Das Empfinden von Glück dehnt sichauch in unseren Arbeitsalltag aus. Was Gesundheitsthemen im Berufsleben angeht geht weit über den obligatorischen Obstkorb im Büro hinaus. „Corporate Health ist ein vernetztes Thema. Es ist eine kollaborative Aufgabe, die nicht abgespalten von anderen strategischen Themen gedacht und getan werden kann. Die Offenheit und Aufmerksamkeit für den Einzelnen, vielfältige präventive und inklusive Maßnahmen sowie das Gestalten eines gesunden Arbeitsumfelds fördern kreative, produktive und glückliche Mitarbeiter:innen, nachhaltig“, teilt Zukunft Personal im Newsletter mit.
Zum Thema Glück muss man eine Umfrage von Gallup heranziehen: Demnach gaben nur 55 Prozent der Befragten zu Protokoll, sie wollten in einem Jahr noch bei demselben Arbeitgeber sein. 2019 lag dieser Anteil noch bei fast 75 Prozent. In den ersten beiden Coronajahren ab 2020 sank er dann deutlich auf rund 60 Prozent. Wir werden das in dem Format #ZukunftPersonalNachgefragt vertiefen und dazu den Gallup-Studienleiter Marco Nink interviewen. Infos folgen dazu in der nächsten Woche.
Einen kleinen Ausblick auf die Zukunft Personal Nord und Süd könnt Ihr Euch hier anschauen.
Im vergangenen Jahr gab es eine super spannende Gesundheitsrunde auf der Keynote-Stage der #ZPNord.
Und dieses Zitat hat sich bei mir eingebrannt unter der Überschrift: #FitnessUhren#BIOHacking#DrGoogle: Man recherchiert sich krank.
Die Internalisierung externer Effekte, wie man im Ökonomendeutsch so schön sagt, ist die Essenz der Umweltökonomie – von der Verpackungsverordung (jetzt Verpackungsgesetz und bald wieder eine EU-Verordnung) bis zur Reduktion der CO2-Emissionen. Ob das jetzt um Atommüll oder um das fossile Energiesystem geht – es werden Gewinne privatisiert und Umweltkosten auf die Allgemeinheit abgewälzt. Dieser Fehlallokation kann deshalb nur durch eine konsequente Strategie der Kosteninternalisierung wie der CO2-Bepreisung begegnet werden. Fragt man nach den richtigen Instrumenten, trennen sich die Wege der Wissenschaftler.
Beim Klimaschutz besteht die Gefahr, zu einseitig auf E-Mobiltät zu setzen und andere Konzepte zu vernachlässigen. Anspruchsvoller Klimaschutz im eigenen Land sei aber nur dann sinnvoll, wenn alle Staaten der Welt in gleicher oder ähnlicher Weise tätig würden, weil es ansonsten zu Wettbewerbsverzerrungen, Ineffizienzen und Trittbrettfahrer-Verhalten komme.
Das Problem liege in der einseitigen Begründungsstruktur dieser Chancen-Erzählungen, moniert der Nachhaltigkeitswissenschaftler Reinhard Loske. „Sie klammert zu vieles aus, etwa die Tatsache, dass die allumfassende ökonomische Steigerungslogik und der Konsumismus die technischen Effizienzgewinne samt und sonders wieder auffressen (‚Rebound-Effekt‘), weshalb es insgesamt nicht zu einer relevanten Reduzierung der Umweltprobleme kommt. Auch auf Fragen der Gerechtigkeit und der demokratischen Kontrolle wirtschaftlicher Macht gibt das Konzept der ‚grünen Märkte‘ keine Antworten. Es springt vor dem Hintergrund der sozial-ökologischen Herausforderungen und ihrer gewaltigen Dimension einfach zu kurz und kann bestenfalls als halbierte Ökologiepolitik beschrieben werden.“
Beim Glühbirnen-Verbot freute sich zu erst einmal die Industrie über höhere Margen beim Verkauf der Energiesparlampen. Der Effekt von Energiesparlampen hat schon bei der Einführung der Glühbirne nicht geklappt. Vor über hundert Jahren wurde die Glühbirne mit Wolframfäden als Wunder der Effizienz gefeiert. Die neuen Glühbirnen verbrauchten nur ein Viertel so viel Strom für dieselbe Leuchtkraft wie die alten Birnen mit Kohlenstoff-Fäden. Zwischen 1920 und 2000 stieg die Effizienz der Straßenlaternen um das Zwanzigfache – von 10 auf 200 Lumen pro Watt. Die Beleuchtungsdichte (Lumen pro Straßenkilometer) nahm aber um mehr als das Vierhundertfache zu. Pro Kilometer Straße wird heute zwanzigmal mehr Strom verbraucht. Verhaltenseffekt: „Ich habe ja eine Energiesparlampe – also kann ich sie länger brennen lassen”. Das wäre ein direkter Rebound-Effekt. Der indirekte Rebound. Der Energieverbrauch sinkt tatsächlich – ich spare Geld.
