
Ach, wie schön ist das Leben eines CEOs! Die einen machen ihre Millionen, während sie, mit einem glückseligen Grinsen auf dem Gesicht, im Lotussitz den Tag beginnen, die anderen planschen durchs Unterholz wie moderne Waldschrate. Und wir? Wir sitzen im Büro und fragen uns: War’s das jetzt? Aber keine Sorge, die Self-Care-Rituale der Spitzenmanager sind natürlich nicht bloß ein Wellness-Programm. Nein, das ist Management 2.0! Yoga, Kryo und Modellbahnen – die neuen Tools der Geschäftswelt.
Da hätten wir zum Beispiel den lieben Bob Roth. Frühmorgens, wenn der Hahn noch gar nicht weiß, wie ihm geschieht, springt unser CEO aus den Federn, um in einer spirituellen Zeremonie seinen Hund zu füttern. Natürlich ohne Handy, man will ja schließlich im Einklang mit der Natur sein – solange es die Aktienkurse erlauben. Und Bob trinkt grünen Tee, keinen Kaffee, nein, das wäre zu ordinär. Tee ist eben für die feinsinnigen Seelen, die sich um Umsatzprognosen Gedanken machen, während sie tief durchatmen. So, als wäre der Markt nur eine Facette ihrer spirituellen Reise. Namaste, Bob!
Und dann Sonny Sultani. Der Mann „bädelt im Wald“ – oder wie man im Management sagt: Er tankt neue Energie. Ja, der CEO als Waldläufer, der sich vom Zirpen der Grillen inspirieren lässt, während sein Unternehmen vor der nächsten Herausforderung steht. Ein tiefer Atemzug, die Wiesen riechen, die Vögel hören… und nebenbei ein paar Millionen bewegen. Das ist Entspannung auf CEO-Niveau. Und das Beste: Ein spontaner Tag im Zoo mit dem Sohn? Kein Problem! „Das ist Freiheit“, sagt Sonny. Freiheit, wie man sie eben nur als CEO erlebt – wenn man neben dem Wald noch eine ganze Firma jongliert.
Aber halt, jetzt kommt der Höhepunkt der Show: Karyn Koven und ihre wöchentliche Frostkur in der Kryo-Kammer! Stellen Sie sich das mal vor: Da steht sie, die CEO, mit gefrorenen Wimpern in der Eiskammer und fühlt sich so erfrischt wie nach einem kleinen Börsencrash. Zwei Minuten in -150 Grad – das ist der wahre Luxus der Entschleunigung! Und wer hätte gedacht, dass man das ins CEO-Tagebuch schreiben kann: „Heute: 11 Uhr – Einfrieren. 14 Uhr – Mitarbeitergespräch.“ Disziplin ist alles, sagt Karyn. Na klar, wenn die Börsen nicht frieren, dann eben die Chefs.
Und wenn das alles nicht reicht, gibt es da noch Robert Sprague. Der Mann hat es verstanden: Warum sich mit den täglichen Katastrophen des Business plagen, wenn man eine ganze Miniatureisenbahnwelt bauen kann? Während sein Unternehmen im digitalen Express dahinsaust, tuckert Robert in seinem Hobbykeller gemütlich eine Dampflok über den Mini-Schienenpark. Flow-Zustand nennt er das. Manch anderer nennt es „Flucht“, aber wer sind wir, dass wir über diese kreativen Auszeiten urteilen?
Und zum Schluss noch das i-Tüpfelchen der CEO-Selbstfürsorge: Craig Skevington besteigt Kilimandscharo, besucht brennende Männer in der Wüste und reist durch die Arktis. Ja, so trennt man sich von der harten Realität des Geschäftslebens! Während wir hier im Büro über unsere Excel-Tabellen schwitzen, steht Craig auf dem Gipfel und denkt sich: „Ich hab’s geschafft. Ihr nicht.“ Aber natürlich alles im Dienst des Unternehmens. Wer kann schon bei -15 Grad auf einem Berg den Stress nicht vergessen?
Fazit: CEOs haben das Self-Care-Spiel auf ein neues Level gehoben. Während wir normale Büroinsassen noch versuchen, unsere Pausen sinnvoll zu nutzen, machen die Chefs mit Yogamatten, Eiskammern und Extremurlauben vor, wie man wirklich „bei sich“ bleibt. Und wer am Ende die Fäden zieht? Ach, das sind wohl die Wellness-Coaches – oder war’s doch das Karma?
Exkurs zur Knetmasse von Mister K.:
Ach, die Knetmasse von Mister K. – der Inbegriff moderner Managementphilosophie! Kaum zu glauben, dass ein Material, das früher vor allem in Kindergärten und Hobbyräumen seine Daseinsberechtigung fand, nun die Chefetagen der Wirtschaft erreicht hat. Mister K., jener visionäre Meister der Autoverkäufersprüche, brachte es mit einer fast schon beängstigenden Überzeugungskraft in die Büros. „Alles muss formbar sein“, lautete seine Devise – und so ließ er seine Mitarbeiter wortwörtlich ihre Aufgaben mit Knetmasse nachbauen.
Da standen sie also, die Angestellten, tief versunken in ihr Werk, und kneteten ihre Projekte in absurd-symbolischen Formen nach. „So sieht Erfolg aus!“, rief Mister K. begeistert, während er selbst eine glänzende, unförmige Masse in den Händen hielt, die vermutlich das Wort „Synergie“ darstellen sollte. Was anfangs noch belächelt wurde, entwickelte sich bald zu einer Art spirituellem Ritual. Denn wer einmal mit Knetmasse gearbeitet hat, weiß: Alles ist möglich, solange man nur kräftig genug drückt.
Das wahre Genie dieser Methode liegt jedoch nicht in der Knetmasse selbst, sondern in der Metapher dahinter. Denn das Leben im Büro, das wusste Mister K. ganz genau, gleicht eben dieser Knetmasse. Formbar, dehnbar, stets darauf vorbereitet, sich den neuesten Managementmoden anzupassen. Heute ein agiles, kreatives Team, morgen ein effizientes, kundenorientiertes Servicecenter – und das alles dank der formbaren Wunderkraft der Knete.
Doch, wie bei jeder Knetmasse, gibt es auch hier einen Haken: Drückt man zu fest, bröckelt sie auseinander, drückt man zu zaghaft, bleibt sie ein formloser Klumpen. So war auch Mister K.s Führungsstil – immer auf der Suche nach der perfekten Balance zwischen Druck und Nachgiebigkeit. Leider war ihm das Wesen der Knetmasse zu komplex, um zu erkennen, dass echte Innovation nicht geknetet, sondern erdacht werden muss.
Am Ende blieb also nur ein Raum voller Figuren aus Knetmasse, die sich über ihre eigene Bedeutungslosigkeit nicht ganz im Klaren waren. Aber immerhin, und das muss man Mister K. zugutehalten: Es sah verdammt kreativ aus.
Siehe auch:
Die Pauschalunterwerfung im Arbeitsleben ist so groß wie eh und je