#Notizzettel Unternehmensinvestitionen: Die Neigung zu investieren sinkt mit zunehmendem Alter

Zuversicht ist nach Analysen der KfW die zentrale Stellschraube, damit Unternehmen Investitionen angehen oder eben auch zurückhalten. Grundsätzliche Investitionsbereitschaft, die Höhe des eingesetzten Volumens sowie die Zielrichtung von Investitionen sind entscheidend von der Geschäftserwartung der Unternehmer abhängig. Grundlegende Voraussetzung dafür sind sichere wirtschaftspolitische und regulatorische Rahmenbedingungen. Innovationen und Digitalisierungsanstrengungen sind weitere wichtige Treiber. Hingegen bremst das Streben nach finanzieller Unabhängigkeit vieler Mittelständler deren Investitionstätigkeit. Zudem sind begrenzte Wachstumsambitionen anzuführen. Die Investitionsbereitschaft im Mittelstand ist erheblich an die Person der Unternehmensinhabenden gekoppelt.

Dies zeigt sich auch bei den Folgen demografischer Prozesse: Die Neigung zu investieren sinkt mit zunehmendem Alter der Inhabenden massiv – sowohl das Investitionsvolumen wie auch der Hang, Kapazitätserweiterungen umzusetzen. Dieses Muster verhindert enorme Investitionen – seit 2002 ist das Durchschnittsalter der Inhaber um acht Jahre gestiegen. Hinzu kommt vielfach eine bevorstehende Unternehmensnachfolge. Je näher der Zeitpunkt der geplanten Nachfolge rückt, desto seltener werden Investitionen angegangen. Ungeklärte Nachfolgen drücken das Investitionsniveau zusätzlich.

Mäßiger Investitionsaufschwung im Mittelstand findet durch die Corona-Krise ein Ende Deutlich sind die Einschnitte bei den Investitionen der mittelständischen Unternehmen. Die Corona-Krise hat die Investitionslaune des Mittelstands erheblich gedämpft.

Noch nie haben so viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ihre ursprünglichen Investitionspläne nicht wie vorgesehen umgesetzt. Größere Vorhaben wurden von den Unternehmen häufiger zurückgestellt.

Dagegen dominierten kleinere Investitionsvorhaben zur Anpassung bzw. Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs in der Krise. Die durchschnittliche Investitionshöhe im Mittelstand verringerte sich deutlich um 22 Prozent. Dadurch erhielten die Investitionen insgesamt einen empfindlichen Dämpfer, der Rückgang zieht sich durch alle Segmente.

Zwar gilt der Mittelstand mit seinen rund 3,8 Mio. Unternehmen zu Recht als das Rückgrat der deutschen Wirtschaft – an den gesamten Neuinvestitionen der Unternehmen beträgt sein Anteil mittlerweile allerdings „nur“ noch 42 Prozent. Auch dies ist nicht ausschließlich, aber auch eine nicht zu vernachlässigende Krisenfolge.

Die Investitionstätigkeit des Mittelstands (-7 Prozent) war im Jahr 2020 etwas stärker von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen als Großunternehmen (-4 Prozent) bzw. der
Unternehmenssektor in der Gesamtsicht (-5,5 Prozent).

KMU haben in den vergangenen Jahren – selbst ohne Corona-Krise – kontinuierlich an relativer Bedeutung für das gesamte Investitionsgeschehen im Unternehmenssektor verloren. Im Jahr 2008 lag der Mittelstandsanteil am gesamten Investitionsvolumen der Unternehmen in Deutschland noch
bei 49 Prozent. Seitdem gingen demnach 7 Prozentpunkte verloren. Die Krise beschleunigt daher eine sich schon länger abzeichnende Entwicklung.

Enormer Investitionsbedarf voraus: Transformation in Richtung Klimaneutralität und Digitalisierung müsste auf der Agenda stehen

Ob es einen raschen Nachholeffekt bei den Unternehmensinvestitionen geben wird, ist gegenwärtig noch nicht abzusehen. Der Wunsch nach mehr Absicherung und Stärkung der finanziellen Resilienz aufseiten der Unternehmen könnte vielmehr zur Zurückhaltung wesentlicher Zukunftsinvestitionen
führen. Dabei steht die Transformation zu einer klimaneutralen und nachhaltigen Wirtschaft auf der Agenda (Klimaneutralität bis 2045), auch bei der Digitalisierung gibt es großen Nachholbedarf. So beziffert eine aktuelle Studie im Auftrag der KfW die notwendigen Klimaschutzinvestitionen zur Erreichung des Ziels der Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 auf rund 5 Bio. EUR oder rund 190 Mrd. EUR jährlich. Diese gewaltige Summe macht deutlich, dass zur Zielerreichung erheblich höhere Anstrengungen als bislang notwendig sein werden. Gleiches gilt für die digitale Transformation. Gegenwärtig rangiert Deutschland bei der Anwendung digitaler Technologien in der Wirtschaft im EU Vergleich bestenfalls im Mittelfeld. Um zu vergleichbaren Ländern aufzuschließen, müssten sich die IT-und Digitalisierungsinvestitionen in Deutschland von 49 Mrd. EUR auf 100 bis 150 Mrd. EUR jährlich verdoppeln bis verdreifachen. Allein im Mittelstand müssten die Digitalisierungsausgaben von 18 Mrd. EUR im Jahr 2019 auf 35 bis 50 Mrd. EUR pro Jahr zunehmen.

