Super interessantes Gespräch zu KI-Forschung in Deutschland und Europa – Professor Wolfgang Wahlster, technisch-wissenschaftlicher Direktor und Vorsitzender der Geschäftsführung des DFKI, und Dirk Wittkopp, Geschäftsführer der IBM Deutschland Research & Development:
Das diesjährige Motto „Leben in Zeiten von Social Media – Was bewegt uns?“ ist nicht nur wegen der anstehenden Datenschutzgrundverordnung und der Diskussion um Cambridge Analytica brandaktuell. Bewegtbild nimmt einen immer größeren Stellenwert ein, auch in Social Media. Darüber wollen wir sprechen.
· Nach der Begrüßung von Axel Beyer, Vorstand des Medien Management Instituts an der Hochschule Fresenius, wird
· Oliver Fuchs, Geschäftsführer der Bavaria Entertainment in Köln, mit seiner Keynote aus der Praxis berichten und Denkanstöße geben.
Anschließend werden drei Workshops für die Teilnehmer angeboten, die von Experten aus der Branche moderiert werden:
· „Storytelling als Bestandteil der digitalen und innovativen Kommunikation“ von Prof. Andrew Hood, Bewegtbild- & Medienexperte
· „Geschäftsmodell Social Media: Was sind unsere Daten wert?“ von Ben Broshi, Chief Development Officer bei DeTeMedien
· „Kritischer Journalismus – Möglichkeiten und Grenzen der Meinungsbildung“ von Gunnar Sohn, Journalist und Blogger
In den Workshops sollen ein bis zwei Thesen entwickelt werden im Ausblick auf Social Media 2030: Gesellschaftliche und persönliche Perspektiven.
Diese Thesen werden dann von TeilnehmerInnen und Moderatoren im Abschlusspanel vorgestellt und anschließend diskutiert.
Im Anschluss laden wir ein zum Social Networking ins Dussmann, wo wir bei einem Kölsch und Snacks Gelegenheit zum Austausch haben.
Der Medientag wird übrigens von einem Filmteam mit Dieter Claus begleitet und dokumentiert. Es kann also sein, dass die Teilnehmer um ein kurzes Statement vor der Kamera gebeten werden.
Kommt vorbei ins Atrium der Hochschule Fresenius. Der Eintritt ist frei.
“Definitiv! Das ist eine Governance-Frage, womit sich viele Unternehmen schwer tun. Wenn du die digitale Transformation in deinem Unternehmen natürlich auch bewegen musst- nicht nur mit deinen Mitarbeitern, sondern auch in deiner Governance: Wie du das Ganze also positionierst, welche Mittel du brauchst, aber auch welche Hebel du bewegen musst- dann ist das natürlich ein großes Thema. Ich glaube aber, dass dieses Thema aufgenommen wird.”
Bislang sind die Aufsichtsräte aber eben ausgerichtet auf Controlling, auf Kennzahlen, die erreicht werden müssen. Und Digitalisierung sei auch ein nicht-monetäres Thema, das haben viele durch ihre Biografie vielleicht gar nicht auf dem Schirm. Hartmann sieht den Grund hierfür bei den Generationen:
“Auch ich bin ein Digital Immigrant. Man kann sich dennoch tief in den digitalen Sumpf hineinkämpfen. Doch bei allen Blockchains, Artificial Intelligence, selbstfahrenden Autos, Clouds besteht das Problem, dass die Menschen da draußen in einer tiefen Vertrauenskrise stecken“, sagt Hartmann im Interview auf dem HR-Festival der re:publica
Diese Krise gilt es zu adressieren. Die EU-Kommission hat beispielsweise angekündigt, dass ein Rahmenwerk für künstliche Intelligenz verabschiedet wird. An dieser Verabschiedung arbeite IBM aktiv mit. Der Gedanke, dass intelligente Maschinen irgendwann den Menschen ersetzen, müsse aufgeklärt werden:
“Wir sagen ganz klar: Nein, das werden sie nicht.”
