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Unternehmen und der Staat brauchen Kompetenzsouveränität im Digitalen @BarEngels @BMWK_Econ @KfW_Research

Kompetenzsouveränität ist nach Ansicht von Barbara Engels vom Institut der deutschen Wirtschaft die Voraussetzung für die Handlungsfähigkeit sowie Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft:

„Die Stärkung der digitalen Kompetenzen in der Gesellschaft ist somit eine zentrale Aufgabe, um die Digitalisierung der Wirtschaft in Deutschland nachhaltig voranzutreiben. Dabei geht es nicht nur um Kompetenzen für den Arbeitsmarkt, sondern auch um Kompetenzen, um als Privatperson an der Digitalisierung teilzuhaben.“ Thema hatten wir ja auf der DigitalX in Kölle:

Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz wurden in einem Index die Stärken und Schwächen von Unternehmen bei der Digitalisierung analysiert. Besonders schwach schneidet die Branche für Logistik und Verkehr ab. Der Indexwert in der Branchengruppe Verkehr und Logistik sinkt von 75,4 auf 70,1 Punkte. Die Branchengruppe erreicht ihr bestes Ergebnis in der Kategorie Prozesse, ihr schlechtestes bei den Forschungs- und Innovationsaktivitäten. Die Prozesse sind die einzige Kategorie, in der Verkehr und Logistik einen überdurchschnittlichen Wert erzielt. Sie gewinnt dort 20,2 Punkte hinzu. Verluste werden bei Produkten (minus 32,0 Punkte), Geschäftsmodellen (minus 20,1 Punkte) und in der Qualifizierung (minus 6,8 Punkte) verzeichnet. Verkehr und Logistik bilden 2021 wie auch 2020 das Schlusslicht in der Kategorie
Innovationslandschaft. Das ist betrüblich. Gerade bei der Organisation der Verkehrswende, bei der Elektrifizierung und beim autonomen Fahren sollten eigentlich hohe Investitionen für Forschung und Innovation auf der Tagesordnung stehen. Mich verwundert das überhaupt nicht. Besonders in der Logistik werden uns bei Innovationen Potemkinsche Dörfer vorgeführt. Dazu starte ich übrigens eine neue Kolumne für den Haufe Verlag. Start 15. Dezember. Titel: Mythen der Innovation. Aber das nur am Rande erwähnt.

Vor allem große Unternehmen mit 250 und mehr Beschäftigten verzeichnen im Jahr 2021 im Vergleich zu 2020 Zuwächse. Ihr Indexwert steigt von 199,6 auf 205,2. Sie bleiben die am stärksten digitalisierte Unternehmensgrößenklasse und erreichen weiterhin einen mehr als doppelt so hohen Indexwert wie die kleinen Unternehmen.

Mittlere Unternehmen mit 50 bis 249 Beschäftigten verlieren Indexpunkte. Ihr Indexwert sinkt von 125,9 auf 119,4. Noch nie haben so viele kleine und mittlere Unternehmen ihre ursprünglichen Investitionspläne nicht wie vorgesehen umgesetzt. Das belegt eine Studie der KfW. Es dominieren kleinere Investitionsvorhaben zur Anpassung und Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs.  Firmenchefin Kerstin Hochmüller sieht dennoch die Perspektiven für den Mittelstand positiv. „Besonders im technischen Sektor sehen wir eine hohe Investitionsbereitschaft.“

Familienunternehmen würden generell vorsichtiger agieren. „Wir hatten Jahre des Wachstums, wo Kapazitäten extrem ausgelastet waren. Bevor man das nächste Investment tätigt, schaut man sich sich die aktuellen Geschehnisse genau an“, so Hochmüller vom Antriebsmotorenhersteller Marantec. Wenn sich das Krisenszenario abschwächt, geht die Firmenchefin von einem gewaltigen Investitionsschub aus. Generell ist für die Marantec-Chefin der Zeitpunkt gekommen für Kooperationen und Netzwerke. „Wir müssen jetzt Dinge tun, die wir vorher nicht für nötig gehalten haben.“ Besonders Mittelstandsunternehmen seien bereit, ins Risiko zu gehen. Optimismus ist dabei ein Kriterium für die Bereitschaft für Neuinvestionen, betont die KfW-Chefvolkswirtin Dr. Fritzi Köhler-Geib. „Wenn wir die Barrieren wegräumen, ist mit einem Nachholwachstum zu rechnen. Die Auftragsbücher sind so gut gefüllt, wie noch nie.“ Allerdings seien weitere Anstrengungen vonnöten: Aus- und Weiterbildung, Gründergeist, Innovationskraft, Wirtschaftsförderung, finanzielle Unterstützung. „Hier muss Deutschland jetzt einiges tun, um Weltspitze zu bleiben“, fordert Köhler-Geib.

Siehe auch: Wie viel Digitalkompetenz bringen die Entscheider des Staates wirklich mit? Und fressen die verantwortlichen Protagonisten auch ihr eigenes Hundefutter? Mein Verdacht: Häufig handelt es sich nur um Kompetenzsimulation.

Über den Autor

gsohn
Diplom-Volkswirt, Wirtschaftsblogger, Livestreamer, Moderator, Kolumnist und Wanderer zwischen den Welten.

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