „Power-Usern“. 

Die Hauptursache für die überdimensionierte Technik liege bei den Herstellern, die den Mittelstand stiefmütterlich behandelt. Die Telefonanlagen seien nicht bedürfnisgerecht konzipiert, und kompliziert zu bedienen. „Von den Anwendern in den Unternehmen werden vor allem das umständliche Suchen nach Telefonnummern, die erneute Eingabe von Rufnummern nach Verwählen sowie das wenig intuitive Einrichten von Rufumleitung und Telefonkonferenzen bei vielen Anlagen kritisiert“, so Informationweek. Die Hälfte der Firmen schätzt, dass dadurch pro Mitarbeiter und Arbeitstag etwa 5 Minuten verloren gehen. Weitere 23 Prozent beziffern den Zeitverlust mit 10 Minuten, rund 22 Prozent der Befragten sogar mit mehr als 10 Minuten. Nur fünf Prozent der Unternehmen halten hingegen die Bedienung ihrer TK-Anlagen für so einfach, dass die Mitarbeiter damit keine nennenswerte Zeit verlieren. „Unter dem Strich ergeben diese sinnlosen Verzögerungen bei 60 Prozent der Mittelständler einen theoretischen finanziellen Schaden von 5 Milliarden Euro im Jahr durch nicht genutzte Arbeitszeit und Kapazitäten“, schreibt Informationweek. 

Einen Ausweg aus dem Dilemma könnten Voice-over-IP-Systeme bieten. Beim „Standard-Telefon-System“, einer VoIP-Anlage auf Basis von IP-Centrex, stelle etwa der Nutzer die Telefonfunktionen selbst über den Web-Browser ein. „Somit kann sich jeder Mitarbeiter die Funktionen zurechtlegen, die er benötigt, und somit effizienter mit seinem Telefon arbeiten. Als Endgeräte kommen Telefone von Anbietern wie Aastra, Polycom und Siemens zum Einsatz“, so Informationweek. „Auch Anwender mit wenig Affinitiät zur Technik können die webbasierte Nutzerverwaltung unserer TK-Systeme spielend einfach bedienen“, bestätigt Andreas Latzel, Deutschland-Chef von Aastra http://www.aastra.de. Nicht nur die IP-Centrex-Systeme, sondern alle TK-Systeme seines Unternehmens stellen eine webbasierte Nutzerverwaltung zur Verfügung. „Über die Einstellung der Benutzerdaten hinaus kann der Anwender unterstützende Services für die Telefonie über denselben Browser nutzen“, sagt Latzel im Gespräch mit NeueNachricht http://www.ne-na.de. Es sei keine Installation auf dem Arbeitsplatz nötig. Es werde ausschließlich ein Browser verwendet, der den Anwender mit seinem Kommunikationsportal verbindet und über die Administration seiner Userdaten hinaus weitere Anwendungen wie CTI oder Voicemail. „Einfachheit, Flexibilität und ein exaktes Anpassen des TK-Systems an die Bedürfnisse des Kunden sind wichtig, um auf dem TK-Markt bestehen zu können“, erklärt Latzel.

 

Speak now! iPhone mit der eigenen Stimme steuern – Google-Programm wird als Meilenstein für die Durchsetzung der Sprachautomatisierung gewertet

