Werkzeuge gegen Organisationen im Befehlsmodus @fonski_berlin

FonskiVerlagBerlin

In meinem letzten Live-Hangout via Google+ mit Lydia Krüger aka @fonski_berlin sind einige Methoden zur Sprache gekommen, wie man Hierarchie-Organisationen intern und extern auseinander nehmen kann:

Spielerisch mit dem Quartett Kampf der Abteilungen, in Meetings mit dem Notizblock Buzzword-Bingo und für Rhetorikschlachten mit autoritären sowie cholerischen Führungskräften können ab September Antwortkarten gegen Totschlag-Argumente zum Einsatz kommen.

Man hört, sieht und streamt sich künftig ohne Hangout on Air als eigenständigen Dienst von Google

Digitalisierung im Mittelstand ohne Berater #BonnerSommerinterview @KMU_digital

Sommerinterview

Mit Eva Ihnenfeldt und Dennis Arntjen von KMU-Digital habe ich mich im Bonner Sommerinterview über die digitale Schnappatmung im Mittelstand unterhalten. Zwischendurch, also nach 30 Minuten, hab ich selbst eine kleine Schnappatmung bekommen, weil der Facebook-Livestream via OBS zusammenbrach. Deshalb ist das Sommerinterview in zwei Teilen abgelaufen. War eine spannende Runde.

Siehe auch: Digitale Transformation: Deutschlands Top-Manager sehen großen Nachholbedarf – und was machen sie dagegen????

Sommerinterview: Hierarchie à la „Ich Chef, du nix.“ @Fonski_Berlin

Alltag im Angestelltenkäfig
Alltag im Angestelltenkäfig

ichsagmal.com-Sommerinterview mit Lydia Krüger, Jahrgang 1972, Studium der Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation (HdK Berlin), Master Communications Managment (USI Lugano), TV-Redakteurin, PR-Beraterin, zuletzt Pressesprecherin und Leiterin Unternehmenskommunikation bei einer großen Versicherung. Sie bloggt auf Büronymus.de über die menschliche Seite der Arbeit und entwickelt und verlegt satirische Spiele mit ihrem Fonski-Verlag.

Sie schreibt gerade ein Buch darüber, wie sie eine Hierarchie-Organisation überlebt hat

Titel: HORGs* sind tot – sie wissen es nur noch nicht (*Hierarchie-Organisationen)

Ihr Thesen für das Sommerinterview am Mittwoch, den 17. August um 10 Uhr:

  1. Viele Unternehmen in Deutschland sind in ihrer Unternehmenskultur/Führungskultur in den 50er Jahren steckengeblieben, insbesondere hierarchische Organisationen wie Konzerne, Institutionen, Behörden. („HORGs“)

– Da helfen auch Lippenbekenntnisse (Vision, Leitbild) nichts – genauso wenig wie das blinde und mechanistische Umsetzen neumodischer Konzepte (Führungskraft als Coach, laterale Führung, das Mäuse-Prinzip o. ä. Quatsch).
2. HORGs haben starke Ähnlichkeiten zum DDR-System (oder irgendeinem anderen repressiven System) – mit denselben Auswirkungen auf die Psyche.
3. HORGs machen Menschen krank. Oder um es anders auszudrücken: Als gesunder Mensch hat man es schwer in einem solchen Biotop. Also wird man krank. Erst leidet die Psyche unter den ständigen inneren Konflikten (gesunder Menschenverstand vs. Realität in der HORG, „Businesstheater“), später kommen ggf. körperliche Krankheiten dazu. Es wird viel zu viel von außen auf die Menschen geschaut und viel zu wenig darauf, was dieses Systeme mit ihnen machen. Deshlab blogge ich auf Büronymus.de über „die menschliche Seite der Arbeit“.
4. HORGs sind ineffektiv.
Eine Firma, die eine Person abstellt, um Deckblätter für die Prozessbeschreibungen zu basteln, hat sie nicht mehr alle. Ich wundere mich immer, wie lange solche dysfunktionalen Organisationen trotzdem noch bestehen bleiben. Oft ist es nur „too big to fail“. Langfristig sind sie aber zum Scheitern verurteilt.
5. HORGs sterben aus. Denn niemand, der einigermaßen bei Verstand ist, wird sich in Zukunft auf so eine Arbeitswelt einlassen. Oder wie Thomas Sattelberger es in dem Film „Alphabet“ formulierte, sich „in Ketten legen lassen“.

