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Notizzettel #Konjunkturprognosen #Wirtschaftspolitik

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Feine Analyse von Gabriel Felbermayr in der Zeitschrift Profil:

Sie haben bereits vor der Pandemie von Deutschland mehr Zukunftsinvestitionen gefordert und auf die hausgemachte Schwäche der Industrie hingewiesen. Was meinen Sie damit? 

Felbermayr:

Die Industrie begann bereits 2017 nachzugeben, das lässt sich am Output und an der Wertschöpfung messen. In Deutschland werden nur noch halb so viele Autos produziert wie vor 2017. Das war schon vor dem großen Hammer der Trump’schen Zollpolitik so, vor dem Ukraine-Krieg und den hohen Energiepreisen. Der Niedergang seit 2017 ist in anderen EU-Staaten nicht beobachtbar, das ist etwas spezifisch Deutsches.

In Deutschland sind private und öffentliche Investitionen seit Jahren schwach, die Brutto-Inlandsinvestitionen vergleichsweise sehr niedrig. 

Wo hat Deutschland am meisten gespart?

Felbermayr:

Der Staat hat mit dem Rasenmäher gespart: Infrastruktur, Schulgebäude, die Ausstattung von Behörden, die Bundeswehr. Und in der Privatwirtschaft hat die Automobilindustrie den größten statistischen Einfluss.

Aber das ist doch verblüffend. Deutschland ist stolz, Autonation zu sein!

Felbermayr:

Das würde man meinen, aber auch hier sind Fehler gemacht worden: Bei den neuen Antrieben etwa ist sehr spät zu wenig gemacht worden. In der Corona-Krise gab es handwerkliche Fehler. Sie haben etwa die Chip-Bestellungen storniert, also Bezugsrechte aufgegeben. Jetzt sind keine Chips mehr da, weil sie anderswo verkauft werden. Das war vollkommen kurzsichtig und ist wahrscheinlich auch aus einem überzogenen Sparwillen heraus geschehen.

Schwächen:

Mit großen Projekten, die nicht klar definiert waren, zum Beispiel die Energiewende. Nach dem Reaktorunglück in Fukushima hat man den Atomausstieg beschlossen, zusätzlich zum Kohleausstieg. Betreffend erneuerbare Energien hat man viel versprochen, nur passiert ist nichts. Nach zehn Jahren ist das Vertrauen verloren gegangen. Man sieht, dass abgeschaltet wird, aber das Einschalten neuer Anlagen nicht vorankommt. In Folge steigen die Energiekosten. Zudem ist die öffentliche Infrastruktur verlottert. Der Investitionsbedarf für die Instandsetzung der Infrastruktur ist gigantisch.

Auch interessant:

Über die Unbenutzbarkeit des Digitalen Staates

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In der Zivilgesellschaft steckt nach Ansicht von Bianca Kastl enormes Potenzial, um gemeinsam mit der Verwaltung die Digitalisierung voranzubringen. Meistens sei es aber so, dass Digitalvorhaben nur aus Sicht der Ämter oder unter Beteiligung wirtschaftlicher Akteure entwickelt werden. „Das führt dazu, dass die Ergebnisse nicht zu den gesellschaftlichen Bedürfnissen passen, nicht von der Bevölkerung angenommen werden oder unbenutzbar sind“, schreibt Kastl, Vorsitzende des Innovationsverbundes Öffentliche Gesundheit, in einem Beitrag für den Tagesspiegel.

„Deutschland, ein Entwicklungsland bei der Verwaltungsdigitalisierung, welches trotz enormer Investitionen nicht vorankommt. Um das zu ändern sind verschiedene Maßnahmen unumgänglich. An erster Stelle steht eine bundesweite Digitalstrategie, die als verbindliche Leitlinie für alle Maßnahmen in Bund, Ländern und Kommunen dient. Vor der Digitalisierung steht ebenso die Transformation der Verwaltung, also eine umfassende Modernisierung. In Deutschland wird nur das Papier im gewohnten Prozess digitalisiert, statt diese für die Digitalisierung zu verbessern oder bei geringem Nutzen ganz zu streichen. Das gescheiterte Onlinezugangsgesetz ist ein unsinniges Unterfangen, bei dem über 500 Online-Formulare als Ziel gesetzt wurden, statt interne Prozesse in der Verwaltung digital zu gestalten“, erläutert Thomas Bönig in seinem Tagesspiegel-Statement. Er leitet das Amt für Digitalisierung, Organisation und IT in Stuttgart, zuvor war er Digitalchef Münchens.

