Was sagen die Rechtsexperten zur #ePrivacy Verordnung der EU? #vdav

Man hört, sieht und streamt sich in Berlin beim Branchentreff

„Mit Art. 15 des Entwurfs haben die Brüsseler Experten Regelungen formuliert, die nicht nur vollkommen an der Realität vorbeigehen, sondern auch schlicht undurchführbar sind“, so der Verband Deutscher Auskunfts- und Verzeichnismedien (vdav). Gespräch mit Rhett-Christian Grammatik zum vdav-Branchentreff in Berlin vom 12. bis 14. Juni.

Informationspflichten über die Eintragungen in Kommunikationsverzeichnissen und Telefonverzeichnissen sollen den Verlegern oder Auskunftsbetreibern auferlegt werden.

„Dass diese in der Regel keinen Kontakt zu den Personen haben, die dort gefunden werden möchten und schon aufgrund anderer datenschutzrechtlicher Vorschriften gar keinen Kontakt zu diesen aufnehmen dürfen, haben die Brüsseler schlicht übersehen“, kritisiert der vdav.

Würde Artikel 15 in der vorgelegten Form Rechtskraft erlangen, wäre dies nicht nur das Aus für Kommunikationsverzeichnisse mit den Kontaktdaten Privater wie Das Örtliche oder Das Telefonbuch, sondern auch für die Telefonauskunft. Dies nicht nur in Deutschland, sondern europaweit. Die von der Kommission kommunizierten Ziele wie Entbürokratisierung, optimierter Datenschutz, fairer Wettbewerb und optimierte Kommunikationsmöglichkeiten werden so nicht nur nicht erfüllt, sondern in Gänze konterkariert.

„Die negativen Folgen einer schon aus Unkenntnis über die Regelung und deren Folgen nicht abgegebenen Einwilligung werden vielfach erst nach Monaten wahrgenommen und sind dann kaum noch zu heilen. In der Praxis heißt dies, dass nicht wenige Kunden erst Wochen nach einem Vertragsabschluss oder einer Vertragsänderung feststellen, dass sie über einen Auskunfts- oder Verzeichnisdienst nicht mehr gefunden werden können. Vielen wurde die Notwendigkeit einer zwingenden Willenserklärung dafür am Point of Sales nicht erläutert, sie haben die Regelung selbst oder aber die Folgen schlicht nicht verstanden oder damit andere Belastungen (Direktmarketing, Spam etc.) in Verbindung gebracht, obwohl sie de facto weiterhin gefunden werden wollen. Ein klares, einfach und unkompliziert auszusprechendes ‚NEIN‘ wird unseres Erachtens gerade in dieser Hinsicht auch auf Seiten der überwiegenden Mehrheit der Endnutzer als vollkommen ausreichend angesehen und trägt dem Schutzbedürfnis – wie auch die weitestgehend kritiklose Nutzung von Diensten wie WhatsApp deutlich belegt – vollkommen und umfassend Rechnung.

Im Vergleich zur Datenerfassung, die die Silicon Valley-Giganten betreiben, ist die Regelung für den Mittelstand über die ePrivacy-Verordnung der EU ein klarer Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht. So sehe ich das.

Eure Meinung?

Werde ab morgen live vom vdav-Branchentreff berichten über Facebook Live.

Man hört, sieht und streamt sich in Berlin.

„Korrekte“ Maschinen als Hausmeister für politische Hygiene – Zur #KünstlichenIntelligenz

Kann Künstliche Intelligenz irgendetwas besser machen, was Software bislang noch nicht konnte, fragt sich Stefan Holtel, Lead Cogniteer von brightONE Consulting. Das ist natürlich Unsinn.

„Nicht die Algorithmen werden in der KI zu vielen Problemen führen, sondern die Vorurteile, die in den Daten stecken.“

Also Vorurteile, die wir alle in die Daten stecken.

Wenn auf dieser Basis die KI-Systeme ihre unermüdliche Arbeit aufnehmen und Entscheidungen vorbereiten oder sogar selbst treffen, kommt ziemlicher Mist dabei heraus. Kunden, die keinen Kredit mehr bekommen, Versicherte, die Prämienerhöhungen hinnehmen müssen oder gar Netzaktivisten, die als potenzielle Störenfriede der Gesellschaft aussortiert werden. Fast alle Daten, die von Black Box-Maschinen verarbeitet werden, sind von Menschen annotiert worden.

