Die KI-Apokalypse, die keine ist: Warum die #InitiativeUrheberrecht wieder in die falsche Richtung rennt

Die Initiative Urheberrecht ist wieder auf dem gleichen Pfad, den sie schon bei der Urheberrechtsreform der EU beschritten hat – und wir alle wissen, wohin das führte: in die Sackgasse der Uploadfilter. Damals, vor vier Jahren, habe ich mich mit Matthias Hornschuh darüber gestritten. Hornschuh, immer die Fahne hoch für die Rechte der Urheber, während ich auf die katastrophalen Auswirkungen der Uploadfilter hingewiesen habe. Wir wissen doch, wie das endete: Die Kleinen – die eigentlichen Urheber – wurden von Löschungen, Warnungen, Stummschaltungen und Einschränkungen der Reichweite getroffen. Die Großen, die Plattformen, lachten sich ins Fäustchen, während die kreativen Einzelkämpfer von Algorithmen zermalmt wurden.

Und jetzt? Jetzt ist es wieder soweit. Diesmal ist das Feindbild die KI. Die Initiative fordert „kluge und durchsetzbare Regulierung“, um den „Schutz menschlicher Kreativität“ zu gewährleisten. Katharina Uppenbrink und Matthias Hornschuh verkünden den großen Plan: Eine Regulierung, die alle schützt, die Rechte der Urheber wahrt und die Kultur bewahrt. Klingt edel, nicht wahr? Aber in Wirklichkeit ist es die gleiche alte Leier, derselbe Lobbyismus, der uns die Uploadfilter beschert hat. Ein Konstrukt, das nicht zwischen Groß und Klein, zwischen Plattform und Kreativem unterscheidet. Wieder sollen starre Regeln her, die sich nicht granular organisieren lassen. Wieder werden es die Kleinen sein, die unter den neuen Regelungen leiden.

Und warum? Weil die Initiative Urheberrecht die KI zur Bedrohung erklärt hat. Alles, was KI kann, wird als Gefahr dargestellt. Sie ignorieren dabei, dass die Kreativen längst im digitalen Raum arbeiten, dass sie sich in einem Gleichgewicht zwischen technologischer Innovation und menschlicher Kreativität bewegen. Hornschuh sollte das doch wissen – wir haben das doch alles schon durchgekaut! Die Technologie verdrängt den Menschen nicht, sie gibt ihm neue Werkzeuge an die Hand. Doch anstatt diese Herausforderung anzunehmen, wird wieder mit denselben Mitteln gekämpft, wie damals bei den Uploadfiltern.

Und das ist das eigentliche Trauerspiel: Statt den Mut zu haben, neue Wege zu gehen, greifen sie wieder zu den altbewährten Instrumenten. Die KI wird zum Schreckgespenst erklärt, als würde sie das Ende der Kreativität bedeuten. Aber das Problem liegt tiefer – viel tiefer. Es liegt in einem Urheberrecht, das nicht mehr in die heutige Zeit passt. Einem Recht, das den digitalen Realitäten nicht gerecht wird. Statt über neue Formen des Schutzes zu sprechen, über innovative Modelle, die die Kreativen tatsächlich stärken, verharrt man im Denken der Vergangenheit.

Und so wiederholt sich alles. Matthias, das haben wir doch alles schon durch! Und was kommt dabei heraus? Die Großen überleben, die Plattformen passen sich an, und die kleinen Urheber – die Kreativen – bleiben auf der Strecke.

Über die völlig mißglückte Einführung der Uploadfilter sollten sich Hornschuh und Co. einmal auslassen.

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