Und Professor Richenhagen sagte im ichsagmal.com-Interview: Im Hinblick auf die Kompetenzen einer digitalen Verwaltung verzeichnet man zur Zeit eine doppelte Kompetenzlücke.

Zum einen fokussieren aktuelle Kompetenzmodelle für E-Government auf IT-Rollen als die für eine IT-gestützte Verwaltungsmodernisierung zuständigen Spezialisten. Unter der Bezeichnung E-Kompetenzen werden hierbei primär spezielle technikzentrierte Kenntnisse und Fähigkeiten betrachtet, wobei Methoden- und Sozialkompetenzen zur Entwicklung und Einführung technischer Lösungen inkludiert werden. Wenig Berücksichtigung finden allerdings digitale Kompetenzen, die auf Fachseite von Verwaltungsbehörden dringend benötigt werden, um unter Betonung von Innovations-, Kollaborations- und Agilitätsaspekten aktiv am fortwährenden digitalen Wandel teilzuhaben und die Digitalisierung der Verwaltung über alle Ebenen und in der gesamten Breite voranzutreiben.

Zur Schließung dieser Lücke schlagen die Autoren dieses Kapitels ein erweitertes Kompetenzmodell für die digitale Verwaltung vor, welches sich als Weiterentwicklung bisheriger E-Government-Kompetenzmodelle unter Integration spezifischer Digitalisierungsaspekte versteht.

Zum anderen lässt sich in den Ergebnissen der Stellenanzeigenanalyse erkennen, dass diese digitalen Kompetenzen in aktuellen Stellenanzeigen für fachliches Verwaltungspersonal mit einer relativen Häufigkeit von unter einem Prozent so gut wie gar nicht nachgefragt werden.

Fachkräfte und Ermöglichungskultur für neue unternehmerische Themen gesucht: Von der Wärmewende bis zu zukunftsfähigen Industrien – Schöne Steilvorlagen von @FuestClemens, Karlheinz Schwuchow und Gerald Haug @Leopoldina für die #ZukunftPersonal #Forschungsgipfel @ZP_Universe

Für #MesseTV und für kuratieren wir relevante Themen für das Personalmanagement.

Hier eine schöne Steilvorlage von Fuest, Schwuchow und Haug. Zudem feines Material für meine New-Management-Kolumne.

Unsicherheit in den Zukünften oder anders ausgedrückt: Wie erlernen wir Zukunftsfähigkeit? #ZukunftPersonal

Pivi Scamperle und Sven Semet über den Thinktank Learning der Zukunft Personal.

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Geopolitische und geoökonomische Strategien: Mittlerweile braucht man nicht nur einen Plan B @GrimmVeronika @derStandardat

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Wie schnell ein Standort zum Problem werden könne, haben Corona und die Lieferkettenthematik und der Krieg eindrucksvoll gezeigt. Das berichtet der Standard und zitiert einen Analysten von EY: „Die Suche nach Absatzmärkten ist deutlich schwieriger geworden“, sagt Gunther Reimoser, Country Managing Partner bei EY.

„Märkte wie Indien kann man als global agierendes Unternehmen nicht ausschließen.“ Mittlerweile brauche es aber nicht nur einen Plan B, wenn sich etwas ändert, sondern auch schon einen Plan C und D.