01Jetzt ist es offiziell. Google stattet das iPhone von Apple mit einem Programm zur Sprachsteuerung aus. Das Mobile App macht es möglich, die Websuche mit der eigenen Stimme zu starten, heißt es im Mobile-Blog von Google http://googlemobile.blogspot.com. Bislang allerdings nur in englischer Sprache. Die umständliche Bedienung der Handytastatur fällt weg. In Kombination mit My Location kann man auch standortbezogene Informationen beziehen. Experten halten das für einen Meilenstein bei der Durchsetzung von Programmen für die Sprachautomatisierung. Anfang des Jahres wurde auf der Call Center World http://www.callcenterworld.de in Berlin noch darüber spekuliert, wie die Sprachdialogszene am Super-Handy bastelt: Fortschrittliche Mensch-Maschine-Schnittstellen wie Spracherkennung oder Gestensteuerung könnten aus dem Handy eine Steuerzentrale für Online-Inhalte machen und neue Geschäftsmodelle eröffnen: Sprachdialogsysteme sind nach Auffassung von Lupo Pape, Geschäftsführer des Berliner Unternehmens SemanticEdge http://www.semanticedge.de, ein wichtiger Baustein für das Super-Handy der Zukunft: „Wie häufig hätten wir gerne im Alltag genaue Informationen zu Sportergebnissen, Telefonnummern oder Adressen. Unendlich viele Dinge, die wir, wenn wir gerade im Internet wären, sofort über Google abrufen würden. Da das aber in der Freizeit und von unterwegs selten der Fall ist und der Zugriff über das Handy mit Tastatur oder Touchscreen zu mühselig ist, verzichten wir meistens darauf, unseren Wissenshunger sofort zu stillen. Anders wäre es, wenn wir mit einfachen gesprochenen Suchbefehlen unsere Anfrage starten und die Suche dann bei Bedarf eingrenzen könnten, genauso, wie wir es derzeitig mit der PC-Tastatur und Maus tun und das ganze jederzeit und von jedem Ort aus”, erklärte Pape in Berlin. Mit der Sprachsteuerungstechnik für das iPhone wird diese Vision zur Realität. Am Nutzer der frei abrufbaren Anwendung müssen nur das Telefon an ihr Ohr halten und können dann praktisch jegliche Art von Fragen stellen, wie beispielsweise „Wo finde ich den nächst gelegenen Starbucks?“ oder „Wie hoch ist der Mount Everest?” Der Sprachlaut wird in eine digitale Datei konvertiert und anschließend an die Server von Google weitergeleitet. Die Suchergebnisse schließen zum Teil lokale Informationen mit ein. Dabei nutzt man die iPhone-Funktionen für die Bestimmung des konkreten Standorts. Die Fähigkeit, fast jeden gesprochenen Satz von einer x-beliebigen Person identifizieren zu können, war lange Zeit das höchste Ziel der Forscher für Künstlichen Intelligenz. Das Management von Google hat noch nicht kommuniziert, wann der Service ausgereift sein soll. Die Verantwortlichen sagten nur, dass der Service zumindest akkurat genug ist, um den Nutzern den großen Vorteil zu bieten, nicht mehr wie bisher ihre Anfragen auf der Bildschirm-Tastatur ihres iPhones eintippen zu müssen. Der Service kann genutzt werden, um Restaurant-Empfehlungen und Anfahrtsbeschreibungen zu erhalten, oder aber um Kontaktadressen aus dem Adressverzeichnis abzurufen. Auf die Frage “Welches ist das beste Pizza-Restaurant in Noe Valley?” würde das Google-System beispielsweise mit einer Liste von drei Restaurants in der Nachbarschaft von San Francisco reagieren, jede einzelne mit Sterne-Kategorie-Beurteilungen der Google-Nutzer und weiterführenden Links, durch die man Telefonnummern und Wegbeschreibungen anklicken kann.

Für Google ist die Technologie von entscheidender Bedeutung, um den nächsten Ansturm auf die Werbewelt vorzubereiten. Das Management kommentierte dies mit der Aussage, dass man durch lokale Anfragen beispielsweise höhere Werbekostensätze von Unternehmen aus der Region verlangen könne, obgleich der Verkauf einer solchen Werbeform bisher nicht Bestandteil ihres Portfolios sei. Wie auch bei den übrigen Produkten von Google ist dieser Service für die Nutzer frei verfügbar. Außerdem plant das Unternehmen, den Service später auch anderen Telefonsystemen zur Verfügung zu stellen. „Durch die Aspekte ‘Standort’ und ‘Sprache’ erhöhen wir gegenüber den Werbeträgern den Service-Nutzen auf dramatische Weise,” erklärte Vic Gundotra, Ex-Manager von Microsoft und nunmehr verantwortlich für das Mobile Business bei Google. Gundotra wies darauf hin, dass Google es geschafft hätte, das doppelte Problem der Informationseingabe und der Informationsabfrage für mobile Endgeräte erfolgreich zu lösen. „Diese zwei zusammenhängenden Probleme auf Weltklasse-Niveau zu lösen, ist unser oberstes Ziel“, erklärte Gundotra.