„Wir reichern vermeintlich objektive Daten mit unseren Weltmodellen an. Das wird von keinem Algorithmus hinterfragt“, so Holtel

Konsequenz: Es fällt uns immer schwerer, die Richtigkeit von Datenberechnungen zu erkennen. Das Ganze ist sogar ein paradiesisches Feld für Trickser, Agitatoren, Autokraten und Machtgierige, sich hinter den Ergebnissen der KI-Maschine zu verstecken und die schmutzigen Entscheidungen auf die Algorithmen zu schieben. Etwa beim Scoring aller Bürgerinnen und Bürger in China. Die Führung der Kommunistischen Partei in Peking installiert „korrekte“ Maschinen als Hausmeister für politische Hygiene. Sozusagen eine Beseelung von toten Apparaten: KI-Maschinen sind wie wir, nur perfekter und unfehlbarer. Der manipulierende Maschinist bleibt dabei unerkannt. Die Drecksarbeit übernehmen Algorithmen – vergleichbar mit der unsauberen Arbeit von Consulting-Firmen, die als Alibi für den Rausschmiss von Mitarbeitern in Unternehmen engagiert werden.

„Wir müssen unser Konzept von Vertrauen in Maschinen überdenken und neu bewerten. Das ist keine technische Frage, sondern eine techniksoziologische und gesellschaftliche, die keine objektive Antwort haben wird, sondern in einem normativen Diskurs entwickelt werden muss“, sagt Holtel.

Sonst entsteht so eine Art Maschinen-Paternalismus. Vergleichbar mit der Einführung der Tabellen-Kalkulation.

„Wie haben uns den Ergebnissen ausgeliefert, die von Excel und Co. ausgespuckt werden. Dabei gibt es eine Vielzahl von Studien, die die Fehlerhaftigkeit von Excel-Tabellen belegen. Wenn wir die einfache Konstruktion einer Tabelle schon nicht verstehen oder kritiklos darauf reagieren, werden wir erst recht nicht verstehen, was in der Interaktion mit Algorithmen abgeht“, mahnt Holtel.

Das berühmteste Beispiel ist das Excel-Chaos der Harvard-Ökonomen Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff, die ein Optimum für die Höhe von Staatsschulden als finanzpolitischen Leitfaden den Staatsregierungen ins Ohr gemauschelt haben. Es sei ein großer Fehler, den Maschinen Fähigkeiten wie Rationalität und Unfehlbarkeit zuzuschreiben, bemerkt Holtel:

„Das speist sich aus unseren täglichen Erfahrungen. Niemand rechnet Excel-Tabellen nach. 2007 gab es im Intel-Prozessor einen Hardware-Fehler, der dazu führte, dass Excel falsch rechnete. Es gibt diese systemischen Fehler sehr häufig, aber Menschen sind kaum in der Lage, diese Risiken einzuschätzen.“

Der Diskurs über Künstliche Intelligenz müsse differenzierter geführt werden. „Wir sollten durch Aufklärung oder Machteliten-Hacking Verantwortung übernehmen, um diesen Diskurs adäquat zu begleiten“, resümiert Holtel.

Siehe auch:

CIO-Kurator: Es geht nicht darum, die neuen künstlichen Intelligenzen zu verteufeln. Sie bieten privat und auch für Unternehmen auch riesige Chancen, nicht zuletzt im Bereich Usability (aber nicht nur dort). Doch müssen wir unbedingt über die Risiken aufklären, sie kommunizieren und diskutieren. Alles andere ist unverantwortlich. Privat und im Geschäft.

Künstliche Intelligenz – Eine partielle Polemik

Wie Überraschend: „Es wird in Zukunft darum gehen, den Konsumenten bei allem technischen Fortschritt nicht aus den Augen zu verlieren und modernste Technologien als Schnittstelle zwischen menschlichen Bedürfnissen und Unternehmen zu nutzen.“ Könnte auch im Wandkalender stehen. Solche Weisheiten passen immer.