„Im Moment sieht so aus, als ob eine Krise die nächste jagt: Pandemie, Störungen in der Lieferkette durch Konflikte mit China und der Angriff Russlands auf die Ukraine. In der Multikrise richten Unternehmen ihren Fokus auf externe Faktoren und die neue geo-ökonomische Gemengelage“, sagt der Mind-Business-Studienleiter Bernhard Steimel. Um frühzeitig richtig auf solche Störungen zu reagieren, hat sein Unternehmen einen Trendradar entwickelt:

Das erste Segment ganz links im Trendradar heißt External Effects und steht für alle Trends, die von außen auf das Unternehmen einwirken. Besonders wichtig sind drei Externalitäten, die auf das Unternehmen einwirken. Sie kommen aus der Wirtschaft, der Gesellschaft und der Politik. Letzteres erscheint vor allem als Form von neuen Regulierungen in das Blickfeld der Unternehmen.

New Horizons – In die Zukunft aufbrechen

Das zweite Segment New Horizons widmet sich Trends, die eine strategische Bedeutung für das Geschäftsmodell eines Unternehmens haben. Ganz generell geht es um die Frage: Wofür wird das Unternehmen in Zukunft bezahlt? Die Antwort auf diese Frage erfordert Anpassungen in drei Bereichen, nämlich der Strategie, dem Management (Leadership) und der Unternehmensführung (Governance).

Value Drivers – Wertschöpfung verbessern

Das dritte Segment Value Drivers nennt die wichtigsten Handlungsfelder für Wertschöpfung in einem Unternehmen. Customer Experience, Produkte und die Geschäftsprozesse (Operations) sind die drei hauptsächlichen Handlungsfelder, in denen sich Unternehmen an die Digitalisierung anpassen müssen.

Digital Foundation – die Basis stärken

Das vierte Trendradar-Segment Digital Foundation beschreibt die digitalen Kompetenzen, die in einem Unternehmen vorhanden sein müssen, um die digitale Realität der nächsten zehn Jahre zu bewältigen. Die größten Herausforderungen für die Anpassung der digitalen Basis eines Unternehmens liegen in der Kultur, dem Personal (People) und der technischen Infrastruktur.

Sohn@Sohn diskutierte das mit der der Wirtschaftsweisen Veronika Grimm:

Beim Thema China liegen wohl die Nerven blank:

Wie entwickelt sich die Konjunktur 2023 und 2024? Livetalk am Donnerstag mit dem Wirtschaftsweisen @AchimTruger @SVR_Wirtschaft

Der Ausblick auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland hat sich gegenüber der Konjunkturprognose des Sachverständigenrates vom November 2022 geringfügig verbessert. Zu dieser Einschätzung bin ich ja bereits im Dezember gekommen. Der Sachverständigenrat erwartet 2023 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,2 %

Die kurzfristigen Abwärtsrisiken für das Wachstum haben sich reduziert. Vor allem ist die Unsicherheit über die Energieversorgungslage vorerst gesunken, was zu einem Rückgang der Großhandelspreise für Energie geführt hat. So war der durchschnittliche Preis für Erdgas (EGIX THE) in der ersten Märzhälfte 2023 in Europa mit rund 46 Euro pro MWh rund 80 % niedriger als zum Hochpunkt im August 2022. ZIFFER 8

Nachdem die Inflationsrate gemessen am deutschen Verbraucherpreisindex (VPI) im Dezember 2022 von 8,8 % gegenüber dem Vorjahresmonat auf 8,1 % abgesunken war, lag sie im Januar und Februar 2023 wieder bei jeweils 8,7 %. Die Kernrate des VPI ist im Januar und Februar 2023 mit 5,6 % und 5,7 % gegenüber dem Vorjahresmonat weiter angestiegen. Dies lässt erwarten, dass die Inflation nur allmählich zurückgeht und im gesamten Prognosehorizont weiterhin erhöht bleibt. ZIFFERN 28 F. Der damit einhergehende Kaufkraftverlust belastet die privaten Konsumausgaben. Die fortgesetzte geldpolitische Straffung mit steigenden Zinsen verschärft diese Entwicklung und dämpft zusammen mit der weiterhin hohen wirtschaftlichen Unsicherheit die Investitionen der Unternehmen. Vor diesem Hintergrund erwartet der Sachverständigenrat im Jahr 2024 ein Wirtschaftswachstum von 1,3 %. Für die Inflationsrate in diesem und im kommenden Jahr prognostiziert der Sachverständigenrat Raten von 6,6 % beziehungsweise 3,0 %.