Aber dieses Geld gebe ich wieder für etwas anderes aus, das ebenfalls Energie verbraucht. Wer dank besserer Isolation seines Hauses tausend Euro im Jahr spart, fliegt mit der gesparten Kohle häufiger in die Ferien. Oder: Was ich an Energie spare, was also zu sinkender Nachfrage und sinkenden Preisen führt, verbraucht ein anderer.
Gleiches wird mit E-Autos geschehen, die im gleichen Stau wie die Verbrenner stehen. An den Pendlerströmen ändert sich nichts. Wer mit gutem Öko-Gewissen durch die Gegend kutschiert, wird eher ein Sahnehäubchen drauf packen. Wie wäre es mit einer Tesla-Fahrt ans Nordkap? Oder neben den drei Fahrzeugen, die mit Verbrenner fahren, einfach ein kleines schnuckliges E-Autolein dazu kaufen für Wege unter 5 Kilometer. Beispielsweise zum Biosupermarkt. Immer sehr spannend, sich den Parkplatz dieser Tempel für den guten Konsum anzuschauen.
Arbeit dezentral zu organisieren, um die Pendlerströme radikal zu reduzieren, steht nach wie vor nicht oben auf der Agenda von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.
Wie kann man die unerwünschten Nebeneffekte von politischen Maßnahmen reduzieren? Auf die Trittbrettfahrer-Problematik beim Grünen Punkt gehe ich hier nicht mehr ein, dat könnt Ihr auf ichsagmal.com hoch und runter lesen. Also das Free-Rider-Problem.
Winfried Felser hält es für eine Illusion, dass der Mensch deterministisch auf Basis von Kontrakten und Gesetzen perfekt funktioniert. Er verweist auf eine „Ökonomie als Wissenschaft der leidenschaftlichen Interessen“, die von Bruno Latour und Vincent Antonin Lépinay mit Bezugnahme auf den Kriminologen, Soziologen und Sozialpsychologen Gabriel Tarde beschrieben wird. Vielleicht seien es ja gar nicht der Unterbau und die Produktionsverhältnisse, die die Ökonomie und die Gesellschaft bestimmen, sondern die Ideen, der „Überbau“ – wie es der Suhrkamp-Verlag in der Vorstellung des Buches auf der eigenen Website formuliert.
Nichts sei in dieser Ökonomie objektiv, alles ist subjektiv. „Die Ideen und die Leidenschaft für Ideen oder auch der schöpferisch neu entstehende Sinn regieren die Welt. Mit Tarde stellen Bruno Latour und Vincent Antonin Lépinay natürlich Karl Marx, aber auch Feuerbach und die ‚Materialisten‘ und ‚Rationalisten‘ in den Schulen des Ökonomischen von den Füßen auf den Kopf. Dass der verstorbene Soziologe und Philosoph Latour der Begründer der Akteurs- Netzwerk-Theorie ist, ist ebenso wenig verwunderlich wie sein Engagement für die Erforschung der kreativen Wissenschaft. Beides gehört als Erklärungsansatz und Anwendungsbereich in diesen Kontext einer neuen Logik, die auch Leidenschaften kennt“, so Felser in einem Beitrag für das New-Management-Format des Haufe-Verlags.
Der unermüdliche Netzwerker Felser bringt den Deloitte-Vordenker John Hagel ins Spiel, der den narrativen Faktor für die Ökonomie betont: Erzählungen liefern den Kontext und das gemeinsame Ziel, das andere in die Bewegung hineinzieht und sie motiviert sowie konzentriert hält, während sie mit den unzähligen unerwarteten Hindernissen umgehen, die einer Veränderung im Weg stehen.
Über all das sollte debattiert werden ohne aktivistische Note: Möchte man neue Themen aufspüren oder lieber missionarischen Eifer an den Tag legen? Das untersuchte vor 35 Jahren die Wissenschaftlerin Renate Köcher in ihrer Dissertation an der Uni München unter dem Titel „Spürhund und Missionar“. Es geht dabei um eine vergleichende Untersuchung über die Berufsethik und das Aufgabenverständnis im britischen und deutschen Journalismus. Ableitungen sind aber auch für Wissenschaft, Gesellschaft, Politik und Wirtschaft in unseren Tagen sehr interessant. In öffentlichen Auseinandersetzungen ging und geht es in Deutschland nicht in erster Linie um ein Pro-und-Contra-Theater mit einem Überschuss an Aburteilungen: Es dominiert die Parteinahme. Schon direkt nach Aufhebung der staatlichen Zensurbestimmungen 1848 entwickelte sich die deutsche Presse zu einer auf die Beeinflussung und Lenkung der allgemeinen Urteilsbildung bedachten Meinungsmaschinerie.
