Sprachcomputer führen noch zu Verbraucherfrust

Viele Verbraucher empfinden Sprachcomputer als nervig und fühlen sich von den automatischen Systemen abgewimmelt. Eine Akzeptanzstudie des Fraunhofer-Instituts im Auftrag der Initiative Voice Business (IVB) http://www.voicedays.de bestätigt, dass die telefonische Selbstbedienung nur als notwendiges Übel betrachtet wird – eine Liebeshochzeit ist es noch nicht. Kein Wunder, dass im Web und bei TV-Sendungen Anleitungen kursieren, wie man Sprachsysteme überlisten kann.

 

„Einige Betreiber gewährleisten keine vernünftige Call Center-Integration, dann müssen Anrufer ihre Anliegen nach einem Scheitern des automatischen Sprachsystems gegenüber Call Center-Agenten wiederholen. Das schafft Frust und senkt die Servicequalität, obwohl es dazu mittlerweile ausgereifte Lösungen gibt“, weiß Call Center-Experte Jens Klemann von der Unternehmensberatung Strateco http://www.strateco.de. Auf der Mängelliste der Experten stehen unübersichtliche Menus, unvollständige oder schlecht gepflegte Vokabulare, die die Erkennungsraten senken sowie keine Fall abschließende Erledigung von Kundenwünschen.

 

„Einheitliche Qualitätskriterien und ein geschärftes Qualitätsbewusstsein auf Kundenseite tun Not. Sehr viele Systeme, die von uns während des Auswahlverfahrens für die Voice Awards getestet werden, weisen eklatante Mängel auf. Die Qualitätssicherung muss ernster genommen werden“, fordert Voice Days-Sprecher Bernhard Steimel. „Seit 2007 arbeiten wir für die Initiative Voice Business gemeinsam mit führenden Experten der deutschsprachigen Fachszene an einem industrienahen Qualitätsstandard für Sprachapplikationen“, erläutert Professor Dieter Spath, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO http://www.iao.fraunhofer.de. Die Ergebnisse der ersten Projektphase wurden in der Studie „Leitfaden – Qualitätskriterien für Sprachapplikationen“ veröffentlicht.

 

In der zweiten Projektphase wird nun die Anwendung in konkreten Projekten im Mittelpunkt stehen. In Form eines „Kochbuchs“ sollen für typische Applikationsszenarien spezifische Entwicklungsprozesse skizziert werden. „Es muss sehr schnell die Spreu vom Weizen getrennt werden, damit sich am Markt ausschließlich die intelligenten Dialogsysteme durchsetzen. Der Benutzer muss den Dialog mit der Maschine aktiv steuern können. Der Sprachcomputer sollte sich dem Anrufer dabei anpassen und auf mehrere Äußerungen gleichzeitig reagieren. Erst wenn der Anrufer auf eine offene Frage nicht mehr antwortet oder es zu Verständnisproblemen kommt, greift das System ein, überführt das Gespräch in einen Dialog mit klaren Anweisungen und stellt Reaktionsalternativen vor“, so Lupo Pape, Geschäftsführer von SemanticEdge http://www.semanticedge.de in Berlin.

China wird zum größten Pkw-Markt der Welt – Lokale Fertigung entwickelt sich zum Erfolgsfaktor für Schwellenländer

Die Pkw-Nachfrage in den so genannten BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) stieg 2007 auf mehr als 11,5 Millionen. China wird zum größten Pkw-Markt der Welt. Die überdurchschnittlichen Wachstumsraten sind ein Resultat des Anziehens der Binnenwirtschaft und der dynamischen Einkommensentwicklung. Und auch der Aufbau eigener Fertigung in den Schwellenländern wird zum Erfolgsfaktor. Dies sind die Ergebnisse einer aktuellen Studie zu den globalen Wachstumsmärkten des Essener Marktforschungs- und Beratungsunternehmens R. L. Polk http://www.polk.com.

Nach Analyse von Polk verzeichneten die Pkw-Märkte in Indien und Russland erneut rasante Wachstumsraten von elf beziehungsweise 31 Prozent. Der chinesische Auto-Markt führte mit fast sechs Millionen Fahrzeugen in 2007 das Quartett an, gefolgt von Russland, das erstmals die Zwei-Millionen-Grenze überschritten hat. „Vor allem die deutlich gestiegenen Einkommen infolge der robusten Konjunkturentwicklung und die verbesserten Möglichkeiten der Fahrzeugfinanzierung führen zum starken Wachstum der Märkte. Auch in den nächsten Jahren werden sich die BRIC-Staaten positiv entwickeln und sich von zahlreichen etablierten Märkten hinsichtlich der Pkw-Nachfrage absetzen können“, sagte Gunnar Gaedke, Consultant Market Analysis, Planning & Forecasting bei dem Essener Beratungshaus.