Obwohl sich die Energieversorgungslage vorerst entspannt hat, ist die Energiekrise noch nicht überwunden. Im Winter 2022/23 konnte eine Gasmangellage abgewendet werden, die eine staatlich angeordnete Rationierung erforderlich gemacht hätte. 

Die weggefallenen russischen Erdgaslieferungen konnten zum Teil durch höhere Erdgasimporte aus anderen europäischen Ländern ersetzt werden. Außerdem wurden die Exporte in die Nachbarländer reduziert. Gleichzeitig konnte der Erdgasverbrauch im Jahr 2022 durch Einsparungen bei privaten Haushalten und in der Industrie gegenüber dem Durchschnittsverbrauch in den vergangenen vier Jahren um 14 % reduziert werden (Bundesnetzagentur, 2023a). Dies wurde durch die vergleichsweise milden Temperaturen im Winter begünstigt. In den energieintensiven Industrien trug ein saison- und kalenderbereinigter Rückgang der Produktion um 12,8 % zwischen Januar 2022 und Januar 2023 zu den Einsparungen bei. Da die Großhandelspreise für Energie gemäß den Terminpreisen dauerhaft über dem Niveau der Jahre 2010 bis 2019 liegen dürften (JG 2022 Ziffer 302), zeichnet sich eine vollständige Erholung der Produktion in energieintensiven Industrien nicht ab. Für den Winter 2023/24 besteht für die deutsche Volkswirtschaft zudem nach wie vor das Abwärtsrisiko einer Gasmangellage. ZIFFER 30

Die Verbraucherpreisinflation hat ihren Hochpunkt in Deutschland und vielen anderen fortgeschrittenen Volkswirtschaften wahrscheinlich überschritten. Die im vergangenen Jahr besonders starken Energiepreisanstiege für Verbraucherinnen und Verbraucher dürften durch sinkende Großhandelspreise für Energie gedämpft werden. ZIFFERN 9 UND 16 Die Preise vieler Güter und Dienstleistungen steigen am aktuellen Rand aber weiterhin um mehr als 2 %, das mittelfristige Inflationsziel vieler Zentralbanken. 

Mit einem weiteren Anstieg ist zu rechnen, da die Kosten konsumnaher Produktionsstufen weiter steigen. So stiegen die deutschen Erzeugerpreise für Konsumgüter für den Inlandsmarkt im Januar 2023 um 1,8 % gegenüber dem Vormonat. Die Effektivlöhne dürften in den Jahren 2023 und 2024 um 5,9 % beziehungsweise 4,5 % steigen. Die höheren Arbeitskosten dürften insbesondere bei Dienstleistungen zu steigenden Verbraucherpreisen führen. ZIFFER 28

Der Inflationsausblick lässt für die USA und den Euro-Raum in den nächsten Monaten weitere Leitzinserhöhungen durch die Zentralbanken erwarten.

Insbesondere im Euro-Raum vollzieht sich die geldpolitische Straffung damit stärker, als dies im Herbst 2022 von den Finanzmärkten erwartet und für die Prognose im Jahresgutachten 2022 unterstellt wurde. 

Erste realwirtschaftliche Auswirkungen der steigenden Leitzinsen zeigen sich im starken Rückgang neuer Wohnungsbaukredite an private Haushalte. Deren Volumen lag im Januar 2023 um rund 38,1 % unter dem Vorjahreswert. Die Wirkungen der geldpolitischen Straffung dürften die Verbraucherpreise erst in den kommenden Monaten, wohl aber noch in diesem Jahr, auf breiter Basis erreichen. Im Vergleich zu den USA, wo weiter ansteigende Indikatoren für Konsum und Arbeitsmarkt die Notwendigkeit stärkerer Nachfragereduktion nahelegen, KASTEN 1 dürfte im Euro-Raum eine geringere Nachfragereduktion erforderlich sein, um inflationssenkende Effekte zu erzielen (Koester et al., 2023).

