Fotos im Schuhkarton und die digitale Privatsphäre #Spackeria #ccw12

Hier noch der Impulsvortrag von Spackeria-Bloggerin Julia Schramm auf der Call Center World in Berlin. Der fehlte noch in meinen Blogpostings.

Zur Vervollständigung die Rede des Hamburger Datenschützers Johannes Caspar:

Und das Gespräch zwischen Schramm und Caspar:

Passend zur Thematik die heutige Heise-Meldung: Google führt Dienste trotz Datenschutzbedenken zusammen

Büroarchitekten ignorieren Faktoren für Wohlfühlarbeit #ccw12

Im meinem Beitrag „Über Lichtsuppen, schrumpfende Büros und Lärmstress: Moderne Büros vernachlässigen den Faktor Mensch“ habe ich mich ja schon über die planerischen Mängel beim Bau von Bürogebäuden ausgelassen.

Wenn Architekten und Designer sich in der Bürowelt austoben, bleibt häufig die individuelle Note auf der Strecke: Glasfassade mit Lichtkonzept, Glastische, Glaswände – fehlt eigentlich nur noch das gläserne Klo. Aseptische Arbeitsplätze, die kaum Raum für persönliche Vorlieben lassen. „Denkt immer an die Menschen! Das muss man heute mehr denn je allen zurufen, die Büros planen und einrichten“, fordert Dominic Giesel, Sprecher der Initiative Wohlfühlarbeit. Ruhe, Entspannung, gesunde Atemluft, Wohlbefinden und der Schutz der Gesundheit seien Grundbedürfnisse, die befriedigt werden müssen. „Design und Funktionalität sind bedeutungsloses Beiwerk, wenn Architekten ihre Hausaufgaben nicht machen. Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht“, sagt Giesel im Gespräch mit Service Insiders.

Das gilt für Raumgestaltung, Lärmpegel, Luftqualität, Beleuchtung, Büromöbel, individuelle Gestaltung des Arbeitsplatzes und Bepflanzung. In der Regel achten Bauherren und Architekten wenig auf Kriterien, die für Büro-Mitarbeiter wichtig sind. Dabei müsste man schon bei der Planung entsprechende Expertisen einholen und in das Baukonzept integrieren, statt nachträglich mühsam Schwachstellen zu beseitigen. Unter dem Strich wird das nämlich teurer, wie mir zwei Vertreter der Initiative „Wohlfühlarbeit“ im Interview auf der Call Center World in Berlin bestätigten:

Wie social sind Unternehmen? Im Kundendialog sind sie es nicht #ccw12


Fast die Hälfte aller Internetnutzer (48 Prozent) wünscht nach einem Bericht der absatzwirtschaft ausdrücklich, dass Unternehmen auf die in den sozialen Medien wie Facebook und Twitter geäußerte Kritik an ihnen oder ihren Produkten umgehend reagieren. Mehr als 85 Prozent akzeptieren dies, wie das Marktforschungsinstitut Maritz Research in einer Studie ermittelte. Research Director Oliver Skeide erklärt:

„Anwender, die sich in ihrer Unzufriedenheit der sozialen Netzwerke bedienen, sind offen für einen persönlichen Dialog mit den Unternehmen.“

Genau hierin liege die Chance, sich durch eine aktive Social-Media-Strategie nachhaltig positiv in den Köpfen der Konsumenten zu positionieren – gerade bei enttäuschten Kunden.

„Während also fast jeder zweite Social-Media-User im Falle von Beschwerden eine Rückmeldung gut fände, erhält in der Praxis kaum jemand eine Antwort. 84 Prozent der Befragten geben an, keinerlei Reaktion des betreffenden Unternehmens auf ihre Kritik erhalten zu haben“, so die absatzwirtschaft.

Das verwundert mich nicht. Kaum eine Firma stellt sich auf die neuen Kommunikationswelten im Social Web ein. Das bestätigte mir auch Philipp Kemper von der reqorder GmbH in Berlin. Im Kundenservice wird noch im One-to-One-Modus kommuniziert, auch wenn fast alle irgendeine Social-Aktivität gestartet haben. Für Many-to-Many-Kommunikation fehlen Konzepte. Wie man das ändern kann, erläutert Kemper in einem Interview, das ich mit ihm auf der Call Center World in Berlin führte. Facebook hält Kemper übrigens für den Kundenservice für nicht brauchbar – auch das begründet er in dem Gespräch:

Spackeria trifft Datenschützer #ccw12

So, die Expertenrunde ist zu Ende und ich muss die Videoaufnahme noch verarbeiten. Hier, wie versprochen, noch das Gespräch zwischen Spackeria-Bloggerin Julia Schramm und dem Hamburger Datenschützer Johannes Caspar auf der Call Center World in Berlin. Es fehlte ein wenig das Feuer. Aber das war wohl auch durch die Moderation und die fehlende Einbindung des Auditoriums nicht möglich. In den nächsten Tagen folgen dann noch Berichte über die vernetzte Service-Ökonomie. Warum klassische Call Center den Bach runtergehen – nicht wegen Self Service, sondern wegen der Digitalisierung der Wirtschaft mit völlig neuen Wertschöpfungsmodellen. Dazu dann mehr in meiner Freitagskolumne für den Fachdienst Service Insiders.

Update: Habe gerade festgestellt, dass die Tonqualität der Videoaufzeichnung der Expertenrunde über unsichtbare Servicekommunikation nicht so prickelnd ist. Parallel habe ich ja zur Sicherheit noch auf Audio gesetzt. Das ist gut geworden, wird aber von mir noch bearbeitet, um die Hintergrundgeräusche zu reduzieren. Mache ich morgen in den Abendstunden.