Energiewende: Härtetest für die Netze der Zukunft

Interview mit der Energieexpertin Martina Dietschmann von Nash Technologies. Was müssen die Netz leisten, um die Energiewende zu bewerkstelligen? Welche Fehlerquellen müssen berücksichtigt werden, welche intelligenten Technologien werden gebraucht für einen sparsamen Umgang mit Energie. Alles das ist Thema der Energy World in Essen, die ich heute besucht habe.

Im intelligenten Netz verschmelzen zahlreiche neue Technologien mit der bestehenden Energie-Infrastruktur. Wind, Solar, Bioenergie – die dezentral aus ganz Deutschland Energie liefern – müssen mit der klassischen Energieerzeugung verwoben werden und in die sich verändernden Netze integriert werden. Die Steuerung des Smart Grids läuft über das Internet, was noch mehr Integrationsarbeit bedeutet. „Wir müssen dies von Anfang an beachten“, sagt Dietschmann und plädiert für einen branchenübergreifenden Dialog über die Standards und die Architektur des Netzes.

Ein Beispiel für die verschiedenen Komponenten, die im Smart Grid berücksichtigt werden müssen, sind die „Smart Meter Gateways“. In den Gateways werden die Energieverbrauchswerte von vielen Anschlussnutzern, wie zum Beispiel in Mehrfamilienhäusern oder großen Liegenschaften, erfasst, gesammelt und weitergeleitet. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, kurz BSI, hat dazu ein „Schutzprofil“ entworfen. Das sei ein erster Schritt in die richtige Richtung, so Dietschmann: „Die Gateways sind ein Knotenpunkt von vielen, und sie alle müssen ordentlich gesichert sein.“

Siehe auch unseren NeueNachricht-Bericht.

Raubritter, Astronomen, Napoleon und das Bergdorf Perinaldo als Knowledge Village – Alte Welt trifft neue Welt

AstronomWie kommt ein Mann wie Cassini zur Astronomie und Himmelsvermessung? Er stammt nicht aus Bologna, sondern aus einem kleinen Dorf in den ligurischen Seealpen. „Dort hat er mehrere prägende Erfahrungen: die Bergtotale des Sternenhimmels, die Horizontlinie des Meers, die Sichtachse zur Küste und die existenzielle Frage des Sonneneinfallswinkel. Die bäuerliche ligurische Kultur ist eine Kultur der Terrassierung von Sonnenlicht. Cassinis Geburtsort Perinaldo wird ein Wurzelknoten der modernen europäischen Astronomie. Und dieser Giovanni Domenico Cassini trifft auf einen Minister Colbert, dem es um die wissenschaftliche Durchdringung des absolutistischen Herrschaftsraumes geht, aber eben auch um die Konfiguration der Macht im Geiste der Geometrie“, schreibt der Welt-Redakteur Johann Michael Möller.

Social Web-Workshop: Björn, Ralf und Günter brüten eine neue Internetstrategie ausFür den Telemarketing-Pionier Günter Greff ist Perinaldo deshalb der ideale Ort, wo die alte Welt auf die neue Welt treffen kann. Er sieht das Kleinod zwischen dem Tal des Rio Merdanzo, einem Zufluß des Nervia, und dem Tal des Flusses Verbone als Knowledge Village, um sich mit der neuen Zeitrechnung des Internetzeitalters auseinander zu setzen.
Klausurhotel La Riana
Bei einem Social Web-Workshop in seinem Klausurhotel La Riana kam es zu einem Erfahrungsaustausch über die neuen Regeln des Marketings. Man könne sicherlich auch heute noch einiges von den Veteranen des Marketings lernen, so Greff. Allerdings gelte das umgekehrt in noch stärkerem Maße. In der Webwelt des Long Tail, von Youtube, Twitter oder Facebook würden die Methoden der klassischen Werbung und des Marketings mit ihren millionenschweren Budgets an die Auftragsarbeiten für mittelalterliche Porträtgemälde erinnern.

