Dritter Tag #WDRRockpalast #Crossroads in der Bonner Harmonie: Mein Favorit Siena Root @WDR

Auch dieses Mal bietet das Crossroads Festival von WDR-Rockpalast in der Bonner Harmonie wieder eine spannende Mischung aus den verschiedensten Genres. Die Redaktion hat ein gutes Händchen bei der Auswahl der Bands: Leap aus Großbritannien spielen Post-Grunge, Black Box Revelation aus Belgien rauen Rock’n’Roll und High South aus den USA jubilierenden Seventies-Folkrock. Todd Sharpville aus Großbritannien präsentiert fesselnden Blues-Rock, The Tazers aus Südafrika bieten Psychedelic Rock, Siena Root aus Schweden psychedelischen Roots-Rock, Wolfskull aus Deutschland Dark Heavy Rock und Dub War aus Großbritannien Crossover-Raggamuffin-Punk.

Am dritten Tag war die Gruppe Siena Root mein Favorit.

Den Anfang machte am dritten Tag des Festivals die Gruppe The Tazers aus Südafrika:

Am Samstag schaffe ich es leider nicht zum Festival.

Ihr könnt Euch selbst einen Eindruck verschaffen im Livestream.

Die Stimmung in der Harmonie war wieder fantastisch.

Tag 2 #WDRRockpalast in der Bonner Harmonie – Mein Favorit: Todd Sharpville

Todd Sharpville ist ein britischer Blues-Gitarrist und Singer-Songwriter. Er wurde 1970 in Hertfordshire in England geboren und wuchs in einer musikalischen Familie auf. Sein Vater war der bekannte Bluesmusiker Rod „The Bottle“ Sharp.

Todd Sharpville begann im Alter von 12 Jahren Gitarre zu spielen und wurde schnell zu einem talentierten Musiker. Mit 16 Jahren trat er in die Londoner Musikszene ein und spielte in Clubs und Bars. In den 1990er Jahren arbeitete er als Session-Musiker und Gitarrist für verschiedene Künstler, darunter Joe Cocker und Paul Rodgers.

Im Jahr 2004 veröffentlichte Sharpville sein erstes Album „The Meaning of Life“. Seitdem hat er mehrere Alben veröffentlicht, darunter „Porchlight“ (2013) und „Real to Reel“ (2018). Seine Musik ist eine Mischung aus Blues, Rock und Soul mit Einflüssen von Künstlern wie Stevie Ray Vaughan und B.B. King.

Er gilt als einer der talentiertesten Bluesgitarristen Großbritanniens und hat zahlreiche Auszeichnungen und Nominierungen erhalten, darunter den „British Blues Award“ als bester Gitarrist.

#WDRRockpalast in der Bonner Harmonie Tag 1 – Mein Favorit: Die britische Band #Leap

Was für ein toller Auftakt in der Bonner Harmonie mit der britischen Band Leap. Es ist das neue Projekt des in London lebenden Troubadours Jack Balfour Scott. Zuvor war er Mitglied der gefeierten Indie-Rock-Band The Mispers, die bei Capitol Records unter Vertrag steht. 2021 wurde LEAP gegründet und die ersten beiden Singles N.L.T.D. und Where The Silence Goes veröffentlicht. Die Band wurde von Earmilk, Its All Indie, Fame Magazine, BBC Radio 6, BBC Introducing, Amazing Radio und vielen anderen unterstützt und verkaufte ihre erste Headline-Show im Omeara aus. In der Harmonie-Bonn gaben sie ihr Debüt in Deutschland. Die werden groß rauskommen.

Weitere Videos:

Siehe auch:

Sirocco und die innovativen Interpretationen klassischer Werke @ArtsFestOxford

Es gab viele magische Momente bei meiner Exkursion nach Oxford und London im vergangenen Jahr. Etwa bei einem abendlichen Spaziergang auf den Spuren von Inspektor Morse:

Zu den weiteren Erlebnissen zählten die vielen kulturellen Veranstaltungen des Oxford Festival of the Arts. Etwa das hier:

Das Manchester Collective ist ein britisches Kammermusik-Ensemble, das sich auf innovative Interpretationen klassischer Werke und neue Musik spezialisiert hat. Abel Selaocoe, Sidiki Dembele und Alan Keary sind Mitglieder des Ensembles.

