Ablauf der langen Nacht der Utopien am Mittwoch, 16. Februar 2022:
19 Uhr: Begrüßung durch die Herausgeber Lutz Becker und Gunnar Sohn
19:05 Uhr: Über Blumenkübel-Romantik, Gartenzwerge und Good Governance in der ganzen Welt – LiveTalk mit Sabria David über ihr Buchkapitel „Die Zeit des Unperfektseins und Funktionierens“
19:30 Uhr:
Utopia lebt! Wo, wie und warum? Ein dialogischer Monolog.
45 Minuten, die Utopia zum Leuchten bringen.
Karlheinz Steinmüller (Zukunftsforscher und SF-Autor, https://steinmuller.de/de) antwortet und Klaus Burmeister (D2030 – Deutschland neu denken e.V., https://www.d2030.de/) fragt hartnäckig nach
Wir übertragen die lange Nacht der Utopien zudem über YouTube, Twitter, Facebook, Twitch und LinkedIn. Auch auf diesen Plattformen könnt Ihr über die Kommentar- und Chat-Funktionen mitdiskutieren:
Warum nutzen wir den durch die Corona-Krise entstanden Aufbruch nicht für mehr und treiben die europäische Digitalisierung voran beim Wechsel von der Dienstleistungs- zur Algorithmen-Gesellschaft? Wie muss sich die Wirtschaftsförderung neu ausrichten? Welchen Nutzen hat Open Data für die digitale Souveränität? Diese Fragen erörterte ich mit Franz-Reinhard Habbel. Sein Credo: „Nutzen wir den Innovationsschwung als positive Lehre aus der Corona-Pandemie.“ Habbel arbeitete bis 2017 als Sprecher und Beigeordneter beim Deutschen Städte- und Gemeindebund. Heute ist er als Publizist und Autor tätig und Gründer des KOMMUNAL.HUB. https://www.digital-x.eu/de/magazin/artikel/dx-redaktion/lebenslanges-lernen
Wie sieht eine zukunftsfähige Wirtschaft aus? Welche Strategien und Geschäftsmodelle sind auch in fünf, zehn oder mehr Jahren erfolgreich? Antworten von Almut Rademacher. Sie leitet den Verein „owl maschinenbau“, das Netzwerk des Maschinenbauclusters in Ostwestfalen-Lippe. Über 220 Unternehmen, Startups und große Konzerne arbeiten seit 18 Jahren vertrauensvoll im Netzwerk zusammen. https://www.digital-x.eu/de/magazin/artikel/dx-redaktion/owl-maschinenbau
Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland gewöhnen sich zunehmend daran, Bekleidung sowie Haushaltswaren und -geräte im Internet zu kaufen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Auswertung des ifo-N26-Wirtschaftsmonitors. Die Forscher verglichen Offline- und Onlinekäufe 2020/2021 zur Situation vor der Pandemie. Während der Öffnungen im Sommer 2020 war das Verhältnis Offline- zu Onlinehandel wieder nahezu auf Vorkrisen-Niveau. Seitdem zog der Onlinehandel fast stetig an und lag Anfang Dezember zum Weihnachtsgeschäft bei 250 Prozent des Vorkrisen-Niveaus bei Haushaltsgeräten, im Februar sogar bei 350 Prozent. Ist der stationäre Handel ein Auslaufmodell? Was müssen Wirtschaftsförderung, Kommunen und Wirtschaftspolitik jetzt tun? https://www.digital-x.eu/de/magazin/artikel/dx-redaktion/stationaerer-handel-vs-online-handel
Fördermittel, Fördergelder, Zuschüsse und öffentliche Förderprogramme sind für viele ein Fördermittel-Dschungel. Oft könnten Unternehmen mit Förderungen die eigenen Investitionen im Unternehmen kostengünstiger und schneller umsetzen – wenn die richtigen Fördergelder beantragt werden würden. Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Technologieförderung, Wachstum, Energieeffizienz, Unternehmenskauf, Gründung und Startup, künstliche Intelligenz und Augmented sowie Virtual Reality sind nur einige Stichworte im Bereich der öffentlichen Förderung.
