#37Grad Live auf Facebook: Kaum Arbeitschancen für Krebskranke @breitenbach

Krebserkrankung, Therapie, Genesung und dann am Arbeitsmarkt nicht mehr vermittelbar. Die ZDF-Sendung 37 Grad dokumentierte drei Fälle von hochqualifizierten Menschen, die nicht mehr 40 Stunden und mehr pro Woche arbeiten können und kaum Möglichkeiten bekommen, in flexible Arbeitsverhältnisse zu kommen.

Nach der Sendung diskutiert Patrick Breitenbach via Facebook Live mit Marie Rösler von der Bremer Krebsgesellschaft über das Schwerpunktthema und demonstriert, wie man den Livestreaming-Dienst für die Interaktion einsetzen kann. Klasse gemacht.

Spracherkennung als Bürokratiekiller im Gesundheitswesen

Sie produzieren Berge von Bürokratie – so lautet einer der häufigsten Kritikpunkte an modernen Gesundheitssystemen in aller Welt. „Doch gegen Bürokratie lässt sich etwas unternehmen: Kliniken, die bei der Erstellung von Dokumenten auf digitales Diktat und Spracherkennung setzen, beschleunigen damit das Anfertigen von Arztbriefen und Befunden“, berichtet der Fachdienst HealthTech Wire.

Sie würden das medizinische Personal entlasten, die Patientensicherheit erhöhen und die einrichtungsübergreifende Vernetzung voranbringen. „Aktuelle Daten dazu liefert zum Beispiel Javier Quiles del Rio, IT-Leiter des Gesundheitsdienstes in der spanischen Region Galizien. Dort werden derzeit alle 14 öffentlichen Krankenhäuser mit Spracherkennung ausgestattet“, so HealthTech Wire. „In einem Krankenhaus mit 1.200 Betten hat sich durch die Spracherkennung die Zeit bis zur Erstellung eines endgültigen radiologischen Befundes von knapp zwei Tagen auf einen halben Tag reduziert“, erläutert Quiles del Rio.

Die Vorteile einer automatisierten Dokumentation bestätigt der Radiologe Dr. Robert Kierse vom Institut für Röntgendiagnostik und Nuklearmedizin am Klinikum Neuperlach: „Der ganze Prozess der Dokumentenerstellung mit Diktat auf Band, Transkription im Schreibbüro oder Korrektur konnte von sieben Schritten auf nur drei Schritte reduziert werden“, so Kierse gegenüber dem CIO-Magazin. Auf diese Weise werden nicht nur Kosten gespart, der Patient könne durch die beschleunigte Erstellung des Befundes auch schneller behandelt werden. Mittlerweile werden in Neuperlach 90 Prozent aller radiologischen Dokumente mit Online-Spracherkennung erstellt, die übrigen zehn Prozent mit Offline-Spracherkennung.

Das intelligente Heim - Projekte des Bundesfamilienministeirums
Das intelligente Heim - Projekte des Bundesfamilienministeriums
Auch das Pflegeheim „Im Münchfeld“ des Arbeiter Samariter Bundes (ASB) in Mainz sammelte positive Erfahrungen in einem Pilotprojekt. Über eine intelligente Vernetzung von Hard- und Software sollen die Pflegeprozesse optimiert werden. Das umfasst die Software OPAS Sozial und moderne Spracherkennungstechnologien. Die technische Basis der in diesem Pilotprojekt entwickelten Lösung, die mittels Telefon und Sprache eine strukturierte und zugleich individuelle Dokumentation der Pflege ermöglicht, bildet eine modulare, integrierte Informations- und Telekommunikations-Plattform von Aastra-DeTeWe. Sie umfasst einen Kommunikations-Server sowie die neuesten Versionen der Kommunikationslösungen für stationäre Pflege und Betreutes Wohnen: Aastra Voice Portal für die Spracherkennung und die OPAS Sozial Software-Lösung für die stationäre Pflege.

Die Dokumentation mittels Spracherkennung erfolgt häufig im Bewohnerzimmer oder direkt im Anschluss an die Pflegeleistung. Der Anteil des Pflegepersonals, der so vorgeht, ist deutlich gestiegen. So geben knapp 90 Prozent zu Protokoll, dass die Lösung leicht bedienbar sei und rund 80 Prozent der Umfrageteilnehmer ziehen die EDV-gestützte Pflegedokumentation mit OPAS Sozial einer Papierbasierten Dokumentation vor.

Zusätzlich hierzu wurde in einem Überwachungsaudit der Einrichtung im Münchfeld von 2008 zur Zertifizierung nach DIN ISO 9001:2000 von den Auditoren festgehalten, dass die im Rahmen des Modellprojekts modifzierte Pflegedokumentation einen nachvollziehbaren Fortschritt im Hinblick auf Vereinfachung, Zeitersparnis und Erhöhrung der Zuverlässigkeit in der Dokumentation darstellt. Die digitale Sprachverarbeitung und insbesondere die Spracherkennung könnten auch dazu beitragen, Kliniken den Umstieg von der Papierdokumentation auf elektronische Patientenakten zu erleichtern.

„Im Zusammenhang mit elektronischen Patientenakten ist Spracherkennung für mich ein strategisches Werkzeug. Spracherkennung hilft uns dabei, die Digitalisierung umzusetzen, weil es ein schnelles und einfaches Verfahren ist, elektronische Dokumente zu erstellen“, betont Quiles del Rio. Auch hier hat er Zahlen aus Spanien parat: In radiologischen Abteilungen mit Spracherkennung liegt die Quote der Befunde, die elektronisch verfügbar gemacht werden, bei mehr als 90 Prozent. Einrichtungen ohne Spracherkennung kommen nur auf die Hälfte.

Erschüttertes Vertrauen: Keine guten Noten für Staatsmedizin in Deutschland

Die Qualität der Gesundheitsversorgung in Deutschland hat sich in den letzten Jahren nach Ansicht der Mehrheit der deutschen Ärzte verschlechtert. 57 Prozent der niedergelassenen Ärzte und Krankenhausärzte, die das Institut für Demoskopie Allensbach http://www.ifd-allensbach.de für den Gesundheitsreport 2008 des Finanzdienstleisters MLP http://www.mlp.de befragt hat, sind überzeugt, dass die medizinische Versorgung in den letzten zwei bis drei Jahren schlechter geworden ist. Trotz dieser negativen Bilanz wird das aktuelle Niveau der Gesundheitsversorgung von den Ärzten allerdings weiterhin überwiegend positiv beurteilt, 80 Prozent der Ärzte sind überzeugt, dass die Gesundheitsversorgung in Deutschland weiterhin „gut“ oder gar „sehr gut“ ist. Dass dieses Niveau auch in Zukunft gehalten werden kann, glauben aber nur die wenigsten. 84 Prozent der Ärzte sind überzeugt davon, dass es in Zukunft schwieriger wird, bei der Behandlung von Patienten alle medizinisch notwendigen Leistungen zu verordnen, fast gleich viele (81 Prozent) erwarten, dass eine Gesundheitsversorgung auf dem heutigen Niveau in zehn Jahren nicht mehr für alle gewährleistet sein wird. Ähnlich groß sind die Befürchtungen, dass einem als Arzt in Zukunft immer weniger Zeit bleibt, sich gut um seine Patienten zu kümmern. 71 Prozent der Ärzte äußern solche Befürchtungen. Schon heute klagen viele (46 Prozent) über mangelnde Zeit für die Patienten. Bei den Krankenhausärzten (56 Prozent) ist das sogar für mehr als jeden Zweiten (56 Prozent) ein akutes Problem.

Dieses unbefriedigende Gefühl und die Befürchtung einer weiteren Verschlechterung gehen einher mit der Sorge, dass in Zukunft nicht mehr genügend Ärzte zur Verfügung stehen werden, dass es demnächst zu Versorgungsengpässen kommen wird. Denn die jetzt schon schwierigen und fortschreitend schwieriger werdenden Bedingungen der Berufsausübung werden sicherlich dafür sorgen, dass der Arztberuf immer unattraktiver wird. Eine Mehrheit von 53 Prozent der Ärzte erwartet das. Nur jeder dritte würde einem jungen Mediziner in Ausbildung anraten, sich als Arzt niederzulassen. Für die Mehrheit der Ärzte scheint ein Ärztemangel und Pflegenotstand unausweichlich zu sein. In Westdeutschland rechnen 59 Prozent, in Ostdeutschland 94 Prozent aller Ärzte in ihrer Region damit. Vor allem Ärzte aus ländlichen Gebieten und mittelgroßen Städten befürchten, dass es bei ihnen vor Ort schon bald zu wenig Ärzte geben wird. Rund drei Viertel aller Ärzte rechnen zudem mit einem zunehmenden Mangel an ausgebildeten Fachkräften im Pflegebereich. „Die Ergebnisse zeigen jedes Jahr deutlicher, wie stark die Bürger das Vertrauen in das Gesundheitssystem verlieren“, sagte MLP-Vorstandchef Uwe Schroeder-Wildberg, bei der Vorstellung der Studie in Berlin. Das untermauere den nach wie vor hohen Reformbedarf.

Nach Ansicht von Professor Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Bundesärztekammer, sprechen die Ergebnisse des Gesundheitsreports eine deutliche Sprache: „Das Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit der Gesundheitspolitik ist nachhaltig erschüttert. Die Menschen spüren, dass die finanziellen und personellen Ressourcen nicht mehr ausreichen, um das derzeit noch hohe Niveau der Versorgung aufrechtzuerhalten. Der staatsmedizinische Ansatz ist vollständig diskreditiert. Wenn wir den medizinischen Fortschritt auch in einer Gesellschaft des langen Lebens erhalten wollen, brauchen wir eine nachhaltige Gesundheitspolitik, die im Gesundheitswesen nicht nur einen Kostenfaktor sieht“.

Der Kölner Ernährungsexperten Ulrich Overdiek hält es für falsch, in Fragen der Gesundheit nur den Staat ins Visier zu nehmen: „Die demografische Entwicklung wird dazu beitragen, dass das Thema Gesundheit aus einem ganz anderen Blickwinkel als heute betrachtet werden muss: es wird immer mehr pflege- und versorgungsbedürftige Menschen geben. Sie stehen einer immer kleiner werdenden Gruppe von jüngeren Menschen gegenüber, die das System finanziell trägt. Zukünftig wird es deshalb unerlässlich sein, dass die Bevölkerung in Deutschland deutlich mehr eigene Verantwortung für ihre Gesundheit übernimmt“, fordert Overdiek, Geschäftsführer von vivamangiare http://www.vivamangiare.de. Inzwischen seien 67 Prozent der Menschen übergewichtig oder stark übergewichtig. „Die Spätfolgen von Übergewicht belasten dann das Gesundheitssystem in Form von Diabetes, Erkrankungen des Bewegungsapparates und des Immunsystems“, weiß Overdiek. Die unzähligen Diäten, die es mittlerweile auf dem Markt gibt, würden nur wenig helfen. Eine ausgewogene Ernährung verspreche deutlich mehr Erfolg.  

 


Elektronische Nasen erschnüffeln Krankheiten, Plagiate, Parodontose und Sprengstoff – Mikrosensoren als Alleskönner

Elektronische Nasen“ halten Einzug in das Geschäfts- und Wirtschaftsleben. Die Lebensmittelbranche ist nach einem Bericht des Bonner Fachdienstes Zukunftsletter http://www.zukunftsletter.de ebenso brennend an Geruchsgeräten interessiert wie die pharmazeutische Industrie einschließlich der Kosmetikfirmen, der Automobilhersteller, der Bauindustrie und des Umweltschutzes. Die Einsatzmöglichkeiten reichen vom Schnüffeln nach verstecktem Sprengstoff bis zur Kasse im Supermarkt. Sensoren, die auf Gase in der Luft chemisch reagieren und die Reaktion elektrisch weiterleiten, sind seit den 90er Jahren auf dem Markt und im industriellen Einsatz.

