Direkt aus dem pulsierenden Herzen von Köln, der Heimat des 1. FC Köln, berichteten wir live von der Fachmesse Zukunft Personal. Im Gegensatz zu meinem Heimatverein Hertha BSC, spielt der Kölle noch in der 1. Bundesliga. An Stand F 42 stand Christoph Salzig, ein Mann, der keine Angst vor klaren Kanten hat.
„Was machst du zur Zeit, Christoph?“ frage ich. „Ich bin hier auf der Messe, um einen Kunden zu betreuen, der eine Studie vorgestellt hat. Ansonsten mache ich das, was ich immer mache: Ich beschäftige mich mit Kommunikation und versuche, Menschen, Unternehmen und Organisationen authentisch darzustellen. Wenn das nicht passt, gibt es für uns viel zu tun. Und das macht mir immer noch viel Freude.“
Christoph ist kritisch gegenüber der Social-Media-Kommunikation. „Es ist austauschbar geworden. Wenn wir heute auf LinkedIn schauen, sehen wir immer wieder die gleichen Selfies und Erfolgsmeldungen. Aber wenn man genauer hinschaut, sieht man oft, dass ein Ölwechsel dringend nötig wäre.“
Er findet es bedauerlich, dass die Realität in Unternehmen oft von der Darstellung in den sozialen Medien abweicht. „Ich habe manchmal das Gefühl, dass die Entfernung von dem, was tatsächlich im Unternehmen passiert, zu groß ist. Und das finde ich sehr bedauerlich.“
Christoph sieht alte Strukturen und Machtverhältnisse, die sich schon vor Jahrzehnten etabliert haben, immer noch in Unternehmen. „Es ändert sich natürlich schon etwas, aber wenn man genauer hinschaut, sieht man wieder alte Muster.“
Er spricht auch über die junge Generation, die in die Arbeitswelt eintritt. „Sie wollen wissen, warum sie das tun und in welches Umfeld sie kommen. Sie wollen wissen, welche Aufgabe das Unternehmen in der Gesellschaft sieht.“
Christoph spricht über das Thema Vertrauenskommunikation und Glaubwürdigkeit. „Es spielt eine Rolle, wenn man erkennt, dass es einen Gegensatz zwischen dem, wie sich ein Unternehmen nach außen darstellt, und dem, was im Inneren passiert.“
Er kritisiert, dass Unternehmen oft mit Begriffswolken und Feigenblättern hantieren, um von der Realität abzulenken. „Ich glaube, dass es wichtig ist, eine klare Haltung zu haben und auch Schwäche zu zeigen. Das gehört dazu, wenn wir über Authentizität reden.“
Christoph sieht die Notwendigkeit für Unternehmen, Möglichkeiten zu schaffen, damit der direkte Kontakt zwischen den Mitarbeitenden auf allen Ebenen und über alle Abteilungen hinweg möglich bleibt. „Ich glaube, dass das Commitment der Mitarbeitenden höher ist, wenn sie die Haltung des Unternehmens klar erkennen können.“
Er spricht auch über die Vorteile von dezentraler Arbeit und die Notwendigkeit, soziale Kontakte zu pflegen. „Ich glaube, dass wir aufgefordert sind, flexiblere Arbeitsumgebungen zu schaffen und die Wege zu verkürzen.“
Direkt vom Impact Festival in Offenbach berichtete ich über ein innovatives Unternehmen, das wichtig werden wird für die Energiewende. An meiner Seite stand Andreas Feiler, Geschäftsführer von PSsystec. Sein Unternehmen hat einen IoT-Energiemonitor entwickelt, ein System, das Energiedaten erfasst. Doch wie funktioniert das genau?
Die Besonderheit der Lösung liegt in ihrer nicht-invasiven Sensorik. Sie wird direkt an den Verbraucher angeklemmt, ohne in die bestehende Elektrik einzugreifen. Die erfassten Energiedaten werden dann an die Cloud-Plattform der Telekom, die Cloud of Things, übermittelt. Das spart im Vergleich zu vielen anderen Lösungen Verkabelungsaufwand und beschleunigt die Montage und Installation des Systems.
Unternehmen fragen oft, ob die Implementierung einer solchen Technik den Betrieb stört. Die Antwort ist ein klares Nein. In der Vergangenheit haben viele Unternehmen vor hohen Investitionen und Ausfallzeiten zurückgeschreckt. Doch diese Zeiten sind vorbei.
Heutzutage geht es vor allem darum, viele Messpunkte aufzunehmen. Unternehmen wollen den Verbrauch ihrer Beleuchtung, Maschinen und Lüftungsanlagen kennen – und das nicht nur einmal im Jahr, sondern dauerhaft. Nur so können sie notwendige Optimierungen durchführen. PSsystec nutzt moderne Funktechnologien, um Energiedaten schnell zu implementieren und zu skalieren. Denn nur wer misst, kann sich verbessern.
Die Energieüberwachung in Unternehmen ist ein komplexes Thema. Es geht nicht nur um die Überwachung von Heizung und Außentemperatur, wie im Privathaushalt. Unternehmen müssen Schichtbetrieb, Stoßzeiten, Gebäudemanagement und Ladestationen berücksichtigen. Die Themenvielfalt ist immens.
Das Bewusstsein für Energieverbrauch und -management ist in den vergangenen Jahren gestiegen, nicht zuletzt durch die Energiekrise und die Diskussionen um Gasimporte.
Die gute Nachricht ist, dass die Intelligenz in der Cloud hinterlegt ist. Die Cloud-Lösung unterstützt Unternehmen bei der Analyse der Daten und ermöglicht Optimierungen. Die Daten werden live in die Cloud übertragen und sind dort jederzeit verfügbar.
