Knoten beim mobilen Internet geplatzt – „Made for Mobile“ sollte das Leitmotiv für alle Marktakteure sein

Nach einer langjährigen Durststrecke gewinnt das mobile Internet in Deutschland nach Angaben der Bundesnetzagentur http://www.bundesnetzagentur.de endlich an Bedeutung. „Mit 8,7 Millionen  UMTS-fähigen Mobiltelefonen oder Laptopkarten und einer Steigerung der Anzahl der regelmäßigen Nutzer um 263 Prozent von 2005 bis 2007 ist der Knoten jetzt geplatzt und das mobile Internet auf der Überholspur“, so Bundesnetzagentur-Präsident Matthias Kurth.  Auch das Datenvolumen, das mobil übertragen wird, habe sich 2007 gegenüber dem Vorjahr auf inzwischen 1,7 Millionen GByte verdoppelt. „Entscheidende Faktoren des Erfolgs sind natürlich die Netzabdeckung, die bis zu 80 Prozent der Bevölkerung erreicht, und die immer besser werdenden Übertragungsgeschwindigkeiten von 3 bis 7 Mbit pro Sekunde. Eine wichtige Rolle spielen die Preissenkungen für mobile Datendienste sowie transparente Tarifmodelle für die Datennutzung wie Paket- oder Flatrateangebote“, weiß Kurth. Die Netzbetreiber sollten aus wohlerwogenem Eigeninteresse bei der mobilen Datennutzung weitere Schritte zur Klarheit und Verbraucherfreundlichkeit einleiten. Wer erneute regulatorische Eingriffe auf EU-Ebene wolle, sollte durch eigenes Handeln aktiv werden. „Das mobile Surfen und die daraus resultierenden Interaktionsmedien sind im Kommen, das zeigen auch unsere Untersuchungen, die praktische Reichweite beträgt 15 Prozent, was sich in etwa mit den Zahlen der Bundesnetzagentur deckt. Dennoch gibt es noch einiges zu tun, um das mobile Internet zu einem Massenmedium zu entwickeln“, so Bernhard Steimel, Autor der  Marktstudie „Praxisleitfaden Mobile Marketing“ http://www.absatzwirtschaft.de/mobile-marketing und Sprecher der Voice Days http://www.voicedays.de. Viele Konsumenten würden die mobile Internetnutzung allerdings noch als teuer und kompliziert wahrnehmen. „Von der Eingabe von Texten bis zu umständlichen Installationsroutinen für Clients und Anwendungen gibt es Defizite bei der Nutzerfreundlichkeit, die die Marktdynamik hemmen. Auch könnte es noch mehr attraktive Inhalte geben, nur einige hundert Unternehmen in Deutschland verfügen über Portale, die für die mobile Nutzung geeignet sind. Auch im mobilen Internet gilt: Kunden suchen immer nach Marken, die sie aus einer anderen Welt bereits kennen. Deshalb sind Kooperationen der Netzbetreiber mit Google, YouTube und eBay als ein richtiger Weg anzusehen, um den Nutzern zu signalisieren, dass auch deren beliebte Services mobil verfügbar sind“, erklärt Steimel.
 
Zudem bestehe noch eine Vertrauenslücke bei Marketing-Entscheidern. „Viele Agenturen haben es in den vergangenen Jahren versäumt, ihre Kunden zu Investitionen in das Mobile Internet zu animieren. Medienhäuser und Content-Industrie zögerten lange beim Aufbau und der Bewerbung mobiler Portale. Fehlende Nutzerdaten zur Akzeptanz oder Wirkung von Mobile Marketing plus fehlende Werbe-Standards erschweren Marketingleitern das Leben, um Budgetumschichtungen in Richtung des Mobile Internet vorzunehmen“, sagt Steimel.
 
Das beginne sich gerade zu ändern. Mobile Internet sei im Begriff, die SMS als wichtigstes mobiles Werbemittel abzulösen. „Laut unseren Experten-Befragungen werden bis Ende 2008 alle Top 500-Unternehmen eigene Mobile Portale unterhalten. Wir werden das dann auch prüfen“, so Steimel. Ein weiterer wichtiger Gradmesser für die Relevanz eines neuen Mediums sind die Werbeausgaben. Für das Jahr 2006 wird der Anteil am Gesamtwerbeaufkommen auf nur zwei Promille geschätzt. Experten erwarten, dass sich bis Ende 2008 der Anteil auf 2,5 Prozent erhöhen könnte und Ende 2010 bei mehr als 5 Prozent liegen wird. „Bis 2012 sollen nach Schätzungen der von uns befragten Experten mehr als 10 Prozent auf das mobile Medium entfallen“, weiß Steimel.
 
„Made for Mobile“ sollte das Leitmotiv für alle Marktakteure sein, wenn es darum geht, dem Mobile Internet beim Kunden zum Erfolg zu verhelfen. Netzbetreiber müssten die Kostenfalle in ihren Datentarifen auch für Altverträge und Prepaid-Nutzer beseitigen, einfachere Routinen und leichtere Installation ermöglichen. „Mit intensiverer Nutzung des Mobile Internet wird sich die Kostenlos-Mentaliät des Internets auch hier durchsetzen und eine Entwicklung von Bezahl- zu werbefinanzierten Inhalten zu beobachten sein“, führt Steimel weiter aus.
 
Lokale Suchanfragen spielen nach der Studie „Praxisleitfaden Mobile Marketing“ eine wesentlich größere Rolle als im stationären Internet. „Die Suchmaschinen von Google & Co. müssen nicht nur lokal Inhalte finden, um für den Nutzer relevant zu sein. Da hilft es dann wenig, wenn die Top-500 Unternehmen eine mobile Internetpräsenz haben“, meint Steinel. 
 