Die weitere Inflationsentwicklung bleibt ein Risiko für die konjunkturelle Entwicklung im Euro-Raum. ZIFFER 12 Sollten die erwarteten Leitzinserhöhungen nicht ausreichen, die Verbraucherpreisinflation auf einen Pfad in Richtung des mittelfristigen EZB-Ziels von 2 % zurückzuführen, könnte eine noch stärkere geldpolitische Reaktion notwendig werden. Damit könnte die Kreditvergabe der Banken sinken, etwa aufgrund einer erhöhten Risikovorsorge oder steigender Kreditausfälle. Zudem könnten die Investitionen der Unternehmen infolge höherer Zinsen sinken. Dies könnte die Wirtschaftsleistung im Jahr 2024 stärker belasten. Die in den vergangenen Wochen zutage getretenen Finanzmarktrisiken erschweren zugleich die Inflationsbekämpfung für die Zentralbank. Dies könnte dazu führen, dass die geldpolitische Reaktion zu gering ausfällt. ZIFFER 10

Was muss jetzt wirtschaftspolitisch getan werden für den Arbeitsmarkt, für den Mittelstand und für die Wettbewerbsfähigkeit der Volkswirtschaft in Deutschland? Wir diskutieren das mit dem Wirtschaftsweisen Professor Achim Truger. Ihr könnt mitdiskutieren hier im Chat oder über die Kommentarfunktionen im Multistream.

Wie werden wir als Vorlesung eine digitale Kommunikationsplattform? Und erweitert: Wie verbessern wir die Wissenschaftskommunikation?

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Aufgaben, die ich weit vor Corona zum Thema eines kompletten Semesters gemacht habe.

Wie entwickelt man eine Community, die in einem stetigen und regen Dialog steht? Wie schafft man virtuelle sowie reale Orte für Gespräche, Debatten, Disputationen und Denkanstöße? Wie greift man Themen auf, wie schaltet man sich in Debatten ein, vertieft Themen, bringt regelmäßig guten Content, verlängert Vorträge, Studien, Events, Seminare, Vorlesungen, Buchbeiträge, Interviews, Blogpostings und dergleichen mehr? Das kann nur gelingen in einer gruppenübergreifenden Zusammenarbeit.

Wie macht man die Aktivitäten der Hochschule sichtbarer? Wie vernetzt man die Plattformen? Wann läuft etwas gut, wann nicht so gut? Zu welcher Uhrzeit müssen wir im Netz aktiv sein? Mit welchen Hashtags punkten wir?

In der Wissenschaftsszene gibt es da noch erheblichen Nachholbedarf. Darauf machte Carsten Könneker in einem Gastbeitrag für den Tagesspiegel aufmerksam:

Forscherinnen und Forscher in Deutschland würden ihr Fachwissen in sozialen Medien deutlich weniger einbringen als ihre Kollegen in anderen Ländern.

„Das gilt auch für die jungen, die Doktoranden und Postdocs. Nur rund ein Viertel von ihnen engagiert sich laut einer aktuellen Studie mit dem eigenen Fachwissen in sozialen Netzwerken; unter ihren Kollegen aus anderen europäischen Nationen ist es knapp jeder Dritte; bei jungen Forschenden aus den USA sind es vier von zehn, bei jenen aus Asien mehr als die Hälfte. Auch beim Hochladen eigener Wissenschaftsvideos und beim populärwissenschaftlichen Bloggen agieren hiesige Jungwissenschaftler zaghafter.“

taz-Redakteur Manfred Ronzheimer stresst dieses Thema nun schon seit Jahren. Er identifiziert ein wichtiges Problem: „Die bisherigen Lösungsansätze sind allesamt auf die professionelle Wissenschaft und ihre Kommunikation konzentriert, beides Nischen in der Gesellschaft und in den Medien. Um breitenwirksamer zu werden, muss diese Pfadabhängigkeit aber durchbrochen werden. Alte Handlungsmuster sind zu überwinden, um zu neuen Kooperationen und Vermittlungsformaten zu gelangen.“