Die größte Nachfrage kommt aus dem Einzelhandel, der Industrie und dem Gewerbe. Besonders Unternehmen mit vielen Liegenschaften profitieren von der Funklösung. Aber auch der öffentliche Dienst zeigt Interesse.
Die Implementierung ist einfach und schnell. Pro Messpunkt dauert es nur etwa drei Minuten. Die nicht-invasive Sensorik wird einfach über die stromführenden Leiter im Verteilerkasten geklemmt und schon ist man fertig.
„Herzlich willkommen aus dem pulsierenden Herzen Kölns, wo das digitale Festival in vollem Gange ist. Wir befinden uns im Schubkraft TV Studio, eingebettet im belgischen Viertel an der Venloer Straße 24. An meiner Seite steht Benjamin Köhler von Betterspace, einem Unternehmen, das sich auf intelligentes Energiemanagement spezialisiert hat. Ihr Ziel? Heizkosten sparen, so einfach wie möglich“, so meldete ich mich auf der Digital X in Kölle.
Die Energiekrise des vergangenen Jahres hat uns alle aufgerüttelt. Selbst Bundesbehörden mussten sich mit der Frage auseinandersetzen, wie sie Heizkosten einsparen und den Energieverbrauch senken können. Betterspace bietet hier Lösungen an. Sie ersetzen bestehende Thermostate durch intelligente Heizkörperthermostate, die in ihre Software eingebunden sind.
Besonders im Gebäudemanagement ist das Potenzial enorm. Doch bei vielen Liegenschaften kann man leicht den Überblick verlieren. Hier kommt das Monitoring ins Spiel. Betterspace hat Kunden mit über 1000 Thermostaten, alle im Blick. Sie sehen Temperaturverläufe, erkennen, welches Gerät online ist und wo es möglicherweise Fehler gibt. So bieten sie eine professionelle Energiemanagementlösung für Heizkörper, insbesondere für Nicht-Wohngebäude im B2B-Bereich.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Datenmanagement. Betterspace gibt Empfehlungen, wie man es besser machen kann. Sie kümmern sich um das gesamte Datenmanagement im Gebäude und bieten ihren Kunden eine Plug-and-Play-Lösung.
Die Nachfrage nach solchen Lösungen ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen, nicht zuletzt durch die Debatte um das GEG. Aber auch die steigenden Energiepreise, Themen wie Nachhaltigkeit und CO2-Einsparung spielen eine Rolle.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Förderung. Es gibt verschiedene Förderprogramme von Bund, Ländern und Kommunen und sogar der Europäischen Union. Betterspace unterstützt seine Kunden bei der Beantragung dieser Fördermittel und arbeitet dabei eng mit Partnern wie der Telekom und Schubkraft zusammen.
Der ichsagmal.com-Blog erfreut sich großer Beliebtheit. Vielleicht liegt es an den Frustrationen, die viele User zur Zeit mit den von gelangweilten amerikanischen Milliardären geschaffenen Plattformen erleben. Also eher mit den Eskapaden von Vulgärkapitalisten, die den Staat scheiße finden, am liebsten eigene Inseln als fiskalisches Imperium erstreben und sich Blut junger Menschen spritzen lassen, um das ewige Leben mit ganz viel Geld zu erkaufen. Beispielhaft der Hilferuf von Martin Fehrensen:
„Irgendwie passt bislang keine Plattform zu dem, wie ich mich gern im Netz bewege. Instagram ist mir zu visuell, LinkedIn zu Business-lastig, TikTok keine Option, Mastodon zu nischig, Bluesky mini und schon jetzt voll mit Vibes, die ich bereits bei Twitter nervig fand. Was also tun? Trotzdem einfach überall etwas hinwerfen und schauen, was kleben bleibt? Schließlich bin ich ja darauf angewiesen, dass ich als Indie-Journalist wahrgenommen werde.“
Er zitiert einen Ratschlag von Lenny Rachitsky:
„Wachstum entsteht durch die Veröffentlichung von etwas Wertvollem, das die Leute mit ihren Freunden und Kollegen teilen wollen, immer und immer wieder.“ So einfach und doch so schwierig. Es gibt dafür keine Geheimformel. Ich sehe das an den Storys mit den höchsten Zugriffszahlen. Google informiert mich monatlich darüber und ich werde das jetzt regelmäßig mit Euch teilen. Hier die drei Top-Storys, die im Oktober am besten gelaufen sind. Darunter ist auch ein Blogpost aus dem Frühsommer. Er entwickelt sich zu einem Dauerbrenner. Die Geschichte über den SAP-Experten Torben Mauch. In der ewigen Tabelle führt immer noch folgende Geschichte: Radikalenfänger machen gesund: Trinke ab sofort jeden Tag einen Ingwer-Cocktail.
Tabellen-Erster im Oktober ist aber eine andere Geschichte. Auch ein Dauerbrenner. Es geht um die Messung der TV-Einschaltquten.
Die Einschaltquoten-Meldungen der TV-Sender sind allgegenwärtig. Doch wer steckt eigentlich hinter der willkürlichen Abgrenzung der werberelevanten Zielgruppe? Ein Blick auf den ehemaligen RTL-Chef Helmut Thoma und seine vermeintliche Vermarktungsstrategie. Erfahrt, wie Milliarden Euro für Fernsehwerbung auf fragwürdigen Quoten basieren. Ein Bericht über die Schimäre der Einschaltquoten.
