Professor Kruse, die nicht vorhandene Generation Y und einige Hausaufgaben fürs Management

Reformbedarf für die Arbeitswelt
Reformbedarf für die Arbeitswelt

Viele Top-Manager führen ihre Mitarbeiter nach Prinzipien, die Innovationen behindern, so die Erfahrungen von Cridon-Geschäftsführer Jürgen Stäudtner. Vor allem die Planungs- und Regelungsfanatiker, die der mechanistischen Managementlehre von Henry Fayol hinterlaufen. Er stellte vor rund 100 Jahren das Dogma auf, das Unternehmen alles planen, organisieren und kontrollieren zu können. Die Systemarchitektur der digitalen Netzwerke hat aber die Spielregeln der Wirtschaft schon längst verändert, bemerkt Professor Peter Kruse in einem sehr klugen Vortrag über den Wandel der Arbeitswelt.

Der Organisationswissenschaftler spricht von einer nicht mehr überschaubaren Vernetzung vieler Teilnehmer, die zu hohen Spontanaktivitäten und Auffschaukelungseffekten führt. Neue Geschäftsmodelle wie WhatsApp können etablierte Geschäftsmodelle in kürzester Zeit pulverisieren. Ablesbar an den sinkenden SMS-Umsätzen der Netzbetreiber. Vorhersagen kann man solche Entwicklungen nicht. Die zunehmende Vernetzung führe zu einer nichtlinearen Systemdynamik, die sich nicht prognostizieren lässt, sagt Kruse. Entsprechende Konsequenzen müssen für das Management von Innovationen gezogen werden.

Wer sein Unternehmen mit starren Instrumenten führt, scheitert an dem Unvorhersehbaren. Der Nutzen eines Werkzeugs kann nur darin liegen, dass es auf Phänomene anwendbar ist, die in der Vergangenheit stabil waren. In Phasen vollkommener Stabilität muss man lediglich wissen, wie man die Werkzeuge richtig einsetzt. Doch in Zeiten, die von raschem Wandel geprägt sind, darf man ihnen nicht mehr vertrauen. Die Wirkung von Zufällen und spontanen Veränderungen sollte niemand mehr unterschätzen.

In Tiefeninterviews mit 400 Führungskräften, die von der Kruse-Firma nextpractice durchgeführt wurden, ergibt sich ein ähnliches Bild.

Die große Mehrheit der Befragten sieht die Notwendigkeit eines Wandels ihrer Organisationen. Kollaboration, Dezentralität, kooperative Teamarbeit, dynamische Vernetzung, Selbstbestimmung und Partizipation stehen ganz oben auf der Wunschliste, wenn es um neue Konzepte für gute Führung geht. Wobei auch Skepsis durchschimmert. Etwa die Angst vor zu viel Chaos über basisdemokratische Spielereien. Allerdings klaffen Wunsch und Wirklichkeit weiter auseinander. Über 77 Prozent der befragten Führungskräfte halten einen Wandel in der Führungskultur ihrer Organisationen für dringend erforderlich.

Es gibt keine Generation X,Y,Z
Es gibt keine Generation X,Y,Z

Und dann kommt noch ein Befund aus dem qualitativen Verfahren, was meine Thesen zur Nichtexistenz einer Generation X,Y,Z bestätigt. Bei der Clusterung einer Untergruppe von jungen Führungskräften setzt die Hälfte eher auf klassische Karrieren über Festanstellung, Hierarchien und Bindung. Die andere Hälfte will genau das Gegenteil. „Was die einen anstreben, lehnen die anderen ab“, sagt Kruse. Man sollte also das Gerede über die Generation Y endgültig beerdigen. Die gibt es schlichtweg nicht.

Soweit so gut.

Was ich nicht so ganz verstehe, ist die Abgrenzung von quantitativen Befragungsmethoden der Demoskopie, die Professor Kruse im ersten Teil seiner Rede vornimmt.

„Standardisierte Fragebögen setzen voraus, dass die Richtung, in der sich etwas entwickelt, bereits bekannt ist. Fragebögen sind immer nur so intelligent wie der, der die Fragen stellt“, bemerkt Kruse.