Die neue iPhone-Suchmöglichkeit ist nicht das erste Sprachdialog-System von Google. Schon im März hatte das Unternehmen verlauten lassen, dass der Auskunftsdienst GOOG-411 bereits zu einem reellen Produkt herangereift sei. Die Erfahrungswerte und Dateninformationen, die es durch das GOOG-411 gewinnen konnte, wurden für die Entwicklung für das iPhone herangezogen. Die neue Dienstleistung ist nach Expertenmeinung ein gutes Beispiel dafür, wie Google es schafft, elementare Informatik-Forschung mit Produkttechnik zu verbinden. Um dies zu erreichen, wurden einige der besten Spracherkennungs-Forscher der Welt engagiert. Die Teams in New York, London und Mountain View bearbeiten die Problematik aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Wer von den Suchanbietern das Rennen um die Hoheit beim mobilen Internet gewinnen wird, hängt nach Auffassung von Voice Days-Sprecher Bernhard Steimel http://www.voicedays.de davon ab, wer den „Kampf um die besten Köpfe“ mit der größten Marktmacht verbinden kann. „Den Kampf um die Köpfe hat Google bereits gewonnen – besonders durch die Art von Google, immer alles neu zu entwickeln und die geniale Strategie, mit GOOG411 im weltgrößten ‚Freiland-Versuch’ das eigene Sprachmodell zu validieren und mit einer exzellenten Qualität aufzuwarten“.

Siehe auch:

http://de.youtube.com/watch?v=y3z7Tw1K17A&eurl=http://googlemobile.blogspot.com/

http://googleblog.blogspot.com/2008/11/now-you-can-speak-to-google-mobile-app.html


Telekom öffnet Glasfasernetze für Konkurrenz – Alleingang des Ex-Monopolisten chancenlos

 

Es gibt sie noch, die positiven Nachrichten von der Deutschen Telekom. So überraschte Festnetzchef Timotheus Höttges die Telekommunikationswelt am Wochenende positiv mit der Ankündigung, den Glasfaserausbau in Deutschland gemeinsam mit alternativen Anbietern voran zu treiben. Nach Ansicht von Branchenexperten ist das eine glatte 180-Grad-Wende, nachdem die Telekom die Konkurrenten noch vor zwei Jahren per Gesetz von ihren superschnellen Anschlüssen im Kupfernetz hatte ausschließen lassen. Das neue Modell sieht nach Informationen der Wirtschaftswoche http://www.wiwo.de nun vor, dass sich die Telekom mit dem jeweiligen Wettbewerber ein Stadtgebiet aufteilen und die Partner das Netz des anderen jeweils nutzen dürfen, um ihren Kunden so Fernsehen, Internet und Telefon als Komplettpaket anbieten zu können.

 

Von einer Zeitenwende könne nach Ansicht von Georg Stanossek, Chefredakteur des Fachdienstes Portel http://www.portel.de, allerdings nicht gesprochen werden. „Die Telekom steht im Festnetz mit dem Rücken zur Wand und hat gar keine andere Wahl, als bei so einer Mammut-Aufgabe wie dem Glasfaserausbau mit den Konkurrenten zusammen zu arbeiten. Nach wie vor verliert der rosa Riese jeden Monat zigtausende Kunden entweder an die Konkurrenz im Festnetz oder zunehmend auch im Mobilfunk. Besonders in den Ballungsgebieten, wo gleich ein halbes Dutzend oder mehr Anbieter die Kunden mit Dumpingpreisen und Pauschalen für Telefon und Internet umwerben, liegen die Marktanteile der Wettbewerber in Teilbereichen bereits bei über 70 Prozent“, erläutert Stanossek. Vor allem bei den Geschäftskunden oder der öffentlichen Hand könnten die lokalen Anbieter ihre engen wirtschaftlichen und politischen Kontakte voll ausspielen und zudem noch mit deutlich besseren Serviceangeboten gegenüber dem Ex-Monopolisten punkten. Der Konzern spüre immer stärker die Folgen permanenter Änderungen der Organisation, häufiger Führungswechsel und des Stellenabbaus.

 

„Dabei hat die Zukunft im Telekommunikationsmarkt noch gar nicht einmal so recht begonnen. Und dort wo sie begonnen hat, gehören die Netze in der Regel nicht der Telekom“, weiß Stanossek.

Brandherde gebe es Köln und München, wo Netcologne und M-Net als Lokalmatadoren in enger Zusammenarbeit mit den Stadtwerken und Wohnungsbaugesellschaften schon vor Jahren begonnen haben, in einzelnen Wohnblocks aber auch in ganzen Stadtteilen tausende von Haushalten per Glasfaser direkt auf das eigene Netz zu nehmen. „Ganz ohne die Telekom können die Kunden nun plötzlich einen Internet-Zugang mit 100 Mbit/s zum marktüblichen Preis erhalten. Schlagendes Argument für den Wechsel auf die Glasfaser ist dabei für die Kunden häufig nicht das deutlich schnellere Internet, sondern – Marcel Reich-Ranicki und Elke Heidenreich zum Trotz – das im Triple Play-Paket enthaltende TV-Angebot“, sagt Stanossek.