Einfach ist das Thema Förderprogramme also nicht. Es gibt viele Aspekte, die KMUs berücksichtigen müssen und die wir in der Sendung #DigitalXAdhoc aufgreifen wollen:
Welche Branchen sind förderfähig? Welche Investitionen von Unternehmen werden gefördert? Sollte man gerade jetzt, also in der Corona-Krise Fördermittel beantragen? In welchen Unternehmensphasen sollte man Fördermittel reinholen? Was macht Fördermittel für KMUs attraktiv? Bekommen eher Großunternehmen Fördermittel?
Wir kennen den Fall, dass ein Unternehmen Zuschüsse für eine Maschine beantragt hat. Bis diese bewilligt wurden, war die Maschine, für das die Fördermittel beantragt wurden, schon nicht mehr lieferfähig. Wie kann man solche Probleme umgehen? Was hätte man besser machen können?
Wo liegen die Fördermittelschwerpunkte in Deutschland? Wie wird das Thema Digitalisierung für Unternehmen gefördert? Wie wird das Thema „Nachhaltigkeit“ mit Fördermitteln berücksichtigt? Gibt es Zuschüsse für Unternehmen, die neue Produkte entwickeln? Was können Unternehmen mit den Zuschüssen umsetzen? Welche Projekte? Woher kommt das Geld, wer ist Hauptgeber?
Die Beantragung von Fördergeldern geht nicht ohne einen gewissen Zeitaufwand über die Bühne – bei offenem Ergebnis. Zunächst wirken kommunizierte einstellige Erfolgsquoten abschreckend. Andererseits liest man von Fördermaßnahmen, bei denen 80 bis 90 Prozent der Anträge erfolgreich waren. Natürlich wären Angaben über die Ablehnungen in der Breite der Förderprogramme wünschenswert, sie liegen aber derzeit nicht vor:
„Daher bleibt nur die Empfehlung, nachhaltig und genau zu arbeiten, um die wirklich passenden Programme zu identifizieren. Eine vorteilhafte Kosten-Nutzen-Relation sollte letztlich dem Existenzgründer, Unternehmer oder CFO beschieden sein, der die Fördergeldbeantragung als Marathon betrachtet – auf Basis eines stetig zu aktualisierenden Grundschemas“, Dr. Thomas Jesch, Autor des Buches „Die Fördergeld-Strategie 2021“.
Ein Punkt ist dabei sehr wichtig: Fördergelder weisen leider keine Statik auf. Sie werden ständig angepasst, gestrichen, ersetzt oder neu erfunden. 70 bis 80 Prozent der entsprechenden Programme dürften zeitlich befristet sein. Der erste Schritt der Skizzierung einer individuellen Fördergeld-Strategie bringt das Thema auf den Radar. Irgendwann stellt sich aber die Frage, auf welcher Hierarchiestufe das Thema weiterbearbeitet werden soll, wenn eine interne Lösung angestrebt wird. Externer Rat kann für KMUs wichtig sein, um maßgeschneiderte Konzepte zu bekommen.
Was man dabei beachten muss, erläutern Dr. Thomas Jesch (Jurist und Fördergeldexperte) und Benjamin Springub (Head of Operating Office & Internal Communication Deutsche Telekom):
Im Koalitionsvertrag hat die neue Bundesregierung die Legalisierung von Cannabis zu Genusszwecken in Deutschland wie folgt angekündigt: „Wir führen die kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene zu Genusszwecken in lizenzierten Geschäften ein. Dadurch wird die Qualität kontrolliert, die Weitergabe verunreinigter Substanzen verhindert und der Jugendschutz gewährleistet. Das Gesetz evaluieren wir nach vier Jahren auf gesellschaftliche Auswirkungen“ (SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP, 2021).