Sidiki Dembele ist ein Kora-Spieler aus Burkina Faso und hat eine einzigartige Perspektive auf afrikanische Musiktraditionen. Abel Selaocoe ist ein südafrikanischer Cellist, der bekannt ist für seine Musikalität und Bühnenpräsenz. Alan Keary ist ein irischer Gitarrist, der eine Leidenschaft für Kammermusik hat und das Ensemble auf kreative Weise unterstützt.

Das Manchester Collective hat eine neue und aufregende Herangehensweise an die Kammermusik. Es arbeitet oft mit zeitgenössischen Künstlern und Komponisten zusammen. Sirocco ist eines ihrer Projekte, bei dem sie neue und traditionelle Musik aus Europa, Afrika und dem Nahen Osten miteinander verbinden.

Ob ich noch einmal nach Oxford komme?

Karl Marx und die Himmlischen Heerscharen

Die Machthaber der DDR hatten ideologische Probleme mit dem Weihnachtsfest. Christentum und Religion waren dem Arbeiter- und Bauernstaat suspekt. Das wichtigste Fest der Christen stand deshalb bei der SED-Führung nicht hoch im Kurs. Eine Ersatzreligion suchte man beim Religionskritiker Karl Marx: „Die sozialen Prinzipien des Christentums haben die antike Sklaverei gerechtfertigt, die mittelalterliche Leibeigenschaft verherrlicht und verstehen sich ebenfalls im Notfall dazu, die Unterdrückung des Proletariats, wenn auch mit etwas jämmerlicher Miene, zu verteidigen. Die sozialen Prinzipien des Christentums predigen die Notwendigkeit einer herrschenden und einer unterdrückten Klasse und haben für die letztere nur den frommen Wunsch, die erstere möge wohltätig sein. Die sozialen Prinzipien des Christentums predigen Feigheit, die Selbstverachtung, die Erniedrigung, die Unterwürfigkeit, die Demut, kurz alle Eigenschaften der Kanaille“, polemisierte Marx. Auf diesem geistigen Fundament konnten die ostdeutschen Politführer die Geburt Christi nicht feiern. Stephan Hermlin brachte als Haus- und Hofdichter der SED Weihnachten einfach mit Stalin in Verbindung. Immerhin hatte der sowjetische Diktator am 21. Dezember Geburtstag. Grund genug für Hermlin, etwas poetisches zu fabrizieren. Sein Gedicht „Stalin“ beginnt mit einer weihnachtlichen Szene: In einer kleinen Hütte wird der Welt der neue Erlöser geboren. Der Anklang an den Stall zu Bethlehem ist deutlich. Hermlin formuliert kosmische Dimensionen. Stalins dornenvoller Weg wird mit hohem Pathos besungen: Vom Widerstand gegen den Zarismus, von der Gründung der Partei neuen Typus und der glorreichen Oktoberrevolution bis zu seinem Triumph über fast die ganze Welt. Ein kleiner Auszug aus dem Gedicht:

„Sicherlich, damals konnte es keiner wissen,
Daß diese Nacht nicht mehr ganz so wie frühere war.
Eine Nacht, wie alle, vom Bellen der Hunde gesplissen, 
Und die Wälder wie immer mit Wind in ihrem Haar.

Die Mädchen, die eine Weile noch in den Türen standen,
Schmeckten müde den Schnee, der im Gebirge wohnt. 
Aber über den Bergen, weit hinten von Hahnenschreien zerrissen,
Änderte sich unmerklich die Architektur der Nacht.

Im Gewölke der Blicke wie eine Schwinge gleitend
Schaun wir durch Explosionen der Knospen die Stadt
Überzogen von Völkern sich selbst zum Siege geleitend,
Von Propellern entführt und rauschendem Rad.