Gründe:
a) Bevormundung & Bürokratie
Junge Leute (oder andere Digital Natives), die im Netz aufgewachsen sind, sind es gewohnt, über alle Infos zu verfügen, sehr viel selbst zu entscheiden und Verantwortung zu übernehmen. Und dann kommen sie in eine Organisation, wo sie erst mal ein Treppenbegehungsseminar absolvieren müssen. Da sagt man ihnen dann, dass sie sich immer schön am Geländer festhalten sollen. Ich denke mir das nicht aus. Da fühlt man sich doch veräppelt. Aber die meinen das ernst. Reinhard K. Sprenger spricht von einer Infantilisierung der Mitarbeiter. Es gibt extrem absurde Situationen und Persönlichkeiten – das nehme ich in meinem Kollegen-Quartett „Kampf der Abteilungen“ auf die Schippe.

b) Arbeitszeiten
– Junge Leute (oder andere Digital Natives) haben gesehen, wie ihre Eltern ihr Leben lang geschuftet haben und dann pünktlich zum Renteneintritt tot umgefallen sind – die wollen das nicht mehr. Die wollen jetzt leben – und die meiste Zeit des Tages verbringen wir nun mal mit Arbeiten. Entweder die Arbeitszeit wird reduziert (Wer sagt eigentlich, dass jeder Job in exakt 40 Wochenstunden zu schaffen ist?)

c) Hierarchie à la „Ich Chef, du nix.“
– Dass da jemand kommen kann ohne Know-how und einem Vorschriften machen darf nur aufgrund seines Status – das erschließt sich nicht für jemanden, der anders aufgewachsen ist.

HORGS haben nur drei Argumente auf ihrer Seite: Geld, Sicherheit, Glamour. Der Glamourfaktor, also der große Name, ist als erstes weg, wenn man merkt, wie spießig es dort zugeht. Ich weiß von einem großen Sportartikelhersteller, der über viele Jahre nicht mal ein Intranet hatte. Oder ein Weltkonzern, der chauvinistisch und frauenfeindlich agiert. Wer tut sich sowas noch an? Sicherheit ist auch nicht mehr das, was es mal war. Bleibt das Geld. Und das ist für viele nicht mehr das stärkste Argument.

Fazit:
Junge Menschen werden abgeschreckt, kreative Menschen werden abgeschreckt, sensible Menschen werden abgeschreckt, Querdenker, Freigeister, Innovatoren. Das sind aber genau die Menschen, die die Unternehmen dringend brauchen. Da klafft eine riesige Lücke zwischen dem, was sie brauchen und dem, was sie anziehen. Sie ziehen nämlich vor allem bequeme Leute an, die es gern sicher, warm und trocken haben und dafür in Kauf nehmen, ihre Persönlichkeit und ihre Kreativität an der Garderobe abgeben zu müssen.

Die Schere geht immer weiter auseinander zwischen Unternehmen, die ganz weit vorne sind (Augenhöhe, Musterbrecher, Holacracy) und denen, die in den 50ern steckengeblieben ist. Angestellte werden mit den Füßen abstimmen.

Mitdiskutieren über die Google Plus-Seite – Fragebutton des Webplayers einsetzen oder via Twitter mit dem Hashtag #AufstandderKreativen

Betonköpfe zermürben: Machteliten-Hacking, digitale APO, Ideeninfiltration, ManagerWatch #NEO16x

Banner-Kreation von Isabel Morales Rey
Banner-Kreation von Isabel Morales Rey

Vieles ist denkbar beim Aufstand der Kreativen in der Netzökonomie, um Betonköpfe in Wirtschaft und Politik mürbe zu machen.

Der ehemalige Konzernvorstand Thomas Sattelberger hat für die Formierung einer digitalen APO wichtige Stichworte geliefert, um das Inzest-System des Top-Managements der DAX 30-Konzerne, von autoritär geführten mittelständischen Unternehmen und von korrumpierbaren Elite-Hochschulen zu durchbrechen. Er will mit politischen Mitteln den Gehorsamskäfig in Organisationen aufbrechen. Wenn wir in der digitalen Sphäre von Partizipation, Transparenz und einer Kultur der Beteiligung reden und auch danach handeln, dürfe das in Wirtschaft und Politik nicht ohne Konsequenzen bleiben.

Wir dürfen jetzt nicht den alten Taylorismus, der das Arbeitsleben nach Befehl und Gehorsam taktet, in digitalem Gewand reproduzieren. Die Netzökonomie sollte schon mit intelligenteren Methoden gesteuert werden.

