KfW-Chefvolkswirtin spricht von der Notwendigkeit, schon in Schulen und Hochschulen Gründungswissen zu vermitteln – Sohn@Sohn-Newsletter zum Jahresgutachten des Sachverständigenrats

„Die deutsche Wirtschaftsleistung liegt derzeit nahezu auf demselben Niveau wie zu Beginn der Corona-Pandemie vor knapp vier Jahren. Deutschland verzeichnet damit seit Beginn der Corona-Pandemie das geringste Wachstum aller Volkswirtschaften des Euro-Raums. Zwar kam Deutschland zunächst noch vergleichsweise gut durch die Corona-Pandemie. Während der Energiekrise entwickelte sich die deutsche Wirtschaft jedoch sehr schwach. Gegenüber dem Vorjahr dürfte die Wirtschaftsleistung im aktuellen Jahr schrumpfen und im kommenden Jahr deutlich langsamer wachsen als in den 2010er-Jahren“, so die Wirtschaftsweisen in ihrem Jahresgutachten, das sie dem Bundeskanzler überreichten.

Die steigenden Energiepreise und der hohe Anteil energieintensiver Industrien haben die Wirtschaft belastet. Doch dank umfangreicher Maßnahmen zur Umstellung der Energieversorgung und zur Abfederung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Energiekrise konnte ein noch tieferer Einbruch verhindert werden. Unternehmen und Haushalte haben sich angepasst. Dennoch weist das Jahresgutachten auf erhebliche Wachstumshemmnisse in den kommenden Jahrzehnten hin.

Diese Hemmnisse sind nicht neu und wurden bisher nicht ausreichend angegangen. Die demografische Alterung wird den Anteil der 20- bis 64-Jährigen an der Gesamtbevölkerung verringern und das inländische Arbeitsvolumen reduzieren. Das Produktivitätswachstum und das Wachstum des Kapitalstocks sind seit Jahrzehnten rückläufig. Dies zeigt sich in niedrigen Gründungsraten und mangelndem Risikokapital für junge Wachstumsunternehmen. Eine Entwicklung, die sich seit dem Jahr 2000 abzeichnet und von KfW-Research gut dokumentiert ist. KfW-Chefvolkswirtin Friederike (Fritzi) Koehler-Geib, PhD spricht von der Notwendigkeit, schon in Schulen und Hochschulen Gründungswissen zu vermitteln. Was die Finanzierung anbelangt, passiere schon einiges. Etwa den Zukunftsfonds. “Wir haben die Startup-Strategie der Bundesregierung, die muss jetzt umgesetzt werden.” Gründungsbildung sei ein wichtiger Ansatz. Schon in der Sekundarstufe II sollte Entrepreneurship-Wissen vermittelt werden. “Ökonomische Bildung ist in Deutschland ein ganz großes Thema, das viel stärker in den Fokus rücken muss“, so Koehler-Geib gegenüber Sohn@Sohn.

Um das Wachstumspotenzial zu stärken, müssen beide Entwicklungen angegangen werden, sagten die Wirtschaftsweisen. Verbesserte Erwerbsanreize und Reformen der Zuwanderungspolitik könnten den Rückgang des Arbeitsvolumens dämpfen. Gleichzeitig sollte die Innovations- und Investitionstätigkeit gesteigert werden, um die Wirtschaft zu modernisieren und das Produktivitätswachstum zu steigern. Neue Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI), dynamische Gründungen und junge Wachstumsunternehmen können entscheidend zur Modernisierung der Wirtschaft beitragen. Die Wirtschaftspolitik sollte den damit verbundenen Strukturwandel unterstützen. Ein zu enger Fokus auf gefährdete Wirtschaftsbereiche würde die notwendige Umverteilung von Ressourcen zu neuen Geschäftsfeldern bremsen. Sohn@Sohn besprechen das im Adhoc-Livetalk mit der Wirtschaftsweisen Professorin Veronika Grimm in den nächsten Tagen.

Auf der Digital X in Köln sind übrigens sehr viele Signale an die Wirtschaftspolitik in Deutschland ausgesendet worden, um als Volkswirtschaft zukunftsfähig zu bleiben. Etwa von Benjamin Springub. Er ist der Mann hinter dem Programm „Schubkraft“ bei der Telekom.