Aus dem unendlichen Raunen von Inseln und Ländern
Hebt das Entzücken sich mit seiner Botschaft dahin,
Wo die Verheißungen leben und Epochen verändern,
Namenlos sich die Zeit endlich selbst nennt:
Stalin.“

Hermlin benutzt nicht nur in dieser Eloge für einen Massenmörder religiöse Metaphern. Das historische Großereignis bekommt dadurch die nötige Weihe. Er beschreibt die Ereignisse nicht als geschichtlichen Prozess, sondern als übergeschichtliche Einbrüche eines Größeren in die Welt: Die Partei ist das „Licht aus dem Osten“, der November als Allegorie die verkörperte Zuversicht. Stalins Lebensweg wird zum Mythos stilisiert. Für eine große und heilige Sache lässt sich leichter töten. Der Stalin-Poet verwandelt die Einheitspartei in ein mythologisches Wesen und entzieht sie dem irdischen Urteil.  Zu den alltäglichen Verarbeitungsmustern des DDR-Weihnachtsfestes diente der Klassenkampf. Der drohende und kriegslüsterne Westen mit seinem schnöden Materialismus musste von der schreibenden Zunft in Ostdeutschland bekämpft werden. So stand im SED-Zentralorgan „Neues Deutschland“ am 25. Dezember 1964:

„In den Werbesendungen der westdeutschen Fernsehanstalten und Rundfunksender der großen Kaufhäuser wird auch in diesem Jahr die alte Mär von der frohen Weihnacht für eine gigantische Werbekampagne genutzt. Weihnachtsmänner, die selbstmassierende Unterhosen anbieten, puppenschöne Gabrielengel, die schwedisches Büchsenfleisch zart und fein wie aus dem Himmel reichen, oder Hirten, die für Kukident-Gebißhaftpulver Werbung machen, beherrschen das Bild. Glanz. Lichter, Tannengrün und Musik: Weihnachten überall. Hinter der glänzenden Fassade grinst allzu offen das Gesicht des neuen deutschen Business, die Gier der großen und kleinen Geschäftsleute nach Profit. Um in den Besitz des Geldes der alten und der jungen Käufer zu kommen, erzählen sie Weihnachtsgeschichten und legen in die Krippe, in der das Christkind arm und nackend zur Welt kam das echte Kölnisch-Wasser aus der Glockengasse 4711 oder sie bestäuben die Weihnachtskrone mit Ajax, weißer Wirbelwind, dem Waschpulver mit Format.

Vor dem Weihnachtsfest arbeiteten die westdeutschen Werbefachleute regelrechte Schlachtpläne aus. Sie bedienten sich dabei vielfältiger neuer psychologischer Kampfmethoden. Führende Public-Relations Spezialitäten tasteten zunächst die Kaufgewohnheiten der weihnachtlichen Käufer nicht Majestät, sondern nacktes Studien- und Gewinnobjekt. Die Maßstäbe für das menschliche Verhalten, von vielen Pädogogen und Geistesschaffenden jahrzehntelang mühsam aufgebaut, werden durch die bedenkliche Werbung in der Bundesrepublik unterhöhlt. So bringt man die gute Eigenschaft der Bescheidenheit durch die Appellation an Renommiersucht systematisch zu Fall. Der noch verbliebene natürlich Gemeinschaftsgeist wird durch eine Individualismus-Welle der Werbung aufgelöst. Sogar vor Weihnachten, dem Fest der Liebe und Besinnlichkeit, dem Fest des Friedens und der Menschlichkeit machen die Manipulatoren nicht halt.“

Mit dem Hinweis auf den schnöden westlichen Mammon ließ sich die Mangelwirtschaft des SED-Regimes als selbst gewählte Enthaltsamkeit gut verkaufen. Der Redakteur des „Neuen Deutschlands“ konnte sich wenigstens noch durchringen, vom puppenschönen Gabrielengel zu sprechen. In den 70er Jahren ließen die Zensoren der „Schönen Neuen Welt“ auch das nicht mehr zu. Für Engel galt fortan die Wortschöpfung „Jahresendfigur mit Flügeln“. Die traditionellen Schwibbögen aus dem Erzgebirge mutierten zu „Triumphbögen“. Sie sollten besser den Sieg der Arbeiterklasse symbolisieren. Die Weihnachtspyramiden wandelten sich zu „Kerzendrehtürme“. „Neusprech“ a la SED. Während der DDR-Aufbaujahre dachte Walter Ulbricht sogar daran, das Weihnachtsfest ganz aus dem Kalender zu streichen. Die himmlischen Heerscharen, Sankt Nikolaus, das Christkind und der Weihnachtsmann wollte er arbeitslos machen. Statt dessen favorisierte Ulbricht Väterchen Frost. Es stand nicht unter Verdacht, für den Klassenfeind zu arbeiten. Die Bescherung sollte nicht mehr Heiligen Abend, sondern am ideologisch genehmeren Neujahrsmorgen stattfinden.

Die Kraft des Heilands war aber stärker als die Agitprop des SED-Chefs. Er konnte sich mit seinen Plänen nicht durchsetzen. Um so mehr mußte das Weihnachtsfest für Treueschwüre auf den Arbeiter- und Bauernstaat herhalten. Am Heiligen Abend durfte sich die bewaffneten Truppen der DDR keine Blöße geben. Gerade an diesem Tag lag alljährlich die Gefahr eines Überraschungsangriffs des heimtückischen Westens in der Luft. Heldenhaft wurde noch am 24.12.87 im „Neuen Deutschland“ an den Kampfauftrag der Nationalen Volksarmee (NVA) erinnert: „Für den zuverlässigen Schutz der Staatsgrenze der DDR dankte am Mittwoch der Kandidat des Politbüros des ZK der SED der Bezirksleitung Erfurt, Gerhard Müller. Beim Besuch einer Einheit der Grenztruppen der DDR in Eichsfeld führte er herzliche Gespräche mit Soldaten, Unteroffizieren, Fähnrichen und Offizieren und informierte sich über ihre Dienst- und Lebensbedingungen. Auf einem Forum beantwortete er Fragen zur Innen- und Außenpolitik der DDR. Dabei würdigte er den verantwortungsvollen Dienst der Grenzsoldaten. Major Knot Schmidke versicherte, dass die Angehörigen der Einheit auch in Zukunft ihren Klassenauftrag erfüllen werden.“ Und Soldat Herbert Weiß meldet die Frohe Botschaft:

„Zum Weihnachtsfest möchte im dem ND einen herzlichen Gruß senden. Ich bin Schweriner und leiste an der Berliner Staatsgrenze meinen Ehrendienst bei der NVA. Die Wacht an dieser Trennlinie zweier Welten sehe ich als eine besondere Ehre an. Hier, wo ich stehe, beginnt die Macht des Volkes, der Arbeiter und Bauern und aller friedlich Schaffenden. Hier endet die Macht der Vergangenheit, jener Kräfte, die auch heute noch vom Schweiß und Blut des Volkes leben wollen. Jeder Tag, an dem wir durch unseren Einsatz die Ruhe an dieser Grenze gewährleisten, ist für uns ein Sieg. Mit jedem Tag wird unser sozialistischer Staat stärker, verringern sich die Möglichkeiten der Bonner Revanchisten. In den Weihnachtstagen werden wir Grenzsoldaten unseren Dienst zum Schutze der Heimat mit ganz besonderer Aufmerksamkeit versehen, damit die Menschen bei uns daheim das Weihnachtsfest in Frieden und Frohsinn verleben können.“

Drei Tage nach dem Fest verkündete das „Neue Deutschland“ stolz, dass die Festtage für DDR-Bürger friedvoll, sicher und geborgen verliefen. „Zehntausende erholten sich in Ferienheime des FDGB. 92 Mitarbeiter und 45 Lehrlinge sorgten sich zu den Festtagen um das Wohlbefinden der 480 Feriengäste im FDGB-Heim Hermann Matern in Wernigerode.“ Das Wohlbefinden und die Geborgenheit von politisch Andersdenkenden, schilderte der Schriftsteller Rainer Kunze: 

„In E., sagte sie, habe sich ein Schüler erhängt. Am nächsten Morgen hätten Jungen verschiedener Klassen schwarze Armbinden getragen, aber die Schulleitung habe durchblicken lassen, dass die Armbinden als Ausdruck oppositioneller Haltung gewertet würden. Der Schüler sei Mitglied der Jungen Gemeinde gewesen und habe einen Zettel mit durchkreuztem Totenkopf und er Aufschrift ‚Jesus Christus’ hinterlassen. Als erst hätten die Abiturienten die Armbinden abgelegt, weil sie kurz vor den Prüfungen stehen. Einigen Schülern, die nicht in die Klasse des Toten gehen, sei es vom Lehrer erlaubt worden, an der Beerdigung teilzunehmen, aber auf Anordnung des Direktors habe der Lehrer die Erlaubnis rückgängig machen müssen. Dem Pfarrer sei es nicht gelungen, den Direktor umzustimmen. Die Parteimitglieder habe man angewiesen, Gespräche über den Toten zu unterbinden.“

Für den SED-Chefideologen Kurt Hager, war das ganze Christentum Teufelswerk. Er fürchtete sich 1982 in einem Gespräch mit der westdeutschen DKP vor polnischen Zuständen. Die Kirche würde das ganze Land mit ihren Wallfahrten überrollen: „Sie bläst mit ihren Weihrauchwolken alles zu, und wir können sehen wo wir bleiben. Zu Weihnachten haben wir schon längst verloren“, stellt Hager enttäuscht fest. Weihnachten sei zu einem Einfallstor für finsteren Aberglauben, für bürgerliches und feudales Denken geworden. Hagers Prognosen hatten prophetische Kraft: Die Himmlischen Heerscharen stellten Marx in den Schatten.

Freies Tanzen in Bonn immer noch nicht ohne Beschränkungen möglich @katjadoerner

Die Stadt Bonn macht es der freien Tanzszene immer noch schwer, sich über das Social Web zu organisieren und im öffentlichen Raum zu tanzen. Von Pacht und der Notwendigkeit der Anmeldung im Vorfeld einer Tanzaktion ist die Rede.

Fest gemacht wird es an der Gruppen-Größe auf Facebook und Co. Was für eine Bürokratismus. Mich wundert gar nichts mehr in Bonn. Hier mein Bericht:

Siehe auch den Bericht im General Anzeiger: Tanzen im öffentlichen Raum bleibt in Bonn strittig

Polizei nimmt Salsa-Tänzer in Bonn fest

Stadt sucht Lösung für Salsa-Tänzer

Über dieses Thema sollte man berichten in den Kultursendungen.

Vielleicht sollte am an alte Traditionen anknüpfen.

Bonns goldenes Zeitalter – die kurkölnische Residenzstadt zur Zeit von #Beethoven

Vor zwei Jahren war die Eröffnung der Ausstellung “Bonns Goldenes Zeitalter”. Sie zeigte das spannende und durch die Aufklärung und die Französische Revolution im Umbruch befindliche gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Umfeld in der kleinen Residenzstadt eines geistlichen Kurfürsten, in dem Ludwig van Beethoven als Sohn und Enkel eines Hofmusikers eine Berufslaufbahn am kurkölnischen Hof in Bonn vorbestimmt war. Sein unübersehbares Talent als ausübender Musiker und als Komponist, seine Wissbegierigkeit und seine nach dem Tod der Mutter besonders betrüblichen Familienumstände erregten das lebhafte Interesse und die Anteilnahme einiger seiner gebildeten Hofmusikerkollegen wie auch Angehöriger des Hofadels.

Beethoven zog auch die Aufmerksamkeit des jungen, aus österreichischem Hochadel stammenden Graf Waldstein auf sich, dem er im familiär vertrauten Kreise der Familie von Breuning begegnet war. Der musikliebende und auch selbst komponierende Graf, der vom Kurfürsten Maximilian Franz, seit 1780 auch Hochmeister des Deutschen Ordens, in der Bonner Schloßkapelle in einer feierlichen Zeremonie mit nachfolgenden Festgelagen als Ritter in den Deutschen Orden aufgenommen worden ist, hatte zu diesem Zeitpunkt eine sehr einflußreiche Stellung am Bonner Hof, die Beethoven noch vor dem endgültigen Untergang Kurkölns vor dem Ansturm der französischen Revolutionstruppen zu einem Stipendium seines Landes- und Dienstherrn bei Joseph Haydn in Wien verhalf – in die Herkunftsstadt des letzten Kölner Kurfürsten Maximilian Franz von Österreich, dessen Vater und Brüder aufeinanderfolgend als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches in Wien residierten.

Die Ausstellung zieht den Bogen mit einer gewichtigen Auswahl aus der eigenen Sammlung und einer imponierenden Fülle von über hundert Leihgaben, von der Zeit des Vorgängers von Kurfürst Maximilian Franz, Kurfürst Maximilian Friedrich von Königsegg, in dessen Amtszeit Beethoven 1770 zur Welt gekommen ist, bis zum Tode des letzten Kölner Kurfürsten, Maximiian Franz von Österreich im Sommer 1801. Sie schaut auf die Herkunft des letzten Kölner Kurfürsten, Erzherzogs Maximilian Franz von Österreich und sein Aufwachsen als jüngstes Kind von Kaiser Franz I. Stephan und Maria Theresias am musikliebenden kaiserlichen Hof in Wien und seine nachfolgende den Interessen Habsburgs und des Heiligen Römischen Reichs, aber gleichzeitig dem Wohl des Deutschen Ordens und Kurköln dienende Karriere, wovon insbesondere seine Residenzstadt Bonn profitierte, die sich unter ihm zu einem Hort der Aufklärung und gleichzeitig höchster Kunstpflege entfalten konnte, bevor die Nachwehen der teilweise auch in Bonn durchaus begrüßten französischen Revolution in Gestalt der Revolutionstruppen das alte Reich zusammenbrechen ließen, den Kölner Kurfürsten ebenso wie den Trierer und Mainzer aus ihren alten Herrschaftsbereichen fegten und das linksrheinische Rheinland zu einem Teil Frankreichs machten, in dem Bonn zu einer unbedeutenden französischen Provinzstadt herabsank, in der nur Leute mit wachem Geschäftssinn, Geschäftstüchtigkeit und auch einen Hauch von Opportunismus reussieren konnten, wie etwa Beethovens ehemaliger Hofmusikerkolege Nikolaus Simrock mit seinem Musikverlag. Beethoven war schon fast zwei Jahre aus Bonn weg, als sein Dienst- und Landesherr Maximilian Franz seine Residenzstadt ebenfalls auf immer verlassen musste.

Trotzdem war der Kurfürst bis zu seinem Tod immer noch Kurfürst, da Kurköln bis zu diesem Zeitpunkt trotz schon langjähriger französischer Besetzung formal immer noch existierte und Beethoven deshalb auch formal immer noch ein Untertan Kurkölns war und vor allem noch immer trotz seines damals schon 9jährigen Aufenthalts in Wien ein Angestellter der kurkölnischen Hofkapelle, wie ausdrücklich aus einem Memorandum des Kurfürsten von 1799/1800 hervorgeht. Berücksichtigung finden auch die sehr wenigen Reisen Beethovens – seine Reise als jugendlicher Hofmusiker mit seiner Mutter in die Niederlande und seinem Konzertauftritt am Hof in Den Haag, seine erste Reise nach Wien und die von Wien aus 1796 unternommene Konzertreise nach Berlin und selbstverständlich seine Anfänge in Wien als Schüler Haydns und aufgrund der Empfehlungen Waldheims schnelle Aufnahme in die Salons des österreichischen Hochadels.

Interessant waren für mich vor allem die Exponate über Johann Joseph Eichhoff: Hofkoch, Aufklärer, Beethovenfreund, zeitweiliger Bürgermeister in Bonn und Vertreter der freien Rheinschiffahrt beim Wiener Kongress.

Schuldenlast in Bonn – da hat sich ja nicht sehr viel geändert

1801 ist ein Johann-Joseph-Eichhoff-Jahr. Am 10. Januar wird er „feierlich“ in sein Amt als Bonner maire eingeführt, und er tritt erstmals als Autor hervor: Zu Paris erscheint seine Schrift „Mémoire sur les quatre départemens (sic!) réunis de la rive gauche du Rhin, sur le commerce et les douanes de ce fleuve“. Schon hier gilt sein Hauptaugenmerk dem Rhein als Verkehrsweg.

