Erzählstränge für die autonomen TV-Macher – Besprechung unseres Live Streaming-Opus in „Praxis der Wirtschaftsinformatik“

Tolstoi. Live Streaming-Literatur und die Leidenschaft der ausgiebigen Lektüre
Tolstoi, Live Streaming-Literatur und die Leidenschaft der ausgiebigen Lektüre

Es ist wohltuend, dass es Rezensenten gibt, die sich nicht an der gigantisch kurzen Halbwertzeit bei der Besprechung von Büchern orientieren. Das Zeitfenster für die Erwähnung neuer Werke wird immer kleiner. Man behandelt Sachbücher und literarische Werke wie heiße Kartoffeln, die sofort serviert werden müssen.

“Die Beschleunigung ist derart wahnsinnig, dass ein Buch nicht nach einem Jahr, sondern schon nach drei Monaten veraltet. Spätestens nach sechs Monaten ist es sinnlos, noch auf Rezensionen zu hoffen, um Bände zu verkaufen”, moniert der Bonner Verleger Stefan Weidle – festgehalten im Wortspielradio-Podcast, den ich zusammen mit dem ehemaligen WDR-Hörspielchef Wolfgang Schiffer in unregelmäßigen Abständen produziere.

Die meisten Buchhandlungen würden ihren Bestand nach spätestens sechs Monaten remittieren, moniert Weidle. Kaum einer bestellt mehr nach, wie es noch zu Zeiten des Buchlaufzettels war. Um so wichtiger seien Literaturbuchhandlungen wie Wetzstein in Freiburg, Bittner in Köln oder Felix Jud in Hamburg, die sich von diesem Trend abkoppeln. Klaus Bittner führe eine vorbildliche Buchhandlung in Köln.

Als Weidle zum ersten Mal seinen Verlag bei Bittner vorstellte, führte er nicht nur ein sehr langes Gespräch mit dem Buchhändler, sondern wunderte sich über das breite Sortiment an Titeln, die in anderen Läden schon längst remittiert wurden. Ohne prall gefüllte Tüten geht man selten aus dem Geschäft von Klaus Bittner raus – was ich bei meinen samstäglichen Exkursionen nach Köln freudig bestätigen kann – zu Lasten meines Geldbeutels.

Einen Beitrag zur Entschleunigung könnten auch die Literaturblogs leisten, die sich ebenfalls eher an den Neuerscheinungen orientieren, meint Wortspiele-Blogger Wolfgang Schiffer.

“Wir sollten es uns selbst zur Pflicht machen, eine Erinnerungskultur zu pflegen und stärker auf das schauen, was gestern war. Das leisten die Feuilletons und Kultursendungen der klassischen Medien nicht. Wir sollten in diesen Aktualitätswettbewerb nicht einsteigen.”

Stefan Weidle ergänzt das Schiffer-Credo mit einem Zitat aus dem opulenten Werk “Zettel’s Traum” von Arno Schmidt:

“Wenn ein neues Buch erscheint, lies Du ein altes.”

Wie schön, dass auch noch sechs Monate nach dem Erscheinen des Buches „Live Streaming mit Hangout on Air – Techniken, Inhalte und Perspektiven für kreatives WebTV“ ein höchst erbaulicher Beitrag über unser Opus erscheint. Verfasst von Josephine Hofmann, Leitung Competence Center Business Performance Management des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, für die Februar-Ausgabe der Zeitschrift „HMD Praxis der Wirtschaftsinformatik“ mit dem Schwerpunkt eLearning. Ich durfte bereits einen kleinen Blick in die Rezension werfen und kann Euch verraten, dass die Rezensentin das 275-seitige Live Streaming-Werk von vorne bis hinten gelesen hat. Kleiner Auszug:

„Live Streaming dürfte jedem Leser ein Begriff sein, während nicht jeder wissen dürfte, dass ‚Hangout on air‘ der Live Streaming-Dienst von Google ist, mit dem Live-Sendungen für das Internet-TV aufgezeichnet werden können. Diesen Dienst nicht nur bekannter zu machen, sondern auch einem breiteren Nutzerkreis zuzuführen, hat sich das Autorenteam Hannes Schleh und Gunnar Sohn vorgenommen, wobei sich in ihrem Buch zwei Erzählstränge wiederfinden: Während Hannes Schleeh in Software und Technik einführt, stellt Gunnar Sohn das Einsatzspektrum in einem sehr weit gefassten Bogen vor, der die gesellschaftspolitische Dimension mit unzähligen Teilaspekten einschließt. Aufgrund dieser Zweiteilung des Buchs liegt es auch nahe, beide Teile getrennt zu betrachten, da jeder Autor dem jeweiligen Strang zugeordnete Kapitel verantwortet. Diese folgen zwar abwechselnd aufeinander, sind aufgrund ihres Aufbau und sprachlichem Duktus jedoch eindeutig zuzuordnen.“