Platz 2: SAP-Experte Torben Mauch ist einer der Top 5 Local Guides weltweit und hat Millionen von Aufrufen für seine Bilder erhalten. Obwohl er in der Welt der Influencer kaum bekannt ist, betrachtet er seine Tätigkeit als reines Hobby und lässt sich von der Berichterstattung über andere Influencer auf Instagram und Co. nicht beeindrucken. Für ihn geht es darum, mit Google zusammenzuarbeiten und eine Plattform zu schaffen, auf der er seine Leidenschaft für das Entdecken und Fotografieren von Städten und Geschäften ausleben kann. Dabei ist er sich bewusst, wie Gamification und Anreizsysteme funktionieren und wie wichtig es ist, dass Mitarbeiter Spaß an Veränderungsprozessen und Projekten haben.
Mauch nutzt Google Maps, um systematisch Städte zu erkunden und Bilder hochzuladen. Er hat bereits in über 40 Ländern Fotos gemacht und kennt sich bestens mit den verschiedenen Funktionen der Applikation aus. Dabei geht es ihm nicht nur um den Einzelhandel, sondern auch um Kultur, Museen und Sehenswürdigkeiten. Er erstellt Listen und teilt seine Erfahrungen mit anderen Nutzern. Sein Ziel ist es, Menschen dazu zu inspirieren, ihre Stadt oder Region aus einer neuen Perspektive zu entdecken.
Mauch genießt es, neue Orte zu erkunden und seine Erfahrungen mit anderen zu teilen. Dabei ist er sich bewusst, dass seine Bilder und Bewertungen Einfluss auf das Konsumverhalten anderer Menschen haben können. Er achtet darauf, qualitativ hochwertige Bilder zu machen und respektiert die Privatsphäre von Geschäftsinhabern. Mauch sieht Parallelen zwischen seiner Tätigkeit als Local Guide und seiner Arbeit als SAP-Berater. Beide Bereiche erfordern ein tiefes Verständnis für Veränderungsprozesse und die Fähigkeit, mit unterschiedlichen Menschen und Kulturen umzugehen. Er schätzt die Vielfalt der SAP-Community und die Möglichkeit, von anderen zu lernen. Mauch ist ein Verfechter des lebenslangen Lernens und glaubt, dass Spaß und Leidenschaft entscheidend für den Erfolg von Lernprozessen sind.
Abschließend gibt Mauch Tipps für diejenigen, die selbst Local Guides werden möchten. Er betont, dass es wichtig ist, Spaß am Fotografieren und Entdecken neuer Orte zu haben. Es geht nicht darum, berühmt zu werden, sondern darum, seine Stadt oder Region aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Mauch ermutigt die Menschen, ihre eigenen Listen zu erstellen und ihre Erfahrungen mit anderen zu teilen. Er betont, dass es in erster Linie um den Spaß und die Leidenschaft für das Entdecken geht.
Mauch ist stolz darauf, Teil der Google Maps-Community zu sein und einen Beitrag zur Verbesserung der Applikation zu leisten. Er sieht sich nicht als Influencer im herkömmlichen Sinne, sondern als jemanden, der seine Leidenschaft für das Entdecken und Fotografieren von Städten und Geschäften teilt. Sein Ziel ist es, Menschen dazu zu inspirieren, ihre Umgebung aus einer neuen Perspektive zu betrachten und neue Orte zu entdecken. Mauch ist ein echter Influencer, der durch seine Leidenschaft und sein Engagement andere Menschen beeinflusst.
Platz 3: „Wir waren Traumtänzer!“ Klartext von Herfried #Münkler im großen Interview @wiwo über den Terror der #Hamas in #Israel, Russlands Krieg gegen die #Ukraine – und ob Europa bald nur noch ein Zaungast der Weltgeschichte sein wird.
In meinem Beitrag geht es auch um die Europakonferenz der Willi-Eichler-Akademie in Berlin, die sich mit den geopolitischen Herausforderungen auseinandersetzte:
Der Publizist Robert Misik diskutierte in einer Session über die Krisen des neuen Europa – ein breites und komplexes Thema. Die Krisen, die Misik anspricht, sind vielfältig. Sie reichen von der Gereiztheit und dem Populismus in unseren pluralistischen Demokratien bis hin zum rechten Extremismus. Misik spricht auch die geopolitische Krise an, die durch Russlands Überfall auf die Ukraine entstanden ist.
Misik stellt die Frage, ob wir genug auf das geachtet haben, was in Russland passiert. Er spricht von einer Radikalisierung und einer Tendenz zum Autoritarismus und Revanchismus, die bis hin zu faschistoiden und faschistischen Ideologien reicht. Misik fragt, ob wir Warnungen aus osteuropäischen Gesellschaften, die näher an Russland dran sind, ignoriert haben.
Er fragt, ob wir genug Interesse an den politischen und gesellschaftlichen Veränderungen in Ländern wie Polen, Tschechien, der Slowakei und der Ukraine gezeigt haben.
Misik betont die Notwendigkeit von außenpolitischen Visionen und Utopien. Er sagt, dass die Kompetenz in der Außenpolitik in den letzten 30 bis 40 Jahren abgenommen hat und dass es an Visionen und Utopien fehlt.
So schnell geht das. Nicht dicke Bretter bohren oder auf die Politik der kleinen Schritte setzen, sondern beleidigte Leberwurst spielen.