Springub spricht mit Begeisterung über seine Arbeit. „Jede Inspiration ist gut“, sagt er, „sie treibt uns an, sie treibt Deutschland an, sie treibt unsere Wirtschaft an.“

Mehr dazu in unserem Newsletter, der immer am Freitag erscheint.

Erste Testaufnahmen mit der Meta-Ray-Ban-Brille im Livestream: Was der Mark Zuckerberg mit Videos wohl noch so vorhat

Sohn@Sohn werden das ab nächster Woche professionell einsetzen.

Attraktive Bedingungen für ausländische Investoren in Deutschland schaffen: Außenwirtschaft dreht sich in Richtung Direktinvestitionen

Im Sohn@Sohn-Adhoc-Interview stellt Hidden-Champion-Forscher Hermann Simon fest, dass die Industriestrategie von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck wenig Überraschendes enthält und viele bekannte Probleme anspricht. Er weist darauf hin, dass die Strategie einen starken Fokus auf die Industrie legt und Dienstleistungen, die einen Großteil des Bruttoinlandsprodukts ausmachen, vernachlässigt. Simon kritisiert auch, dass die Strategie versucht, sowohl alte Industrien als auch Zukunftstechnologien zu fördern, was zu einer unzureichenden Investition in die Zukunft führen könnte.

Ein weiterer Kritikpunkt von Simon ist die Verwendung von Modewörtern und inhaltsleeren Phrasen in dem Strategiepapier. Er betont, dass es wichtig ist, klare und verständliche Formulierungen zu verwenden, anstatt sich in bürokratischer Sprache zu verlieren. Simon weist auch darauf hin, dass die Strategie wenig über die Bedeutung von ausländischen Direktinvestitionen für Deutschland erwähnt, insbesondere im Bereich der Wissensökonomie und Zukunftstechnologien.

Simon kritisiert auch, dass die Strategie die Ursachen für die Energieprobleme in Deutschland nicht angemessen behandelt. Er betont, dass der Ausstieg aus der Kernenergie nicht ausreichend berücksichtigt wird und dass Deutschland immer noch stark von umweltschädlicher Braunkohle abhängig ist. Simon fordert eine realistischere Betrachtung der Energiesituation und eine stärkere Förderung von erneuerbaren Energien.

Ein weiterer Punkt, den Simon anspricht, ist die Notwendigkeit einer stärkeren Zusammenarbeit mit dem Silicon Valley und anderen internationalen Partnern im Bereich der künstlichen Intelligenz und Digitalisierung. Er betont, dass es wichtig ist, Teil des globalen Ökosystems zu sein und von den Erfahrungen und Ressourcen anderer Länder zu profitieren, anstatt isolierte Lösungen zu suchen.

Simon schlägt vor, dass Deutschland sich stärker auf seine Stärken konzentrieren sollte, anstatt alte Industrien um jeden Preis zu erhalten. Er betont, dass eine deindustrialisierte Wirtschaft nicht zwangsläufig schlecht ist, solange neue Branchen gefördert werden und Fachkräfte umgeschult werden können. Er betont auch die Bedeutung von ausländischen Direktinvestitionen für Deutschland und fordert attraktive Investitionsbedingungen für ausländische Unternehmen.

HR-Management als Schlüsselakteur im Klimaschutz: Ein Gespräch mit Reiner Kriegler #ZukunftPersonal

Zur Fachmesse Zukunft Personal in Köln entfaltet sich ein leidenschaftliches Gespräch über die ungenutzten Potenziale des Personalmanagement in der strategischen Unternehmensführung, insbesondere im Hinblick auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Reiner Kriegler, Gründer und CEO Deutschen Employer Branding Akademie, vertritt eine klare Position: HR sollte nicht nur bei Personalentwicklung und klassischen Aufgabenfeldern eine Rolle spielen, sondern als integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie verstanden werden.

Professor Karlheinz Schwuchow, ein Vordenker auf diesem Gebiet, predigt diese Einbindung bereits seit Jahren. Dennoch bleibt die Realität hinter den Forderungen zurück. Kriegler, mit Wurzeln im Bereich Branding und Marketing, sieht insbesondere in der Nachhaltigkeit und im Klimaschutz unausgeschöpfte Potenziale für HR-Manager, die weit über ihre traditionellen Rollen hinausreichen.