Und dann wird fast jedes Kapitel akribisch dargestellt. Ein sehr guter Navigator für potenzielle Käufer. Ich freue mich schon auf das Belegexemplar.

#StreamCamp13 als Weckdienst für Echtzeit-Kommunikation #SMCBN

Streaming-Action

Blogger, Podcaster, Youtuber, Gamer, Journalisten, Unternehmer, Kulturschaffende, Laien und Profis trafen sich am Wochenende im Kölner Startzplatz zur StreamCamp-Weltpremiere, um sich über Ideen, Konzepte und technische Möglichkeiten sowie Erfordernisse für Liveübertragungen im Internet auszutauschen. Ein Hardware-Feuerwerk von quick & dirty bis pro und Greenscreen-Couch, wie es Thomas Riedel aka Droid Boy von Nerdhub ausdrückte. Es wächst eine autonome TV und Hörfunk-Szene heran, die im Vergleich mit den Webvideo-Größen noch in den Kinderschuhen steckt und mit unglaublicher Experimentierfreude neue Bildsprachen für Echtzeit-Kommunikation bastelt.

Therapeutisches Katzen-Livestreaming

Etwa die stundenlange Übertragung von Katzenbildern, die fast schon eine therapeutische Wirkung in der Web-Hektik entfalten – Schnodderpepe sei Dank (dramaturgisch wertvolle Katzenbewegtbilder bitte mit dem Hashtag versehen – ich werde demnächst das Ganze mit #fett bereichern).

Oder das kollektive Livestreaming in der Session des WDR-Fernsehjournalisten Kai Rüsberg, der über OneShotVideojournalismus sprach.

Sehr vielen klassischen Fernsehmachern fehlt das Mindset, um die richtigen Antworten für die Graswurzel-Bewegung zu finden, meint etwa Markus Hündgen vom Webvideopreis im Sammelband „Einfach fernsehen“ vom Grimme-Institut. Es sei mehr als ein Handwerk, um Bewegtbild zu produzieren. Es sei eine andere Herangehensweise, eine andere Denke und ein anderes Feeling, die hier zum Ausdruck kommt.

Wenn TV-Talkshows abnerven, macht man eigene Formate

Die Livestreaming-Technik bietet nach Ansicht von Youtube-Star Dr. Allwisend völlig neue Möglichkeiten. Auch aus dem kulturellen Blickwinkel heraus könnte da was entstehen – aber was genau, wird man noch sehen müssen. So sei Katerfrühstück ein Versuch, es anders als im Fernsehen zum machen. Was viele in den üblichen Talkshows abnerven würde, seien die immer gleichen Floskeln, die Politiker und Experten zum Besten geben.

Warum wandern millionenfach junge Menschen zu Plattformen wie Twitch.tv ab, um sich live die Pro-Gamer von Starcraft oder League of Legends anzuschauen? Auf dem StreamCamp gaben Constantin Sohn (der Sohn vom Sohn) und Dominik Warwass eine deftige Antwort.

Wetten, dass-Fernsehen vor der Ablösung

Die Pläne von ARD und ZDF zur Gründung eines neuen Jugendsenders seien nur noch Verzweiflungstaten. In der Gaming-Szene hätten diese Sender eh nichts zu bestellen. Serien, Filme oder Berichte über Computerspiele schauen die beiden Twitch.tv-Experten schon lange nicht mehr in der Flimmerkiste. Hier steht das Wetten, dass-Fernsehen vor der Ablösung (ziemlich blöd für die Berechnung der mehr als fragwürdigen TV-Quote – aber das ist ein ganz anderes Thema, das ich mir gesondert vorknöpfe).