Für die Herstellerentwicklung habe sich die Bedeutung einer lokalen Fertigung als wichtiger Erfolgsfaktor heraus kristallisiert. Als Ergebnis zeige sich, dass die einstige Dominanz der heimischen Hersteller wie Lada in Russland oder Maruti in Indien durch massive Investitionen in neue Produktionsstätten ausländischer Unternehmen durchbrochen werde. Langfristig werde nur noch jedes dritte Fahrzeug von einem heimischen Hersteller produziert werden. Die Marktforscher von Polk sind davon überzeugt, dass sich die aktuelle Entwicklung auch in Zukunft fortsetzen wird. Bis zum Jahr 2015 werde die Nachfrage in den vier Märkten auf über 20 Millionen Pkw ansteigen und sich innerhalb von nur zehn Jahren mehr als verdoppelt haben. Ein Großteil der verkauften Fahrzeuge werde auf das Low-Cost-Segment fallen, die den Erstkäufern in den BRIC-Märkten den Einstieg in die motorisierte Welt ermöglichen.

Diese Entwicklung werde nicht ohne Konsequenzen für die „Automobilnation“ Deutschland bleiben, so der Emerging Markets-Experte Jörg Peisert http://www.joerg-peisert.de. „Langfristig ist bei uns mit einem Stellenabbau im Automobilsektor zu rechnen. Dies kann Deutschland nur kompensieren, indem die deutschen Hersteller verstärkt in technische Innovationen investieren. Denn durch die stärkere Nachfrage nach Premium-Fahrzeugen in den Schwellenländern können nach Expertenschätzungen in Deutschland rund 60.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Ob die Autoindustrie weiter ein wichtiger Jobmotor in diesem Lande bleibt, wird stark davon abhängen, inwieweit Audi, BMW, Mercedes, Volkswagen und Co. der Einstieg in den Schwellenländern gelingt.“

Yummi Mummies und das Einkaufen im eigenen Wohnzimmer: Späte Mütter schätzen persönliche Shopping-Beratung – Unternehmen sollten Kunden individueller bedienen

Wer sich neu einkleiden will, fühlt sich von den 08/15-Fussgängerzonen vieler Städte eher abgeschreckt. Zu viele Geschäfte, eine zu große Auswahl, zahllose Warteschlangen, mickrige Umkleidekabinen und aggressives Verkaufspersonal sind keine Seltenheit. In London haben die viel beschäftigten Frauen in Führungspositionen häufig wenig Zeit oder Lust, sich auf der Suche nach neuen Outfits oder Accessoires durch Geschäfte zu schleppen. Aus diesem Grund nutzen einige Karrierefrauen ihren „Personal Shopper“, der sich stellvertretend für sie durch die großen Kaufhäuser kämpft. Doch inzwischen wächst die Zahl weiterer Angebote, die das gestresste Frauenherz höher schlagen lassen. Verkäufe im heimischen Wohnzimmer, jenseits der traditionellen Ladenöffnungszeiten oder direkt am Schreibtisch sind die neuesten Trends in Londons exklusiven Shopping-Kreisen. Neben diesen Diensten für eine gehobene Klientel gibt es inzwischen auch Low-Budget-Versionen im persönlichen Stil. „Die so genannten ‚Home Sales’ finden an einem privaten Ort statt und werden typischerweise von einer  ‚Yummy Mummy’ organisiert. Yummy Mummies planen ihre Karriere und Familie genau durch und gehören zur wirtschaftlich attraktivsten Bevölkerungsgruppe. Prominente Beispiele sind Madonna oder Victoria Beckham, die sich bewusst erst für die Karriere und dann für Kinder entschieden haben. Diese ‚späten Mütter’ der Londoner High Society verkaufen besonders erlesene Markenprodukte oder entwerfen Kleidungsstücke, die ihrem neuen Lebensstil entsprechen. Da sie sich häufig schon in einem gefestigten Bekanntenkreis bewegen, reicht es aus, ihre Gäste per Mundpropaganda einzuladen“, so Zukunftsletter-Chefredakteur Matthias Horx. Eine Home Sales-Veranstalterin sagt, es sei „wie ein Club. Mit meinen Gästen teile ich gemeinsame Lebensstile, einen verwandten Geschmack und ähnliche  Bedürfnisse. Ich weiß, welche Art von Kleidung sie anziehen möchten, wenn sie ihre Kinder von der Schule abholen oder wenn sie direkt nach der Arbeit zum Abendessen gehen.“ Das Gefühl einer Club-Atmosphäre eröffnet auch die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen: Viele Gäste nutzen die Situation, um Visitenkarten auszutauschen und um sich gegenseitig berufliche Tipps zu geben.

