Semantisches Web und das Ende der Google-Erfolgsstory – Suchmaschinen sollen mit Alltagswissen ausgestattet werden

Vision und Praxis von so genannter Semantik- und Web-2.0-Technologie thematisierte die Konferenz Triple-I in Graz: Mit der Einbindung von Alltagswissen will Henry Lieberman vom MIT dafür sorgen, dass Computer Menschen tatsächlich verstehen.

„Wenn wir wollen, dass Computer Menschen wirklich helfen, dann brauchen die Rechner Zugriff zu Alltagswissen“, so Henry Lieberman, Leiter der Software Agent Gruppe am Massachusetts Institute of Technology MIT, auf der Wissensmanagement-Konferenz Triple-I.

Dazu sammelt sein Team grundlegende triviale Informationen und entwickelt daraus Ontologien, um beispielsweise die den Satz „Ich bin gefeuert worden“ richtig zu deuten. Mit deren Hilfe wird das Wissen in maschinenlesbare Informationen übersetzt.

Entsprechende Systeme könnten Anwender nach einem Bericht der Computer Zeitung (die es ja schon seit einiger Zeit nicht mehr gibt, gs) zum Beispiel bei der Terminplanung unterstützen. Die Software erkennt etwa, dass der Nutzer für eine bestimmte Verabredung einen Routenplaner oder eine Hotelreservierung benötigt. Dies kann das System verstehen, da es die grundlegende Information hat, dass ein Termin den Aufenthalt an einem anderen Ort erfordert.

„Solche Technologien können laut Lieberman auch in anderen Szenarien zum Einsatz kommen wie etwa bei der Kundenbetreuung oder beim Helpdesk. Ebenso gibt es Versuche, Suchmaschinen mit Alltagswissen auszustatten. Anwender könnten dann Anfragen in natürlicher Sprache eingeben. Damit verheißt der Wissenschaftler das Einlösen des Versprechens, das die semantischen Technologien von Beginn an begleitet: Die Möglichkeit, dass Computer ihre menschlichen Nutzer tatsächlich verstehen“, so die Computer Zeitung.

„Mit der semantischen Suche versucht man die Ergebnisse der Sprachforschung zu nutzen, um Suchbegriffe oder natürlich-sprachliche Suchanfragen tiefer zu analysieren und semantisch anzureichern. Suchergebnisse sollen am Ende präziser und besser strukturiert herausgegeben sowie um viele andere, nahe liegende Themengebiete angereichert werden. Idealerweise kann eine gestellte Frage dann auch in einem Satz beantwortet werden“, erklärt Sprachdialogexperte Lupo Pape, Geschäftsführer von SemanticEdge in Berlin.

Diesem Trend entgegen komme die immer stärkere semantische Aufbereitung der Webinhalte in vielen Suchbereichen durch Internetnutzer, die weltweit in Netzwerken aktiv seien. Das beste Beispiel hierfür sei Wikipedia. Und genau da setzt die von Microsoft übernommene Firma Powerset an.

„Sie versucht, diese schon strukturiert eingegebenen Inhalte noch besser ‚suchbar’ zu machen und dabei auch natürlich-sprachliche Eingaben zu interpretieren. Das Ergebnis ist sehr viel spannender als die Google-Suche mit den endlosen Trefferlisten“, meint Pape gegenüber NeueNachricht. Das sei genau der richtige Weg und könnte der Anfang vom Ende der Google-Erfolgsstory werden.

Gekoppelt mit Spracherkennung und Sprachsynthese komme man zu ganz neuen Sucherfahrungen.

„Eine gesprochene Frage zu einem beliebigen Thema wird auch durch einen gesprochenen Satz beantwortet. Dieses Szenario ist keinesfalls Science-Fiction, denn parallel zu den Fortschritten in der Suchtechnologie macht auch die Spracherkennung Entwicklungssprünge. Auch die Dialogtechnologie spielt hier ein bedeutende Rolle, da bei vielen Anfragen weiterführende Fragen und Präzisierungen erforderlich sind, die einen intelligenten Dialog erforderlich machen“, sagt Pape.

Die Frage „Wie komme ich jetzt am schnellsten nach Berlin?” mache die Klärung erforderlich, ob man mit dem Zug, dem Auto oder dem Flugzeug reisen möchte.

„Es wird noch lange dauern, bis die vielen Fragen, die irgendjemand zu irgendeinem Zeitpunkt hat. beantwortet werden können. Aber in vielen Domänen, in denen die Informationen semantisch schon sehr gut erschlossen und die wichtigsten Nutzungsszenarien klar sind, ist jetzt schon vieles möglich. Beispielsweise Fahrplaninformationen und Navigationssysteme, um von A nach B zu kommen. Oder Wissensfragen, die über Dienste wie Wikipedia beantwortet werden“, resümiert Pape.

Update vom 26. August 2013: Die Prognose über das Ende der Google-Erfolgsstory lag wohl etwas daneben. Auch beim semantischen Web wartet man ja noch auf dem Durchbruch im Massenmarkt…..

NeueNachricht/medienbüro.sohn/ZEW-Studie: Junge High-Tech-Firmen mit internationaler Ausrichtung wachsen schneller

Junge deutsche High-Tech-Unternehmen wagen schnell den Schritt auf internationale Märkte: Bereits in den ersten Jahren nach ihrer Gründung erzielen 31 Prozent Umsätze im fremdsprachigen Ausland. Das belegt eine Studie, die das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) http://www.zew.de in Zusammenarbeit mit Microsoft Deutschland durchgeführt hat. So generieren exportierende High-Tech-Unternehmen höhere Umsätze und wachsen schneller. Im ersten Geschäftsjahr liegt der Umsatz von exportierenden High-Tech-Unternehmen um etwa drei Viertel höher als der Umsatz von nicht-exportierenden Unternehmen. Auch die Wachstumsrate der Umsätze liegt mit durchschnittlich 66 Prozent pro Jahr 14 Prozentpunkte über der Wachstumsrate von Unternehmen ohne Export.