Und wenn sich das seriöse Feuilleton nicht mehr mit Literatur, Literaturzeitschriften und unabhängigen Literaturverlagen fernab des Mainstreams beschäftigt, machen es die Kulturinteressierten in Eigenproduktion, wie beim Wortspiel-Radio mit meinem Freund Wolfgang Schiffer:

Veränderungen sieht man auch in der Unternehmenskommunikation, wie Agrarblogger Hannes Schleeh mit dem kleinsten Ü-Wagen der Welt auf der größten Hallenmesse Agritechnica unter Beweis stellte.

„Messemarketing mit bewegten Live-Bildern wird immer wichtiger, aber auch einfacher. Wo früher riesige Übertragungswagen mit mannshohen Satellitenschüsseln und enorm teures Equipment im Einsatz waren, genügt heute ein schneller Internetzugang über LAN, WLAN oder LTE, um die Livebilder ins Internet zu streamen.“

Die Sendungen fanden im Stundentakt statt und wurden direkt auf der Startseite der Messe http://www.agritechnica.com eingebettet. Schon nach kurzer Zeit hatten die Youtube-Clips über 40.000 Abrufe erreicht. Mit schwerer Technik ist das nicht machbar.

Kundenkommunikation ohne Separatismus

Die Unternehmen sollten sehr schnell ihre digitale Feindlichkeit gegenüber den neuen Kommunikationsformen im Social Web überwinden, fordert Andreas Klug vom Kölner Software-Unternehmen Ityx, der zu den StreamCamp-Sponsoren zählt.

Andreas Klug

Echtzeit-Kommunikation habe unendlich viele Vorteile, besonders für vernetzte Services. So ist es keine Hexerei, wenn Anbieter Plattformen anbieten, damit sich Kunden untereinander austauschen können, um Probleme bei der Bedienung von Geräten oder bei der Installation von Software für alle schnell zu beantworten – in der Netzöffentlichkeit. „Was machen die Firmen? Jeder Servicefall wird nach wie vor separat beantwortet, auch wenn das Serviceproblem bei tausenden von Kunden gleichzeitig auftritt. Das ist strategisch ein großer Fehler“, so Klug.

Etwas verschlafen reagiert auch noch die Medienaufsicht auf die Streaming-Revolution, weshalb wir in Bloggercamp.tv die Bundeskanzlerin wohl auch in Zukunft besiegen müssen. Deshalb stimme ich Ole Reißmann ausdrücklich zu: Wir brauchen eine Macht fürs Netz.

Wer beim Weckdienst für Echtzeitkommunikation mitmachen möchte, ist herzlich eingeladen, beim StreamCamp mitzumachen – und da braucht man nicht bis zum nächsten Barcamp für Live-Streaming am 15. und 16. November in München warten.

Wir starten eine StreamCamp-Academy für Studien, Tagungen, Seminare, Workshops, Stammtische und sonstige Formate, die sich nach unserem Zusammentreffen im Kölner Startplatz herauskristallisieren.

Siehe auch:

StreamCamp-Rückblick von Nicole Hundertmark.

Und von Christian Wendling von Phase 10.

Interessant auch:

Livestreams in HD jenseits vom Massenmarkt.

Weiteres Barcamp, was mich interessieren könnte: Krisenkommunikation als Chance im digitalen Zeitalter.

Und das Hamburger Barcamp muss auch sehr gut gewesen sein.

Heute Abend geht es dann weiter mit Livestreaming beim Social Media Club Bonn: “Was kommt nach dem Social Web?”, das beantwortet Gerhard Schröder (@PadLive) und wird über Echtzeit-Video-Kommunikation sprechen.

#StreamCamp13 Nachlese und Gründung einer Akademie morgen bei Bloggercamp.tv

Streaming-Technik

Auf dem StreamCamp am Wochenende hatten Hannes und ich ja schon verkündet, dass wir ab sofort an jedem Mittwoch um 11 und 16 Uhr Bloggercamp.tv live ausstrahlen. Morgen wollen wir in beiden Sendungen eine StreamCamp-Nachlese machen und den Blick nach vorne richten.

Etwa auf die Planungen für das nächste Barcamp zur Streaming-Technologie am 15. und 16. November in München – 2015 dann wieder in Kölle.

