Habe die Frage von Deutschlandfunk Forschung ein wenig erweitert. Wer Einfluss auf den Meinungstenor der Bevölkerung hat, kann eben auch auf Wahlen einwirken.
Und zum Resümee mit dem Verweis auf Merkel habe ich auch noch einen kleinen Nachtrag in der Pipeline:
Das Resümee von @F_WalchNasseri nach ihrer Recherche mit @kathrinkuehnk: „Dass Angela Merkel 2013 doch auch Recht hatte, als sie sagte, das Internet sei für uns alle Neuland. Da wurde damals ja drüber gelacht. Aber beim Wissen zu unserem Thema heute ist das jetzt immer noch so.“
Merkel sagte 2010 aber auch das:
“Selbst in den 20 Jahren, in denen ich selbst in der Politik aktiv bin, hat sich das politische Geschäft noch einmal erheblich beschleunigt! Nachrichten werden heute sehr viel schneller alt. Die Vielzahl der Medien, vom Internet bis zu den zahlreichen Fernsehsendern, verlangt von Politikern ein immer schnelleres Reagieren. Früher, als es nur zwei Fernsehsender gab, gab es allein schon eine deutlich geringere Anzahl von Nachrichtensendungen, von anderen Formaten mal ganz abgesehen. Die Menschen unterhielten sich morgens am Arbeitsplatz über die gleichen Themen. Heute wird es durch die Vielzahl der Informationskanäle, und besonders durch das Internet, immer schwieriger, ein Gesamtmeinungsbild zu erkennen”, sagte die damalige Kanzlerin im Interview mit der Illustrierten Bunte (habe mir das erste Mal diese Postille gekauft – schrecklich, werde ich nicht wieder machen, gs).
Durch diesen “sehr großen technischen Wandel” sei es schwerer geworden, “alle Menschen, alle Generationen zu erreichen, denn diese nutzen die einzelnen Medien mittlerweile sehr unterschiedlich”. Erkenntnis der CDU-Politikerin:
“Es gibt nicht mehr nur eine Öffentlichkeit, sondern viele Öffentlichkeiten, die ganz verschieden angesprochen werden müssen.”
Viele junge Menschen informierten sich “ausschließlich über das Internet” – “und das oft sehr punktuell”. Diese jungen Leute erreiche man über Zeitungen oder auch die klassischen Nachrichtensendungen von ARD und ZDF immer weniger. “Mit dieser Veränderung muss die Demokratie in Deutschland und in den anderen westlichen Ländern umgehen lernen.”
Zehn SPD-nahe Wirtschaftsexperten fordern die Bundesregierung zum Kurswechsel auf. Notwendig sei „ein ökonomischer Neustart der Ampelkoalition mit klaren wirtschafts-, finanz- und industriepolitischen Prioritäten im Rahmen einer Wachstumsagenda“, schreiben die Autoren in ihrem Papier. Das meldete der Spiegel und viele andere Medien. Zu den Unterzeichnern zählen der Wirtschaftsweise Achim Truger sowie Peter Bofinger, einer seiner Vorgänger. Auch der ehemalige Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig wirkte mit. „Die Autoren sind allesamt Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats beim Wirtschaftsforum der SPD“, schreibt der Spiegel. Der Standort Deutschland sei „in keiner guten Verfassung“. Um dessen Defizite zu beseitigen, fordern sie die Regierung auf, mehr Geld auszugeben. Der Klima- und Transformationsfonds etwa „sollte eine eigene Rechtspersönlichkeit erhalten, um auf dem Kapitalmarkt das nötige Geld für gezielte Projekte aufnehmen zu können“, heißt es in dem Papier. Das – gerade gestoppte – Wachstumschancengesetz von Finanzminister Christian Lindner (FDP) enthalte einige gute Elemente, etwa die Prämien für klimafreundliche Investitionen. „Allerdings ist das Fördervolumen mit insgesamt sechs Milliarden Euro viel zu gering angesetzt.“
Insgesamt müsse „der Bundeshaushalt 2024 diesen Neustart einleiten und alle rechtlichen und finanziellen Spielräume für die Stärkung von Investitionen, industriepolitischen Projekten und wettbewerbsfähigen Rahmenbedingungen nutzen.“
