WRONG. Wie Bonn Bußgelder bucht.

Was für eine Antwort war das denn, Herr Hoffmann? „Verweis auf bereits übermittelte Stellungnahme“ – das klingt wie aus dem Handbuch „Wie man Bürger abspeist, ohne sich zu erklären“. Als ginge es um eine verlorene Paketnummer, nicht um rechtsstaatliche Grundfragen.

Und das alles unter dem Slogan: „Bonn gewinnt.“ Ja, was eigentlich? Die Disziplinarmeisterschaft im Abwiegeln? Den Innovationspreis für passiv-aggressive Verwaltungskommunikation?

WRONG.

Du fragst: Gibt es Leitlinien, damit die Haushaltsplanung nicht die Verkehrsüberwachung beeinflusst? Antwort: Nicht bekannt. Du fragst: Wird das Geld aus Bußgeldern wenigstens gemeinwohlorientiert verwendet, wie man es bei Strafgeldern kennt? Antwort: Keine Pläne, keine Transparenz. Du fragst: Was ist mit dem grundgesetzlich geschützten Vertrauensgrundsatz? Antwort: Gähnende Leerstelle.

WRONG.

Dabei ist die Kiste längst offen. Der Kämmerer kriegt Schweißausbrüche, wenn das Blitzgerät mal ausfällt. Eine halbe Million Euro Haushaltsloch – weil der Automat nicht funktionierte. So funktioniert das neue Geschäftsmodell: der Bürger als kalkulierter Verstoß, der Haushalt als Wettschein auf Regelbruch. Und wehe, du fährst regelkonform. Dann ist das ein Problem. Für die Stadtkasse.

WRONG.

Statt Firewalls zwischen Bußgeldstelle und Haushaltsreferat: kurze Wege, flüchtige Excel-Blicke, schweigendes Verständnis. Im Haushalt eingeplant. Im System verankert. Im Zweifel nicht diskutiert.

Und jetzt? Jetzt wirbt Oberbürgermeisterin Katja Dörner im Wahlkampf mit dem Satz: „Bonn gewinnt.“ Zweimal dieselbe Phrase. Einmal als Claim auf dem Plakat. Einmal als stilles Mantra in der Mittelplanung.

Aber was gewinnt Bonn?

Vertrauen? Nein.

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