Wie man eine Ausstellung lebendig macht:

Diese Ausstellung musste komplett abgesagt werden:

Die gesamte Stadtgesellschaft in Frankfurt am Main erreicht und im Social Web noch mehr #ffm #pift2022 @PolitikimFreien #Macht

11.000 Besucher und nach unseren ersten Berechnungen mindestens 21.000 Menschen im Social Web erreicht – also über die Sohn@Sohn-Produktionen.

Dann kommen noch die Aktivitäten des Festivalteams hinzu, beispielsweise via Instagram und Twitter.

Das Resümee:

Was mir aufgefallen ist: Die Resonanz auf Twitter war am besten!

So ging alles los:

Vom Nutzen der Maskerade

Siehe auch:

Vom Nutzen der Maskerade

Rollenspiele und #Macht #pift2022

Hier geht es auch um Macht.

Interessanter Beitrag:

Wenn Frauen den Krieg erklären

Dazu passt:

Der große Krieg und die Frauen

Rollenspiele und #Macht #pift2022

Zum Start des #pift2022 in Frankfurt am Main: Festival Politik im Freien Theater @PolitikimFreien

Eröffnungsrede von Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung

Das 11. Festival Politik im Freien Theater findet vom 29. September bis 8. Oktober 2022 erstmals in Frankfurt am Main statt. Unter dem Motto „Macht” – mit der Doppelbedeutung zwischen Herrschaft und Aktion – vereint das interdisziplinäre Programm aktuelle künstlerische Positionen und Veranstaltungen, die sich gesellschaftlichen Herausforderungen widmen und sich an den Schnittstellen von Performance, politischer Bildung, Diskurs und Aktivismus bewegen.

Das Festival präsentiert über 200 Veranstaltungen an zahlreichen Orten der Stadt, darunter 16 von einer Jury ausgewählte Inszenierungen aus der freien deutschsprachigen Theaterszene, die unterschiedliche Aspekte des Festivalmottos beleuchten. She She Pop oder Theater HORA in Zusammenarbeit mit Henrike Iglesias entwerfen utopisches Material gegen die Zuschreibungsmacht von gesellschaftlichen Rollen und normierten Körperbildern. Die Leipziger Gruppe ArtesMobile setzt sich in „SystemFailed“ unter Einsatz einer selbstentwickelten KI mit zukunftsgestaltenden Technologien auseinander. Laia Rica verhandelt koloniale Kontinuitäten in der dokumentarischen Materialperformance „Kaffee mit Zucker?“. Erstmals in seiner Geschichte hat das Festival eine regionale Quote. Die eingeladenen Gruppen aus dem Rhein-Main-Gebiet zeigen eine reiche Vielfalt an Zugängen und Formaten: von TheaterGrueneSoße über eine Online-Performance von andpartnersincrime, Tanz von Backstein Kollektiv, einem Tech-Manifest von Swoosh Lieu bis hin zu einem performativen Rundgang zwischen den Bankentürmen Frankfurts von PARA.

Ausstellungen, Diskussionen, Filme, Lesungen, Performances, Führungen, Vorträge und Workshops ermöglichen Besucher:innen fast aller Altersgruppen, sich mit aktuellen Machtverhältnissen und Verteilungsfragen sowie Möglichkeiten der aktiven Mitgestaltung von Handlungsspielräumen auseinanderzusetzen. Das „Junge Festival“ umfasst Angebote für Familien, Kinder und Jugendliche sowie Schulen und Lehrkräfte. Es schafft generationsübergreifend Zugänge und lädt an vielen Stellen zum aktiven Mitmachen ein. Das Festivalprogramm wurde in Zusammenarbeit mit Partner:innen aus den Bereichen Kultur, Wissenschaft, Kunst und Bildung entwickelt. Zu den Partnern und Veranstaltungsorten gehören Senckenberg Museum Frankfurt, Gallus Theater, Jüdisches Museum Frankfurt, Bildungsstätte Anne Frank, Evangelische Akademie Frankfurt, Landungsbrücken Frankfurt, Titania Frankfurt, Protagon e. V., Offenes Haus der Kulturen, Frankfurt LAB und viele mehr.

Zum Programm am Freitag:

Wir begleiten das mit Liveberichten.

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Sehr guter Bericht in der FAZ.

Das komplette Programm und Möglichkeiten zur Anmeldung.