Frohes Neues :-) Man hört, sieht und streamt sich 2017

gunnarsohn

Mein Credo auch für 2017: Echtzeitkommunikation mit Möglichkeiten zur Interaktion. Live, ungeschminkt, ohne Teleprompter und aufwändige Postproduktionen. Viele Verantwortliche in der Unternehmenskommunikation neigen nach wie vor zu Schönwetter-Filmchen, wo die Akteure ihr weltweit führendes und gut aufgestelltes Plastikdeutsch ins Mikrofon stottern – aseptische Imagevideos zum Wegklicken. Wer gebaute Beiträge mag, kann das ja machen und sich stundenlang mit der Videobearbeitung herumschlagen. In der Regel ist das überflüssig.

Wer Konferenzschaltungen mit Livestreaming-Diensten übertragen möchte, also beispielsweise Roundtable-Gespräche mit Experten an unterschiedlichen Standorten, ist mit dem Google-Dienst Hangout on Air nach wie vor gut versorgt.

Seit dem 12. September ist diese Technologie allerdings nicht mehr an die Plattform Google+ gekoppelt. Jetzt muss man das über den eigenen YouTube-Channel organisieren. Auf die Funktion Video-Manager gehen, auf der linken Seite den Reiter „Livestreaming“ auswählen, dann auf „Events“ drücken und auf der rechten Seite den Button „Neuer Livestream“ aktivieren. Es erscheint, wie früher, der YouTube-Webplayer mit Titelzeile, Kalender zur Vorplanung, Beschreibungsmöglichkeit des Events und Keywords/Tags zur Suchmaschinen-Optimierung. Allerdings darf man nicht vergessen, unter Typ die Rubrik „Schnell per Google Hangouts On Air“ auszuwählen. Vorteil gegenüber Youtube Live: Man braucht keine externe Codierungssoftware. Einige dieser Programme kosten bis zu 500 Euro. Das Produkt OBS – Open Broadcast Software – ist zwar kostenlos, benötigt aber ein wenig Übung, um gute Live-Übertragungen hinzubekommen. So muss man ein wenig an den Einstellungen feilen, um bei der Signalbearbeitung die Lippensynchronisation hinzubekommen.

Generell sind die Livestreaming-Apps auf Smartphones und Tablets für spontane Stimmungsberichte, schnelle Sendekritik wie bei heute+ oder Making-of-Einblicke exzellent einsetzbar. Hangouts on Air und Youtube Live punkten bei der nachhaltigen Wirkung von Ereignissen – linear gesendet mit einem Live-on-Tape-Effekt, da beim Start des Livestreams sofort der virtuelle Rekorder auf YouTube anspringt und die Konserve schon während der Ausstrahlung angelegt wird. Ausführlich nachzulesen im Upload-Magazin.

Auch bei Audio tut sich einiges:

Siehe auch:

Radio: Sichtbar. Teilbar. Endlich.

Facebook Live Audio makes talk radio social, starting with the BBC

Introducing Live Audio

THE NEXT REVOLUTION IS VOICE

Bei Video und Audio kommt das seltener vor: Nur die Überschrift gelesen, trotzdem weitergereicht: Warum Social-Media-Buzz ein schwaches Signal für Qualität ist.

Nur Sterne zählen :-)
Nur Sterne zählen 🙂

Wunsch zum Schluss. Brauche noch Likes, um den Juptr-Autorenwettbewerb zu gewinnen. Abstimmung geht leider nicht unter dem Artikel – da muss man in die Gesamtansicht.

Auf ein Neues in 2017 🙂 Freue mich auf spannende Projekte, die ich mit Euch realisieren kann.

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Hangout on Air – Ein Nekrolog #SMCBN

Hangout on Air

Den Nachruf zum Livestreaming-Dienst Hangout on Air, den Google am 12. September abschaltet, gibt es heute live um 19 Uhr beim Social Media Chat Bonn.

Wie die Alternative Youtube Live eingesetzt werden kann, hab ich heute früh bereits via Facebook Live gezeigt.