Ein wichtiger Aspekt sei nach Erkenntnissen von Trendforscher Horx die Exklusivität: „In einer Welt mit allgegenwärtigen Luxusmarken hat Originalität höchste Priorität. Home-Seller setzen daher auf einmalige Fundstücke. Das gemütliche  Beisammensein scheint ebenfalls einen Erfolgsfaktor darzustellen: Die Gäste werden zu Tee und selbst gemachten Brownies in eine entspannte Atmosphäre eingeladen. Diese Events, wie sie auch  Handtaschendesignerin Anya Hindmarch organisiert, sind äußerst gefragt“, sagt Horx.

Ein wachsender Markt im Einzelhandel ist auch das Schreibtisch-Shopping. Früher haben sich damit die  gelangweilten Sekretärinnen abgelenkt, doch inzwischen erobert das Schreibtisch-Shopping auch die  Gruppe der Besserverdienenden. So liefert zum Beispiel der Jimmy Choo Schuh-Service seine Produkte direkt an den Schreibtisch. Die Boutique Matches hat den Matches Club ins Leben gerufen, der eine Shopping-Erfahrung  außerhalb des Ladens verspricht.

„Die Shopping-Konzepte in London sind ein guter Indikator, in welche Richtung sich die Dienstleistungsökonomie entwickeln muss und welches Geschäftspotenzial noch erschlossen werden kann – besonders in Deutschland. Die amerikanische Soziologin Shoshana Zuboff nennt das treffend Support-Economy. Konsumenten sollten von Dienstleistern nicht mehr als gesichtslose und auswechselbare Masse eingestuft werden. Stress, Wartezeiten, inkompetente Beratung, Schikanen und Bürokratie beherrschen allerdings immer noch den Konsumalltag“, bemängelt Udo Nadolski, Geschäftsführer des Düsseldorfer Beratungshauses Harvey Nash.

Verbraucher würden immer noch auf eine Wand von Ahnungslosigkeit und Gleichgültigkeit stoßen, kritisiert Zuboff. Sie prallen an einer organisatorischen Realität ab, die noch immer auf den Massenkonsum ausgerichtet sei. „So ist es einfach, eine bezüglich Preis wettbewerbsfähige Versicherungspolice zu finden – aber schwierig bis unmöglich, eine Versicherungsfirma aufzuspüren, die zur Stelle ist, wenn sie gebraucht wird. So haben Patienten Zugang zu vielen medizinischen Spezialisten, doch keiner lotst sie durch das System, integriert und erläutert die wichtigen Informationen und setzt sich für sie ein. So können wir Flugreisen offen vergleichen und uns zwischen ähnlich unbequemen Sitzen entscheiden, aber niemand hilft, einen komplexen Reiseplan zusammenzustellen, Transport und Unterkunft zu integrieren und in unserer Abwesenheit die Arbeiten im Haushalt zu organisieren. Für ein banales Umbuchen eines Fluges zahlen wir eine Strafgebühr von 150 Dollar“, so Zuboff. Unternehmen dürften in der Dienstleistungsökonomie nicht länger als Geisterfahrer unterwegs sein, fordert Nadolski: „Wer seine Angebote nur über den Preis und nicht über ausgezeichnete sowie unverwechselbare Dienstleistungskonzepte durchsetzen will, landet in einem Dumping-Teufelskreis mit negativen Folgen für die Wertschöpfung. Man kann nicht dauerhaft Gewinne erzielen auf Kosten von Konsumenten, Angestellten und Lieferanten“.

Fritzel, Tatort Gehirn und die Suche nach dem Ursprung des Verbrechens

Brutal, barbarisch und bestialisch sind Adjektive, die in der Berichterstattung über Josef Fritzel inflationär verwendet werden. Sie entspringen dem ersten Impuls von österreichischen Untersuchungsbehörden, weltweiten Nachrichtenredaktionen und schlussendlich der breiten Masse, in deren Wohnzimmer das Grauen transportiert wurde. Die Ermittlungen in Amstetten laufen auf Hochtouren und wenn das grausame Puzzle zusammengefügt ist, wird es in einer Anklageschrift münden. Fritzels Rechtsanwalt hat schon einmal vorsorglich die psychische Zurechnungsfähigkeit seines Mandanten in Frage gestellt.