Die publizistischen Organe verstanden sich nicht in erster Linie als Informationsübermittler, sondern als engagierte Verfechter politischer und weltanschaulicher Positionen. Das Selbstverständnis als Bannerträger politischer Positionen ließ Bemühungen um Objektivität und zurückhaltenden Skeptizismus kaum zu. Die reine Meinungsäußerung stand im Vordergrund und nicht so sehr die Mitteilung von Tatsachen. Die Konsequenzen sind heute im Social Web jeden Tag zu beobachten: Die nüchterne oder sachliche Nachricht wird wenig geschätzt. Sie werden von den Algorithmen von Twitter und Co. auch nicht belohnt. Differenzierte Recherchen und die Untermauerung von Argumenten durch Fakten genießen weniger Anerkennung als Gesinnungsgesänge. Die Folgen sind gravierend: Fakten stören eher den missionarischen Eifer. Die Versuchung ist also groß, nicht nur die Recherche und Faktenvermittlung zu vernachlässigen, sondern sie nur selektiv zur Unterstützung der eigenen Linie einzusetzen.
Klagen über verzerrende Berichterstattung, die die Nachricht bewusst nur zur Stützung des eigenen Standpunktes einsetzt, sind seit dem 19. Jahrhundert ein Dauerbrenner in der Öffentlichkeit.
„In Deutschland wird die Nachricht in ungeheuer vielen Fällen nur veröffentlicht, um ein Urteil zu stützen; sie wird für einen politischen Zweck ausgespielt und zu diesem Zweck sehr häufig vergewaltigt“, klagte Wilhelm Schwedler, Chefredakteur der Nachrichtenagentur Transocean im Jahr 1927.
Die Schwelle zu Fake News überschreitet man da sehr schnell. In England stand ein anderes Ideal im Vordergrund. Man baute auf die Urteilskraft des Individuums. Jeder sollte sein eigenes Urteil bilden können durch freie Zugangschancen zu allen Informationen und Meinungen. Die Werke „Areopagitica“ von John Milton und „On Liberty“ von John Stuart Mill seien eindrucksvolle Deklarationen wider jede geistige Bevormundung; „ihre Überzeugung, dass für die Meinungsbildung der Gegensatz der Standpunkte wichtig, die falscheste und minderwertigste Ansicht zu kennen genauso notwendig sei wie die zutreffendste, wertvollste Einschätzung, entzieht einem einseitig selektierenden Journalismus die Begründung“, schreibt Köcher in ihrer Dissertation. Gesinnungsbekundungen vertiefen die Gräben und stärken die radikalen politischen Kräfte. Mehr Gelassenheit im Geiste von Milton und Mill in der Netzkommunikation wäre wünschbar.
Seit Jahrzehnten wird uns von Beratern sowie selbst ernannten Vordenkern aus Politik und Wirtschaft eingehämmert, dass wir in einer „nachindustriellen Gesellschaft“ leben. In den achtziger Jahren kam die „Informationsgesellschaft“ auf und seit den neunziger Jahren sprechen wir von der „Netzwerkgesellschaft“. So weit, so gut. Aber wie belastbar sind diese Managementphrasen, wenn Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu Unternehmende im Unternehmen „befördert“ werden oder flache Hierarchien fortan gelten sollen? Bullshit im Quadrat ist das.
Was dann als Kritik am Wertesystem der bürokratisch-bürgerlichen Gesellschaft in den späten siebziger Jahren über die Neuen Sozialen Bewegungen forciert wurde, reduzierten neoliberale Strömungen auf eine Demontage des Wohlfahrtsstaates. „Mit völlig verschiedenen Motiven priesen beide Autonomie und Spontanität und lehnten die Disziplin in der hierarchischen Organisation ab. Anstatt Anpassung an vorgegebene Rollen verlangten sie Individualität und Diversität. Experimente, Offenheit für Neues, Flexibilität und Veränderung wurden nun als positiv besetzte Grundwerte etabliert. Beide Bewegungen operierten mit dem attraktiven Begriff der persönlichen Freiheit, wobei die Neuen Sozialen Bewegungen diesen in einem sozialen Sinn als Freiheit der Persönlichkeitsentfaltung und des Zusammenlebens verstanden, die neoliberale Politik ihn hingegen in einem ökonomischen Sinn als Freiheit des Marktes begriff“, kritisiert Felix Stalder.
Flache Hierarchien ohne Freiheitsgewinn
Ein Heer von Managementberatern, Umstrukturierungsexperten und neuen Unternehmern plädiert für flache Hierarchien, Eigenverantwortlichkeit, Innovation und Flexibilität – ohne die Machtstatik auch nur in Ansätzen anzutasten. „Größere Unternehmen wurden restrukturiert, so dass sich ganze Abteilungen als eigenständige ‚profit centers‘ wiederfanden. Dies geschah unter der Maßgabe, mehr Spielraum zu ermöglichen und den Unternehmergeist auf allen Ebenen zur Entfaltung zu bringen mit dem Ziel, die Wertschöpfung zu erhöhen und dem Management bessere Durchgriffsmöglichkeiten an die Hand zu geben“, so Stalder. Sozialstaatliche Absicherung Einzelner hält man für überholt. Kollektive Institutionen, die für eine gewisse Stabilität in der Lebensführung sorgen können, gelten als bürokratische Hindernisse. Um politische Freiheit, soziale Verantwortung und Autonomie geht es den Flexibilisierungsideologen ganz und gar nicht. Sie wollen mehr Spielraum für ihre Nasenring-Systeme bekommen.