Im Interview mit erklärt Kriegler, dass die HR-Branche möglicherweise noch nicht das Ausmaß ihrer Gestaltungsmacht erkannt hat oder vielleicht sogar vor ihr zurückschreckt. Er plädiert dafür, dass HR die Gelegenheit ergreift, aktiv die Unternehmenskultur zu prägen und damit einen entscheidenden Beitrag zur grünen Transformation zu leisten.

„Die HR hat Zugriff, Einfluss und die Möglichkeit, Kulturen zu prägen – sie muss dies nur begreifen“, betont Kriegler. Er unterstreicht, dass durch die aktuelle Fachkräftesituation die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen in den Händen der HR liegt. Er appelliert an HR-Manager, sich als Business- und Strategie-Partner zu verstehen und nicht nur als Fachabteilung.

Das Fazit des Dialogs mit Kriegler ist ein eindringlicher Appell an das HR-Management, seine Rolle neu zu definieren und die Zukunft aktiv mitzugestalten – für eine Gesellschaft, in der Klimaschutz und nachhaltiges Wirtschaften nicht nur Schlagworte sind, sondern gelebte Realität.

Man hört, sieht und streamt sich auf der Next Economy Open #NEO23 im Dezember

Deutschlands Wachstumsschwäche überwinden und in die Zukunft investieren: Aber wie? Zur Vorlage des Jahresgutachtens der Wirtschaftsweisen @GrimmVeronika @umalmend @MonikaSchnitzer @AchimTruger @MartinWerding

Die aktuelle Konjunkturentwicklung in Deutschland wird nach wie vor durch die Energiekrise und die gesunkenen Realeinkommen belastet. Mittelfristig wird das Wachstum vor allem durch die demografische Alterung, das geringe Produktivitätswachstum, den veralteten Kapitalstock der Industrie und die geringe Anzahl junger innovativer Unternehmen gebremst. Das Jahresgutachten mit dem Titel „Wachstumsschwäche überwinden, in die Zukunft investieren“ analysiert, wie dies gelingen kann.

Die konjunkturelle Erholung in Deutschland verzögert sich aufgrund der Energiekrise und der inflationsbedingt gesunkenen Realeinkommen. Die Zentralbanken weltweit haben ihre Geldpolitik gestrafft, um der Inflation entgegenzuwirken. Diese Straffung und die schleppende Entwicklung in China haben das außenwirtschaftliche Umfeld in Deutschland beeinträchtigt. Das höhere Zinsniveau dämpft zudem die Investitionen und die Bautätigkeit im Inland. Der Sachverständigenrat erwartet daher, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 0,4 Prozent schrumpft. Im kommenden Jahr rechnen die Wirtschaftsweisen mit steigenden Realeinkommen, was zu einer verhaltenen konjunkturellen Erholung führen dürfte. Der Sachverständigenrat erwartet, dass das Bruttoinlandsprodukt im kommenden Jahr um 0,7 Prozent wachsen wird.

Die Inflationsrate hat sich seit Jahresbeginn halbiert. Dennoch erwarten die Wirtschaftsweisen einen Anstieg der Verbraucherpreise um 6,1 Prozent im Jahresdurchschnitt. Die Preissteigerungen bei Energie und Nahrungsmitteln nehmen deutlich ab. Die Kerninflation, also der Anstieg der Verbraucherpreise ohne Energie und Nahrungsmittel, dürfte auch im kommenden Jahr erhöht bleiben, da die Lohnstückkosten stark gestiegen sind. 2024 wird die Inflationsrate bei 2,6 Prozent liegen

Die Analysen des Sachverständigenrates zeigen, dass die mittelfristigen Wachstumsaussichten Deutschlands auf einem historischen Tiefstand sind. Das Produktionspotenzial wird voraussichtlich bis zum Jahr 2028 jährlich um 0,4 Prozent wachsen, was etwa einem Drittel der Wachstumsraten der 2010er Jahre entspricht. Die knappe Arbeitskräftesituation aufgrund des demografischen Wandels wird das Wachstum in den kommenden Jahrzehnten dämpfen. Um die Wachstumsaussichten zu verbessern, sind wirtschaftspolitische Entscheidungen notwendig. Es gilt, Anreize zur Erwerbsbeteiligung von Frauen und älteren Menschen zu erhöhen und die Zuwanderung in den Arbeitsmarkt zu stärken.