Hier ist das Ergebnis – Hanogut über Youtube Live:

Man hört, sieht und streamt heute um 19 Uhr beim #SMCBN 🙂

Hangout on Air-Livestream via Google+ wird abgeschaltet

Unser Livestreaming-Opus hat noch ein paar Aspekte, die weiterhin aktuell bleiben :-)
Unser Livestreaming-Opus hat noch ein paar Aspekte, die weiterhin aktuell bleiben 🙂

Google+ als integrale Plattform für alle Dienste des Suchmaschinenkonzerns gehört schon lange der Vergangenheit an. Nun erwischt es auch die Livestreaming-Technologie Hangout on Air.

„Hangouts On Air ist ab dem 12. September nicht mehr über Google+, sondern über YouTube Live verfügbar. Für neue Hangouts On Air musst du daher YouTube Live verwenden. Nach dem 12. September können keine Livestreams mehr auf Google+ geplant werden. Bereits vorhandene Livestreams, die nach dem 12. September übertragen werden sollen, müssen zu YouTube Live verschoben werden“, teilt Google mit.

Überraschend ist diese Entscheidung nicht, denn seit rund gut drei Jahren gab es keine nennenswerten Veränderungen bei Hangout on Air. Die Entwickler wurden von diesem Projekt abgezogen. Die Hangout-App ist grottenschlecht, weitere Applikationen wie die Hangout Toolbox wurden nicht installiert, Interaktionen während der Liveübertragungen finden auf Google+ kaum noch statt im Gegensatz zu Facebook Live oder Periscope. Im Juni hatte ich bereits darüber geschrieben: Faktor 10 für Dialoge – Facebook Live als Katalysator für Interaktionen.

Bei Facebook spielt sich das Livestreaming-Geschehen in der eigenen Timeline ab. Das Video ist dort nach der Sendung sofort als Konserve verfügbar. Nutzt man noch ein zweites Gerät, kann man neben der Videoübertragung auch noch schriftlich auf Kommentare reagieren, Hinweise posten und auf andere Seiten verlinken. All das ist mit anderen Diensten nicht oder nur umständlich möglich. Bei Live-Hangouts bleibt noch die Möglichkeit der Konferenzschaltungen als Trumpfkarte übrig. Für Interaktionen kann man den Dienst vergessen. Das ist aber das Salz in der Suppe, so mein Kommentar vor zwei Monaten

Entscheidend ist dabei die mobile Variante für Livestreams. Hier hatten Hannes Schleeh und ich schon häufiger moniert, dass es Google verpennt hat, die Hangout-App aufzubohren und Liveübertragungen auch im mobilen Modus mit Konferenzschaltungen zu ermöglichen.

Das ist nun über Youtube Live möglich:

So richtest du Hangouts On Air mit YouTube Live ein:

Gehe in YouTube Studio zu Livestreams.
Klicke auf Neuer Livestream.
Wähle Schnell aus, wenn du Google Hangouts On Air verwendest.
Gib deinem Livestream einen Titel.
Klicke entweder auf Livestreaming jetzt starten oder plane deinen Livestream für einen späteren Zeitpunkt und gib die entsprechenden Details ein.
Verwende Hangouts für die Liveübertragung.

Mit ein paar Anlaufschwierigkeiten hatte ich das am 13. Juni mit David Brych ausprobiert. Es funktioniert.

Wer also Gäste dazuschalten möchte, muss jetzt diesen Weg gehen.

Das war es dann mit Hangout on Air als Google+-Dienst.

#Neuerfinden – Operation gelungen? #vdav #SocialTV

SocialTV

So. Endspurt beim vdav-Branchentreff in Berlin. Gestern begeisterten mich einige Sessions, die sich gegen den Bürokratismus und die alte Management-Denke in deutschen Unternehmen ins Zeug legten.

Besonders die Thesen von Frank Roebers, der die Fallstricke der Hierarchien thematisierte.

Aber auch Professor Lars Vollmer war gut in Form mit seinen Ausführungen zum Audit-Unsinn in Organisationen.

