Ein Jahr Hangout on Air: Fragen an Google? #Bloggercamp.tv – Heute, um 18:30 Uhr!

Merkel-Hangout-Mashup
Merkel-Hangout-Mashup

Nicht nur auf dem StreamCamp in Köln lassen wir es krachen, wenn es um die Weiterentwicklung von Streaming-Diensten geht. Heute Abend gehen wir auch bei Bloggercamp.tv in die Vollen, um mit kompetenten Gesprächspartnern das einjährige Jubiläum des Streaming-Dienstes Hangout on Air gebührend zu würdigen.

Hannes Schleeh hat es schon angekündigt:

Ab 18:30 Uhr werden wir mit dem Pressesprecher von Google Deutschland, Stefan Keuchel, Rückschau halten. Mit dabei sein wird auch Daniel Fiene vom Digitalen Quartett, der wie Stefan Keuchel im allerersten Hangout on Air 2012 mit dabei war. Das Digitale Quartett sendet genau wie Bloggercamp.tv einmal pro Woche immer Montag ab 21:00 Uhr zu verschiedenen Netzthemen. Für die Beleuchtung der juristischen Situation konnten wir den bekannten Internet Rechtsanwalt Thomas Schwenke gewinnen.

Seit dem Sommer des vergangenen Jahres ist es nun möglich, ohne Ü-Wagen und aufwändiger Technik kostenlos Live-Übertragungen im Netz auf die Beine zu stellen.

Das reicht von Uni-Vorlesungen, Gymnastik-Kursen bis zu hochpolitischen Gesprächsrunden. Welche internationalen Trends gibt es? Wie hat sich der Google-Dienst in Deutschland etabliert? Läuft das Ganze schon in HD-Qualität mit 720p? Wie wird der Dienst weiterentwickelt? Kann man bald unterschiedliche Kameras einsetzen mit einem Regie-Tool? Werden auch Unternehmen Live-Formate nutzen etwa in der Kundenkommunikation? Wie verhalten sich die Landesmedienanstalten in der Frage von Sendelizenzen? Welche Netzwerk-Effekte kann man auslösen – synchron und asynchron?

Fragen über Fragen, die wir heute Abend bestimmt nicht alle klären werden. Es gibt aber bestimmt noch eine Menge Themen, die Euch auf der Seele brennen. Also heute ab 18:30 mitmischen und Twitter-Zwischenrufe loslassen während der Live-Übertragung. Wie immer mit dem Hashtag #bloggercamp versehen.

Man hört und sieht sich heute Abend hoffentlich 🙂

Und um 19:30 Uhr ist dann der Power-Blogger Jeff Jarvis in unserer zweiten Session. Thema: Google Glass im Journalismus.

Siehe auch:

Regelmäßig oder nicht: Hangouts sind kein Rundfunk – So lief das Gespräch mit ZAK-Chef Brautmeier.

Merkel-Hangout und Sendelizenz: Was als harmloser Tweet begann und in einer 007-Debatte eskalierte

Hangout On Air als “Killerapplikation”: Mein Social Media Breakfast-Resümee

Banken, Boni und Protzereien: Crowdfunding als Finanzierungsalternative #lunchtalk #wiwo

Wiwo Lunchtalk in der Vorbereitunsphase

Das Image von Banken und Börsen ist im Eimer. Und das wird sich wohl in den nächsten Jahren nicht ändern. Da können die Finanzinstitute noch so viele „Kunden“ in Jogginganzügen über den TV-Bildschirm laufen lassen und Verkaufssprüche loslassen wie „Vertrauen Sie dem Testsieger“ oder „fairste Bank“. Wenn um die Finanzierung von Produkten, Diensten, Ideen und Firmen geht, setzt sich Crowdfunding immer mehr durch.

Warum? Weil man nicht mehr abhängig ist von irgendwelchen Finanzmanagern im feinen Zwirn und Kolbenfüllhaltern von Montblanc, um in der Tagesmappe über Wohl und Wehe von Businessplänen zu entscheiden. Die Crowd im Netz für eigene Projekte begeistern, auf Augenhöhe mit den Unterstützern kommunizieren und im Dialog das angestrebte Finanzziel erreichen – so könnte eine Ökonomie der Selbermacher aussehen. Das war Thema des heutigen Lunchtalks der Wirtschaftswoche, in dem ich als Gesprächsgast Rede und Antwort stand.