 

Der Aufbau der Glasfasernetze sei dabei keineswegs auf die Metropolen beschränkt. Im Gegenteil: Gerade auf dem Land mehren sich die Breitbandinitiativen, nachdem dort selbst wichtige mittelständische Unternehmen, beispielsweise aus der Zuliefererindustrie, lange genug und meistens vergebens bei der Telekom um DSL gebettelt haben. Alveslohe, Hamm, Meschede, Neuler, Nordhorn, Premnitz, Schwerte, Steinfurt, Zernsdorf – gerade diese vermeintlich unbedeutenden ehemals ‚weißen Flecken’ auf dem deutschen Breitbandatlas sind es, welche die Telekom nun anscheinend zur Vernunft gebracht, um nicht zu sagen in die Knie gezwungen, haben“, glaubt der Portel-Chefredakteur. Abseits der „großen“ Telekom-Themen Stellenabbau, Datenklau und Abhörskandal hätten sich diese Orte klammheimlich von der Telekom-Fessel „Teilnehmeranschlussleitung (TAL)“ befreit und auf eigene Faust und in einer Art Bürgerbewegung teils mit eigenen, teils öffentlichen Fördergeldern bessere und preiswertere Kommunikationsinfrastrukturen geschaffen. 

 

„Offenbar hat sich mittlerweile auch bis in den Vorstand herumgesprochen, dass der Konzern hier im Wettbewerb keine Chancen hat, seine Kunden zu behalten, wenn eine Gemeinde sich einmal entschließt, ihre Bürger mit Glasfaser zu versorgen. Gleichzeitig hat die Telekom nicht die Mittel, den flächendeckenden Ausbau ihres Glasfasernetzes auf der letzten Meile, also den letzten Metern vom Kabelverzweiger bis ins Gebäude, aus der eigenen Kasse zu finanzieren. Bis zu 60 Milliarden Euro sind dafür nach Einschätzung von Experten erforderlich. Timotheus Höttges zieht für die Telekom also lediglich die Notbremse, wenn er nun beim Glasfaserausbau die Zusammenarbeit mit den lokalen Anbietern sucht“, kommentiert Stanossek.

 

Und selbst wenn die Telekom die finanziellen Mittel hätte: Die EU-Kommissarin Viviane Reding habe längst klar gemacht, dass sie auch die Glasfasernetze in Europa regulieren und für den Wettbewerb öffnen will. Die Kommission führt zum Next Generation Access (NGA) derzeit entsprechende Konsultationen durch. Über einen gemeinsamen regulatorischen Rahmen für NGA-Netze soll eine einheitliche Behandlung der Netzbetreiber in der EU erreicht und so die für Investitionen erforderliche Rechtssicherheit geschaffen werden. „Ein flächendeckendes Glasfasernetz, das alle Dienste-Provider als Open Access-Netz zu gleichen fairen Konditionen nutzen können, ist für den Wirtschaftsstandort Deutschland von entscheidender Bedeutung im internationalen Wettbewerb“, meint Stanossek. Am Ende wäre es für den Markt aber auch schon ein positiver Effekt, wenn die Fixierung der Deutschen Telekom und anderer Unternehmen auf kurzsichtige Gewinnmaximierung und die damit verbundenen kurzfristigen Abschreibungszeiten für Investitionen nun einem nachhaltigen Investitionsverhalten und einem Denken in langfristige Renditen weichen würde. Siehe auch: http://www.inside-digital.de/news/2137.html; http://www.voip-info.de/news/newsartikel__968.php; http://www.dsl-magazin.de/news/telekom-konkurrenz-fordert-zugang-zu-ip-glasfasernetzen_21507.html; http://www.portel.de/nc/nachricht/artikel/14348-vatm-bnetza-will-wettbewerbern-eingeschraenkten-zugang-zum-glasfaser-netz-gewaehren/; http://www.portel.de/nc/nachricht/artikel/20245-diw-studie-deutschland-muss-bei-telekom-investitionen-nachlegen/.