Und dann überlegen wir die Gründung einer Streaming-Akademie – nicht in der Rechtsform einer Unternehmung, sondern eher als informeller Kreis für Seminare, Workshops, Stammtische, kleinere Veranstaltungen oder Medienpartnerschaften für andere Barcamps (wo wir natürlich als Technik-Paten für Livestreaming sorgen) – so überbrücken wir die 12 Monate bis zum nächsten StreamCamp besser und bleiben dauerhaft in Verbindung.

Mein Blog-Motto
Mein Blog-Motto

Wer morgen bei der Nachlese in Bloggercamp.tv und bei der Streaming-Akademie mitmischen möchte, sollte sich bei Hannes (hannes@schleeh.de) oder mir (gunnareriksohn@gmail.com) melden oder einfach in meinem ichsagmal-Blog einen Kommentar schreiben.

Man hört und sieht sich spätestens morgen.

Technik-Experimente auf dem #StreamCamp13 in Köln @ruhrnalist

TV-Studio

Der Fernsehjournalist Kai Rüsberg – besser bekannt als @ruhrnalist – hat im Bloggercamp.tv-Interview demonstriert, wie man mit einfachen Mitteln Nachrichtenfilme aufnehmen kann. Er nennt das OneShotVideos, die mit dem Smartphone aufgenommen werden.

Der Einsatz einer Pausentaste, den man noch von Musikaufnahmen mit dem Kassettenrekorder kennt, ermöglicht kleine Ortswechsel und zeitraffende Einstellungen. Auf iOS-Geräten funktioniert das beispielsweise mit der App MoviePro.

Für den mobilen Einsatz also eine perfekte Lösung. Das funktioniert auch bei der Liveübertragung einer einzelnen Veranstaltung via Hangout on Air. Man braucht sich nur den Hangout-Link per Mail selbst zuschicken und öffnet die Session über verschiedene Geräte. Ich habe das heute mit einem alten iPhone und dem iPad 4 ausprobiert – es klappte problemlos. Die Bildqualität beim leistungsstärkeren iPad war natürlich um Längen besser.

Auf dem StreamCamp im Kölner Startplatz werden wir am 16. und 17. November noch viel mehr ausprobieren. Also eine gute Gelegenheit, um sich mit Session-Ideen auszutoben, Formatideen zu entwickeln, Geräte vorzustellen und im Dialog mit den Barcampern Erfahrungen auszutauschen. Es gibt noch Tickets.

Hersteller wie Logitech oder auch Händler sind ebenfalls herzlich willkommen, in Köln Geräte und Dienste vorzustellen.

Thomann hat leider abgesagt. Sie seien auf Musik fokussiert und das StreamCamp ist da eher uninteressant. Dabei geht es natürlich auch um Musik, um Gaming, um Mikrofone, um Live-Podcasting und, und, und. Schön blöd.

Fürs Podcasting haben die doch schöne Komplettangebote. Auch Livestreaming schreit nach solchen Paketlösungen. Vielleicht sind andere Fachhändler schlauer. Das StreamCamp ist die perfekte Bühne, um Geräte, Software und Dienste vorzustellen sowie testen zu lassen.

BoinxTV wird mit zwei Vertretern nach Köln kommen und die Software demonstrieren.

Heute Abend sind Hannes Schleeh und ich übrigens live beim Webmontag in Köln zugeschaltet, um das StreamCamp-Konzept zu erläutern.

Wie relevant mittlerweile Videos sind, demonstrieren die Zahlen, die Wiwo-Redakteur Michael Kroker veröffentlicht hat.

So habe YouTube in den USA bei den 18- bis 34-Jährigen bereits das Fernsehen abgelöst – die Google-Tochter erreicht in jener Gruppe mehr Nutzer als jeder Kabelnetzbetreiber.

Warum der deutsche Mecker-Michel ab und zu auch mal „like“ sagen könnte

Like-Taste für den Mecker-Michel
Like-Taste für den Mecker-Michel

In Deutschland gibt es eine merkwürdige Stimmungslage, wenn es um Netzthemen und neue Technologien geht. Besonders die Berichterstattung gehe in eine Richtung, die viele nicht mehr ertragen können, sagt Sebastian Matthes, Ressortleiter Technik & Wissen der Wirtschaftswoche und designierter Chefredakteur der Huffington Post Deutschland.

Es komme eine neue Idee oder Technik auf den Markt und man findet alles ganz fürchterlich.

„Technologie hat in Deutschland einen positiveren Blick verdient“, so Matthes in Deutschlandradio Wissen.