Er meint wohl, dass die Güte der Erhebung nur so gut sein kann, wie die Qualität des Fragebogens. Kruse spricht vom Dilemma der Deduktion, wenn also vom Allgemeinen zum Speziellen abgeleitet wird. Sollte das umgedreht werden, wie zu Zeiten des Positivismus? Also Ableitungen vom Speziellen zum Allgemeinen. Dann läuft man Gefahr, nur nach Bestätigungen seiner eigenen Thesen zu suchen, wie es die Psychoanalytiker getan haben – Stichwort: Popper und seine Wissenschaftstheorie.

In seiner Rede bezieht sich Kruse dann auch noch auf die Theorie der Schweigespirale von Allensbach-Chefin Elisabeth Noelle-Neumann, die aus quantitativen Verfahren die These ableitete, dass Menschen über ein quasi-statistisches Wahrnehmungsorgan verfügen für gesellschaftliche Tabus. Also die Frage, ob man als Individuum auf der Gewinner- oder Verlierer-Seite steht, wenn man eine bestimmte Meinung äußert. Das wiederum könne zu Konformitätsdruck führen.

Ist das jetzt ein Argument gegen die quantitative Empirie? Mitnichten. Entscheidend sind die Fragebatterien, die Kombination von offenen und geschlossenen Fragen, experimentelle Verfahren wie Spielkarten und, und, und. Nur so konnte Noelle-Neumann die Theorie der Schweigespirale ableiten.

Auch Kruse muss in seinem qualitativen Verfahren bei der „kollektiven Musterbildung“ mit Annahmen und Ableitungen bei der Messung seiner „kulturellen Kraftfelder“ arbeiten. Man sollte die quantitativen und qualitativen Methoden nicht als gegeneinander ausspielen. Sie haben beide Stärken und Schwächen. Siehe auch: Qualitative Analysen haben nichts mit “Qualität” zu tun.

Siehe auch:

Auch Unternehmen können ausbrennen.

Büro: Abschied vom Anwesenheitswahn fällt schwer – „Qualität ist keine Frage des Standorts“

Neue Arbeitswelten?
Neue Arbeitswelten?

Arbeiten in der Cloud, Netzwerkstrukturen, flexible Arbeitszeiten, weniger Stau im elenden Berufsverkehr und Abkehr vom Anwesenheitswahn, den die neue Arbeitsministerin Andrea Nahles fordert, sind wohl nur in kleinen Schritten umsetzbar. In deutschen Unternehmen, die noch nach der Industrielogik des Fordismus ticken, sieht die Realität anders aus.

Einer Zeitreihe zufolge, die das Statistische Bundesamt für die „Welt“ erstellt hat, lag der Anteil der abhängig Erwerbstätigen, die „manchmal“ oder „hauptsächlich“ im Homeoffice arbeiten, 2012 bei nur noch 7,7 Prozent. 1996, als die Werte erstmals ermittelt wurden, waren es 8,8 Prozent gewesen.

„Besonders seit 2008 ist die Zahl der Heimarbeiter rückläufig, sie nahm bis 2012 um 546.000 ab“, schreibt die Welt.

Über die Gründe könne nur spekuliert werden. Vielleicht seien ja die Beharrungstendenzen in der Wirtschaft größer als gedacht. Die Industriegesellschaft habe die Präsenzkultur mit sich gebracht und kann man nicht so einfach ändern. Das Motto „Ich sitze im Bürohaus, also arbeite ich“ scheint noch in den Köpfen vieler Arbeitgeber herumzuschwirren. Die formierten Angestellten sollen in greifbarer Nähe verharren, um sie unter Kontrolle zu halten – ob sie dabei in der Nase bohren oder irgendwelche Scheintätigkeiten verrichten, spielt keine Rolle.

„Dazu passt, dass in einer repräsentativen Umfrage des IT-Branchenverbands Bitkom aus dem vergangenen Jahr immerhin jeder vierte Arbeitnehmer fürchtet, es werde sein berufliches Vorankommen bremsen, wenn er seine Erwerbstätigkeit nicht unter den Augen seines Chefs verrichtet“, berichtet die Welt.

In manchen Organisationen gibt es sogar einen recht merkwürdigen und bizarren Wettbewerb, der selbst in Bundesbehörden vorherrscht:

„Wer zuerst den Firmen-Parkplatz mit seinem Auto verlässt, hat verloren“.

Da wartet man lieber noch ein Stündchen mit einem Tässchen Café in der Hand und schaut aus dem Bürofensterchen, bis sich der erste Angestellte erbarmt und das Bürogebäude verlässt.

„Da ist er, der Loser.“

Souveränität in der Arbeitswelt sieht anders aus. Der Wandel vom Konzern-Kapitalismus zur Netzwerk-Ökonomie, wie ihn Christian Papsdorf in seinem Opus „Wie Surfen zu Arbeit wird“ vor einigen Jahren skizziert hat, steht zumindest in Deutschland bei Arbeitgebern und Gewerkschaften nicht auf der Agenda.

Die Arbeitskultur verbessert sich durch diese starre Haltung mitnichten. Etwa in der Service-Branche, wie Thomas Dehler, Geschäftsführer von Value5 in Berlin bestätigt:

„Es fällt zunehmend schwerer, die besten Talente an nur einem Ort zu gewinnen. Bei der Rekrutierung von Mitarbeitern hält man sich häufig mit Verlegenheitslösungen über Wasser.“

Hinzu kommt, dass Mitarbeiter in Großraum-Büros unter einem enormen Leistungsdruck stehen und häufig mit Ellbogen-Mentalität gegenüber ihren Kollegen reagieren. Teamarbeit und Wissensaustausch bleiben auf der Strecke – auch wenn in der Öffentlichkeit das Gegenteil behauptet wird. Viele Dienstleister reagieren dennoch achselzuckend. Ein Achselzucken, das auch dem Verbraucher nicht verborgen bleibt.

„Entweder hört er es als Warteschleife, wenn während der Anrufspitzen nicht genügend Berater zur Verfügung stehen. Oder er hört das Achselzucken im Servicegespräch, wenn dürftig motivierte und unzureichend qualifizierte Berater nur unbefriedigende Antworten geben. Und an dieser Stelle bricht sich das Zufriedenheitsversprechen nicht selten das Genick“, betont Dehler.

Sein Unternehmen setzt auf Wort@Home – sozusagen Arbeiten in der Teamwolke. Vernetzung, Cloud Computing und Virtualisierung sind seit 2004 die technologischen Grundlagen für VALUE5, um elastische und atmende Service-Einheiten zu schaffen.

„Qualität ist keine Frage des Standorts – sondern der Talente. Durch den Abschied vom Standort-Denken gewinnt man die besten Talente dort, wo sie wohnen und leben“, so die Erfahrung von Dehler.

Das Thema greife ich in meiner Mittwochskolumne für „The European“ auf. Meinung gefragt 🙂

Am 22. Januar diskutieren in Bloggercamp.tv in der 11 Uhr-Sendung mit Experten über das Thema: „Wenn Unternehmen in der Cloud verschwinden – Über Trends der Netzwerk-Ökonomie“.

An der Qualität der Büro-Arbeitsplätze kann es wohl nicht liegen, dass so wenige Unternehmen auf Netzwerk-Strukturen setzen: Moderne Büros vernachlässigen den Faktor Mensch – Über Lichtsuppen und Lärmstress.

Mal schauen, was die Verteidigungsministerin in der Bundeswehr verändert.

Vernetzte Services für eine vernetzte Welt: ichsagmal-Gespräch

Gespräch mit Thomas Dehler, Geschäftsführer des Berliner Dienstleisters Value5. Start um 17:30 Uhr.

Das Interview ist eine Fortsetzung der Story zum Thema: NETZÖKONOMIE BRAUCHT VERNETZTE SERVICE-ORGANISATIONEN UND KEINE STARREN CALL CENTER-SILOS. Credo von Dehler:

„Zentralistisch geprägte Call Center-Organisationen passen nicht mehr in eine Landschaft, die von Vernetzung und Mobilität geprägt ist. Es fällt zunehmend schwerer, die besten Talente an einem Ort zu gewinnen. Die Rekrutierung von Mitarbeitern muss sich mit Verlegenheitslösungen über Wasser halten. Agenten stehen in Großraum-Büros unter einem enormen Leistungsdruck und reagieren häufig mit Ellbogen-Mentalität gegenüber Kollegen. Die Teamarbeit und der Wissensaustausch bleiben auf der Strecke – auch wenn in der Öffentlichkeit das Gegenteil behauptet wird.“

Das passt gut zu einem Beitrag der SZ: Ein Hoch auf das Home-Office.

Der klassische Arbeitstag, der um neun beginnt und um 17 Uhr endet, sei ein Auslaufmodell, so die SZ. Auch in Tarifrunden gehe es nicht mehr allein um Geld oder darum, möglichst viel Freizeit auszuhandeln.

„Es geht immer öfter um menschenfreundliche Arbeitsmodelle. Um besseres Arbeiten für Ältere und um die Chancen der Jungen. Vielleicht wollen die Älteren weniger Stunden am Tag arbeiten, weil sie nicht mehr so kräftig sind. Vielleicht wollen Jüngere mehr arbeiten, weil sie sich leistungsstark fühlen. Für solche Bedürfnisse müssen Lösungen her, auch die Gewerkschaften sind da gefragt“, so die SZ.

Es geht auch um Vertrauen. Arbeit in den eigenen vier Wänden wird immer noch misstrauisch betrachtet, wie die Yahoo-Chefin Marissa Mayer zum Start ihrer Amtszeit unter Beweis stellte. „Ich sitze im Büro meines Unternehmens, also arbeite ich.“

So sehen es immer noch viele Entscheider in der Wirtschaft.

„Nun, so misstrauische Chefs sind von vorgestern. Bei der Arbeit im Home-Office geht es nicht darum, dass die Leute zu wenig arbeiten. Das Gegenteil ist meist der Fall“, so die SZ.

Man vertrödelt vielleicht weniger Zeit mit der Imitation von Arbeit gegenüber Arbeitskollegen. Auch am Arbeitsplatz des Arbeitgeber ist es möglich, in der Nase zu bohren oder seine Zeit beim Schwätzchen mit anderen Mitarbeitern zu verbringen.

All das werde ich heute mit Thomas Dehler besprechen, denn seine Firma praktiziert schon seit fast zehn Jahren flexible Arbeitsmodelle.

Übrigens ist die Planung von Livestreaming-Sessions bei Google Plus sehr viel einfacher geworden, wie Hannes Schleeh in seinem Blog erläutert.

Bislang bekam man den Einbettungscode für das Livestreaming erst kurz vor dem Start der Hangout on Air-Session. Das hat Google jetzt verbessert. Ein Segen für die Verbreitung von Gesprächen und Kongressen, die direkt ins Netz übertragen werden:

„Der Iframe steht sofort auch für Sendungen weit in der Zukunft schon zur Verfügung. YouTube / Google zeigt dann ein leeres schwarzes YouTube-Fenster auf dem Blog an. Wenn man darauf klickt wird einem der Countdown bis zum Beginn der Sendung angezeigt“, schreibt Schleeh.

Über die Q & A-Funktion, die man bei der Terminierung der Sendung aktiveren kann, können im Vorfeld des Livestreamings Fragen gestellt werden. Auch sehr löblich. Das steigert die Interaktion!

Also wer für die Gesprächsrunde um 17:30 Uhr Anmerkungen und Fragen hat, kann das hier loswerden. Während der Live-Übertragung ist das natürlich auch möglich – das war schon vorher so.

Wenn Mächte erzittern und sich das Management neu erfindet

Kalverkamp

„Ich spüre eine starke Erzitterung der Macht“, orakelt Professor Peter Kruse auf der Kölner Fachmesse Zukunft Personal mit einem Star Wars-Zitat. Führung in Organisationen müsse neu definiert werden.

Nextpractice-Geschäftsführer Kruse nennt mehrere Entwicklungen, die den Paradigmenwechsel forcieren: Führungskräfte könnten ihre Entscheidungen nicht mehr auf Analysen stützen, die alles nur noch komplizierter machen, sondern müssen eher auf Intuition und vor allem auf kollektive Intelligenz setzen. Hinzu käme die Verschiebung der Macht: Die Vernetzung erhöhe die Aktivität und die Beteiligung Einzelner. Eine Folge daraus sei, dass sich Menschen mehr über ihre Netzwerke als über ihr Unternehmen definieren – eine Entwicklung, die Kruse als „Kernschmelze“ bezeichnet.

„Ich wünsche mir ein bisschen mehr Bescheidenheit im Tun und mehr Stärke im Verstehen.“

Derzeit seien allerdings noch längst nicht alle Menschen so weit. Neue Ergebnisse aus einer Befragung von nextpractice und der Gothaer Versicherung zeigen, dass sich selbst die als Entwicklungstreiber eingestuften Digital Natives in zwei Lager spalteten: 50 Prozent der jungen Leute wollten Führung, Stabilität und Sicherheit nach altem Muster, die anderen 50 Prozent wünschen sich Autonomie und Sinnstiftung. Ein weniger klares Bild fördere eine noch laufende Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales bei den Führungskräften zutage: Die Befragten halten Veränderungen zwar für nötig, können ihren „Sehnsuchtsraum“ aber noch nicht mit konkreten Vorstellungen füllen.

„Das von Professor Kruse dargestellte Szenario ist schon seit einigen Jahren zu beobachten. In der IT-Branche hat diese Dynamik an Veränderungen voll auf die Personalstrategien der Unternehmen durchgeschlagen. So gibt es in den Führungsetagen wesentlich mehr Wechsel als früher. Die Anforderungen an die Mitarbeiter mit operativen Tätigkeiten ändern sich ständig und die Verweildauer der Mitarbeiter in Unternehmen nimmt stetig ab“, sagt Karsten Berge vom IT-Personaldienstleister SearchConsult in Düsseldorf.

Durch die zunehmende Dynamik sinke die Identifikation mit dem Unternehmen.

„Ersatz sucht man häufig in persönlichen Netzwerken“, bestätigt Berge.

Besonders problematisch ist die Lage in bürokratischen Unternehmen. Folgt man den Untersuchungen von Professor Rupert Hasenzagl überwiegen in solchen Kulturen die Rationalitätsphantasien. Entsprechend mangelhaft ist die Fähigkeit zur Selbstreflexion ausgeprägt. Wichtig wäre mehr Freiraum für Kreativität und die Zulassung von Regelverletzungen, um Optionen für Neuerungen entfalten zu können.

Der Mittelstandsberater Klemens Kalverkamp geht in seinem Buch „Das Management der Marktführer von morgen“ noch einige Schritte weiter. Mit dem beginnenden Informationszeitalter hätten sich die Unternehmen schon längst von den autoritär-militaristischen und tayloristischen Organisationsformen des alten Industriekapitalismus verabschieden müssen. Dieses Erbgut sei immer noch sehr lebendig, wenn ständig von „Verkaufsfront“, „Rabattschlacht“ oder „Kriegskasse“ gesprochen wird und Mitarbeiter als „Truppen“ ins Feld geführt werden.

Entscheidend sei es jetzt, das brachliegende Potenzial der kollaborativen Intelligenz in Unternehmen auszuschöpfen. Vernetzte Organisationsformen mit dezentraler Entscheidungsfindung seien das Gebot der Stunde. Dazu müsse sich in der gesamten Wirtschaft eine neue Form des Miteinanders herausbilden.

Formuliert Kalverkamp eine Utopie, die sich durchsetzen könnte? Eure Meinung interessiert mich.

Siehe auch:

Wie Rationalitätsmythen zu Bürokratismus führen.

Und natürlich: NEOBÜROKRATEN IN DER ABFALLWIRTSCHAFT.Irren ist menschlich. Auf Kontrollverlust allerdings mit Zertifikaten zu antworten, ist ein völlig falscher Schluss.

Vielleicht helfen ja auch die 10 besten Rezepte gegen das Scheitern.

Könnte auch funktionieren: Liebe Personalvermittler, rufen Sie an und werben Sie unsere Mitarbeitenden ab.

Karrieretipp für arbeitslose Akademiker: Topfschlagen im Niemandsland.