Eure Ideen für die Demokratie im Jahr 2030 #FutureHubs #D2030

Über Plauderautomaten und hungrige Robotersäuglinge #CIOKurator #Alexa #HomePod

Was bringt Sprachsteuerung oder Sprachkontrolle am Arbeitsplatz der Zukunft und im Büro von morgen, fragt sich Stefan Pfeiffer in einem CIO-Kurator-Beitrag unter dem Titel „Erna, reich den Kochlöffel rüber ODER Alexa-Hype bald auch im Büro?“.

Er kann sich intelligenten Sprachassistenten im Einzelbüro oder Home Office vorstellen.

„Hier ähnelt die Nutzung der privaten Anwendung mit dem Unterschied, dass der Sprachassistent geschäftliche Sprache lernen muss.“

In der „einfachen“, generischen Sprachsteuerung könne das trivial sein.

„Verschiebe den Termin um 10 Minuten“ wird ein Sprachassistent verarbeiten können. „Was aber, wenn komplexere Aufgaben und Fragen an den Sekretär gestellt werden: ‚Bitte hole alle relevanten Dokumente und Besprechungsprotokolle zum Projekt vernetztes Büro von morgen‘ auf den Bildschirm. Da muss der Assistent dann schon mit Unternehmensanwendungen kommunizieren. Und auch die Anforderungen an das Erlernen von Fach- und Branchensprache geht sicher weit über die ’normale‘ Sprachsteuerung hinaus“, so Pfeiffer.

Der Alexa-Hype sei ja nett. Sprachsteuerung werde nicht nur privat kommen, aber es erfordert eine sachlich-fachliche Diskussion. Bislang ist die Konversation absurdes Theater, schreibt Wiwo-Redakteur Thomas Kuhn. Es seien lediglich Prototypen, die man sich vielleicht am besten wie hungrige Robotersäuglinge vorstellt:

„Je mehr Daten in ihr System fließen, desto besser lernen sie, menschliche Konversation nachzuahmen. Jeder Dialog mit den Plauderautomaten wird aufgezeichnet, jedes Gespräch registriert, jeder Messenger-Text dechiffriert – die Bots sind ein Synonym für die wohl größte Sprach- und Textanalyse im Netzzeitalter.“

Bei standardisierten Aufgaben leisten sie schon einiges. Mal schauen, wann mehr kommt. Aber das habe ich schon vor zehn Jahren geschrieben – über virtuelle Fußballexperten und sprechende Automaten und so.

Reden wir über #2030 – #FutureHubs im Juni und die Zukunftskonferenz am 6. und 7. Juli in Berlin

Was wir im Juni mit den FutureHubs vorhaben und was auf der D2030-Zukunftskonferenz ablaufen wird, erläutere ich heute um 14 Uhr via Facebook Live.

Siehe auch die Hangout on Air-Runde:

Wir sollten die Demokratie digital upgraden #D2030

Gewaltenteilung für die Maschinenwelt – Warum wir Utopien brauchen

Occupy ist toll, Google ist toll und Lizenzverkäufe an WalMart sind toll #Netzpartisanen

Occupy war wohl ein überschätztes Ereignis, vermutet der Publizist Thomas Frank. Ihrem Namen zum Trotz besetzte die Bewegung keine Banken, sondern Parkbänke, die mit Camping-Zelten umbaut wurden. Dafür kreierten die Akteure den gelungenen Slogan ‚We are the 99%‘ und ein nettes Plakat mit der Ballerina auf dem Wall-Street-Bullen. Das war so gut, dass WallMart die Lizenz kaufte. Protest-Ikonen, wie die selbst ernannte Anarchistin Justine Tunney, sehen ‚Occupy Wall Street‘ wohl mehr unter Markenrechtsgesichtspunkten.

Noch interessanter ist die Tatsache, dass Tunney nach Auflösung der Zuccotti-Park-Besetzung von Google als Software-Ingenieurin eingestellt wurde. Ihre Rechtfertigung würde Karl Marx wohl noch nicht mal mit Verachtung bestrafen:

„Zwar operiert Google innerhalb des kapitalistischen Systems, aber sie tun viel Gutes für die ganze Welt. Ich respektiere Google und würde niemals versuchen, die Firma zu sabotieren.“

Auweia.