Typo 3-Freaks„Die marktschreierische Einbahnkommunikation hat keine Daseinsberechtigung mehr. Heute muss sich ein Unternehmen dem Gespräch des Marktes stellen und genau zuhören, was Konsumenten zu sagen haben. Das kann man am Abmahn-Gau von Jack Wolfskin sehr gut ablesen. Also ist es höchste Zeit, die Organisation des Unternehmens, von PR, Marketing, Kundenservice und Produkt-Innovationen radikal zu hinterfragen, sich nicht vom Alltag treiben zu lassen, sondern abgeschottet von der Hektik des täglichen Geschäftes auf neue Gedanken zu kommen“, so Greff. Man könne das auch als Klausur bezeichnen. Das seien jene Räumlichkeiten im Kloster, wo sich Ordensangehörige zurückziehen können. „Genau das gelingt in Perinaldo. Es verbinde Mittelalter und Moderne“, sagt Greff. Um das Jahr 1000 erwarb der Graf Rinaldo di Ventimiglia das antike Villam Junchi, um eine neue Burg zu bauen.

Im Haus des Gründers erläuterte Günter Greff die abwechslungsreiche Geschichte der Region.

Greff-Interview über Napoleon in Perinaldo, Raubritter Rinaldo und den Astronomen Cassini
Greff-Interview über Napoleon in Perinaldo, Raubritter Rinaldo und den Astronomen Cassini

Gassen IIIm 16. Jahrhundert wurde Perinaldo in den Krieg zwischen die Piemontesen mit den Genuesen verwickelt. Es ist nicht genau bekannt, ob Cassini hier geboren wurde, mit Sicherheit hat er jedoch in der Villa der Maraldi gelebt und gearbeitet, und diese Familie setzte sein Werk mit Giacomo Filippo und Gian Domenico fort. In derselben Villa hielten sich auch Napoleon und der General Massena auf.

Die Pfarrkirche San Nicola aus dem Jahre 1489 wurde während der Barockzeit umgebaut. Das Gemälde „Tela delle Anime“, das der Schule von Guercino zugeschrieben wird, wurde im Jahre 1672 von Cassini gespendet. Die Landkirche della Visitazione ist besser bekannt als die Wallfahrtskirche „Poggio dei rei“, da zu diesem Wallfahrtsort traditionell viele Büßer kommen.

MeeresblickDas Gebiet ist zu 40 Prozent von Olivenhainen bewachsen, deren Kultivierung von Franziskanermönchen eingeführt wurde, die im Jahre 1640 das Kloster Sant’Antonio (heute Sitz eines Observatoriums und eines astronomischen Museums) gründeten, und es waren auch die Mönche, welche die Kultivierung der Olivenart von Taggia einführten. Sehr weit verbreitet ist hier auch die Blumengärtnerei. Die Höhenzüge sind bedeckt mit Kastanien, Pinien und Buchen, weiter abwärts in Richtung zum Meer überwiegt dann die Macchia Mediterranea. Der Wanderweg zwischen Apricale und Dolceacqua ist hervorragend für die Liebhaber des Trekking geeignet und es gibt auch sehr viele ausgeschilderte Wege, die zum Befahren mit dem Mountain Bike geeignet sind, wie zum Beispiel von Soldano nach Dolceacqua, vorbei an den Ruinen des Turms von Alpicella. Die Weinberge liegen im Anbaugebiet des Rossese mit dem Qualitätssiegel DOC.

Greff-Interview über Perinaldo und den Nutzen der KlausurEs sei also kein Zufall, so Günter Greff, dass die Region so viele Menschen verzaubert. So rühmte Giovanni Battista Panizza das extrem milde, außerordentlich gesunde und für Kranke so heilkräftige Winterklima an der durch die Ligurischen Alpen vor rauhen Winden aus dem Norden abgeschirmten Riviera, so schilderte Ruffini in seinem Roman „Doctor Antonio“ die wilde Welt der etwa vom Colle di Tenda im Westen bis zum Colle di Cadiboni im Osten sich hinziehenden Gebirgskette und dazu als Kontrast die bezaubernde Schönheit und die selbst im Winter üppige Blumenfülle längs der Küste, in deren Lob bald viele Besucher einstimmen sollten.
Köstlichkeiten der ligurischen Region
Auch Guy de Maupassant äußerte sich enthusiastisch: „Der Zug zockelte durch diesen göttlichen Garten, dieses Paradies von Rosen, durch diesen Wald von Orangen und Zitronen, die zur gleichen Zeit weiße Blüten und goldene Früchte tragen, durch dieses Reich der Düfte, diese Heimat der Blumen, entlang dieser wundervollen Küste“.

Essen, was einem schmeckt!

Die Sonne scheint, die Blumen blühen, die Hüllen fallen; nicht ganz, aber zum Leidwesen vieler Frauen und Männer doch so sehr, dass die ungeliebten Pölsterchen nicht mehr mit langen Pullovern und Hosen kaschiert werden können. Also ran an den Speck: Sport treiben, verschiedene Diäten ausprobieren, Süßigkeiten vom Einkaufszettel streichen. Leider oftmals nur gute Vorsätze vom Jahreswechsel. Dabei hat die Natur den Menschen mit einer wunderbaren Gabe ausgestattet: Der Intuition. Sie hilft dabei, das Richtige zu essen, auch wenn es einmal ein Stück Sahnetorte oder ein Schokoriegel ist. „Studien haben nämlich gezeigt, dass Menschen, die intuitiv das essen, wonach ihr Körper verlangt, insgesamt einen niedrigeren Body Mass Index haben und seltener an Herz-Kreislauferkrankungen leiden“, berichtet Tanja Pöpperl im Frauen-Magazin BRIGITTE.

Wer dabei einige Dinge beachtet, kann somit von selbst ohne ständige Kontrolle sein Gewicht verringern und halten: Gegessen wird nur, wenn man wirklich Hunger hat. Schließlich erreichen die Gänge zum Kühlschrank aus Langeweile und Frust nur das Gegenteil von dem, was man eigentlich möchte. Das Gefühl sich etwas Gutes tun zu wollen und die Langeweile zu vertreiben.

Wenn sich das Hungergefühl einstellt, sollte man besser vorher überlegen, was man zu sich nehmen möchte, bevor zu irgendeinem nahe liegenden Produkt gegriffen wird. Dadurch lernt man wieder das zu essen, was der Körper auch wirklich braucht. Wichtig ist es auch, kleinere Gewichtsschwankungen zu akzeptieren, gerade am Anfang sind diese normal. Schließlich ist bei dieser Art Ernährung alles erlaubt, wonach einem gerade ist, es herrschen keine kontrollierten Verbote mehr. Und bekanntlich wird das, was einem immer und überall erlaubt ist, schnell uninteressant.

Eigentlich ist dem Menschen das intuitive Essen in die Wiege gelegt: Kleinkinder essen so viel sie benötigen, sofern man sie denn lässt. Die Übernahme der schlechten Essgewohnheiten der Eltern und zu wenig Bewegung sorgen allerdings schnell dafür, dass der Nachwuchs sich schon früh zu einem „Wonneproppen“ entwickelt: „Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt“ oder „Wenn du jetzt nicht aufisst, gibt es morgen schlechtes Wetter“ sind nur zwei von vielen vermeintlich richtigen Regeln zu den Mahlzeiten. Daher muss das Gespür für die richtige Ernährung häufig neu entdeckt werden.

Allerdings sollte man es auch bei dieser Ernährungsform vermeiden, sich zu häufig von Fast-Food und Fertig-Produkten zu ernähren. Sie haben meist neben ungesunden Zusatzstoffen eine hohe Kaloriendichte bei wenigen Nährwerten. Nicht umsonst gehören die Deutschen zu den dicksten Menschen Europas. Die leckeren Nudeln mit frischer Tomatensoße sind in fast der gleichen Zeit gekocht, wie die zermatschten Ravioli aus der Dose erwärmt. Leckere Rezepte stehen dabei nicht nur in Kochbüchern. Moderne Supermärkte machen es leicht, seinen Gelüsten unter gesunden Aspekten nachzugehen. So bietet der Starkoch Alfons Schuhbeck seine Rezepte auch auf den Supermarktwaagen von Bizerba im Selbstbedienungsbereich und an den Theken an. Man kann sie über den Bonausdrucker ausdrucken und hat direkt eine Einkaufsliste und die Anleitung zum Kochen. Somit kann sich der Verbraucher nach freier Intuition auch erst im Supermarkt spontan für sein Rezept des Tages entscheiden und wenn dann noch eine Tafel Schokolade im Einkaufswagen landen sollte: Guten Appetit!