Thomas Vašek beschreibt in der Philosophie-Zeitschrift „Hohe Luft“ mit einem Exkurs zu den Schriften von François Julien, wie sinnlos es ist, Pläne für die Zukunft zu schmieden. „Unsere westliche Vorstellung ist geprägt von dem Bild des zupackenden Akteurs, der sich heroisch den jeweiligen Umständen entgegenstellt.“ Man könnte es auch Christian-Lindner-Syndrom nennen. Nach der Lektüre des jüngsten Buches von Thomas Sattelberger scheint das ein generelles FDP-Syndrom zu sein. Unsere westlichen Denkgewohnheiten sind davon beseelt, Zweck-Mittel-Relationen festzulegen. Wir wählen ein Ziel und fangen dann mit der Planung an. „Dahinter steht die modellhafte Vorstellung, dass unser Handeln einen bestimmten kausalen Effekt auf den Lauf der Dinge hat. Wenn wir A tun, dann tritt die Wirkung B ein“, schreibt Hohe Luft-Chefredakteur Vašek.
Das chinesische Denken misstraut dem heroischen Handeln, weil es oft nur eine Pseudowirkung hat. Nur allzu gern versuchen wir krampfhaft, den Faktor Glück zu ignorieren und für unser Tun eine gehörige Portion Kausalität schlichtweg zu erfinden – auch bei der Begründung von Rücktritten im politischen Leben. Klugheitsstrategen hingegen nutzen die jeweiligen Umstände und loten Handlungsoptionen aus. Geschmeidigkeit und Anpassung ersetzen die rationale Planung. „Wir können die Wirkung unseres Handelns nicht beeinflussen“, betont Vašek. Besser ist das „Nicht-Handeln“. Damit ist nicht Passivität oder Trägheit gemeint, sondern die innere Haltung, Dinge nicht erzwingen zu wollen.
Für den chinesischen Strategen geht es um den Zeitpunkt, in dem eine günstige Entwicklung beginnt. Diesen Moment muss man erkennen und richtig zu nutzen wissen. In der Lehre vom „Nicht-Handeln“ steckt ein Korrektiv für alle selbsternannten Macher, Berater, Manager und Politiker, die Geschäftigkeit mit Effizienz verwechseln, Aktionismus mit Wirksamkeit. Wie kann man als Nicht-Handelnder agieren? Beim Wissenschaftstheoretiker und Philosophen Karl Popper wird man fündig. Er spricht von der „Stückwerk- Sozialtechnik“. Sein politisches Ideal ist das schrittweise Herumprobieren oder Herumbasteln.
Es geht nicht um die Durchsetzung von Tabula-Rasa-Methoden oder um die Allwissenheit von Politikern, die sich gerne in der Pose des Machers darstellen, sondern um Versuch und Irrtum. Niemand ist in der Lage, alles richtig zu machen. Niemand kann genau wissen, wie sich Gesellschaft und Wirtschaft entwickeln. Politische Ziele können nach Ansicht von Popper ehrgeizig formuliert werden. Im Regierungsalltag können sie aber auch fehlschlagen. Problematisch in der Politik sei häufig die Kombination von Wirrnis und Aggressivität in der politischen Debatte, so Popper. Mit der Stückwerk Sozialtechnik pflege man hingegen eine nüchterne Diskussionskultur, da es nicht um abstrakte Ideale geht, unter denen möglicherweise jeder etwas anderes versteht, sondern um kleine Schritte.
Popper ist der Auffassung, dass uns „die Anwendung der Methode des stückweisen Umbaus über die allergrößte Schwierigkeit jeder vernünftigen politischen Reform hinweghelfen wird, nämlich über die Frage, wie wir es anstellen sollen, dass bei der Durchsetzung des Programms die Vernunft und nicht die Leidenschaft und Gewalt zu Worte kommt.“ Schnelle Lösungen sind eine Illusion der Sprücheklopfer. Da verweise ich auf das neue Buch von Thomas Sattelberger. In einer Politik der kleinen Schritte fällt es leichter, sich zu korrigieren und Fehler zu identifizieren. Für viele politischen Protagonisten ist diese Methode natürlich eine Zumutung. „Ein solches Herumbasteln entspricht nicht dem politischen Temperament vieler Aktivisten“, schreibt Popper. Die wollen eher schnelle Lösungen aus der Tasche zaubern und sich als unfehlbare Staatslenker profilieren. Mit den realpolitischen Gegebenheiten hat das aber nichts zu tun. Deshalb zählten Popper und Kant zu den Leitsternen der Politik von Altkanzler Helmut Schmidt. Sattelberger hat da wohl andere Leitsterne. So ist seinem Opus zu entnehmen, warum er als Parlamentarischer Staatssekretär und als FDP-Bundestagsabgeordneter nach kurzer Karriere im Reichstag hingeschmissen hat.
„Warum ich wirklich Schluss gemacht habe: das radikale Ende meiner Berliner Hoffnung 19. Mai 2022, der Donnerstag einer Sitzungswoche. Am Morgen hatte ich mich mit Professor Michael Baumann vom Deutschen Krebsforschungszentrum ausgetauscht. Nun nahm ich seit 11 Uhr virtuell an einer Sitzung des Senats der Fraunhofer-Gesellschaft teil, der heute drei neue Vorstände berief. Parallel verfolgte ich in kurzen Abständen meine Mail- und Messenger-Apps. Plötzlich erreichte mich die Kurznachricht eines Kollegen aus dem Haushaltsausschuss. Die Koalitionsmehrheit hatte soeben meine beiden großen Projekte für diese Legislaturperiode zerschossen. Die Deutsche Agentur für Transfer und Innovation (DATI) erhielt nur minimale Gelder. Mehr Mittel gebe es erst, wenn wir ein ’schlüssiges Konzept‘ vorlegten. Und für die Bundesagentur für Sprunginnovationen (SprinD) hielt der Haushaltsausschuss einen Großteil der Mittel zurück. Für die Entfesselung der SprinD hatte ich seit 2018 mit Herzblut gekämpft. Unverschämt war die Begründung für die Budgetverweigerung bei der DATI: auf dem Tisch lag das schlüssigste Konzept. Wenn die Opposition sowas fordert: geschenkt! Wenn es die eigenen Fraktionskollegen und Koalitionäre tun, greift man sich nur noch an den Kopf. Und bei SprinD war das schlüssige Konzept schon als Referentenentwurf in der interministeriellen Abstimmung unterwegs – dies aber war den Haushältern keine Silbe wert. Mein Herz und meine Seele erstarrten. Mein Entschluss stand binnen Sekunden fest. Ich nahm mein Mobiltelefon und tippte sofort meine Rücktrittserklärung als Parlamentarischer Staatssekretär an Ministerin Bettina Stark-Watzinger. Sie versuchte mich umzustimmen, aber mein Entschluss war unumstößlich. So wie die Entscheidung des Haushaltsausschusses in Stein gemeißelt war; sie lag dem Bundesfinanzministerium bereits offiziell vor.“
So schnell geht das. Nicht dicke Bretter bohren oder auf die Politik der kleinen Schritte setzen, sondern beleidigte Leberwurst spielen.
