Wie Unternehmen digitale Kompetenz erlangen: Netzökonomie-Campus in der #Mittelstandslounge #Cebit15

Auf der Suche nach digitaler Kompetenz
Auf der Suche nach digitaler Kompetenz

In Deutschland und Europa gibt es kein einziges relevantes Technologieunternehmen mehr mit Weltgeltung – auch wenn sich einige Konzerne der Informationstechnologie und Telekommunikation in der Öffentlichkeit so gebärden. China dagegen hat es in relativ kurzer Zeit geschafft, mehrere Firmen in der Belle Etage zu etablieren. Der Großteil der Tech-Champions kommt aber weiterhin aus den USA, schreibt das Online-Magazin Gründerszene.

Die Schreckensvision für die Industrie sei das Schicksal der europäischen Mobilfunkbranche. „Noch vor einem Jahrzehnt galt sie als Maß der Dinge. Konzerne wie Alcatel, Nokia und Siemens besaßen als Global Player großartige Zukunftsaussichten“, führt Gründerszene.de weiter aus. Die Zeit für behutsame Schritte, selbstzufriedene Reden und Wir-sind-ja-noch-da-Parolen ist abgelaufen, so das Credo der Netzökonomie-Campus-Runde in der Mittelstandslounge auf der Cebit in Hannover.

Es reicht nicht aus, ein wenig mehr IT und Social Web-Präsenzen einzusetzen, um die eigene Organisation zukunftsfähig zu machen. In Unternehmen wird unterschätzt, dass die Digitalisierung nur zu 20 Prozent eine Frage der Technologie ist. 80 Prozent der Aufgaben liegen im Management und im Verhalten der vernetzten Privat- und Geschäftskunden.

„Wir müssen Kompetenzen viel stärker vernetzten und auf Kollaboration setzen. So sollten sich Startups und Mittelständler als Bündnispartner positionieren. Wenn die Digitalisierungs-Expertise in der eigenen Firma nicht vorhanden ist, muss man sie sich in Netzwerken holen. Umgekehrt sollten die Technologie-Versteher die nötigen Business-Fähigkeiten bei etablierten Größen der Wirtschaft abholen. Nur in einer Kombination der unterschiedlichen Fähigkeiten können wir den Angreifern aus dem Silicon Valley Paroli bieten“, erklärt Winfried Felser von der Unternehmer-Plattform Competence Site beim Netzökonomie-Campus.

Ein Problem der mangelhaften digitalen Kompetenz der Wirtschaft sieht Professor Tobias Kollmann in Forschung und Lehre. „Wir bilden für die digitale Wirtschaft nicht aus. Das findet in den Lehrplänen einfach nicht statt.“ Hier verortet der Vorsitzende des Beirats „Junge Digitale Wirtschaft“ des Bundeswirtschaftsministeriums ein großes Handicap, weil dadurch nicht nur die Fachkräfte für die digitale Transformation in Mittelstand und Konzernen fehlen, sondern auch zu wenig Gründer aus den Hochschulsystemen herauskommen. Hier müsste dringend eine Basis für die nächste Gründergeneration gebildet werden.

„Wir müssen diese Themen in die Bachelor-Studiengänge reinbekommen“, so Kollmann.

Ausführlicher Bericht folgt.

Paralyse oder Bereitschaft zum digitalen Wandel: Wie viel Internet-Startup-Geist braucht der Mittelstand? #cebit15 #Mittelstandslounge

Über die digitalen Superkräfte deutscher Unternehmen
Über die digitalen Superkräfte deutscher Unternehmen

Viele Unternehmen haben nach einer Mind Business-Studie noch nicht den Einstieg in den digitalen Wandel gefunden. Es fehlt die notwendige Expertise, um die Chancen digitaler Technologien für das eigene Geschäft zu erkennen, zu bewerten und zu erschließen. Fehlender Leidensdruck in den Chefetagen verhindert oder verschleppt den Wandel, der von der Organisation bereits gesehen und gewünscht werde. Es mangelt dabei nicht an der Wahrnehmung der Umbrüche. Die Führungskräfte der deutschen Wirtschaft scheinen jedoch von schwerfälligen und komplexen Business Systemen und Prozessen „paralysiert“ zu sein.

Es liegt vielleicht an den klassischen hierarchischen Führungsmodellen, die in einer vernetzten Ökonomie nicht mehr so richtig greifen:

„Je stärker wir in das digitale Zeitalter kommen, umso stärker werden Unternehmen die Notwendigkeit spüren, Kommunikationsverantwortung und damit Macht zu dezentralisieren. Die Abneigung dem Neuen gegenüber, vor allem im Mittelbau deutscher Unternehmen, ist insofern verständlich, weil es gerade für sie ein mehr an Arbeit bedeutet. Die meisten Firmen werden den Transformationsprozess nur dann schaffen können, wenn sie Personal an wichtigen Stellen austauschen oder den Generationswechsel gestalten“, so die Empfehlung der Studienautoren.

Den Querdenkern müsse mehr Anerkennung entgegen gebracht werden – sie brauchen Freiräume in der Organisation.

„Wer das Nutzenversprechen für die nächste Ära seines Geschäfts entwickeln will, der darf nicht linear denken, sondern muss wie Internet-Startups denken lernen. Viele Unternehmen machten, als sie die Notwendigkeit zur Digitalisierung der Geschäftsmodelle erkannten, den Fehler, ‚analogen Wein in digitalen Schläuchen‘ zu verkaufen“, kritisieren die Mind Business-Analysten.

Die Gefahren einer unsicheren digitalen Zukunft könne man verringern, indem digitale Strategien von Internet-Startups Teil des Szenario-Prozesses werden:

„Das Internet im Allgemeinen und die Digitalisierung im Besonderen führen dazu, dass ganze Branchen durch Software neu gestaltet werden. Erfahrungswerte und das Wissen über das Bewährte dürfen daher nicht als Wegweiser für die digitale Transformation herangezogen werden. Denn immer dann, wenn Produkte und Dienstleistungen zu Software werden, verlieren sie ihre physikalischen Eigenschaften und Beschränkungen.“

Die Geschäftserfolge der Vergangenheit würden dabei wie Denkfallen wirken. Wer ausschließlich wie eine Hardware-Company denkt, verpasse neue Chancen, weil man ähnlich wie Best Buy versucht, die Neuentwicklung zu bremsen, indem man Störsender in den Verkaufsflächen installiert, anstatt wie in den Apple Stores neue Zahlverfahren per Handy einzuführen, um den vernetzten Kunden besser zu bedienen.

„Eine Erkenntnis bleibt in jedem Fall: Man kann technologische Entwicklung nicht stoppen, man kann sie nur zu seinen Gunsten nutzen“, resümieren die Analysten von Mind Business.

Der von der Mittelstandsinitiative „digitalize your business“ für die CeBIT 2015 entwickelte digiBusiness-Check liefert weitere Erkenntnisse, wo mittelständische Unternehmen in ihren digitalen Strategien stehen. Erste Ergebnisse belegen, dass rund 90 Prozent, die sich bislang an der Schnelltest beteiligt haben, die Relevanz der digitalen Verzahnung aller operativen und strategischen Aufgaben erkannt haben. Auch die Bedeutung der Entscheidungsträger als „Treiber“ der Digitalisierung wird von der überwiegenden Mehrheit (63 Prozent) bejaht. Der Einfluss der Kunden auf die digitale Transformation von Unternehmen wird ebenfalls sehr hoch bewertet.

Was das für das tägliche Geschäft der mittelständischen Unternehmen bedeutet, diskutieren wir am Donnerstag in einem Live-Hangout ab 16:30 Uhr. Thema: Quo vadis – Digitaler Reifegrad des Mittelstands. Gäste: Hannes Häfele von Oracle Deutschland, Hartwig von Saß vom Cebit-Presseteam, Rechtsanwalt Markus Nessler und Andreas Fischer vom G+F-Verlag.

Ihr könnt Euch an der Diskussion während der Live-Übertragung beteiligen: Entweder über die Frage-Anwort-Funktion der Googe Plus-Eventseite oder über Twitter mit dem Hashtag #Mittelstandslounge. Man hört und sieht sich am Donnerstagnachmittag 🙂

Technik-Checkliste fürs Livestreaming via Hangout on Air #Cebit15 #Mittelstandslounge

Hangout on Air-Equipment
Hangout on Air-Equipment

Die Frage über die technischen, räumlichen und infrastrukturellen Voraussetzungen fürs Livestreaming via Hangout on Air werden mir immer wieder gestellt. Da sich der Google-Dienst in der breiten Masse seit der Einführung im August 2012 immer noch nicht durchgesetzt hat, gibt es viele Nutzer ohne Hangout-Erfahrungen. Liegt wohl an den Aversionen gegen Google Plus….

