Edward Snowden und das Versagen des Staates beim Datenschutz: Auf wen sich Unternehmen nicht verlassen sollten #Mittelstandslounge

Meerkat

Interessanter Vortrag von Rechtsanwalt Matthias Lachenmann in der Cebit-Mittelstandslounge zu den Herausforderungen von Unternehmen im Datenschutz. Sehr offen auch seine Reaktion auf meine Frage, ob man dem Staat in irgendeiner Weise noch vertrauen könne bei den Lippenbekenntnissen zur Sicherheit im Netz.

Lachenmann ist übrigens Mitherausgeber des Fachbuches „Formularhandbuch Datenschutzrecht“. Es vermittelt mittelständischen Unternehmen, Konzernen und Startups notwendige Kenntnisse im Datenschutz:

„Bei Nichteinhaltung drohen Bußgelder, Klagen, Abmahnungen und Reputationsschäden durch öffentliche Berichterstattung. Zwar besteht darüber allgemeine Kenntnis, dennoch mangelt es oft an der Umsetzung der datenschutzrechtlichen Normen“, heißt es im Infotext.

Demnächst wird es dazu mit dem Rechtsexperten ein Autorengespräch geben via Hangout on Air.

Wie Unternehmen digitale Kompetenz erlangen: Netzökonomie-Campus in der #Mittelstandslounge #Cebit15

Auf der Suche nach digitaler Kompetenz
Auf der Suche nach digitaler Kompetenz

In Deutschland und Europa gibt es kein einziges relevantes Technologieunternehmen mehr mit Weltgeltung – auch wenn sich einige Konzerne der Informationstechnologie und Telekommunikation in der Öffentlichkeit so gebärden. China dagegen hat es in relativ kurzer Zeit geschafft, mehrere Firmen in der Belle Etage zu etablieren. Der Großteil der Tech-Champions kommt aber weiterhin aus den USA, schreibt das Online-Magazin Gründerszene.

Die Schreckensvision für die Industrie sei das Schicksal der europäischen Mobilfunkbranche. „Noch vor einem Jahrzehnt galt sie als Maß der Dinge. Konzerne wie Alcatel, Nokia und Siemens besaßen als Global Player großartige Zukunftsaussichten“, führt Gründerszene.de weiter aus. Die Zeit für behutsame Schritte, selbstzufriedene Reden und Wir-sind-ja-noch-da-Parolen ist abgelaufen, so das Credo der Netzökonomie-Campus-Runde in der Mittelstandslounge auf der Cebit in Hannover.

Es reicht nicht aus, ein wenig mehr IT und Social Web-Präsenzen einzusetzen, um die eigene Organisation zukunftsfähig zu machen. In Unternehmen wird unterschätzt, dass die Digitalisierung nur zu 20 Prozent eine Frage der Technologie ist. 80 Prozent der Aufgaben liegen im Management und im Verhalten der vernetzten Privat- und Geschäftskunden.

„Wir müssen Kompetenzen viel stärker vernetzten und auf Kollaboration setzen. So sollten sich Startups und Mittelständler als Bündnispartner positionieren. Wenn die Digitalisierungs-Expertise in der eigenen Firma nicht vorhanden ist, muss man sie sich in Netzwerken holen. Umgekehrt sollten die Technologie-Versteher die nötigen Business-Fähigkeiten bei etablierten Größen der Wirtschaft abholen. Nur in einer Kombination der unterschiedlichen Fähigkeiten können wir den Angreifern aus dem Silicon Valley Paroli bieten“, erklärt Winfried Felser von der Unternehmer-Plattform Competence Site beim Netzökonomie-Campus.

Ein Problem der mangelhaften digitalen Kompetenz der Wirtschaft sieht Professor Tobias Kollmann in Forschung und Lehre. „Wir bilden für die digitale Wirtschaft nicht aus. Das findet in den Lehrplänen einfach nicht statt.“ Hier verortet der Vorsitzende des Beirats „Junge Digitale Wirtschaft“ des Bundeswirtschaftsministeriums ein großes Handicap, weil dadurch nicht nur die Fachkräfte für die digitale Transformation in Mittelstand und Konzernen fehlen, sondern auch zu wenig Gründer aus den Hochschulsystemen herauskommen. Hier müsste dringend eine Basis für die nächste Gründergeneration gebildet werden.

„Wir müssen diese Themen in die Bachelor-Studiengänge reinbekommen“, so Kollmann.

Ausführlicher Bericht folgt.

Warum Mittelständler eine mobile Geschäftsstrategie brauchen #Mittelstandslounge #cebit15

Professor Wolf Knüpffer
Professor Wolf Knüpffer

Klasse Vortrag von Professor Wolf Knüpffer, Projektleiter eBusiness-Lotse Metropolregion. Hochschule Ansbach.

Man streamt sich 🙂

Was macht die #Cebit15 eigentlich nachts? Über die Live-Hangouts in der #Mittelstandslounge in Halle 5

Live-TV leicht gemacht
Live-TV leicht gemacht

Was macht Ihr Messestand eigentlich nachts? Diese Frage haben wir (Hannes Schleeh und icke) auf der Cebit 2013 zum ersten Mal von Sascha Stoltenow gehört und waren fasziniert von den möglichen Antworten, die wir darauf mit dem Livestreaming-Dienst Hangout on Air bei gleichzeitiger Youtube-Aufzeichnung geben könnten. Hannes war 15 Jahre lang für die Messeauftritte der Maschinenring-Organisation zuständig und kennt die Probleme eines Messeverantwortlichen sehr gut.

So ein Event ist immer eine riesige Aktion für Firmen, Verbände und Brancheninitiativen. Für Standkonzepte, Miete, Personal, Programme, Info-Material, Getränke und Snacks müssen einige Euros investiert werden. Häufig verpufft das Gebotene direkt nach dem Schlusstag. Vorträge werden nicht dokumentiert, Videos erscheinen erst weit nach dem Ende der Messe und Interessenten, die aus zeitlichen Gründen den Stand nicht besuchen konnten, bekommen überhaupt nichts mit. Mit Live-Hangouts, die das gesamte Messegeschehen ins Netz senden, kann man das mit einem mobilen Studio ändern. Über die Google Plus-Eventseite ist es möglich, bereits im Vorfeld auf das Messe-Programm aufmerksam zu machen und personalisierte Einladungen auszusenden. Die Videos lassen sich mit dem Einbettungscode in Websites und Blogs spielend leicht einbetten und liegen nach der Livesendung direkt als Konserve vor.

UND ACTION!
UND ACTION!

Welche Wirkung das haben kann, demonstrierte Hannes auf der Agritechnica: Ziel der Hangouts war es, den noch unentschlossenen Landwirten mit Livebildern an den ersten noch exklusiven Tagen eine Entscheidungshilfe für den Messebesuch zu geben. Mit kleinstem und ultramobilem Equipment war das Streaming-Team für den Kanal AGRITECHNICA.TV auf dem Messegelände in Hannover unterwegs:

„Die Sendungen fanden im Stundentakt statt und wurden direkt auf der Startseite der Messe http://www.agritechnica.com eingestellt. Schon nach 3 Tagen hatten die Youtube-Clips zusammen über 20.000 Klicks erreicht“, schreibt Hannes Schleeh.

Messemarketing mit bewegten Live-Bildern werde immer wichtiger, aber auch einfacher:

„Wo früher riesige Übertragungswagen mit mannshohen Satellitenschüsseln und enorm teures Equipment im Einsatz waren, genügt heute ein schneller Internetzugang über LAN, WLAN oder LTE, um die Livebilder ins Internet zu streamen.“

Das kann man übrigens alles in unserem Livestreaming-Opus nachlesen, erschienen im Hanser Verlag.

Auf der diesjährigen Cebit sind meine Planungen ähnlich ambitioniert. Mehr dazu in meiner Meldung: INNOVATION, INFORMATION, INSPIRATION UND TRANSPIRATION FÜR DIE D!CONOMY: VOLLES PROGRAMM IN DER #CEBIT15 #MITTELSTANDSLOUNGE HALLE 5.

Zwischen den schon festgelegten Sessions können wir übrigens gerne noch spontane Interviews machen. Rechtzeitig melden – am besten mobil: 0177 620 44 74.

Man hört und sieht sich in Halle 5 auf der Cebit. Ihr kommt doch vorbei, oder? Aber bitte tagsüber. Nachts wäre mir das doch ein wenig zu anstrengend mit den Live-Übertragungen.

M@tch digital: Live-Hangout um 11:30 Uhr über das Programm der #Cebit15 #Mittelstandslounge

Cebit

Am Donnerstag, um 11:30 Uhr (also am 5. März) stellen wir das Programm der Cebit-Mittelstandslounge in Halle 5 vom 16. bis 20. März in Halle 5 vor. Mit dabei: Ulla Cöster (Xethix), Manuel Wortmann (basecom GmbH), Professor Peter von Mitschke-Collande (Uni Hannover) und Andreas Fischer (Digitalize your business-Initiative). Moderation: Gunnar Sohn (also icke).

Ihr könnt wieder kräftig während der Liveübertragung mitdiskutieren. Über die Google Plus Eventseite (Fragen-Button auf dem Video oben rechts) oder via Twitter mit dem Hashtag .

Das komplette Programm der Cebit-Mittelstandlounge findet Ihr auf Facebook.

Auf meiner Google Plus-Veranstaltungsseite findet Ihr alle geplanten Live-Hangouts, die ich in den fünf Messetagen übertragen werde. Danach bin ich wahrscheinlich urlaubsreif.

Man hört und sieht sich im morgigen Livestream und hoffentlich auf der Cebit in Halle 5 🙂

Lobo statt Zetsche: Warum der Daimler-Chef ein schlechter Ratgeber für die vernetzte Ökonomie ist

Neuerfindung des Systems "Auto"
Neuerfindung des Systems „Auto“

Mehr als drei Viertel der deutschen mittelständischen Unternehmen sehen zwar eine rasante digitale Transformation der Wirtschaft und erkennen, dass ihre eigene Wettbewerbsfähigkeit ohne zunehmende Digitalisierung bedroht ist. Aber nur bei jedem zweiten Unternehmen ist die Digitalisierung Bestandteil der eigenen Strategie. Für fast die Hälfte der Unternehmen spielt laut einer DZ Bank-Studie die Digitalisierung der Geschäftsprozesse derzeit noch gar keine oder nur eine geringe Rolle. Ich halte das sogar für eine konservative Einschätzung. Selbst deutsche Autokonzerne gehen recht lässig mit den Herausforderungen der digitalen Transformation um: So hat sich Daimler-Chef Dieter Zetsche in einem Interview zum Gerücht geäußert, Apple werde in das Automobilgeschäft einsteigen:

„… wir haben das Auto erfunden. Und Erfahrung ist in einem so komplexen Geschäft wie dem Automobilbau mitentscheidend.“

Das klingt nach einer Selbstsicherheit, die man auch als betriebsblinde Arroganz interpretieren könnte. Oder anders ausgedrückt: Die Geschäftserfolge der Vergangenheit wirken wie Denkfallen. Wer ausschließlich wie eine Hardware-Company denkt, verpasst neue Chancen, weil man ähnlich wie Best Buy versucht, die Neuentwicklung zu bremsen, indem man Störsender in den Verkaufsflächen installiert, anstatt wie in den Apple Stores neue Zahlverfahren per Handy einzuführen, um den vernetzten Kunden besser zu bedienen. Nachzulesen in meiner The European-Abhandlung.

Vernetzung, Plattformen und digitale Ökosysteme werden auch für Industriebetriebe immer wichtiger.

„Das kommende System Auto basiert auf einem vernetzten Betriebssystem über das Einzelfahrzeug hinaus, aus dem sich neue Produkte und Märkte ergeben. Uber wird mit rund 40 Milliarden Dollar bewertet (sechs Mal mehr als Lufthansa), weil es das Betriebssystem für den Transportmarkt plant. Viele Anwendungsfälle des Produkts Auto können mit der richtigen Plattform anders abgebildet werden als durch den schnöden Produktkauf. Egal, ob Uber oder ein Wettbewerber den Transportmarkt software-seitig aufessen“, so Sascha Lobo in seiner aktuellen Spiegel-Kolumne.

Branchenfremde Größen aus der digitalen Sphäre können sehr schnell in traditionelle Geschäfte eindringen und durcheinander wirbeln – das gilt für den Produktionssektor und Dienstleistungssektor gleichermaßen. So erleidet die Hotelwirtschaft zur Zeit schmerzhafte Umsatzeinbrüche durch Airbnb, der Zimmerbörse auf Speed, wie es Lobo formuliert:

„Airbnb bedeutet, dass man inzwischen im Internet übernachten kann. Zetsches Kommentare klingen, als hätte die Vorstandsvorsitzende einer Hotelkette vor Airbnb erklärt, dass sie Digitalkonzerne nicht ernsthaft bedrohen könnten. Weil die Hotelwirtschaft logistisch zu komplex für Anfänger sei.“

Arroganz, Selbstsicherheit und Ignoranz können sich die Firmenlenker der Deutschland AG nicht leisten. Wie das im Mittelstand geändert werden kann, diskutieren wir heute ab 16:30 Uhr in einem Live-Hangout als Vorbericht der diesjährigen Cebit-Mittelstandslounge in Halle 5, wo ich vom 16. bis 20. März als Moderator im Einsatz bin.

Gäste: Hannes Häfele von Oracle Deutschland, Hartwig von Saß vom Cebit-Presseteam, Rechtsanwalt Markus Nessler und Andreas Fischer vom G+F-Verlag.