Für die stark inlandsorientieren kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) wirkt dabei die heimische Nachfrage besonders stimulierend. Die Auslandsnachfrage hat hingegen eine untergeordnete Relevanz. Innovationen und Digitalisierungsanstrengungen sind weitere wichtige Treiber der Investitionen im Mittelstand.

Den Ausschlag für ein konkretes Investitionsvorhaben gibt am Ende vielfach schlicht das vorhandene finanzielle Polster. Ginge es allein danach, ließe sich seit Jahren eine Investitionsrally im Mittelstand beobachten – denn die Unternehmen haben ihre Gewinnzuwächse weit gehend einbehalten und Rücklagen aufgebaut. An zweiter Stelle der Rangfolge stehen die Erfahrungswerte der Inhabenden. Dies macht deutlich, dass die Investitionsbereitschaft im Mittelstand oft weniger stark durch die Einbettung in ein strategisches Gesamtkonzept gekennzeichnet ist, sondern generell erheblich an die Person des Unternehmensinhabers gekoppelt ist. Vor allem bei kleinen mittelständischen Unternehmen ist dieser Aspekt deutlich höher gewichtet als klassische Faktoren von Investitionsentscheidungen (beispielsweise Amortisation, Kosten, Rendite). Darin kommt auch die Kleinteiligkeit des Mittelstands zum Ausdruck – denn auch rund 1 Mio. Soloselbstständige zählen dazu. Und die werden in Deutschland eher mangelhaft unterstützt.

Die ausgeprägte Kopplung bzw. Bindung der Person des Inhabers an das Unternehmen nimmt auch eine tragende Rolle beim Blick auf demografische Wandlungsprozesse ein. Denn diese hinterlassen im Mittelstand besonders deutliche Spuren mit messbaren Folgen für die Investitionstätigkeit. So sinkt die Neigung zu investieren mit dem Alter des Inhabers erheblich. Viele Investitionen besitzen bei hohem Alter aus Inhabersicht schlicht eine zu lange Amortisationszeit – die finanzielle Verpflichtung wird dann eher gescheut. Dies gilt besonders bei eher umfangreichen, aber den Wettbewerb stärkenden Investitionen. Dies lässt sich in Zahlen belegen: Während im langjährigen Mittel (2004–2020) etwa 57 Prozent der jüngeren Inhaber unter 40 Jahren Investitionen vornehmen, sinkt dieser Anteil bei
den älteren Inhabern (über 60 Jahre alt) auf nur noch 36 Prozent.

Die entsprechende Lücke im Investorenanteil von etwa 20 Prozentpunkten ist dabei im Zeitverlauf recht konstant. Zudem investieren jüngere Inhaber einen größeren Anteil ihres Gesamtvolumens in Kapazitätserweiterungen (50 gegenüber 20 Prozent), weisen häufiger positive Nettoinvestitionen (38
gegenüber 22 Prozent) sowie eine deutlich höhere Investitionsintensität auf (Investitionsvolumen je VZÄ Beschäftigtem von durchschnittlich 9.200 EUR gegenüber 7.600 EUR).

Führt man sich dabei den raschen Alterungsprozess vor Augen, den die Inhaberschaft im Mittelstand durchläuft, zeigt sich die in den vergangenen Jahren gestiegene Relevanz dieses Aspekts. Gegenwärtig liegt das Durchschnittsalter eines Inhabers im Mittelstand bei 52,8 Jahren. In den vergangenen zehn Jahren ist dieser Wert um drei Jahre gewachsen, seit 2002 sogar um acht Jahre. Zum damaligen Zeitpunkt waren gerade einmal 20 Prozent der Inhaberschaft 55 Jahre oder älter. Aktuell ist es mit einem Anteil von 50 Prozent bereits jede(r) Zweite.