Indirekte Steuerung
Sie wollen frei und anarchisch ihren Geschäften nachgehen, ohne von öffentlich dokumentierten Regeln, Gesetzen und demokratisch legitimierten Institutionen gestört zu werden. Sie wollen ihren kybernetischen Steuerungsobsessionen freien Lauf geben. Also das, was als digitaler Darwinismus durchs Netz waberte. Man konzipiert den Menschen – analog zu Tieren, Pflanzen und Maschinen – als einen Organismus, der auf Reize aus seiner Umwelt reagiert. Der Verstand spielt in diesem Modell keine Rolle, relevant ist einzig das Verhalten. „Und dieses Verhalten, so die kybernetische Hypothese, kann programmiert werden. Nicht durch direkten Zugriff auf den Menschen (der wird als undruchdringbare Black Box konzipiert), sondern indirekt, durch die Veränderung der Umwelt, mit der Organismen und Maschinen via Feedback gekoppelt sind. Diese Eingriffe sind meist so subtil, dass sie für den Einzelnen nicht wahrnehmbar sind, weil es nirgends eine Grundlinie gibt, gegen die man die Neigung des ‚Bodens der Tatsachen‘ feststellen könnte“, erläutert Stalder.
Libertär ohne Liberalität
Für den Einzelnen und im Einzelfall seien die Effekte oft minimal. Aber aggregiert und über längere Zeiträume können die Effekte substantiell sein, ohne dass sie deswegen für den Einzelnen feststellbar wären. Es sind kaum bemerkbare Anstubsverfahren, mit denen die Planungsfetischisten vorgehen. Dahinter steht ein libertärer Paternalismus, der die scheinbare individuelle Wahlfreiheit mit einer nicht sichtbaren Autoritätsfigur verbindet. Das Ideal ist die „freiheitliche Bevormundung“, die man im Arbeitsleben jeden Tag erlebt. „Ganz im Geiste der Kybernetik und kompatibel mit den Strukturen der Postdemokratie sollen die Menschen über die Veränderung der Umgebung in die von Experten festgelegte Richtung bewegt werden, während sie gleichzeitig den Eindruck erhalten, frei und eigenverantwortlich zu handeln“, bemerkt Stalder. Das wird mittlerweile auch in der Politik eingesetzt, etwa durch das von dem ehemaligen US-Präsidenten Obama geschaffene Office of Information and Regulatory Affairs unter der Leitung von Cass Sunstein. In Großbritannien nennt sich das Gremium „Behavioural Insights Team“.
Begleitet wird diese unerträglich Gehirnmassage von einem Stakkato aus positiven Floskeln. Das wirkt nicht nur extern lächerlich, sondern auch intern: „Das kann so mit der Realität einer Organisation nicht übereinstimmen. Keine Organisation der Welt ist nur positiv. Deshalb entsteht ein riesiger grauer oder gar schwarzer Bereich an nicht formulierten Negativeindrücken. Und die braucht ein Ventil und das ist der Zynismus“, so der Soziologe Dirk Baecker. Zynismus sei eine Form der extrem intelligenten Beobachtung. Der zynische Kommentar ist in der Regel der letzte Kommentar zu einem Sachverhalt. Vorher schaltet man in den Modus „Dienst nach Vorschrift“ oder reagiert mit innerer Kündigung, was nach Analysen von Gallup bei 85 Prozent der Beschäftigten der Fall ist. „Der Zynismus ist die Form der Rede und die innere Kündigung ist die Form des Handelns“, konstatiert Baecker.
Das gesamte New-Work-Gebrabbel sortiere ich in diesen semantischen Management-Bullshit ein.
Leseempfehlung:
Die von mir beschriebenen Abläufe in Organisationen beziehen sich übrigens nicht nur auf privatwirtschaftliche Organisationen. Auch in NGOs, Parteien, Verbänden, in der Wissenschaft und in Behörden läuft es nicht viel anders. Egal, welche Begriffe gerade wieder durch die Management-Etagen gejagt werden, etwa Adhokratie oder dergleichen, es geht um Macht, liebwerteste ichsagmal.com-Rezipienten. Was hilft? Machtbalance:
In einer Session der Next Economy Open plädierte Patrick Breitenbach im Streitgespräch mit dem Analysten Stefan Holtel für ein Machteliten-Hacking. Man müsse Gegen-Narrative in die Organisation bringen. Die alten Eliten sind von einer Blase der Ja-Sager umgeben. Wie wäre es mit einer subversiven Injektion für kritisches Denken? Der Philosoph Karl Popper hatte eine sehr intensive Beziehung zum Altkanzler Helmut Schmidt. Das habe den früheren Regierungschef in seinem politischen Denken sehr stark geprägt.
„Popper war indirekt ein Hacker der politischen Elite“, bemerkt Breitenbach. Man brauche zudem starke Metaphern, um bei den Entscheidern der Machtelite etwas anzurichten, ergänzt Holtel.