 

Start-ups, die selbst intensiv Forschung und Entwicklung betreiben, sind dabei besonders erfolgreich und können ihren technologischen Vorsprung auch international ausspielen. Doch eine strategische Vorbereitung ist Pflicht: Bei 59 Prozent der untersuchten Firmen, die in das internationale Geschäft einsteigen wollen, verpuffen die Exportbemühungen. Entweder wird die Internationalisierung nur halbherzig umgesetzt oder schlecht geplant. Der wichtigste Markt für junge High-Tech-Unternehmen aus Deutschland ist dabei Europa. In Asien erzielen deutsche Start-ups heute bereits ähnlich hohe Umsätze wie in Nordamerika.

 

„Wichtig ist, dass die Internationalisierung strategisch angegangen wird. Das Management muss seinen Fokus auf die Exporttätigkeit richten, das richtige Know-How ins Unternehmen holen und die entsprechenden Ressourcen einplanen. Halbherzige Versuche, internationale Märkte zu erobern, werden scheitern“, sagte Dr. Georg Licht, Leiter des Forschungsbereichs Industrieökonomik und Internationale Unternehmensführung des ZEW, bei der Vorstellung der Studie in München. Die deutschen High-Tech-Gründungen vertreiben ihre Produkte und Dienstleistungen überwiegend per Direktexport innerhalb der Europäischen Union oder in andere europäische Länder und erzielen hier rund 76 Prozent aller Exportumsätze. Beinahe gleichauf mit Nordamerika (7,5 Prozent) liegt Asien mit einem Anteil an den Exportumsätzen von 6,8 Prozent. Hier scheinen bereits viele Unternehmen, die Chancen des aufstrebenden asiatischen Marktes zu nutzen, so die Einschätzung der ZEW-Forscher.

 

„Die ZEW-Studie belegt wieder einmal, wo die Stärken unseres Landes liegen: In Forschung, Entwicklung und Technologieführerschaft, die sich international voll auszahlt. Allerdings reicht eine reine High-Tech-Orientierung nicht aus. Betriebswirtschaftliche Kenntnisse und Managementwissen sind der Erfolgsgarant, wenn es darum geht, High-Tech ‚auf die Straße zu bringen’. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Viele Dotcom-Unternehmen sind in den Jahren 2000 bis 2002 an der fehlenden kaufmännischen Qualifikation kläglich gescheitert. Und das, obwohl die Geschäftsideen und die Technologien in vielen Fällen sehr gut waren“, weiß Udo Nadolski, Geschäftsführer des IT-Beratungsunternehmens Harvey Nash http://www.harveynash.com/de,

 

Start-ups, die sich international ausrichten, sollten nach Ansicht von Matthias Harsch, Sprecher der Geschäftsführung von Bizerba http://www.bizerba.de, die Technologie-Trends in den Ländern mit dynamischem Wachstum sehr genau analysieren. „Bei typischen Produktentwicklungszeiten von zwei bis drei Jahren im Investitionsgüterbereich müssen junge Unternehmen genau planen, was sie entwickeln und mit welchen Vertriebskonzepten sie auf den Markt gehen. Oft erlebt man besonders in Asien eine unglaubliche Offenheit und Affinität zu modernen High-Tech-Produkten, die auch den menschlichen Spieltrieb ansprechen. Hier kann man ansetzen und oft sehr vernünftige Margen generieren“, so Harsch gegenüber NeueNachricht http://www.ne-na.de.

 

Marketingprofi Günter Greff http://www.greff.de sieht Nachholbedarf bei Unternehmensgründungen: „Wir brauchen in Deutschland mehr High-Tech-Enthusiasten, die den Schritt in die Selbständigkeit wagen. Wir benötigen junge und erfolgshungrige ‚Silicon Valley-Unternehmer’ mit einer hohen Risikobereitschaft, mit einer engen Verzahnung von Marketing und Produktentwicklung sowie einer stringenten Internationalisierungs- und Marktführerschaftsstrategie“, kommentiert Greff die ZEW-Studie.

Yahoo rüstet sich zur Abwehrschlacht – Analysten raten zur Fusion mit Microsoft

Der Internet-Konzern Yahoo http://info.yahoo.com will sich den Übernahmeplänen des Software-Riesen Microsoft nicht beugen – auch gegen die Kritik von Großaktionären wie US-Milliardär Carl Icahn. So stellt Yahoo seine Direktoriumsmitglieder erneut zur Wiederwahl für die Hauptversammlung auf. Gleichzeitig werde das Kontrollgremium wegen des Rücktritts von Edward Kozel um einen Sitz auf neun reduziert, wie aus einer Pflichtmitteilung hervorging. Zudem verschob Yahoo seine Aktionärsversammlung vom 3. Juli auf Ende Juli. Das Unternehmen teilte weiter mit, neben Großaktionär Icahn hätten noch weitere Investoren Yahoo darüber informiert, dass sie auf der Hauptversammlung eigene Kandidaten für das Kontrollgremium ins Rennen schicken wollten. So würden sich zwei Aktionäre, bei denen es sich jeweils nicht um Icahn handle, selbst zur Wahl stellen. Ein weiterer Aktionär habe Yahoo mitgeteilt, er wolle auf der Hauptversammlung wie Icahn gleich eine komplette Mannschaft für das Direktorium durchsetzen. Die von Icahn bereits benannten Kandidaten bezeichnete Yahoo als eine schlechte Wahl, die nicht im besten Interesse der Aktionäre sei. Das Vorhaben von Icahn solle eine Übernahme durch Microsoft ermöglichen. 

