Die Netbook-Androiden kommen: Kampf zwischen Microsoft und Google um die Computer-Hoheit geht in eine neue Runde

Norbert Wiener, Mathematiker und "Vater der Kybernetik"In Kinofilmen und Romanen sind sie schon längst Realität: Maschinen, die reden, denken und fühlen wie Menschen, technisch optimierte Zwitterwesen, denen Neuroimplantate übermenschliche Kräfte und Fähigkeiten verleihen oder intelligente, allwissende Computersysteme. Wissenschaftler für Künstliche Intelligenz (KI) sind davon überzeugt, dass es eines Tages tatsächlich Cyborgs und Androiden geben wird – denkende Maschinenwesen. Künstliche Intelligenz soll auch das Google-Betriebssystems Android erlangen, das nach einer Ankündigung von Asus auf Netbooks installiert werden soll. Derzeit werde der Einsatz des bisher auf Handys zugeschnittenen Betriebssystems auf Netbook-Modellen der EeePC-Serie getestet, bestätigte Asus-Europachef Eric Chen der Nachrichtenagentur dpa auf der Cebit in Hannover. Noch sei das Projekt in der Versuchsphase, sagte Chen. Erste Ergebnisse werden laut Chen in ein bis zwei Monaten vorliegen. „Mit Preisen von 200 bis 600 Euro sind die kleinen und leichten Netbooks derzeit das einzige deutlich wachsende Segment im PC-Markt. Die Marktforscher von Gartner prognostizieren für dieses Jahr einen Absatzsprung von 11,7 auf 21 Millionen Geräte. Zugleich werde der PC-Markt insgesamt mit einem Absatzrückgang von 11,9 Prozent auf 257 Millionen Computer den stärksten Einbruch seiner Geschichte erleben“, berichtet Spiegel Online.

Wenn Asus Android-Netbooks auf den Markt bringt, werde das weitreichende Folgen haben: „Da Android auf Linux aufbaut, unterliegt es keinerlei Beschränkungen, was die Hardware angeht. Zudem ist Android bereits bestens auf mobile Kommunikation vorbereitet. Damit würde es sich perfekt für Netbooks mit eingebauter Mobilfunkkarte eignen. Diese neue Kategorie der UMTS-Netbooks ist noch vergleichsweise jung und rennt vor allem bei Mobilfunkanbietern offene Türen ein“, so Spiegel Online.

Ein günstiges und hübsches UMTS-Netbook mit guter Hardwareausstattung, integrierter Mobilfunkkarte und Android-Betriebssystem wäre ein fast sicherer Erfolg – auch für Google: „Nicht ungeschickt, die Stärken von Linux zu nutzen, und die Schwächen durch eine eigene Entwicklung auszumerzen. Was rauskommt, könnte ein Fancy-Mobile-Linux sein, Android eben. Für den Privatkundenmarkt wird dies aus meiner Sicht auch hohe Erfolgschancen haben, vielleicht nicht bei der Kundschaft für Computerspiele, aber bei den ‚allways on’ urbanen Anwendern schon“, prognostiziert Andreas Rebetzky, Sprecher des cioforums in München und CIO des Technologiespezialisten Bizerba. Damit werde der Kampf um die Computer-Hoheit zwischen Microsoft und Google neu und intensiv entfacht.

„Für Unternehmen sehe ich derzeitig keine Auswirkungen. Dort liegen die Kriterien und Messlatten an anderer Stelle: Administrative Einbindung in die Unternehmenssoftware, Verfügbarkeit von Unternehmenssoftware, Aufwandsbewertung für die Systemintegrationen. Dennoch könnte es in der Geschäftswelt auch Nischen geben, beispielsweise bei mobilen Anwendungen, wo bereits heute mit Sonderlösungen gearbeitet wird. Windows Mobile ist ein Betriebssystem, das durch Windows 7 oder Android mittelfristig ersetzt werden könnte. Denn ein E-Book ist eines Tages nichts anderes mehr als ein etwas zu groß geratenes Multifunktionshandy“, resümiert Rebetzy.

Freiheit für das iPhone

Normalerweise lässt sich das iPhone von Apple nur mit dem vorgesehenen Provider einsetzen (SIM-Lock). Um diese Bindung für die 3G-Version aufzuheben, hat das Dev-Team die Beta-Version ihrer Software Yellowssn0w 0.9.5 zur Verfügung gestellt. Das berichtet Networkcomputing. Das System arbeitet nur mit der Baseband-Version 02.28.00 zusammen und kommt mit der aktuellen Firmware 2.2 für das Iphone. „Das Baseband ist für die Kommunikation eines Mobiltelefons für die Außenwelt zuständig. Durch die Einschränkung auf die aktuelle Baseband-Version soll es aber jeder einsetzen können. Für das Dev-Team liegt der Vorteil darin, dass nicht mehr auf irgendwelche Schwachstellen in vorigen Baseband-Versionen angewiesen ist“, so Networkcomputing.

Mit der Software »yellowssn0w« des Dev-Team lasse sich das »iPhone 3G« mit jedem Provider nutzen.
„Yellowssn0w ist eine kleine Daemon-Software. Sie aktiviert ihren Code zur Entsperrung während des Bootvorgangs beziehungsweise bei einem Reset des Basebands. Es gibt keine Nutzungsoberfläche, die auch nicht notwendig ist. Die aktuelle Firmware gibt es über iTunes. Anschließend muss sie mit ‚QuickPwn‘ aktiviert werden“, führt Networkcomputing weiter aus.

Aktuell gebe es noch Probleme mit einigen SIM-Karten, die über STK-Applikations-Menüs (SIM-Toolkit) verfügen. Vor der Version 0.9.4 gab es generell Schwierigkeiten mit den Menüs. Die Entsperrungs-Software lässt sich über Cydia, die Kommandozeile oder Itunes wieder komplett entfernen. Yellowssn0w ist frei verfügbar und lässt sich bei Dev-Team herunterladen.