Hartmann und die IBM verstehen KI sowie Watson als eine sinnvolle Unterstützung der Menschen, sowohl in Unternehmen, als auch im Privatleben. Hier sei vor allem eine Transparenz der Daten wichtig – also Herkunft und Konzeption der Algorithmen. Für Unternehmen sei wichtig, dass der Algorithmus so trainiert wird, dass dessen ITler dieses Training auch nachvollziehen können. Nur so sei gewährleistet, dass erstens Vertrauen diesen Daten gegenüber offenbart wird und zweitens, dass ihnen ein Siegel verpasst wird.
„Je mehr Algorithmen einfach auch Entscheidungen treffen, wir sprechen hier von Einstellungen von Menschen -Hey, wie wichtig ist das denn!- desto wichtiger ist, dass man hier den Daten vertrauen kann. Dass man dem Algorithmus vertrauen kann und dass man der Cloud von IBM vertrauen kann. Und das können wir.”
Essentiell sei dabei, dass sowohl die Mitarbeiter daraufhin geschult werden, was solch eine Unterstützung alles liefert und wie sie das tut. Zusätzlich müsse eine klare Nachricht gesendet werden, wie man mit den Daten umgeht. Ausführlich auf ciokurator.com nachzulesen.
Auch Künstliche Intelligenz kann im Personalmanagement diskriminierend agieren – KI ist nur so unvoreingenommen wie die Daten, mit denen wir Menschen sie trainieren:
„Wenn du als Unternehmen in den vergangenen zehn Jahren nur katholische Männer eingestellt hast – und lässt dein Machine Learning auf diese historische Daten zu – was soll die Maschine dann anderes lernen als zukünftig auch wieder katholische Männer einzustellen?“
Adrian Janotta hat eine Biografie, wie aus einem Film, so Robert Weber. Software-Entwickler. Freundin hat ihn verlassen, dann abgestürzt, Job verloren, dann Shops im Internet gehackt, erwischt worden (Update von RW: Wurde nicht beim Hacken erwischt – darauf legt er Wert. War eine Verkehrskontrolle – Alkohol – und dann haben die ein paar Festplatten im Kombi gefunden). Kam in den Knast, hat Uli Hoeneß im Gefängnis getroffen und hinter den schwedischen Gardinen BWL studiert. Direkt nach der Freilassung gründete Janotta eine Security-Firma und berät mittlerweile die Deutsche Bank und mittelständische Maschinenbauer. Naiv bei der IT-Sicherheit seien nicht nur die Unternehmen, sondern auch die Sicherheitsfirmen, warnt Janotta:
“Sie versprechen Sicherheit, die sie nicht einhalten können.”
Man kauft eine Firewall, um Netzwerke zu schützen. Dennoch wird man gehackt. “Das passiert leider ständig.” Dieses Szenario könne man Anti-Viren-Software-Hersteller übertragen. Computer seien trotz dieser Virenwächter voller Spionagesoftware. Es mehren sich die Stimmen, das diese Hersteller Daten von Unternehmen sammeln und sensible Daten speichern.
“IT-Sicherheit ist heute zu einem Machtinstrument von Staaten geworden, sie missbrauchen Sicherheitssysteme für den Cyberkrieg”, erklärt Janotta.
Janotta plädiert für den Einsatz von Open Source-Software.
“Auch die US-Behörden setzen das sein, wenn es um Cyber-Sicherheit geht.”
Selbst die NSA würde Open Source-Software empfehlen, die von Communities entwickelt werden, die auf Sicherheit achten.
“Beim aktuellen Bundes-Hack sagt man ja, dass das ein Hochsicherheitsnetz sei – also der Kommunikationsverbund Berlin-Bonn, worüber auch das BSI läuft.”
Problem: Hier werde mit Software von Microsoft gearbeitet. Die Schwachstellen in diesem System werden regelmäßig herausgefunden und im Darknet verkauft. Es gebe einen regen Handel mit den sogenannten Exploits, also den Schwachstellen, die man systematisch ausnutzen und missbrauchen kann. Selbst die Mafia könne das kaufen und den Bundestag oder die Bundesregierung angreifen.
Um das zu verhindern, muss man die IT-Sicherheit professionalisieren.
