
Für die wirtschaftliche Flaute in Deutschland könne nicht nur die Wirtschaftspolitik verantwortlich gemacht werden, es liege auch an den Unternehmen und dem Top-Management. „Darauf verweist die EZB-Direktorin Isabel Schnabel in ihrer Rede beim Economic and Monetary Union Laboratory in Florenz. Es gehe darum, wie beherzt das Management von Unternehmen zupackt. Die Manager müssten Unternehmen so organisieren, dass sie die Früchte neuer Techniken auch tatsächlich ernten. Schnabel liegt mit ihrer Einschätzung goldrichtig. Das belegt unsere neue Studie ‚Digitale Vorreiter im Mittelstand‘. Wer mutig in neue Themen investiert, kann sich auf dem heimischen und den internationalen Märkten durchsetzen. Unternehmen, die ihre digitale und grüne Transformation parallel vorantreiben, sind wirtschaftlich besonders erfolgreich. Mehr als zwei Drittel der Unternehmen befinden sich auf einem nachhaltigen Wachstumskurs und legen schneller zu als der Markt. Twin Transformer sind Zukunftsgestalter und keine Risikomanager. Nachhaltigkeit ist für sie eine Investition in die Zukunft und nicht nur ein Kostenfaktor“, so Studienautor Bernhard Steimel, Leiter des Smarter Service Institut.
Knapp 60 Prozent dieser Unternehmen wächst profitabel auch in rezessiven Zeiten. „Bei den digitalen und nachhaltigen Vorreitern der Unternehmenslandschaft gibt es keine Rezession. Zwei von drei befragten Unternehmen sind auf einem soliden Wachstumskurs und setzen sich deutlich vom Markt ab“, erläutert Steimel.
Twin Transformer würden sich durch eine hohe Dynamik und Anpassungsfähigkeit auszeichnen.
Die Ergebnisse:
- 64 Prozent der untersuchten Mittelständler nutzen die Automatisierung als Produktivitätsbooster und damit einen der Megatrends der aktuellen Digitalisierung. Die Automatisierung wird nach Ansicht dieser Unternehmen in den kommenden Jahren eine weiter steigende Rolle spielen.
- Im Management setzen 57 Prozent agile Methoden ein, um flexibel zu sein und schnell auf Markttrends reagieren zu können.
- 46 Prozent erzielen profitables Wachstum dank digitaler Geschäftsmodellen.
- 31 Prozent sehen sich auf dem Weg zu einem datengetriebenen Unternehmen.
- In Sachen Nachhaltigkeit verfolgt die Hälfte der Vorreiter die Maßgabe, „Purpose beyond Profit“. Der Begriff bezieht sich auf eine Geschäftsphilosophie, die über die reine Gewinnerzielung hinausgeht und einen tieferen, sinnstiftenden Zweck verfolgt. Diese Philosophie betont die Bedeutung von Unternehmen, die nicht nur finanziell erfolgreich sein wollen, sondern auch einen positiven Beitrag zur Gesellschaft leisten und in verschiedenen Dimensionen Wert schaffen.
- 47 Prozent der untersuchten Unternehmen setzen verstärkt auf zirkuläre Geschäftsmodelle und erschließen sich so neue Produkt- und Kundenmärkte.
- 43 Prozent der Unternehmen bezeichneten sich als „CSRD ready“, haben also die Anforderungen der Corporate Sustainability Reporting Directive der Europäischen Union bereits erfüllt. Danach müssen schrittweise immer mehr Unternehmen über ihre Initiativen zur Erfüllung der Nachhaltigkeit berichten.
Auf der Seite der nicht monetären Vorteile werden eine höhere Attraktivität als Arbeitgeber, eine steigende Markenreputation, eine erhöhte Preisbereitschaft der Kunden sowie eine stärkere Loyalität genannt. Als monetäre Vorteile gelten günstigere Refinanzierungen und ein besserer Zugang zu Förderprogrammen ebenso wie ein nachhaltiges und rentables Wachstum.
„Unternehmen sollten jetzt nicht wie das Kaninchen vor der Schlange auf neue Taten der Bundesregierung warten. Sie müssen selbst ihre Hausaufgaben machen und sich zu zukunftsfähigen und resilienten Organisationen wandeln. Die Twin Transformer weisen den Weg“, resümiert Steimel.
Die Studien Highlights können auf der Webseite des Instituts kostenfrei gegen Registrierung herunter geladen werden.
Der vollständige Studienband mit 25 Fallstudien erscheint im April.
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Zum Thema Mythen der Innovation.