Theatralisch schreibt Sattelberger: „Nicht im schlimmsten Albtraum hätte ich eine derartige standrechtliche Erschießung meiner beiden Babys erwartet. Vor Tagen noch hatten SPD-Haushälterin Wiebke Esdar und ich uns ausgetauscht; und ich hatte geglaubt, ihre letzten Bedenken gegen DATI und SprinD ausgeräumt zu haben. Ich war ihr an mehreren Stellen entgegengekommen: etwas weniger Avantgarde, dafür etwas mehr Herz-Jesu-Sozialismus. Ich hatte Frau Esdar dabei klar gesagt, wo meine rote Linie im Haushalt verläuft: zum Beispiel bei einem Mindestbudget für DATI und SprinD über mehrere Haushaltsjahre hinweg sowie bei einer Projektförderlogik für die DATI, die nicht staatlich geprägt ist, sondern durch Entscheidungsprozesse vor Ort. Daneben war mir wichtig, dass die SprinD unabhängig werden müsse von der Fachaufsicht des Ministeriums.“
DATI war und ist immer noch umstritten, nicht nur bei Personen, die als vermeintliche Heckenschützen von dem ehemaligen DAX-Vorstand benannt werden. Auch die Expertenkommission für Forschung und Innovation (EFI) zweifelte an der Notwendigkeit von DATI.
„Nach allem, was ich weiß, war der zweite Judas Otto Fricke, FDP-Chefhaushälter im Bundestag. Bis 2013, als die FDP aus dem Bundestag flog, war er Parlamentarischer Geschäftsführer, zwischen 2005 und 2009 saß er dem Haushaltsausschuss vor. Als die FDP 2017 in den Bundestag zurückkehrte, erhielt er keine relevante Position in der Fraktion. Und dies wiederholte sich 2021. Ich habe gehört: Otto Fricke war zwar in der Fraktion als kühler Rechner geschätzt, aber nicht als Mensch. Dass ich selbst einmal Gegenstand seines Spiels werden würde, hatte ich nicht vorausgesehen. Man unterliegt ja bisweilen der Gefahr, den wirklichen Gegner nicht zu erkennen. Freund, Feind, Parteifreund. Hätte ich es riechen müssen? Otto Fricke war aschfahl im Gesicht, als am 7. Dezember 2021 in der Fraktionssitzung meine Ernennung zum Staatssekretär öffentlich wurde. Er hingegen war erneut komplett leer ausgegangen. Seitdem konnte er mir nicht mehr in die Augen sehen. Physiognomie und Psychognomie“, erläutert Sattelberger.
So geht das munter weiter: „Und es kann sein, dass mein damaliger Kollege Jens Brandenburg (als ParlamentarischerStaatssekretär im BMBF auch zuständig für den Kontakt zu den Haushältern und die Haushaltsverhandlungen) sich nicht für mich verkämpft hat. Er und SPD-Haushälterin Wiebke Esdar wussten sehr klar im Vorfeld, wo bei mir die rote Linie überschritten sein würde. Ich habe der Machtpolitikerin Esdar vielleicht sogar eine Anleitung gegeben, wie sie mich loswird.“
Wer nun welche Vergeltungsgründe hatte, ist mir völlig wurscht. Vielleicht ist das alles auch nur eine Selbstprojektion. Mit der Agentur für Sprunginnovationen geht es weiter. Und auch die Gründungskommission für die Deutsche Agentur für Transfer und Innovation (DATI) hat nun ihre Arbeit aufgenommen. Das Gremium besteht aus 16 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verbänden, Start-ups, Ländern, dem internationalen Bereich sowie dem Parlament – aber ohne Sattelberger.
Man sollte in der Politik einfach mehr Geduld und chinesische Klugheit an den Tag legen. Als Buchlektüre kann ich Euch das Werk von Jack Nasher empfehlen: Die Staatstheorie Karl Poppers, erschienen im Mohr-Siebeck-Verlag
Jeans Recycling: Wie ein intelligenter Container die Modeindustrie revolutioniert. Erfahrt, wie das Unternehmen AMUI alte Jeans sammelt, recycelt und zu Premiumprodukten verarbeitet. Ein innovativer Ansatz, der nicht nur die Umwelt schont, sondern auch neue Maßstäbe in der Textilbranche setzt. Lest mehr über die nachhaltige Lösung, die bereits jetzt für Aufsehen sorgt.
Willkommen in Köln, genauer gesagt im pulsierenden Belgischen Viertel. Hier, in der Venloer Straße 24, befand sich das Schubkraft TV-Studio, von wo wir live auf der #DigitalX berichteten. Mit Dennis Hüter An meiner Seite ist Dennis Hüter von der Bonner Firma Amui Space, die sich auf Jeans-Recycling spezialisiert hat.