Analysten wie Voice Days-Sprecher Bernhard Steimel halten einen Zusammenschluss von Microsoft und Yahoo für überlebenswichtig. „Nur so können beide Konzerne ihre Stärken bündeln und gegen Google bestehen. Gelingt es Microsoft, Windows Mobile ähnlich wie Windows XP im PC-Markt zum Quasistandard für Betriebssysteme bei Smart Phones zu machen und die Infrastrukturen mit den Communication Servern flächendeckend zu verbreiten, kann der Redmond-Konzern mit der Übernahme von Yahoo zum großen Gegenschlag ausholen“, so Steimel im Interview mit dem Onlinemagazin NeueNachricht http://www.ne-na.de

Es gehe vor allen Dingen um die Hoheit beim mobilen Internet. „Hier hat Google einfach mehr zu bieten. Auf der ersten Seite der meisten TK-Unternehmen, die ihren mobilen Kunden eine Suche anbieten, steht in der Regel die mobile Google-Suche, nicht die von Yahoo oder Microsoft Live Search“, resümiert Steimel.

Voice Control on track to become key technology for mobile internet

Yahoo has announced that it will facilitate mobile internet search through its “OneSearch 2.0” service. The Company maintains that in future all there is needed is to merely speak the search term into the telephone. To ensure that the new function operates effectively also in practice Yahoo has initiated a co-operation with the Speech Recognition Specialist vlingo.com, a Company jointly set up with Mike Phillips, founder of Speechworks and subsequently Board Member of Scansoft (now Nuance). Google, too, shows considerable initiative and does not stop short of its own engagement as far as the mobile search is concerned. As a first step in this direction, the California-based Company has decided to recruit Mike Cohen, the Voice Technology Pioneer and Co-founder of Nuance in addition to a few members from his old team. Last year, equipped with its voice-controlled telephone directory 0800-GOOG-411 Google enthusiastically set about to conquer the search engine market with voice technology. The system is based on transmitting Google Maps on the telephone. While the search will effectively be triggered by speaking the response is delivered via a Text-to-Speech-System (TTS) or, alternatively, as a SMS. Microsoft confidently builds on its sound and well-established positioning with  Smartphones (Windows Mobile) and its server strategy, which with its conversion to the “Communication Server“ is set to offer an impressive range of opportunities for integrating speech applications into a mobile internet world. On numerous occasions Bill Gates, founder of Microsoft, has declared voice and speech technology the overriding key topic of the agenda on which to focus the Company´s attention. In order to make a head start towards this goal the software-giant has taken on a handful of high-calibre specialists in addition to the take-over of the service provider Angel.com.

 

A veritable trailblazer of the web-world, mobile search created a situation, in which voice automation may successfully capitalize on its extensive opportunities to its full potential, explains Bernhard Steimel, Spokes Person of Voice Days: ”Mobile phones are the modern door-opener to the internet for people who have or will never access it via the personal computer. However, special consideration must be given to the form factor, the screen size, the usage limitations as well as the disposable bandwidth. In other words there must be a guarantee that the search, the primary access to all contents and services to the internet, which undoubtedly will be more difficult from the mobile phone, is nonetheless possible without notable restrictions. It must gradually develop into an answering machine, which based on the connection of Web 2.0 and the Semantic Web, produces “right answers” instead of coughing up long link lists. Another requirement is that the mobile search is operable and serviceable without difficulty.

 

According to the experience of Lupo Pape, dialogue speech expert, the speech-controlled local search engines in the US, which with their gratituous directory systems based on audio ads placements, reap significant profits are not yet anything to write home about. “Jingle Networks with 1-800 FREE 411, Microsoft`s Tellme with 1-800-555-TELL and Google with 1-800-GOOG-411 are all concerned with the search in yellow pages, with entries such as pizza, Pizza Hut, Starbucks or MacDonalds being among the most frequently used search terms by a long chalk. From our point of view, however, these services are nothing but blind alleys, which currently still base their existence on the fact that directory services are liable to costs. They will continue to exist but will not exert a notable impact on our lives”, says Pape, Managing Director of SemanticEdge http://www.semanticedge.de.

 

By contrast, approaches adopted by mobile end devices, if yet still in their infancy and initial development stages, are set to be more compelling and gripping. ”Special attention ought to be paid to concepts and approaches like those by Yahoo und vlingo. The same applies to the Personal Assistant concept, which for instance Nuance offers with its speech-controlled applications on Blackberry. The use of voice recognition in navigation devices looks quite promising. Their objective is to simplify the usage of mobile end devices via voice control, for instance while entering the address, dictating SMS or making phone calls by means of speaking the respective name. However, companies like Nokia, Apple, Microsoft or Google, who claim to be the major players of mobile internet have not responded or presented a clear strategy in this field of action as yet. This is bound to change though as soon as initiatives like Android and the G-Phone will be presented in more concrete forms. We believe that the first end devices will be available soon”, predicts Pape.

 

Who from the service providers finally succeeds in winning the race of the mobile internet sovereignty depends on who will be in a position to combine the “battle for the best brains“ with the mightiest market power“ explains Steimel. “Google has already won the battle for the best brains. This success is not least due to Google´s approach to constantly developing new products coupled with its unique supreme quality strategy to validate with GOOG411 its own speech model in the scope of the world-wide largest pilot study. Also as far as market power is concerned, Google is still one step ahead. Mobile Google-Search not that of Yahoo or Microsoft Live Search, usually features on the front of the agenda with the majority of the telecommunications companies that offer their mobile clients a search option“, explains Steimel.