Dabei müsse man nicht das Rad neu erfinden: „Die Wiederentdeckung vergessener Lösungsvorschläge ist ebenfalls ein innovativer Akt. Ein Beispiel sind die Empfehlungen, die von der Expertengruppe ‚Wissenschaft, Öffentlichkeit, Medien‘ (WÖM) der deutschen Wissenschaftsakademien 2017 vorgelegt wurden.“

Was da vorgeschlagen wird, bewegt sich leider etwas im Kreis. Warum wird denn nicht direkt mit digitalen Kommunikationsformaten experimentiert? Wir versuchten das im Sommersemester 🙂 Das war zumindest mein Plan für das Sommersemester 2019. Der Tod meiner lieben Frau am 6. Mai 2019 führte dann dazu, dass ich zwar die Pflichtvorlesungen durchführte, aber eine Fortsetzung meiner Ideen nicht mehr möglich war. Ich beendete meine kurze Laufbahn als Hochschuldozent.

Siehe dazu auch: WIE KÖNNEN ORGANISATIONEN IM NETZ BESSER KOMMUNIZIEREN? RECHERCHE FÜR DIE @HS_FRESENIUS UND FÜR DAS #PRMAGAZIN

shallow focus photography of light bulbs

„Wir haben eine stromfokussierte Energiewende“: Wir brauchen auch eine Wärmewende @AnneWillTalk

huge cooling towers in nuclear power plant
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Da hat Lamia Messari-Becker vollkommen recht.

Etwa bei der Wärmeversorgung. Wenn ich mir da die Wirkungsgrade von Kraftwerken anschaue, dann ist das schlichtweg ein Witz.

Man braucht sich nur die Müllverbrennungsanlagen der Kommunen anschauen, die einem als Anlagen für die Wärmegewinnung untergejubelt werden.

Und das Fachpersonal für die Energie- und Wärmewende fehlt:

Siehe auch:

ABSCHLUSSBERICHT DES KLIMARATS:Sicher ist, so wird das nichts

Fachpersonal gesucht.

Falsche Akzente in der Bildungspolitik und die demographische Lücke auf dem Arbeitsmarkt: Themen im Sohn@Sohn-Newsletter #ZukunftPersonal

Es fehlen Fachkräfte im Handwerk. Es fehlen Menschen für die duale Ausbildung. Und es gibt eine Über-Akademisierung in Deutschland mit vielen Studienabbrechern. Das Handwerk versucht, hier Quereinsteiger zu rekrutieren.

„Wenn zu ständig steigenden Standortkosten noch ein Mangel an Arbeitskräften tritt, ist dies ein weiterer Anreiz, wo immer möglich die Unternehmenstätigkeit ins Ausland zu verlagern. Zwar wird die Arbeitskräftelücke von derzeit knapp 400 000 Personen bis Mitte der 2030er-Jahre wieder auf etwa 100 000 zurückgehen. Dies ist jedoch nur ein schwacher Trost, wenn wir bis dahin einen Unternehmensexodus erlebt haben. Hinzu kommt, dass die Bildungspolitik über Jahrzehnte falsche Akzente gesetzt und die duale Berufsausbildung sträflich vernachlässig hat“, moniert Professor Karlheinz Schwuchow im Vorfeld der Fachmesse Zukunft Personal Nord in Hamburg, die am 18. und 19. April stattfindet.

In jeder Woche: Videonews, Statements, aktuelle Entwicklungen in Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Verbänden. Der Sohn@Sohn-Newsletter.

