Merkel-TV via Hangout on Air: Google-Propaganda und Verstoß gegen den Rundfunkstaatsvertrag?

Merkel-Hangout-Mashup

Gestern verkündete Bundeskanzlerin Angela Merkel den Start eines neuen Sendeformats, der live über den Google-Dienst Hangout on Air ins Netz gestreamt wird.

Für Spiegel Online ist das ein perfektes Unterfangen für den Suchmaschinen-Konzern, da Google+ als Antwort auf Facebook nicht so richtig in die Gänge kommt. Und die bislang erreichte Nutzerzahl laufe nicht ganz freiwillig:

„Google bewirbt seine Facebook-Konkurrenz massiv und verknüpft sie mit anderen Diensten wie zum Beispiel YouTube.“

„Es überrascht also, dass sich Angela Merkel ausgerechnet dieses Medium ausgesucht hat, um die Menschen zu erreichen“, so Spiegel Online.

Nach dieser Logik wirbt also Merkel für Google+. Ähnlich wie US-Präsident Barack Obama und Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon. Nun möchte ich mich hier nicht zum Fürsprecher der neuen Live-Sendung von Frau Merkel aufschwingen. Was da am 19. April mit sechs handverlesenen Bürgerinnen und Bürgern über die Bühne gehen wird, ist wohl eher ein keimfreier Ringelpietz mit Anfassen.

Merkel-Hangout-Mashup 2

Fragen dürfen nur im Vorfeld gestellt werden, die dann wahrscheinlich wohldosiert von einem Moderator in die Diskussion eingeworfen werden – da hat man dann genügend Zeit, der Kanzlerin einen entsprechenden Waschzettel für die Antworten vorzubreiten. Mit Echtzeit-Interaktion und einem direkten Dialog mit der Bevölkerung hat das nichts zu tun. Es wirkt eher gekünstelt und lächerlich, wie auch das gestrige Ankündigungsvideo von Frau Merkel.

Aber ist das nun kostenlose Propaganda für Google? Wenn das so ist, dann zählt Spiegel Online zu den PR-Sturmgeschützen des Internet-Giganten. Kaum eine Online-Präsenz profitiert mehr von den Google-Diensten wie der Spiegel.

„Laut einer Aussage von Google-Sprecher Kay Oberbeck werden pro Minute rund 100.000 Klicks von Google auf Internet-Seiten von Verlagen weitergeleitet. Verlage strengen sich mit aberwitzigen redaktionellen Verrenkungen an, möglichst häufig und großflächig bei Google News gelistet zu sein, weil auch dies enorme Traffic-Zuwächse bringt“, schreibt Meedia.

Und Spiegel Online zählt zur ersten Garde, was die Zugriffsraten anbelangt. Und das wird ja auch kräftig befeuert über Suchmaschinen-Optimierung, Social Web-Präsenzen, Einbindung der Google+-Facebook-Twitter-Buttons zum Teilen im Netz und der Nutzung von allen Diensten, die die Internet-Konzere zur Verfügung stellen wie etwa Youtube.

Da sind wir dann wieder mitten in der netzpolitischen Debatte, die ich in der vergangenen Woche begonnen habe. Wer also in der Netzöffentlichkeit mitspielen will und auf Facebook oder Google+ aktiv ist, zählt wohl automatisch zu den willfährigen PR-Agenten der amerikanischen Internet-Konzerne. Das ist etwas zu simpel gedacht. Im Lunchtalk der Wirtschaftswoche habe ich mich zum Geschäftsgebaren von Google geäußert.

Auch meine kritischen Beiträge zu den AGB-Diktatoren des Netzes dürften bekannt sein. Soll man als Konsequenz in ein digitales Exil abwandern und sein Dasein in der Bedeutungslosigkeit einer netzpolitischen Filterblase fristen? Das sehe ich anders.
Wenn der Berg nicht zum Netzpropheten kommt, muss der Netzprophet zum Berg gehen.

Allerdings heißt das nicht, sich widerstandslos die Hände der AGB-Diktatoren zu begeben und die Notwendigkeit eines freien Netzes in den Wind zu schießen. Man müsse gegenüber Facebook und Co. für Plattformneutralität kämpfen, fordert beispielsweise Michael Seemann. Man kann sollte das eine tun, ohne das anderes zu lassen. Deshalb ist die Nutzung des Google-Dienstes für Live-Videostreaming immer noch eine fantastische Sache, die leider von anderen Anbietern so nicht bewerkstelltigt wird. Wir nutzen diesen Dienst, ohne uns den Mund verbieten zu lassen – schon gar nicht von Google.