Es gebe auch einen negativen Bias der Medien, wenn über Internet-Themen berichtet wird. Deutschland könne einen etwas konstruktiveren Blick auf das Netz und auf das Leben im Netz vertragen. Genau das werde er in seiner neuen Aufgabe bei der Huffington Post versuchen.

Google macht vieles richtig

Das heißt nicht, alles hochzujubeln. So machen die liebwertesten Google-Gichtlinge im Umgang mit den eigenen „Kunden“ eine Menge falsch. Stichwort: Content-Zensur und AGB-Diktatur. Technologisch macht der Suchmaschinen-Konzern aber auch einen unglaublich guten Job. Etwa bei der Etablierung des Streaming-Dienstes Hangout on Air, mit dem man Videos live ins Internet übertragen kann. Vor gut einem Jahr war das noch ein unglaublicher Kraftakt und es gab Experten, die betrachteten das Livestreaming von Video- oder Audio-Beitragen als Königsdisziplin der Datenübertragung im Netz. Die Bedenkenträger in Deutschland zerreden das Ganze entweder medienrechtlich oder mosern an der Einfachheit der Anwendung herum. Wer so etwas nicht selber zusammen bastelt, sei kein würdiger Vertreter der Podcast- oder Videozunft.

Völlig unterschätzt wird die bahnbrechende Veränderung durch die Graswurzel-TV-Bewegung.

„Technologisch beginnt der Wandel mit der Atomisierung der Distributionskosten. Das Betreiben eines Blogs kostet im Gegensatz zum Druck einer Zeitung praktisch kein Geld mehr. Die Aufnahme und Bereitstellung eines Podcasts ist kaum den Betriebskosten eines Radiosenders zu vergleichen. Nur im Fernsehen hält sich hartnäckig das Gerücht, dass die Distributionskosten unbezahlbar seien“, schreibt Nikolai Longolius in seinem Buch „Web-TV – AV-Streaming im Internet“.

Auch diese Bastion wird niedergerissen. Wie das geht, führe ich morgen in meiner The European-Kolumne aus.

Oder einfach anschauen, wie Huffington Post live funktioniert:

Noch ausführlicher wird das in den Sessions auf unserem StreamCamp am 16. und 17. November in Kölle thematisiert.

Der Google Glass-Hacker: Live-Streaming-Aktionen von Tim Pool #djv_bo #StreamCamp13

Google Glass für den mobilen Journalismus
Google Glass für den mobilen Journalismus

“Wenn man Hangouts über Google Glass starten kann, ergeben sich völlig neue Einsatzmöglichkeiten.“ Das sagte Google-Sprecher Stefan Keuchel vor ein paar Wochen in unserer Bloggercamp.tv-Sendung.

Für journalistische Zwecke sei das hochspannend – etwa bei Live-Berichten aus Krisengebieten. Hier könne genau das filmisch eingefangen werden, was der Reporter gerade sieht.

Und heute nun beleuchtete die Session „Mobile Reporting“ beim Besser Online-Kongress des DJV in Mainz genau diese neuen Szenarien, die sich für Fernsehjournalisten ergeben, die ohne schwerfälliges Equipment unterwegs die besten Storys einfangen, wenn sie schnell agieren können.

Tim Pool hat das mit einer gehackten Google Glass im Gezi Park in Istanbul schon in die Tat umgesetzt. Auch die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten denken verstärkt über Live-Streaming mit mobilen Geräten nach – etwa über eine Sondereinstellung der tagesschau-App, die nur für Redakteure zugänglich ist und live gestreamte Beiträge via Skype auf einen Server spielt, um sie allen Sendeanstalten der ARD zur Verfügung zu stellen. Christian Radler hat das am Ende der Session kurz dargestellt. Das hätte man stärker in den Mittelpunkt rücken sollen. Aber vielleicht kommt er ja am 16. und 17. November zum StreamCamp nach Köln. Da könnten wir das vertiefen. Genauso die Arbeitsweise des Fernsehjournalisten Kai Rüsberg, die genau nach meiner Kragenweite ist:

Themen fürs #StreamCamp13: Twitch.tv und die Überwacher-Überwachung

Sohn und Sohn

Der Sohn vom Sohn, also Constantin Sohn, und sein Informatik-Kumpel Dominik Warwas werden auf dem Kölner StreamCamp eine Session über den Streaming-Dienst Twitch.tv anbieten, der vor allen Dingen die Gaming-Szene anspricht. In einem kleinen Tutorial hat der Sohn die Einrichtung und Funktionen kompakt zusammen gefasst.