„Jetzt aber werden die E-Nasen immer billiger und für jeden Kühlschrank verfügbar. 2020 könnten die Preise für durchaus anspruchsvoll arbeitende Geruchs-Sensoren bei unter einem US-Dollar liegen. Der Grund dafür liegt in der Weiterentwicklung von Drucktechnologien. Als Basis für die Geruchssensoren dienen elektrisch leitfähige Polymere. Sie lassen sich durch neue Technologien schneller, einfacher und billiger auftragen – vor allem auf einem Chip. Ein spezieller Mikrochip wird uns beispielsweise schon morgens beim Zähneputzen sagen, ob wir von Parodontose, Mundfäule oder einer Zahnfleischinfektion befallen sind“, so Zukunftsletter-Chefredakteur Matthias Horx.

Möglich wird das durch die „Karlsruher Mikronase” von Joachim Goschnick vom Forschungszentrum  Karlsruhe (FZK) http://www.fzk.de: ein Chip so groß wie eine Cent-Münze mit 38 graduell unterschiedlichen Gas-Sensor-Segmenten. Für eine interessante Anwendung hat sich der amerikanische Kassen-Hersteller NCR ein Patent gesichert. Das Unternehmen will E-Nasen in Supermarktkassen  einbauen. Produkte, die nicht verpackt und mit Preisen ausgezeichnet sind, also beispielsweise Früchte und Gemüse, werden kurz in eine Kammer gelegt. Dort werden sie nicht nur gewogen, sondern eine  elektronische Nase erschnüffelt auch ihre Identität. Ein Computer zeigt anschließend den Preis an und  verbucht die Ware.

Als erster Automobilhersteller überprüft Ford die Ausdünstungen der Innenraum-Materialien mithilfe einer elektronischen Nase und setzt sie auch für die Routinekontrolle im  Produktionsprozess ein. Eingearbeitete Mikrokapseln melden über Duftsignale die Abnutzung von Maschinenteilen. So müssen Produktionsmaschinen nicht mehr regelmäßig angehalten werden, um deren Abrieb zu  kontrollieren. Solche „intelligenten“ Sensor-Schichten können auf Scharniere, Lager, Kugellager oder  Motorenteile aufgetragen werden. CDs und Designermode werden bald mit Duftstoffen besprüht, die sie von Piratenware unterscheiden. Die Bundesdruckerei in Berlin hat eine „elektronische Nase“ vorgestellt,  mit deren Hilfe Originale von Fälschungen unterschieden werden können. „Die verfeinerten E-Nasen sind mittlerweile sogar in der Lage, unterirdische Stoffe zu erschnüffeln: Landminen oder versteckte Kampfstoffe, aber auch versickertes Altöl oder andere Verunreinigungen“, weiß Trendforscher Horx. Im Krankenhaus sollen E-Nasen in Zukunft „Superbugs“ erspüren, also lebensgefährliche  Infektionen mit resistenten Bakterien wie etwa Staphylokokken. Der Geruchstest soll helfen, eine  drohende Infektionswelle schneller einzudämmen, denn die Geruchsanalyse dauert nun nicht mehr Tage,  sondern nur eine Viertelstunde.

E-Nasen könnten in Zukunft auch als Schlüsselkomponente eines  telemedizinischen Systems dienen. Via Computer und Datenleitung könnten nicht nur Töne und Bilder,  sondern auch Gerüche von einem Krankenhaus zum anderen zu übertragen werden. Die E-Nase erschnüffelt außerdem bösartige Veränderungen der Haut. Wenn die Tumore sehr früh erkannt werden,  bestehen meist gute Heilungschancen. Die Diagnose wird heute durch eine Untersuchung von  entnommenem Gewebe gestellt. Das könnte sich künftig ändern, denn Wissenschaftler haben ein  Verfahren entwickelt, um Basaliome anhand ihres charakteristischen Geruchs aufzuspüren. „Verfeinerte Sensortechnik und neue Messprinzipien sind nicht der einzige Grund für die großen Fortschritte beim apparativen Schnüffeln. Wesentlichen Anteil hat die Computertechnologie. Sie wird in den nächsten 10 bis 15 Jahren einen Riesenschub bei der E-Technologie auslösen“, so der Ausblick von Horx.