Folgt nach dem Facebook-Bashing der Exodus?

Scheinbar wirkte die Entwicklerkonferenz von Facebook auf ein paar Exponenten des Netzdiskurses wie ein Kulturschock (etwa der off-the-record-Blogger Olaf Kolbrück: Goodbye Facebook). Jedenfalls verkündeten einige, ihre Präsenz zu löschen oder ihre Aktivitäten auf null zu fahren. Nun, ich bin gespannt, wie sich der Erregungszyklus auf die Nutzerzahlen auswirken wird. Jedenfalls habe ich die Ereignisse der vergangenen Wochen gerade in einem Interview mit Felix Holzapfel diskutiert. Er hat zusammen mit seinem Bruder das Buch „Facebook – Marketing unter Freunden: Dialog statt plumpe Werbung herausgegeben“. Das Ergebnis werde ich in der nächsten Woche bringen. Artikel und natürlich die komplette Audioaufzeichnung. Ein eifriger Kämpfer spielte in dem Gespräch natürlich auch eine kleine Nebenrolle. Der Datenschutz-Deichgraf Thilo Weichert, der nach einer Meldung von heise heute noch einmal bekundete, gegen ausgewählte öffentliche und private Website-Betreiber in Schleswig-Holstein vorgehen zu wollen. Die Überschrift der Meldung gibt den Sachverhalt allerdings falsch wieder: „Schleswig-Holsteins Datenschützer kämpft weiter gegen Facebook“. Eben nicht. Dazu ist Weichert wohl nicht willens und in der Lage.

Positiv ist die Nachricht, dass die Industrie- und Handelskammer (IHK) Schleswig-Holstein verkündete, Facebook weiter nutzen zu wollen und notfalls einen Musterprozess zu führen (so etwas hätte auch der Bundesverband Digitale Wirtschaft tun können!). Na dann, Herr Weichert. Hier haben Sie dann doch die erste Institution für ein Verwaltungsverfahren. Er betonte übrigens noch, man ja nur das Ziel der Verwirklichung des Datenschutzes verfolge. „Uns geht es nicht um Wettbewerbsverzerrungen oder das Drangsalieren kleiner Betreiber“. Aber große Betreiber wollen Sie drangsalieren? Wo liegt denn bei Ihnen die Grenze zwischen klein und groß? Herr Weichert, Sie sollten nicht nur den Roman 1984 von George Orwell studieren, sondern auch sein Opus „Farm der Tiere“: „Alle Tiere sind gleich. Aber manche sind gleicher.“ Mit der Gleichheit vor dem Gesetz hat das nichts mehr zu tun.

Auf den Spuren des Elektro-Expressionismus in Bonn: Zur Neuerscheinung von „Wurst aufs Brot“


In einem exklusiven Interview erläutert Herr Latz vom legendären Duo „Die KotKanonen“, in Insiderkreisen auch als DJ Kloschüssel bekannt, seine elektro-expressionistische Phase bei der Komposition seines ersten Albums „Wurst aufs Brot“. Zur Weltpremiere stand der Musikkünstler für den Ich sag mal-Blog Rede und Antwort. Das Gespräch über ein völlig neues Genre wird sicherlich Volksmusikgeschichte schreiben:

Teil 1:

Teile 2:

Wie man verkrustete Organisationen überlisten kann

Unterhaltsames Interview mit Dr. Gerhard Wohland, Autor des Buches „Denkwerkzeuge der Höchstleister“ und Leiter des Instituts für dynamikrobuste Höchstleistung des Kölner IT-Spezialisten ITyx.

Ich führte am Rande der User Conference des Unternehmens ein Gespräch mit ihm in Köln:

Hier der Artikel zum Interview auf Service Insiders.

Hier der komplette Vortrag von Dr. Wohland, der er auf der User Conference gehalten hat (1 Stunde und 20 Minuten – ne Menge Holz, aber lohnt sich):

Günter Gaus, der Meister des Interviews, im Gespräch mit Golo Mann: Wahre Rhetoren

So gegen 1 Uhr nachts habe ich im ZDF-Kulturkanal zwei meisterhafte Rhetoren gesehen: Günter Gaus im Gespräch mit dem Historiker Golo Mann, der heute 100 Jahre alt geworden wäre. Solche Persönlichkeiten gibt es nicht mehr in Deutschland.

Das Interview ist geprägt von Respekt, Esprit, Ernsthaftigkeit, Universalbildung, Leidenschaft, Nachdenklichkeit und Präzision. Es erscheint noch einmal eine versunkene bildungsbürgerliche Welt, der Geist von Humboldt. Youtube sei Dank, dass man es auch im Internet sich anschauen kann.
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„Die klassischen Interviews“ von Günter Gaus gibt es übrigens in einer schönen DVD-Edition.
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Andreessen über traditionelle Medien: Kill the print edition

andreessenSuper Interview mit provokanten Thesen.

Charlie Rose:
So to play offense for a newspaper for you means what?

Marc Andreessen:
Oh, you got to kill the print edition.

Charlie Rose:
You would stop the presses tomorrow?

Marc Andreessen:
You have to kill it.

Charlie Rose:
Stop the presses tomorrow.

Marc Andreessen:
You have to kill it.

Charlie Rose:
Stop the presses tomorrow.

Marc Andreessen:
Stop the presses tomorrow. I’ll tell you what. The stocks would go up. Look at what’s happened to the stocks. This investors are through this. The investors are through the transition. You talk to any smart investor who controls any amount of money, he will tell you that the game is up. Like it’s completely over. And so the investors have completely written off the print operations. There is no value in these stock prices attributable to print anymore at all. It’s gone.

Charlie Rose:
So you would recommend to the owners of the New York Times, stop printing papers.

Marc Andreessen:
Yeah, absolutely. You have to. You have to –

Charlie Rose:
And take your losses –

Marc Andreessen:
Yeah. You have to.

Charlie Rose:
Like a courageous person.

Marc Andreessen:
Chronic pain? Acute pain. How many years — music industry, same thing. How many years of chronic pain do you want to take to avoid taking a year of acute pain?