Über diese Neo-Bürokraten hatte ich mich ja auch schon mal ausgelassen 😉

Hier kommt das SocialTV Programm für den Finaltag:

10 Uhr: Tatort Kunde

11:15 Uhr: Vom diskreten Charme der Verzeichnisse

Und das Abschlussgespräch um 15:15 Uhr: #Neuerfinden – Operation gelungen?

Hoffe, ich konnte Euch einige interessante Infos über die Branche vermitteln.

Nächste Woche bin ich dann bei Fraunhofer in Stuttgart zu einem Livestreaming-Workshop.

Man hört, sieht und streamt sich aber schon heute 🙂

Vom diskreten Charme der Verzeichnisse – Auf nach Berlin #vdav #SocialTV

Man hört, sieht und streamt sich aus Berlin beim #vdav Branchentreff
Man hört, sieht und streamt sich aus Berlin beim #vdav Branchentreff

Wer kennt den Verband Deutscher Auskunfts- und Verzeichnismedien – kurz vdav? Bitte die Hand heben. Das werden nicht viele sein. Jeder kennt aber Telefonbücher und Gelben Seiten. Und genau hier liegt der Schwerpunkt des Wirtschaftsverbandes, der vom 31. Mai bis 2. Juni den jährlichen Branchentreff im Hotel Maritim in Berlin veranstaltet.

Es sind in erster Linie die Telefonbuch-Verleger. In Deutschland sind es nicht die Telcos, wie in anderen europäischen Ländern, die die Verzeichnis herausgeben, sondern rund 120 Verlage, die mit der Telekom-Tochter DETEMedien verbunden sind. Dazu zählen große Häuser wie Müller Medien oder Heise und auch ganz kleine Unternehmen. Sie produzieren das Telefonbuch, Das Örtliche und Gelbe Seiten.

Bonner Bürger-Buch

Aber auch Produkte wie das Bonner Bürger-Buch mit Stadtplan und Hinweisen über Service-Einrichtungen, Shoppen, Gesundheit, Kindergärten, Kultur, Bildung, Wissenschaft, Familie und Freizeit. Nützliches Opus zum Durchblättern.

Ähnlich wie bei meinen Initiativen für die Zeitschrift Boardreport, arbeitet der vdav an einer Verzahnung von Printprodukten und digitalen Formaten. Das kann man an den Themen der Keynotes, Panel-Diskussionen und Fachvorträgen des Branchentreffs ablesen.

Man kann es auch erkennen an den SocialTV-Sendungen, die ich während der drei Tage in Berlin ausstrahlen werde. Live und ungeschminkt aus dem Hotel Maritim stelle ich die Verbandsmitglieder vor und die Themen der Tagung.

Dabei geht es den vdav-Machern nicht um Nabelschau. Man sucht nach Impulsen, die von außen kommen, um Neues zu wagen. Keine Heizdecken-Vertriebssprüche, sondern Themen zum Durchbrechen des Alltagstrotts im Tagesgeschäft. Das brachten der vdav-Geschäftsführer Rhett-Christian Grammatik und der Branchentreff-Moderator Christian Bredlow im ichsagmal.com-Gespräch zum Ausdruck.

Ab Dienstag wird es eine geballte Ladung an SocialTV-Sendungen geben. Ihr könnt Euch an den Gesprächen beteiligen mit den Hashtags #vdav #SocialTV. Oder auf die jeweilige Google Plus-Eventseite klicken und den Fragebutton am Webplayer oben rechts nutzen.

Man hört, sieht und streamt sich ab Dienstag 🙂

Siehe auch:

Impulse zum #Neuerfinden – VDAV-Branchentreff 2016 in Berlin.

Knackige Statements im Live-Modus #ibmbcde @ConnyHeinke @wolflotter @sascha_p @axelopp ‏@haraldschirmer @olewin @digitalnaiv

Mobile Livestreaming-Studio auf der IBM BusinessConnect in Köln
Mobile Livestreaming-Studio auf der IBM BusinessConnect in Köln

Der Google-Dienst Hangout on Air eignet sich auch für mobile Szenarien. Periscope und Meerkat sind exzellent einsetzbar für spontane Stimmungsberichte, schnelle Sendekritik wie bei heute+ oder Making-of-Einblicke. Live-Hangouts punkten bei der nachhaltigen Wirkung von Ereignissen – linear gesendet mit einem Live-on-Tape-Effekt, da beim Start des Livestreams sofort der virtuelle Rekorder auf Youtube anspringt und die Konserve schon während der Ausstrahlung angelegt wird. Wer verspätet einen Hangout als Zuschauer anklickt, kann zurückspulen und danach wieder in den Live-Modus zappen.