Von der Cinderella Funktion zum Business-Möglichmacher? Wie entwickelt sich das Personalmanagement? #Notizzettel für das Interview mit Professor Schwuchow – Wichtige Themen vor der #ZukunftPersonal in Hamburg, Stuttgart und Köln

Vorbereitungen auf das Interview mit Professor Karlheinz Schwuchow, Hochschule Bremen. Zitate aus dem Interview mit der Zeitschrift Penso, Januar 2023: Das Business Partner-Modell von Dave Ulrich leitete in den 1990er Jahren eine dritte Phase ein: Der Personalbereich auf Augenhöhe mit dem Management und Mehrwert durch strategisches Personalmanagement lautete die Maxime, die mit der Forderung nach einer stärkeren Einbindung in die Unternehmenstätigkeit und einem besseren Verständnis vom Unternehmensgeschäft einherging.

In vielen Fällen war und ist der Bezug auf das Business Partner-Model in Unternehmen allerdings eher ein Etikettenschwindel, wird doch Personal nach wie vor als ausführende Funktion und nicht als strategischer Partner gesehen. Erst in der Krise, wenn plötzlich Mitarbeitende fehlen oder Organisationen neu aufgestellt werden müssen, zeigt sich der Wert proaktiver Personalarbeit, ist die Personalfunktion als Business Enabler oder auch Steering Partner gefordert.

Zwar sind Begriffe wie Strategic Workforce Management oder Demografie-Management in aller Munde, gehandelt wird aber regelmässig erst dann, wenn der Leidensdruck wirklich gross ist – so wie wir es aktuell erleben.

Durch den Einstieg der Sozialwissenschaftler ins HR bewegte sich die Personalarbeit oftmals in eine eigene Welt. Ein Aspekt dabei ist, dass Sozialwissenschaftler besondere Perspektiven und Kommunikationsweisen haben, die innerhalb einer Unternehmensführung, wo man es eher mit Juristen, Betriebswirtschaftlern und Ingenieuren zu tun hat, zu einem Disconnect führen. Dies ist einer der Gründe, warum HR als Cinderella Function bezeichnet wurde.

Erst in den vergangenen Jahren hat die HR-Funktion dann wirklich strategische Relevanz bekommen – wobei die HR-Arbeit im- mer noch am ehesten dann auffällt, wenn etwas nicht funktioniert: aktuell die Nach- oder Neubesetzung von Stellen. Wenn sich HR als Business-Partner versteht, muss diese Funktion auch die mahnende Stimme in den Geschäftsleitungen sein, um Massnahmen zu initiieren und neue Wege zu eröffnen.

Um wirklich auf strategischer und operativer Ebene mitreden zu können und akzeptiert zu werden, ist eine entsprechende operative Erfahrung notwendig. Ein HR-Kaminaufstieg sollte der Vergangenheit angehören. Dies impliziert eine Rotation in den HR-Bereich hinein, aber auch wieder hinaus.

Ein gutes Beispiel für ein solches Vorgehen bietet seit langem BMW – die aktuelle Personalvorständin Ilka Horstmeier startete nach dem Traineeprogramm als Referentin Personal- und Organisationsentwicklung, sammelte als studierte Betriebswirtin dann berufliche Erfahrungen in den Bereichen Karosseriebau, Logistik, Motorenproduktion und leitete vor ihrer Berufung in den Vorstand 2019 das BMW-Werk in Dingolfing mit mehr als 18000 Beschäftigten.

Einen ähnlichen Weg ging auch der ehemalige Vorstandsvorsitzende von BMW, Harald Krüger, der im Laufe seiner beruflichen Karriere u. a. als Personalreferent und als Personalvorstand tätig war.

Und zum demographischen Wandel sagte Schwuchow der Zeitschrift Personalführung:

Die Covid-19-Pandemie hat uns gezeigt, wie Krisen Innovationen freisetzen können. Man könnte auch sagen: „Not macht erfinderisch!“ Dies gilt ebenso für die demografische Entwicklung, nur vollzieht sich diese weitgehend verkannt bereits seit Jahrzehnten. Für Unternehmen resultiert hieraus die Chance, sich quasi neu zu erfinden, die vorhandenen Mitarbeiterpotenziale wirklich zu nutzen und die Beschäftigungsfähigkeit der gesamten Belegschaft zu fördern. Durch Active Sourcing können neue Mitarbeiterzielgruppen erschlossen und Vielfalt gefördert werden. Aber auch über weniger personalintensive Geschäftsmodelle oder Möglichkeiten der Automatisierung von Arbeitsabläufen und der Verlagerung ist nachzudenken.