Hannes Schleeh hat in unserem Hanser-Buch „Livestreaming mit Hangout on Air“ die wichtigsten Punkte kompakt zusammengefasst. Um an Hangout on Air-Übertragung teilzunehmen, reicht ein Google Plus-Konto aus. Will man selbst als Operator live übertragen, ist zusätzlich ein verifizierter Youtube-Kanal vonnöten, der mit dem eigenen Google Plus-Konto verbunden werden muss.

Wer noch nie in einem Hangout war, muss noch das sogenannte Google Talk-Plug-in installieren. Die Applikation ist allerdings mit 8,5 MB keine Herausforderung beim Herunterladen. Dauert nur wenige Sekunden. Beim Google Browser Chrome müsse es auch ohne Installation funktionieren.

Die Empfehlung von Hannes Schleeh:

„Der Computer sollte wenn möglich nicht älter als zwei Jahre sein. Bei älteren Modellen muss man mit Abstrichen in der Qualität leben, da für einen Livestream in High Definition (HD) sowohl die Grafikkarte als auch der Prozessor die entsprechende Leistungsfähigkeit haben müssen.“

Google empfiehlt auf seiner Supportseite mindestens einen Dual-Core-Prozessor von 2 GHz.

Ganz wichtig für eine gute Übertragung: Genügend Bandbreite!!!!!!

Empfehlenswert ist eine synchrone Bandbreite von 5 MBit pro Sekunde im Up- und Downstream. 5 Mbit im Upstream sind keine Kleinigkeit, die meisten User in Deutschland haben weniger (mit freundlichen Grüßen an Infrastruktur-Minister Dobrindt). Wenn möglich, sollte man seinen Computer mit einem LAN-Kabel verbinden. Bei einer Funkverbindung via WLAN teilt man die zur Verfügung stehende Bandbreite mit den eingebuchten Nutzern auf – das dürfte beruflich und privat eher die Regel sein. Ist die Netzverbindung schwach, drosselt Google automatisch die Übertragungsqualität, damit der Livestream nicht abreißt. Das gibt Einbußen beim Ton und noch extremer beim Bewegtbild.

Mikrofon und Kamera:

Die meisten Laptops sind mit Webcam und eingebautem Mikrofon ausgestattet. Noch besser sind allerdings externe Geräte mit USB-Anschluss. Also eine Webcam mit einer HD-Auflösung von mindestens 720p (beispielsweise die Logitech C920) und ein externes Mikrofon wie das Samson Meteor (gibt es mittlerweile für schlappe 69 Euro). Headsets sehen bei den Live-Hangouts immer etwas blöd aus. Beim Podcasting sinnvoll, bei Video-Formaten eher nicht.

Licht

Nicht unterschätzen sollte man die Lichtverhältnisse. Häufiger Fehler: Fenster im Rücken, so dass die Webcam Gegenlicht bekommt und der Teilnehmer zum Dunkelmann mutiert. Die Webcam darf generell kein Gegenlicht bekommen – das ist wie beim Fotografieren gegen das Sonnenlicht.

Hangout On Air-Fernsehstudio

Zwei Schreibtischlampen, die man hinter der Webcam platzieren sollte, reichen für gute Lichtverhältnisse aus. Auf das Tageslicht sollte man sich nicht verlassen, da es je nach Uhr- und Jahreszeit wechselt. Von den täglichen Wetterkapriolen mal ganz abgesehen.

Was der Google-Dienst sonst noch so hergibt – von Bauchbinde bis zur internen Chat-Funktion für die Moderation – erläutere ich dann direkt vor den Liveübertragungen. Es ist ratsam, die Teilnehmer fünfzehn Minuten vor dem Start der Liveübertragung in den Hangout zu holen, um noch mal alles zu testen.

Die drei Preview-Sendungen zur Cebit-Mittelstandslounge, die ich in diesem Jahr als Moderator und Operator begleite, dürften also ohne Probleme über die Bühne gehen. Man hört und sieht sich im Netz 🙂