„Dass eine Aktivistin Parolen wie ‚Stomp out capitalism’ in die Welt streut und zugleich das Loblied ihres Arbeitgebers mitsingt, mag seltsam anmuten. Dabei ist sie nur konsequent; bereits während der Besetzung hatte sie ihr superkritisches Kapitalismusverständnis unter Beweis gestellt: ‚Diese Bewegung hat nichts gegen Konzerne, sie ist nur gegen Wall Street’“, schreibt Guillaume Paoli in seinem Beitrag ‚Marktkonforme Antikapitalisten‘, erschienen im Matthes & Seitz-Band ‚Zonen der Selbstoptimierung‘.

Hacktivisten-Unterwanderung für Klickverkäufe

Pharisäer sind auch im deutschen Ableger des Hacktivisten-Kollektivs Anonymous aktiv. Sie haben sich zumindest eingeschlichen. Etwa Mario Rönsch, der hinter der berühmten Guy-Fawkes-Maske nicht nur abstruse Verschwörungstheorien absondert, von Lügenpresse schwafelt und bösartige Pläne einer weltumspannenden Illuminati-Bewegung an die Wand malt, sondern sein Geld mit der Firma ‚Fandealer‘ macht. Er verkauft Klicks von Facebook-Fans und Twitter-Followern an Marken und Konzerne, die ihren Einfluss in der digitalen Welt künstlich aufbauschen wollen.

„Ob es um das Politische oder um das Geschäft geht, der gelernte Bankkaufmann hat gut verstanden, wie Simulationsökonomie funktioniert“, führt Paoli aus.

Heute lesen solche Netzrevoluzzer wohl nicht mehr Marx oder Engels, sondern eher Robert Heinlein, der langweilige Science Fiction über futuristischen Gruppensex zu Papier bringt. Roboter, die dauergeil durch die Gegend torkeln und Marsianer wie Michael Valentine, die gerne vögeln und Erdlingen beibringen, wie Marsianer zu vögeln.

Solche Wirrköpfe werden dazu beitragen, dass die Vulgärkapitalisten auch in Zukunft in Ruhe ihren Geschäften nachgehen können. Wahrscheinlich arbeitet die Konzernfreundin Justine Tunney im Verbund mit Ray Kurzweil an einer technologischen und singulären Befreiungstheologie und will uns den Roman-und-Essay-Mist von Vernor Vinge (The Technological Singularity) als Religionsersatz überstülpen.

Vorher muss natürlich noch ein Slogan und ein Logo entwickelt werden – sonst können Handelskonzerne wie WalMart keine Lizenzen kaufen. So erobert man die Welt. Bei den bastelt sich jetzt jeder selbst ein Logo 🙂

Ausführlich nachzulesen bei den Netzpiloten.

P.S. Kurzweil hält übrigens Eingriffe in den menschlichen Geist für wünschenswert, weil dadurch Charakterfehler behoben und Leistungssteigerungen ermöglicht werden könnten. Klingt irgendwie nach der Psychotherapie im Zukunftsroman „Clockwork Orange“ von Anthony Burgess. Es ist an der Zeit, solche Steuerungsheinis in der Öffentlichkeit mit einer kritischen Debatte zu konfrontieren. Helfen könnten paradoxe Interventionen: Steuerungssysteme entlarven, so dass ihre Modelle ins Leere laufen. Systeme mit Daten zuscheißen, so dass am Ende falsche Muster rausspringen – also das Rauschen erhöhen. Mein eigenes Verhalten kann dafür sorgen, dass das System durch die Aufdeckung der dahinter stehenden Logik nicht mehr funktioniert. Mein Netzpartisanen Motto.

Übrigens: Ein bissiger Song gegen Theresa May ist in Großbritannien in die Charts vorgedrungen, BBC will ihn nicht spielen – Warmduscher.

Graswurzel-Bewegungen fangen klein an, beim #DorfCamp in Bonn-Duisdorf

Graswurzel-Bewegungen fangen klein an. Dafür ist das Dorfcamp genau das richtige Format. Ein Barcamp im Miniformat – mit Grill. Am Samstag, den 24. Juni 2017 in Bonn-Duisdorf, Ettighoffer Str. 26a, 53123 Bonn.

