Wirtschaftsethik Live – Preview zur Next Economy Open #NEO17 #WELive

Ein paar Erläuterungen zu den drei Sendungen, die die Studierenden vom Masterkurs Wirtschaftsethik am Mittwoch, den 8. November produzieren:

Wir brauchen noch Unterstützung für die Studierenden in den Vorlesungen am 18. und 25. Oktober jeweils in der Zeit von 14:45 bis 17:45 Uhr.

Experteninterviews via Skype oder Facetime, Hinweis auf Studien, Tipps für die Livestreaming-Sessions, Sendeplan etc.

Wer uns mit Rat und Tat zur Seite stehen möchte, kann auch gerne der Facebook-Gruppe beitreten.

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Shitstorm, Wirtschaftsethik und Krisenkommunikation – Vortrag von @tim_ebner

Gastvortrag von Shitstorm-Schnüffler Tim Ebner
Gastvortrag von Shitstorm-Schnüffler Tim Ebner

Tim Ebner war an der Fresenius Hochschule in Köln und berichtete über Shitstorm-Analytik und dem Umgang von Unternehmen mit Empörungswellen im Social Web.

Kritisch äußerte er sich über wissenschaftliche Untersuchungen, die nur jene Firmenvertreter zu Wort kommen lassen, die mehr oder weniger gut auf Shitstorms reagiert haben und negative Folgen in Abrede stellen. Von keinem Betroffenen wird man wohl Zahlen über wirtschaftliche Folgeschäden erfahren. Auch der Indikator des Überspringens von Netz-Erregungswellen in klassische Medien greift zu kurz.

„Traditionelle Medien sind häufig gar nicht so relevant“, bemerkt Ebner.

Der Angriff auf das virtuelle Territorium einer Organisation kann völlig ohne massenmediale Begleitmusik erfolgen und zu nachhaltigen Imageschäden führen.

Bei der Telekom hat sich das die Kritik an der Etablierung eines Zweiklassen-Netzes online und offline hoch geschaukelt. #Drosselkom entwickelte sich zum geflügelten Wort mit einer wohl hundertprozentigen Penetration in Deutschland.

„Bei der Deutschen Telekom hat es eine komplette Abweichung von den Plänen zur Drosselung gegeben“, so Ebner.

Hier der Vortrag von Tim Ebner in zwei Teilen:

Teil 1

Teil 2

Wie das Ganze im Handel gesehen wird, beleuchtete ich im Gespräch mit der EHI-Analystin Ute Holtmann und dem Social Media-Experten Frank Michna:

Grundlegendes Problem vieler Unternehmen im Umgang mit Shitstorms ist wohl das fast sektenhafte Bedürfnis nach kontrollierter Schönwetterkommunikation.

Wirtschaftsethik und Innovation #FragSattelberger @th_sattelberger

sattelberger-plakat

Für die Veranstaltung am 21. November mit Thomas Sattelberger an der Fresenius Hochschule in Köln sind mittlerweile einige Fragen aufgelaufen.

Hier eine Zusammenfassung:

Zur Unternehmensführung: Wie können die Alt-Herren-DAX-Strukturen für Innovatoren aufgebrochen werden?

Können Menschen mit gebrochenem Lebenslauf bzw. ohne entsprechende Vorbildung gute Chefs sein?

Ist ein freundschaftliches Chef-Angestellten-Verhältnis schädlich?

Was muss sich in deutschen Unternehmen ändern, damit Frauen in Führungspositionen anerkannt werden?

Wie könnte man ein „Inzucht-System“ in Konzernen und mittelständischen Unternehmen brechen oder auflösen?

Wie schafft man es auf der Chef-Etage, wieder mehr Mut zu neuen Gedanken/Innovationen und damit verbundenen Risiken zu erreichen?

Sind die Denkschulen der Manager und Ingenieure nur auf die eigene Karriere aufgebaut? Wie haben Sie Ihre Karriere organisiert?

Denken Sie, dass das klassische Arbeitszeitmodell überholt ist?

Was halten Sie von der Verschmelzung von Arbeit und Freizeit?

Welche betriebswirtschaftlichen Erfolge könnte man mit Ihrem „Club der toten Dichter“ erzielen?

Welche neuen Geschäftsmodelle gibt es denn für die DAX-Konzerne?

Wie sollten Unternehmen ihre Mitarbeiter rekrutieren und fördern, um dem Innovationsdruck gerecht zu werden?

Gibt es Ideen für alternative Arbeitsmodelle – Home Office, Leistung statt Stunden etc.?