Soziopod-Blogger Patrick Breitenbach hat dafür im vergangenen Jahr auf der Next Economy Open in Bonn mit seinem spontihaften Aufruf zum Machteliten-Hacking eine vortreffliche Denksportaufgabe hinterlassen. Man müsse Gegen-Narrative in die Organisationen bringen. Die alten Eliten sind von einer Blase der Ja-Sager umgeben. Wie wäre es mit einer subversiven Injektion für kritisches Denken? So pflegte der Philosoph Karl Popper eine sehr intensive Beziehung zum Altkanzler Helmut Schmidt. Das habe den früheren Regierungschef in seinem politischen Denken sehr stark geprägt.

„Popper war indirekt ein Hacker der politischen Elite“, bemerkt Breitenbach.

Man brauche zudem starke Metaphern, um bei den Entscheidern der Machtelite etwas anzurichten, ergänzt brightone-Analyst Stefan Holtel im NEO15-Streitgespräch.

Wie könnte eine Graswurzelbewegung die Werkzeuge des Social Webs einsetzen, um Verkrustungen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft aufzubrechen? Eine Möglichkeit sehe ich in der Ideen-Infiltration, die der Jesuit Michel de Certeau in seinem Band „Kunst des Handelns“ für listenreiche Konsumenten aufgebracht hat.

Es geht um normale User, die beim Surfen durch die Warenwelt in den Nischen des Konformismus auf ungeahnte Autonomiemöglichkeiten stoßen, ohne sich der Aufgabe des aufopfernden Heldentums widmen zu müssen. Wer ist schon gerne Märtyrer. Es reichen kleine Regelverletzungen. Man könnte während der Arbeitszeit unauffällig anderen Tätigkeiten nachgehen, Meetings mit endlosen Monologen ad absurdum führen, Vorgesetzte mit falschen Excel-Tabellen in den Wahnsinn treiben und Macho-Manager bei der nächsten Weihnachtsfeier mit scharfsinnigen Witzen als eitle Trottel bloßstellen.

Powerpoint-Fußnoten für Kopisten-Bosse

Die Zweckentfremdung von digitalen Werkzeugen bietet eine Vielzahl von dadaistischen Möglichkeiten des Anarchentums: Powerpoint-Präsentationen für den Vorstand und selbst das Intranet sind ein ergiebiges Feld für Sticheleien. Klaut der eigene Boss regelmäßig seine Führungsweisheiten aus einschlägig bekannten Ratgeberbüchern der prahlerischen Beraterzunft, empfehle ich als Fußnote schlichtweg die Quellen-Angabe. In meiner Zeit beim Telefonie-Unternehmen o.tel.o ergänzte ich die Durchhalteparolen des Kommunikationsdirektors, die er aus einem Opus von Reinhard Sprenger abkupferte, mit einer Rezension des besagten Werkes.

Hintergrundinfos über prahlerische Vorgesetzte

Die angeberischen Exkurse des Top-Managers mit dem Charme eines Autoverkäufers über seine Karriere als Bundesliga-Torwart konterte der zuständige Mitarbeiter für das Sport-Sponsoring mit einem Zitat aus dem Bundesliga-Jahrbuch: Die fußballerische Karriere des VoKuHiLa-Schwätzers währte nur kurz, weil der Protagonist den Anforderungen des Profivereins nicht gewachsen war. Um so mehr redete er von seinen Kitzbühl-Begegnungen mit Franz Beckenbauer und Konsorten. Alle Mitarbeiter, die unter diesem Zwergen-Regime dienen mussten, konnten mit den vermittelten „Hintergrundinfos“ die Auftritte des Direktoren-Würstchens besser ertragen.

Teleprompter-Nahaufnahmen

Die Nahaufnahme der Entschuldigungs-Stammelei des mittlerweile gefeuerten VW-Chefs Marin Winterkorn, die auf Youtube immer noch abrufbar ist, kann als Paradebeispiel für Machteliten-Hacking herangezogen werden – wahrscheinlich unbeabsichtigt. Mit der Kameraeinstellung wurde sichtbar, dass der cholerische Auto-Macher nicht in der Lage war, sein Ehrenwort-Statement frei zu sprechen. Der bestbezahlte CEO in Europa, der nach Auskunft des IG-Metallers Bernd Osterloh angeblich jeden Euro wert ist, schrumpfte zum Teleprompter-Rhetoriker.