Mit einem Laptop, vernünftigen USB-Mikrofonen oder einem Audio-Interface wie das Scarlett 2i2 von Focusrite für XLR-Mikrofone, einer externen Webcam, guter Beleuchtung und schnellem Internet ist das Livestreaming-Studio für unterwegs innerhalb von zehn Minuten aufgebaut.

Gigabit-Jubiläumssendung im Jahr 3995

Über Google+ wird die Veranstaltungsseite für die Live-Übertragung eingerichtet und fungiert wie eine Landing-Page. Sehr praktisch ist der Kalender, mit dem man Live-Hangouts terminieren kann. Es ist allerdings noch nicht möglich, eine Sendung für das Jahr 3995 zu fixieren. Zu diesem Zeitpunkt dürften wir das Merkel-Ziel der Gigabit-Gesellschaft erreicht haben, wenn wir uns beim Breitband-Ausbau weiterhin so anstrengen, wie in den vergangenen Jahren….. Für anstehende Konferenzen, Messen, Barcamps, Seminare, Lesungen, Workshops, Podiumsdiskussionen, Webinare und Kundenevents dürfte diese zeitliche Einschränkung kein Hindernis sein.

Improvisationskunst

Mich reizt das Unperfekte beim Livestreaming. Es gleicht der Improvisationskunst von Jazz-Musikern, schreibt Umberto Eco. Es werden Bilder erzeugt und zur Ansicht gebracht ohne die Möglichkeit der Wiederholung. Als Operator stürzt man sich in ein Gestaltungsabenteuer. Es geht um Zufall, Handlung und Überraschungen, wie beim SocialTV-Konzept, das ich für die IBM BusinessConnect realisiert habe.

Wenn etwa brandeins-Autor Wolf Lotter Empfehlungen für das Arbeiten in der Ablenkungsgesellschaft gibt, die sich deutlich abheben von den Digitalisierungsstrategien der Unternehmen. Es geht Lotter um die Rückkehr zur Konzentration. Computer müssen uns die Zeit freischießen, um geistig arbeiten zu können. Das kommt im öffentlichen Diskurs zu kurz.

„Wir kommen aus der Fabrikgesellschaft, aus der Industriegesellschaft und denken die Digitalisierung immer noch falsch. Wir organisieren uns in den Routinen der Industrialisierung.“

Die Netzökonomie dürfen wir nicht mehr im Maschinen-Kopf denken, sondern als individuelle Problemlösungs-Gesellschaft. Deshalb ist die Metapher von der Universalmaschine irreführend. Nicht mehr Routinen und Prozesse sollten der Mittelpunkt der Informatik sein. Es muss etwas Neues kommen, nämlich die Unterstützung des personalisierten Wissensprozesses. Das Hamsterrad-Prinzip sollte nicht mehr den Arbeitsalltag bestimmen. Genauso wenig das Duckmäusertum, wie im Top-Management von VW, bemerkt Ole Wintermann von der Bertelsmann-Stiftung.

Das Social Web lebt von der Partizipation und von der Autonomie, entsprechend müsse auch die Arbeitswelt neu ausgerichtet werden. Also soziale Netze in das Unternehmensleben integrieren, wie es Cornelia Heinke (Bosch) und Harald Schirmer (Continental) im Live-Hangout-Gespräch skizziert haben.

Klar und unverblümt äußerten sich Sascha Pallenberg von Mobile Geeks und der Analyst Axel Oppermann zur Allianz von IBM und Apple.

Die früheren Rivalen werden zu einem Machtfaktor bei Business-Anwendungen in Konkurrenz zu Microsoft, SAP, Cisco und Salesforce.