Moderne Robotertechnik beseitigt Personal- und Produktionsengpässe

Vom 24. bis 30. April 2008 trifft sich die internationale Verpackungsbranche auf der Interpack für Interpack www.interpack.de in Düsseldorf. Auf der Fachmesse für Verpackungsmaschinen und Packmittel werden Komplettlösungen für das automatische Verpackungshandling präsentiert. Sie sollen das Problem der Produktionsengpässe lösen, die durch zu geringe Personalkapazitäten hervorgerufen werden. Hier kann nach Einschätzung von Branchenexperten der Einsatz von Robotern entscheidende Vorteile bieten: „Von der kostenoptimierten Rund-um-die-Uhr-Produktion bis hin zur fehlerfreien Rückverfolgung mit minimalem Aufwand: Vollautomatische Systeme ermöglichen Produktionssteigerungen und bringen mehr Transparenz in die Prozesskontrolle“, sagt Frank Falter vom Technologiehersteller Bizerba http://www.bizerba-openworld.de.

 

Auf der Interpack präsentiert Bizerba in Kooperation mit dem finnischen Unternehmen Kine Robot Solutions http://www.kine.fi den Nutzen automatisierter Lösungen. Am Anfang des Gesamtsystems etikettiert ein Preisauszeichner der GLM-I Serie Produktverpackungen. Sie gelangen anschließend über ein Förderband an die Roboter-Zelle PackUnit. Der Greifarm mit Saugvorrichtung nimmt die Verpackungen auf und stellt sie in Kisten ab. Das System ist für variable Gebindegrößen ausgelegt und kann nach Angaben von Bizerba sehr schnell auf die Bedürfnisse in der Produktion angepasst werden. Die Kisten werden über eine Förderstrecke zu dem Palettierroboter PalletUnit transportiert und auf eine Palette gestapelt. Auch diese Funktion ist für variable Gebinde- und Palettenabmessungen konzipiert. Die Palette selbst steht auf einer Waage, so dass der Etikettierer GLM-P abschließend das Palettengewicht auszeichnen kann. 

 

„Diese und vergleichbare Lösungen von Bizerba und Kine lassen sich variabel an die spezifischen Anforderungen des jeweiligen Interessenten anpassen. Eine einfache Verbindung zu Warehouse-Management-Systemen ist dabei ebenso möglich wie der direkte Anschluss an Waagen-, Auszeichnungs- und Verpackungssysteme“, erläutert Falter.

 

Service-Roboter werden nach Ansicht von Lupo Pape, Geschäftsführer von SemanticEdge http://www.semanticedge.de in Berlin, nicht nur die Industrie umkrempeln. „So arbeitet das Microsoft-Entwickler unter Führung von Tandy Trower und Craig Mundie an roboterähnlichen Geräten für den Alltag arbeiten. Zur Lösung der Aufgabe konzipieren sie ein neues Hilfsmittel namens CCR (concurrency and coordination-run-time). Eine weitere Entwicklung von Microsoft ist der verteilte Softwaredienst DSS (decentralizend software services), der es ermöglicht, Anwendungen zu schreiben, bei denen das Programm einen Sensor auslesen oder einen Motor kontrollieren kann. Mit DSS ist es auch möglich, Roboter über eine drahtlose Breitbandverbindung via Webbrowser von einem anderen Ort zu überwachen und zu steuern. Wie in den 70er Jahren, als die Programmiersprache ‚Microsoft Basic’ zum Schlüsselfaktor der PC-Revolution wurde, geht das Team von Trower an die Arbeit, Roboter für jedermann zu konzipieren“, so der Ausblick von Pape. 

 

Microsoft-Gründer Bill Gates habe den Stand der Roboterindustrie mit dem der PC-Industrie in den späten siebziger Jahren verglichen, bestätigt Trower. Damals war der Apple-Computer populär, der keine Kleinbuchstaben kannte. Dann war da der Commodore PET, der Dateien auf Musikkassetten speicherte. Und es gab Firmen wie Atari, Coleco und Texas Instruments, die einfach Tastaturen an ihre Videospielkonsolen hängten. Also sah auch der PC-Markt damals nicht gerade vielversprechend aus – und trotzdem ist er in Fahrt gekommen“.

 

Für ihn spricht einiges dafür, dass sich die Roboterverbreitung ähnlich vollziehen wird wie die der Computer. „Erstens findet man weltweit keine Regierung und keine Industrie mehr, die nicht in Robotik investiert. Fast jede große Technische Universität forscht an Robotern. Zweitens schreitet die Robotik enorm schnell voran. 2004, im ersten Jahr der Darpa Grand Challenge, einem Wüstenrennen führerloser Autos, kam nicht ein einziges Fahrzeug ins Ziel. 2005 waren es schon vier. Welche wichtige Technologie auch immer man betrachtet – Handys, DVD-Player, das Internet -, anfangs hatten sie alle flache Wachstumskurven. Als IBM 1981 den Personal Computer einführte, ersetzte der nicht sofort alle Großrechner. Es dauerte 20 bis 30 Jahre, bis er die riesigen Eisenschränke verdrängt hatte“, so der Microsoft-Entwickler.

 

Zudem bauten Firmen wie Intel und AMD immer schnellere Prozessoren. „Früher brauchte man stets die neuesten, weil die Programme immer leistungshungriger wurden. Heute ist das nicht mehr so. Will die Hardwareindustrie überleben, muss sie andere Anwendungen finden. Die Robotik ist da ideal – ich glaube, wir werden in der Branche in drei bis fünf Jahren den Wendepunkt sehen“, prognostiziert Trower. Die International Federation of Robotics (IFR) http://www.ifr.org prognostiziert ein Wachstum der Roboterproduktion von 2008 bis 2010 von vier Prozent jährlich. 
 