Das Handy sollte als dritte Bildschirm neben PC und TV in den Marketing-Mix integriert werden. „Es empfiehlt sich, einen Mobile-Verantwortlichen zu benennen, der über das entsprechende Know-how verfügt, um wirksame Kampagnen und Service-Formate zu entwickeln. Agenturen und werbetreibende Unternehmen schließlich dürfen die Online-Konzepte nicht unverändert ins mobile Medium übertragen“, fordert Steimel.

medienbüro.sohn/NeueNachricht/Spezialisten für Hybridmotoren gesucht

Die Hybrid-Technologie ist nach einem Bericht der Financial Times Deutschland http://www.ftd.de eines der wichtigsten Zukunftsfelder im Fahrzeugbau – erst recht seit der Klimawandel zur öffentlichen Debatte geworden ist. „Die Autoindustrie wappnet sich für die Zukunft und investiert deshalb kräftig in diese umweltschonende Technik“, schreibt die FTD.

 

So habe der Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen http://www.zf.com die Zahl der Ingenieure für die Elektronik- und Hybridentwicklung um 250 aufgestockt. „Ingenieure haben bei uns die Chance, sinnvolle und umweltfreundliche Produkte zur Serienreife zu bringen“, sagt Vorstandschef Hans-Georg Härter gegenüber der FTD. Dazu brauche er nicht nur Berufseinsteiger, sondern auch erfahrene Kräfte, vor allem mit Kernkompetenzen in Elektronik, Elektrotechnik, Maschinen- und Fahrzeugbau.

 

Auch Fahrzeughersteller legen großen Wert auf die Entwicklung zukunftsträchtiger Technik. Audi beispielsweise erwartet von seinen Ingenieuren neben Fachwissen hohe Lernbereitschaft, komplexes Denken und Lust auf konzernübergreifendes Arbeiten“, führt die FTD aus.  Personalexperten bestätigen die gestiegene Nachfrage im Engeneering-Sektor: „Wir verzeichnen zahlreiche Anfragen und durchkämmen den Markt systematisch nach geeigneten Kandidaten. In Online-Foren, Karrierenetzwerken oder auf Kongressen sprechen wir die Fachkräfte an, nach denen unsere Auftraggeber verlangen. Außerdem studieren wir sehr genau, welche Fachbeiträge auf der internationalen Ebene zum Thema Hybridfahrzeuge publiziert werden“, so Michael Zondler vom Personal- und IT-Outsourcingdienstleister Harvey Nash http://www.harveynash.com/de.  Das beschränke sich allerdings nicht nur auf das Hybrid-Thema. Amerikanische Firmen würden sich auf dem deutschen Markt verstärkt nach Diesel-Experten umschauen. „Bisher spielt diese Technologie in den USA noch keine so große Rolle. Das wird sich ändern. Die Nachfrage nach Fachkräften aus Deutschland wird steigen“, prognostiziert Zondler.

Abschied vom Homo oeconomicus: Für Manager der alten Welt ist kein Platz mehr – Die Blase des kurzfristigen Profits platzt

Kein Arbeitgeber kann die Motivation seiner Mitarbeiter juristisch einklagen. Wie will man nachweisen, dass jemand weit unter seinen Möglichkeiten bleibt? Jeden Manager und selbstständigen Unternehmer muss es jedoch brennend interessieren, wie die Leistungsbereitschaft angespornt werden kann. Nach der Devise „Geld regiert die Welt“ meinen viele, die Höhe des Gehalts sei entscheidend für die Motivation der Angestellten. Dass dies keine Allgemeingültigkeit besitzt, zeigt sich unter anderem darin, dass die höchstbezahlten Manager nicht immer die erfolgreichsten sind. 

„Der Homo oeconomicus ist tot. Immaterielle Werte wie Fairness und Vertrauen können die Effizienz der Wirtschaft mehr steigern als strikte Eigennutzorientierung”, sagt Armin Falk, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Bonn http://www.emp.uni-bonn.de/index.php?id=2485 und Leiter des von dem Nobelpreisträger Reinhard Selten gegründeten Laboratoriums für experimentelle Wirtschaftsforschung. Falk ist kein Nobody. Der erst Vierzigjährige hat bereits den Ruf an ausländische Universitäten abgelehnt und publiziert in renommierten internationalen Fachzeitschriften.Für ein breites Publikum hat Falk seine These von der empirischen Haltlosigkeit des Homo oeconomicus jetzt in der Wirtschaftswoche http://www.wiwo.de dargelegt. Motivation der Mitarbeiter, so sein Ausgangspunkt, ist ein zentrales und schwieriges Problem, dem sich das Management eines Unternehmens stellen muss. Denn „Ziel guter Führung sind motivierte Arbeitnehmer“. Variable Entlohnungsschemata und Anreizverträge sind nicht der Weisheit letzter Schluss. „Laborexperimente, groß angelegte und repräsentative Befragungsstudien und neurowissenschaftliche Untersuchungen mit bildgebenden Computertomografie-Verfahren belegen eindrucksvoll die empirische Haltlosigkeit einer uneingeschränkten Eigennutzhypothese“, führt Falk aus.

„Experimente und Studien zeigen statt dessen, dass Arbeitnehmer, die fair behandelt werden, motivierter sind. Wer sich unfair behandelt fühlt, igelt sich ein und sabotiert im schlimmsten Fall die Ziele der Unternehmensführung. Außerdem zeigt Falk auf, dass Misstrauen die Leistungsbereitschaft eingrenzt. Wer finanzielle Anreizsysteme daran koppelt, dass jeder Arbeitsschritt der Mitarbeiter genauestens beobachtet wird, schreckt vor allem die Fleißigen ab“, so Udo Nadolski, Geschäftsführer des Düsseldorfer Beratungshauses Harvey Nash http://www.harveynash.de, Modernes Personalmanagement arbeite nicht ausschließlich mit Anreizsystemen, sondern bemüht sich aktiv darum, den Mitarbeitern Freiräume zu schaffen, ihnen Verantwortung zu übertragen. Dadurch signalisiert man Vertrauen. „Mitarbeiter fühlen sich anerkannt und ‚zahlen’ zurück – in Form von Engagement für die Sache“, so die Schlussfolgerung von Nadolski.

 Fredmund Malik http://www.malik-mzsg.ch hat es einmal folgendermaßen ausgedrückt: Kein echter Liberaler habe jemals Individualismus und Egoismus verwechselt. Der „Verhaltenskrüppel der Wirtschaftswissenschaften“, der Homo oeconomicus, sei erst lange nach Adam Smith geboren worden. Ähnlich sieht es der IBM-Cheftechnologe Gunter Dueck http://www.omnisophie.com: „Wir sind kein Homo oeconomicus. Wir sind eher eine große Masse von leicht erregbaren Individuen, die wie Lemminge hin und her rasen, je nachdem, wohin der Trend zeigt. Wir finden vor allem das rational, was die anderen tun“, schreibt Dueck in seinem neuen Buch „Abschied vom Homo oeconomicus – Warum für eine neue ökonomische Vernunft brauchen“ (Eichborn Verlag).  Die Führungskräfte von morgen müssten anders agieren. Man brauche Manager, die emotional intelligent sind und Teams begeistern können, anstatt sie auszupeitschen. Produktion nur auf Effizienz zu trimmen, reiche nicht aus. Die Welt der Fließbänder verschwinde mit den Fließbändern zusammen. „Die wirtschaftlich führenden Länder werden Dienstleistungen erbringen, die mehr auf Design, komplexe Lösungen, Schlüsselfertigkeit, Kunstform, Produktästhetik, Kundenservice gerichtet sind. Das Geld wird mit anderen Denkweisen, anderen Methoden und Sichtweisen oder Wahrheiten verdient werden“, prognostiziert Dueck. Die Veränderungen seien so gravierend, dass für die Manager der alten Welt kein Platz mehr sei. „Die heutigen Manager haben die Ökonomie in eine entsetzliche Übertreibung des kurzfristigen Profits hineingetrieben. Diese Blas platze jetzt: „Wir sehen, dass alle Finanztricks ausgenutzt wurden, aber das Langfristige blieb liegen. Es fehlen heute Schiffe, Ölexplorationen, Raffinerien – die Infrastruktur ist alt, die Autobahnbrücken brechen bald. Die Manager werden nun in der Umkehr ganz anders beschimpft, eben als Erbsenzähler, Karrierist, Heuschrecke und wieder als Ausbeuter wie einst“, stellt der IBM-Querdenker fest. Die neuen Herausforderungen sind nach Meinung von Jens Klemann, Geschäftsführer der Unternehmensberatung Strateco http://www.strateco.de und Mitgründer der Initiative Voice Business http://www.voicedays.de, viel schwieriger zu bewältigen als zu Zeiten des klassischen Industriekapitalismus. „Früher brauchte man die Produktion nur auf Masse trimmen, um die Produktivität zu erhöhen. Heute liegt die Aufgabe darin, klüger zu arbeiten. Wer diese Transformation am besten und schnellsten bewältigt, wird das 21. Jahrhundert wirtschaftlich dominieren“, so das Fazit von Klemann.

medienbüro.sohn/NeueNachricht/Mehr Fahrräder im Alltag der Metropolen – Mietradkonzept in Paris stößt auf große Nachfrage

„Das Fahrrad ist endlich zu einem großen Mobilitäts-Thema in den Metropolen der Welt geworden“, stellt Frank Bohle zum Beginn der Fahrradsaison 2008 erfreut fest. Das jahrzehntelange Werben für einen höheren Anteil des Fahrrads im alltäglichen Verkehr trage jetzt Früchte, ergänzt der Geschäftsführer des Fahrradreifenherstellers Ralf Bohle GmbH aus Reichshof bei Köln, der durch seine Hauptmarke Schwalbe http://www.schwalbe.com bekannt ist. Als größten Sprung der vergangenen Jahre für das Alltagsfahrrad sieht Bohle das neue Mietrad-Konzept des führenden Citywerbers JC Decaux http://www.jcdecaux.de, auch als „französische Fahrrad-Revolution“ bezeichnet. Mit derzeit 20.000 Fahrrädern an über 1.400 Mietstationen allein in Paris sei ein überwältigendes Angebot zu einem günstigen Preis geschaffen worden: 29 Euro kostet ein Jahresabonnement. Die tägliche Nachfrage sei bereits auf durchschnittlich 100.000 Nutzer angestiegen. Schwalbe ist der exklusive Reifenausrüster des Pariser Decaux-Projekts.