 

Schuldig oder unschuldig im Sinne der Anklage – diese Frage ist durch das Strafrecht geregelt und Diskussionen um die Nuancen des Paragraphendschungels führten Strafrechtsexperten bisher meist von der Öffentlichkeit unbeachtet. Seit Wissenschaftler die Suche nach dem Ursprung des Verbrechens eingeläutet haben, erfährt das Thema auch außerhalb der Fachzeitschriften eine besondere Aufmerksamkeit. Schließlich ist die Frage der Schuld bisher immer in der Annahme bewertet worden, dass der Täter die Möglichkeit hatte, sich trotz aller psychischen oder sozialen Rahmenbedingungen für oder gegen die Tat zu entscheiden. Doch Vergewaltiger, Serienmörder und Amokläufer scheinen nicht ganz richtig zu „ticken“. Was ist anders in ihrem Hirn als in dem „normaler“ Menschen? Darum geht es in dem Buch „Tatort Gehirn“ von Hans Markowitsch und Werner Siefer http://www.campus.de/isbn/9783593382944. Hans Markowitsch, Psychologie-Professor an der Universität Bielefeld, ist ein renommierter Hirnforscher und hat etliche Straftäter psychiatrisch begutachtet. Werner Siefer ist Biologe und Journalist.

 

Nach aktuellem Recht handelt ein Täter „ohne Schuld“ nur, wenn er entweder keine Einsicht in geltende Normen hat oder nicht in der Lage ist, ihnen gemäß zu handeln. Dafür müssen schwer wiegende Gründe vorliegen, wie sie im Paragraf 20 des deutschen Strafgesetzbuchs genannt sind, zum Beispiel Schizophrenie oder eine schwere Intelligenzminderung.

 

Es gibt jedoch Experten die der Meinung sind, alle Schwerverbrecher seien bereits im herkömmlichen strafrechtlichen Sinne nicht schuldfähig, weil sie psychisch krank sind. Sollte diese These belegbar werden, dürfte dies zu einer Revolution in Strafrecht und damit auch Strafvollzug führen.

 

„Tatort Gehirn“ ist sehr lesbar geschriebenen und die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse bringen Licht in die dunkle Frage, was zumindest neurobiologisch in den Hirnen von Straftätern vor sich geht. Eins ist klar: Bei fast allen wegen Mord, Totschlag oder schwerer Körperverletzung Verurteilten liegen Defekte im Stirnhirn oder seltener im Schläfenlappen vor. Häufig sind auch Störungen im Stoffwechsel der Hirnbotenstoffe Serotonin oder dem Sexualhormon Testosteron festgestellt worden, die das Erleben und Verhalten von Menschen in hohem Maß beeinflussen.

Die Autoren haben die unterschiedlichsten Kriminalfälle untersucht und erklären, welchen fatalen Einfluss die Hirnbiologie hat: Tumore oder Verletzungen im Gehirn oder Stoffwechselstörungen können einen Menschen zum Gewalttäter umkrempeln, wenn Bereiche gestört werden, die für moralisches Denken und Handeln zuständig sind. Beispielhaft sind Fälle in denen fürsorgliche und unauffällige Familienväter nach Unfällen oder Krankheiten mit bleibenden Störungen am Hirn plötzlich Wesensänderungen durchmachen, in denen sie sich bestenfalls in häusliche Despoten mit asozialem Verhalten oder auch zu Straffälligen verwandeln.

 

Markowitsch und Siefer haben jedoch herausgefunden, dass bei den meisten Gewalttätern eine Kombination solcher Defekte mit schweren frühkindlichen Störungen vorliegt. Stichworte sind Vernachlässigung, Misshandlung oder sexueller Missbrauch. Die Autoren resümieren, dass ein Mensch mit gesundem Gehirn und „gesunden“ Genen in gewissem Maß psychosoziale Schädigungen überstehen kann, und umgekehrt können genetische und hirnbiologische Defizite durch günstige psychosoziale Umstände kompensiert werden.

 

In „Tatort Gehirn“ wird besonders die Gruppe der gefühlskalten Mörder unter die Lupe genommen. Markowitsch und Siefer haben beim Verfassen des Buches nicht wissen können, dass das Grauen einen Namen hat: Josef Fritzel und Seinesgleichen weisen nicht die gleichen Hirndefizite auf wie Impulsivtäter, sondern offenbaren eine außergewöhnliche Gefühlsarmut und einen Mangel an Empathie. Solche Psychopathen oder Soziopathen sind häufig sehr intelligent und vielleicht ist dies ein Erklärungsversuch für Josef Fritzels ausgeklügelte logistische Leistung, in der er über zwei Jahrzehnte hinweg das Grauen perfektioniert hat.