Das ist aber auch Thema meiner heutigen Kolumne für das Debattenmagazin „The European“: Es geht um die Makers-Bewegung, die eng verbunden ist mit der Crowdfunding-Philosophie.

„Durch die Maker-Bewegung verändert sich langsam das Gesicht der Industrie; der Unternehmerinstinkt erwacht und Hobbys werden zu kleinen Unternehmen. Tausende Maker-Projekte Crowdfunding-Websites wie Kickstarter finanziert, wo allein im Jahr 2011 fast 12.000 erfolgreiche Projekte, von Design und Technik bis Kunst, knapp 100 Millionen Dollar erzielten“, erläutert der ehemalige Wired-Chefredakteur Anderson, der mittlerweile Vorstandschef von 3DRobotics ist sowie Gründer von DIY Drones.

Oder schauen wir uns doch den Erfolg der Spielekonsole Ouya an, die über die Plattform „Kickstarter“ finanziert wurde. Das Finanzierungsziel lag bei 950.000 Dollar und in die Kasse kamen schließlich rund 9 Millionen Dollar von 63.000 Unterstützern – die jetzt als Promotoren den Konsolenmarkt aufmischen werden. 46.000 davon haben das Dankeschön-Paket mit 99 Dollar gezeichnet – also den Verkaufspreis für das Indie-Gerät. Welcher Risikokapitalgeber hätte das denn unterstützt bei Konkurrenten wie Sony, Microsoft und Nintendo. Und wer erschließt aus dem Stand heraus 46.000 Abnehmer – und das sogar vor dem offiziellen Marktstart im Juni?

Auch wenn die Makers- und Crowdfunding-Bewegung noch vergleichsweise bescheidene Anteile an der volkswirtschaftlichen Gesamtleistung aufweist, bin ich davon überzeugt, dass sich hier Verschiebungen der Ökonomie im Ganzen vollziehen.

In unserer Bloggercamp-Sendung um 18,30 Uhr werden wir über dieses Thema weiter diskutieren. Wer Lust hat, in der Gesprächsrunde mitzuwirken, kann sich bei mir oder Hannes Schleeh gerne melden.

Startnext-Projekt des Bloggercamps

Wir werden über das neue Hangout on Air-Format der Wiwo sprechen, über den Fortgang unseres Startnext-Projektes zur Streaming Revolution für Jedermann TV, über die erfolgreiche Startnext-Kampagne des Kabarettisten Dieter Hildebrandt für Störsender.tv und über Second Screen statt TV-Einschaltquote.

Man hört und sieht sich 🙂

Siehe auch:

Aus einem digitalen Projekt kann sogar eine Ladengründung entstehen, wie MyMuesli unter Beweis stellt.

Leider ist die isländische Crowdsourcing-Verfassung am Parlament vorerst gescheitert. Die haben die Lehren aus der Finanzkrise auch nicht gezogen, die Parlamentarier meine ich.

Netzwerke für Live-Streaming: Für Youtube interessant? #breitband #bloggercamp

Startnext Foto

Bram Cohen von BitTorrent will das klassische Fernsehen töten. Eine wohl eher scherzhafte und provokante Bemerkung. Mit Peer-to-Peer-Live-Streaming will er zumindest die technischen Voraussetzungen schaffen, um Videoübertragungen im Netz ohne zentrale Infrastruktur über Millionen von Computern in hoher Qualität zu ermöglichen. Er denkt dabei an die Ausstrahlung von Computerspiel-Turnieren, Sportereignissen, Konferenzen und sonstige Veranstaltungen, die sich für Live-Übertragungen eignen.

„Millionen zeitgleiche Abrufe auf Videodateien oder Millionen Zuschauer eines Livestreams, das bedeutet hohe Kosten und Belastung der Infrastruktur. Genau das will BitTorrent Live ändern. Mit der Technik wird jeder Zuschauer Teil des Streaming-Netzwerks. Die Last wird auf alle Zuschauer verteilt“, so die Breitband-Redaktion des Deutschlandradios.

Hört man sich Radiosendungen über einen Livestream an, dann empfängt der Nutzer pro Sekunde einen Datenstrom von bis zu 128 Kilobit pro Sekunde. Ein Live-Video in HD-Qualität produziert locker das Zwanzigfache an Daten. Und der Videostreaming-Markt ist noch gar nicht so richtig zur Entfaltung gekommen. Was wir jede Woche bei unseren Bloggercamp-Sendungen merken, die über den Google-Streamingdienst Hangout on Air übertragen werden. Kaum einer der Interviewgäste, die wir in die Diskussionsrunden holen, hat vorher Erfahrungen mit Hangout on Air gemacht. Insofern könnten Netzwerke für Live-Streaming zu einer Entlastung des Netzes beitragen und die Jedermann-TV massentauglich machen.

Alexander McWilliam, der das Videostreaming-Angebot der Berliner Philharmonie mitentwickelt hat, sieht das skeptisch:

„Ob der Ansatz von BitTorrent funktioniert, ist noch nicht klar. Ich würde erwarten, dass etwa Youtube oder Netflix auf so eine Technologie anspringen würden. Aber sie tun es noch nicht“, so McWilliam im Breitband-Interview.

Wenn das Netz vor dem Kollaps stünde, würde Peer-to-Peer das Problem nur verschieben.

Ist das so? Wandelt Bram Cohen auf dem Holzweg? Und interessiert sich Google/Youtube für den Ansatz von BitTorrent, um beispielsweise über Hangout on Air Übertragungen in einer besseren Qualität zu ermöglichen? Bislang sind ja die Übertragungsmöglichkeiten über den Streaming-Dienst von Google technisch limitiert. Diese Fragen würde ich gerne in einer unserer nächsten Bloggercamp-Sendungen aufgreifen und natürlich auch in unserem Un-Buch-Projekt über die Streaming Revolution einfließen lassen.

Siehe auch:

How to Vastly Improve Your Video Delivery by Getting Rid of Your CDN.

Ein fucking neues Un-Buch: Ideen für unser Crowdfunding-Projekt „Die Streaming Revolution“

Alles fließt

Wie kann man ein Buch verflüssigen, wenn es in konventionellen Maßstäben erscheint? In einer gedruckten Form braucht man gar nicht darüber nachdenken. Und als eBook?

Bei unserem Crowdfunding-Projekt über die „Streaming Revolution – Ein flüssiges (da dachte ich wieder zu sehr an Gerstensaft) fließendes Buch über und mit Hangout on Air“ war uns von vornherein klar, dass wir die ausgetretenen Pfade von Buchpublikationen verlassen müssen. Finanzierung selber über Netzwerkeffekte auf die Beine stellen. Ohne Restriktionen eines Verlages operieren. Keine knebelnde Autorenverträge akzeptieren. Nicht mit irgendwelchen schwerfälligen Vertriebsstrukturen arbeiten. Keine 08/15-Empfehlungen von Lektoren einholen. Zur Republica Anfang Mai in Berlin die erste Version veröffentlichen und dann weiter an dem Projekt arbeiten. Es gibt zwar einen Anfang, aber kein richtiges Ende bei unserem Schaffensprozess.

In der Steuerung des „Buches“ neue Wege gehen. Videos einbauen, andere Navigationsmöglichkeiten einräumen, Suchfunktionen ermöglichen, das Teilen nicht nur auf kleine Markierungen reduzieren und, und, und. Nicht abhängig sein von eBook-Readern, die technisch begrenzte Fähigkeiten aufweisen. Das alles diskutierten Hannes Schleeh und ich mit Michael Dreusicke, Gründer und Geschäftsführer von PAUX Technologies, um unsere nächste Bloggercamp-Schreibwerkstatt am Mittwoch, um 18,30 Uhr vorzubereiten. Ich freu mich schon auf das Gespräch mit Michael.

In unserem Projekt brauchen wir uns nicht an Konventionen halten. Wir können alles neu denken. Fucking neu! Eine Art Un-Buch oder Nicht-Buch, wo es doch auch schon Unkonferenzen und ähnliches gibt. Wenn wir Live-Videos als Rechercheinstrument einsetzen, sollten auch bewegte Bilder in unserem Streaming-Opus im Vordergrund stehen. Wir könnten sogar erklärende Texte über unsere Schreibwerkstätten ins Un-Buch hineinlesen – egal, wo wir gehen und stehen. Auf der Zugspitze oder in der Kneipe.

„Video ermöglicht eine persönlichere Kommunikation, als es das geschriebene Wort jemals bieten kann. Und anders als beim geschriebenen Wort, benötigt Video keine Vorbildung, keinen Duden und keine Schönschrift. Video ist keine Abbild, sondern ein echter Einblick in unser Leben. Video ist gelebte Kulturtechnik“, so Markus Hündgen (@videopunk) in einem Beitrag für die aktuelle Wired-Ausgabe.

