Utopien als Spielwiese für unser Denken: Buchneuerscheinung #KönigVonDeutschland

Was würdest du machen, wenn du König von Deutschland wärst? Buchneuerscheinung mit utopischen Gesprächen Bonn/Solingen “Das alles, und noch viel mehr, würd’ ich machen, wenn ich König von Deutschland wär’” räsonierte einst der „Ton Steine Scherben”-Frontmann Rio Reiser (1959-1996). „Uns reizt der anarchistische Unterton dieser Zeile und das im Liedtext vermittelte Gefühl, dass alles doch ganz anders sein könnte, wenn man nur wollte. Es ist dieser Spiegel, den uns Rio Reiser immer wieder vor die Nase gehalten hat. Deshalb wurde diese Zeile Initialzündung des Projektes #KönigVonDeutschland, das zuerst in Form eines Podcast erschien, nun aber aktualisiert und überarbeitet als Buch vorliegt“, so die Herausgeber Lutz Becker und Gunnar Sohn.

Die Utopie beschreibt, um mit Reinhard Pfriem zu sprechen, „kein Land nirgendwo“. „Wir warnen auf unserem Beipackzettel ausdrücklich davor, Utopien als etwas zu betrachten, das man mit allen Mitteln auch umsetzen muss. Im Gegenteil: Eine Utopie soll bleiben, wo sie hingehört, an einem Ort im Nirgendwo. Die Geschichte der Futuristen und anderer ideologischer Gemeinschaften hat gezeigt, dass eine Utopie, die zur Maxime wird, in der bitteren Konsequenz allzu leicht zu Faschismus, Unterdrückung und Gewalt führt. Der Weg in die Hölle ist nicht selten mit guten Absichten gepflastert. Deshalb sollten wir Utopien ausschließlich als Spielwiese für unser Denken betrachten. Nicht mehr und nicht weniger. Wir finden es jedenfalls wie Harald Welzer einfach cool, Utopien zu entwickeln, denn wir brauchen etwas, worauf wir uns freuen können“, so Becker und Sohn.

Die Beiträge des Bandes reichen vom Neoliberalismus im Weltall bis zur Schwarm-Mobilität im Verkehr mit autonom gesteuerten Fahrzeugen. Szenarien für die Zukunft kommen vom Höhlenforscher und Science-Fiction-Autor Herbert W. Franke, vom Wuppertaler Oberbürgermeister Uwe Schneidewind, von der Netzaktivistin Marina Weisband und der Slow-Media-Expertin Sabria David, vom Öko-Unternehmer Jörg Heynkes, von Zukunftsforschern wie Sven Gábor Jánszky und Klaus Burmeister, kritischen Ökonomen und Soziologen wie Reinhard Pfriem, André Reichel, Frank H. Witt und Dirk Helbing, vom kanadischen Techno-Utopisten Chris Smedley, von der Dramaturgin und Autorin Uta Atzpodien und Utopiestadt-Mitgründer Christian Hampe, vom Historiker Torsten Kathke und vom Germanisten Hans Esselborn.

Das Buch können wir gerne in gedruckter Form und/oder als pdf zuschicken. Die Autoren stehen auch gerne für Interviews zur Verfügung.Kontakt: Gunnar Sohn, 0177-6204474; gunnareriksohn@gmail.comVerlag: https://klingen-verlag.de/produkt/koenig-von-deutschland/

Das alles, und noch viel mehr, würd ich machen, wenn ich König von Deutschland wär

Nun gehet hin und bestellet das königliche Opus im Klingen-Verlag 🙂 https://klingen-verlag.de/produkt/koenig-von-deutschland/

“Das alles, und noch viel mehr | würd’ ich machen, wenn ich König von Deutschland wär’” räsonierte einst der „Ton Steine Scherben”-Frontmann Rio Reiser (1959- 1996). Uns reizt der anarchische Unterton dieser Zeile und das im Liedtext vermittelte Gefühl, dass alles doch ganz anders sein könnte, wenn man nur wollte. Es ist dieser Spiegel, den uns Rio Reiser immer wieder vor die Nase gehalten hat: Warum eigentlich? Deshalb wurde diese Zeile Initialzündung des Projektes #KönigVonDeutschland, das zuerst in Form eines Podcast erschien, nun aber aktualisiert und überarbeitet als Buch vorliegt.