Hans J. Markowitsch, Werner Siefer: Tatort Gehirn – Auf der Suche nach dem Ursprung des Verbrechens, Campus-Verlag 2007, 253 Seiten, 22 Euro, ISBN 978-3-593-38294-4.

Der Roboter als Fitnesstrainer – Künstliche Intelligenz stellt sich auf den Menschen ein

Japan ist das Land der Automaten. „Man findet sie sprichwörtlich an jeder Straßenecke, auch in den abgelegensten Winkeln des Inselstaates. Selbst in Tempelanlagen und auf den heiligsten Berg der Japaner, den Fuji-San, sind sie vorgedrungen. Die Rede ist von den stummen, immerbereiten Verkäufern Japans, den Jido-Hanbai-ki“, schreibt Robin Loch in einer Beilage für das Fachblatt Catering Management http://www.catering.de. Dabei entwickeln sich die Automaten immer weiter. „Die berühmt-berüchtigte japanische Erfindungswut treibt die Perfektionierung dieser Spielzeuge ständig gnadenlos voran“, so der Autor. Unter anderem würden die Geräte so konzipiert, dass „Kinder, Ausländer, alte und behinderte Menschen die Geräte gleichermaßen intuitiv bedienen können.“

Doch Japans Automatenlust geht noch viel weiter: Das National Institute of Advanced Industrial Science and Technology http://www.aist.go.jp/index_en.html plant in Kooperation mit einem Roboterhersteller einen 60 Zentimeter großen humanoiden Roboter, der als Fitnesstrainer agiert. Er soll älteren Menschen verschiedene Gymnastikübungen zeigen, mit denen diese sich fit halten können. Wie Menschen und Maschinen miteinander kommunizieren, fasziniert schon seit Jahrhunderten die Forschung. Und die Geschichte der Roboter, die damit einhergeht, ist älter als man glaubt. Da war der  Trompeterautomat aus dem 19. Jahrhundert, da war Maschinen-Maria aus dem Stummfilmklassiker „Metropolis“ oder der vom Schweizer Henri Maillardet konstruierte Automat, der in der Lage war, Landschaften zu zeichnen und auf Englisch und Französisch zu schreiben.

 

Heute gehört ein Roboter nicht nur zur Grundausstattung vieler Kinderzimmer. Auch Seniorenheime machten bislang positive Erfahrungen. „In Japan wird der künstliche Heuler schon länger in der Altenpflege eingesetzt – jetzt testen auch Heime in Deutschland die Kuscheltiere als Begleiter für ihre Bewohner“, berichtet die Aachener Zeitung http://www.az-web.de über einen Streichelroboter in Robben-Outfit. „Der Unterschied zu einfachen Kuscheltieren sei die künstliche Intelligenz: Der Roboter besitze eine ausgeklügelte Software und werde erst dadurch liebenswert“, zitiert die Zeitung William Banks von der Saint Louis Universität im US-Bundesstaat Missouri. „Die Robotik ist eine Antwort auf die Probleme, die die alternde Gesellschaft mit sich bringt. Und eine Möglichkeit, sich als Exportnation auf dem Weltmarkt zu halten“, beschreibt die Financial Times Deutschland http://www.ftd.de die Verbreitung der Roboter auch auf dem Gesundheitsmarkt.

 

Die Maschinen kommen dem Menschen dabei immer näher und stellen sich auf ihn ein. Das beweist auch die Entwicklung der Sprachtechnik. „Das hat mit mechanischen Mitteln im 18. Jahrhundert schon der Hofrat Wolfgang Baron von Kempelen am Hofe von Kaiserin Maria Theresia unter Beweis gestellt. Die Sprechmaschine von Kempelen folgte den Ideen der Aufklärung und sollte Gehörlosen eine vernehmbare Stimme verleihen. Dabei war Kempelen, wie später Charles Wheatstone oder Alexander Bell, davon überzeugt, dass sich die Konstruktion sprechender Maschinen am Vorbild des menschlichen Artikulationsapparats zu orientieren hätte. Dieser Forschungsansatz hat sich auch heute nicht wesentlich geändert. Softgesteuerte Sprachdialogsysteme müssen intelligenter werden, damit sie besser verstehen, was der Mensch von ihnen will“, resümiert Lupo Pape, Geschäftsführer von SemanticEdge http://www.semanticedge.de.