Warum kandidieren Sie für den Deutschen Bundestag?

Ist die Digitalkompetenz der Jugend zu schlecht?

Sollten Schulen papierlos sein?

Wenn Sie sagen, dass Sie den typischen BWL-Studiengang nicht gut finden, was sollte ein Studiengang mitbringen bzw. was sollte gelehrt werden?

Warum ist die Herkunft für die Zukunft eines Menschen in Deutschland immer noch entscheidend? Wie könnte man Kinder aus nicht-akademischen Familien besser fördern?

Ist ja schon einiges zusammen gekommen.

Wird eine spannende Debatte. Gute Gründe, um am 21. November, um 16:15 ins Atrium der Fresenius Hochschule Köln zu kommen.

Vom Irrweg einer „marktkonformen“ Demokratie

gunnarsohn

Wirtschaftliche Aktivitäten finden nicht im sozialen Vakuum, sondern in gesellschaftlichen und politischen Kontexten statt. Eigentlich eine recht profane Erkenntnis, die aber in der Mainstream-Wirtschaftswissenschaft nicht ankommt. Seit ihrer neoklassischen Wende im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts orientiert sich die an den akademischen Wirtschaftsfakultäten fast ausschließlich gelehrte Standardökonomik viel lieber an den Methoden der Naturwissenschaften als an jenen der Sozialwissenschaften, moniert Professor Peter Ulrich im Vorwort des Frank Niessen-Buches „Entmachtet die Ökonomen! Warum die Politik neue Berater braucht“:

„Demenentsprechend versucht sie tatsächlich so etwas wie eine naturgesetzlich gedachte Sozialphysik zu entwerfen: eine Lehre von kontextfrei geltenden ökonomischen ‚Sachgesetzen’, die zu befolgen Inbegriff einer von ethischen Beurteilungen und politischen Interessen ganz unabhängigen, ‚reinen’ ökonomischen Vernunft sei.“

Die aus so betriebener Ökonomik abgeleiteten politischen Empfehlungen leiden deshalb unter grundlegenden Verkürzungen, wenn etwa von der Notwendigkeit einer marktkonformen Demokratie gesprochen wird.

„Solange die Realpolitik diesen ‚wissenschaftlichen’ Empfehlungen von Experten der (nicht wirklich) reinen ökonomischen Vernunft folgt, schreitet denn auch die Durchökonomisierung der Lebensverhältnisse ungebremst voran. Wer konkret treibt sie voran? Das liegt realpolitisch auf der Hand – nämlich vor allem in den durchaus sichtbaren Händen des politischen Lobbyismus mächtiger Wirtschaftsinteressen in Berlin, Brüssel, Washington“, schreibt Ulrich, emeritierter Lehrstuhlinhaber und Leiter des Instituts für Wirtschaftsethik an der Universität St. Gallen.

Wirtschaftspolitik wird nicht mehr als Staatskunst ausgelegt. Sie setzt einseitig auf Marktkräfte durch möglichst globale Deregulierung und durch die Entfesselung des Wettbewerbs zur Vermehrung des Wohlstands. Der Faktor Macht und das Bestreben von Unternehmen zur Aushebelung des Wettbewerbs werden dabei vernachlässigt.

Was die herrschende Wirtschaftsforschung ins Zentrum rückt, ist der ökonomische Imperativ. Es muss sich rechnen. Mit der Steigerung der allgemeinen Wohlfahrt hat das aber nichts zu tun.

Ausführlich in einem Beitrag auf der Plattform Juptr nachzulesen.

th_sattelberger kommt nach Köln #fragSattelberger #ProofofthePudding

thomassattelberger

Am Montag, den 21. November kommt der ehemalige Dax-Vorstand und APO-Rebell Thomas Sattelberger nach Köln in die Fresenius Hochschule und wird mit den Studierenden und allen weiteren Interessierten debattieren. Von 16:25 bis 18 Uhr. Thema: Wirtschaft im Umbruch – im Spannungsfeld von Ethik und Innovation.

Ein paar Thesen von Sattelberger habe ich auf Slideshare zusammengefaßt.

Es wäre toll, wenn Ihr im Vorfeld einige Fragen oder kritische Einwürfe formuliert und auf Twitter mit dem Hashtag #fragSattelberger veröffentlicht. Oder hier in der Kommentarfunktion veröffentlichen. Man sieht sich am 21. November in der Fresenius Hochschule im Atrium (Im MediaPark 4c, 50670 Köln) 🙂