Start um 10 Uhr – Vorstellungsrunde und Session-Planung.
11 bis 11:45 Uhr – Erste Session
12 bis 12:45 Uhr – Zweite Session
13 bis 13: 45 Uhr – Dritte Session
13:45 bis 14:30 Uhr – Kleiner Mittagsimbiss (abends ist ja dann GrillCamp)
14:30 bis 15:15 Uhr – Vierte Session
15:30 bis 16:30 Uhr – Käsekuchen-Diskurs: Marx und die Netzökonomie
16:45 bis 17:30 Uhr – Fünfte Session
17:30 bis Open End – Grillen (Fleisch oder Vegetarisches bitte mitbringen, die Getränke gehen aufs Haus).

Bitte die Session-Ideen schon vor dem DorfCamp formulieren mit einem kleinem Exposé (bis zum 18. Juni). Das stellen wir dann im Vorfeld zur Abstimmung ins Netz. Alle Sessions werden via Facebook Live (Ecamm-Software) übertragen. Hier können wir auch Folien zeigen (jpg-Dateien!) oder auch Einspieler bringen.

DorfCamp kostet nichts. Bitte dennoch über die Facebook-Seite verbindlich anmelden.

So lief das erste DorfCamp bei Tim Ebner:

Man hört, sieht und streamt sich in Bonn-Duisdorf 🙂

Mit #Ecamm kann man jetzt Livestreaming-Events via Facebook vorplanen

Dann probiere ich das morgen direkt mal aus 🙂

Man hört, sieht und streamt sich am Freitag um 10 Uhr.

Wie man sich an der Next Economy Open beteiligen kann #NEO17x


Machtmissbrauch in der Wirtschaft eindämmen ohne #NewWork Camouflage

In den vergangenen Jahren habe ich ja nun einiges recherchiert und berichtet über die Wirtschaftswelt unter dem Motto: Cliquen, Klüngel, Karrieren, Seilschaften und machtvolle Netzwerke mit Hinterzimmer-Mauscheleien. Also Fakten und keine Coaching-Weisheiten über die Realitäten in Unternehmen.

Es geht um Menschen, nicht um Maschinen. Es geht um das konkrete Handeln und nicht um esoterische sowie ganzheitliche Wohlfühl-Schwurbeleien. Es geht um Checks-and-Balance-Maßnahmen, die den Machtmissbrauch von pathologisch gepolten Führungskräften eindämmen. Alleinherrscher erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Fehlentscheidungen.

In Anlehnung an den Philosophen Karl Popper könnte man auch sagen: Es kommt darauf an, Institutionen so zu organisieren, dass es schlechten oder inkompetenten Herrschern unmöglich ist, allzu großen Schaden anzurichten. Das gilt für Demokratien, für Unternehmen und für sonstige Organisationen.

Hier eine kleine Auflistung der Maßnahmen jenseits von mechanistischen Weisheiten, die als New Work, Change Management und sonstigen Management by XYZ-Gedudel verkauft werden.

  • Förderung der Raiffeisen-Idee, die im 19. Jahrhundert begründet wurde: Genossenschaften sind Netzwerke, die helfen, wenn eine Branche im Wandel und im Wachsen ist, erläutert die Volkswirtin Theresia Theurl von der Uni Münster: „Bist du nicht groß oder besonders stark, musst du besonders schlau sein. Man kann sich Größe auch organisieren, ohne sich abhängig zu machen.“ Um das Problem der schlechten Bonität zu lösen, setzte der Sozialreformer Friedrich Wilhelm Raiffeisen auf das Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“. Das gilt auch für die Digitalisierung der Wirtschaft, etwa bei Investitionen in 3D-Drucker, beim Einkauf, bei der Vermarktung über Plattformen und beim Wissenstransfer.

Da kommen sicherlich noch mehr Vorschläge zusammen, wenn ich meine Texte etwas ausführlicher durchgehe. Aber für den Anfang reicht das ja. Was haltet Ihr von dieser Auflistung? Habt Ihr weitere Ideen, wie man das Regelwerk des Wirtschaftsgeschehens verbessern kann?