Am Dienstag, den 13. März werde ich das im Gespräch mit Adrian Janotta vertiefen. Wie müsste die Cyber-Abwehr in Behörden organisiert werden? Welche Fachleuchte braucht man? Sollte man Gegenangriffe starten?
Läuft als Livestream via Facebook. Habt Ihr Fragen? Dann jetzt schon in der Blog-Kommentarfunktion unten posten oder live mitmischen auf Facebook.
„Im heute journal war sie aus meiner Sicht nur bissig und unprofessionell im Interview mit der sicherlich scharf nachfragenden Marietta Slomka, vor der die CSU-Granden sicherlich nach einigen Demontierungen gehörig Respekt haben. Vielleicht waren diese Pleiten auch ein Grund, warum Bär so reagiert hat“, schreibt Stefan Pfeiffer.
Nach meinem Dafürhalten hat Bär auf die kritischen Fragen von Slomka, die übrigens als Moderatorin immer besser wird in solchen Interviews, mit den üblichen Leerformeln geantwortet.
Sie wolle sich nicht in „Klein-klein-Szenarien verlieren“ verlieren. Breitbandausbau sei zwar wichtig, Digitalisierung sei jedoch viel mehr:
„Kann ich auf dieser Infrastruktur, die wir haben, autonom fahren. Habe ich die Möglichkeit, zum Beispiel mit einem Flugtaxi durch die Gegend zu kommen.“
Nein. Kann ich nicht. Ich mache mich hier nicht lustig über das Flugtaxi, sondern über die Akzente, die eine Staatssekretärin setzt, die im Verkehrsministerium von Dobrindt tätig war.
Als richtig. Aber gerade in Sachen #Flugtaxi passiert in Deutschland einiges. Interessante Technologien. Daher der falsche Aufhänger, sich über @DoroBaer lustig zu machen.
Zu Visionen gehört auch das Brot-und-Butter-Geschäft der Realpolitik. Und die kann man im Bundesverkehrswegeplan von CSU-Minister Dobrindt nachlesen. Teer, Beton und keine Infrastruktur für autonome Mobilität. Das sind Tatsachen, die Dobrindt, Bär und Co. geschaffen haben.
„Da werden bis 2030 fast 300 Milliarden Euro in Teer und Beton investiert. Nur 500 Millionen Euro gehen in die vernetzte Infrastruktur für autonome Mobilität. Da stimmt das Bild nicht“, kritisiert Klaus Burmeister von der D2030-Initiative.
Es gehe darum, bis 2030 ein vernetztes Mobilitätssystem zu erfinden, welches intermodal mit allen Verkehrsträgern in der Lage ist, weltweit zu konkurrieren. Auf diese Herausforderungen hat die fossile Partei namens CSU keine Antworten. Außer vielleicht das Airbus-Flugtaxi-Projekt. Siehe auch meine Kolumne: Schwarm-Mobilität statt Schmieröl-Weisheiten im Land der Autobauer.
„Immerhin besteht mit Bär ein Hoffnungsschimmer, dass es mit der Digital Transformation in Deutschland doch noch einmal vorangeht“, meint Dr. Ulrich Kampffmeyer.
Das glaube ich nicht. Da ist mit der von Lobbyinteressen durchtränkten CSU wenig zu machen. Visionen gehen da schon gar nicht.