Zu den Establishment-Crashern zählt auch jener schlaue CDU-Berater, der mir auf meine Twitter-Anfrage zur Sendelizenz für das Livestreaming-Projekt von Kanzlerin Angela Merkel eine 007-Replik entgegenschleuderte. Ergebnis: Es gab nie wieder einen Live-Hangout der Regierungschefin mit der Gefahr einer weiteren Schwarzfunk-Debatte.

Systemkritik mit Geissen-Gegenteilaktionen

Einen systemkritische Geist verorte ich zudem bei den Werbefachleuten des „Verbraucherportals“ Verivox, die das Goldkettchen-Traumpaar Geissen klimapolitisch korrekt ins Rennen schicken. Aussage: „Je mehr Energie wir verbrauchen, desto mehr sparen wir.“ Besser kann man den so genannten Rebound-Effekt massentaublich nicht erklären. Was weniger kostet, wird mehr nachgefragt. „Ich habe ja eine Energiesparlampe – also kann ich sie länger brennen lassen.” Das wäre ein direkter Rebound-Effekt. Der indirekte Rebound. Der Energieverbrauch sinkt tatsächlich – ich spare Geld. Aber dieses Geld gebe ich wieder für etwas anderes aus, das ebenfalls Energie verbraucht. Wer dank besserer Isolation seines Hauses tausend Euro im Jahr für Heizöl spart, macht mit dem gesparten Geld mehr Fernreisen mit dem Flugzeug oder fährt sinnlos mit einer Motor-Yacht an der Côte d’Azur hin und her.

Wer sich ökologisch orientieren möchte, braucht nur das Gegenteil der Blinki-Blinki-Gichtlinge machen. Machteliten-Hacking ist jeden Tag möglich.

Am 8. August, um 16 Uhr werden wir in einem Live-Hangout weitere Ideen diskutieren über den Aufstand der Kreativen in der Netzökonomie. Wer mitmischen will im Hangout, sollte mir einige Tage vorher eine Info zukommen lassen. Hier einen Kommentar posten, auf der Facebook-Eventtseite oder auf Google Plus.

Man hört, sieht und streamt sich 🙂

Siehe auch: Top-Manager und die dunklen Hinterzimmer der Macht

Auf dem Weg in die netzökonomische Abstiegsgesellschaft? #NEO16

Über die Eseleien der Old Boys der Wirtschaft - Herr W. und Konsorten
Über die Eseleien der Old Boys der Wirtschaft – Herr W. und Konsorten

In der sozialen Moderne gründeten sich nach Analysen des FAS-Autors Oliver Nachtwey gesellschaftliche Integration und Stabilität auf die Arbeit, war die unbefristete Stelle mit Kündigungsschutz und sozialer Sicherheit Ausdruck des sogenannten Normalarbeitsverhältnisses.

„In den sechziger Jahren machten diese Beschäftigungsverhältnisse geschätzt fast 90 Prozent aller Stellen aus. Das hat sich inzwischen nachdrücklich geändert. Im Jahr 1991 waren 79 Prozent aller Arbeitnehmer in einem Normalarbeitsverhältnis beschäftigt, 2014 waren es nur noch 68,3 Prozent. 20,9 Prozent der Erwerbstätigen waren 2014 atypisch angestellt, arbeiteten entweder in befristeten oder geringfügigen Arbeitsverhältnissen, in Teilzeit oder als Leiharbeiter. Von den 11 Prozent Selbständigen waren mehr als die Hälfte sogenannte Solo-Selbständige“, schreibt Nachtwey in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Prekäre Arbeitsverhältnisse seien nicht gleichmäßig über alle Gruppen verteilt, sondern konzentrieren sich vor allem bei Niedrigqualifizierten. Aber auch Hochqualifizierte brauchen immer länger, bis sie eine sozial gesicherte berufliche Umlaufbahn erreichen. Das Erwerbsleben habe seine frühere Struktur verloren, Karrieren und Berufswege sind diskontinuierlicher geworden. Es steige die Anzahl derjenigen, die in ihrer Erwerbsbiographie vermehrt Brüche erfahren, buchstäblich sozial verwundet werden. Auf der Seite der Konzerne wächst wiederum das Interesse, Projekte in kleine Aufgaben zu zerlegen und über Plattformen an eine große Menge Menschen auf der ganzen Welt auszulagern – an Crowdworker oder Clickworker. Die recherchieren dann Adressen, fotografieren Produkte für den Online-Vertrieb, schreiben Kurzinfos für Angebote, entwerfen Logos oder programmieren Software. Soweit so gut.