Wenn zu ständig steigenden Standortkosten noch ein Mangel an Arbeitskräften tritt, ist dies ein weiterer Anreiz, wo immer möglich die Unternehmenstätigkeit ins Ausland zu verlagern. Zwar wird die Arbeitskräftelücke von derzeit knapp 400 000 Personen bis Mitte der 2030er-Jahre wieder auf etwa 100 000 zurückgehen. Dies ist jedoch nur ein schwacher Trost, wenn wir bis dahin einen Unternehmensexodus erlebt haben. Hinzu kommt, dass die Bildungspolitik über Jahrzehnte falsche Akzente gesetzt und die duale Berufsausbildung sträflich vernachlässig hat.

Im Grundsatz ist die demografische Entwicklung statistisch gut beherrschbar und erlaubt relativ treffsichere Prognosen zum Umfang der Erwerbsbevölkerung. Es ist die bereits vor Jahrzehnten einsetzende Alterung der Gesellschaft, die nun zu einem Kipppunkt führt. Unabhängig von ihrer parteipolitischen Prägung förderten die Regierungen der vergangenen Jahrzehnte zwar – mal mehr, mal weniger – die Einwanderung nach Deutschland aus humanitären Gründen, betrachteten es aber nahezu als unanständig, aus anderen Ländern gezielt qualifizierte Fachkräfte abzuwerben. Und der immer wieder geforderten höheren Erwerbsbeteiligung von Frauen steht zum einen ein Bildungssystem gegenüber, das eine Ganztagsbetreuung als reguläre Schulform nicht kennt. Zum anderen stellt die steuer- und sozialpolitische Privilegierung von Minijobs eine wirksame Barriere zur Aufnahme einer regulären Vollzeitbeschäftigung dar.

Die Bundesregierung will jetzt mit einem Punktesystem ausländische Fachkräfte anziehen. Seit den Anwerbeabkommen aus den 1950er- und 1960er-Jahren ist in dieser Hinsicht wenig passiert. Die 2012 für akademische Fachkräfte aus dem Ausland initiierte „Blue Card“ kann man getrost als Flop bezeichnen. Insgesamt ist Deutschland für qualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland aufgrund zahlreicher rechtlicher, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Defizite nur mäßig attraktiv, wobei es bei der Qualität der beruflichen Chancen am schlechtesten dasteht – ein Aspekt, der umgekehrt wiederum viele deutsche Leistungsträger veranlasst, ins Ausland zu gehen.

Negativ hat sich die Einführung der abschlagsfreien Rente mit 63 Jahren ausgewirkt. Auch der aktuell von der Politik beschlossene vollständige Wegfall der Hinzuverdienstgrenze für Frührentner wird die vorzeitige Aufgabe einer Vollzeitbeschäftigung eher fördern. Einen positiven Effekt hat aufgrund der höheren Abschläge hingegen die Erhöhung der Regelaltersgrenze. Seitens der Politik gilt es, alle Anreize abzubauen, die das frühzeitige Ausscheiden aus dem Erwerbsleben fördern, und arbeitsrechtliche Hindernisse bei der erneuten Beschäftigung von ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Rentenalter zu beseitigen.

Zwei Drittel aller Beschäftigten empfinden heute mehr Stress bei der Arbeit als noch vor fünf Jahren. Stress ist mithin die Staublunge des 21. Jahrhunderts. Jede Führungskraft muss sich daher auch als Gesundheitsmanager verstehen. Der direkte Vorgesetzte ist mit weitem Abstand der größte Stressfaktor.

Man hört, sieht und streamt sich auf der Zukunft Personal.

Im April starten wir ein neues Video-Format: