Schubkraft TV berichtet live vom Wirtschaftsgipfel der Süddeutschen Zeitung im prächtigen Hotel Adlon in Berlin. Neben mir sitzt Benjamin Schroth, ein Experte in Medienfragen. Er hat die bisherigen Diskussionen und Vorträge aufmerksam verfolgt. „Das Programm ist unglaublich vielfältig und abwechslungsreich, es deckt politische, gesellschaftliche, mediale und wirtschaftliche Themen ab“, sagt er.
Ein Highlight war die Diskussion über den Einsatz von Chat GPT. Schroth ist begeistert: „Marianne Janik hat das komplexe technische System dahinter auf eine einfache und benutzerfreundliche Weise erklärt. Ich glaube, dass Microsofts Copilot für uns alle revolutionär sein wird.“ Er fügt hinzu, dass wir in den kommenden Monaten und Jahren sehen werden, wie uns diese Technologie bei einfachen administrativen Aufgaben hilft.
Schroth ist sich sicher, dass wir trotz der Automatisierung nicht überflüssig werden. „Wir können uns auf die 5 bis 10 Prozent konzentrieren, die wir noch selbst erledigen müssen. Das ist eine große Hilfe, ohne dass es uns schadet.“
Er spricht auch über die Notwendigkeit, in ausländische Märkte zu investieren. „Deutsche Automobilkonzerne investieren auf dem chinesischen Markt, dem größten Absatzmarkt weltweit. Gleichzeitig profitieren wir von Investitionen ausländischer Unternehmen wie Tesla in Deutschland.“
Schroth fordert mehr Risikobereitschaft, insbesondere im Vergleich zu den Amerikanern: „Wir müssen mehr Leidenschaft entwickeln und Dinge einfach mal ausprobieren“, sagt er.
Er freut sich über die geplanten Chipfabriken in Magdeburg und Dresden. „Natürlich sind das enorme Subventionsgelder des Staates, aber langfristig ist das eine richtige und wichtige Entscheidung. Es fördert die neuen Bundesländer und ermöglicht ihnen, zu wachsen und sich weiterzuentwickeln.“
Zum Abschluss äußert Schroth seinen Wunsch an die Bundesregierung und die wirtschaftspolitischen Akteure: „Wir müssen klarer in unserer Positionierung und Meinung sein. Als Bürger möchte ich eine klare Kante hören. Wir brauchen konkrete Aussagen, Meinungen und Positionierungen. Das ist in einem komplexen europäischen Geflecht unerlässlich.“
Die Deutsche-Post-Stiftung hat Forschungsinstitute wie das IZA finanziert. Nun hat es weniger Geld übrig. Der renommierte und international sehr geschätzte Ökonom Simon Jäger verlässt das IZA, Armin Falk übernimmt. In der Pressemitteilung des IZA steht:
„Die Deutsche Post Stiftung, Alleingesellschafterin des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn, befindet sich in einer Phase des Wandels und hat entschieden, ihre Forschungsinstitute neu zu ordnen. Dies bringt sowohl eine Änderung in der strategischen Ausrichtung des IZA und des briq Institute on Behavior & Inequality als auch Anpassungen in der Finanzierung und Förderung beider Institute mit sich. Als Teil dieser Veränderung wird das briq Institute in das IZA eingegliedert und der Berliner Standort des IZA aufgelöst. Aufgrund dieser Entwicklung hat der derzeitige Geschäftsführer des IZA, Prof. Dr. Simon Jäger, in bestem Einvernehmen mit der Deutsche Post Stiftung entschieden, seine Geschäftsführertätigkeit am IZA zum 31. Dezember 2023 zu beenden. Das IZA und die Deutsche Post Stiftung bedauern diesen Schritt und möchten sich bei Prof. Dr. Simon Jäger für seine herausragende Arbeit und sein erfolgreiches Wirken zur Weiterentwicklung des IZA bedanken. Zum 1. Januar 2024 wird Prof. Dr. Armin Falk, der derzeitige Geschäftsführer des briq Institute, die Nachfolge von Prof. Dr. Simon Jäger antreten.“ Und das stößt auf wenig Gegenliebe.
In einem offenen Brief an Klaus Zumwinkel, dem Präsidenten der Post-Stiftung, dem Kuratorium und dem Rektorat der Uni Bonn reagieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf die Ankündigung der Berufung von Professor Armin Falk an die Spitze des IZA mit Wirkung zum 1. Januar 2024:
„Wir möchten unsere tiefe Bestürzung über diese Entscheidung zum Ausdruck bringen und Sie von unserer Absicht in Kenntnis setzen, zum 1. Januar 2024 aus dem IZA auszutreten, sofern nicht ein anderer IZA-Leiter ernannt wird.“
Es folgen Vorwürfe von Fehlverhalten und Machtmissbrauch, die ich selbst zur Zeit nicht überprüfen kann. Ihr könnt das selbst nachlesen. Im offenen Brief heißt es weiter:
„Die vielfältige Gemeinschaft der Arbeitsökonomen und der Berufsstand der Wirtschaftswissenschaftler im weiteren Sinne haben in den letzten Jahren erhebliche Anstrengungen und Ressourcen investiert, um ein integratives und unterstützendes Umfeld zu schaffen. Professor Falks Reaktion hat ihn das Vertrauen und die Wertschätzung seiner Kollegen gekostet und sollte ihn von einer Position der Macht und des Vertrauens disqualifizieren. Die Ernennung von Professor Falk an die Spitze des IZA ist ein gefühlloses, rückwärtsgewandtes Signal an den Berufsstand. Der Wert von IZA liegt in seinem Netzwerk von Menschen, und die Ernennung von Professor Falk wird dieses Netzwerk auflösen. IZA verfügt über ein einzigartiges Netzwerk mit beachtlichen und bewundernswerten Leistungen. Die IZA-Mitglieder und Stipendiaten sind zu Recht stolz darauf, zu IZA zu gehören. Einige von uns sind bereits seit mehreren Jahrzehnten Mitglied bei IZA. Die Berufung von Professor Falk an die Spitze von IZA wäre ein großer Schaden für die Institution, demoralisierend für die vielen Mitglieder und ein demütigender Rückschritt für den Berufsstand der Wirtschaftswissenschaftler. Sie wird auch dazu führen, dass wir unsere IZA-Stipendien und Mitgliedschaften mit Wirkung vom 1. Januar 2024 aufkündigen werden. Wir fordern Sie gemeinsam auf, Ihre Entscheidung zu überdenken.“ Ding-Dong. So etwas habe ich noch nicht erlebt.
Over 435 economists have signed a letter protesting the appointment of Armin Falk to the leadership of @iza_bonn. We/they ask for a reconsideration of that appointment, and otherwise all will resign on Jan 1.#EconTwitter 1/5 pic.twitter.com/gjUuyhxo7B
Über 435 Ökonomen haben diesen Brief unterzeichnet. Ob das IZA-Bonn weitermachen kann? Wie wird wohl die Post-Stiftung reagieren?
Eine offizielle Stellungnahme des Briq-Instituts zu den Vorwürfen des offenen Briefes liegt bislang nicht vor. Hatte Rücksprache mit dem Sprecher Mark Fallak. Bin in der Warteschleife für eine Rückmeldung.
„Es ist Zeit für einen Wandel“, schreibt Lisa Nienhaus, Redakteurin der Süddeutschen Zeitung, in einem Kommentar zum Wirtschaftsgipfel in Berlin. Sie fordert ein Ende der wahllosen Subventionen und betont, dass eine effektive Wirtschaftspolitik nicht gleichzusetzen ist mit Sozialpolitik für Unternehmen. „Wenn Deutschland das endlich beherzigt, gelingt auch die grüne Wende“, prognostiziert Nienhaus.
Was wir brauchen, seien Anreize. Ein Rahmen, der das Ziel der grünen Transformation vorgibt, aber den Unternehmen Freiraum lässt, wie sie dieses Ziel erreichen. „Damit die Ideen der Einzelnen wieder eine Rolle spielen, damit Gründer und Innovatoren in den Firmen Lust haben, in Deutschland etwas auszuprobieren. Dafür muss die Wirtschaftspolitik nur eines tun: umdenken“, fasst Nienhaus zusammen.
Benjamin Springub, der das Programm Schubkraft bei der Telekom leitet, stimmt ihr zu. Er betont die Herausforderungen, denen sich Deutschland und Europa gegenübersehen, und die Notwendigkeit, als starke Kraft auf dem Markt aufzutreten. „Wir müssen Deutschland wieder nach vorne bringen“, sagt Springub und freut sich auf die Diskussionsrunden des Wirtschaftsgipfels.
Springub erläutert, dass es nicht an Ideen mangelt, um die Wirtschaft zu unterstützen. Das Problem liegt eher in der Umsetzung. Gießkannenprinzip bei der Wirtschaftsförderung führe da nicht weiter.
Er unterstreicht, dass Fördermittel keine Almosen sind, sondern Anreize für Innovationen. Sie sollen dazu beitragen, in die Zukunft zu blicken, insbesondere in Bezug auf Digitalisierung und Nachhaltigkeit. „Es gibt in Deutschland zwischen zweieinhalb und 3000 verschiedene Förderprogramme. Die Herausforderung besteht darin, die richtigen zu finden“, sagt Springub.
Er fordert Unternehmerinnen und Unternehmer auf, Fördermittel zu nutzen und in die Zukunft zu investieren. „Es geht nicht darum, Zombie-Unternehmen zu retten, sondern um das Gegenteil: Wir wollen Zukunftsinvestitionen anstoßen“, betont er.
„Wir haben viele Ideen, wie es gehen könnte, aber wir müssen ins Handeln kommen.“ Er betont die Notwendigkeit, als Gemeinschaft zusammenzuarbeiten und gemeinsam voranzukommen.
Er lobt die Initiativen der Telekom zur Förderung des Unternehmertums und betont die Notwendigkeit von Partnerschaften. „Man muss nicht alles selbst machen. Gute, starke Partnerschaften sind wichtig“, sagt er.
Und da bewegt sich einiges. Etwa bei neuen Firmen in der KI-Szene. Eine Gründerin wurde auf dem SZ-Wirtschaftsgipfel vorgestellt im Gespräch mit dem Bonner Philosophen Markus Gabriel: Es geht um Feiyu Xu. Die Computerlinguistin arbeitete am Deutschen Forschungszentrum für künstliche Intelligenz in Kaiserslautern und war später bei Lenovo und SAP für KI zuständig.
„Mit der Firma Nyonic strebt sie von Berlin aus auf den Markt der großen Sprachmodelle. Ihre Idee: künstliche Intelligenz an Unternehmen zu verkaufen. Die KIs sollen in ihrem Training Spezialwissen einer Branche und auch das interne Wissen und die Daten des jeweiligen Unternehmens aufsaugen – die ‚Industriesprache‘, wie Xu sagt. So ein Programm soll dann eine Art guter Geist für Mitarbeiter sein: Es soll Informationen suchen und Fragen beantworten – ein Assistent sein, der nie Feierabend macht“, schreibt die SZ.
Um die grüne Wende zu schaffen und neue Wachstumsimpulse zu entfalten, braucht man überprüfbare Daten, so Annette Dési, Leiterin Nachhaltigkeit bei der DEKRA Germany, im Schubkraft-TV-Interview auf dem Wirtschaftsgipfel der SZ.
Es geht um harte Fakten, die überprüft und verifiziert werden müssen. Unternehmen müssen sich zertifizieren lassen und klare Daten liefern. Es geht um Datenmanagement und die Zusammenarbeit mit Wirtschaftsprüfern.
Es ist ein Irrtum zu glauben, dass nur Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern Berichtspflichten auf dem Feld der Nachhaltigkeit haben. Auch kleinere Unternehmen müssen sich an die Spielregeln halten, weil sie Teil der Lieferkette sind. Wir werden das auf dem #GreenMonday am 20. November in Düsseldorf vertiefen.
Annette Dési wünscht sich von der Wirtschaftspolitik, dass sie die heute gemachten Aussagen evaluiert und umsetzt. Sie hofft, dass die Politik die Möglichkeiten und Potenziale erkennt und die richtigen Anreize für Investitionen setzt.
Die Maßnahmen zu überprüfen und anzupassen, ist besonders in der Umweltpolitik vonnöten. Das sollte man bei der nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie der Bundesregierung, die Anfang des nächsten Jahres vorgestellt werden soll, unbedingt in den Beratungen beherzigen. Die Kreislaufwirtschaftsquote in Deutschland liegt bei mageren 13 Prozent. „Wenige Länder verbrauchen so viele primäre, also neue Rohstoffe wie die Bundesrepublik. Seit 2010 ist der Verbrauch sogar noch weiter gestiegen“, berichtet die SZ. Weltweit, sagt Lemke auf dem Wirtschaftsgipfel, sei mindestens die Hälfte aller Emissionen auf Rohstoffgewinnung zurückzuführen. „Dabei geht es nicht um den einzelnen Joghurtbecher, sondern um Masseströme wie im Baustoffsektor.“
Seit Inkrafttreten der Verpackungsverordnung (jetzt Verpackungsgesetz) im Jahre 1991 und dem Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz im Jahre 1996 wird am Prinzip der Produktverantwortung und den ökologisch ehrlichen Marktpreisen gearbeitet. Einen richtigen Durchbruch erzielte die Umweltpolitik in den vergangenen 30 Jahren nicht wirklich. Der Ansatz, möglichst viele Prozesse von vornherein so zu gestalten, dass die Wiederverwertung aller Rohstoffe und Bestandteile mitbedacht wird und Abfälle erst gar nicht entstehen, ist immer noch nicht sonderlich verbreitet. Da sei, so Lemke, „wahnsinnig viel Luft nach oben“. Es fehle ein strategischer Rahmen, „und diese Lücke versuchen wir zu schließen“.
Man könnte klare Vorgaben machen, einen bestimmten Prozentanteil an Sekundärrohstoffen bei der Produktion einzusetzen, auf die Langlebigkeit zu achten und die Wiederverwendung von bestimmen Produktteilen zu ermöglichen. Einen ähnlichen Gedanken äußerte Thomas Fischer von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) gegenüber der SZ:
„Wenn man sich an Maximalforderungen nicht herantraut, dann kann man mit Mindeststandards, beispielsweise Mindestquoten für Rezyklatanteile, starten und dann sukzessive erweitern, das wäre denkbar.“ Zudem sieht er den Staat als Auftraggeber in der Pflicht, der zirkuläres Wirtschaften zur Bedingung macht. „Das fängt bei Ausschreibungen im Bauwesen an. Aber da passiert bis heute viel zu wenig“, sagt Fischer. „Aber wenn der Staat vorpredigt, aber nicht vorlebt – wer fängt dann damit an?“ Gerade wenn wir an die Wirtschaftssicherheit denken, muss mehr gemacht werden: Betrachten wir zum Beispiel Batterien für Elektrofahrzeuge. Sie enthalten wertvolle Materialien wie Lithium, Kobalt und Nickel. Können wir diese Materialien wiederverwenden?
Die Französin Sabrina Soussan hat fast 20 Jahre lang für Siemens gearbeitet, jetzt leitet sie den Umweltkonzern Suez – und wundert sich, wie unterschiedlich Deutschland und Frankreich ticken @CasparBusse#SZPlushttps://t.co/cFv0kaURjk
Wenn ja, könnten wir in Europa einen großen Schritt in Richtung Autarkie machen. Dies ist besonders wichtig angesichts der aktuellen Konflikte mit Russland und China. Das diskutierten wir mit Sabrina Soussan, Chairman und CEO von SUEZ.
Am 20. November nehmen wir diesen Faden wieder auf beim ersten #GreenMonday in Düsseldorf.
Auf der Teilnehmerliste Top-Entscheider und ESG-Verantwortliche aus dem Mittelstand:
Achenbach |AOK | auxmoney | Bundesanzeiger | DB Schenker | DDP GRUPPE | Deichmann | dhpg | Dillenberg | Douglas | Dr. Ganteführer, Marquardt & Partner | Drees + Sommer | Düsseldorf Congress | EDE |ElectronicPartner | Fahrzeugwerke Lueg | Falke | Flughafen Düsseldorf | Fraisa | FUNKE Mediengruppe | Gea | GPTW Deutschland | Hauck Aufhäuser Lampe | HKM | ISEKI |ista | Kaiser Real Estate | Konecranes | Kreissparkasse Düsseldorf | Materna | Messe Düsseldorf | Phoenix Contact | pixum | Scheidt & Bachmann | Siegenia Gruppe | Siemens AG |SMS Group | VOSS Automotive | Wilh. Werhahn | Wirtschaftsförderung Düsseldorf | WKW | WR Legal | ZINQ
Mit großem Amüsement verfolgen Sohn@Sohn die Debatten über die Hin-und-Her-Postings von vielen Social-Web-Protagonisten, die mit großer Geste ihre Abschiede oder Einstiege auf Plattformen zelebrieren. Für uns sind harte Zahlen entscheidend und das Motto: Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, muss der Berg zum Propheten kommen. Wir sind dort aktiv, wo wir das Maximum an Netzöffentlichkeit und Interaktion erreichen. Vom 1. bis 3. Dezember begeben wir uns in Klausur – also Sohn@Sohn – und justieren die Veröffentlichungsstrategien neu. Twitter-X bleibt für uns relevant, weil dort immer noch viele Meinungsführende direkt erreichbar sind – etwa die fünf Wirtschaftsweisen und die wichtigsten Medien, Verbände, Unternehmen und Vereine. LinkedIn bringt uns viel via Newsletter mit den vielen Abonnenten, die wir in kürzester Zeit erreicht haben. Instagram und Facebook – da müssen wir ein wenig nacharbeiten. Hier nun die wichtigsten Befunde der neuen ARD-ZDF-Onlinestudie:
Instagram ist im Jahr 2023 die am häufigsten genutzte Social-Media-Plattform in Deutschland. Laut einer aktuellen Studie nutzen 52 Prozent der deutschen Bevölkerung in einer normalen Woche Social Media. Besonders in der jüngsten Altersgruppe greifen neun von zehn Personen mindestens einmal pro Woche auf Social-Media-Angebote zurück. Selbst in der Altersgruppe ab 70 Jahren nutzen mittlerweile 14 Prozent regelmäßig Social Media. An einem normalen Tag nutzen 35 Prozent der Bevölkerung Social Media, wobei dieser Wert bei den unter 30-Jährigen bei 68 Prozent liegt. Im Durchschnitt beträgt die tägliche Nutzungsdauer der deutschen Bevölkerung 31 Minuten, wobei die unter 30-Jährigen mit 69 Minuten deutlich mehr Zeit auf Social-Media-Plattformen verbringen.
Instagram führt das Ranking der Social-Media-Nutzung mit 35 Prozent an, gefolgt von Facebook mit 33 Prozent. TikTok (15 Prozent) und Snapchat (13 Prozent) liegen deutlich dahinter.
Besonders bei den unter 30-Jährigen ist Instagram mit 79 Prozent Nutzung deutlich beliebter als Snapchat (52 Prozent), TikTok (41 Prozent) und Facebook (34 Prozent). In der Altersgruppe der 30- bis 49-Jährigen behält Facebook noch seine führende Position vor Instagram, TikTok, Pinterest, Twitter und LinkedIn.
Internet-Suchmaschinen werden von vier von fünf Personen in Deutschland mindestens einmal pro Woche genutzt. Besonders in der Altersgruppe unter 50 Jahren sind sie weit verbreitet. In dieser Altersgruppe nutzen 65 Prozent auch Online-Landkarten wie Google Maps. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung sind es 46 Prozent. Drei von vier Personen schreiben und lesen mindestens einmal pro Woche private E-Mails, vor allem in der Altersgruppe der 30- bis 49-Jährigen, aber auch in der Altersgruppe der 14- bis 29-Jährigen. Etwa ein Drittel der Bevölkerung liest Newsletter und nutzt Online-Nachschlagewerke wie Wikipedia.
Die ARD-ZDF-Onlinestudie hat auch erste Nutzungswerte für ChatGPT ermittelt. Zu der Erhebungszeit im Frühjahr 2023 hatten bereits 57 Prozent der Befragten von Chatbots wie ChatGPT gehört, und 15 Prozent hatten sie schon genutzt, vor allem in der Altersgruppe der unter 30-Jährigen (33 Prozent).
In der Medienbranche wird viel über Twitter diskutiert, das von Elon Musk übernommen wurde. Die Plattform wurde in X umbenannt und soll zu einer Mega-Plattform nach dem Vorbild von WeChat ausgebaut werden, auf der neben dem Social-Media-Kerngeschäft auch finanzielle Transaktionen, Shopping, Audio- und Videonutzung und Kommunikation möglich sind.
Trotz der Diskussionen liegt Instagram bei der Nutzung eindeutig vorne. Instagram hat in diesem Jahr Facebook als meistgenutzte Plattform abgelöst. TikTok, Snapchat und sogar Pinterest haben eine größere Nutzungsrelevanz als Twitter, das auf dem sechsten Platz liegt. 35 Prozent der Befragten nutzen Instagram einmal pro Woche oder öfter, gefolgt von Facebook mit 33 Prozent. TikTok und Snapchat werden regelmäßig von 15 bzw. 13 Prozent genutzt. Pinterest (11 Prozent) und Twitter (8 Prozent) folgen im Ranking. LinkedIn, Twitch, Reddit und Xing erreichen wöchentlich oder öfter zwischen 4 und 7 Prozent der Bevölkerung. BeReal, das von 4 Prozent regelmäßig genutzt wird, und Mastodon, ein direkter Konkurrent von Twitter, der von 2 Prozent genutzt wird, wurden neu in die Liste aufgenommen.
Das Ranking ist bei den 20- bis 29-Jährigen ähnlich, aber die Dominanz von Instagram ist hier besonders ausgeprägt: Zwei Drittel dieser Altersgruppe nutzen es täglich. Circa die Hälfte davon nutzt Snapchat, während TikTok und Facebook jeweils von etwa 25 Prozent genutzt werden. BeReal wird in dieser Altersgruppe beachtliche 10 Prozent täglich genutzt. Bei den über 30-Jährigen gibt es weniger Plattformen mit einer Nutzung von mehr als 10 Prozent täglich. In der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen sind Instagram und Facebook mit 38 bzw. 33 Prozent täglicher Nutzung besonders beliebt. TikTok wird von 13 Prozent genutzt, während Twitter, Snapchat und LinkedIn zwischen 8 und 5 Prozent täglicher Nutzung liegen.
In der Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen werden nur vier Plattformen mit einer täglichen Nutzung von über 5 Prozent genutzt: Facebook liegt hier mit 33 Prozent an erster Stelle, gefolgt von Instagram mit 26 Prozent. TikTok und Twitter erreichen 8 bzw. 5 Prozent. Es wird interessant sein zu sehen, wie sich das dynamische Wachstum von Instagram und TikTok in den letzten Jahren fortsetzt und wie sich Facebook behaupten wird. In der Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen ist nur Facebook relevant, mit einer täglichen Nutzung von 19 Prozent. Instagram wird nur von gut der Hälfte (11 Prozent) genutzt, während keine andere Plattform über 5 Prozent liegt. Das gleiche Bild zeigt sich bei den 60- bis 69-Jährigen, allerdings auf einem niedrigeren Niveau: Facebook wird hier von 13 Prozent täglich genutzt, Instagram von 7 Prozent. Bei den über 70-Jährigen nutzen so wenige Social Media, dass nur Facebook eine tägliche Nutzung von 7 Prozent aufweist, während alle anderen Plattformen deutlich darunter liegen.
Die Nutzung von Social Media hat im Tagesverlauf vier Spitzenzeiten, in denen mehr als drei Prozent der deutschen Bevölkerung Social Media in einer durchschnittlichen Viertelstunde nutzen: morgens zwischen 8.00 und 11.00 Uhr, mittags zwischen 12.00 und 13.00 Uhr, nachmittags nach der Schule/Uni bzw. um den Feierabend herum zwischen 17.00 und 18.00 Uhr und abends zwischen 20.00 und 21.00 Uhr. Die nutzungsintensivste Stunde ist morgens zwischen 8.00 und 9.00 Uhr. Die Stunde mit der geringsten Nutzung liegt zwischen 14.00 und 15.00 Uhr.
Was den Bereich Bewegtbild betrifft, konnten Videos und Livestreams im Internet ihre Reichweite um über 20 Prozentpunkte steigern und erreichen nun fast zwei Drittel der Bevölkerung. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es drei Hauptentwicklungen bei der Nutzungsdauer: Das lineare und nicht-lineare Fernsehen verliert bei allen unter 70 Jahren signifikant an täglicher Nutzungsdauer. Die Nutzung von Streamingdiensten bleibt relativ konstant, wobei es Unterschiede gibt, da vor allem junge Nutzer weniger Zeit mit Streamingdiensten verbringen, während die mittleren Altersgruppen mehr Zeit damit verbringen. Die Nutzung von Videos in sozialen Medien nimmt hingegen deutlich zu, vor allem in der jüngsten Altersgruppe.
Die Nutzung von Videos in sozialen Netzwerken dringt mit hoher Geschwindigkeit in den nicht-linearen Bewegtbildmarkt vor. Diese Entwicklungen haben sich bereits im vergangenen Jahr abgezeichnet und setzen sich nun fort. Es ist nicht ausgeschlossen, dass nicht nur die Fernsehlandschaft an einem Wendepunkt steht, sondern auch im nicht-linearen Bewegtbildmarkt eine Konsolidierung möglich ist. Es gibt auch außerhalb der ARD/ZDF-Massenkommunikation Trends und der Onlinestudie vielfältige Anzeichen dafür.
Konsequenzen für Sohn@Sohn? Wir müssen auf Instagram besser werden und weiter an den Video-Formaten für das Social Web feilen.
Von der Vision zur Realität: Wann werden Staat und Wirtschaft endlich papierlos? Ein Livetalk mit Hamid Salehi von Smartscribe auf dem Wirtschaftsgipfel der Süddeutschen Zeitung in Berlin. Erfahrt, warum die Umstellung auf papierlose Prozesse so wichtig ist und welche Hindernisse noch überwunden werden müssen. Ein Blick in die Zukunft der Digitalisierung.
„Berlin, Wirtschaftsgipfel der Süddeutschen Zeitung, Hotel Adlon. Hier sitze ich mit Hamid Salehi von Smartscribe, dem Mann, der die Welt papierlos machen will. Sein erster Eindruck vom Gipfel? „Spannend“, sagt er. Politik und Wirtschaft treffen hier aufeinander, und das in einer Umgebung, die kaum schöner sein könnte. Die Impulsvorträge? „Sehr interessant“, meint er.
Nachhaltigkeit ist ein großes Thema hier, ebenso wie die nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie, die die Bundesregierung nächstes Jahr vorstellen will. Doch Salehi bemerkt, dass niemand über Papierlosigkeit spricht. Dabei liegt der Gedanke nahe, Dinge erst gar nicht entstehen zu lassen. Doch der öffentliche Dienst ist noch altmodisch, die Prozesse dauern an.
Wenn wir auf Mobilität beim Berufspendeln verzichten, könnten wir pro Jahr rund 26 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Wenn wir logische Prozesse aufsetzen, um Papierverbrauch zu vermeiden, liegt hier ein ebenso gigantisches Potenzial.
Ich vergleiche die Situation mit dem Deutschen Journalistenverband, Landesverband NRW. Jedes Jahr muss man seinen Presseausweis neu beantragen, obwohl ich seit 25 Jahren DJV-Mitglied bin. Immer wieder müssen die Stammdaten online neu eingetragen werden. Immer wieder muss ich den Antrag ausdrucken, unterschreiben, scannen und wieder hochladen. Dabei wäre ein Button ausreichend. Möchtest Du wieder einen neuen Presseausweis? Drücke ja oder nein. Haben sich bei Dir die Account-Daten verändert? Nein. Dann schicken wir Dir direkt den neuen Ausweis.
Salehi glaubt, dass Prozesse nicht logisch zu Ende gedacht und Medienbrüche unterschätzt werden. Er spricht von Workflow Management und betont, dass der Prozess von A bis Z durchdacht sein muss. Die Lösungen müssen einfach und intuitiv sein, damit die Mitarbeiter ihr Verhalten nicht ändern müssen.
Salehi sieht Deutschland als Land mit einem zu ängstlichen Sicherheitsdenken. „Was ist, wenn unsere Daten gehackt werden? Was ist, wenn unsere Daten verloren gehen?“ Diese Fragen sind wichtig, aber sie dürfen die Digitalisierung nicht aufhalten. Salehi glaubt, dass Deutschland die besten Maschinen und Autos der Welt baut, weil wir ins Detail denken. Wenn wir dieses Denken mit intuitiver Software kombinieren, kann etwas Gutes entstehen.
Salehi arbeitet mit der Telekom zusammen und es gibt Fördermittel zum Thema Papierlosigkeit. Je nach Unternehmensgröße und Mitarbeiterzahl können bis zu 50 Prozent der Maßnahmen gefördert werden.
Krisen und Chancen: Live vom Wirtschaftsgipfel der Süddeutschen Zeitung in Berlin berichten wir über den hochkarätigen Austausch renommierter Experten. Erfahrt, wie man aus dem „Katastrophenmodus“ rauskommen kann und positive Veränderungen entstehen. Zudem diskutieren wir die begrenzte Wahrnehmung der Wirtschaftsförderungsprogramme und geben Tipps zur Nutzung. Ein Blick hinter die Kulissen mit der Meta-Brille rundet unseren Bericht ab.
Wir sind live dabei, mitten in spannenden Sessions auf dem Wirtschaftsgipfel der Süddeutschen Zeitung. Mit der Meta-Brille, entwickelt in Zusammenarbeit mit Ray-Ban, tauchen wir ein in die wirtschaftspolitischen Debatten von Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Benjamin Springup, Leiter des Schubkraft-Programms bei der Telekom, begleitet uns. Unsere ersten Eindrücke? Beeindruckend. Ein intensiver Austausch auf höchstem Niveau, der sich auf die aktuellen globalen Krisen und die daraus entstehenden Möglichkeiten konzentriert.
In einer lebhaften Panel-Diskussion unter Beteiligung der Wirtschaftsweisen Ulrike Malmendier wird klar: Es ist an der Zeit, den „Katastrophenmodus“ zu verlassen und positive Veränderungen anzustoßen. Potenziale warten darauf, entfaltet zu werden, doch es besteht auch ein Nachholbedarf bei Investitionen. Trotz der Krisen sehen wir Chancen und erkennen die Bedeutung des Lernens aus Erfahrungen, um zukünftige Krisen zu verhindern.
Ein weiterer Diskussionspunkt ist die begrenzte Wahrnehmung und Informationsvermittlung über Wirtschaftsförderungsprogramme der Bundesregierung, Landesregierungen und Kommunen. Obwohl es zahlreiche Förderprogramme für die Digitalisierung gibt, ist die Auswahl oft überwältigend und die Nutzung dieser Programme wird durch Ängste vor möglichen negativen Auswirkungen gehemmt. Wir sind überzeugt: Kluge Unternehmerinnen und Unternehmer sollten diese Förderung nutzen, um in die Zukunft zu investieren.
Die Förder-App der Telekom und die Hotline sind dabei wichtige Kanäle, die gut genutzt werden können. Die App bietet eine anonyme Orientierungsmöglichkeit, während die Hotline persönlichen Kontakt ermöglicht. Beide Kanäle helfen Firmen dabei, den richtigen Weg für ihre Bedürfnisse zu finden.
Wir diskutieren auch die Bedeutung von Austausch und Beratung für erfolgreiche Projekte im Energiemanagement und Nachhaltigkeitsmanagement. Wir betonen die Wichtigkeit von Informationen, Netzwerken und Meinungsaustausch für die Unterstützung von Kunden bei der Erreichung ihrer Ziele, sei es die Einführung von CRM-Systemen oder die Implementierung von Nachhaltigkeitsmanagern.
Wir sprechen über bevorstehende Ereignisse wie den Green Monday 20. November in Düsseldorf und die zahlreichen Gipfeltreffen und Veranstaltungen, die Unternehmen dabei helfen, die richtigen Kontakte zu knüpfen und einen optimalen Austausch zu ermöglichen.
Zum Abschluss diskutieren wir auch die Herausforderungen und Vorteile des Sprechens mit einer Sonnenbrille. Als Tool für Reportagen wird sich die Meta-Brille gut eignen. Sohn@Sohn testen weiter.
Deutschland als „kranker Mann“ Europas? CEO der Datev widerspricht energisch und sieht das Land auf dem richtigen Weg. Doch wie kann die digitale Transformation weiter vorangetrieben werden? Bürokratie und Kooperationen spielen eine entscheidende Rolle. Lest, welche Lösungsansätze auf dem Wirtschaftsgipfel der Süddeutschen Zeitung diskutiert wurden.
Frisch von der lebhaften Paneldiskussion auf dem Wirtschaftsgipfel der Süddeutschen Zeitung, wo die Frage aufkam: Ist Deutschland der „kranke Mann“ Europas? Prof. Dr. Robert Mayr, CEO der Datev, hat darauf eine klare Antwort: „Nein, das ist Deutschland sicherlich nicht.“
Mayr ist überzeugt, dass Deutschland, insbesondere in Bezug auf die digitale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft, gut vorankommt – vielleicht sogar besser, als wir selbst vermuten. „Es gibt natürlich Bereiche, in denen wir uns noch verbessern können, aber wir sind auf dem richtigen Weg“, betont er.
Der Sachverständigenrat hat kürzlich einige Verbesserungspunkte hervorgehoben, insbesondere die Notwendigkeit für Unternehmen, mehr in Zukunftsthemen zu investieren und neue Firmen zu gründen. Seit dem Jahr 2000 hat Deutschland in diesem Bereich eine negative Entwicklung erlebt. Wie können wir das ändern? Mayr sieht Bürokratie als ein zentrales Problem, das angegangen werden muss.
Er sieht die Einführung der E-Rechnung zum 1. Januar 2025 als einen möglichen Digitalisierungsboost. „Wenn Rechnungen als strukturierte Datensätze vorliegen und ausgetauscht werden können, werden wir diese Medienbrüche nicht mehr haben. Das könnte einen richtigen Schub nach vorne geben.“
Der renommierte Hidden-Champion-Forscher Hermann Simon hat vorgeschlagen, dass Unternehmen nicht unbedingt mit amerikanischen Tech-Konzernen konkurrieren müssen, sondern eher Partnerschaften eingehen sollten. Mayr stimmt dem zu: „Es ist sicherlich eine gute Strategie, an einigen Stellen nicht das Rad neu erfinden zu wollen. Kooperationen können hier sehr hilfreich sein.“
Zum Wirtschaftsgipfel selbst äußert sich Mayr begeistert: „Es ist eine optimale Mischung aus interessanten Vorträgen und Diskussionen und der Möglichkeit für Entscheidungsträger aus der Wirtschaft, sich auf kurzen Wegen auszutauschen. Das macht dieses Format extrem wertvoll.“
Mayr betont auch die Bedeutung digitaler Kompetenzen für sein Unternehmen Datev. „In Zeiten des Fachkräftemangels ist es essentiell, dass Unternehmen sich in den sozialen Medien positionieren und klar Stellung beziehen, um attraktiv für potenzielle Mitarbeiter zu sein. Gute Mitarbeiter führen zu guten Produkten.“ Der Persoblogger und das Corporate-Influencer-Programm der DATEV kamen zur Sprache.
„Die deutsche Wirtschaftsleistung liegt derzeit nahezu auf demselben Niveau wie zu Beginn der Corona-Pandemie vor knapp vier Jahren. Deutschland verzeichnet damit seit Beginn der Corona-Pandemie das geringste Wachstum aller Volkswirtschaften des Euro-Raums. Zwar kam Deutschland zunächst noch vergleichsweise gut durch die Corona-Pandemie. Während der Energiekrise entwickelte sich die deutsche Wirtschaft jedoch sehr schwach. Gegenüber dem Vorjahr dürfte die Wirtschaftsleistung im aktuellen Jahr schrumpfen und im kommenden Jahr deutlich langsamer wachsen als in den 2010er-Jahren“, so die Wirtschaftsweisen in ihrem Jahresgutachten, das sie dem Bundeskanzler überreichten.
Die steigenden Energiepreise und der hohe Anteil energieintensiver Industrien haben die Wirtschaft belastet. Doch dank umfangreicher Maßnahmen zur Umstellung der Energieversorgung und zur Abfederung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Energiekrise konnte ein noch tieferer Einbruch verhindert werden. Unternehmen und Haushalte haben sich angepasst. Dennoch weist das Jahresgutachten auf erhebliche Wachstumshemmnisse in den kommenden Jahrzehnten hin.
Diese Hemmnisse sind nicht neu und wurden bisher nicht ausreichend angegangen. Die demografische Alterung wird den Anteil der 20- bis 64-Jährigen an der Gesamtbevölkerung verringern und das inländische Arbeitsvolumen reduzieren. Das Produktivitätswachstum und das Wachstum des Kapitalstocks sind seit Jahrzehnten rückläufig. Dies zeigt sich in niedrigen Gründungsraten und mangelndem Risikokapital für junge Wachstumsunternehmen. Eine Entwicklung, die sich seit dem Jahr 2000 abzeichnet und von KfW-Research gut dokumentiert ist. KfW-Chefvolkswirtin Friederike (Fritzi) Koehler-Geib, PhD spricht von der Notwendigkeit, schon in Schulen und Hochschulen Gründungswissen zu vermitteln. Was die Finanzierung anbelangt, passiere schon einiges. Etwa den Zukunftsfonds. “Wir haben die Startup-Strategie der Bundesregierung, die muss jetzt umgesetzt werden.” Gründungsbildung sei ein wichtiger Ansatz. Schon in der Sekundarstufe II sollte Entrepreneurship-Wissen vermittelt werden. “Ökonomische Bildung ist in Deutschland ein ganz großes Thema, das viel stärker in den Fokus rücken muss“, so Koehler-Geib gegenüber Sohn@Sohn.
Um das Wachstumspotenzial zu stärken, müssen beide Entwicklungen angegangen werden, sagten die Wirtschaftsweisen. Verbesserte Erwerbsanreize und Reformen der Zuwanderungspolitik könnten den Rückgang des Arbeitsvolumens dämpfen. Gleichzeitig sollte die Innovations- und Investitionstätigkeit gesteigert werden, um die Wirtschaft zu modernisieren und das Produktivitätswachstum zu steigern. Neue Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI), dynamische Gründungen und junge Wachstumsunternehmen können entscheidend zur Modernisierung der Wirtschaft beitragen. Die Wirtschaftspolitik sollte den damit verbundenen Strukturwandel unterstützen. Ein zu enger Fokus auf gefährdete Wirtschaftsbereiche würde die notwendige Umverteilung von Ressourcen zu neuen Geschäftsfeldern bremsen. Sohn@Sohn besprechen das im Adhoc-Livetalk mit der Wirtschaftsweisen Professorin Veronika Grimm in den nächsten Tagen.
Auf der Digital X in Köln sind übrigens sehr viele Signale an die Wirtschaftspolitik in Deutschland ausgesendet worden, um als Volkswirtschaft zukunftsfähig zu bleiben. Etwa von Benjamin Springub. Er ist der Mann hinter dem Programm „Schubkraft“ bei der Telekom.
Springub spricht mit Begeisterung über seine Arbeit. „Jede Inspiration ist gut“, sagt er, „sie treibt uns an, sie treibt Deutschland an, sie treibt unsere Wirtschaft an.“