Einkaufsmanagerindex stürzt ab: Wirklich schlechte Nachricht für die Konjunktur in D wie im Euroraum.👇 Wirtschaftspolitische Konsequenzen: 1.) Weitere Zinserhöhungen durch die EZB wären hochriskant! /1https://t.co/ScNIncqlbA
"Warum zum Teufel nutzen die „Germans“ nicht ihren fiskalischen Spielraum?" Ein Blick aus Sicht der Kapitalmärkte+ d.Auslands auf die deutschen Staatschulden. Sehr spannender und ausgewogener Beitrag von @FWiebe im @handelsblatt!👇 /1 https://t.co/CvIE2KsNBu
Do higher public debt levels reduce economic growth? My meta-analysis is out in the September issue of Journal of Economic Surveys. By analysing 816 estimates, I find – publication bias in favour of negative growth effects – no uniform public-debt-to-GDP threshold
Reinhart/Rogoff (2010) had an impact on the policy debate; policy-makers used their results (threshold in public-debt-to-GDP of 90% beyond which growth slows) to argue for austerity. But what does the evidence tell us about growth effects of higher public debt? /2 pic.twitter.com/Ti9tlyXDQH
Rudolf Hickel hat Recht: Es ist wirklich erstaunlich, dass die soziale Kompensation durch das Klimageld offenbar auf der Strecke bleibt.👇 Stattdessen wird CO2-Preis erhöht, um Klimainvestitionen zu finanzieren. Im Durchschnitt trifft das aber besonders untere Einkommen. /1 https://t.co/YusVraQffK
Wer in politischen, kulturellen oder wissenschaftlichen Kontexten nur seine nationale Brille aufsetzt, über den deutschen Geist von Goethe und Schiller schwadroniert, sein Selbstwertgefühl mit nationalem Pathos tränkt, verkennt, wie international das Weltgeschehen zu allen Zeiten war. So schuf Goethe eine kleine, aber sehr einflussreiche europäische Öffentlichkeit. Er suchte und fand Verbündete für sein weltliterarisches Unterfangen zur Schaffung eines transnationalen Kommunikationssystems. Weltliteratur wird von Goethe nicht als Kanon definiert, sondern als Programmatik zur Überwindung nationaler Verblendung.
Nicht die Lektüre literarischer Werke steht im Vordergrund, sondern die grundlegende Kenntnis der Kulturen anderer Länder. Der Dichterfürst verstand sich als Katalysator zur Herausbildung einer europäischen Leserschaft. Zu seiner Lieblingslektüre zählte dabei „Le Globe“, die sich nationalen Vorurteilen und kulturellen Hegemonie-Bestrebungen entgegenstellte. Sein Anliegen wurde von nationalistischen Bedenkenträgern als undeutsche Gesinnung ausgelegt.
Auch die Architektur von Preußen atmet einen internationalen Geist. Das ist mir beim Flanieren durch Berlin im Frühsommer wieder klar geworden. Da bin ich über das Berliner Bücherfest gestolpert mit einem fulminanten Auftritt des Kunsthistorikers Professor Horst Bredekamp.
Das neue Szenariovorhaben führt die von uns Anfang 2018 veröffentlichten acht Szenarien für Deutschland 2030 fort. Was auch im Foresight-Bereich keine Selbstverständlichkeit ist. Wir halten dabei an unseren drei Grundprinzipien fest: Unabhängigkeit, Zukunftsoffenheit und Beteiligung.Unser neuer Zukunftshorizont reicht jetzt bis 2045. Es ist dasJahr, für das Deutschland sich vorgenommen hat, klimaneutral zu sein. Eine solch weitreichende und ambitionierte Transformation für eine sozial gerechte und klimaneutrale Wirtschaft und Gesellschaft wird nur gelingen, wenn Politik, Unternehmen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam agieren. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, den Zukunftskorridor 2045 mit Szenarien zu vermessen, die eine gelingende Transformation versprechen und deshalb an die Neue Horizonte-Szenarien von 2018 anknüpfen.