 JC Decaux will sein Pariser Erfolgskonzept auf andere Weltmetropolen ausweiten, weitere europäische Städte arbeiten bereits mit eigenen Mietfahrradsystemen. Für den Schwalbe-Chef Bohle bestätigt sich damit schon jetzt die Einordnung des Fahrrads als „Schlüsseltrend für die Märkte von morgen“ im „Trendreport 2008“. Der Zukunftsforscher Matthias Horx nennt darin das Fahrrad als „Gewinner der Klimadebatte“. In den kreativen Zentren der Welt sei die Nutzung „cooler Bikes“ schon zum Teil des alltäglichen Lebensstils geworden. Frank Bohle ergänzt: „Neben dem zum Lifestyle passenden Aussehen moderner Fahrräder sind die neuen Räder auch komfortabler, praktischer und damit alltagstauglicher geworden.“  Ein neues Rekordjahr legte das Unternehmen Bohle 2007 hin. Der Umsatz der Bohle-Gruppe stieg auf 84 Millionen Euro, eine Steigerung von über 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr (69 Millionen Euro). „Dieser Umsatzsprung hat uns herausgefordert “, räumt Frank Bohle ein. Produktion und Vertrieb hätten häufig die Grenzen der Auslastung erreicht. Vieles sei dort permanent erweitert und modernisiert worden. Bohle gibt zu bedenken, dass ein solches Wachstumstempo wie 2007 außergewöhnlich und kaum zu wiederholen sei.  Dabei falle erneut das weiter gestiegene Qualitätsbewusstsein der Kunden auf. Die Menge der verkauften Reifen sei deutlich geringer gestiegen als der Anteil der besonders hochwertigen Spitzenprodukte der Schwalbe-Palette. Das zeige sich in allen Fahrradsparten, ob Trekking- und Cityrad, Mountainbike oder Rennrad. Klasse statt Masse sei auch weiterhin eine Kernbotschaft der Marke Schwalbe. Der kritische Kunde erwarte von Schwalbe besondere Leistungen. Deshalb werde man auch in Zukunft bei hoher Nachfrage weiterhin die hohe Qualität jedes produzierten Reifens in den Mittelpunkt stellen statt die Mengenproduktion zu schnell zu steigern. Auch beim Sport-Sponsoring vermeldet Schwalbe eine Neuigkeit. Das Unternehmen ist jetzt Sponsor des Handball-Bundesligisten VfL Gummersbach. Handball tritt nun also neben Radsport, Behindertensport und Tischtennis.  

Deutsche Universitäten bieten schlechte Karrierechancen – Studenten werden wie Bittsteller behandelt

Nicht nur Konzerne wie Siemens oder Robert Bosch gehen wieder zunehmend auf Mitarbeitersuche. Fast die Hälfte der deutsche Firmen will 2008 mehr Nachwuchskräfte rekrutieren als im Vorjahr. Allein die Top 50-Entscheider wollen 25.000 Stellen für junge Akademiker einrichten. Dies geht aus einer Umfrage hervor, die der Recruiting-Dienstleister Hobsons http://www.hobsons.de für das Magazin „Junge Karriere“ gemacht hat. Während sich die Chancen in der Wirtschaft für Uni-Absolventen mit überdurchschnittlich guten Fähigkeiten wieder deutlich verbessert haben, sieht es in anderen Bereichen nicht so rosig aus. „Von einer universitären Karriere kann man einem jungen Forscher in Deutschland eigentlich nur abraten. Wer nur auf diese Karte setzt, muss damit rechnen, bis über sein 40. Lebensjahr hinaus in einer äußerst ungewissen Lage zu sein“, so die Einschätzung des Arbeitsmarkt- und Personalexperten Marc Emde, Geschäftsführer des Kölner Personaldienstleisters KCP Executives http://www.kcp-executives.de. Selbst die finanziellen Verhältnisse eines Privatdozenten, der auf eine Laufbahn als Hochschullehrer hoffe, seien oft prekär. „Wenn die Uni-Karriere dann doch nicht klappt, haben viele Bewerber mit Ende 30 oder Anfang 40 keine großen Chancen auf dem Arbeitsmarkt mehr. Wer nicht in die Wirtschaft will, sollte daher eine solche Laufbahn besser in Großbritannien oder den USA in Angriff nehmen“, rät Emde. Ein Bericht in der Süddeutschen Zeitung (SZ) über das „Leben in der Warteschleife“ kommt zum selben Schluss. Die deutschen Hochschulen, so der Artikel, bieten dem Nachwuchs keine verlässliche Karriereperspektive. Nach einem neuen Bericht für das Bundesbildungsministerium gibt es im Ausland oft günstigere Perspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs. So biete Deutschland Promovierten im Vergleich zu Großbritannien, Frankreich und den USA die geringsten Aussichten, eine unbefristete Stelle als selbständiger Forscher zu bekommen. Nur ein Fünftel der Hochschullehrer erhalte Dauerstellen. In Großbritannien seien es zwei Drittel, in Frankreich drei Viertel und in den USA mehr als die Hälfte. „Unsere Zukunfts- und Hoffnungsträger werden in den Hochschulen wie Bittsteller behandelt“, sagt auch Bernhard Kempen, Präsident des Hochschulverbandes http://www.hochschulverband.de . Kritisch sieht der Kölner Personalexperte Emde die Aufstiegschancen von Hochschulabsolventen, die aus bildungsfernen Schichten kommen. „Auch hier versagt die deutsche Schul- und Hochschulpolitik. Seit Jahrzehnten hören wir in Sonntagsreden das Credo der Chancengleichheit. Aber nirgends ist der Zusammenhang ‚Herkunft gleich Zukunft‘ so ausgeprägt wie bei uns.“ Man brauche mehr Bildungsinstitutionen, die Talente frühzeitig entdecken, gezielt fördern und finanziell gut ausstattet. „Und was der Staat nicht kann, müssen halt private Initiativen übernehmen, wie es der Verein ‚Network For Teaching Entrepreneurship‘ (NFTE) http://www.nfte.de vormacht. Hier werden seit vier Jahren benachteiligte Schüler durch einen kreativen Wirtschaftsunterricht zum Unternehmertum ermuntert. In den USA gibt es das Netzwerk schon seit 1987 und hat dort rund 186 000 Schüler gefördert. Ein Drittel der amerikanischen Absolventen gründet nach dem Schulabschluss ein eigenes Unternehmen. Davon können wir in Deutschland nur träumen“, resümiert Emde.