Weit wichtiger finde ich die Frage, ob es beim neuen Live-Format der Bundeskanzlerin irgendwelche Sonderrechte gibt nach dem George Orwell-Motto:

Klar ist nur, nach dem Rundfunkstaaatsvertrag ist die Merkel-TV-Sendung „Rundfunk“. Ohne Sendelizenz wäre das ein Verstoß gegen das Amtsschimmel-Gesetz.

Und das wäre dann doch eine recht nette politische Komplikation, die von allen mit Interesse verfolgt wird, die zur Hangout on Air-Community zählen und sich teilweise nicht trauen, eigene Formate auf die Beine zu stellen.

Mal schauen, was die Pressestellen des Kanzleramtes und der Landesmedienanstalt Berlin zur Notwendigkeit einer Sendelizenz sagen werden. Unser Un-Buch-Projekt über die Streaming Revolution bekommt neue Nahrung 😉

Kanzlerin mit der Lizenz zum ….: Neues Hangout on Air-Format der Regierungschefin rechtswidrig? #bloggercamp

https://twitter.com/walli5/status/319443631985549314

Eine harmlose Frage zum neuen Jedermann-TV-Format der Kanzlerin und eine eindeutige Antwort des Beraters Axel Wallrabenstein haben mich auf die Idee gebracht, doch mal bei der Medienanstalt Berlin-Brandenburg nachzufragen, ob die Regierungschefin eine Sendelizenz nach dem Rundfunkstaatsvertrag benötigt (dat werde ich wohl morgen machen).

Schließlich gibt es einen Sendeplan, ein Datum (19. April), potenziell mehr als 500 Zuschauer – also Rundfunk. Bin auf die Begründung für den 007-Sonderstatus gespannt, lieber walli5.

Rösler und Schleeh auf dem IT-Gipfel

Wir kämpfen ja nun schon eine Weile für einen Ausnahmetatbestand für Video-Livestreaming im Netz, da ist die Sendung von Merkel eine Steilvorlage, um unsere Reformvorschläge für den Rundfunkstaatsvertrag, die wir Bundeswirtschaftsminister Rösler auf dem IT-Gipfel übergeben haben, mit etwas mehr Dynamik wieder ins Gespräch zu bringen.

Wir werden das heute um 18,30 Uhr in der unserer Bloggercamp-Sendung mit Sendelizenz der bayerischen Landesmedienanstalt vertiefen 🙂 Twitter-Zwischenrufe mit dem Hashtag während unserer Sendung würden uns wieder sehr erfreuen.

Siehe auch:

Bundeskanzlerin nutzt Google-Hangout zum Dialog.

Banken, Boni und Protzereien: Crowdfunding als Finanzierungsalternative #lunchtalk #wiwo

Wiwo Lunchtalk in der Vorbereitunsphase

Das Image von Banken und Börsen ist im Eimer. Und das wird sich wohl in den nächsten Jahren nicht ändern. Da können die Finanzinstitute noch so viele „Kunden“ in Jogginganzügen über den TV-Bildschirm laufen lassen und Verkaufssprüche loslassen wie „Vertrauen Sie dem Testsieger“ oder „fairste Bank“. Wenn um die Finanzierung von Produkten, Diensten, Ideen und Firmen geht, setzt sich Crowdfunding immer mehr durch.

Warum? Weil man nicht mehr abhängig ist von irgendwelchen Finanzmanagern im feinen Zwirn und Kolbenfüllhaltern von Montblanc, um in der Tagesmappe über Wohl und Wehe von Businessplänen zu entscheiden. Die Crowd im Netz für eigene Projekte begeistern, auf Augenhöhe mit den Unterstützern kommunizieren und im Dialog das angestrebte Finanzziel erreichen – so könnte eine Ökonomie der Selbermacher aussehen. Das war Thema des heutigen Lunchtalks der Wirtschaftswoche, in dem ich als Gesprächsgast Rede und Antwort stand.

Das ist aber auch Thema meiner heutigen Kolumne für das Debattenmagazin „The European“: Es geht um die Makers-Bewegung, die eng verbunden ist mit der Crowdfunding-Philosophie.

„Durch die Maker-Bewegung verändert sich langsam das Gesicht der Industrie; der Unternehmerinstinkt erwacht und Hobbys werden zu kleinen Unternehmen. Tausende Maker-Projekte Crowdfunding-Websites wie Kickstarter finanziert, wo allein im Jahr 2011 fast 12.000 erfolgreiche Projekte, von Design und Technik bis Kunst, knapp 100 Millionen Dollar erzielten“, erläutert der ehemalige Wired-Chefredakteur Anderson, der mittlerweile Vorstandschef von 3DRobotics ist sowie Gründer von DIY Drones.