Ein oftmals unterschätzter Faktor sind begrenzte Wachstumsambitionen. Viele KMU haben funktionierende, oft lokal verankerte, Geschäftsmodelle und gewichten den Fortbestand des Unternehmens höher als Expansion. Erwirtschaften des eigenen Einkommens aus der Selbstständigkeit steht dabei an erster Stelle. Kapazitätserweiternde Strategien, die mit zusätzlichen Investitionen einhergehen (beispielsweise der Schritt ins Ausland, Einstellung von Mitarbeitern), finden in diesen Fällen eher selten statt. Dazu passt auch: Dämpfend auf die Investitionstätigkeit wirkt, wenn Unternehmen aus ihrer individuellen Unternehmensperspektive schlicht keine Notwendigkeit dazu sehen.

Überlegungen für eine anarchistische Ökonomik und Ökonomie

Eine Abschiedssession an der Hochschule Fresenius auf der Next Economy Open. Auf dem Projektblog der Next Economy Open hatte ich ja schon etwas skizziert, mit welcher Session-Idee ich in diesem Jahr aufwarten will. Ich reibe mich am methodologischen Bullshit der Mainstream-Ökonomik. Der Ausschluss von Ereignissen und Relationen, die Ignoranz kommunikativer Welten und die selbstbezüglichen Modellwelten demontieren die Wirtschaftswissenschaft.

Wir brauchen etwas Neues: Keine Powerpoint-Weisheiten, die den Studierenden an den Hochschulen zum Auswendiglernen in die Ohren gegeigt werden. Aber die verlangen teilweise danach. Bitte, bitte gib uns ein Skript zum Auswendiglernen, damit wir den Methodenstreit in der Ökonomik auch richtig runterleiern können oder genau beschreiben, wie eine neue Theorie der Öffentlichkeit lautet in Zeiten privatisierter Öffentlichkeiten im Social Web. Alles schön in den Spuren des Dozenten. Nur nicht mit eigenen Recherchen und Überlegungen die Dinge durchforsten. Der Wissenschaftsphilosoph Paul Feyerabend hat das in seiner Zeit an der Uni Berkeley wunderbar durch den Kakao gezogen.

Alle bekommen eine Eins: „Erzähle mir Deinen Lieblingswitz“

Er stand in den 70er Jahren auf dem Höhepunkt seiner akademischen Popularität. Feyerabend gab jedem Studierenden schon in der ersten Vorlesungsstunde eine Eins. Allein die Einschreibung in den Kursus genügte. Als man ihn zwang, eine Abschlussprüfung für seinen Kursus abzuhalten, händigte er den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu Beginn der Prüfung ein Blatt aus, auf dem in großen Buchstaben feierlich das Wort „ABSCHLUSSPRÜFUNG“ stand. Und darunter stand die Aufgabe: „Erzähle mir Deinen Lieblingswitz“. Jeder Witz, auch selbst der dümmste, wurde mit der Note Eins belohnt (nachzulesen im Opus von Simon Rettenmaier, Philosophischer Anarchismus oder anarchistische Philosophie, Büchner Verlag, 2019).

Dieser wissenschaftliche Dadaismus hatte bei Feyerabend einen ernsten Hintergrund. Er glaubte zutiefst an das Humboldtsche Erziehungsideal der akademischen Freiheit jenseits der Fliegenbein-Zählerei über Noten. Der anarchistische Hochschullehrer wollte es den Studierenden überlassen, ob und wann und wie sie studieren.

Sein Spott galt dem abgehobenen Expertentum. Seine Anything-goes-Metapher war dabei kein Plädoyer für Beliebigkeit, sondern für Öffnung, Mitsprache und Demokratie. Experten sichern ihre Deutungshoheit durch abgehobenes Kauderwelsch ab. In meinem Kopf schwirrt noch ein Zitat einer Justiziarin eines Privatsenders bei einer nicht-öffentlichen Tagung herum – ein sehr Gema-lastiges Stelldichein übrigens: Urheberrecht sei kein Laienrecht, da könne nicht jeder mitreden, sagte die Juristin unmissverständlich. Das ist fast unwidersprochen von der Runde aufgenommen worden – aber nur fast unwidersprochen….Ich halte diese Geisteshaltung für eine Katastrophe. Sie beflügelt die Ressentiments gegen das politische System.

2022 wird es eine Fortsetzung dieses Gedankenstrangs geben: Wir reden über eine anarchistische Wirtschaft.

Homo Digitales gesucht jenseits der ahnungslosen Schwätzer 

Leblose digitale Begriffskaskaden befördern Entscheider in Politik und Wirtschaft ins tatenlose Koma. Und das ist schon seit Jahren so. Egal, ob die Digitalisierung in Koalitionsverträgen, Talkrunden oder von so genannten Top-Speakern aufgegriffen wird: Digitaler Wandel? Alles nur Gequatsche. Das Wortgeklingel erinnert den Marketingspezialisten Michael Zachrau an den römischen Staatsmann Cato mit seinem Ausspruch: „Ceterum censeo Carthaginem esse delendam – im übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss“. Wer ständig die gleichen Begriffe herunterleiert und sich in elend langweiliger Powerpoint-Rhetorik übt, bewirkt gar nichts.

Pseudoschlaue Blindfische reden über Künstliche Intelligenz, Disruption, 5G, Content Management Systeme und das Internet der Dinge. Sie können kaum Bits von Bytes unterscheiden. Hauptsache die Phrasen wirken modern und innovativ. Wenn digitale Idioten auf digitale Idioten in unterschiedlichen Kontexten treffen, kommt Bullshit heraus: Tarnung, Lüge, Angeberei, Täuschung und Leerformeln erzeugen technologischen Schrott.

Das gilt auch für die Beurteilung von innovativen „Hochleistungen“ des Silicon Valley. In ihrem Buch „Wie wir mit Wissenschaft und Technik die Welt wieder in Balance bekommen“ verweisen Thomas Ramge und Rafael Laguna de la Vera verweisen auf Untersuchungen des Techniksoziologen Lee Vinsel: Selbst in den Big-Tech-Unternehmen dominiert eine pathologische Mischung aus Selbstüberschätzung und Realitätsverweigerung. Je offenkundiger es werde, dass die großen Innovationssprünge ausblieben, desto stärker drehe das Technologiemarketing den Lautsprecher auf.

Das gilt übrigens auch für das Nachhaltigkeitsmanagement. Häufig bearbeiten die Marketingabteilungen dieses Thema. „Auf ihren Bühnen beherrschen die Innovationsschauspieler ihren Innovationssprech in Perfektion“, schreiben Ramge und Laguna de la Vera. Das Ganze ist nicht nur ermüdend, sondern sogar gefährlich. Das Innovationstheater beschert uns Firmen, die uns schädliche Produkte, Software und schlichtweg Schwindeleien unterjubeln, wie etwa Wirecard. Zudem lenken die Geschichtenerzähler mit ihren Hyperloops und Superintelligenzen von den wahren Problemen ab:  Man braucht sich nur den Zustand der Verkehrsinfrastruktur in den USA anschauen oder unsere Brücken, Schienen und Straßen. 

Die Schwätzer im Innovationstheater bewirken das Gegenteil ihrer Beschwörungen: Es bleibt alles so, wie es vorher schon war. Darauf verweist brandeins-Autor Wolf Lotter beim Zukunftsdiskurs der D2030-Initiative.

Wer Interesse an einer wirklichen Veränderung habe, muss auf ein neues Leistungsbild schauen und nicht einfach an die Stelle alter Routinen neue Dogmen setzen. „Viele beten nach, was andere predigen, statt die Welt mit eigenen Augen und kritischem Verstand verstehen und gestalten zu wollen“, so Lotter, der zu diesem Thema ein Buch verfasst hat. Titel: Strengt Euch an!

Wir sollten nicht jenen an den Lippen hängen, die über Technologie schwadronieren, sondern Persönlichkeiten nach vorne bringen, die wirklich Impulse setzen in synthetischer Biologie, in der Chemie, Medizin, Agrarwirtschaft, in der Chip-Entwicklung, Robotik und bei der Anwendungen von KI in der Industrie. Wir müssen die echten Innovatoren erkennen und die Schwätzer links liegen lassen. Wer ist wirklich ein Homo Digitalis, der im 21. Jahrhundert Akzente setzen kann? 

Warum Echtzeitdaten bei der Bekämpfung der #Corona-Pandemie so wichtig sind – Empfehlungen von Dietrich Grönemeyer #DigitalX

Da gibt es noch eine Menge zu verbessern.

Glücksfall für Bonn und Beethoven: Kurfürst Maximilian Franz von Österreich #BTHVN @Musikverein

„Ueberhaupt war es eine schöne, vielfach regsame Zeit in Bonn, so lange der, selbst geniale, Kurfürst Max Franz, Maria Theresia’s jüngster Sohne und Liebling, friedlich daselbst regierte.“ Es ist Beethovens ihm lebenslang verbunden gebliebener Jugendfreund Wegeler, der in seinen zusammen mit Ferdinand Ries verfassten „Biographischen Notizen über Ludwig van Beethoven“ sich diesen sehnsuchtsvollen Rückblick gestattet, übrigens in einer Fußnote, in der er von der 1838 schon lange verstorbenen Gräfin Belderbusch geborene Barbara Koch als dem „Ideal eines vollkommenen Frauenzimmers“ schwärmt, deren Nähe alle, egal welchen Standes oder Alters, gesucht hätten. Glückliche Jugenderinnerungen verklärten zusätzlich die Zeit, die im Oktober 1794 mit dem Einmarsch der französischen Revolutionstruppen abrupt endete. Diese Sehnsucht findet schon 1816 – Bonn war nicht mehr französisch, sondern gehörte seit zwei Jahren als Teil der Rheinprovinz zum Königreich Preußen – in einem Bonner Nachruf auf den in London bei einem Reitunfall zu Tode gekommenen Johann Peter Salomon, ehemals Angehöriger der Bonner Hofkapelle und ein Sohn der Stadt Bonn wie der 25 Jahre nach ihm geborene Ludwig van Beethoven, beredten Ausdruck: „Wird sie nie wiederkehren, diese schöne glückliche Zeit?“. Nachzulesen im Vorwort des Katalogs zur Ausstellung „Bonns goldenes Zeitalter – die kurkölnische Residenzstadt zur Zeit Beethovens“. In der Bonner Oper kehrt sie für mich immer wieder zurück, diese glückliche Zeit.

Wie wichtig Kurfürst Max Franz für die musikalische Sozialisierung Beethovens war, erläutert Otto Biba, österreichischer Musikwissenschaftler und Archivdirektor der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien.

Warum die Kleinstaaterei für Deutschland ein Glücksfall war für Kunst und Kultur, schildert Dr. Ingrid Bodsch, die frühere Leiterin des Bonner Stadtmuseums:

Umfassende Doku zum Beethoven-Jubiläum.

https://ichsagmal.com/2021/12/18/sohnsohn-und-das-beethoven-jubilaeum-bthvn/

Mittelständler müssen mehr investieren – Wie man Traditionsfirmen umkrempeln könnte @OWL_MaBau @marantec @KfW_Research #DigitalX

Die Unternehmensinvestitionen in Deutschland sind nach einer KfW-Analyse nach wie vor zu niedrig. „Die Corona-Krise hat dabei einen bereits längerfristigen Trend nochmals verschärft – speziell im Mittelstand. Ob und in welchem Ausmaß sich Nachholeffekte zeigen, ist gegenwärtig ungewiss. Dabei steht die Transformation in Richtung Klimaneutralität und Digitalisierung mehr denn je auf der Agenda. Um diese Prozesse erfolgreich zu bewältigen, werden erheblich höhere Investitionsanstrengungen als bislang notwendig sein. Zuversicht ist die zentrale Stellschraube, damit Unternehmen Investitionen angehen oder eben auch zurückhalten. Grundsätzliche Investitionsbereitschaft, die Höhe des eingesetzten Volumens sowie die Zielrichtung von Investitionen sind entscheidend von der Geschäftserwartung der Unternehmer abhängig. Grundlegende Voraussetzung dafür sind sichere wirtschaftspolitische und regulatorische Rahmenbedingungen.“

Innovationen und Digitalisierungsanstrengungen sind weitere wichtige Treiber. Hingegen bremst das Streben nach finanzieller Unabhängigkeit vieler Mittelständler deren Investitionstätigkeit. Zudem sind begrenzte Wachstumsambitionen anzuführen.

Die Investitionsbereitschaft im Mittelstand ist erheblich an die Person der Unternehmensinhabenden gekoppelt. Dies zeigt sich auch bei den Folgen demografischer Prozesse: Die Neigung zu investieren sinkt mit zunehmendem Alter der Inhabenden massiv – sowohl das Investitionsvolumen wie auch der Hang, Kapazitätserweiterungen umzusetzen. Dieses Muster verhindert enorme Investitionen – seit 2002 ist das Durchschnittsalter der Inhaber um acht Jahre gestiegen.

Hinzu kommt vielfach eine bevorstehende Unternehmensnachfolge. Je näher der Zeitpunkt der geplanten Nachfolge rückt, desto seltener werden Investitionen angegangen. Ungeklärte Nachfolgen drücken das Investitionsniveau zusätzlich.

Um zukunftsfähig zu bleiben, müssten sich die IT- und Digitalisierungsinvestitionen in Deutschland von 49 auf 100 bis 150 Milliarden Euro jährlich verdoppeln bis verdreifachen. Allein im Mittelstand müssten die Digitalisierungsausgaben von 18 Milliarden Euro im Jahr 2019 auf 35 bis 50 Milliarden EUR pro Jahr zunehmen.

Wie Traditionsfirmen das anders machen könnten, erläutert Kerstin Hochmüller von der Marantec Group:

Hier in kompletter Länge:

Eine #DigitalX Hitliste 2021: @DFKI @Habbel @almucra @Breitseiten @schuellerstats @a_jesch @Schimmelfeder @Leopom @JAlthaller @GuidoZander @BCG_Germany

Ein paar Themen, die nach wie vor gut laufen:

Warum nutzen wir den durch die Corona-Krise entstanden Aufbruch nicht für mehr und treiben die europäische Digitalisierung voran beim Wechsel von der Dienstleistungs- zur Algorithmen-Gesellschaft? Wie muss sich die Wirtschaftsförderung neu ausrichten? Welchen Nutzen hat Open Data für die digitale Souveränität? Diese Fragen erörterten wir im DigitalXStudio mit Franz-Reinhard Habbel. Sein Credo: „Nutzen wir den Innovationsschwung als positive Lehre aus der Corona-Pandemie.“ Habbel arbeitete bis 2017 als Sprecher und Beigeordneter beim Deutschen Städte- und Gemeindebund. Heute ist er als Publizist und Autor tätig und Gründer des KOMMUNAL.HUB. 

Wie sieht eine zukunftsfähige Wirtschaft aus? Welche Strategien und Geschäftsmodelle sind auch in fünf, zehn oder mehr Jahren erfolgreich? Antworten von Almut Rademacher. Sie leitet den Verein „owl maschinenbau“, das Netzwerk des Maschinenbauclusters in Ostwestfalen-Lippe. Über 220 Unternehmen, Startups und große Konzerne arbeiten seit 18 Jahren vertrauensvoll im Netzwerk zusammen.

Die Zahl an Förderprogrammen für Unternehmen ist kaum zu übersehen. KMUs sollten sich damit mehr beschäftigen. Jede Förderung ist eine Investition in die Zukunft.

Aber: Die Beantragung von Fördergeldern geht nicht ohne einen gewissen Zeitaufwand über die Bühne – bei offenem Ergebnis. Zunächst wirken kommunizierte einstellige Erfolgsquoten abschreckend. Andererseits liest man von Fördermaßnahmen, bei denen 80 bis 90 Prozent der Anträge erfolgreich waren. Natürlich wären Angaben über die Ablehnungen in der Breite der Förderprogramme wünschenswert, sie liegen aber derzeit nicht vor:

„Daher bleibt nur die Empfehlung, nachhaltig und genau zu arbeiten, um die wirklich passenden Programme zu identifizieren. Eine vorteilhafte Kosten-Nutzen-Relation sollte letztlich dem Existenzgründer, Unternehmer oder CFO beschieden sein, der die Fördergeldbeantragung als Marathon betrachtet – auf Basis eines stetig zu aktualisierenden Grundschemas“, Dr. Thomas Jesch, Autor des Buches „Die Fördergeld-Strategie 2021“.

Ein Punkt ist dabei sehr wichtig: Fördergelder weisen leider keine Statik auf. Sie werden ständig angepasst, gestrichen, ersetzt oder neu erfunden. 70 bis 80 Prozent der entsprechenden Programme dürften zeitlich befristet sein. Der erste Schritt der Skizzierung einer individuellen Fördergeld-Strategie bringt das Thema auf den Radar. Irgendwann stellt sich aber die Frage, auf welcher Hierarchiestufe das Thema weiterbearbeitet werden soll, wenn eine interne Lösung angestrebt wird. Externer Rat kann für KMUs wichtig sein, um maßgeschneiderte Konzepte zu bekommen.

Was man dabei beachten muss, schilderten Dr. Thomas Jesch (Jurist und Fördergeldexperte) und Benjamin Springub (Head of Operating Office & Internal Communication Deutsche Telekom) im Livetalk von DigitalXAdhoc. 

Über das Buch “Aufbruch in die digitale Dimension: Wie zehn Jahre Social Media die Businesskommunikation verändert haben” sprach Gunnar mit den beiden Autorinnen Jacqueline Althaller und Meike Leopold. Zu Beginn ihrer Existenz wurden soziale Medien in vielen Ländern, aber vor allem in Deutschland, belächelt. Mit der Zeit entwickelten sich diese Kanäle aber zu den wichtigsten digitalen Kommunikationskanälen, über die wir uns heute weltweit mit anderen Menschen, Marken und Unternehmen austauschen. 

Zahlreiche Unternehmen wissen mittlerweile, wie Kanäle wie LinkedIn, Instagram oder Facebook mithilfe einer Social-Media-Strategie erfolgreich bespielt werden. Genauso viele Firmen tun sich aber damit schwer, neue Social-Media-Kanäle wie TikTok oder Snapchat für sich zu nutzen und auf diesen Plattformen mit Inhalten zu experimentieren.