Amui sammelt alte Jeans, recycelt sie und bringt neue Jeans auf den Markt. Vor dem Studio in Köln stand ein Container, ähnlich wie die, die wir von Altkleidersammlungen kennen. Doch dieser Container ist intelligenter. Er ist mit Sensoren ausgestattet, die anzeigen, wann er voll oder leer ist. So können Leerfahrten vermieden und eine Überfüllung verhindert werden. Bei Überfüllung sendet der Container ein Alarmsignal in Form einer SMS oder E-Mail.
Wir alle kennen die Bilder von überquellenden Altkleidercontainern. Es gibt Hotspots, an denen die Menge an Altkleidern besonders hoch ist. Ein trauriges Problem, das durch die Fast-Fashion-Industrie verschärft wird. Kleidung wird gekauft, kaum getragen und dann weggeworfen.
Amui hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesem Problem entgegenzuwirken. Sie sammeln Jeans und Arbeitsbekleidung und verwandeln diese in ein Premiumprodukt. Der Prozess beginnt mit dem Sammeln der Kleidung, gefolgt vom Zerreißen der Ware. Die wertvollen Fasern werden herausgezogen und mit frischer, regenerativer Baumwolle verknüpft.
Das Ergebnis sind hochwertige Jeans und Arbeitskleidung. Ein Erfolg, der auch auf die Zusammenarbeit mit Logistikpartnern wie Remondis zurückzuführen ist.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Rücknahmepflicht für Arbeitskleidung, die bald in Kraft treten wird. Unternehmen müssen eine Lösung für die Entsorgung ihrer Arbeitskleidung anbieten. Amui hat diese Lösung bereits parat.
Die Vision von Amui geht jedoch noch weiter. Sie planen, ihre intelligenten Container auch in Einzelhandelsgeschäften aufzustellen. So könnte die Sammlung von Altkleidern dezentraler und effizienter gestaltet werden.
Das Bonner Startup-Unternhmen ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Nachhaltigkeit und Digitalisierung Hand in Hand gehen können. Trotz der Herausforderungen, die das Recycling von Altkleidern mit sich bringt, zeigt Amui, dass es möglich ist, hochwertige Produkte aus recycelten Materialien herzustellen und dabei gleichzeitig einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.
Klimawandel, Energiewende und Nachhaltigkeit – Wie kann Deutschland die Herausforderungen meistern? In einer Diskussion auf dem Nachhaltigkeitsgipfel äußert sich Professorin Monika Schnitzer vom Sachverständigenrat zur aktuellen Lage und den notwendigen Schritten. Erfahrt, welche Lösungsansätze diskutiert werden und wie Deutschland den Weg in eine nachhaltige Zukunft einschlagen kann.
Wir waren live dabei beim Nachhaltigkeitsgipfel der Süddeutschen Zeitung und sprachen mit Monika Schnitzer über die Energiewende. Sie ist Vorsitzende des Sachverständigenrats.
„Die Reduzierung von CO2 mit herkömmlichen Methoden ist kompliziert. Wir brauchen einen klaren Plan. Zum Beispiel, wenn wir erneuerbare Energie wie Windkraft ausbauen wollen, müssen wir Flächen dafür ausweisen. Das erfordert staatliche Beteiligung und beschleunigte Genehmigungsverfahren.“
Die Wirtschaftsweise betont, dass wir auch über die Flexibilisierung der Energie Nachfrage nachdenken müssen. „In Zukunft werden wir erneuerbare Energie nutzen, aber die Sonne scheint nur tagsüber und der Wind weht nicht immer. Wir müssen Möglichkeiten schaffen, dass die Menschen dann Strom verbrauchen, wenn er im Überfluss vorhanden ist.“
Die VWL-Professorin spricht auch über die Herausforderungen des Marktes. „Der Markt alleine wird es nicht lösen. Es gibt viel Unsicherheit. Wenn wir nur auf CO2-Preise setzen, überfordert das viele, vor allem bei langfristigen Investitionen.“
Schnitzer unterstreicht, dass klare Richtlinien bei der Entscheidungsfindung helfen. „Aber je konkreter die Politik wird, desto größer werden die Widerstände. Wir müssen Durchhaltevermögen zeigen, um die Klimaziele zu erreichen.“
Schnitzer spricht auch über die Kosten des Klimawandels. „Das Vermeiden des Klimawandels kostet Geld, aber wenn wir ihn nicht vermeiden, kostet das auch sehr viel Geld. Wir müssen jetzt handeln und die Frage ist, wie wir das gerecht verteilen.“
Sie erwähnt den Inflation Reduction Act als mögliches Vorbild und betont, dass gezielte Subventionen von Technologien notwendig sind, um die Produktion und Investitionen zu beschleunigen.