 

Unternehmensberater Jarvis hält Microsoft-Yahoo-Zusammenschluss nicht für sinnvoll: Entscheidungsschlacht um Hoheit des mobilen Internets – Das Handy als Antwortmaschine

Der amerikanische Unternehmensberater Jeff Jarvis http://www.buzzmachine.com hält einen Zusammenschluss von Microsoft und Yahoo nicht für sinnvoll. Der Gründer von „Entertainment Weekly“ erklärte im Interview mit dem Handelsblatt http://www.handelsblatt.com , dass Microsoft nur versuche, Reichweite zu kaufen. „Das ist die Sicht der Alten Medien: Sie kontrollieren Inhalten, vermarkten ihn, damit Leute herbeikommen, zeigen denen Werbung und verabschieden sie wieder“. Der Google-Weg sei besser. Man müsse seine Inhalte, seine Marke, seine Werbung exportieren und einbetten, so wie es Google mit Adsense, Youtube-Videos oder Google Maps macht. „Ich glaube, Yahoo und AOL sollten beide diesem Beispiel folgen, sie sollten alles, was sie haben, exportierbar machen und eine Plattform werden, auf der Individuen und Unternehmen Inhalte erstellen und vermischen, vielleicht sogar ein neues Geschäft starten“, empfiehlt Jarvis im Handelsblatt-Gespräch.

 

Microsoft versuche sich die Online-Strategie zu kaufen, die sie selbst nicht aufbauen konnten. Das sieht der Düsseldorfer Internet-Analyst und Voice Days-Sprecher Bernhard Steimel http://www.voicedays.de ganz anders. „Beim Übernahmekampf geht es auch um die Hoheit des mobilen Internets. Die Argumente von Jarvis konzentrieren sich zu sehr auf den Status quo des stationären Internets. Hier können Microsoft und Yahoo gegen Google keinen Blumentopf mehr gewinnen. Die Entscheidungsschlacht spielt sich auf dem Feld des mobilen Internets ab“, erwidert Steimel.

 

Und hier spiele die Technologiekompetenz bei der Sprachsteuerung eine entscheidende Rolle. „Mit dem Handy kommen Menschen ins Internet, die den Weg über den PC nie genutzt haben oder nutzen werden. Aufgrund des Formfaktors, den Screengrößen, Bedienungslimitierungen und verfügbaren Bandbreiten muss die Suche, also der primäre Zugang zu allen Inhalten und Diensten, auf dem Handy erschwerten Anforderungen gerecht werden. Sie muss sich zur Antwortmaschine weiter entwickeln, die aus der Verknüpfung von Web 2.0 und dem Semantischen Web richtige ‚Antworten’ produziert, statt lange Linklisten auszuspucken. Zudem muss die mobile Suche einfach zu bedienen sein“, weiß Steimel.

 

Wer von den Suchanbietern schließlich das Rennen gewinnen werde, hängt nach seiner Auffassung davon ab, wer den „Kampf um die besten Köpfe“ mit der größten Marktmacht verbinden kann. „Den Kampf um die Köpfe hat Google bereits gewonnen – besonders durch die Art von Google, immer alles neu zu entwickeln und die geniale Strategie, mit GOOG411 im weltgrößten ‚Freiland-Versuch’ das eigene Sprachmodell zu validieren und mit einer exzellenten Qualität aufzuwarten. Und auch bei der Marktmacht hat Google noch die Nase vorn. Auf der ersten Seite der meisten TK-Unternehmen, die ihren mobilen Kunden eine Suche anbieten, steht in der Regel die mobile Google-Suche, nicht die von Yahoo oder Microsoft Live Search“, führt Steimel aus. 

Microsoft habe sicher auch gute Leute, aber auf den Portalen der TK-Unternehmen noch keine relevante Präsenz. „Dafür kommt Microsoft aber über die Betriebssysteme ‚von unten’ in den Markt. Wenn sich der Tanker einmal in Bewegung setzt, ist er schwer zu bremsen. Gelingt es Microsoft, Windows Mobile ähnlich wie Windows XP im PC-Markt zum Quasistandard für Betriebssysteme bei Smart Phones zu machen und die Infrastrukturen mit den Communication Servern flächendeckend zu verbreiten, kann der Redmond-Konzern Google vielleicht noch kontern“, erläutert Steimel. Yahoo habe nicht so gute Karten. „Bei einem Zusammenschluss mit Microsoft würde sich das allerdings schlagartig ändern“, resümiert Steimel.

Mit Mausklick und Spracherkennung ins Rathaus – Automatisierung soll Behördengänge vereinfachen