Ist den wirtschaftspolitischen Protagonisten, den Fachbeamten, Wirtschaftsweisen und generell der Ökonomenzunft eigentlich bekannt, das die wichtigsten Regeln zum Arbeitsmarkt bereits 1924 festgelegt wurden und seit dieser Zeit immer noch Gültigkeit besitzen. Nachzulesen bei Guido Zander und Burkhard Scherf in ihrem neuen Opus „NEW WORKforce Management: Arbeitszeit und Personaleinsatzplanung human, wirtschaftlich und kundenorientiert“. Wichtigste Punkte: Die regelmäßige werktägliche Arbeitszeit darf acht Stunden nicht überschreiten, eine ungleichmäßige Verteilung der Arbeitszeit über die Arbeitstage ist möglich (damit werden Zeitkonten ermöglicht), die bis heute geltende Obergrenze von zehn Arbeitsstunden pro Tag wird festgelegt, ebenso die Ruhezeit von mindestens elf Stunden zwischen zwei Arbeitstagen. Für Mehrarbeit wurde ein Zuschlag von 25 Prozent als angemessen definiert, wenn an mehr als 30 Tagen Mehrarbeit eingefordert wurde. Die Acht-Stunden-Regelung von 1918 wird hier also etwas aufgeweicht. Den Ansprüchen an eine netzökonomische Entwicklung der Volkswirtschaft kann die Arbeitszeitordnung aus der Weimarer Republik nicht mehr gerecht werden. Das gilt nicht nur für die Arbeitsmarktpolitik, wie Guido Zander bemerkt:

In der „Initiative Digitale Bildung“ von der ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel hat der KI-Campus die Anwendungen, Stadt-Land-Datenfluss ins Leben gerufen. Ziel: Datenkompetenzen in der Gesellschaft etablieren.

„Daten gelten als eine der wichtigsten Ressourcen und wir brauchen Data Literacy, damit aus ihnen etwas Gutes entsteht“, so Katharina Schüller (STAT-UP) im DigitalXStudio. „Es war eine große Herausforderung, ein so komplexes Konstrukt wie die Schlüsselkompetenz Data Literacy möglichst umfassend abzubilden, ohne damit die Nutzerinnen und Nutzer zu überfordern.“

Wichtig seien dabei die Leitfragen: „Wie lernt man aus Daten?“ oder „Was bedeuten Informationen im Kontext?“. Zudem gehe es um ein kritisches Bewusstsein im Umgang mit Daten. Zudem gehe das Curriculum auf verschiedene Treiber und Technologien der Digitalisierung ein, wie Künstliche Intelligenz oder Big Data, und Lektionen auf einer Grundstufe für Protagonisten mit oder ohne Vorkenntnisse. Siehe dazu das Interview mit Katharina Schüller:

Welche Branchen sind förderfähig? Welche Investitionen von Unternehmen werden gefördert? Sollte man gerade jetzt, also in der Corona-Krise Fördermittel beantragen? In welchen Unternehmensphasen sollte man Fördermittel reinholen? Was macht Fördermittel für KMUs attraktiv? Bekommen eher Großunternehmen Fördermittel?

Wir kennen den Fall, dass ein Unternehmen Zuschüsse für eine Maschine beantragt hat. Bis diese bewilligt wurden, war die Maschine, für das die Fördermittel beantragt wurden, schon nicht mehr lieferfähig. Wie kann man solche Probleme umgehen? Was hätte man besser machen können?

Wo liegen die Fördermittelschwerpunkte in Deutschland? Wie wird das Thema Digitalisierung für Unternehmen gefördert? Wie wird das Thema „Nachhaltigkeit“ mit Fördermitteln berücksichtigt? Gibt es Zuschüsse für Unternehmen, die neue Produkte entwickeln? Was können Unternehmen mit den Zuschüssen umsetzen? Welche Projekte? Woher kommt das Geld, wer ist Hauptgeber?

All das beantwortete Kai Schimmelfeder „Mr. Fördermittel“.

Die veralteten, bürokratischen Strukturen in den IT Referaten der Städte, die sich für die IT technische Ausstattung von Schulen verantwortlich zeichnen, sind nur unzureichend in der Lage, das Thema Digitalunterricht nach vorne zu bringen: „Es werden Formblätter zur Beantragung von WLAN in Schulen erstellt, komplexe Systemlandschaften aus pädagogischen- und Verwaltungsnetzwerken aufgebaut und monatelange Evaluierungsprozesse zur Anschaffung von Software durchgeführt. Im Anschluss sollen die Lösungen durch städtische IT Dienstleister in der Breite ausgerollt werden. Dieser Ansatz skaliert jedoch nicht bei über 30.000 Schulen in Deutschland“, kritisiert Tilman Buchner von der Boston Consulting Group.