Und Hangout on Air ist die technische Revolution für Jedermann-TV – wo doch das klassische Fernsehen die letzte Bastion der massenmedialen Gatekeeper ist – häufig eine Ansammlung von eitlen Selbstdarstellern.

Was bewirkt die Graswurzel-Talkultur? Wird auch das Fernsehen Opfer der zerstörerischen Kraft des Digitalen? Bislang wird ja das so genannte Social TV in der Kategorie des “Second Screen” gesehen – also als Begleitmedium für TV-Sendungen, wo etwa über Twitter “Wetten, dass” mit Markus Lanz hoch und runter kommentiert wird. In dieser Wundertüte steckt vielleicht mehr drin. Das sollten wir in der Schreibwerkstatt mit dem Berliner Professor Ralf T. Kreutzer, Co-Autor des Buches „Digitaler Darwinismus“ vertiefen.

Man hört und sieht sich vielleicht am Mittwoch bei der Bloggercamp-Schreibwerkstatt.

Der Hangout On Air-Präsident: Bloggercamp besucht Obama – Wann folgt Merkel?

Faltreflektor

Dank des Faltreflektors und einer speziellen Software von Hannes Schleeh konnten wir uns gestern in die Hangout On Air-Session des amerikanischen Präsidenten ins Weiße Haus einschalten. Das Live-Gespräch von Barack Obama mit Bürgerinnen und Bürger zeigt eindrucksvoll, was mit der Graswurzel-Kommunikation des Google-Dienstes so alles praktiziert werden kann. Wir werden dieses Beispiel natürlich in unser fließendes Buch „Die Streaming-Revolution“ aufnehmen – nächste Woche ist ja in der Social Media Week der offizielle Start des Buchprojektes.

Nach unseren Erkenntnisse hat sich Google für die Übertragung aus dem Weißen Haus technologisch so richtig ins Zeug gelegt. Alle Teilnehmer waren mit dem gleichen Funkmikrofon ausgestattet, jeder beteiligte Haushalt wurde wohl von einem Google-Techniker betreut und alle Gäste des Präsidenten-Talks wurden perfekt ins Licht gerückt. Im Präsidentenzimmer ist darüber hinaus mit mindestens zwei Kameras gearbeitet worden. Im normalen Hangout On Air-Modus kann man nur eine einzige Kamera aktivieren. Da muss dann schon eine Anwendung wie BoinxTV zum Zuge kommen, die von Hannes bevorzugt wird.

Wir werden mal bei Google nachfragen, was denn beim Obama-Hangout an TV-Technologie aufgefahren wurde.

Unabhängig von der Sonderbehandlung, die der Präsident erfuhr, ist es für jede Organisation, für jedes Unternehmen, für jeden Verlag und für jeden politischen Entscheider möglich, mit der Netzöffentlichkeit live, auf Augenhöhe, unverfälscht sowie ohne Sprachregelungen, ohne Netz und doppelten Boden ins Gespräch zu kommen.

adidas hat das mit Poldi, Schweini und Co. vor dem Arsenal-Bayern-Spiel leider ohne Fußballfans und in sehr schlechter Übertragungsqualität gemacht. Es war trotzdem recht witzig.

Hangouts Office Hours von Google ist ein Format, in dem regelmäßig Verbesserungsmöglichkeiten für Google+ mit den Nutzern erörtert werden.

Man benötigt allerdings den Mut zum Kontrollverlust. Durch die Liveübertragung, die wenig später als Aufzeichnung dauerhaft auf Youtube vorliegt, kann keine Schönfärberei betrieben werden. Angst vor Trollerei braucht man aber nicht haben. Die Dialoge laufen fast immer höflich und niveauvoll ab – auch wenn man sich in der Sache streitet. Entsprechend niveauvoll lief der Dialog auch mit der ZDF-Sportredaktion ab. Anders sieht es mit den Leserkommentaren aus. Ein richtiger Dialog findet nicht statt – das Ganze ist reaktiv.

Zeit Online hat das mal ausgewertet und Typologien von Leserkommentaren aufgestellt:

Etwa der “Pöbler”, der “Besserwisser” und der “Möchtegern”. Oder der “Ideologe”, der sich vielleicht noch an einem zweiten Gegen-Ideologen abarbeitet, und dem „Egomanen“, der sich über die Zahl der Kommentare definiert. So etwas findet bei Hangout On Air-Gesprächen nicht statt.

Siehe auch den Beitrag von Hannes Schleeh: Hangout on Air mit Präsident Obama.