ChatGPT kann auf verschiedene Arten im Wissensmanagement eingesetzt werden, um Wissen zu organisieren, abzurufen und zu teilen. Einige Möglichkeiten sind:
Wissensmanagement-Chatbot: ChatGPT kann als Chatbot programmiert werden, um Benutzern bei der Suche nach relevanten Informationen und der Beantwortung von Fragen zu helfen. Der Chatbot kann auf interne Wissensdatenbanken zugreifen und Benutzern helfen, schnell Antworten auf ihre Fragen zu finden.
Knowledge-Sharing-Tool: ChatGPT kann auch als Knowledge-Sharing-Tool eingesetzt werden, um das Wissen von Mitarbeitern in einer Organisation zu sammeln und zu teilen. Mitarbeiter können Fragen an ChatGPT stellen, und ChatGPT kann die Antworten sammeln und in einer zentralen Wissensdatenbank speichern.
Personalisiertes Lernen: ChatGPT kann auch als Personalized-Learning-Tool verwendet werden, um Mitarbeiter bei der Erweiterung ihres Wissens und ihrer Fähigkeiten zu unterstützen. ChatGPT kann Fragen stellen, um das Vorwissen von Mitarbeitern zu bewerten und personalisierte Lernempfehlungen basierend auf ihren individuellen Bedürfnissen zu geben.
Automatisierte Informationsquellen: ChatGPT kann auch genutzt werden, um automatisch relevante Informationen zu sammeln und zu organisieren. Dies kann beispielsweise durch die Überwachung von RSS-Feeds oder anderen Online-Quellen erfolgen, um wichtige Updates und Trends in einem bestimmten Fachgebiet zu verfolgen.
Soweit die Punkte, die ChatGPT vorschlägt.
Ich selbst realisierte im Wissensmanagement folgendes:
In meiner Zeit bei o.tel.o (als die Firma noch als Firma existierte – heute ist das nur noch eine Marke im Vodafone-Imperium) folgte dann 1997/98 ein Projekt, was es wohl damals so in keinem anderen Unternehmen gegeben hat – sag ich jetzt einfach mal etwas prahlerisch. Als Abteilungsleiter ging mir bereits damals die Haltung des Top-Managements auf den Keks, Mitarbeiter in der Informationspolitik am Nasenring vorzuführen. So glaubte der Vorstand von o.tel.o, mit dem Intranet könne man nur die Botschaften in die Firma streuen, die von der Kommunikationsabteilung zugelassen werden. Dabei hatte ich mit einem Entwicklerteam bereits elektronische Agenten eingeführt, mit dem jeder Mitarbeiter sein eigenes Informationsmenü festlegen konnte – mit
internen und externen Quellen. In Deutschland waren wir wohl die ersten, die dieses System namens „Backweb“ vom Anbieter Autonomy etablierten. Mit der Agententechnologie konnte man nach bestimmten Inhalten im Intranet und Internet suchen sowie Infos automatisch empfangen – dazu gehörten Meldungen von Presseagenturen und Nachrichten-Websites (hört sich heute wie kalter Kaffee an, in den 1990er Jahren waren wir von dem Dienst elektrisiert). Trotzdem wollte die o.tel.o-Chefetage erste Agenturmeldungen über Verkaufsgerüchte, die sich später bewahrheiteten (wir sind an Mannesmann-Arcor vertickt worden), nicht ins Intranet stellen. Begründung: „Das könnte die Mitarbeiter verunsichern.“ Unsere elektronischen Agenten übernahmen den Job und die o.tel.o-Mitarbeiter waren verunsichert, warum die Meldungen nicht direkt von der internen Kommunikation verbreitet und kommentiert wurden. Spätestens am Zeitungskiosk oder in den Abendnachrichten von WDR Aktuell wäre die Belegschaft mit den Gerüchten konfrontiert worden. Da ist es wohl besser, die eigenen Leute vorher in Kenntnis zu setzen und qualifizierte Stellungnahmen des Top-Managements abzugeben. Daran hat sich nicht viel geändert. Wer mit dem Taktstock in der Netzkommunikation agiert, bekommt wenig Resonanz im Social Web. Das gilt für das externe und interne Publikum.
Ich glaube nicht, dass 1997 oder 1998 zumindest in Deutschland in anderen Organisationen ein ähnliches Projekt realisiert wurde.
Bei der Entwicklung von Impfmitteln und beim Bau von Flüssiggas-Terminals hat der Staat ja bewiesen, in kurzer Zeit wirtschaftliches Handeln in wichtigen Fragen anzuschieben, Nachfrage zu garantieren und Bürokratie-Hindernisse aus dem Weg zu räumen.
Dennoch gilt das, was ich in meiner New-Management-Kolumne geschrieben habe: In Deutschland wäre es so wichtig, wenn nur in Ansätzen der unternehmerische Staat realisiert werden könnte, wie ihn die Autorin und Wissenschaftlerin Mariana Mazzucato skizziert hat. Etwa im Klimaschutz oder in der Verteidigungspolitik. Regierungen sollten einen Wandel herbeiführen – und zwar nicht, indem sie kleinkariert herumpfuschen, um kurzfristige Lösungen zu finden, sondern indem sie ihre Investitionskraft besser nutzen, fordert Mazzucato. Der staatlich-bürokratische Komplex in Berlin ist für so etwas zur Zeit nicht in der Lage.