Die Utopie beschreibt, um mit Reinhard Pfriem zu sprechen, „kein Land nirgendwo“. Und um es vorweg zu nehmen: Wir warnen auf unserem Beipackzettel ausdrücklich davor, Utopien als etwas zu betrachten, das man mit allen Mitteln auch umsetzen muss. Im Gegenteil: Eine Utopie soll bleiben, wo sie hingehört, an einem Ort im Nirgendwo. Die Geschichte der Futuristen und anderer ideologischer Kollateralschäden haben gezeigt, dass eine Utopie, die zur Maxime wird, in der bitteren Konsequenz allzu leicht zu Faschismus, Unterdrückung und Gewalt führt. Der Weg in die Hölle ist nicht selten mit guten Absichten gepflastert. Deshalb sollten wir Utopien ausschließlich als Spielwiese für unser Denken betrachten. Nicht mehr und nicht weniger. Wir finden es jedenfalls wie Harald Welzer einfach cool, Utopien zu entwickeln, „denn wir brauchen etwas, worauf wir uns freuen können.”

1526 war es der Staatsmann Thomas Morus (1478-1535), der den Begriff der Utopie (griech: oú + tópos, Nicht-Ort) prägte. In seinem Roman „De optimo rei publicae statu deque nova insula Utopia“ (Vom besten Zustand des Staates oder von der neuen Insel Utopia) skizzierte er nicht nur ein vermeintlich ideales Staatsgebilde, sondern es ging ihm vor allem darum, seinen Zeitgenossen ein kritisches Spiegelbild vorzuhalten. Eine Kritik, die ihm nicht nur Freunde bescherte.

Eine Utopie ist Blaupause eines positiven Zustandes in der Zukunft. Sie pointiert den Unterschied zum Hier und Jetzt. Sie stellt die entscheidende Frage, ob nicht alles ganz anders sein kann. So werden Utopien im Idealfall zu Verhandlungsräumen, in der normative, politische und strategische Fragen unabhängig von unmittelbaren Betroffenheiten ausgehandelt werden können.

In der Praxis schlägt die Utopie die Brücke zur Innovation. Sie kann als Projektionsfläche für zukunftsorientierte Politikgestaltung oder als Framework für strategische Entscheidungen im Management dienen, indem sie zu verstehen hilft, welche Entscheidungen getroffen werden müssen, um wünschenswerte Zukünfte zu erreichen.

Leider wird vielfach nicht weitergedacht im Sinne von Reiser: Es gibt eine gute Analyse von Oliver Nachtwey in seinem Buch „Die Abstiegsgesellschaft“. Dort stellt er sich zum Schluss selbst eine rhetorische Frage: Wie kann man die Idee des guten Lebens mit einer Wirtschaft verbinden, die demokratisch gesellschaftlich gesteuert wird, ohne alles autoritär zu steuern oder zu bevormunden – ohne in den Hausmeister-Modus zu fallen. Eine super-spannende Frage.

Folgende Interviews haben wir geführt:

Wer ein Exemplar zur Rezension erhalten möchte, kann mich einfach via E-Mail kontaktieren: gunnareriksohn@gmail.com oder 0177-6204474.

Auf der Next Economy Open am Donnerstag, den 2. Dezember gibt es eine erste Präsentation des Werkes:

Demokratie nach Corona #BonnerTagederDemokratie virtuell mit @LucaSamlidis, Hanna Ketterer, @realM_Gabriel, @beyond_ideology, Hans-Jürgen Urban, Volker Kronenberg

Uns alle treiben viele Fragen um: Was haben wir in den vergangenen Wochen durch Corona gelernt? Wie verändert sich das Verhältnis von Wirtschaft und Staat? Wie leben wir weiter die wichtigen Werte Freiheit und Internationalität? Bleibt die Nachhaltigkeit jetzt auf der Strecke?
Wir diskutieren mit Experten aus Politik und Gesellschaft – und mit euch! Wir treffen uns zu einer digitalen Video-Diskussion auf der Plattform Zoom: Dort könnt ihr Face-to-Face eure Fragen stellen, und in Diskussionen abstimmen. Gleichzeitig wird das Event live auf der Facebook-Seite Bonner Tage der Demokratie übertragen und auf den Seiten von Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) und Konrad-Adenauer-Stiftung.
Seid dabei: Arena-Diskussion – digital: 7. Mai, 19:00 bis 20:30 Uhr
Anmeldung auf: www.demokratie-bonn.de

Ablauf
Ankommen in der Lounge:

Kurzgespräche mit Luca Samlidis, Fridays for Future; Hanna Ketterer, Sozialwissenschaftlerin, DFG-Kolleg Postwachstumsgesellschaften, Jena

Diskussion mit
Maja Göpel, Politökonomin und Transformationsforscherin
Markus Gabriel, Philosophieprofessor, Universität Bonn
Hans-Jürgen Urban, Sozialwissenschaftler, Vorstand IG Metall
Volker Kronenberg, Politikwissenschaftler, Universität Bonn
Moderation: Helge Matthiesen, Chefredakteur General-Anzeiger Bonn/Isabell Lisberg-Haag Trio MedienService (www.trio-medien.de)

Ich selbst werde das Livestreaming, die technischen Vorbereitungen und sonstige Begleitmaßnahmen übernehmen.