„Wir haben hier einen weiteren wichtigen Player im Markt in der Kooperation von Hardware, Software und Software-Entwicklung. Hier muss sich jeder angegriffen fühlen, der in diesem Umfeld unterwegs ist“, so Pallenberg.

Knackige Aussagen, die nur im Live-Modus möglich sind. Entsprechend schmeckt am Schluss des Tages auch das SocialTV-Bier 🙂

Wir sehen, hören und streamen uns beim NextSendezentrum der Next Economy Open am 9. und 10. November in Bonn.

Ausführlich nachzulesen in meiner heutigen The European-Kolumne, die im Laufe des Tages erscheint.

Vernetzte Welt ohne Kennzahlen-Wahn: absatzwirtschaft zur #NEO15

NEO-Werkstatt

In Zukunft werden vor allem solche Unternehmen erfolgreich sein, die neue Netze knüpfen und nationale Grenzen überschreiten. Die NEO15 versteht sich als Dialogplattform, die notwendige Qualifikationen thematisiert. Hab ich so der absatzwirtschaft gesagt:

Wenn sich die Digitalisierung vornehmlich in Reports und Kennzahlen zeigt, ist das Ausdruck der Hilflosigkeit einer durchorganisierten Gesellschaft in einer vernetzten Welt, meint Gunnar Sohn. Der Wirtschaftspublizist veranstaltet am 9. und 10. November die erste Next Economy Open (NEO). Dort treffen Entscheider und Praktiker aus Wirtschaft, Verbänden und Wissenschaft auf Macher und „Bessermacher“ der Netzszene – und diskutieren den vernetzten Individualismus

NEO_Programm erster Tag

Das Motto der ersten Next Economy Open lautet „Matchen, Moderieren und Managen“. Ziel ist es, das „Digitale“ und „Analoge“ zusammen zu bringen und in einem offenen Format lösungsorientiert über Herausforderungen und Chancen der vernetzten Wirtschaft zu sprechen.

Gerade Mittelständler seien stark von ihrer Leistung geprägt sowie von Innovationen und Patenten, erläutert Sohn weiter. Viele Unternehmen hätten Schwierigkeiten, das zu kommunizieren, was sie ausmacht. Digitale Projekte leben jedoch von Dialog und dem Austausch von Wissen. Entsprechend sieht das Programm der NEO15 Keynotes, Sessions und Workshops zu den Themen „Kundendialog“, „New Work“, „Digitales Unternehmen“ und „Growth Hacking“ vor. Etabliert werden soll der „Next Economy Dialog“ als nachhaltiges Format, so dass es ein ständiges Forum geben soll für Treffen, Expertendiskussionen, Studien und Gesprächsformate.

Impulse für ein neues Netzwerkdenken

Die Session von Patrick Breitenbach beispielsweise, er lehrt Internationales Medienmanagement an der Karlshochschule, thematisiert Markenführung im digitalen Zeitalter. Breitenbach nimmt den „anspruchsvollen und undankbaren Prosumenten“ in den Blick, der sich mit anderen Kunden über Produkte, Preise und Marken kritisch austauscht und zu allem Überfluss auch noch nervige Werbeanzeigen blockiert und langweilige Advertorials ignoriert. Dieser neue Konsument sei nicht mehr abhängig von dem Informationsstand eines überschaubaren Zirkels aus Marketingmanagern, PR-Leuten, Journalisten und sonstigen Medienmachern.

NEO_Programm zweiter Tag erster Teil

Der Marken- und Medienexperte wird erläutern, an welchen Stellen in Unternehmen ein radikales Umdenken in Richtung Netzwerkdenken dringend gefragt ist und an welchen Stellen man das zig1000jährige Rad aus Sicht der Markenführung nicht gleich komplett neu erfinden muss.

Eine Keynote gibt es auf der NEO15 außerdem vom Politik-Berater und ehemaligen Top-Manager Thomas Sattelberger. Er spricht über „Unternehmensbürger, digitale APO und Offline-Rebellen“, denn er beklagt, dass abhängig Beschäftigte auch heute nicht offen ihre Meinung äußern könnten.