Investitionen spielen eine entscheidende Rolle, um die deutsche Volkswirtschaft nachhaltig auf Wachstumskurs zu bringen. Es ist wichtig, die Investitionsquoten zu erhöhen und die Digital- und Energieinfrastruktur auszubauen. Zudem müssen Genehmigungsverfahren beschleunigt werden. Durch Investitionen in Automatisierung, Digitalisierung und künstliche Intelligenz kann die Produktivität gesteigert werden.

Die deutsche Forschungsdateninfrastruktur ist im internationalen Vergleich rückständig. Wichtige Daten fehlen, Datensätze lassen sich kaum verknüpfen und werden in Krisensituationen nicht schnell genug bereitgestellt. Wir schlagen vor, die statistische Gesetzgebung zu überarbeiten, um die amtliche Statistik flexibler zu gestalten. Zudem sollte das Statistische Bundesamt einen Forschungsauftrag erhalten und unabhängige Forschungsdaten-Zentren betreiben.

Die Wirtschaftsweisen sehen einen Nachholbedarf bei der Wachstumsfinanzierung von jungen Unternehmen. Institutionelle Investoren, die in Europa aktiv sind und über viel Kapital verfügen, investieren zu selten über Aktienmärkte oder über Wagniskapital direkt in Unternehmen.

Eine staatliche Kofinanzierung sollte so ausgestaltet werden, dass private Investitionen mobilisiert werden, um diesem Marktsegment nachhaltig das nötige Volumen zu verschaffen. Gleichzeitig müssen die Exit-Optionen für Wagniskapitalgeber verbessert werden. Die besten Renditeaussichten bei der Veräußerung der Beteiligungen ergeben sich für Wagniskapitalinvestoren häufig bei einem Börsengang. Allerdings stellt der in Deutschland vergleichsweise kleine IPO-Markt (Initial Public Offering) ein Hindernis dar. „In Deutschland investieren die großen institutionellen Investoren wenig in Wagniskapital. Dadurch fehlt es einerseits an großen Investoren, die große Finanzierungsrunden in der Wachstumsphase mitgehen können. Gleichzeitig mangelt es an den Kapitalmärkten an Tiefe, damit ein Börsengang attraktive Erlöse erzielt“, erläutert Ulrike Malmendier, Mitglied des Sachverständigenrates Wirtschaft.

Die geringere Investitionsneigung hat gravierende Folgen für die Unternehmenssubstanz. Bei acht von zehn Mittelständlern mit älteren Inhabern übersteigt der Wertverlust des Kapitalstocks das Volumen der Neuinvestitionen. Eine zentrale Ursache für die abflauende Investitionsbereitschaft älterer Unternehmer ist deren kurzer Planungshorizont – die Risikobereitschaft sinkt. Rückt ein Inhaber näher an das Rentenalter heran, besitzen viele Vorhaben eine aus seiner Sicht zu lange Amortisationsdauer. Das gilt umso mehr für alle längerfristig finanzmittelbindenden – dafür aber auch wettbewerbsstärkenden – Zukunftsinvestitionen.

Wo sollen die Impulse herkommen. 90 Prozent der Investitionen kommen von der Privatwirtschaft. Und da bewegt sich nicht viel: „Die reichsten Deutschen haben ihr Vermögen geerbt oder konnten sich ins gemachte Nest setzen. Deutsches Geld ist also relativ altes Geld. Das hat massive Auswirkungen auf das Denken der Eigentümer der Firmen, der Investoren. Während gerade in Großbritannien und Amerika die Reichsten laufend Schlagzeilen mit gewagten Investitionen machen, herrscht bei uns Funkstille“, so Jürgen Stäudtner in einer netzökonomischen Diskussionsrunde, die wir vor einigen Jahren organisierten. Geändert hat sich nicht viel.

Partizipationskompetenz, Strategie und Praktiken – Wie können wir die Welt verbessern? Wir vertiefen das Thema auf der Next Economy Open am Freitag, den 8. Dezember, um 11 Uhr #NEO23

Wie kann Bildung im Kontext der täglichen Anwendungen in der digitalen Ökonomie auf eine Zukunft vorbereiten, die wir nicht kennen? Diese Frage steht im Mittelpunkt des Projekts „König von Deutschland“, bei dem wir uns intensiv mit möglichen Zukunftsszenarien und der Vermittlung einer explorativen Haltung beschäftigt haben. Dabei haben wir ein didaktisches Konzept entwickelt, das auf dem Prinzip des „Lernens durch Lehren“ basiert.