Oder schauen wir uns doch den Erfolg der Spielekonsole Ouya an, die über die Plattform „Kickstarter“ finanziert wurde. Das Finanzierungsziel lag bei 950.000 Dollar und in die Kasse kamen schließlich rund 9 Millionen Dollar von 63.000 Unterstützern – die jetzt als Promotoren den Konsolenmarkt aufmischen werden. 46.000 davon haben das Dankeschön-Paket mit 99 Dollar gezeichnet – also den Verkaufspreis für das Indie-Gerät. Welcher Risikokapitalgeber hätte das denn unterstützt bei Konkurrenten wie Sony, Microsoft und Nintendo. Und wer erschließt aus dem Stand heraus 46.000 Abnehmer – und das sogar vor dem offiziellen Marktstart im Juni?

Auch wenn die Makers- und Crowdfunding-Bewegung noch vergleichsweise bescheidene Anteile an der volkswirtschaftlichen Gesamtleistung aufweist, bin ich davon überzeugt, dass sich hier Verschiebungen der Ökonomie im Ganzen vollziehen.

In unserer Bloggercamp-Sendung um 18,30 Uhr werden wir über dieses Thema weiter diskutieren. Wer Lust hat, in der Gesprächsrunde mitzuwirken, kann sich bei mir oder Hannes Schleeh gerne melden.

Startnext-Projekt des Bloggercamps

Wir werden über das neue Hangout on Air-Format der Wiwo sprechen, über den Fortgang unseres Startnext-Projektes zur Streaming Revolution für Jedermann TV, über die erfolgreiche Startnext-Kampagne des Kabarettisten Dieter Hildebrandt für Störsender.tv und über Second Screen statt TV-Einschaltquote.

Man hört und sieht sich 🙂

Siehe auch:

Aus einem digitalen Projekt kann sogar eine Ladengründung entstehen, wie MyMuesli unter Beweis stellt.

Leider ist die isländische Crowdsourcing-Verfassung am Parlament vorerst gescheitert. Die haben die Lehren aus der Finanzkrise auch nicht gezogen, die Parlamentarier meine ich.

#Lunchtalk der Wiwo heute um 12 Uhr zur Crowdfunding-Bewegung – Gast: Icke #hoa

Eine prima Idee der Wirtschaftswoche, täglich um 12 Uhr mit einem Gast einen Lunchtalk zu machen. 15 Minuten, kurz vor der Mittagspause. Und noch besser: Die Wiwo-Moderatoren Franziska Bluhm und Sebastian Matthes übertragen das Ganze live ins Netz mit dem Google-Dienst Hangout on Air. Heute bin ich zu Gast und spreche über Crowdfunding.

Stichpunkte: Inwiefern verändert Crowdfunding/Corwdinvesting die Wirtschaft? Wo liegen die Unterschiede? Welches sind die besten Plattformen? Welches sind die faszinierendsten auf diese Weise finanzierten Ideen? Wie entsteht damit eine neue Art der Ökonomie?

Meine Position hatte ich ja vor einiger Zeit in meiner Kolumne für das Debattenmagazin „The European“ dargelegt:

Es ist die perfekte Form einer Ökonomie der Beteiligung, die sich im Crowdfunding manifestiert. Es könnte das etablierte Finanzsystem in den Schatten stellen, Unternehmensgründungen beflügeln, als Katalysator für Innovationen fungieren und für eine Demokratisierung der Beziehungen zwischen Unternehmen und Konsumenten beitragen.

Man erlebt dabei immer mehr Menschen, die ohne Zwang, ohne Abo-Modelle, ohne Zahlungsschranken und ohne Schutzgesetze bereit sind, freiwillig für Start-ups, Kunst, Kultur oder Journalismus zu bezahlen. Sie widerlegen damit die Dauerschwätzer des Establishments, die nach staatlichen Hilfen schreien, um nicht durch die vermeintliche Kostenlos-Mentalität der Netzbewohner in den Abgrund gestürzt zu werden.

In der Lunchtalk-Premierensendung war gestern übrigens Finanzblogger Dirk Elsner.

Heute Abend um 18,30 Uhr sind wir dann wieder mit unserem Bloggercamp auf Sendung 🙂

Netzwerke für Live-Streaming: Für Youtube interessant? #breitband #bloggercamp

Startnext Foto

Bram Cohen von BitTorrent will das klassische Fernsehen töten. Eine wohl eher scherzhafte und provokante Bemerkung. Mit Peer-to-Peer-Live-Streaming will er zumindest die technischen Voraussetzungen schaffen, um Videoübertragungen im Netz ohne zentrale Infrastruktur über Millionen von Computern in hoher Qualität zu ermöglichen. Er denkt dabei an die Ausstrahlung von Computerspiel-Turnieren, Sportereignissen, Konferenzen und sonstige Veranstaltungen, die sich für Live-Übertragungen eignen.

„Millionen zeitgleiche Abrufe auf Videodateien oder Millionen Zuschauer eines Livestreams, das bedeutet hohe Kosten und Belastung der Infrastruktur. Genau das will BitTorrent Live ändern. Mit der Technik wird jeder Zuschauer Teil des Streaming-Netzwerks. Die Last wird auf alle Zuschauer verteilt“, so die Breitband-Redaktion des Deutschlandradios.

Hört man sich Radiosendungen über einen Livestream an, dann empfängt der Nutzer pro Sekunde einen Datenstrom von bis zu 128 Kilobit pro Sekunde. Ein Live-Video in HD-Qualität produziert locker das Zwanzigfache an Daten. Und der Videostreaming-Markt ist noch gar nicht so richtig zur Entfaltung gekommen. Was wir jede Woche bei unseren Bloggercamp-Sendungen merken, die über den Google-Streamingdienst Hangout on Air übertragen werden. Kaum einer der Interviewgäste, die wir in die Diskussionsrunden holen, hat vorher Erfahrungen mit Hangout on Air gemacht. Insofern könnten Netzwerke für Live-Streaming zu einer Entlastung des Netzes beitragen und die Jedermann-TV massentauglich machen.

Alexander McWilliam, der das Videostreaming-Angebot der Berliner Philharmonie mitentwickelt hat, sieht das skeptisch:

„Ob der Ansatz von BitTorrent funktioniert, ist noch nicht klar. Ich würde erwarten, dass etwa Youtube oder Netflix auf so eine Technologie anspringen würden. Aber sie tun es noch nicht“, so McWilliam im Breitband-Interview.

Wenn das Netz vor dem Kollaps stünde, würde Peer-to-Peer das Problem nur verschieben.

Ist das so? Wandelt Bram Cohen auf dem Holzweg? Und interessiert sich Google/Youtube für den Ansatz von BitTorrent, um beispielsweise über Hangout on Air Übertragungen in einer besseren Qualität zu ermöglichen? Bislang sind ja die Übertragungsmöglichkeiten über den Streaming-Dienst von Google technisch limitiert. Diese Fragen würde ich gerne in einer unserer nächsten Bloggercamp-Sendungen aufgreifen und natürlich auch in unserem Un-Buch-Projekt über die Streaming Revolution einfließen lassen.

Siehe auch:

How to Vastly Improve Your Video Delivery by Getting Rid of Your CDN.

GEMA-Aprilscherz, Streaming Revolution und die Ökonomie der Selbermacher

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Am Ostermontag ist mir ja ein ziemlich derber GEMA-Aprilscherz gelungen, der eine Solidaritätswelle im Netz auslöste, die sogar bis zu Telefonanrufen reichte. Das ist ein gutes Gefühl, sollte wirklich mal der Ernstfall eintreten. Gleichzeitig ist die Reaktion auf meinen heutigen Beitrag auch ein Beispiel, was man heutzutage alles für möglich hält in der bescheuerten Urheberrechtsdebatte. Ein Indikator, wie sehr auch die Mashup- und Remix-Bewegung durch diese ganze Panikmache zum geistigen Eigentum in Mitleidenschaft gezogen wird und man sich bei jeder Collage, bei jedem Mitschnitt von Audio- oder Videobeiträgen mittlerweile Gedanken macht, ob nicht irgendein Abmahn-Gichtling auf den Plan gerufen wird.

Für meine The European-Kolumne am Mittwoch plane ich übrigens einen Artikel über die Ökonomie der Selbermacher – hat ja auch sehr viel mit der Mashup- und Remixbewegung zu tun. Das gilt eben auch für die Streaming Revolution „Hangout on Air“, die es jedem ermöglicht, TV-Produzent in eigener Sache zu werden. Und das gilt natürlich auch für die immer größer werdende Crowdfunding-Bewegung.

Auf das neue Buch von Chris Anderson „Makers“ gehe ich am Mittwoch natürlich auch ein. Alles weitere im Video.

Meinungen zur Ökonomie der Selbermacher natürlich wieder gefragt. Kontaktiert mich bis morgen so gegen 14 Uhr.

Zu Aprilscherzen siehe auch: Google Nose und David Hasselhoff in Nordkorea

Richard Gutjahr geht heute auf das Selbermacher-Projekt von Dieter Hildebrandt ein: Stör langsam – Dieter Hildebrandt goes Web-TV.

Forever Young? Nicht mit der GEMA: Abmahnung erhalten

Selbst die Sperrtafel darf ich nicht einblenden

Was als harmloser Scherz begann, wird jetzt bitterer Ernst. Mein ironischer Youtube-Beitrag unter dem Titel „Mikrofon-Stresstest-Gema-Ärger-Video“ hat die Rechtsabteilung der GEMA wohl auf die Palme gebracht.

Das Ganze wird nicht als Satire gesehen, sondern als vorsätzlicher Verstoß gegen das Urheberrecht.

Die GEMA bezieht sich in ihrem Abmahnschreiben, das ich am Samstag als Einschreiben mit Rückschein erhielt, auf Paragraf 97 UrhG und formuliert auf dieser Grundlage ihre Beseitigungs- und Unterlassungsansprüche. Die Gralshüter des geistigen Eigentums behalten sich Schadenersatzansprüche gegen meine Person vor. Als Rechtsinhaber verlangt die GEMA die sofortige Löschung meines Videos mit der rechtswidrigen Ausstrahlung des Songs „Forever Young“ der Gruppe Alphaville. Ich muss mich verpflichten, es ab sofort zu unterlassen, das geschützte Werk oder einzelne Teile hiervon im Internet der Öffentlichkeit zugänglich zu machen oder öffentlich zugänglich machen zu lassen.

Für den Fall einer zukünftig eintretenden schuldhaften Verletzung des Unterlassungsversprechens bin ich zur Zahlung einer angemessenen Vertragsstrafe verpflichtet, deren Höhe nach billigem Ermessen bestimmt wird und im Streitfall vom zuständigen Gericht überprüft werden kann.

Auch wurde mir untersagt, an die Stelle des Videos eine Sperrtafel einzublenden. Dingdong. Das wird jetzt wohl ein teurer Scherz.

Bin auf die Kostennote des von der GEMA beauftragten Rechtsanwalts gespannt.

Vielleicht starte ich ja via Startnext eine Crowdfunding-Initiative, um Geld zu sammeln für den Gerichtsprozess gegen die GEMA. Denn ich werde wohl die Unterlassungserklärung nicht unterzeichnen. Hoffe auf Eure Unterstützung. Ansonsten noch frohes Osterfest. Bei mir liegen jetzt die Ostereier wie Blei im Magen. Ich könnte bei dieser Dreistigkeit der Abmahn-Gichtlinge kotz…

Update am 1. April!

Die Solidaritätswelle, die gerade durchs Web rauscht, macht mich überglücklich. Wenn es denn mal wirklich zum Schwur kommt, werde ich mich daran erinnern. Aber heute sollte das etwas gelassener wahrgenommen werden.

So am ersten Tag des winterlichen Monats April 🙂

Subversives Fernsehen über Startnext finanziert: Störsender.tv startet!

stoersender.tv „Operation Mattscheibe“ Teaser from stoersender.tv on Vimeo.

Crowdfunding über die Plattform Startnext macht es möglich: Subversives Fernsehen im Internet. Maßgeschneidert für den Kabarettisten Dieter Hildebrandt, der eigentlich nur eine normale Website wollte. Entstanden ist ein Portal gegen die Aushöhlung der Demokratie: „Eine Mischung aus Journalismus, Kabarett und politischem Aktivismus“, schreibt der Tagesspiegel. „Eine Art Störsender also?“, fragte Hildebrandt. „Der Name der Seite war geboren.“ Störsender.TV!

120.000 Euro konnten über Startnext binnen weniger Wochen eingesammelt werden, um die erste Staffel zu finanzieren. Entsprechend eindrucksvoll liest sich die Liste der Unterstützer. Am Ostersonntag geht es los.

„Sehen kann die Sendungen übrigens jeder – auf dem Youtubekanal des Störsenders. Offizielle Unterstützer des Projekts können die Folgen schon ein paar Tage vorher und in HD-Qualität anschauen“, schreibt der Tagesspiegel. Bin gespannt, ob sich das Abo-Modell durchsetzt.

Bin gespannt, ob sich so etwas auch über den Google-Dienst „Hangout on Air“ realisieren lässt – etwa über Werbefinanzierung. Aber eben mit Live-Übertragung ins Netz, um noch spontaner zu agieren und die Zuschauer direkt einzubinden. Wir würden so ein Projekt mit Rat und Tat gerne unterstützen über unsere Startnext-Initiative zur Streaming Revolution 🙂