Wir wollen uns am 16. und 17. November mit allen Facetten der Streaming-Welt beschäftigen und nicht nur auf Hangout on Air beschränken, obwohl Hannes Schleeh und ich dort am aktivsten sind.

Einen weiteren Aspekt habe ich in einem Vortrag von Christoph Kappes entdeckt, der die Schattenseiten von Live-Streaming beleuchtet – jede Technologie hat auch me­phis­to­phe­lische Züge. Es geht um Raumüberwachung und die Überwacher-Überwachung.

„Jedermann kennt heute die Video-Überwachung von Kunden und Mitarbeitern durch Privatunternehmen, aber auch durch Staatsorgane – vor allem an öffentlichen Plätzen, was vielerorts diskutiert wird. In jüngerer Zeit fügt sich hier ein neues Phänomen ein: Bürger über­wachen Bürger. Auf der einen Seite sind Pennycams für jedermann günstig verfügbar (z.B. bei eBay und hier http://megaspy.net). Zum anderen werden Smartphones mit hochauflö­senden Kameras der Regelfall sein, die bereits heute Videos (z.B. via UStream) live streamen können. Schließlich werden wir, getrieben durch die großen Internetanbieter das Vordringen von Videotelefonie an den Arbeitsplatz und auch ins Heim erleben, so dass häu­fig Kameras mit Internetanschluss vorzufinden sein werden. Es ist nur noch eine Frage des Zeitpunktes, bis Kameras allerorts direkt ins Internet streamen können und auch von außen ansprechbar sind. Denn auch hier schreitet die Technik fort, WLAN-Technologie mit 16 Gbps ist noch in diesem Jahrzehnt zu erwarten. Drahtlose Funknetze mit Reichweiten deutlich über die heutigen WLAN-Standards hinaus sind angekündigt.“

Google Glass

Nun ja, was passiert, wenn man mit Google Glass nicht nur sinnvolles vorhat, wie die von mir thematisierte journalistische Einsatzmöglichkeit in Krisengebieten?

Auch das gehört auf die Agenda des StreamCamps. Wer also die teuflische Seite des Live-Streamings aufgreifen möchte, sollte nach Köln kommen und eine Session vorschlagen!

Übrigens eine gute Idee von Constantin, Session-Vorschläge in Form eines Videos zu bringen, um auf das Thema aufmerksam zu machen. Mehr davon!

Werdet doch auch Fans unserer Facebook-Seite – wollen ja schließlich im November eine volle Bude erreichen 🙂

Ein Jahr Hangout on Air: Fragen an Google? #Bloggercamp.tv – Heute, um 18:30 Uhr!

Merkel-Hangout-Mashup
Merkel-Hangout-Mashup

Nicht nur auf dem StreamCamp in Köln lassen wir es krachen, wenn es um die Weiterentwicklung von Streaming-Diensten geht. Heute Abend gehen wir auch bei Bloggercamp.tv in die Vollen, um mit kompetenten Gesprächspartnern das einjährige Jubiläum des Streaming-Dienstes Hangout on Air gebührend zu würdigen.

Hannes Schleeh hat es schon angekündigt:

Ab 18:30 Uhr werden wir mit dem Pressesprecher von Google Deutschland, Stefan Keuchel, Rückschau halten. Mit dabei sein wird auch Daniel Fiene vom Digitalen Quartett, der wie Stefan Keuchel im allerersten Hangout on Air 2012 mit dabei war. Das Digitale Quartett sendet genau wie Bloggercamp.tv einmal pro Woche immer Montag ab 21:00 Uhr zu verschiedenen Netzthemen. Für die Beleuchtung der juristischen Situation konnten wir den bekannten Internet Rechtsanwalt Thomas Schwenke gewinnen.

Seit dem Sommer des vergangenen Jahres ist es nun möglich, ohne Ü-Wagen und aufwändiger Technik kostenlos Live-Übertragungen im Netz auf die Beine zu stellen.