Veranstalter: Konrad-Adenauer-Stiftung, Universität Bonn

Man hört, sieht und streamt sich bei den Bonner Tagen der Demokratie 🙂

Die Gabriel-Lesung in der Buchhandlung der Remmel-Zwillinge ist übrigens auf meinem YouTube-Kanal der absolute Renner:

Habt Ihr Fragen zu Caravaning und Nachhaltigkeit? Live-Talk mit Professor Lutz Becker @HS_Fresenius #skplive #CaravanSalon

Liveschalte um 13 Uhr.

Fragen via Facebook-Kommentarfunkton stellen.

Zur Einstimmung auf den heutigen Medientag der Hochschule Fresenius in Köln mit @VBanholzer @kraft_bpb und dem @ENC_Vienna

Materialsammlung für den Workshop:

Statement von Bettina Blass aka @kuechenzuruf – Bildungsreferentin des DJV-NRW, Wirtschaft-verstehen-Bloggerin.

„Der Journalismus ist so schon ok – mit Recherche und Quellenprüfung, Sorgfaltspflicht, Objektivität und Trennung von Anzeigen und Inhalt und so weiter. Die Herausforderung wird sein, diese Tugenden in die Zukunft zu transportieren. Dazu müssen sich meiner Meinung nach die Journalisten verändern, nicht der Journalismus: Sie müssen transparenter arbeiten, zeigen und erklären warum sie was wie machen. Sie müssen sich aber auch ihre Neugierde behalten und technische Neuerungen zumindest testen, bevor sie sie einfach abtun. Sie müssen lernen, ihre Rezipienten auf unterschiedlichen Plattformen anzusprechen: Zeitungsdenken funktioniert auf Snapchat nur begrenzt, digitale Sprachassistenten machen es notwendig, damit zu experimentieren und neue Formate zu entdecken. Und das Ganze funktioniert nicht im Elfenbeinturm vom Schreibtisch aus: Journalisten müssen wieder raus in die Realität und mit Menschen sprechen. Dazu ist Geld nötig: Verlagshäuser und Rundfunkanstalten müssen investieren, damit Innovation geschaffen wird, und die journalistischen Tugenden in der Zukunft über die neuen Kanäle noch an die Leser, Hörer, Zuschauer kommen. Und 2030 ist so weit weg – bis dahin kann es sehr viele neue Technologien geben. Das Smartphone ist erst 11 Jahre alt und schon ziemlich veraltet. Bis 2030 sind es noch 12 Jahre, da kann noch verdammt viel kommen, was eine weitere Revolution für das Mediennutzungsverhalten mit sich bringt.“

Über die Utopie einer redaktionellen Gesellschaft (13:01):

Aussage von Jochen Wegner, Chefredakteur von Zeit Online, vor einigen Jahren bei einem Kongresse des Deutschen Journalisten Verbandes (DJV): Durchwursteln statt bedeutungsschwere Masterpläne zu schmieden sei das probateste Mittel, um in der digitalen Sphäre zu überleben.

In seiner DJV-Rede sieht er das Merkel-Prinzip als den besten Ansatz, wie heute Medien entwickelt werden müssen. Man könne vielleicht ein halbes Jahr weit sehen, aber bestimmt nicht zehn Jahre.

„Alle Masterpläne scheitern permanent“, so Wegner.

Wo die Zukunft der Medien liegen werde, kann er nicht beantworten.

„Ich weiß es nicht. Es passieren gerade so viele Dinge bei der Veränderung des Verhaltens der Nutzer und Leser, dass ich froh wäre, wenn ich wüsste, was wir nächstes Jahr machen“, so Wegner.

Er gab den Teilnehmern die Empfehlung auf den Weg, mehr zu spielen, zu experimentieren und die Dinge, die nicht funktionieren, wieder einzustellen.