Über die Hälfte der Deutschen hat einer Forsa-Umfrage zufolge schon einmal die Homepage der eigenen Stadt- oder Gemeindeverwaltung genutzt. 44 Prozent davon hat spezielle Informationen benötigt, 15 Prozent war zum Download von Dokumenten online im Amt. Weitere 9 Prozent haben direkt online Formulare ausgefüllt. Vieles lässt sich inzwischen mit wenigen Mausklicks online erledigen, aber vieles ist auch noch verbesserungsfähig. Fragt man den Deutschland-Chef von Microsoft http://www.microsoft.de, Achim Berg, welche Weiterentwicklung in der Informationstechnik (IT) er herbeisehnt, fällt die Antwort im Sinne vieler Bürger aus: „Dass Verwaltungs- und Behördengänge allesamt online zu erledigen wären“, betont Berg im Interview mit dem Mittelstandsmagazin Impulse http://www.impulse.de.  „Was gestern noch Technikfreaks vorbehalten war, ist morgen für weite Teile der Gesellschaft nutzbar“, so die Erwartung von Berg in Bezug auf die zunehmende Digitalisierung der Gesellschaft, durch die immer mehr Geräte – Handy, Kamera, Internet, Fernsehen – verschmelzen. Er ist zudem der Meinung, dass die Gerätesteuerung über Sprache in einigen Jahren zur Regel wird. Ein Computer würde sich dadurch wesentlich intuitiver bedienen lassen. „Nach dem Einschalten ist er sofort einsetzbar. Außerdem ist er die Medienzentrale im Haushalt“, so die Vision des Microsoft-Managers.  Viele Unternehmen, Länder und Kommunen stellen sich unter dem Aspekt der Vereinfachung und Einsparung die Frage nach der Automatisierung von Auskunftsdiensten und Dienstleistungen. Sprachgesteuerte Telefonservices in Berlin oder Augsburg zum Beispiel bieten verschiedene Möglichkeiten wie Informationen zu Kfz-Zulassungen, Ausweisen, Meldewesen und Führungszeugnissen, Lohnsteuerkarten sowie die Weiterleitung zu Sachbearbeitern der Verwaltung. „Die Diskussion um den Einsatz von Sprachcomputern im telefonischen Kundenservice wird häufig auf das Kostenargument verkürzt. Dabei richtet kein Unternehmen und keine Behörde diese Dienste ein, um Geld zu sparen, sondern um den eigenen Service für die Bürger zu verbessern“, so die Erfahrung von Lupo Pape, Geschäftsführer des Berliner Unternehmens SemanticEdge http://www.semanticedge.com.  Mittlerweile ließen sich immer mehr Dienste und Geräte über Sprache steuern. Nach Ansicht von Marktexperten wird sich die Sprachtechnik mit natürlicher Spracherkennung in fast allen Wirtschaftsbranchen etablieren. Das Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA http://www.ipa.fraunhofer.de in Stuttgart beschäftigt sich mit dem industriellen Einsatz der Sprachtechnik. Möglichkeiten sieht man bei Instandhaltung, Logistik, Qualitätsmanagement, Reklamationsbearbeitung, Facility-Management und der Unternehmensorganisation. Mit Hilfe von Sprachapplikationen kann der Nutzer freihändig und konzentriert arbeiten. Weil die heutigen Systeme eine natürlich-sprachliche Eingabe erlauben, können Arbeitsprozesse gestrafft werden. So sind Techniker beim Luft- und Raumfahrt-Giganten EADS http://www.eads.com mit einem kleinen Computer und Headset mit Mikrofon ausgestattet. Per Spracheingabe können sie während der Arbeit etwa in einem engen Triebwerk durch das Menü des Rechners steuern und bekommen Anweisungen auf dem PDA angezeigt oder durchgesagt.  Sprachdialogexperte Lupo Pape prognostiziert, dass sich die Intelligenz der Sprachcomputer immer mehr verbessert: „In beruflichen und privaten Angelegenheiten werden sie bald unverzichtbar sein“. Sein Unternehmen arbeitet an entsprechenden Software-Lösungen. Virtuelle persönliche Assistenten sollen dabei nicht nur per Spracherkennung Telefonverbindungen herstellen und das SMS-Diktat auf dem Handy ermöglichen, sondern in Verbindung mit einem Service wie Wikipedia oder Google auf anspruchsvollere Fragen wie „Wer war Simone de Beauvoir?“ oder „Wo ist das nächste Starbucks-Cafe?“ Antwort geben.

Fünfte Webrevolution bringt Systeme, die über Sprache und Gesten gesteuert werden – Handys als virtuelle Alltagsbegleiter

Wer kennt das nicht: Unterwegs im Auto wäre es eigentlich an der Zeit, einen wichtigen Anruf zu tätigen. Die Nummer ist allerdings gerade nicht verfügbar oder ein Zugriff auf das Adressbuch des Handys nicht gefahrlos möglich – der Anruf wird daher verschoben. Unter dem Strich nicht nur ärgerlich, sondern für Firmen auch teuer. Denn zusammengerechnet entstehen für mobile Mitarbeiter durch vergleichbare Versäumnisse jährlich beträchtliche Zeitverluste. Durch moderne Sprachdialogsysteme soll sich das ändern. „Innovative Sprachanwendungen werden in Zukunft ein ständiger virtueller Begleiter des mobilen Menschen sein“, prognostiziert Lupo Pape, Sprachdialogexperte und Geschäftsführer von SemanticEdge http://www.semanticedge.com.  
Sein Berliner Unternehmen arbeitet an Software-Lösungen, um mobile Endgeräte über Sprache steuern zu können. Virtuelle persönliche Assistenten sollen dabei nicht nur per Spracherkennung Telefonverbindungen herstellen und das SMS-Diktat auf dem Handy ermöglichen, sondern in Verbindung mit einem Service wie Wikipedia oder Google auf anspruchsvollere Fragen wie „Wer war Simone de Beauvoir?“ oder „Wo ist das nächste Starbucks-Cafe?“ Antwort geben. 
 
Bereits heute ist ein Teil dieser Vision Realität: Der persönliche Assistent, wie er Daimler entwickelt wurde, ist eine Vermittlungs- und Assistenzanwendung für die Mitarbeiter des Konzerns. „Das System liest während der Fahrt E-Mails vor oder sucht den nächsten Zug für die Weiterfahrt mit der Bahn. Es kennt sowohl das private als auch geschäftliche Adressbuch seines Nutzers und baut nach einer Spracheingabe wie etwa ‚Martin Meyer Handy’ sofort die entsprechende Verbindung auf“, erläutert Pape.
 
Grundlage dafür sei die Verbundworterkennung. So könne das System nicht nur einzelne Wörter, sondern auch Wortkombinationen identifizieren. „Diese Fähigkeit ist eine weitere Stufe auf dem beschwerlichen Weg zum Ziel: Die Erkennung menschlicher Sprache ohne Einschränkung des Vokabulars“, weiß Pape.
 