Das reicht von Uni-Vorlesungen, Gymnastik-Kursen bis zu hochpolitischen Gesprächsrunden. Welche internationalen Trends gibt es? Wie hat sich der Google-Dienst in Deutschland etabliert? Läuft das Ganze schon in HD-Qualität mit 720p? Wie wird der Dienst weiterentwickelt? Kann man bald unterschiedliche Kameras einsetzen mit einem Regie-Tool? Werden auch Unternehmen Live-Formate nutzen etwa in der Kundenkommunikation? Wie verhalten sich die Landesmedienanstalten in der Frage von Sendelizenzen? Welche Netzwerk-Effekte kann man auslösen – synchron und asynchron?

Fragen über Fragen, die wir heute Abend bestimmt nicht alle klären werden. Es gibt aber bestimmt noch eine Menge Themen, die Euch auf der Seele brennen. Also heute ab 18:30 mitmischen und Twitter-Zwischenrufe loslassen während der Live-Übertragung. Wie immer mit dem Hashtag versehen.

Man hört und sieht sich heute Abend hoffentlich 🙂

Und um 19:30 Uhr ist dann der Power-Blogger Jeff Jarvis in unserer zweiten Session. Thema: Google Glass im Journalismus.

Siehe auch:

Regelmäßig oder nicht: Hangouts sind kein Rundfunk – So lief das Gespräch mit ZAK-Chef Brautmeier.

Merkel-Hangout und Sendelizenz: Was als harmloser Tweet begann und in einer 007-Debatte eskalierte

Hangout On Air als “Killerapplikation”: Mein Social Media Breakfast-Resümee

Twitch Dir einen – zur Gamescom und beim StreamCamp

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Der Streaming-Dienst Twitch, der sich in der Gaming-Szene einer hohen Populärität erfreut, ist sicherlich auch ein heißer Kandidat für mindestens eine Session auf dem StreamCamp in Köln. So bereitet wohl der Sohn vom Sohn etwas vor. Wir sammeln schon im Vorfeld unseres Barcamps interessante Themen und Vorschläge rund um Streaming für die Sessions im November ein, die dann natürlich erst am Ort des Geschehens endgültig vorgestellt werden.

Zur Gamescom werde ich mir die Twitch-Streams mal anschauen.

Etwa zu….

Infinite Crisis

Ubisoft: Splinter Cell Blacklist

World of Tanks

SMITE

Bin gespannt, was die Gaming-Experten beim StreamCamp vortragen.

Weitere Vorschläge fürs StreamCamp immer willkommen.

Seit gestern: Live-Videos in HD-Qualität – Google hat wohl aufgerüstet #hoa #Bloggercamp

Streaming Revolution

Hangouts unterstützten bislang keine Videos in HD-Qualität. Es machte also keinen großen Unterschied, ob man eine professionelle HD-Kamera oder eine 08/15-Webcam für das Livestreaming via Hangout on Air einsetzt. Siehe auch die Aussagen von Moritz in einer Session, die von Gehard Schröder organisiert wurde.

Bei einer Übertragungsrate von 480p musste also besonders auf die Belichtung geachtet werden, um halbwegs vernünftige Live-Videos hinzubekommen und den „Dark Vader-Effekt“ zu vermeiden.

„Still und heimlich hat Google die Auflösung für seinen Livestreaming-Dienst Hangout on Air von bisher 480p auf 720p hochgeschraubt“, schreibt mein Bloggercamp-Kollege Hannes Schleeh.

Für alle, die Live-Videos professionell einsetzen wollen, etwa im Kundenservice, für die Übertragung von Veranstaltungen oder für Webinare, ist das eine frohe Botschaft. Bei der Einblendung von kleinen Texten und detaillierten Aufnahmen kamen die Hangouts on Air an ihre Grenzen, so Schleeh. Diese Beschränkung dürfte sich in Luft auflösen. Das werden wir natürlich in den nächsten Tagen noch genauer unter die Lupe nehmen und durchtesten mit unterschiedlichen Einspielern, Grafiken, Texten und verschiedenen Video-Kameras.

Ali Mokhtari und Dan McDermott waren wohl die ersten Kenner der Szene, die die veränderte Übertragungsrate während unserer gestrigen Bloggercamp.tv-Sendungen bemerkten.

Unsere Community hat aufmerksame Beobachter 🙂 Wir selbst hatten das natürlich während der Live-Übertragungen nicht bemerkt. Weitere Test-Berichte werden folgen!