„Bioplastik-Herstellung verursacht umweltschädliche Emissionen“ – NeueNachricht-Interview mit dem Verpackungsexperten Christian Pladerer vom Österreichischen Ökologie-Institut in Wien

NeueNachricht: Hersteller und Interessenvertreter von Bioplastik behaupten, dass durch die Verwendung von biologisch-abbaubaren Verpackungen (BAW) kein Treibhauseffekt entstehe und diese Produkte CO2-neutral seien, da nachwachsende Rohstoffe durch Sonnenlicht aus Wasser und Kohlendioxid ständig neu gebildet werden. Was halten Sie von dieser Einschätzung?

Christian Pladerer: Ich halte wenig von dieser Einschätzung. Um die tatsächliche Umweltbelastung einer Verpackung festzustellen, müssen alle relevanten Umweltauswirkungen entlang des gesamten Lebensweges vom Abbau der Rohstoffe, inklusive Hilfsstoffe und Energieträger, über die Transportwege bis hin zur Entsorgung betrachtet werden. Es dürfen also nicht nur einzelne Emissionen wie CO2 für einzelne Abschnitte des Lebensweges berechnet werden. Es stimmt schon, dass Pflanzen im Gegensatz zu fossilen Rohstoffen durch Sonnenlicht aus Wasser und Kohlendioxid ständig neu gebildet werden. Ob das auch für Einwegverpackungsmaterial gilt, ist sehr fraglich: Die rohstoff- und energieintensive industrielle Agrarwirtschaft und Verpackungsherstellung sowie die von den BAW Herstellern empfohlene Kompostierung sind Aktivitäten, die umweltschädliche Emissionen verursachen. Aus meiner Sicht sind somit BAW-Verpackungen keinesfalls CO2-neutral.

 

 

NeueNachricht: In Ihrer Studie schreiben Sie, dass selbst die Kompostierung der PLA-Becher keinen nennenswerten ökologischen Nutzen bringen würde. Die Auswirkungen der Entsorgung seien nur marginal im Vergleich zur Herstellung der Becher. Die Möglichkeit der Kompostierung wird aber von den Herstellern immer wieder in den Vordergrund gestellt. Wie beurteilen Sie die Entsorgungsmöglichkeiten der PLA-Becher unter den verschiedenen Verwertungsmöglichkeiten (Verbrennung, Biogas, Kompost) und welche Umwelteffekte hat das auf die gesamte Ökobilanz der PLA-Becher?

Pladerer: Die privaten und kommunalen Kompostwerke in Österreich, in Deutschland und in der Schweiz, die Kompost mit hoher Qualität herstellen, sind wenig begeistert von der Diskussion über ‚kompostierbare’ Kunststoffe. Hier muss zwischen biologisch abbaubar und kompostierbar unterschieden werden. Organische Materialien wie Küchenabfälle, Strauchschnitt oder Papier sind biologisch abbaubar. Durch natürliche Prozesse und durch Mikroorganismen sind diese Materialien in ihre Bausteine zerlegbar. Kompostierung ist eine technisch gesteuerte exotherme biologische Umwandlung abbaubarer organischer Materialien in ein huminstoffreiches organisches Material. Ziel der Kompostierung ist der möglichst rasche und verlustarme Abbau der organischen Ursprungssubstanzen und gleichzeitig der Aufbau stabiler, pflanzenverträglicher Humussubstanzen. Dass ein Werkstoff biologisch abbaubar ist, bedeutet noch lange nicht, dass diese Umwandlung in einem Rotte- oder Mieteprozess der technischen Kompostierung tatsächlich im gewünschten Ausmaß erfolgt. Im Unterschied zu ‚biologisch abbaubar’ wird für ‚kompostierbar’ ein Zeitrahmen vorgegeben. Es fehlt nun an der Glaubwürdigkeit, dass biologisch abbaubare Kunststoffe auch kompostierfähig sind. Zusätzlich werden BAW-Verpackungen wie herkömmliche Kunststoffverpackungen von automatischen und mechanischen Sortierschritten erkannt und als Fremdstoff aussortiert. Das gilt nicht nur für die Kompostierung sondern auch für Biogasanlagen. Schließlich bleibt die Müllverbrennungsanlage als einzige derzeit praktikable Entsorgungsschiene übrig. Die Ergebnisse unserer Ökobilanz von verschiedenen Getränkebechern zeigen deutlich, dass die Rohstoffbereitstellung und die Becherherstellung beim PLA Becher (biologisch abbaubarer Einwegkunststoffbecher) rund 95 Prozent der gesamten Umweltbelastung ausmachen.

NeueNachricht: Ist die Kompostierung von Bioplastik überhaupt sinnvoll? Was sagen die Kompostbetreiber?

Pladerer: Von den Kompostwerken wird die Annahme von biologisch abbaubaren Kunststoffen zur Zeit nicht akzeptiert. Sie haben eine längere Verweilzeit und einen zu hohen Störstoffanteil.

NeueNachricht: Was halten Sie von der vom Bundestag und der Bundesregierung beschlossenen Novelle der Verpackungsverordnung, biologisch-abbaubare Verpackungen von Verwertungspflichten freizustellen? Welche Wirkung wird das auf die Verpackungsindustrie haben?

Pladerer: Die Novellierung der deutschen Verpackungsverordnung ist aus ökologischer Sicht nicht nachvollziehbar und es gibt für den Gesetzgeber keine Rechtfertigung, biologisch abbaubare Verpackungen von den Entsorgungspflichten und damit von den Kosten zu befreien. Wie oben angeführt, landen biologisch abbaubare Kunststoffe in den Öfen der Müllverbrennungsanlagen – und diese brennen auch nicht ‚gratis’. Aus meiner Sicht ist die Reaktion der Verpackungsindustrie natürlich verständlich, da unterschiedliche Entsorgungskosten auch zu Wettbewerbsverzerrungen führen können. Ökologische Lenkungsmaßnahmen über Entsorgungskosten sind prinzipiell zu begrüßen.

Dummes Technik-Design und schlampige Ingenieure: Entwickler vernachlässigen das Prinzip der Einfachheit

Amerikanische Hightech-Institute arbeiten an intelligenten Technologien nach dem Prinzip „things that think“. Die Technik als solche entzieht sich dabei zunehmend der Sichtbarkeit, so der Berliner Wissenschaftler Norbert Bolz.

„Je komplexer unsere Welt wird, umso wichtiger wird die Benutzeroberfläche. Intelligentes Design signalisiert dem Kunden: Vergiss die Technik! Es muss Glaubwürdigkeit in Form übersetzen, denn kaum ein Konsument kann die technischen Fakten beurteilen, er will auf der freundlichen Benutzeroberfläche bleiben“, erläutert der Trendforscher.

Kaum noch jemand mache seine Motorhaube auf, wenn der Wagen auf der Autobahn liegen bleibe. Irgendwo müsse mit Details Schluss sein.

„Das ist kein ‚Praxisdefizit, sondern notwendige grobe Körnung“, sagt Bolz. Wer heute ein Videogerät, Handy oder einen Fotoapparat kauft, könne nach Ansicht von Bernhard Steimel, Sprecher der Voice Days, nachvollziehen, wie wichtig selbsterklärende Menüs im Alltag und im Berufsleben seien.

Es wäre doch viel besser, wenn man dem neuen Gerät einfach sagen könnte, was man von ihm will, und zwar so, wie man mit einem anderen Menschen reden würde. Für die Produktentwicklung des Technologieherstellers Bizerba ist es wichtig, die Technik mit modernsten grafischen Benutzeroberflächen zu verbinden.

„Wir passen das Design an und holen uns Informationen vom Bedienpersonal. Zudem arbeiten wir mit Designern zusammen, um das wirklich so intuitiv wie möglich zu gestalten. Denn keiner hat mehr Zeit, sich mit der Technik auseinander zu setzen. Es darf nicht sein, dass man Schulungen braucht, nur um das Gerät zu bedienen. Die Leute müssen sich im Einzelhandel auf den Verkaufsprozess konzentrieren können“, so die Markterfahrung von Werner Sauter, verantwortlich für das weltweite Produkt- und Applikationsmanagement bei Bizerba.

Den Grundsatz „keep it simple”, wie es Bizerba praktiziert, würden viele Entwickler leider nicht beherzigen, kritisiert Marketingexperte Günter Greff.

„Das predige ich nun schon seit über 20 Jahren. Es bringt nichts, in Endlosschleifen neue Techniktrends zu beschwören, wenn der Kunde mit den alten Geräten noch nicht einmal zurecht kommt. Die Gurus der IT-Industrie wären gut beraten, etwas weniger marktschreierisch aufzutreten und sich mit neuen Schlagwörtern zurückzuhalten. Es kommen jedes Jahr Geräte unausgereift auf den Markt, die mit anderen Technologien nicht harmonieren und ein mehrstündiges Studium von Handbüchern benötigen, die in einem chinesisch-deutschen Kauderwelsch geschrieben wurden“, bemängelt Greff.

Die Realität sieht düster aus, bestätigt Spiegel-Online-Redakteur Konrad Lischka:

„Die fiese Feststelltaste zwingt zu permanenter Großschreibung, jede Digitalkamera will ein eigenes USB-Kabel – und Aufzüge halten bei jedem sinnlosen Zwischenstopp. Wenn Ingenieure schlampen, leiden Millionen.“

Ein Anschluss am Computer für alle erdenklichen Geräte, standardisiert, universell, praktisch und schnell – mit diesem Versprechen trat 1996 der „Universal Serial Bus” (USB) an.

„Schaut man sich die diversen USB-Kabel für Digitalkameras, Handys, MP3-Player und Navigationssysteme an, ist das Versprechen nur halb eingelöst – nämlich auf der Kabelseite, die man in den Rechner stöpselt. Da passt jedes USB-Kabel in jeden USB-Anschluss. Auf der Geräteseite sieht es allerdings anders aus: Da passt bei weitem nicht jedes USB-Kabel in jedes USB-Gerät“, moniert Lischka.

Einfachheit sei deshalb ein unschlagbares Verkaufsargument, glaubt der Call Center-Experte Greff. „Die Menschen kann man begeistern, wenn man Technologien auf den Markt bringt, die das Leben einfacher machen – ohne dicke Handbücher. Apple macht es doch vor. Den iPod oder das iPhone kann ich nach kurzer Zeit ohne Anleitung bedienen. Das Produktdesign darf man deshalb nicht den Technikingenieuren. Die haben davon keine Ahnung“, resümiert Greff im Gespräch mit dem Onlinemagazin NeueNachricht. Das MIT in Cambridge mache es vor. „Dort leitet der Medienkünstler und Grafikdesigner John Maeda das SIMPLICITY-Forschungsprojekt und kein technischer Daniel Düsentrieb“, weiß Greff.

Reader, Assistant, Navigator and Travel Manager

Doesn´t this sound like an all too familiar scenario: While driving in your car it suddenly dawns on you that you have not yet made the vitally important phone call to your client. The problem is though that either the number is currently unavailable or you cannot access the directory of your mobile phone without putting yourself at risk. The consequence is that you simply put the call off. At the end of the day this is not just a nuisance but may bring a veritable cost burden for companies in its train. These kind of shortcomings calculated on an annual basis mean that vast numbers of mobile employees are losing valuable and economically costly time. The panacea to effectively remedy this deficit is to come in the shape of ultra-modern voice systems. ”In future innovative voice applications will become a constant virtual companion of the mobile user”, predicts Lupo Pape, Voice expert and Managing Director of SemanticEdge www.semanticedge.com, in his lecture delivered at the Voice Search Conference in San Diego. www.voicesearchconference.com.

His Berlin-domiciled Company is engaged in the creation of software solutions designed to facilitate steering mobile end-devices via voice. The aim is for virtual Personal Assistants to not only make telephone connections via speech recognition or facilitate SMS-dication on the mobile phone but to provide answers to the more demanding questions, such as “Who in actual fact was Simone de Beauvoir?” or “Where is the nearest Starbucks Café”. While initiating this, the virtual PAs are to avail themselves of services like wikipedia or google.

Today this vision has already become reality, at least partially: The Personal Assistant, as has been specifically developed for the automobile group Daimler, is already used by the Group´s workforce as an effective operator, communication and assistance application. “While on the way in the car the system reads e-mails or searches for the next connecting train for the onward journey. It recognises both the private and business directory of its user and can effect an immediate telephone connection once it is preceded by a speech input like for instance “mobile phone of Martin Meyer”, explains Pape.

The pre-requisite for this is the so-called composite word recognition, by virtue of which the system can identify individual words as well as word combinations. “This capability is a further step on the onerous path to the final destination: that is the recognition of human voice without restrictions in vocabulary”, says Pape.

The System is connected to a Least-Cost-Router. As a result it automatically chooses the most favourable telephone connection while implementing a so-called one-number-concept which guarantees that staff members can constantly be reached. “Since they may be reached literally everywhere via a particular extension, they offer their clients and business partners a perfect service“, stresses Pape. According to Steve Ballmer, Head of Microsoft, the numerous advantages of the application are genuinely trailblazing. “As a consequence umpteen different phone numbers and addresses will become obsolete“, emphasized Ballmer in his opening address at Cebit Trade Fair.

With “more success and impact with voice“ as its overriding motto, the Voice Days Trade Congress to be held in Wiesbaden, from 15 until 16 October 2008, www.voicedays.de, will present topical developments drawing on all relevant areas and media of voice processing: “The issues to be presented at the Congress are as varied as speech recognition as an input or output medium for mobile phones, speech recognition in general, the search for audio contents, access to information on the internet or the use in reality-life TV“, organizer Jens Klemann of the Bad Homburg Management Consultancy Strateco www.strateco.de told pressetext. In “Trendforum“ at the Voice Days Congress the currently most important fields of innovations may be visited. “Examples to this end are mobile services powered by voice, dictation functions and voicemail-reader, multichannel-solutions as well as speech-biometry for safe telephone and online banking. The range of innovative thematic fields exhibited will further include analyses tools for quality control, prospects for voice web 3.0 and the semantic web“, emphasises Klemann.

Milliardenverluste durch Projektfehler – Unternehmen versagen bei der Anwendung von Web 2.0-Technologien

Karl-Heinz Land, wegen seiner Leistungen als IT-Pionier und Unternehmer mit vielen Ehrungen wie dem renommierten „Technology Pioneer“ vom World Economic Forum (WEF) in Davos ausgezeichnet, sieht die Wirtschaft in einer bedrohlichen Klemme:

„Die wachsenden Anforderungen an Unternehmen seitens ihrer Kunden, Lieferanten, Banken und Mitarbeiter werden zunehmend zu einer Belastung der Wirtschaft – immer mehr Zeit und Geld versickern heute in unproduktiven Projekten, Audits, Reportings und Meetings.“

Studien würden belegen dass Milliarden verloren gehen, weil Projektziele nicht klar definiert, Zeitvorgaben nicht eingehalten werden, die Abstimmung der Projektbeteiligten nicht funktioniert und ein Projekt-Cockpit fehlt, das eine vernünftige Projektsteuerung und -Controlling erlaubt. Um mit diesen „typischen Problemen“ aufzuräumen, gründete Land gemeinsam mit dem langjährigen Weggefährten und IT-Unternehmer Sayit Özdemir aus dessen Point GmbH heraus das neue Unternehmen eXsolut.

„Unter dem Dach der eXsolut wollen wir die von der Point GmbH entwickelten webbasierten, dynamischen Workflow- und Groupwaresysteme und Enterprise Task Management-Lösungen zukünftig global vertreiben. Projekte dienen dazu, komplexe Anforderungen neben dem eigentlichen Betrieb zu erfüllen. Mit wachsender Komplexität von Projekten zeigt sich schnell, das der typische ‚Top-Down-Ansatz’ dieses Ziel eher behindert, weil ‚von oben herab’ betrachtet alles bestens aussieht, im Detail und bei den einzelnen Aufgaben bestehen hingegen oft jede Menge Probleme“, erklärt Land.