Etwa beim Freiheitsgesetz für die Agentur von Sprunginnovationen. Rafael Laguna de La Vera hat das gut auf den Punkt gebraucht beim #ZukunftstagMittelstand in Berlin: „Wir müssen neue Wege in der Umsetzung von öffentlichen Mitteln gehen. Wir müssen Zuwendungen anders machen.“ Der Entwurf für das Freiheitsgesetz ist immer noch nicht im Kabinett abgestimmt worden – so meine Information. Es wird Zeit, liebes BMWK.
Generell sollten wir über unsere Innovationskultur in Deutschland nachdenken.
Dazu schreibt ChatGPT: Der Text diskutiert die Bedeutung eines unternehmerischen Staates, wie er von der Autorin Mariana Mazzucato beschrieben wird, und argumentiert, dass Deutschland sich in diesem Bereich verbessern könnte. Es wird betont, dass Regierungen einen Wandel durch Investitionen und strategischen Weitblick herbeiführen sollten, anstatt nur kurzfristige Lösungen zu suchen. Es wird auch darauf hingewiesen, dass China und die USA in der Umsetzung von Plänen viel konsequenter sind als Deutschland. Der Text fordert eine Innovationspolitik, die Individualität, Partizipation und Ideenvielfalt fördert und betont, dass solche Innovationen nur in einer liberalen demokratischen Ordnung gedeihen können.
Wie findest Du diese Kolumne?
Als künstliche Intelligenz habe ich keine Meinung im menschlichen Sinn. Aber ich kann Ihnen sagen, dass der Text von Gunnar Sohn eine kritische Betrachtung der Innovationspolitik in Deutschland und anderen Ländern bietet. Er hebt hervor, dass der unternehmerische Staat nur dann erfolgreich sein kann, wenn er Liberalität und Freiheit fördert, anstatt sich in bürokratischen Hindernissen zu verfangen. Der Autor lobt die Skizze des unternehmerischen Staates von Mariana Mazzucato und fordert, dass Regierungen ihre Investitionskraft besser nutzen und strategischer vorausschauen sollten, um ihre Ziele zu erreichen. Er kritisiert auch die Innovationspolitik in Deutschland und betont, dass Fachkompetenz in Entscheidungsprozessen wieder eine größere Rolle spielen sollte. Schließlich verweist der Autor auf die Bedeutung einer Politik, die Individualität, Partizipation und Ideen-Vielfalt fördert, um Innovationen anzustoßen.
Wie geht die KP China mit Internet-Unternehmern um?
Die KP China geht oft sehr hart gegen Internet-Unternehmer vor, insbesondere wenn diese als politische Bedrohung wahrgenommen werden. In den letzten Jahren hat die Regierung eine massive Kampagne gegen die Tech-Industrie und ihre Führer wie Jack Ma, den Gründer von Alibaba, gestartet. Die chinesische Regierung hat Ma mehrmals öffentlich kritisiert und untersucht, und seine Unternehmen sind gezwungen, sich an strenge Regulierungen zu halten. Einige Kommentatoren argumentieren, dass diese Kampagne Teil eines größeren Trends ist, um die Macht und den Einfluss von Unternehmern in China einzuschränken und die Kontrolle der Regierung über den Wirtschaftssektor zu stärken. Es ist wichtig anzumerken, dass diese harten Maßnahmen nicht nur auf Internet-Unternehmer beschränkt sind, sondern auch auf andere Sektoren wie die Immobilienbranche und Finanzdienstleistungen angewendet werden.
Und in meinem Text schreibe ich:
Wie gut ist China noch? Angeblich werden wir vom Reich der Mitte bei Digitalisierung, E-Mobilität und KI-Forschung überrollt. Da überschätzen Harhoff und der ehemalige FDP-Bundestagsabgeordnete Thomas Sattelberger die Innovationskraft der kommunistischen Staatsbürokraten in Peking. Das hat der Sinologie-Professor Daniel Leese bei einer Tagung der Carl-Friedrich-von-Siemens-Stiftung gut zum Ausdruck gebracht. Es ging um Alexis de Tocqueville und den Meisterdenker der KP-China Wang Huning. Der Modernisierungspfad sei eher die Schwäche des chinesischen Staates, sagt Leese: „Die Innovationskraft der Unternehmerinnen und Unternehmer entfaltete sich in einem eher schwachen regulatorischen Umfeld, die die Politik der 1980er und 1990er Jahre maßgeblich geprägt hat.“
Für den im vergangenen Jahr verstorbenen Science-Fiction-Autor, Physiker, Multimedia-Künstler und Höhlenforscher Herbert W. Franke erscheint ein Erinnerungsband. Ich darf auch einen Beitrag beisteuern. Er beginnt wie folgt:
Herbert W. Franke hat sehr früh erkannt, wie technische Innovationen zu totalitären Tendenzen führen können. Franke ging es darum, Konflikte zu beschreiben, mit denen man ernsthaft rechnen muss. Hier sah er eine wichtige Rolle der Science-Fiction-Literatur. Die Autoren sollten sich im Klaren darüber sein, was sie eigentlich schreiben und welche Themen sie behandeln. Sein Rat: Wir sollten darüber nachdenken, welche technische Möglichkeiten vernünftig angewandt werden können und bei welchen eine besonders große Gefahr besteht, dass sie missbraucht werden können. Franke wollte nicht nur reine Unterhaltung bieten: Er wollte kritisches Denken fördern.