Mitdiskutieren während der Liveübertragung über die Frage-Funktion der Google Plus-Eventseite oder via Twitter mit dem Hashtag

Paralyse oder Bereitschaft zum digitalen Wandel: Wie viel Internet-Startup-Geist braucht der Mittelstand? #cebit15 #Mittelstandslounge

Über die digitalen Superkräfte deutscher Unternehmen
Über die digitalen Superkräfte deutscher Unternehmen

Viele Unternehmen haben nach einer Mind Business-Studie noch nicht den Einstieg in den digitalen Wandel gefunden. Es fehlt die notwendige Expertise, um die Chancen digitaler Technologien für das eigene Geschäft zu erkennen, zu bewerten und zu erschließen. Fehlender Leidensdruck in den Chefetagen verhindert oder verschleppt den Wandel, der von der Organisation bereits gesehen und gewünscht werde. Es mangelt dabei nicht an der Wahrnehmung der Umbrüche. Die Führungskräfte der deutschen Wirtschaft scheinen jedoch von schwerfälligen und komplexen Business Systemen und Prozessen „paralysiert“ zu sein.

Es liegt vielleicht an den klassischen hierarchischen Führungsmodellen, die in einer vernetzten Ökonomie nicht mehr so richtig greifen:

„Je stärker wir in das digitale Zeitalter kommen, umso stärker werden Unternehmen die Notwendigkeit spüren, Kommunikationsverantwortung und damit Macht zu dezentralisieren. Die Abneigung dem Neuen gegenüber, vor allem im Mittelbau deutscher Unternehmen, ist insofern verständlich, weil es gerade für sie ein mehr an Arbeit bedeutet. Die meisten Firmen werden den Transformationsprozess nur dann schaffen können, wenn sie Personal an wichtigen Stellen austauschen oder den Generationswechsel gestalten“, so die Empfehlung der Studienautoren.

Den Querdenkern müsse mehr Anerkennung entgegen gebracht werden – sie brauchen Freiräume in der Organisation.

„Wer das Nutzenversprechen für die nächste Ära seines Geschäfts entwickeln will, der darf nicht linear denken, sondern muss wie Internet-Startups denken lernen. Viele Unternehmen machten, als sie die Notwendigkeit zur Digitalisierung der Geschäftsmodelle erkannten, den Fehler, ‚analogen Wein in digitalen Schläuchen‘ zu verkaufen“, kritisieren die Mind Business-Analysten.

Die Gefahren einer unsicheren digitalen Zukunft könne man verringern, indem digitale Strategien von Internet-Startups Teil des Szenario-Prozesses werden:

„Das Internet im Allgemeinen und die Digitalisierung im Besonderen führen dazu, dass ganze Branchen durch Software neu gestaltet werden. Erfahrungswerte und das Wissen über das Bewährte dürfen daher nicht als Wegweiser für die digitale Transformation herangezogen werden. Denn immer dann, wenn Produkte und Dienstleistungen zu Software werden, verlieren sie ihre physikalischen Eigenschaften und Beschränkungen.“

Die Geschäftserfolge der Vergangenheit würden dabei wie Denkfallen wirken. Wer ausschließlich wie eine Hardware-Company denkt, verpasse neue Chancen, weil man ähnlich wie Best Buy versucht, die Neuentwicklung zu bremsen, indem man Störsender in den Verkaufsflächen installiert, anstatt wie in den Apple Stores neue Zahlverfahren per Handy einzuführen, um den vernetzten Kunden besser zu bedienen.

„Eine Erkenntnis bleibt in jedem Fall: Man kann technologische Entwicklung nicht stoppen, man kann sie nur zu seinen Gunsten nutzen“, resümieren die Analysten von Mind Business.

Der von der Mittelstandsinitiative „digitalize your business“ für die CeBIT 2015 entwickelte digiBusiness-Check liefert weitere Erkenntnisse, wo mittelständische Unternehmen in ihren digitalen Strategien stehen. Erste Ergebnisse belegen, dass rund 90 Prozent, die sich bislang an der Schnelltest beteiligt haben, die Relevanz der digitalen Verzahnung aller operativen und strategischen Aufgaben erkannt haben. Auch die Bedeutung der Entscheidungsträger als „Treiber“ der Digitalisierung wird von der überwiegenden Mehrheit (63 Prozent) bejaht. Der Einfluss der Kunden auf die digitale Transformation von Unternehmen wird ebenfalls sehr hoch bewertet.

Was das für das tägliche Geschäft der mittelständischen Unternehmen bedeutet, diskutieren wir am Donnerstag in einem Live-Hangout ab 16:30 Uhr. Thema: Quo vadis – Digitaler Reifegrad des Mittelstands. Gäste: Hannes Häfele von Oracle Deutschland, Hartwig von Saß vom Cebit-Presseteam, Rechtsanwalt Markus Nessler und Andreas Fischer vom G+F-Verlag.

Ihr könnt Euch an der Diskussion während der Live-Übertragung beteiligen: Entweder über die Frage-Anwort-Funktion der Googe Plus-Eventseite oder über Twitter mit dem Hashtag . Man hört und sieht sich am Donnerstagnachmittag 🙂