In der Netzökonomie kann man das nach Matching-Prinzipien perfekt organisieren. Treffen die Möglichkeiten für dezentrales Arbeiten allerdings auf die alte industrielle Effizienz-Logik der etablierten Konzerne und auf eine Investitions-Unlust des Mittelstandes, kann sich das Szenario einer Abstiegsgesellschaft beschleunigen. Ein Heer von Managementberatern, Umstrukturierungsexperten und neuen Unternehmern plädiert zwar für flache Hierarchien, Eigenverantwortlichkeit, Innovation und Flexibilität – allerdings ohne positive Effekte für Clickworker.

„Größere Unternehmen wurden restrukturiert, so dass sich ganze Abteilungen als eigenständige ‚profit centers‘ wiederfanden. Dies geschah unter der Maßgabe, mehr Spielraum zu ermöglichen und den Unternehmergeist auf allen Ebenen zur Entfaltung zu bringen mit dem Ziel, die Wertschöpfung zu erhöhen und dem Management bessere Durchgriffsmöglichkeiten an die Hand zu geben“, schreibt Felix Stadler in seinem neuen Buch „Kultur der Digitalität“.

Die Facebook-Debatte über meine Erlebnisse mit dem Inhaber der Zeitschrift Boardreport sind dafür ein kleiner Indikator.

Sozialstaatliche Absicherung Einzelner hält man für überholt. Kollektive Institutionen, die für eine gewisse Stabilität in der Lebensführung sorgen können, gelten als bürokratische Hindernisse. Um politische Freiheit, soziale Verantwortung und Autonomie geht es den Flexibilisierungsideologen ganz und gar nicht. Sie wollen mehr Spielraum für ihre Nasenring-Systeme bekommen.

Wie viele Solopreneure und Clickworker arbeiten für Hungerlöhne, unterwerfen sich einem ruinösen Wettbewerb beim Unterbieten der Konkurrenz und geben Angebote mit Stunden-, Tages- und Monatssätzen ab, die noch nicht einmal in Ansätzen die Lebenshaltungskosten decken? Und wie viele Old Economy-Gichtlinge nutzen das schamlos aus?

Der Trend zur Dezentralisierung in der Netzökonomie muss begleitet werden mit Firmen-Neugründungen, die zu neuen und gut bezahlten Arbeitsplätzen führen. Das Gegenteil ist der Fall:

„Nur rund acht Prozent unserer Unternehmensgründungen beschäftigen sich mit Technologien. Wir sind eher ein Gründerland für Tätowierstuben“, moniert Thomas Sattelberger, Ex-Personalvorstand der Telekom, im ichsagmal.com-Gespräch.

Verschärft wird dieses Problem durch eine alternde Unternehmerschaft, die sich nur noch über die Erfolge der Vergangenheit definiert. Alte Unternehmer leben von der Substanz, investieren kaum und verdrängen die Notwendigkeit von Erweiterungsinvestitionen sowie Innovationen. Die Inhaber von 1,3 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sind 55 Jahre oder älter – das entspricht rund einem Drittel aller Mittelständler in Deutschland. Wie eine repräsentative Analyse von KfW Research auf Basis des KfW-Mittelstandspanels zeigt, ist der Anteil dieser Altersgruppe unter den mittelständischen Unternehmern seit 2002 vier Mal so stark gestiegen wie in der Gesamtbevölkerung. Gleichzeitig fehlt es an Unternehmernachwuchs.

Freelancer, Solopreneure und Clickworker sollte so langsam anfangen sich zu organisieren, um nicht eine zu leichte Beute für die Ausbeutungsmentalität der Old Boys der alten Ökonomien zu werden. Nicht wahr, Herr W.

Am 8. August werden wir dazu eine Live-Hangout-Debatte machen.

Man hört, sieht und streamt sich.

Nimbus „Made in Germany“ bröckelt – #Boardreport Gespräch mit Oliver Marquardt und Marco Petracca

Wie gut sind mittelständische Unternehmen im internationalen Geschäft wirklich? Wir verteidigen zwar fast jedes Jahr den Titel „Exportchampion“ und fahren Rekorde beim Handelsüberschuss ein. Das ist nach Auffassung von Oliver Marquardt und Marco Petracca allerdings nur eine Momentaufnahme.