NEO_Programm zweiter Tag zweiter Teil

Um eine Demokratisierung in Unternehmen zu erreichen, müsse im Grundgesetz das Recht eines mitarbeitenden Menschen auf Meinungsäußerung verankert werden. „Wir erleben geradezu eine Explosion an neuen Möglichkeiten der Beteiligung durch die Digitalisierung, da kann die Wirtschaftswelt nicht hinterherhinken“, sagt Sattelberger. Letztlich sei mehr Pluralismus und Unterschiedlichkeit in jeder Organisation gefragt, um auf das Konto der Wetterfestigkeit einzuzahlen. Der aktive Ruheständler sieht seine Aufgabe darin, „die geschlossenen Systeme der Deutschland AG aufzubrechen und zu transformieren“.

Dazu passt auch der heutige Live-Hangout zum Thema Unternehmensdemokraten mit Andreas Zeuch, Matthias Wendorf und Bastian Wilkat.

Siehe auch:

Digitale Innovationen brauchen Freiheit in Unternehmen.

Zur Next Economy Open.

Man hört, sieht und streamt sich im Netz: Was Google-Hangout von #Meerkat und #Periscope lernen kann

Livesteaming für jedermann
Livesteaming für jedermann

Was habe ich mir in den vergangenen Jahren die Finger wund geschrieben über die Möglichkeiten im Netz, auch die letzte massenmediale Bastion zu stürmen: Live-TV. Mein Favorit war dabei der Google-Dienst Hangout on Air, der nach wie vor die meisten Möglichkeiten für die Graswurzelrevolution der TV-Autonomen bietet. Nicht nur Einzelübertragungen, sondern Liveschalte mit mehreren Teilnehmern, Einspieler, Außenreportagen, Livestreaming via Drohnen, Greenscreening, Youtube als virtueller Rekorder für die Anschlusskommunikation im Netz, verschiedene sinnvolle Apps wie die Hangout-Toolbox und vieles mehr.

Den Hintern hat Google mit Hangout on Air nie so richtig hoch bekommen. Das liegt wohl an der engen Bindung mit Google Plus – eher ein träges Social Web-Grab. Die Frage-Button über die Google Plus-Eventseite ist beschaulich, Interaktionen laufen eher über Hashtags, die man über Twitter einfängt. Größtes Manko: Die Hangout-App für mobile Geräte, mit der man Livestreams mobil nicht starten kann. Google sollte hier schnellstens nachbessern und den gesamten Hangout-Kosmos von Google Plus abtrennen und als eigenständige Anwendung etablieren. Sonst werden Apps wie Meerkat und Periscope das Rennen machen, wie Richard Gutjahr in einem Blogbeitrag eindrücklich skizziert hat: Realtime-Journalismus – Livestream ist der neue Mainstream.

Livestreaming-Apps für die TV-Autonomen
Livestreaming-Apps für die TV-Autonomen

Sein Credo: Livestreaming-Apps werden die Art und Weise verändern, wie wir die Welt sehen.

„Nachdem Periscope nun live und damit in den Händen von Zigtausend Early Adoptern rund um den Globus ist, muss ich mich korrigieren: Der Wandel ist noch um einiges radikaler, als ich mir das hätte vorstellen können.“

Richard dokumentiert das am Beispiel der Gasexplosion im New Yorker East Village. Schnelle Smartphone-Reportagen sind der aufwändigen Berichterstattung deutlich überlegen. Die beste Berichterstattung am Tag des Gas-Unglücks sei nicht von einem traditionellen Fernsehsender gekommen.

„Auch nicht von einem erfahrenen TV-Reporter. Er stammt von einer engagierten Mitarbeiterin von Mashable, einer Tech-lastigen Nachrichten-Website, die heuer ihr 10jähriges Bestehen feiert. Die Reporterin begnügt sich an diesem Tag nicht etwa mit einem einzigen Livestream. Weil Periscope noch neu ist und viele Mashable-Leser sich gerade erst mit Meerkat angefreundet haben, bringt sie es tatsächlich fertig, mit zwei (!) iPhone 6 Plus (!!) in den Händen durch die Straßen von Manhattan zu laufen um dabei live zu kommentieren, was sie sieht.“

Während der TV-Reporter an seinen Ü-Wagen gefesselt sei und sich nur wenige Meter von seiner Standup-Position entfernen darf, konnte die Mashable-Reporterin frei herumlaufen.