Aus ökonomischer Perspektive sind Märkte genau dann regulierungsbedürftig, wenn erstens ohne eine Regulierung Marktversagen droht und zweitens zugleich die Regulierung mit hinreichender Sicherheit zu besseren Ergebnissen führt (Coase, 1960 sowie Demsetz, 1969). Als klassische Marktversagenstatbestände gelten erhebliche Wettbewerbsprobleme (im Extremfall das natürliche Monopol), negative oder positive externe Effekte (als Spezialfall öffentliche Güter) sowie Informationsdefizite. Verhaltensökonomische Erkenntnisse können zudem auch dann regulatorische Eingriffe rechtfertigen, wenn hinreichend viele Nachfragende (oder gegebenenfalls auch Anbietende) unter verzerrten Wahrnehmungen leiden oder systematisch Entscheidungsfehler begehen („Biases“), welche sich ex post nur schwer korrigieren lassen.
Das Hauptargument für eine (regulierte) Freigabe von Cannabis liegt – und hier besteht Einigkeit mit vielen Strafrechtsexperten und Suchtforschenden – darin, dass eine kontrollierte Freigabe insbesondere problematische Nutzende besser schützt als die Prohibition, so paradox es sich anhören mag. Faktisch ist Cannabis heute ziemlich problemlos vielerorts zu bekommen, auch und gerade für Jugendliche. Der Konsum von Cannabisprodukten ist unter der bisherigen Prohibitionspolitik nicht merklich gesunken. Dies gilt insbesondere für den „Problemkonsum“ bei Jugendlichen und bei Intensivnutzenden.
Illegale Dealer haben weder ein ausgeprägtes Interesse am Jugendschutz noch an einer Qualitätssicherung im Sinne eines Gesundheitsschutzes. Vielmehr werden immer wieder äußerst gesundheitsschädliche Substanzen beigemischt4, von der Pestizidbelastung der Cannabispflanzen ganz abgesehen. Staatliche Qualitätsvorgaben und -kontrollen finden naturgemäß auf dem Schwarzmarkt nicht statt.
Einziger Profiteur der repressiven Drogenpolitik bei Cannabis ist heute die organisierte Kriminalität. Die von der Bundesregierung geplante Legalisierung von Cannabis und eine liberalere Drogenpolitik sind nicht nur zu begrüßen, auf Grundlage der vorhandenen Evidenz ist ein solcher Schritt längst überfällig.
"Außenpolitische Spannungen können für andere Geschäftspartner auch Chancen bedeuten." @Lars_Feld und Justus @haucap über die wirtschaftlichen Verflechtungen von #China und #Russland mit den USA und Deutschland: im #Ökonomie Podcast👇🏻 https://t.co/9wADXDdcWB
Der Koalitionsvertrag der neuen Regierung legt einen Schwerpunkt auf Forschung, Innovation und Wissenschaftstransfer. Die ersten operativen Schritte und Regierungsgeschäfte unterstreichen diesen Eindruck. Mit neuen Instrumenten wie etwa der zu gründenden Deutschen Agentur für Transformation und Innovation (DATI) sind Impulse für einen Richtungswechsel zu erkennen. Angesichts der großen Herausforderungen braucht es eine F&I-Politik, die Innovation als sowohl Technologie als auch das Soziale umfassend begreift und als strategisches Politikfeld bearbeiten will.
So hat Klimaschutz keine Chance, Robert #Habeck! Wer baut, braucht Planungssicherheit und keinen Förderstopp über Nacht. Das @BMWK und die @KfW müssen diese Entscheidung schnell korrigieren und für Klarheit sorgen. pic.twitter.com/zgGtStxkzI
Der Förderstop der @KfW ohne gleichzeitige Alternative kann nur von Leuten verhängt werden, die keine Ahnung von Bauen und dem realen Leben haben. Da hängt soviel dran. Eine Katastrophe für jeden Bauherren! #Habeck
Die Stärkung von Europas „strategischer Autonomie“ ist das Ziel der französischen EU-Ratspräsidentschaft: „Wir sind zu weit gegangen mit der Verlagerung und der Arbeitsteilung“, proklamierte Finanz- und Wirtschaftsminister Bruno Le Maire. Nun müsse Europa seine Souveränität zurückerlangen. Die Corona-Krise deutete Le Maire, trotz allem Leid, auch als Wendepunkt.
