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Neue Technik, bessere Jobs

„Was wird aus jemandem, dessen Fähigkeiten plötzlich nichts mehr wert sind? Dass es dank technischen Fortschritts irgendwann insgesamt mehr Jobs gibt als vorher, ist für den einzelnen Betroffenen ja nur ein schwacher Trost. Dachte man zumindest bislang. Eine neue Studie des deutschen Forschers Christian Dustmann stellt diesen Glauben jedoch auf den Kopf. Dustmann, der Institutsleiter am University College London ist und zu den führenden Arbeitsmarktökonomen auf der Welt zählt, hat mit zwei Ko-Autoren genau verfolgt, was passiert, wenn sich neue Technologien in der Arbeitswelt etablieren. Das zentrale Ergebnis: Die betroffenen Jobs verschwinden zwar tatsächlich. Doch die Arbeitnehmer bleiben in der Regel in den Unternehmen beschäftigt. Sie erledigen hinterher sogar anspruchsvollere Aufgaben und verdienen im Schnitt etwas mehr Geld als vorher“, schreibt die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung.

Die wichtigsten Erkenntnisse: Technologische Innovationen führen nicht dazu, dass alte Betriebe von neuen, innovativeren verdrängt werden. „Vielmehr findet der Wandel weg von Routinetätigkeiten hin zu anspruchsvolleren Tätigkeiten zum allergrößten Teil innerhalb von Unternehmen statt. Im zweiten Schritt schauten sich die Forscher genauer an, was innerhalb der Unternehmen passiert. Da wird es besonders interessant: Die Unternehmen, die neue Technologien einsetzen, verstärken nämlich zugleich die Weiterbildungsangebote für ihre Mitarbeiter.“

Zudem sollte man den Verheißungen der „Voll“-Automatisierung, die in Pressemitteilungen verkündet werden, nicht ständig auf den Leim gehen. Beispielsweise in der Intralogistik. Wer mehr als 250 Millionen Produkte von hunderttausenden Anbietern im Onlinehandel anbietet, wird sich schwertun mit der Vollautomatisierung. Die wäre im Investment wohl unbezahlbar.

Gleiches gilt für Künstliche Intelligenz und sonstigen digitalen Services. Immer schön hinter die Kulissen schauen und das Innovationstheater in Rechnung stellen.

In der #ZPSpätschicht hatten wird das ja thematisiert: Kollege Roboter: Zukunft der Arbeit im Maschinenbau. Kollege Roboter wird dringend gebraucht, um den Wandel der Wirtschaft in den nächsten 15 Jahren zu bewältigen. Die Baby-Boomer gehen in Rente und es fehlen mehr als fünf Millionen Erwerbstätige. Jobkiller-Szenarien durch Automatisierung, Robotik oder Künstliche Intelligenz sind die Vorbehalte, die oftmals vorherrschen.

Siehe auch:

Christian Dustmann, Michele Battisti und Uta Schönberg: Technological and Organizational Change and the Careers of Workers. Erscheint im Journal of the European Economic Association. 

Über den Autor

gsohn
Diplom-Volkswirt, Wirtschaftsblogger, Livestreamer, Moderator, Kolumnist und Wanderer zwischen den Welten.

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