„Durch diese subjektive Kameraperspektive habe ich zeitweise sogar das Gefühl, als liefe ich selbst mit ihr durch die Straßen von Manhattan, ein bisschen so, wie in einem Computerspiel.“

Was Journalisten aus diesem Fallbeispiel lernen können, hat Richard ausführlich dargelegt. Das muss ich hier nicht wiederholen. Wenn Ihr auf ichsagmal.com in der Suchfunktion Livestreaming, Ü-Wagen, Jedermann-TV oder TV-Autonome eingebt, werdet Ihr mit weiteren Blogpostings überschüttet.

Meerkat

Heute Nachmittag um 16 Uhr werde ich Hangout on Air und Meerkat bei der Live-Übertragung wieder im Doppelpack einsetzen.

Der Erdmännchen-Dienst gefällt mir übrigens besser als Periscope. Mehr Zuschauer, bessere Chatfunktion und mehr Interaktion. Aber Periscope ist ja erst seit wenigen Tagen auf dem Markt. Da wird sich noch einiges ändern. Auch bei der Frage Hochformat versus Querformat.

Aus aktuellem Anlass habe ich mal das komplette neunte Kapitel des gemeinsam mit Hannes Schleeh verfasstung Livestreaming-Opus (erschienen im Hanser-Verlag) auf Medium.com veröffentlicht.

Man hört, sieht und streamt sich im Netz 🙂

Doppelter Livestream mit #Meerkat und #HangoutonAir – Autorengespräch zum #Innovationsstau in Deutschland mit @staeudtner

Wie setzen sich Innovationen durch?
Wie setzen sich Innovationen durch?

Zur neuen Livestreaming-App Meerkat, die eng gekoppelt ist mit Twitter, gab es höchst unterschiedliche Reaktionen: Alter Hut, schlecht gemacht, neuer Stern am Social Web-Himmel, warum keine Archivierung, bislang nur sinnlose Spontan-Livestreams, bescheuerte Hochkant-Videos oder smarte Interaktions-Plattform für Bewegtbilder – so ungefähr kann man die Kommentare in den vergangenen Tage zusammen fassen.

Beim heute startenden Digital-Festival South by Southwest im texanischen Austin planen die Meerkat-Macher den großen Wurf:

„Wir bauen eine spezielle Seite, die aus drei Komponenten besteht: Es wird ein Line-up geben, wo jeder sehen kann, wer zur Konferenz geht und Meerkat nutzt. Dann werden wir die Top 10 der geplanten Meerkat-Sessions auflisten. Und dann kann man sich noch anzeigen lassen, welche Meerkat-Livestreams die meisten Interaktionen haben. Also die meisten Zuschauer, die meisten Kommentare“, erläutert Ben Rubin im kress.de-Interview.

Meerkat ist ein sehr flüchtiges Medium für die Twitter-Echtzeitkommunikation. Roman Rackwitz brachte mich bei seinem Livestreaming-Test mit dem Erdmännchen-Dienst auf die Idee, die synchrone Ausrichtung mit einem asynchronen Dienst zu koppeln. Ich werde also heute um 11 Uhr das Autorengespräch mit Jürgen Stäudtner über sein neues Buch „Innovationsstau“ mit Hangout on Air UND Meerkat live streamen.

Beim Live-Hangout habe ich ja den virtuellen Rekorder namens Youtube im Rücken, was den eigentlichen Vorteil der Anwendung ausmacht, bei Meerkat habe ich die enge Anbindung an mein Twitter-Netzwerk.

Kommentieren kann man also entweder über den Frage-Button der Google Plus-Eventseite oder über den Chat von Meerkat. Mal schauen, bei welchem Dienst die Interaktionen und die Aufmerksamkeitsspirale besser laufen. Man hört und sieht sich gleich im doppelten Livestream 🙂

Warum der Haniel-Clan und andere Vermögende in Deutschland schlechte Innovatoren sind: Live-Hangout mit Buchautor @Staeudtner

Innovatoren gesucht
Innovatoren gesucht

Wenn Unternehmen nicht in die schwierige Entwicklung von wirklich Neuem investieren, dann werden sie nach Auffassung von Paypal-Gründer Peter Thiel bedeutungslos, egal welche Gewinne sie heute erzielen. Was passiert, wenn wir unsere ererbten Unternehmen so lange weiter optimieren, bis wir sie restlos ausgeschöpft haben, fragt sich Thiel.

„So unglaublich es klingen mag, die Folge wäre eine schlimmere Krise als die des Jahres 2008. Die Best Practices von heute führen morgen in die Sackgasse.“

Aber genau unter diesem Syndrom leide die Deutschland AG, bemerkt Stäudtner. Ausführlich nachzulesen in seinem neuen Buch “Deutschland im Innovationsstau – Wie wir einen neuen Gründergeist erschaffen”.

„Die reichsten Deutschen haben ihr Vermögen geerbt oder konnten sich ins gemachte Nest begeben. Deutsches Geld ist also relativ altes Geld. Das hat massive Auswirkungen auf das Denken der Eigentümer der Firmen, der Investoren. Während gerade in Großbritannien und Amerika die Reichsten laufend Schlagzeilen mit gewagten Investitionen machen, herrscht bei uns Funkstille“, schreibt Stäudtner in seinem Opus.

Und in dieser Passage steckt richtig Zündstoff drin:

“Wenige vermögende Deutsche investieren mutig. Dazu zählen die Tengelmann-Familie Haub sowie die Verleger-Familien Springer, Holtzbrinck und Burda. Ansonsten sind eher die Haniels typisch. Anfang des 19. Jahrhunderts wurden sie durch die Schwerindustrie des Ruhrgebiets vermögend. Heute hat das Familienunternehmen Franz Haniel & Cie. GmbH über 500 Gesellschafter und hält Beteiligungen an mehreren Hundert Unternehmen – die bekannteste Beteiligung ist der 30prozentige Anteil an der Metro AG. Wenn man was hört von der Familie, dann ist es Streit über Auszahlungen an die Gesellschafter oder Forderungen an die Beteiligungen. Die Familie ist rein finanziell orientiert. Visionen oder Leidenschaft sucht man hier vergebens. Im Prinzip agiert der Clan wie ein Hedge-Fonds. Die Eigentümer deutscher Unternehmen sind oft reiche Deutsche und der Staat. Viele deutsche Firmen sind oder waren deshalb im Würgegriff der Erben—Generation, die kurzfristig Erträge sehen will. Der Rest der Investoren kommt aus dem Ausland, aus Arabien und via Fondsgesellschaften aus Amerika.”

Die Deutschen seien stolz auf ihre technisch überlegenen Produkte – made in Germany. Wenig Platz bleibe für Ideen, Innovation und Leidenschaft.

“Erfolgreiche Innovatoren trauen sich Dinge zu tun, die sonst keiner tut. Sie brechen Regeln, stören Gewohnheiten”, weiß Stäudtner.

Genügend Stoff für ein spannendes Autorengespräch mit Jürgen Stäudtner zu seinem neuen Buch via Hangout on Air. Ihr könnt über den Frage-Button auf der Google-Plus-Eventseite kräftig mitdiskutieren (der Frage-Button findet sich rechts oben am Video – Eure Einwürfe erscheinen dann bei mir direkt in der Operator-Ansicht).

Google Plus-Eventseite - Hinweis auf Frage-Button!
Google Plus-Eventseite – Hinweis auf Frage-Button!

Man hört und sieht sich am Freitag, den Dreizehnten März!!!! Die Liveübertragung beginnt um 11 Uhr.

Siehe auch:

So wird das nichts mit den Innovationen für ein schnelles Internet.

Mit dem Industrielobbyismus können wir auch keinen Blumentopf gewinnen: Freihandelsabkommen – Industrieverband räumt falsche Angaben über TTIP ein.