Dass Journalismus sich „gar nicht“ ändern müsse, weil Journalismus Journalismus sei, hält der Internet-Vordenker Christoph Kappes für eine Falle:

„In allen Berufen steigen die Ansprüche inhaltlich und methodisch – bei Juristen, Soziologen und Informatikern könnte ich es wohl belegen.“ Inhalte werden spezieller und breiter zugleich. „Man sieht doch heute schon sehr gut, wie schwierig es ist: Cambridge Analytica und Wasserkosten sind zwei aktuelle Fälle“, schreibt Kappes in einem Facebook-Kommentar.

Welche Konsequenzen leiten sich darauf ab, wenn man auf Sicht fahren und dennoch vieles verändern muss:

Kappes bringt den Ausbau von fachlichen Rollen im General-Interest-Spektrum ins Spiel, beispielsweise Tandems mit Experten oder formalisierte Reviews. Da sei noch viel möglich.

Eine veränderte Haltung:

„Journalisten beobachten und beschreiben die Gesellschaft, sie unterscheiden sich von Soziologen nur darin, dass sie weder Theorie formulieren noch Fachsprache formulieren, aber Haltung und Denkweise müssen meiner Meinung nach auf den Prüfstand. Empirie und Beschreibung sind der Königsweg, gefolgt von der Suche nach Mustern. Erst dann kommt Herummeinen.“

Da die Gesellschaft sich zunehmend ohne Massenmedien mit Meinung versorgt, müsse auch hier der Journalismus mit der Zeit besser werden: Einordnung und Bewertung werde immer wichtiger – begleitet von der Einspeisung von historischem, politischem und soziologischem Fachwissen. Also die Rolle des Journalisten als Kurator.

Zudem muss man an der Vielfalt der Formate arbeiten, da sich die Öffentlichkeiten immer mehr zergliedern. Aus Mikro werde Nano. Hier muss man die Theorie der öffentlichen Meinung neu schreiben.

„Daher müssen Journalisten Brücken in andere Bereiche von Öffentlichkeit bauen. Wo man sich heute heraushält, muss man hinein. Das ist eine politische Forderung“, so Kappes.

Das gilt auch für den Überschuss an Meinungen, der in sozialen Netzwerken produziert wird. Mit all seinen negativen Begleiterscheinungen – von Fake News bis zu Hassbotschaften. Auch hier könne der Journalismus mit Kuration und Verdichtung vorgehen.

„Warum nicht mal auf Meinungen im Netz beziehen und diese gegeneinander halten, nach Argumenten suchen und einen Vorschlag machen?“.

Wollen wir auf Facebook über dieses Thema weiter diskutieren? Würde mich freuen.

@VBanholzer zur Zukunft des Journalismus mit einem Ausblick auf das Social Web im Jahr 2030 #Medientag @HS_Fresenius

Vorbereitung auf den Medientag der Hochschule Fresenius:

Interviews auf der re:publica #rp18 #StudioZ #HRFestival

Ist einiges zusammen gekommen:

Onlinespaziergänge für Senioren – Studierende bewerben sich für den Enactus-Cup

Universitäten wollen mit Start-up-Wettbewerben bei jungen Menschen unternehmerische Initiative herauskitzeln, berichtet die Welt und bezieht sich auf den Verein Enactus, den ich kürzlich in einem Livestream näher vorgestellt habe.

„Studierende sollen auf großer Bühne innovative Ideen vorstellen, die einen sozialen Nutzen bieten. Es wird dasjenige Start-up gesucht, das verspricht, mit unternehmerischen Mitteln die Lebensumstände von Menschen zu verbessern“, schreibt die Welt.

Wer die Bühne im Juni in Deutschland in der historischen Stadthalle in Wuppertal rockt, kann seine Idee später in San José vorstellen und den Weltcup gewinnen. Enactus ist ein internationales Netzwerk von Hochschulen, Studierenden und Unternehmen, an dem weltweit inzwischen über 70.000 Studierende teilnehmen und um die besten Ideen wetteifern. Der Wettbewerb liegt Oliver Faber, Studiengangsleiter Medien- und Kommunikationsmanagement an der Hochschule Fresenius für Wirtschaft und Medien in Köln, besonders am Herzen, weil hier mit privater Initiative Gutes bewirkt werden soll.

„Unter den Bewerbern findet sich etwa das Projekt ‚Onlinespaziergang‘, das sich mit generationsübergreifendem, lebenslangem Lernen beschäftigt. Ein Team von Studierenden möchte Senioren die Welt ins Internet eröffnen. Weniger als drei Monate nach der Gründung haben die Entrepreneure bereits Kontakt mit Senioren- und Altenheimen aufgenommen, die an einem Piloten interessiert sind“, so die Welt.