Chinesische Web-Dienste gibt es mittlerweile auch in Deutschland. Beispielsweise Mobike – ein Sharing-Service für Fahrräder. Alles prima, alles gut. Klingt doch super nützlich und harmlos nach Weltverbesserung:
„Gerade in Städten ist der Bedarf nach alternativen Mobilitätsangeboten für Kurzstrecken groß. Gegenwärtig gibt es nicht viele gute Lösungen, um dieses Problem anzugehen. Mobike basiert daher auf dem Gedanken, diesen Wunsch zu erfüllen – Menschen zu helfen, kurze Entfernungen auf eine erschwingliche und bequeme Art und Weise zurückzulegen. Um dieses Ziel zu erreichen, haben wir uns für das universellste und einfachste Transportmittel entschieden – das Fahrrad. Mit einer Idee und innovativer Forschung haben wir den Fahrradrahmen und das intelligente Schloss entwickelt, um das Überbrücken von Kurzstrecken einfach und bequem zu machen. Mobike trägt auch zur Verbesserung des innerstädtischen Verkehrs bei und führt somit zu einer besseren Lebensqualität für alle.“
„Die App-Versionen ab 3.1 enthalten die Funktion Mobike Credit. Je verantwortungsbewusster du Mobike verwendest, desto höher wird dein Guthaben. Zum guten Verhalten gehört, dass das Fahrrad an den bevorzugten Mobike-Stationen abgestellt wird, falsch geparkte Fahrräder gemeldet werden oder defekte Bikes angezeigt werden. Genauso führt schlechtes Verhalten zu einer Reduzierung des Mobike Credits. Wenn dieser auf 0 sinkt, wird dein Konto eingefroren und du kannst den Service nicht länger nutzen. Um dein Mobike Credit zu überprüfen, gehe auf ‚Mein Konto‘ -> Mobike Kredit.“
Klingt das jetzt weniger nach Weltverbesserung? Viele werden das verneinen. Es sei ja eine Selbstverständlichkeit, die Räder an den Mobike-Stationen abzustellen, falsch geparkte Räder zu melden (erste Schleimpunkte fürs Denunziantentum) und sich generell vor schlechtem Verhalten zu hüten.
Was so harmlos klingt, ist der erste Schritt in ein digitales Blockwart-System im Sinne der Kommunistischen Partei China (KPC). Wer andere anschwärzt, wird belohnt – dahinter steckt System:
„Wenn du illegal (was illegal ist oder nicht, beurteilen in Deutschland die rechtsstaatlichen Instanzen, nicht irgendwelche Privat-Sheriffs) oder schlecht geparkte Mobikes siehst, sende uns bitte dein Feedback und du wirst mit Mobike Credits belohnt.“
In der „verfeinerten Variante“ werden auch Punkte abgezogen durch Meldungen einer Regierungsbehörde oder „Aufsicht“ oder eben eines anderen „Nutzers“.
Siehe auch den Vortrag von Dr. Harald Gapski vom Grimme Institut:
Was die KP China will, ist klar. Linientreue Bürgerinnen und Bürger mit Triple AAA Bewertung. Gelockt wird am Anfang mit günstigen Krediten, guter Krankenversorgung, Studienplätzen für die lieben Kinderchen und sonstigen Vergünstigungen. Wer abfällt, wer auffällt, wer gegen die Normen verstößt, wer das System in Frage stellt (übrigens auch das System der gegenseitigen Verdächtigungen), der wird runtergestuft. Im schlimmsten Fall wird man zur Unperson, verliert den Job, wird ausgestoßen, bekommt nichts mehr. Betroffene müssen sogar befürchten, ihre Jobs zu verlieren.
Die KP China macht das übrigens sehr transparent, so dass jedem Schäfchen des Landes klar ist, was die Parteiführung von „ihrem“ Volk erwartet. Man kann in dem „moralischen“ Dokument der KP nachlesen, was zu einem schlechten Score-Wert führt. Über eine App kann sich jeder sehr bequem über den eigenen Punktestand informieren. Neben Behörden sollen auch Banken, Arbeitgeber, Vermieter, Einkaufsplattformen, Reiseveranstalter und Fluggesellschaften Einsicht in die Bewertung erhalten.
Als Datenquellen kommen Kranken- und Gerichtsakten, Onlineshopping oder Beiträge in sozialen Netzwerken in Betracht – auch das korrekte Verhalten bei der Nutzung des Bike-Sharing-Angebots. Ebenso Internet-Suchanfragen, Reisepläne oder Einkäufe mit Kreditkarte oder den Bezahl-Apps, die in China weit verbreitet sind. Diese Daten analysiert und gewichtet das System, um daraus die Punktzahl für braves Staatsbürgertum abzuleiten. Schon 2020 könnte es für jeden in China zur Pflicht werden, sich mit seiner Sozialausweisnummer dafür registrieren zu lassen.
Chinas Internetfirmen wie Alibaba oder Tencent sind dafür übrigens die Trendsetter. Also auch WeChat und Co.