Le Maire verweist auf einige der von Brüssel unlängst als strategisch wichtig eingestuften Sektoren wie die Batteriezell-Fertigung, Biotechnologie, Wasserstoff, Cloud und Halbleiter. Die Schlacht um Halbleiter sei eröffnet. „Wir wollen, dass Europa sie gewinnt.“ Er klingt ein wenig wie Chirac, der sich durch ähnliche Sprücheklopfereien in Konkurrenz zu Google lächerlich machte. Zur Erinnerung:
Die europäische Antwort auf Google sollte Quaero sein – doch das vollmundig rausposaunte deutsch-französische Prestigeprojekt ist kläglich in die Hose gegangen. Der frühere französische Staatspräsident Chirac startete 2006 das Projekt Quaero mit großem Getöse, um die erste „wahre multimediale Suchmaschine“ in Europa auf die Beine zu stellen. Es sollte nicht nur Texte, sondern auch Musik oder Bilder finden. Die Suchergebnisse sollten auf Computern, Mobiltelefonen und Fernsehen in mehreren Sprachen angezeigt werden können. Schon damals war klar, dass man den Vorsprung von Google mit einem staatlich geförderten Projekt nicht einholen könne. Und nun will man mit einer Rückverlagerung von Produktionsstätten auf dicke Hose machen, beispielsweise in der Chip-Produktion? Ich halte das für das falsche Signal. Le Maire klingt mir zu europa-nationalistisch.
Der internationale Handel ist wichtig auch für den politischen Wandel. Abschottungen, Europa-Zentrierung, Handelskriege, Muskelspielchen und dergleichen schaden der Prosperität von allen Ländern.
„Betrachtet man die globale Situation, so ist mehr und nicht weniger Globalisierung wünschenswert. Zur Begründung dieser Position führe ich zwei Zahlenbelege an. Die deutschen Pro-Kopf-Exporte beliefen sich im Jahre 2019 auf 18 018 Dollar, in China waren es 1797 Dollar und in Indien 240 Dollar je Einwohner. Setzt man also den deutschen Wert gleich 100, so erreicht China 10 Prozent und Indien 1,3 Prozent. Was besagt dieser Vergleich? Indien muss weitaus mehr exportieren, um in hochentwickelten Ländern die Infrastrukturgüter, Maschinen und Flugzeuge kaufen zu können, die es braucht, um auf die Beine zu kommen. Für Afrika gilt Ähnliches. Im Jahre 2019 exportierten die deutschen Unternehmen Waren im Wert von 24,9 Milliarden Euro nach Schweden. Die Summe der deutschen Exporte in alle Länder Afrikas erreichte im selben Jahr einen Wert von 23,7 Milliarden Euro. Die deutschen Importe aus Afrika bewegten sich mit 24,4 Milliarden Euro in ähnlicher Höhe. Schweden hat 10,2 Millionen Einwohner, Afrika hat 120-mal so viele. Es gilt die gleiche Aussage wie für Indien: Afrika muss viel, viel mehr aus Deutschland importieren beziehungsweise nach dort exportieren, um auf die Beine zu kommen“, erläutert Hidden Champion-Forscher Hermann Simon gegenüber ichsagmal.com.
Ähnlich sieht es Lars Feld, bis Ende Februar 2021 Vorsitzender des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung: „Wir brauchen meiner Ansicht nach mehr statt weniger Globalisierung, um eine Absicherung gegenüber zukünftigen Krisen zu haben. Wir brauchen mehrere Lieferanten in verschiedenen Ländern der Erde.“
Statt die internationale Verflechtung zurückzudrehen, empfiehlt Simon mehr Direktinvestitionen in anderen Ländern.
Auch Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW-Bankengruppe, plädiert für globale Strategien.