In seinen Romanen hat er sich mit Phänomenen beschäftigt, die heute ganz oben auf der politischen Agenda stehen. Wenn es um Information, Kommunikation und virtuelle Welten geht, entsteht das Fundament für Fälschungen, für Verzerrungen, für eine Umgestaltung der Wirklichkeit. Was wir heute als Fake News bezeichnen, hat Franke bereits in den 1970ern beschrieben, auch mit Rückgriffen auf die Kybernetik, die zu fragwürdigen Entwicklungen führte…..
Mehr wird nicht verraten. Da müsst Ihr den Erinnerungsband kaufen. Franke war für mich ein großes Vorbild. Die Interviews zählen zu den Höhepunkten meiner publizistischen Arbeit.
Bei der Abfassung des Buchbeitrags erreichte mich die Nachricht vom Tod des ZKM-Chefs Peter Weibel. Er war ein enger Freund, Begleiter und Förderer von Franke.
China und die USA seien in der Umsetzung einmal gefasster Pläne viel konsequenter als wir – da wird zügig gehandelt, sagt der Innovationsforscher Dietmar Harhoff im Interview mit dem Berliner Journalisten Manfred Ronzheimer. „Wir schreiben eine Legislaturperiode lang an Strategien und wundern uns nach drei Jahren, wenn der Wahlkampf wieder beginnt, dass nichts geschafft wurde. Unsere Forschungs- und Innovationspolitik ist blockiert. Strategische Vorausschau gibt es fast nicht oder wird durch ritualisierte Forecasting-Übungen ersetzt. Aber selbst die Ergebnisse und Informationen, die bei den Regierenden ankommen, werden entweder nicht wahrgenommen oder nicht zur Umsetzung gebracht.“
Forschungs- und Innovationspolitik sollten weitgehend aus einer Hand, sprich einem Ressort kommen. Natürlich sei Innovation ein Querschnittsthema, aber es muss thematisch von einem Ressort geführt werden.
„F&I-Politik muss agiler erfolgen, sie muss strategischen Weitblick zeigen, sie muss experimentieren können. Vor allem müssen wir Fachkompetenz in die Entscheidungsprozesse zurückbringen. Ich denke, dass das mit dem Agenturansatz möglich ist. Wir sollten auch darüber nachdenken, wie in den USA und Großbritannien ein Council of Scientific Advisors direkt im Kanzleramt einzurichten. Angela Merkel hatte einen direkten Zugang zur Wissenschaft – das ist jetzt nicht mehr gegeben, bei aller Offenheit für die Themen Wissenschaft und Innovation im Kanzleramt. Dort sollte die Stimme von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern direkt gehört werden können“, so Harhoff. Letzteres ist mir aufgefallen beim letzten Forschungsgipfel unter Beteiligung von Angela Merkel.
Aber wie gut ist China noch? Da überschätzt Harhoff die Innovationskraft für kommunistischen Staatsbürokraten in Peking. Das hat der Sinologie Professor Daniel Leese bei der Tagung der Carl-Friedrich-von-Siemens-Stiftung gut zum Ausdruck gebracht. Es ging um Alexis de Tocqueville und den Meisterdenker der KP-China Wang Huning. Wir sollten uns eher an Tocqueville orientieren. Er ist der wahre Meisterdenker für Innovationen. Wir sollten den Staatsbürokraten eher mißtrauen.
Wir betrachten das Geschehen immer noch nach der Logik der Industrieproduktion. Das ist ein Kardinalfehler. Anwendungen werden wichtiger als Produkte, sagte vor Ewigkeiten der Schweizer Systemarchitekt Bruno Weisshaupt. Es sind Anwendungen, die sich direkt an den spezifischen Anforderungen des Menschen ausrichten: “Dieser Ansatz führt vom Produkt weg zur Applikation als Angelpunkt zukünftigen Erfolgs, oder anders formuliert: Es wird immer weniger darum gehen, technisches Gerät zu besitzen, und immer mehr darum, Dienste zu nutzen, on Demand, individuell zugeschnitten, komfortabel und einfach im Handling.“ Da hat er vollkommen recht.
Das klassische Lösungsdenken der Ingenieure reiche nicht mehr aus: „Die meisten Unternehmen erreichen ihre Identifikation durch den Erfolg von Produkten der Gegenwart. Dieses Status-quo-Denken ist aber eine Barriere. Wichtiger ist ein offenes Denken auf der grünen Wiese. Diesen Klimmzug schaffen nur wenige“, erläutert der Schweizer Systemarchitekt.