Das System ist an einen Least-Cost-Router angeschlossen, entscheidet sich daher automatisch für die günstigste Telefonverbindung und verwirklicht zudem ein so genanntes One-Number-Konzept für die ständige Erreichbarkeit der Mitarbeiter. „Sie sind überall unter einer Durchwahl erreichbar und bieten Ihren Kunden und Partnern einen perfekten Service“, skizziert Pape die Vorteile der Anwendung, die nach Auffassung von Microsoft-Chef Steve Ballmer zukunftsweisend ist: „Zig verschiedene Telefonnummern oder Adressen werden überflüssig“, betonte Ballmer in seiner Cebit-Eröffnungsrede. Nach seiner Einschätzung stehen wir vor einer fünften Web-Revolution. Sie werde geprägt von enormen Rechenkapazitäten und einem quasi unendlichen Speicherplatz. „Hochgeschwindigkeitsverbindungen sind allgegenwärtig und die Systeme können mit Sprache und Gesten bedient werden“, sagte Ballmer.
 
Unter dem Motto „Mit Sprache mehr erreichen“ wird auch der Fachkongress Voice Days http://www.voicedays.de vom 15. bis 16. Oktober Entwicklungen in Wiesbaden präsentieren, die alle relevanten Gebiete und Medien der Sprachverarbeitung einschließen: „Es geht um Spracherkennung als Eingabe- oder Ausgabemedium für Handys, um Stimmerkennung, die Suche von Audioinhalten, den Zugang zu Internet-Informationen oder den Einsatz im Mitmach-TV“, sagt Veranstalter Jens Klemann von der Bad Homburger Unternehmensberatung Strateco http://www.strateco.de. Im Trendforum der Voice Days werden die wichtigsten Innovationsgebiete vorgeführt: „Mobile Services powered by Voice oder Diktierfunktionen und Voicemail-Reader, Multichannel-Lösungen und Sprach-Biometrie für sicheres Telefon- und Online-Banking. Auch Analyse-Tools zur Qualitätssicherung, Perspektiven für Voice Web 3.0 und das semantisches Web gehören zu den Zukunftsthemen, die wir thematisieren“, so der Ausblick von Klemann.

Kostenlos-Mentalität der Internetnutzer wird sich auch im Mobilfunk durchsetzen

Mobile Internetdienste werden nach Ansicht von Branchenexperten darüber entscheiden, wer den Wettlauf in der digitalen Kommunikationswelt gewinnen wird. Hier stehen nicht nur Konzerne wie Microsoft unter Druck, sondern auch die Handyhersteller. „Wer sich heute noch auf den Verkauf von Mobiltelefonen fokussiert, wird ein ähnliches Schicksal erleiden wie die Konzerne Grundig oder Telefunken, die im Fernsehgeschäft den Kampf gegen die japanische Billigkonkurrenz verloren haben und von der Bildfläche verschwunden sind“, warnt Mobilfunkexperte Michael Sander, Geschäftsführer der Lindauer Unternehmensberatung Terra Consulting Partners (TCP) http://www.terraconsult.de.  Das Geschäft mit mobilen Diensten biete neue Ertragspotenziale und werde auch das Kräfteverhältnis zwischen Herstellern und Netzbetreibern verändern. „Nokia hat das erkannt und entwickelt auf der Plattform Ovi http://ovi.nokia.com mobile Internetdienste für Musik, Fernsehen, Spiele und Navigation“, sagt Sander. Die Bündelung verschiedener mobil verfügbarer Inhalte und Dienste auf einer Plattform ist auch nach Einschätzung von Renatus Zilles, Vorsitzender der Geschäftsführung des Bonner Mehrwertdienste-Anbieters NEXT ID http://www.next-id.de, vielversprechend: „Der Trend geht klar hin zu hybriden Geschäftsmodellen, die ganz unterschiedliche Geschäftsmodelle über alle Medien hinweg integrieren und so die entscheidenden Verbundeffekte und Preisbündelungen, aber auch eine übergreifende Kundenbindung ermöglichen. Strategisches Ziel ist die Diversifikation der Erlösquellen, um sich langfristig im Markt behaupten zu können“, so Zilles.  Ovi ist nach Meinung von Bernhard Steimel, Autor des Praxisleitfadens Mobile Marketing http://www.absatzwirtschaft.de/mobile-marketing, auch eine strategische Antwort auf das iPhone von Apple: „Ich bin allerdings skeptisch, ob eine vergleichbare Erfolgsstory wie bei iTunes noch ein zweites Mal geschrieben werden kann. Mittelfristig werden sich weder Hersteller noch Netzbetreiber erfolgreich als Türsteher zum mobilen Internet behaupten können. Vielmehr wird sich eine ähnliche Entwicklung wie im stationären Internet vollziehen: von einer BTX-Welt über Dienste wie AOL zum World Wide Web“, sagt Steimel, Geschäftsführer von Mind Business Consultants http://www.mind-consult.net und Sprecher der Voice Days http://www.voicedays.de. Mit steigenden Werbeausgaben für das mobile Internet komme es zu einer Veränderung der Geschäftsmodelle. „Ich rechne im Mobilfunk mit einer Entwicklung wie beim klassischen Internet. Werbefinanzierte Inhalte führen zu einer stärkeren Nutzung des mobilen Internets – auch hier wird sich die ‚Kostenlos-Mentalität’ durchsetzen“, prognostiziert Steimel. Das iPhone belege eindeutig, dass ein neues „vertikales“ Geschäftsmodell nur funktioniert, wenn ein attraktives Online-Portal kombiniert werde mit einem attraktiven Multimedia-Endgerät und einer nahtlosen Integration. „Die wahren Konkurrenten der Handyhersteller sind deshalb die Suchmaschinen-Giganten Google und Yahoo“, erläutert der Internetkenner Steimel.