In Bonn-Duisdorf wurde dieses Projekt ausführlich vorgestellt 🙂

Kant, CSR und der Mut zur Transparenz in Unternehmen @HS_Fresenius

Im Aufeinandertreffen von Corporate Social Responsibility (CSR) und Marketing scheint Sprengstoff zu stecken. Wie verantwortungsvoll kann Marketing überhaupt sein? Diese Frage stellen Amit Ray, der im Studiengang Sustainable Marketing & Leadership das Modul Ethik vertritt, und Professor Lutz Becker in einem Beitrag für das von Chris Stehr zusammen mit Franziska Struve bei Springer herausgegebenen Band CSR und Ethik.

„Als Kantianer tue ich mich gerade mit utiliaristischen Ethiken schwer. Vieles von dem, was erfolgreich unter den Stichworten CSR oder Verantwortung verkauft wird, scheint mir jedenfalls eher dazu zu dienen, nicht-ethisches Verhalten zu legitimieren, statt in der Verantwortung auch eine Chance für Innovation und nachhaltiges Business Development zu sehen. Leider, so mein Eindruck, scheinen es auch Teile der Wissenschaft ihrerseits darauf anzulegen, fragwürdige Legitimierungsstrategien der Wirtschaft nochmals zu legitimieren“, so Lutz Becker.

Natürlich ist es nachvollziehbar, dass Marketing darauf abzielt, „alles in einem positiven Licht darstellen,“ wie Amit Ray sagt. Das ist natürlich das Selbstbild und die vordergründige Legitimation von Marketing. Anderseits sollte jedem klar sein, und da hat Amit Ray völlig Recht, dass „Unternehmen nicht zu 100 Prozent nachhaltig unterwegs sein können. Keine Firma kann das leisten.“ Wenn man sich aber positiver darstellt, als man zu leisten in der Lage ist, wird man schnell unglaubwürdig.

„Dass man nicht unbedingt einen Spagat zwischen Marketing und Verantwortung machen muss, zeigen wir anhand zweier Unternehmer, die wir als ‚atypisch‘ dem für uns wenig tragfähigen Narrativ des Ehrbaren Kaufmanns gegenüberstellen“, kommentieren Becker und Ray.

CSR – und zwar ganz im Sinne Kants – drückt sich vor allem in dem unternehmerischen Mut aus, rückhaltlose Transparenz zu wagen, so Becker und Ray. Dann kann man guten Gewissens den Kunden und den anderen Stakeholdern die Entscheidung, was verantwortlich ist und was nicht, selbst überlassen. Mit den beiden Autoren habe ich mich ausführlich unterhalten.

Mit kleinen Schritten die Welt verbessern #Enactus #NetzökonomieCampus in Bonn Duisdorf

Das „Café ohne Wort“, in dem Gehörlose den Service übernehmen, eine App, mit der Analphabeten Lesen und Schreiben lernen können oder Wasserfilter für Dürregebiete in Afrika sind nur einige Beispiele von Projekten, die Studierende auf die Beine gestellt haben. Enactus ist eine gemeinnützige Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, durch Projekte studentischer Gruppen wirtschaftliche Perspektiven für Menschen in Not zu schaffen. In 36 Ländern engagieren sich mehr als 75.500 Studierende an 1.700 Hochschulen bei Enactus. 550 Unternehmen unterstützen das Netzwerk.

Die Projekte werden mit einem unternehmerischen Ansatz durchgeführt: Die Projektgruppen identifizieren Themen und legen Ziele fest, analysieren die Rahmenbedingungen und entwickeln Konzepte. Dabei profitieren die Studierenden auch von den renommierten Enactus-Partnern, die sie beraten und unterstützen. Und alle verfolgen ein gemeinsames Ziel: Menschen in Not zu helfen und mit kleinen Schritten die Welt zu verbessern.

„Durch die Kooperation können unsere Studierenden ihr theoretisches Wissen auch in der Praxis anwenden. Wir alle haben eine Verantwortung für die Gesellschaft und ihre Zukunft. Im Sinne eines ganzheitlichen Bildungsansatzes wollen wir dies den Studierenden auch mit auf den Weg geben“, so Dr. Oliver Faber, Initiator der Kooperation und Studiengangsleiter Medien- und Kommunikationsmanagement.

Am Mittwoch werden Oliver Faber und weitere Experten die diesjährigen Aktionen vorstellen und mit Euch diskutieren. Live ab 19 Uhr.

Einschalten auf Facebook oder hier auf dem Blog anschauen.

Der Webplayer springt pünktlich am Mittwochabend an.

Man hört, sieht und streamt sich.