Studie: Bauchfett erhöht Prostatakrebs-Risiko bei Männern – Kohlenhydratarme Ernährung könnte Abhilfe schaffen

Eine Studie Potsdamer Ernährungsforscher ergab, dass ein dicker Bauch erhebliche Gesundheitsrisiken birgt. Zuviel Fett um Hüfte und Taille führt zu einem erhöhten Prostatakrebsrisiko bei Männern, so die Ergebnisse der Studie, die die Wissenschaftler anhand der Daten von mehr als 153.000 Männern in einer EU-weiten Langzeitstudie ermittelten. Laut den Forschern um Heiner Boeing und Tobias Pischon vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam www.dife.de könnte das Bauchfett den männlichen Hormonhaushalt im Hinblick auf das Prostatarisiko ungünstig beeinflussen. Zudem belegen weitere Studiendaten, dass starkes Übergewicht und ein dicker Bauch bei Menschen um die 50 auch das Sterblichkeitsrisiko erhöhen. Die Forscher fanden heraus, dass nicht nur übergewichtige Menschen von diesem Risiko betroffen sind. „Das wichtigste Ergebnis unserer Untersuchung ist, dass das Übergewicht an sich, aber auch unabhängig davon die Körperfettverteilung das Sterblichkeitsrisiko eines Individuums beeinflusst“, so Pischon. Denn das Bauchfett sei nicht nur ein Energiespeicher, sondern es produziere auch Botenstoffe, die die Entwicklung chronischer Erkrankungen fördern. Dies könne zum Teil erklären, warum auch schlanke Menschen mit einem niedrigen Body-Mass-Index (BMI) aber großem Taillenumfang ein erhöhtes Sterblichkeitsrisiko besäßen.  

In Deutschland sind inzwischen 67 Prozent der Menschen übergewichtig oder stark übergewichtig. Nicht nur die Ergebnisse der Potsdamer Studie verdeutlichen, wie dringend die Deutschen hier etwas ändern müssen. Denn: wie eine weitere Teilstudie der europaweiten Studie ergab, fördert eine fettreiche Ernährungsweise zudem das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken.  

Die Zahl der Diäten ist inzwischen immens gestiegen, doch über ihre Effektivität lässt sich streiten. Viel versprechender erscheint es in diesem Zusammenhang, einfach seine Ernährung umzustellen und auf eine ausgewogene Ernährungsweise zu achten. Eine Möglichkeit besteht daran, sein Essverhalten an der GLYX-Ernährungslehre zu orientieren, das heißt unter Beachtung des so genannten Glykämischen Indexes (GI).  

Der GI gibt an, wie schnell ein kohlenhydrathaltiges Lebensmittel den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt. Kohlenhydrate mit hohem GI lassen den Blutzucker hoch ansteigen, Kohlenhydrate mit geringem GI stabilisieren hingegen den Blutzucker. Je steiler der Blutzucker nach oben klettert, desto mehr Insulin schüttet der Körper aus, um den Blutzuckerspiegel wieder zu senken. Das Insulin tut dies, indem es die in Glykose umgewandelten Kohlenhydrate als Energie in die Zellen transportiert. Sind die Zellen und die Energiespeicher noch voll, wandert alles direkt in die Fettdepots. Insulin wird daher auch als Fettspeicher- oder Masthormon bezeichnet. Nimmt man zu viele hochglykämische Kohlenhydrate zu sich, steigt das Körpergewicht stark an.  

Laut der Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden Lebensmittel in drei Gruppen eingeteilt – solche mit einem niedrigen Glykämischen Index (55 oder weniger), solche mit einem mittleren GI-Wert (56 bis 69) und Lebensmittel, die einen hohen GI-Wert aufweisen (70 oder mehr). Ausgangspunkt und gleichzeitig höchster GI-Wert ist mit 100 – der Glykämische Index von Traubenzucker. Cornflakes haben etwa einen Glykämischen Index von 81.

Der Ernährungsexperte Ulrich Overdiek beschäftigt sich schon seit langem mit dem Glykämischen Index. Er ist Geschäftsführer der vivamangiare Wellfood-Restaurants www.vivamangiare.de und bietet hier seinen Gästen gesunde Snacks und leichte Gerichte unter dem Motto „Wellfood statt Fastfood“. „Hier kann sich jeder gezielt kohlenhydratarm ernähren. Alle Speisen und Getränke sind farblich gekennzeichnet – dabei steht grün für kohlenhydratarme Speisen und Getränke mit geringem GI, gelb für Speisen mit mittleren GI und rot für kohlenhydratreiche Speisen mit hohem GI“. Sein neuestes Produkt ist vivagreen, ein Erfrischungsgetränk mit einem GI-Wert von unter 50.