Unser Ziel war und ist es an der Hochschule Fresenius, den Studierenden eine aktive Rolle zu geben und sie dazu zu ermutigen, gesellschafts- und wirtschaftspolitisch relevante Themen eigenständig zu erforschen und in Live-Formaten zu präsentieren. Dabei haben sie sich mit Themen wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Ethik auseinandergesetzt, Expertenmeinungen eingeholt und Umfragen durchgeführt.

Die Ergebnisse sind beeindruckend. Die Studierenden arbeiten sich in wirtschaftsethische Fragen ein und entwickeln innovative Lösungsansätze für die Praxis in Unternehmen – von der Pharmabranche bis zu Medienverlagen . Im Vergleich zu traditionellen Prüfungen und Wissensabfragen hat sich gezeigt, dass das Prinzip des „Lernens durch Lehren“ zu einer intensiveren Recherche führt.

Das Besondere an unserem Ansatz ist, dass wir Theorie und Praxis miteinander verbinden. Wir vermitteln nicht nur Wissen, sondern auch die Fähigkeit, dieses Wissen in realen Situationen anzuwenden. Unsere Studierenden lernen, sich flexibel an verschiedene Situationen anzupassen und komplexe Probleme zu lösen. Dabei spielt die Vernetzung von verschiedenen Wissensbereichen eine wichtige Rolle.

Wir wissen nie genau, was am Ende herauskommt. Aber in den meisten Fällen haben die Studierenden beeindruckende Ergebnisse erzielt. Sie haben gelernt, selbstständig zu denken und Lösungen zu finden.

Das Prinzip des „Lernens durch Lehren“ basiert auf der Erkenntnis, dass intensives Denken und Problemlösungsfähigkeiten die Grundlage für Glück und Erfolg sind. Indem wir die Studierenden dazu ermutigen, aktiv zu denken und Probleme zu lösen, bereiten wir sie auf eine Welt vor, die sich ständig verändert und in der sie mit Unsicherheit und Komplexität umgehen müssen.

Unser Ziel ist es, die Welt zu verbessern, indem wir Menschen dazu befähigen, ihre Bedürfnisse besser zu befriedigen und gemeinsam an Lösungen für globale Probleme zu arbeiten. Dafür müssen wir die Strukturen schaffen, die es uns ermöglichen, unsere Bedürfnisse zu erfüllen und die Welt nachhaltig zu gestalten.

Das Projekt „König von Deutschland“ ist ein Beispiel dafür, wie Bildung junge Menschen auf diese Herausforderungen vorbereiten kann. Es zeigt, dass das Prinzip des „Lernens durch Lehren“ eine effektive Methode ist, um die Weltverbesserungskompetenz zu entwickeln und junge Menschen dazu zu befähigen, aktiv an der Gestaltung ihrer Zukunft mitzuwirken.

Insgesamt ist das Projekt ein Erfolg und hat gezeigt, dass Bildung mehr sein kann als das bloße Vermitteln von Wissen.

Unternehmen empfiehlt Jean-Pol Martin, der Kopf hinter dem Konzept „Lernen durch Lehren“, sich intensiv mit dem Menschenbild und den Bedürfnissen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu beschäftigen. Die Gehirnforschung könne dabei helfen, ein klares Bild davon zu entwickeln, wie man mit Menschen umgehen und sie motivieren sollte.

Ausführlich nachzulesen in meinem Beitrag für die SAP-Blogparade.

Wir vertiefen das Thema auf der Next Economy Open am Freitag, den 8. Dezember, um 11 Uhr.

Jean-Pol Martin & Simon KolbeLernen durch Lehren. Autorengespräch zum neuen LdL Handbuch

Weltveränderungskompetenz und eine SAP-Blogparade #DigitalAdoption – Hab jetzt einfach mal eine Theorie entwickelt unter der Abkürzung #MPADA

Trotz des rasanten technologischen Fortschritts haben viele Unternehmen nicht erkannt, wie wichtig die tägliche Erfahrung der Nutzerinnen und Nutzer ist – intern und extern. Was erlebt man in der eigenen Organisation und was erlebt man als Kunde?

