Saskia #Esken im ichsagmal.com-Interview über Klimadividende, Mindestlohn, Digitalpolitik und KI-Forschung

Interview hatte ich während des innerparteilichen Wahlkampfs geführt. Sehr vernünftige Positionen, die Saskia Esken hier äußert. Kann die Aufregung in der Öffentlichkeit nicht verstehen:

Saskia Esken zum Thema KI und Ethik:

Homo cooperativus: "Wir brauchen ein neues ökonomisches Betriebssystem" @trill_stephan auf der #NEO19x

„Wir brauchen ein neues ökonomisches Betriebssystem. Das entwickeln wir, wenn wir Marktwirtschaft neu denken und um sozial-kooperative Elemente anreichern. In ihm blüht der Homo cooperativus auf, der den schlicht gestrickten Homo oeconomicus ablöst. Ein Kopföffner dafür ist der Zukunftsforscher Jeremy Rifkin. Er prognostiziert eine Null-Grenzkosten-Gesellschaft, in der die Hürde, Produzent bzw. Prosument zu werden, gegen null sinkt –der Kapitalismus sich praktisch selbst frisst. Prosumenten neigen dazu, sich in collaborative commons zusammenzuschließen, Vorstufen genossenschaftlicher Verbünde, die, so Rifkin, bis 2050 die Hälfte der Weltwirtschaft tragen könnten“, schreibt Stephan Grabmeier in seinem neuen Opus „Future Business Kompass“, frisch erschienen bei Murmann und Haufe.

Future Business und ein neues ökonomisches Betriebssystem müssten durch wirkungsvolle Hebel auf der Finanzmarktseite flankiert werden. „Besonders ambitionierte Investoren fördern eine radikale Offenlegung von Informationen, wie zum Beispiel die TCFD (Task Force on Climate-Related Financial Disclosures), die die Unternehmen ermutigt, über die Klimarisiken ihrer Finanzanlagen zu berichten. Neue Standardinitiativen schaffen eine Grundlage für die nichtfinanzielle Leistungsrechnung, und die Aussicht auf eine breite ‚integrierte Berichterstattung‘ erscheint realistisch“, so Grabmeier. Auf der Next Economy Open haben wir mit ihm über seine Thesen gesprochen. Etwa für die Etablierung einer Kreislaufwirtschaft (Circular Economy) als Modell des zukunftsfähigen Wirtschaftens. Das ist kein neuer Denkansatz, wird bislang aber nicht umgesetzt. Wichtig dabei: „Wir müssen alle Elemente unseres Take-Make-Waste-Wirtschaftssystems umgestalten“, forderte Grabmeier in der #NEO19x Session in Köln.

Bitte das Video teilen und kommentieren. Das ist gestern Abend ein wenig untergegangen:

Technologie Startups: Von Deutschland ins Silicon Valley – #NEO19x Session am 27. November (16 Uhr)

Technologie Startups: Von Deutschland ins Silicon Valley, Mirko Novakovic, Founder: Instana, Solingen/Chicago. Die drei Thesen von Mirko: Deutschland muss stärker auf Sieg oder Niederlage in Kerntechnologien setzen und weniger „Unentschieden“ spielen. Deutschland benötigt mehr Risikokapital um Startups zu halten. Wie es trotzdem funktionieren kann am Beispiel von Instana und warum ich ins Silicon Valley gegangen […]

Technologie Startups: Von Deutschland ins Silicon Valley – #NEO19x Session am 27. November (16 Uhr) — #NEO19x Matchen, Moderieren, Managen

Feedback-Loops und Wasserflöhe @dlfkultur

„Authentizität und Kybernetik, das scheint nicht zusammen zu passen. Oder doch?„, fragt Vera Linß den britischen Schriftsteller und Künstler Tom McCarthy zur Eröffnung des Festivals „Authentizität und Feedback“ im „Espace Diaphanes“ in Berlin.

Die Antwort von McCarthy: „Nein, sie sind das Gegenteil voneinander. Kybernetik, jedes System, das ein Feedback-Loop in sich hat, ist eine automatische Kritik an Authentizität. Und das finde ich gut. Authentizität muss kritisiert werden, auf jeder Ebene – immer.“

Wow. Feedback-Loop. Muss man da direkt vor Ehrfurcht in die Knie gehen, wenn jemand von Feedback-Loops spricht? Ich bin immer wieder erstaunt, wie hartnäckig sich die Belanglosigkeiten der Kybernetik in der Öffentlichkeit halten in höchst unterschiedlichen Varianten. Popularisiert hat das Stafford Beer, der von Selbstregulation und diskreter Steuerung redete und begeistert war von bio-mathematischen Experimenten mit Wasserflöhen, die von Kybernetikern mit Eisenspänen gefüttert wurden. Völlig überraschend lassen sich die Bewegungen der hüpfenden Kleintierchen in metallisierten Schwärmen mit einem Magneten an einen gewünschten Ort leiten, um sie dort wieder ihrer Eigendynamik zu überlassen. Kybernetiker werten das als eine selbstregulierende Dynamik des Schwarms, die man einer zweckgerichteten Maschine unterordnet. Für Stafford Beer werden durch diese Möglichkeiten des Umgangs mit natürlichen Körpern vollkommen andersartige Verkettungen vorstellbar.

Egal, welche Begriffskaskaden Stafford Beer und seine Jünger nachlieferten, etwa die Homöostase zur Aufrechterhaltung eines Gleichgewichtszustandes eines offenen sowie dynamischen Systems „durch einen regelnden Prozess“, ob sie noch eine Portion Ethos in ihre Zirkelschluss-Aussagen draufpacken, es sind Phrasendrescher auf Wasserfloh-Niveau.

Siehe auch: Wenn aus Camouflage Wissenschaft wird – Nachbetrachtungen zur Kybernetik