Eine Rückverlagerung internationaler Produktion nach Deutschland würde zudem die deutsche Wirtschaftsleistung fast 10 Prozent schmälern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im ifo Schnelldienst. „Wenn wir ausgelagerte Teile der Wertschöpfung nach Deutschland zurückholen, führt das dazu, dass weniger wettbewerbsstarke Tätigkeiten plötzlich große Anteile im Mix der deutschen Wertschöpfung gewinnen. Die damit verbundene geringere Produktivität würde die Wirtschaftskraft schwächen,“ sagt Lisandra Flach, Leiterin des ifo Zentrums für Außenwirtschaft und Mitautorin der Studie.
Diese Ergebnisse basieren auf Berechnungen des ifo-Handelsmodells. „Dabei wird angenommen, dass kein anderes Land eine ähnliche Strategie verfolgt oder Vergeltungszölle als Gegenreaktion erhebt. Die negativen Auswirkungen der Nationalisierung von Lieferketten könnten daher tendenziell noch höher ausfallen“, sagt Flach.
Der gestiegene Einsatz von Robotern in der Industrie hat europaweit tendenziell zu stabileren Beschäftigungsverhältnissen geführt. Zudem hat er die Wahrscheinlichkeit für Beschäftigte erhöht, einen neuen Job zu finden. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Untersuchung des RWI und des polnischen IBS. Sie zeigt allerdings auch, dass es zwischen Ländern und Beschäftigtengruppen große Unterschiede gibt. Besonders profitieren demnach Beschäftigte in Ländern mit niedrigen Arbeitskosten von der fortschreitenden Automatisierung.
Das Wichtigste in Kürze:
Der vermehrte Einsatz von Robotern in der Industrie hat in den Jahren 1998 bis 2017 europaweit tendenziell zu einer höheren Stabilität von Beschäftigungsverhältnissen geführt. Zudem hat er die Wahrscheinlichkeit für Arbeiterinnen und Arbeiter erhöht, einen neuen Job zu finden. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und des polnischen Institute for Structural Research (IBS). Sie wertet dazu Daten aus 16 europäischen Ländern aus.
Die Ergebnisse fallen allerdings in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich aus und hängen insbesondere von den dortigen Arbeitskosten ab.
In Ländern mit niedrigen Arbeitskosten, vor allem in zentral- und osteuropäischen Ländern, führte der gestiegene Robotereinsatz in der Industrie zu stabileren Beschäftigungsverhältnissen und mehr Neueinstellungen. In Ländern mit hohen Arbeitskosten führte der gestiegene Robotereinsatz in der Industrie hingegen zu weniger stabilen Beschäftigungsverhältnissen und weniger Neueinstellungen.
In Ländern mit niedrigen Arbeitskosten profitieren vor allem Arbeitskräfte in Berufen mit manuellen oder kognitiven Routineaufgaben vom gestiegenen Robotereinsatz. Der Einsatz von Robotern ersetzt dort offenbar nicht den menschlichen Arbeitseinsatz, sondern ergänzt ihn.
Während älteren Arbeiterinnen und Arbeitern in Ländern mit niedrigen Arbeitskosten offenbar insbesondere die stabileren Beschäftigungsverhältnisse zugutekommen, nützt den jüngeren vor allem, dass sie leichter einen neuen Job finden.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Einführung von Robotern in den meisten europäischen Ländern zu einem Anstieg der Beschäftigung und einem Rückgang der Arbeitslosigkeit geführt hat, vor allem, weil weniger Beschäftigte arbeitslos wurden.
Für die Studie wurden Daten des „European Labour Force Survey“ (EU-LFS) der Jahre 1998 bis 2017 aus 16 Ländern verwendet: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Griechenland, Italien, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Slowenien, Spanien, Slovakei, Tschechien, Ungarn und Vereinigtes Königreich. Die Daten zum Robotereinsatz stammen von der „International Federation of Robotics“ (IFR).
„Unsere Studie zeigt, dass der vermehrte Einsatz von Industrierobotern eine Chance für die Beschäftigten sein kann und nicht immer eine Bedrohung darstellt“, sagt RWI-Arbeitsmarktexperte Ronald Bachmann.
Meine Fragen an Bachmann:
Vermehrte Einsatz von Industrierobotern sei eine Chance für die Beschäftigten. Warum ist das so?
Robotik und insbesondere Automatisierung wurden eher als Jobkiller klassifiziert. Könnte der Einsatz von Industrierobotern auch helfen, die demografische Schieflage in den nächsten Jahren aufzufangen? Geburtenstarke Jahrgänge gehen in Rente.
Generell fehlen jetzt schon Fachkräfte. Welche Potenziale für Robotik gibt es?
Das Negativszenario von Osborne/Frey scheint sich in Luft aufzulösen. Dennoch wird die Studie immer wieder zitiert und als Referenz herangezogen. Frey selbst hat seine Position ja schon revidiert.
Versicherungswirtschaft, Aktionärsschutzvereinigungen, Analysten-Rankings, Berichte über Hauptversammlungen und institutionelle Anleger machen Druck auf Unternehmen, in Nachhaltigkeit zu investieren.
Gute Entwicklung, die Rupert Felder, Personalchef von Heidelberger Druck skizziert.
"In diesem Jahr fangen wir an, Nachhaltigkeit in der Vergütung des Top-Managements zu etablieren", sagt Rupert Felder, Personalchef von Heidelberger Druck. Wollen wir dafür Standards entwickeln? @LarsHochmann @DrLutzBecker1@beyond_ideology @AlexandVerne @foresight_labpic.twitter.com/L1zpHd2xIH
Im Licht der jüngsten politischen Entwicklung, dem Amtsantritt der Ampelregierung, hat sich nach einem Bericht der taz bei den zivilgesellschaftlichen Zukunftsfahndern der D2030-Gruppe wieder ein positiver Grundton eingestellt, so Zukunftsforscher Klaus Burmeister: „Besonders erfreulich ist, dass sich im Grundverständnis des Koalitionsvertrages alle drei von uns beschriebenen Hebel für eine positive Entwicklung wiederfinden“, heben sie in einer aktuellen Bewertung der Regierungsvereinbarung hervor.
Diese drei Zukunftshebel lauten: „komplexe Fragen akzeptieren und strategisch denken, alte Denkgrenzen überwinden und vernetzt denken sowie mehr Experimente wagen und zukunftsoffen denken. Dies lässt uns hoffen, dass wir uns nach Corona wieder mehr intellektuellen und experimentellen Freiraum für die Wirtschaft und Gesellschaft nehmen können“, resümiert Burmeister. Den Beitrag von taz-Autor Manfred Ronzheimer findet Ihr hier.
Generell schwinde der Optimismus in der Gesellschaft nach dem Corona-Stresstest der D2030-Initiative.
Vielleicht hilft ein Blick auf die Methodik: #Prognosen muss man korrigieren, wenn sie nicht mehr gelten. #Szenarien beschreiben immer "nur" Möglichkeiten, die dann aber in zeitlichen Abständen neu bewertet werden können/sollten. Das macht den Umgang mit #Veränderung einfacher.
Die Verunsicherung ist bei vielen Menschen sehr ausgeprägt. Dahinter verbürgt sich allerdings ein sehr großer Aufbruchsgeist, der nicht das alte Normal erstrebt. Besonders bei Unternehmerinnen und Unternehmer. Sind erst einmal die Corona-Barrieren aus dem Weg geräumt, dürfte es zu einer Explosion von Neuinvestitionen kommen. Und die sind von drei Themen geprägt: Digitalisierung, Demografie und Dekarbonisierung.
Den Firmen ist klar, auf was es jetzt ankommt:
Warum Gehälter im Top-Management in diesem Jahr an die Erfüllung von Nachhaltigkeitszielen gekoppelt werden müssen. Antworten von Rupert Felder, Personalchef von Heidelberger Druck. pic.twitter.com/ff382cLsbr
Rupert Felder, Personalchef von Heidelberger Druck: "Unternehmen werden nachhaltig oder sie werden verschwinden". Druck auf den Kapitalmärkten nimmt zu. pic.twitter.com/uXMdbKJliD