Eine klare und verständliche Kommunikation ist entscheidend. Wenn Fachleute ihre Kenntnisse nicht verständlich vermitteln können, entsteht eine Kluft zwischen Technologie und Anwender. Für Softwareentwickler mag es unnötig erscheinen, intuitive Symbole oder Drag-and-Drop-Funktionen zu verwenden, da sie mit Code effizienter arbeiten können. Aber in fast allen anderen Lebensbereichen sind die meisten von uns Laien. Deshalb sollten Technologieunternehmen stets darauf abzielen, ihre Produkte und Dienstleistungen sowohl für Experten als auch für den durchschnittlichen Benutzer zugänglich zu gestalten.

Es wäre lächerlich, jemandem, der programmieren kann, irgendwelche Bildchen anzubieten. Der macht das mit seinen kurzen Programmbefehlen eleganter, schneller, effektiver und wahrscheinlich auch lustvoller. Während wir aber gleichzeitig in fast allen anderen Lebenssituationen Laien sind, also jeder Mensch ist fast immer Laie, nur in seinem eigenen Berufsfeld eben nicht. Man muss deshalb den gleichen Gegenstand mit einer unterschiedlichen logischen Tiefe behandeln. Entsprechend unterschiedlich sind die Anforderungen an das Interface-Design.

Der Multi-Perspektiven-Ansatz zur Digitalen Adoption (MPADA) kombiniert verschiedene Modelle, um eine umfassende Sichtweise zu erhalten. Er betrachtet die digitale Adoption nicht nur als technologische Herausforderung, sondern auch als sozialen, kulturellen und individuellen Prozess.

In der technologischen Dimension geht es um die Alltagstauglichkeit. Tools müssen schnell anwendbar sein.

In Fragen der Organisation steht eine Kultur des Experimentierens, Lernens und Anpassens im Vordergrund. en, wie Veränderungen auf organisatorischer Ebene gefördert und unterstützt werden können.

Die individuelle Dimension konzentriert sich auf die Akzeptanz und den emotionalen Prozess bei der Einführung neuer Technologien.

Um die digitale Adoption erfolgreich umzusetzen, sollten Unternehmen Implementierungsstrategien auf Basis der verschiedenen Dimensionen entwickeln:

1. Technologie-Einführung: Es ist wichtig, die klaren Vorteile und Alleinstellungsmerkmale der Technologie zu kommunizieren und kontinuierliche Schulungen anzubieten.

2. Kultureller Wandel: Eine offene und innovationsfreudige Kultur sollte gefördert werden, in der Mitarbeiter ermutigt werden, neue Tools auszuprobieren und Feedback zu geben.

3. Individuelle Unterstützung: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollten durch gezielte Schulungen und Mentoring permanent begleitet werden.

Ausführlich hier nachzulesen.

OpenAI Entwicklerkonferenz: Sam Altman verkündet neue Anwendungen und Partnerschaften #ChatGPT

ChatGPT kann jetzt sehen, hören und sprechen. Mit der nahtlosen Integration des Bildmodells DALL-E 3 und dem neuen GPT-4 Turbo bietet OpenAI noch mehr Kontrolle und Funktionalität.

Sam Altman begrüßt uns auf der Entwicklerkonferenz von OpenAI in San Francisco mit einem Lächeln.

Er spricht über die Bedeutung der Stadt für das Unternehmen und die Branche. Er teilt die Aufregung über das Wachstum, das noch bevorsteht.

Vor einem Jahr, am 30. November, startete OpenAI ChatGPT als „unauffällige Forschungsvorschau“. Das Ergebnis? Ein voller Erfolg. Im März folgte GPT-4, das leistungsstärkste Modell der Welt. In den letzten Monaten kamen weitere Funktionen hinzu, sodass ChatGPT nun sehen, hören und sprechen kann.

Die neueste Errungenschaft? Das Bildmodell DALL-E 3 lässt sich nahtlos in ChatGPT integrieren. Für Unternehmenskunden gibt es ChatGPT Enterprise, das Unternehmenssicherheit und Datenschutz, schnelleren GPT-4-Zugang, längere Kontextfenster und vieles mehr bietet.

Heute nutzen etwa 2 Millionen Entwickler die API von OpenAI für eine Vielzahl von Anwendungsfällen. Mehr als 92 Prozent der Fortune-500-Unternehmen setzen auf ihre Produkte. Und ChatGPT hat etwa hundert Millionen wöchentlich aktive Nutzer.

Das Beeindruckende daran? All das wurde ausschließlich durch Mundpropaganda erreicht. Die Menschen finden die Produkte nützlich und erzählen es weiter.

Altman zeigt ein Video, in dem Menschen erzählen, wie sie ChatGPT in ihrem Alltag nutzen – von Hausaufgaben bis zur Ernährungsberatung. . Altman spricht über eine Reihe von Verbesserungen, die auf dem Feedback der Entwickler basieren. Er stellt GPT-4 Turbo vor, ein neues Modell, das viele der gewünschten Funktionen erfüllt.

GPT-4 Turbo unterstützt bis zu 128.000 Kontext-Tokens, das sind 300 Seiten eines Standardbuchs, 16 Mal länger als der 8k-Kontext von GPT-4. Es bietet mehr Kontrolle über die Antworten und Ausgaben des Modells. Es kann auf Wissen aus externen Dokumenten oder Datenbanken zugreifen und hat Wissen über die Welt bis zum April 2023.

Neue Modalitäten werden in die API aufgenommen, darunter DALL-E 3, GPT-4 Turbo mit Vision und ein neues Text-to-Speech-Modell. Mit diesem Modell können Entwickler aus Text unglaublich natürlich klingende Audiosignale erzeugen.

Altman spricht auch über Anpassungen. Die Feinabstimmung hat bei GPT-3.5 sehr gut funktioniert und wird nun auf die 16K-Version des Modells ausgeweitet. OpenAI stellt auch ein neues Programm namens Custom Models vor, bei dem die Forscher eng mit einem Unternehmen zusammenarbeiten, um ein benutzerdefiniertes Modell zu erstellen.

„Copyright Shield“ ist ein Versprechen von OpenAI, seine Kunden bei Auseinandersetzungen zu unterstützen, sollte es zu Urheberrechtsverletzungen kommen – eine Zusage, die das Vertrauen in die Produkte ChatGPT Enterprise und die API signifikant stärken dürfte. In einer Welt, in der rechtliche Komplexitäten oft Innovationen lähmen können, stellt dies eine Art Rettungsschirm dar, unter dem kreative Geister unbeschwert experimentieren und erschaffen können.

Die Verbindung von OpenAI und Microsoft, verdeutlicht durch den Auftritt von Microsoft-CEO Satya Nadella, wirft ein Schlaglicht auf die Zukunft der KI-Entwicklung. Nadella betonte die Bedeutung einer Infrastruktur, die mit der Schnelllebigkeit der KI-Innovationen Schritt hält, und beteuerte Microsofts Engagement, als Plattform für Entwickler zu fungieren, um die KI-Vorteile breit zu streuen.

Veronika Grimm ist seit April 2020 Mitglied des Sachverständigenrates. Sie ist Professorin für Volkswirtschaftslehre und Inhaberin des Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftstheorie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Sie ist Vorsitzende der Wissenschaftlichen Leitung des Energie Campus Nürnberg (EnCN) und Direktorin des Laboratory for Experimental Research Nuremberg (LERN). Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Energiemärkte und Energiemarktmodellierung, Verhaltensökonomie, soziale Netzwerke sowie Auktionen und Marktdesign. Am Energie Campus Nürnberg leitet sie den Forschungsbereich „Energiemarktdesign“. Veronika Grimm ist in zahlreichen Gremien und Beiräten aktiv, unter anderem im Nationalen Wasserstoffrat der Bundesregierung, im Wissenschaftlichen Beirat beim Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), in der Expertenkommission zum Monitoringprozess „Energie der Zukunft“ am BMWK, im Zukunftskreis des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), im Sachverständigenrat für Verbraucherfragen (BMJV) sowie im Energy Steering Panel des European Academies' Science Advisory Council (EASAC). Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre und der Soziologie an den Universitäten Hamburg und Kiel promovierte sie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Anschließend war Veronika Grimm an der Universidad de Alicante und der Universität zu Köln tätig und verbrachte längere Forschungsaufenthalte an der Université libre de Bruxelles und der Université Catholique de Louvain in Louvain la Neuve.

Wettbewerbsfähigkeit in Zeiten geopolitischer Veränderungen: Was wohl heute im Jahresgutachten des Sachverständigenrates im Vordergrund steht? @GrimmVeronika @umalmend @MonikaSchnitzer @AchimTruger @MartinWerding

Energiekrise, Gasknappheit, Inflation und die Folgen der Corona-Pandemie prägten das Jahresgutachten der Wirtschaftsweisen im vergangenen Jahr. Also beispielsweise die verstärkte Aufmerksamkeit für Themen wie Logistik und Lieferkettenmanagement, die in den vergangenen Jahren aufgrund von Ereignissen wie Produktionsengpässen oder Blockaden von Containerhäfen in China und im Suezkanal in den Vordergrund gerückt sind.

Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm erklärte im Sohn@Sohn-Adhoc-Interview im November 2022, dass sich die Lieferkettenproblematik inzwischen entspannt habe, aber dass es dennoch wichtig sei, die Abhängigkeiten von bestimmten Ländern, insbesondere China, zu reduzieren. Sie betonte die Notwendigkeit einer Diversifizierung der Lieferbeziehungen und einer stärkeren Produktion in der Europäischen Union.

Grimm sprach auch über die Bedeutung von Handelsbeziehungen und Kooperationen mit verschiedenen Ländern, einschließlich Entwicklungsländern. Sie bekräftigte, dass es wichtig sei, wirtschaftliche, außenpolitische und entwicklungspolitische Aspekte zu berücksichtigen und Partnerschaften zum beidseitigen Vorteil einzugehen. Grimm unterstreicht die Bedeutung von Investitionssicherheit und Investitionsgarantien sowie die Notwendigkeit besserer Daten und Überwachungssysteme, um Ungleichgewichte im Weltmarkt frühzeitig zu erkennen.

Es sei wichtig, die Wirtschafts-, Außen- und Entwicklungspolitik zu integrieren und neue Handelsbeziehungen aufzubauen, um Stabilität und Wohlstand zu gewährleisten.

In der aktuellen Situation sei es essentiell, verstärkt auf die Überwachung der Lieferketten, Diversifizierung und Ausbau der Lagerhaltung zu setzen. Grimm sieht die Umsetzung dieser Maßnahmen als realistisch an, während andere Vorschläge wie die Diversifizierung der Lieferbeziehungen mehr Zeit und Partnerschaften im Ausland erfordern würden. Ein weiteres Thema ist die Produktion von Photovoltaik-Panels, die zu 95% in China stattfindet. Grimm weist darauf hin, dass es schwierig ist, diese Abhängigkeit zu ändern, da es nur wenige Unternehmen gibt, die diese Technologie beherrschen. Grimm weist auf die Entwicklung in den USA hin, wo ein massives Förderprogramm für klimafreundliche Technologien gestartet wurde.

Dies könnte dazu führen, dass Produktionskapazitäten und Rohstoffe in die USA verlagert werden, was Auswirkungen auf deutsche Unternehmen haben könnte. Grimm betont die Notwendigkeit, die Transformation in Deutschland zu beschleunigen, um Investitionen und Kapazitäten im Land zu halten. Grimm fordert eine beschleunigte Transformation und klare politische Rahmenbedingungen, um Investitionen zu fördern. Privates Kapital sei vorhanden, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Grimm spricht auch über die Bedeutung des Recyclings und der Kreislaufwirtschaft. Sie sieht die Innovationskraft und das Potenzial des deutschen Mittelstands in diesem Bereich. Grimm erwähnt laufende Projekte zur Nutzung von Reststoffen und Recycling in verschiedenen Branchen. Sie betont die Recycling und Kreislaufwirtschaft können dazu beitragen, Emissionen zu reduzieren und Ressourcen effizienter zu nutzen. Abschließend nennt Grimm zwei wichtige Aufgaben für die Bundesregierung: die Reduzierung von Abhängigkeiten, insbesondere von China, und die Stärkung von Bildung und Zuwanderung, um Deutschland attraktiv zu machen und die Innovationskraft des Landes zu fördern.

Mal schauen, was im neuen Jahresgutachten steht. Es wird heute dem Bundeskanzler überreicht und um 14:30 Uhr der Presse vorgestellt.

14:30 Uhr    Vorstellung des Jahresgutachtens 2023/24 – Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Prof. Dr. Dr. h.c. Monika Schnitzer, Prof. Dr. Veronika Grimm, Prof. Dr. mult. Dr. h.c. Ulrike Malmendier, Prof. Dr. Achim Truger, Prof. Dr. Martin Werding