Internet der Zukunft wird von Sprachtechnologie beherrscht – Microsoft, Google und Yahoo setzen auf intuitive Mensch-Maschine-Kommunikation

Die Internetsuche wird sich nach Ansicht von Webexperten immer mehr in Richtung Spracherkennung bewegen: „Wir finden es sehr wichtig, dass man seine Fragen in einer natürlichen Sprache eingeben kann. Ich rechne damit, dass das noch fünf oder zehn Jahre dauert“, prognostiziert die Google-Strategin Marissa Mayer im Gespräch mit der FAZ http://www.faz.net Bedeutsam werde zudem die Suche in Audiodateien. „Wir haben schon verschiedene Varianten untersucht, mit denen wir zum Beispiel die Texte aus Podcasts herausschreiben und durchsuchbar machen können. Aber das ist sehr schwierig. Musikaufnahmen interessieren uns dagegen nicht so sehr. Denn da sind die rechtlichen Fragen sehr schwierig“, so Mayer gegenüber der FAZ. Zu einer ähnlichen Einschätzung gelangt Microsoft-Gründer Bill Gates: „Der Wandel wird sich umso schneller vollziehen, je mehr die Technik sich den Bedürfnissen der Menschen im Umgang der Menschen miteinander anpasst. Durch den Einsatz kostengünstigerer und leistungsstärkerer Computer konnten Forscher bereits viele Probleme lösen, zum Beispiel kann die Technik jetzt Sprache und Handschrift verstehen. Gerade erst entstehen Möglichkeiten, den Computer intuitiv zu nutzen – indem wir sehen, sprechen, etwas berühren, von Hand schreiben und gestikulieren“, glaubt Gates. Dass man dem Computer Dinge so einfach mitteilen und seine Antworten so einfach verstehen könne, werde enorme Auswirkungen auf unseren alltäglichen Umgang mit Technik haben, aber auch auf den Umgang der Menschen untereinander.

 

Den Durchbruch erwarten Branchenkenner allerdings wesentlich früher: „Die Google-Strategin Mayer stapelt bewusst tief. Fünf bis zehn Jahre wird es auf keinen Fall dauern, bevor wir mit natürlicher Sprache auch Suchmaschinen steuern können. So bietet Google in den USA schon jetzt einen experimentellen Sprachservice unter dem Namen ‚Google Voice Local Search’ an. Unter der Nummer 1-800-GOOG-411 kann man den Namen eines Unternehmens oder einer Unternehmensbranche in allen Teilen der USA anfragen. Das erfolgt nach der Eingabeaufforderung. Man kann Stadt und Bundesstaat oder wahlweise die Postleitzahl in einem Satz nennen: Nachdem der Anrufer einen Eintrag gewählt hat, hat er in nächster Instanz die Möglichkeit, den Anruf direkt zu tätigen“, weiß Lupo Pape, Geschäftsführer des Berliner Unternehmens SemanticEdge http://www.semanticedge.de. Das lokale Suchsystem sei vollständig automatisiert und liefere die gleichen lokalen Geschäftsinformationen wie Google Maps. „Die Ergebnisse werden über das Text-to-Speech-System wiedergegeben und können zudem als SMS auf den Mobiltelefonen abgerufen werden“, sagt Sprachdialogexperte Pape. Auch Bernhard Steimel, Sprecher des Fachkongresses „Voice Days“ http://www.voicedays.de, geht davon aus, dass der Suchmaschinengigant schon in den nächsten Jahren ausgereifte Konzepte für Sprachtechnologie präsentiert: „Die Rekrutierung von Mike Cohen als Manager der Speech Technology Group ist ein untrügliches Zeichen für die Google-Strategie. Nachdem Cohen bei SRI International ein volles Jahrzehnt aktiv in der Forschungsarbeit für Spracherkennung tätig war, hat er als Mitgründer die damalige Nuance Communications aufgebaut. Letztere ist mittlerweile durch ScanSoft, die den Namen Nuance übernommen hat, aufgekauft worden“. Google wisse sehr genau, dass eine große Anzahl von Informationen in der Welt gesprochene Informationen seien. Hierzu gehörten auch die Audio-Angebote, die sich immer stärker im Internet ausbreiten. „Einen weiteren Schwerpunkt der Arbeit von Cohen sehe ich bei Dialogsystemen für mobile Endgeräte“, spekuliert Steimel. Auf den diesjährigen Voice Days im Oktober zähle die Endgerätesteuerung durch Spracherkennung zu den wichtigsten Trendthemen: „Und da will Google in der ersten Liga mitspielen. Sie werden das Ziel verfolgen, die Interaktion mit Endgeräten so einfach und kurz wie möglich zu gestalten, dabei allerdings nicht so kurz, dass der Nutzer sein Ziel verfehlt. Die Nutzererfahrung zu vereinfachen, ist selbst im Web von Bedeutung und Google ist bekannt für das knappe Interface seiner Suchfunktionen. Bei mobilen Geräten ist das Streamlining von noch größerer Bedeutung, besonders dann, wenn die Interaktion komplett von einem Sprachsystem getragen wird, da die Sprachausgabe als Serie verläuft und langsamer als eine Textmitteilung ist“, erklärt Steimel.  

Auch der Konkurrent Yahoo arbeite fieberhaft an besseren Input-Vorrichtungen für mobile Engeräte. „Es ist sehr schwierig, eine lange URL in das Telefon einzugeben. Ebenso problematisch ist es, längere Texte einzutippen und Dinge anzuklicken und dann, nachdem man etwas angeklickt hat, noch auf die Antwort zu warten. Aspekte wie Dringlichkeit, das Bedürfnis nach Schnelligkeit und eine leichte, komfortable Handhabung spielen für Yahoo eine größere Rolle als dies beim PC der Fall ist“, so Steimel. Der Sprachtechnologie-Wettkampf des Dreigestirns Microsoft, Google und Yahoo werde nach seiner Meinung wie ein Katalysator wirken und die digitale Kommunikation revolutionieren.