Wir genießen noch ein hohes Ansehen im Ausland und können mit dem Label „Made in Germany“ weiterhin punkten, aber dieser Nimbus bröckelt.

Selbst die internationale Konkurrenz in der Metallverarbeitung nimmt zu. Chinesische Produkte im Anlagenbau haben qualitativ deutlich zugelegt. Viele andere Länder holen auf. Diese Signale kommen bei vielen Mittelständlern an. Nur ist es schwierig aus der Pfadabhängigkeit der vergangenen Jahrzehnte auszusteigen und neue Märkte zu erschließen. All das wird in der Titelstory des Wirtschaftsmagazins Boardreport ausführlich behandelt.

Das Opus erscheint Ende Juni.

Netzwerk „DIGITALE VORREITER“ im #CampusMittelstand #Cebit16 @FrankWidmayer

Livestreaming

Die Idee die hinter dem Netzwerk „DIGITALE VORREITER“ steckt ist denkbar einfach. Experten wollen kleine und mittelständische Unternehmen bei der Digitalisierung unterstützen.

„Am Ende des Tages geht es schlicht darum in den Unternehmen eine Atmosphäre des Vertrauens zu schaffen damit sich jeder Transformationsprozess koordiniert, eigenbestimmt und für alle Beteiligten in beherrschbarer Geschwindigkeit vollzieht“, so Digital Mindset-Geschäftsführer Christian Bredlow.

Über Ziele, Ideen und Pläne des Netzwerks soll auf dem CAMPUS MITTELSTAND der Cebit in Halle 5 Stand D36 gesprochen werden.

Wir übertragen das natürlich live via Hangout on Air. Nutzen: Kommunikation für Abwesende, Doku, Anschlussfähigkeit, Einbettung in Blogs und Websites, Teilbarkeit im Netz und so…..Wird leider an Messeständen viel zu wenig eingesetzt.

Mit dabei: Christian Bredlow; Andreas R. Fischer, Geschäftsführer, G+F Verlag; Michael Bauer, Ingram Micro Distribution, Prof. Frank Widmayer; Moderation: Christoph Meinecke.

Man hört, sieht und streamt sich im Campus Mittelstand.

Der Mittelstand und die drohende Marionetten-Ökonomie – Kopf gefragt #CampusMittelstand #Cebit16

CampusMittelstand

Droht bei der Plattformiisierung der Wirtschaft die Marionetten-Ökonomie für den Mittelstand? Dazu hat Professor Lutz Becker einige interessante Thesen beim Campus Mittelstand der Cebit aufgestellt.

Wird Thema meiner Notiz-Amt-Kolumne für die Netzpiloten am Freitag.

Wie das Handwerk mehr Nerdgeist aufsaugen könnte, war Thema einer Fachrunde, die sehr gut zu den Thesen von Becker passt.

Generell ist wohl mehr Köpfchen und weniger IT-Managementdenke bei der Digitalisierung gefragt. Das brachte Kerstin Zulechner von der Schuchert Managementberatung im Interview zum Ausdruck.

Heute geht es weiter mit den Livestreaming-Sessions beim Campus Mittelstand der Cebit.

Man hört, sieht und streamt sich in Halle 5.

Livestreaming-Marathon, die Zweite #CampusMittelstand #Cebit16

Livestreaming

Alles gut gelaufen am ersten Cebit-Tag. Auch die netzökonomische Käsekuchen-Runde, die diesmal ein Apfelkuchen-Diskurs war.

Was heute los ist, könnt Ihr hier live verfolgen.

Mittelstand digital: Zwischen Hardware und My-Hammer #office365 #NEO15 @isarmatrose

Mittelstandstalk

Kann der Mittelstand von StartUps lernen? Welche Erfahrungen haben wir mit der Next Economy Open gemacht? Erleben wir im Mittelstand ein digitales Wirtschaftswunder? Wie stellen sich Handwerksbetriebe auf die Vernetzung ihrer Geschäfte ein? Welche praktischen Schritte sollten Firmen in der Netzökonomie jetzt vollziehen? Diese Fragen diskutierte Microsoft in München mit Vertretern der Wirtschaft und der Netzszene. Ich war auch dabei. Moderiert wurde der Abend von Tobias Schwarz, Chefredakteur der Netzpiloten.

Die wichtigsten Statements habe ich aufgenommen und zu einem Podcast verarbeitet.

Man hört, sieht und streamt sich im Netz.