Deshalb spricht er auch von der Notwendigkeit von Systeminnovationen und der Orientierung an den Bedürfnissen von vernetzten Kunden, die Apple perfekt bedient: „Das Systemdenken muss sich von Produkten abkoppeln. Produkteigenschaften und Dienstleistungen müssen als Ganzes betrachtet werden, um die Erfüllung von Kundenbedürfnissen zu erreichen“, so Weisshaupt.
Der Nutzen eines Produktes ist entscheidend. Gerade im beruflichen Umfeld gibt es sehr interessante Konzepte für On-Demand-Angebote – vom eBike bis zum Smartphone. Siehe auch das Interview mit Christin Wehrstedt von everphone auf dem Zukunftstag Mittelstand in Berlin:
Ein Innovator zeichnet sich vor allen Dingen durch die Kunst der Kombinatorik aus. Innovationen entstehen eben nicht nur durch Erfindungen. Nachzulesen in: Schöpferische Zerstörung und der Wandel des Unternehmertums – Zur Aktualität von Joseoph A. Schumpeter
Leblose digitale Begriffskaskaden befördern Entscheider in #Politik und #Wirtschaft ins tatenlose Koma. Und das ist schon seit Jahren so. Egal, ob die #Digitalisierung in Koalitionsverträgen, Talkrunden oder von sogenannten Top-Speakern aufgegriffen wird: Digitaler Wandel? Alles nur Gequatsche. Pseudoschlaue Blindfische reden über Künstliche Intelligenz, Disruption, 5G, Content Management-Systeme und das Internet der Dinge. In Wahrheit können sie noch nicht einmal ISDN von DSL unterscheiden oder versagen bei der Bedienung von Redaktionssystemen. Alles schon erlebt. Hauptsache, die Phrasen wirken innovativ. Wenn digitale Idioten auf digitale Idioten in unterschiedlichen Kontexten treffen, kommt Bullshit heraus: Tarnung, Lüge, Angeberei, Täuschung und Leerformeln erzeugen technologischen Schrott. Häufig sitzen auf der Auftraggeber- und auf der Auftragnehmer-Seite solche Hohlköpfe.
Das gilt auch für die Beurteilung innovativer „Hochleistungen“ des Silicon Valley. In ihrem Buch „Wie wir mit Wissenschaft und Technik die Welt wieder in Balance bekommen“ verweisen Thomas Ramge und Rafael Laguna de la Vera auf Untersuchungen des Techniksoziologen Lee Vinsel. Demnach dominiert sogar in den Big-Tech Unternehmen eine pathologische Mischung aus Selbstüberschätzung und Realitätsverweigerung.
Je offenkundiger es werde, dass die großen Innovationssprünge ausblieben, desto stärker drehe das Technologiemarketing den Lautsprecher auf. Man schmeißt dann noch schnell eine vielstellige Summe in die Ads-Maschine, um gegenüber dem Vorstand in neuem Glanz zu erscheinen. Das gilt übrigens auch für das Nachhaltigkeitsmanagement. Häufig bearbeiten die Marketingabteilungen dieses Thema. „Auf ihren Bühnen beherrschen die Innovationsschauspieler ihren Innovationssprech in Perfektion“, schreiben Ramge und Laguna de la Vera. Das Ganze ist nicht nur ermüdend, sondern sogar gefährlich: Das Innovationstheater beschert uns Firmen, die uns schädliche Produkte, Software und schlichtweg Schwindeleien unterjubeln, wie etwa Wirecard.
Zudem lenken die Geschichtenerzähler mit ihren Hyperloops und Superintelligenzen von den wahren Problemen ab. Man braucht sich nur den Zustand der Verkehrsinfrastruktur in den USA anschauen oder unsere Brücken, Schienen und Straßen. Die Schwätzer im Innovationstheater bewirken das Gegenteil ihrer Beschwörungen: Alles bleibt, wie es war. Darauf verweist beim Zukunftsdiskurs der D2030-Initiative. Wer Interesse an wirklicher Veränderung habe, müsse auf ein neues Leistungsbild schauen und nicht einfach an die Stelle alter Routinen neue Dogmen setzen. „Viele beten nach, was andere predigen, statt die Welt mit eigenen Augen und kritischem Verstand verstehen und gestalten zu wollen“, so Lotter, der zu diesem Thema ein Buch verfasst hat. Titel: „Strengt Euch an!“. Wir sollten nicht jenen an den Lippen hängen, die über Technologie schwadronieren, sondern Persönlichkeiten nach vorn bringen, die wirklich Impulse setzen in synthetischer Biologie, in der Chemie, Medizin, Agrarwirtschaft, in der Chip-Entwicklung, Robotik und bei der Anwendung von KI in der Industrie. Wir müssen die echten Innovatoren erkennen und die Schwätzer links liegen lassen. Wer ist wirklich ein Homo Digitalis, der im 21. Jahrhundert Akzente setzen kann?
Wir haben das auf der Next Economy Open intensiv diskutiert mit Rafael Laguna de la Vera von der Bundesagentur für Sprunginnovationen:
Wir brauchen mehr Innovationsdebatten. Hier bahnt sich eine an: