Warum wir Superkräfte aber keinen T-Man benötigen #Service-Exzellenz

Service könnte so schön sein

Brauchen wir in Deutschland Superhelden, um endlich einen Super-Service zu bekommen? So sieht es zumindest der Telefon-Mann Wieland, der fortan beansprucht, als T-Man durch die Welt zu geistern, um uns den Weg in eine paradiesische Dienstleistungsökonomie zu weisen. Ob wir die herkömmlichen Hotline-Anbieter dafür gebrauchen können, weiß wohl noch nicht einmal T-Man, der mit seinen Hotline-Superkräften wohl keinen Ehrenplatz in der Gilde der Superhelden erklimmen wird. Vielleicht reicht es zu einer Statistenrolle in Entenhausen an der Seite von Onkel Dagobert, Donald Duck, Daisy und Gustav Gans. An der Notwendigkeit von Service-Exzellenz ändert das aber nichts.

Denn der vernetzte Kunde lässt sich nicht mehr am Nasenring vorführen. Das Internet ist schlauer als die Adepten der Servicebürokratie. Entsprechend wächst für Unternehmen der Druck, nicht nur für Kundenzufriedenheit, sondern auch für Begeisterung zu sorgen. Und das darf man nicht dem Zufall überlassen, so Professor Matthias Gouthier, Inhaber des Lehrstuhls für Dienstleistungsmarketing und Direktor des Center for Service Excellence (CSE). Als Maßstab für Service-Exzellenz hat er die Norm DIN SPEC 77224 entwickelt. „Es handelt sich hier aber nicht um eine Industrienorm, wie es einige Medien berichtet haben, sondern es ist eine Spezifikation“, erläutert Gouthier im Gespräch mit dem Fachdienst Service-Insiders.

Seit wann brauchen Superhelden ein Telefon?


Was soll man dazu noch sagen: Der Telefon-Mann Wieland möchte ein Superheld sein. Er will wohl nur noch T-Man genannt werden. So postet er in einer Replik auf meine ritterlichen Worte:

Anno 2011 wurde wieder ein Superheld geboren: „Wieland – der Telefon-Man“. Nun erscheint es mir fast als Beleidigung, dass ich Sie, lieber Gunnar Sohn, zuvor nur zum „Ritter Gunnar im Kampf gegen die Telefone“ erhoben habe. Als „T-Man“ verfüge ich doch schließlich über Superkräfte, die mir im Kampf gegen die bösen Kräfte der digitalen Unterwelt beistehen, oder nicht?

Der Telefon-Mann Wieland hat wohl erkannt, dass man als Hotline-Apologet ohne übermenschliche Superkräfte nicht mehr auskommt, um den Erdenbürgern einen Super-Service zu bescheren. Aber kann unser Hotline-Freund einen Platz in der Gilde der Superhelden überhaupt beanspruchen? Mal im ernst, lieber Telefon-Mann Wieland, Superman kann doch nur mit einem müden Lächeln auf Deine Hotline-Superkräfte herunterblicken: Er ist schnell, kann fliegen, verfügt über ein Supergehör (auch sehr entfernte/sehr leise Geräusche werden von Superman wahrgenommen, ebenso besonders hohe und tiefe Frequenzen), er hat einen Hitze-, Röntgen-, Scan-, Infrarot-, Mikroskop- und Teleskopblick, besitzt einen Superatem, glänzt durch ein photographisches Supergedächtnis (Superman kann extrem schnell lesen und die daraus gewonnenen Informationen auch ebenso schnell verarbeiten) und schaltet Gegner mit seinen Hypnosfähigkeiten aus. Was er nun überhaupt nicht braucht: Eine Super-Hotline. Das hat er nicht nötig. Und so bleibt dem Telefon-Mann Wieland wohl nicht anderes übrig, als eine Statistenrolle in Entenhausen anzustreben.

Eine Sache hat mich allerdings nachdenklich gestimmt. So schreibt der Telefon-Mann Wieland (es bleibt beim doppelten N):

Wissen Sie eigentlich, warum es keine Superhelden in Deutschland mehr gibt? Haben Sie schon mal probiert sich in einem Facebook umzuziehen? In Telefonzellen ging das….

Das ist wahrlich ein Problem – daran habe ich noch gar nicht gedacht. Aber, lieber Telefon-Mann Wieland, was sind denn Telefonzellen? Zum Glück gibt es noch Bahnhofstoiletten – die können die Superhelden doch heute noch nutzen – wenn sie 50 oder 70 Cent in der Tasche haben.