„Infrastruktur-Investitionen sind sehr wichtig für den Wohlstand und die Nachhaltigkeitspolitik. Der Staat muss hier eine führende Rolle spielen.“
Zum Schluss spricht sie über die Rolle des Sachverständigenrats. „Wir sind in intensivem Austausch mit der Politik. Das bedeutet nicht, dass alles so übernommen wird, wie wir es vorschlagen. Aber wir machen ökonomische Vorschläge und die Politik muss andere Themen berücksichtigen, wie zum Beispiel, wie man die Menschen mitnimmt und andere Interessen austariert.“
Söders Statement zur Unterstützung der Wirtschaft bei Nachhaltigkeit
Wie kann der Staat die Wirtschaft bei der Nachhaltigkeit stärker unterstützen? Ministerpräsident Markus Söder: „Wir arbeiten eng mit der Wirtschaft zusammen. Bayern fördert eine Vielzahl von Maßnahmen, darunter moderne Technologien wie E-Mobilität und Wasserstoff im Verkehr. Wir unterstützen auch moderne und nachhaltige Effizienzkonzepte. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit den Bürgern und der Wirtschaft voranzukommen, anstatt gegen sie zu arbeiten. Bei uns steht die Kooperation im Vordergrund, nicht die Konfrontation. Ich glaube nicht, dass wir es allein schaffen werden, die ganze Welt innerhalb von ein bis zwei Jahren zu retten. Deshalb müssen wir mit Vernunft und Konsequenz gemeinsam vorgehen.“
Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil: Eine aktuelle Studie zeigt, wie mittelständische Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsbemühungen nicht nur verbalisieren, sondern auch nachweisen müssen. Erfahrt, wie sich dieser Wandel auf den Kreditmarkt, Kundenerwartungen und die Mitarbeiterrekrutierung auswirkt und welche Rolle ESG Management Software dabei spielt. Zudem beleuchtet die Studie die besondere Affinität familiengeführter Unternehmen zum Thema Nachhaltigkeit. Lest mehr über die Chancen und Herausforderungen, mit denen Unternehmen konfrontiert sind, um nachhaltiger zu werden.
Die Untersuchung basiert auf einer Online-Umfrage, die im vergangenen Sommer durchgeführt wurde. Sie zeigt, dass viele Unternehmen bereits Maßnahmen für ESG und Nachhaltigkeitsmanagement ergriffen haben. Sie nutzen verstärkt wissenschaftliche Methoden, um ihre Leistung zu messen und zu verbessern. Allerdings gibt es noch Herausforderungen bei der Umsetzung, insbesondere bei der Messung der eigenen Leistung und der Umsetzung von Erkenntnissen in konkrete Handlungen.
Die Befragung belegt, dass Unternehmen verstärkt auf ESG Management Software setzen, um den Transformationsprozess zu steuern. Diese Software unterstützt bei der Datensammlung, -aufbereitung und -veröffentlichung. Fast zwei Drittel der befragten Unternehmen haben Zuständigkeiten für Nachhaltigkeitsmanagement auf Geschäftsführungsebene geschaffen. Dies ist ein deutlicher Unterschied zu früheren Jahren, in denen Nachhaltigkeitsberichte oft von der PR- oder Marketingabteilung erstellt wurden.
Der Analyst Bernhard Steimel führt aus, dass Nachhaltigkeit für Unternehmen immer mehr zum Wettbewerbsvorteil wird. Kunden und Bewerberinnen und Bewerber legen großen Wert auf die Glaubwürdigkeit von Organisationen in Fragen der Nachhaltigkeit. Unternehmen, die in diesem Bereich gut aufgestellt sind, haben bessere Chancen, qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen. Gleichzeitig müssen wirtschaftliche Akteure jedoch aufpassen, dass sie nicht nur oberflächliches „Greenwashing“ betreiben, sondern tatsächlich nachhaltige Maßnahmen umsetzen.
Steimel fällt auf, dass familiengeführte Unternehmen oft eine besondere Affinität zum Thema Nachhaltigkeit haben. Sie denken langfristig und haben ökonomische Nachhaltigkeit schon immer als Teil ihrer Unternehmensstrategie betrachtet. Diese Unternehmen haben das Thema bereits vor vielen Jahren in ihre DNA integriert.
Es gibt viele Initiativen, die sich mit diesem Thema befassen. Ein Beispiel ist die Catena-X Automotive Network in der Automobilbranche, bei der es darum geht, gemeinsame Datenräume zu schaffen und diese mit ESG-spezifischen Daten zu ergänzen. Es geht viel um Standardisierung, aber es gibt auch Unternehmen, die sagen, dass sie einem Datensatz nur vertrauen können, wenn er validiert ist. Sie denken über Blockchain-Verfahren nach, um sicherzustellen, dass nicht manipuliert wird. Es gibt bereits Instanzen, die Dinge überprüfen, wie zum Beispiel den VW-Abgasskandal. Es gibt jedoch noch keine flächendeckende Kontrollinstanz für ESG-Kriterien. Es ist wichtig, dass es Möglichkeiten zur Überprüfung gibt, um sicherzustellen, dass Behauptungen auch der Realität entsprechen. Staatliche Instanzen wie das Umweltbundesamt könnten hier eine Rolle spielen. Es ist jedoch wichtig, dass dies nicht zu einer übermäßigen Bürokratisierung führt.
Es gibt viele Chancen, die Unternehmen nutzen könnten, um nachhaltiger zu werden. Es geht darum, die besten Köpfe für Innovationsthemen zu gewinnen. Eine klare CO2-Emissionsbepreisung könnte hier ein Anreiz sein. Es gibt Firmen, die bereits auf dem Weg sind, energieautark zu werden und ihre eigene Produktion CO2-neutral zu gestalten. Im Maschinenbau gibt es bereits Beispiele für Kreislaufwirtschaft. Unternehmen bauen neue Geschäftsmodelle auf und sehen dies als Chance. Es gibt jedoch auch Herausforderungen, wie die Frage der Überprüfbarkeit von ESG-Kriterien. Es ist wichtig, dass die Politik klare Rahmenbedingungen schafft, damit Unternehmen wissen, was von ihnen erwartet wird.
Eine wichtige Erkenntnis der aktuellen Twin Transformation Studie, die im Smarter Service Institut entsteht, ist der Bedarf nach Vernetzung der treibenden Akteure in Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Dies haben wir aufgegriffen und gestalten den ersten Green Monday mit einigen Vorreitern aus dem Deutschen Mittelstand.
Wann? 20. November 2023, ab 17:30 Uhr
Wo? Im K67TechHub, Kasernenstr. 67, 40213 Düsseldorf
Die leitende Frage an diesem Abend: „Wie nutzen Unternehmen bereits heute die Chancen für grünes und digitales Wachstum im Mittelstand?“
Mit Impulsen oder auf dem Panel sind mit dabei
Ella Gemünd, Geschäftsleitung K67 Tech Hub
Andrè Beyer, Sustainability GK,Deutsche Telekom AG
Constantin Goldkuhle, CSO, Fahrzeugewerke
Karl Trautmann, CEO, Electronic Partner
Markus Bade, Chief Development Officer, Siegenia Gruppe
Stefan Hackländer, Innovation Manager, WKW AG
Zum Status Quo von ESG im Mittelstand zeigt Bernhard Steimel Studienergebnisse aus 100 Mittelständlern und 25 CxO-Perspektiven.
Eine (kleine) interaktive Lernreise zum ersten CSRD konformen ESG Bericht gestalten Stephan Grabmeier (Synergie Zukunft) und Thomas Bernhardt (dhpg).
Sohn@Sohn werden die Veranstaltung für Schubkraft TV und mit einigen Live-Interviews begleiten.
Schumpeter-Forscher Lars Immerthal stellt auf der Next Economy Open die Frage, ob die Metapher der schöpferischen Zerstörung noch aktuell ist und welche Rolle andere Managementtheorien spielen. Er betont die Bedeutung einer kultivierten und umfassenden Betrachtung von Begriffen wie Innovation und strategischer Planung, um ein tieferes Verständnis zu erlangen. Er kritisiert den inflationären Gebrauch von Phrasen und Metaphern, die oft keine wirkliche Programmatik erkennen lassen.
Immerthal verweist auf die Notwendigkeit struktureller Freiräume, in denen neue Ideen und Gedanken entwickelt werden können. Er betont, dass es schwierig ist, über den eigenen Tellerrand zu blicken und neue Perspektiven einzunehmen, solange solche Freiräume fehlen. Er vergleicht dies mit dem Thema Diversität, das oft gefordert, aber nicht konsequent umgesetzt wird.
Immerthal erwähnt auch das Prinzip des Zufalls und des Umherwanderns, das in der Geschäftswelt oft unterschätzt wird. Er verweist auf Studien, die zeigen, dass Erfolg nicht nur auf strategischer Planung beruht, sondern auch vom Zufall abhängt. Er betont die Bedeutung von Kombinatorik und dem geschickten Zusammenführen verschiedener Elemente, um etwas Neues zu schaffen.
Immerthal arbeitet als Unternehmensberater und hat Erfahrung mit Technologieunternehmen. Er betont, dass Erfolg nicht automatisch durch intelligente Strategien erreicht wird, sondern oft auch mit Glück und dem richtigen Timing zusammenhängt. Er lobt Unternehmen wie Amazon, die erfolgreich verschiedene Produkte und Services kombinieren und neue Märkte erschließen.
Immerthal spricht auch über das Konzept der Klugheit, das er als Renaissance des Denkens betrachtet. Er betont, dass Klugheit eine verstandesmäßige Tugend ist, die es Managern ermöglicht, mit Unsicherheit und neuen Möglichkeiten umzugehen. Klugheit eröffnet neue Optionen und erweitert den Handlungsspielraum. Er sieht in der Klugheit eine beratende Tauglichkeit, die es Managern ermöglicht, in komplexen Situationen kluge Entscheidungen zu treffen.
In der Next-Economy-Open-Session werfen wir die Frage auf, wie man das Konzept der Klugheit in Unternehmen institutionalisieren kann. Beispiele reichen bis in die Renaissance zurück. Immerthal betont die Bedeutung von Beratung und Tauglichkeit und sieht in der Klugheit eine Möglichkeit, neue Perspektiven zu eröffnen und den Handlungsspielraum zu erweitern.
Wichtig seien auch Kommunikationsformate, in der Menschen lernen, sich mit anderen auszutauschen und auch im Dissens konstruktiv zu streiten. Dabei geht es darum, nicht nur auf der eigenen Sichtweise zu beharren, sondern sich auch mit anderen Stakeholdern und internen Widersachern auseinanderzusetzen. Dieser Verständigungsprozess ermöglicht es, kleine Signale aus dem Markt oder gesellschaftliche Wertungen wahrzunehmen und Dinge aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten, einschließlich der damit verbundenen Risiken und Chancen.
Um solche Verständigungsprozesse zu fördern, können verschiedene Formate genutzt werden, angefangen von kleinen Workshops bis hin zu umfassenden Strategieentwicklungen. Es geht darum, sich regelmäßig auszutauschen und nicht nur einmal im Jahr alle abzuholen, sondern kontinuierlich im Dialog zu bleiben. Dabei ist es wichtig, sich auf strukturellen Freiraum einzulassen und sich auch mit Themen wie Disruption und schöpferischer Zerstörung auseinanderzusetzen, um das eigene Verständnis zu erweitern und neue Möglichkeiten zu entdecken.
Ein solcher Verständigungsprozess erfordert auch eine gewisse Klugheit und Offenheit. Man sollte sich nicht nur auf Zahlen und Kennzahlen verlassen, sondern auch ästhetische und metaphorische Aspekte zu berücksichtigen. Ein Unternehmen sollte nicht nur auf Effizienz und Rendite fokussiert sein, sondern auch Raum für Kreativität und Innovation schaffen.
Solche Verständigungsprozesse sind nicht nur für große Unternehmen relevant, sondern können auch für mittelständische Firmen von Bedeutung sein.