Die Software von eXsolut, die auf der Cebit vorgestellt wurde, verfolge daher einen radikalen Neuansatz: „Wir nehmen die einzelnen Aufgaben der einzelnen Akteure innerhalb eines Projektes als Basis und errichten darauf eine Enterprise Task Management-Lösung, die den benötigten Überblick im Unternehmen schafft, automatisiert Termine koordiniert, Aufgaben managt, Fortschritte und kritische Pfade sofort erkennt und neben der Information aller Beteiligten auch die Bereitstellung aller Dokumente im Team leistet“, sagt Sayit Özdemir, der die Produktentwicklung der ETM-Lösungen verantwortet.Die ETM-Lösungen funktionierten zudem global über alle Standorte, Firmengrenzen und Organisationseinheiten hinweg. Als wichtigste Vorteile bezeichnet Özdemir ihre vollständige Unabhängigkeit von Ort und Uhrzeit, von Software und Installationen. Das sei möglich, weil man den Grundgedanken des Web 2.0 auf die Unternehmenswelt übertragen habe.

„Wir verknüpfen die Strategien, die im Web 2.0 zum Erfolg geführt haben, mit den Anforderungen des Unternehmens. Wenn alle Projektbeteiligten nur den Web-Browser aufmachen, sich ins Enterprise Task Management-Portal einloggen und sofort den aktuellen Stand checken, den eigenen Beitrag leisten, Erfolge und Probleme kommunizieren, dokumentieren oder auch eskalieren kann, dann verbleibt kein Wissen mehr sinnlos in individuellen Köpfen, werden keine Daten mehr umständlich und langwierig gesucht und Probleme für das Management sofort erkennbar“, betont Özdemir.

Mobile Business noch kein Wachstumsmarkt: Provider sollten Netze und Dienste öffnen – Mobilfunker blockieren den Markt

Die erfolgsverwöhnte Telekommunikationsbranche kämpft mit stagnierenden Umsätzen. . Kein Wunder, so Bitkom Präsident August-Wilhelm Scheer: Wer seine Produkte verschenke, darf sich nicht wundern, wenn die Margen ausbleiben. Diese Aussage relativierte Omar Khorshed bei einem Mobile Business-Expertengespräch auf der Cebit: „Die Player im Telekommunikationsmarkt lernen dazu – es geht nicht mehr um gigantische Projekte. Künftig wird in kleineren Schritten gedacht werden müssen.“ Der Vorstandsvorsitzende des Outsourcing-Dienstleisters acoreus http://www.acoreus.de verspricht sich Innovationen, wenn viele Versuchsballons starten und sich dann aus einzelnen Ansätzen Erfolge einstellen. Die Möglichkeiten seien enorm, auch wenn man sie in Nischen suchen muss.  „Das Thema Kostenreduzierung selbst treibt die Unternehmen nicht mehr in letzter Konsequenz“, urteilt Ralf Sürtenich. Der Ericsson-Manager http://www.ericsson.com/de sieht generell die Konvergenz als die treibende Kraft: „Applikationen müssen das Business vorantreiben und das geht in vielen Fällen mit konvergierenden Anwendungen am besten. Auch wenn man ganze Geschäftsabläufe umbauen muss, eröffnen sich hier Wachstumsfelder. Denn mit einem Endgerät und einer Kommunikationsplattform zeichnet sich eine günstig zu betreibende Infrastruktur ab und da werden Unternehmen dann auch investieren.“ Aus Sicht eines unabhängigen Beraters bleibt bei derartigen Applikationen noch einiges zu tun. Bernhard Steimel, vom Beratungshaus Mind Business Consultants http://www.mind-consult.net, sieht die Vision „Unified Communications“ noch nicht auf breiter Front beim Anwender angekommen. „All das dauert länger als gedacht. Ein mittelständischer Anwender muss geschult werden – vieles erinnert an das Beispiel DSL. Erst wenn der Anwender einen klaren Nutzen erkennen kann, wird investiert.“
Damit Innovationen leichter erfolgen können, braucht es eine möglichst offene Plattform –sind sich die Experten einig. Dann können die Innovationen auf der Plattform aufsetzen und schneller ihre Akzeptanz am Markt beweisen. „Eine wesentliche Rolle fällt den Systemintegratoren zu – sie können die mittelständischen Anwenderunternehmen besser abholen, da sie deren Sprache sprechen“, gibt sich Sürtenich überzeugt. „Vor allen Dingen die Rolle der Mobilfunk-Netzbetreiber muss anders werden, sie müssen ihre Netze und Basisdienste öffnen, so dass sich Innovatoren hier einklinken können“, fordert Khorshed. Und er hat auch gleich ein Negativbeispiel in petto: „Das Mautsystem in Deutschland hat gezeigt, dass der zentralistische Ansatz nicht der beste ist. Hier wurde die Möglichkeit verspielt, dass sich ein Netz von Dienstleistern etabliert, bei denen sich ein jeder auf sein Spezialgebiet konzentriert. Doch letztlich kommt nun alles aus einer Hand – und die Politik jubiliert.“

Ein Modell, wie es Google im Internet vormacht, wünscht sich Andreas Dippelhofer auch bei den Netzprovidern. Der acoreus-Manager sieht zumindest bei E-Plus schon ein Umdenken, das in die richtige Richtung deutet: „Ein Plattform-Betreiber wie Google muss die Möglichkeit bieten, dass sich Lösungsanbieter auf dieser Plattform einklinken können.“ Auch wenn es sich um proprietäre Schnittstellen handle, überwiegt der Vorteil, den der Plattformgedanke auch für den Mobilfunk bietet.