Schaltet ein via Livestream auf LinkedIn und Co. oder geht direkt in das Zoom-Meeting von D2030.
In einem Zeitungsinterview äußerte sich Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck trotz schwächelnder Konjunktur optimistisch. „Zurzeit planen etwa zwei Dutzend Unternehmen Großinvestitionen in Deutschland mit einem gesamten Investitionsvolumen von rund 80 Milliarden Euro“, sagte der Grünenpolitiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe.
„Sie wollen hier investieren und werden Wertschöpfung und Arbeitsplätze schaffen.“ In der Summe sind nach Angaben des Wirtschaftsministeriums einige geplante Investitionen enthalten, die noch nicht öffentlich bekannt seien.
Bekannt sind schon jetzt die Planungen der Firmen für Neueinstellungen. Und die stützen den Ausblick von Habeck.
In der Sendung #ZukunftPersonalNachgefragt betont Dr. Annina Hering, Arbeitsökonomin von Indeed, dass wir die Talsohle der Stagnation erreicht haben. Noch im Juni 2023 sei erkennbar gewesen, dass es zu einer deutlichen Abkühlung der wirtschaftlichen Entwicklung komme. Jetzt stabilisieren sich die Stellenanzeigen wieder.
Indeed indexiert und aggregiert Jobangebote von tausenden Karrierewebseiten und einer Vielzahl von Personaldienstleistern und Jobbörsen. Die Analyse von bezahlten und unbezahlten Stellenanzeigen garantiert, dass der Gesamtarbeitsmarkt repräsentiert wird.
Tatsache, Gesetz und Theorie in der Wissenschaft. Eine Tatsache ist eine Beobachtung, die wiederholt bestätigt wurde. Es ist eine Tatsache, dass ein Apfel auf den Boden fällt, wenn man ihn fallen lässt.
Ein Gesetz in der Wissenschaft beschreibt eine beobachtete Regelmäßigkeit, oft mathematisch, aber es erklärt sie nicht. So wie Newtons Gesetz der universellen Gravitation die Anziehung zwischen Objekten mit Masse beschreibt, aber nicht erklärt, warum diese Anziehung auftritt.
Eine Theorie ist eine gut begründete Erklärung für einen Aspekt der natürlichen Welt, die auf Beweisen beruht und durch Tests bestätigt wird. Theorien versuchen zu erklären, warum Phänomene auftreten. In unserem Beispiel als die Frage, warum der Apfel zu Boden fällt.
Einstein erklärte die Schwerkraft mit seiner Relativitätstheorie. Wenn wir Evolutionstheorie sagen, ist das keine spekulative Vermutung. Es handelt sich um eine solide Erklärung, die auf einer Reihe von Beweisen beruht und die Vielfalt und Komplexität des Lebens auf der Erde erklärt. Sie erklärt das „Warum“ hinter der Tatsache der Evolution.
Was bedeutet das für die Geistes- und Sozialwissenschaft?
Da folge ich Karl Popper:
Seine Ansichten betonen die kritische Überprüfung von Theorien und Hypothesen sowie die Fehlbarkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse.
Problem der Induktion
Wissenschaftler nutzen oft die Methode der Induktion, bei der sie von bestimmten beobachteten Phänomenen auf allgemein gültige Gesetzmäßigkeiten schließe. Ein häufig zitiertes Beispiel ist die Schlussfolgerung, dass Schwäne weiß sind, basierend auf der Beobachtung vieler weißer Schwäne.
Solche induktiven Schlüsse, die vom Besonderen aufs Allgemeine gehen, haben laut Popper eine schwache wissenschaftliche Grundlage, da sie anfällig für Fehler sind. Das sogenannte „Induktionsproblem“ stellt die Frage, wie Wissenschaftler von Einzelfallbeobachtungen zu allgemeingültigen Aussagen gelangen können. In öffentlichen Diskursen dominiert der „Einzelfall-Empirismus“ – auch bei Wissenschaftlern. Ich bezeichne das als „Die-Leute-Syndrom“. Schnelle Behauptungen werden im Aburteilungsmodus rausgehauen ohne empirische Grundlage.
Popper argumentiert, dass die Aufgabe des wissenschaftlichen Forschers darin besteht, Sätze oder Systeme von Sätzen aufzustellen und diese systematisch zu überprüfen. In den empirischen Wissenschaften sind es insbesondere Hypothesen und Theoriesysteme, die überprüft werden müssen, indem sie an der Erfahrung durch Beobachtung und Experiment gemessen werden.
Und wie schaut es mit den normativen Fragen aus? Sie befassen sich damit, was sein soll, speziell wie man handeln sollte und welche Werte und Ziele angestrebt werden. Diese Art von Fragen taucht insbesondere in Ethik, Politik, Ökonomie, Recht und Soziologie auf. Das Wort „normativ“ bezieht sich auf einen Maßstab oder eine Norm und wird als eine Art Anweisung betrachtet.
Diese Fragen können sowohl persönlich als auch im geschäftlichen Kontext relevant sein. Beispielsweise kann sich eine Person selbst eine normative Frage stellen, um eigene Ziele festzulegen. Solche Fragen können Motivation und Richtung für Handlungen bieten und den Einzelnen dazu anregen, seine Werte, Überzeugungen und Grundeinstellungen zu überdenken..
Während empirische Fragen und Untersuchungen darauf abzielen, die Welt so zu beschreiben, wie sie ist, konzentrieren sich normative Fragen darauf, wie die Welt sein sollte. Der schottische Philosoph David Hume wies darauf hin, dass es nicht möglich ist, aus Aussagen über das, was ist, logisch abzuleiten, was sein sollte.
Nachholbedarf in Wissenschaftstheorie
Wenn man übrigens die tradierten Ökonomen mit empirischen Methoden in ihrem Modellplatonismus zerlegt, reden sie sich mit Rechenfehlern heraus oder verweisen auf notwendige Vereinfachungen in den Berechnungen.Dahinter stecken Immunisierungsstrategien, um sich einer wissenschaftstheoretisch sauberen Überprüfung zu entziehen. Hans Albert hat das in seiner Schrift „Nationalökonomie als Soziologie der kommerziellen Beziehungen“ ausführlich dargelegt: „Eines der beliebtesten Mittel, ökonomische Aussagen zu tautologisieren und sie damit empirischer Überprüfung zu entziehen, ist die Verwendung der so genannten ceteris-paribus-Klausel. Wenn ein ökonomisches ‚Gesetz‘ unter Anwendung dieser Klausel formuliert wird, dann ist der mehr oder weniger offenkundige Zweck dieser Einschränkung der, dieses Gesetz vor Falsifikation zu schützen. Wenn ein dem ‚Gesetz‘ widersprechender Fall aufgezeigt werden kann, dient die Klausel sozusagen seiner ‚Rettung‘ durch Aufweis eines Faktors, der nicht konstant geblieben ist.“
Man kann normativ, plural oder heterodox unterwegs sein und gleichzeitig etwa in der Bewertung von Szenarien mit statistischen Verfahren arbeiten. Was generell fehlt, ist nach Meinung von Professor Uwe Schneidewind eine Ökonomie, die spannende Fragen stellt. „Das ist der Grund, warum ich gerne an die Uni gehe, weil ich merke: Wow, die behandeln da genau die richtigen Themen, die gesellschaftlich relevant sind. Von dorther wird man dann sehen, dass die Ökonomie automatisch pluraler und sehr viel interdisziplinärer sein muss. Etwa beim digitalen Wandel. Das bekommt man nur in den Griff, wenn ich auch ein technologisches Verständnis habe, wenn ich mich mit den sozialen, gesellschaftlichen, kulturellen Dynamiken auseinandersetze. Dadurch wird das also sehr viel multidisziplinärer und es findet idealerweise auch ein ganz intensiver Austausch mit Leuten statt, die diese Prozesse gestalten. Plötzlich kommen auch Unternehmen und Unternehmer gerne in Unis, um mitzudiskutieren, weil sie merken: Das hilft ihnen.“Das sei heute alles nicht gegeben, weil sich das Fach nur über seine Methode definiert.„Du kannst heute Karriere in dem Fach machen, wenn du die irrelevantesten Fragen ökonomisch sauber behandelst“, kritisiert Schneidewind.
Bonner Sommerinterview mit dem Literaturwissenschaftler Hans Esselborn über das Werk des Science-Fiction-Autors Herbert W. Franke. Sendung im Multistream.
SF-Autor Herbert W. Franke: Von der Gedankenkontrolle bis zur Abschaffung des Zufalls https://t.co/r25RN5WiCl
„Die deutsche Wirtschaft tritt auf der Stelle – und das hinterlässt auch auf dem Arbeitsmarkt deutliche Spuren“, schreibt die FAZ.
Von einem Einbruch sei bislang aber nichts zu sehen, wie aus den am Dienstag veröffentlichten neuen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervorgeht.
„Demnach stieg die Zahl der Arbeitslosen im Juli zwar: um 62.000 auf 2,617 Millionen. Das Plus bewegt sich jedoch in einem Rahmen, der zu Beginn der Sommerpause durchaus üblich ist. Zum Vergleich: Im Durchschnitt der drei Jahre vor der Corona-Krise nahm die Arbeitslosigkeit im Juli um 51.000 zu. Behördenchefin Andrea Nahles – nun seit genau einem Jahr im Amt – verwies in der monatlichen Pressekonferenz in Nürnberg darauf, dass die deutsche Wirtschaft seit drei Quartalen nicht gewachsen sei. ‚Vor dem Hintergrund hält sich der Arbeitsmarkt gut‘, sagte sie. Im Winterhalbjahr war die deutsche Wirtschaft in die Rezession gerutscht, für das zweite Quartal hat das Statistische Bundesamt gerade eine Stagnation vermeldet. Doch auch wenn die Lage insgesamt stabil ist: Die schwache Konjunktur führt dazu, dass sich die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt merklich abschwächt. Das wirkt sich auch auf die Arbeitslosigkeit aus. Diese war im Juli deutlich höher als vor einem Jahr – um 147.000. Rechnet man die Geflüchteten aus der Ukraine heraus, bleibt ein Plus von 124.000. Das Risiko, durch den Verlust der Beschäftigung arbeitslos zu werden, ist nach BA-Angaben weiter niedrig, wird aber etwas größer“, so die FAZ.
Arbeitskräftenachfrage
Im Juli waren 772.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 108.000 weniger als vor einem Jahr. Die gemeldete Nachfrage nach neuen Mitarbeitern ist weiterhin zurückhaltend, auch wenn sich der Bestand gemeldeter Stellen noch auf einem vergleichsweise hohen Niveau befindet. Der BA-Stellenindex (BA X) – ein Indikator für die Nachfrage nach Personal in Deutschland, der neben dem Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen auch den Zugang berücksichtigt – blieb im Juli 2023 unverändert bei 119 Punkten. Damit setzt sich der saisonbereinigte Rückgang der gemeldeten Nachfrage zunächst nicht fort. Im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnet der BA-X einen Rückgang von 15 Punkten.
Einen umfassenderen Überblick über die nicht realisierte Arbeitskräftenachfrage gibt eine repräsentative Betriebsbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zum gesamtwirtschaftlichen Stellenangebot1, die vierteljährlich durchgeführt wird. In der Erhebung werden auch jene Stellen erfasst, die der Bundesagentur für Arbeit nicht gemeldet sind. Angaben des IAB zum gesamtwirtschaftlichen Stellenangebot liegen für das erste Quartal 2023 vor. Im ersten Quartal betrug das Stellenangebot 1,75 Millionen Stellen, das waren 237.000 oder 12 Prozent weniger als im Vorquartal und 8.000 oder 0,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Vom gesamtwirtschaftlichen Stellenangebot waren nach den Ergebnissen der Betriebsbefragung 40 Prozent den Arbeitsagenturen oder Jobcentern gemeldet (Vorjahr: 43 Prozent).
„Aerobes Laufen galt lange Zeit als probates Trainingsmittel gegen Hypertonie. Nun destillierten die Forscher aus 270 Studien mit insgesamt 16.000 Probanden einen neuen Favoriten: das isometrische Training. Mit Übungen wie dem Unterarmstütz – heute besser bekannt als Planke – oder dem Sitzen in der Hocke an der Wand sank der Druck um 8 (oberer Wert) und 4 mmHg (unterer Wert). Mit Ausdauertraining wie Laufen hingegen konnten Probanden ihren Blutdruck durchschnittlich nur um 4,5 und 2,5 mmHg senken. Das als Trainingsmethode in den vergangenen Jahren gefeierte hochintensive Intervalltraining senkte den Blutdruck am wenigsten“, schreibt Harro Albrecht in der Zeit.
Aber Achtung: „Für eine kurze Zeit senkt die Anspannung im Muskel die Durchblutung, deshalb sollten Anfänger nur langsam die Belastung steigern – und dabei das gleichmäßige Atmen nicht vergessen. Die Pressübungen verführen dazu, die Atemmuskulatur ebenfalls anzuspannen, was schon deshalb kontraproduktiv ist, weil dann in die Muskulatur noch weniger Sauerstoff strömen kann“, Immerhin ist der Aufwand für zwei bis vier Mal isometrisches Training pro Woche in den eigenen vier Wänden geringer, als bei jedem Wetter vor die Tür gehen zu müssen. Der Nachteil: Bei den statischen Übungen wird die Koordination der Muskeln nicht trainiert.“
Man kann ja das eine machen, ohne das andere zu lassen.
Rationieren, reduzieren, schrumpfen – Sorgen um die Energieversorgung und die Folgen hoher Gaspreise prägten im Winter 2022/23 den öffentlichen Diskurs in Deutschland. Mitten in diese Zeit fiel die Veröffentlichung des Buches „Das Ende des Kapitalismus“ der taz-Journalistin und Autorin Ulrike Herrmann, das zum Bestseller avancierte. Werden wir durch die Klimakrise gezwungen, die Systemfrage zu stellen? Sind Kapitalismus, grünes Wachstum und Klimaneutralität wirklich unvereinbar? Und ist ein „grünes Schrumpfen“ der Wirtschaft mit der Demokratie vereinbar? Über diese Fragen debattierte Ulrike Herrmann im Rahmen der Freiburger Horizonte mit Lars Feld, Professor für Wirtschaftspolitik an der Universität Freiburg. 00:00 Einführung durch Dr. Arndt Michael (Colloquium Politicum) 06:15 Vortrag Ulrike Herrmann: Warum der Kapitalismus an sein Ende kommt 29:30 Gegenrede Lars Feld: „Der Weg aus der Klimakrise führt über die Marktwirtschaft“ 37:38 Herrmann: „Grünes Schrumpfen ist unumgänglich“ 52:53 Lars Feld: „Über wissenschaftlichen und technischen Fortschritt die Probleme lösen“ 58:35 Diskussion: Ist klimaneutrales über Instrument der C02-Bepreisung möglich? 01:14:16 Klimaschutz geht nur global – aber wie?