Parallel wächst der Druck aus der Elternschaft und bei den Schülern, die neue Lösungen und Konzepte einfordern, da der aktuelle Zustand für viele Familien und insbesondere Alleinerziehende nicht haltbar ist.

„Die Schulleitungen sind oft sehr bemüht, allerdings sind ihnen die Hände gebunden, da ihr Dienstherr ihnen nicht einmal Administrationsrechte am Schulinventar einräumt. So kann die digitale Transformation von Schule nicht funktionieren. Wir brauchen ein alternatives Vorgehen“, fordert Buchner.

Die Lösung liege in der Cloud: Die notwendigen Technologien zur Digitalisierung von Schule seien grundsätzlich vorhanden. Die Politik müsse jetzt endlich umdenken. „Alle Herausforderungen können mittels moderner Cloud Services gelöst werden. Microsoft Office365 ist ein gutes Beispiel, um den Wandel in der IT nachzuvollziehen. Mussten früher auf jedem Arbeitsplatzrechner Office Anwendungen durch Systemadministratoren installiert und ein komplexes Rechte-Management für Benutzer, Geräte und Dienste auf einem lokalen Server konfiguriert werden, so läuft die neueste Version von Office365 dank moderner Web Technologien vollständig in der Cloud“, erläutert Buchner. 

„Europa braucht im Wettbewerb mit China und den USA ein eigenes Innovationsökosystem. Gründer wollen spannende Kontakte, nicht nur Geld. Kluge Talente brauchen Alliierte in der Sache, nicht nur Personal. Geld braucht Visionen. Europa hat dabei einen Vorteil: ökonomische Diversität. Und einen Nachteil: regionale Streuung und nationale Egoismen. Wir werden so ein Ökosystem physisch niemals hinbekommen. So etwas funktioniert nur digital, mit einem europäischen Curriculum für Talente und wenige, eng verwobene Leuchttürme.“:

Wie ein europäisches Innovationsökosystem gelingen kann, diskutierten wir mit Marco-Alexander Breit, Leiter Stabstelle Künstliche Intelligenz im Bundeswirtschaftsministerium. 

Das ist nur eine kleine Auswahl an Top-Storys 2021.

Diese Geschichte liegt mir sehr am Herzen:

https://www.digital-x.eu/de/magazin/artikel/dx-redaktion/spracherkennung-ki

Zählt zu den Lieblingsstorys: Ohne Hofrat von Kempelen kein #Alexa – Über Wundermaschinen im Wien des 18. Jahrhunderts

Wird über Sprachautomatisierung debattiert, fallen sicherlich jedem Konsumenten sofort eine Reihe nerviger Ansagetexte ein, die den Blutdruck in Wallung bringen. Trefflich vor einigen Jahren auf die Spitze getrieben im Werbefilm eines Stromanbieters am Obststand mit dem roboterhaften Verkäufer und seinem Ansagetext: „Interessieren Sie sich für unsere Bananen, sagen Sie ‚Bananen’……“ Dem Stand der Forschung und dem Ansinnen der Wissenschaftler werden die endlos kolportierten Negativbeispiele nicht gerecht. Schon im 18. Jahrhundert war der Hofkammerrat Wolfgang von Kempelen unter Maria Theresia und Joseph II. davon beseelt, eine Sprechmaschine zu erfinden, die dem Menschen nützt: Der aufklärerisch gesinnte Beamte konstruierte einen Apparat, der gehörlose Menschen zur Lautsprache führen konnte.

Die Maschinen-Sprache sollte nicht nur hörbar, sondern vor allem für das Auge verständlich werden. Kempelen äußerte sich optimistisch, „dass die Maschine ohne sonderliche Kunst mit Tasten, wie ein Klavier oder eine Orgel einzurichten wäre, dass Spielen auf derselben, gegen die dermalige Art Jedermann viel leichter fallen würde“, berichtet 1792 das „Magazin für das Neueste aus der Physik und Naturgeschichte“ (Band 8, Seite 101). 

Auf Digital X ausführlich nachzulesen.

Strategie als Subversion #NEO21x @DrLutzBecker1

Strategie als Subversion? Das ist ganz nach meinem Geschmack. Klingt wie Machteliten-Hacking.

Erläuterungen von Professor Lutz Becker, Studiendekan der Hochschule Fresenius in Köln, auf der diesjährigen Next Economy Open #NEO21x:

Hier die komplette Session:

Über achtsamen Ingwertee, offene Innovation, Strategie als Subversion und Gaming zum Aufbrechen verkrusteter Organisationen: Das war die Next Economy Open 2021 #NEO21x

Termin für 2022 steht schon.

Hier mein Rückblick auf die #NEO21x-Sessions:

Hier der chronologische Ablauf der #NEO21x: