Sensationelle Musik-Tracks der KotKanonen: „Wurst aufs Brot“ – ElektroExpressionismus aus Bonn

Mit „The End of Agony“ und „The Last Journey“ hat das Bonner Kreativduo der KotKanonen die Musikszene kräftig durchgeschüttelt. Mit den neuen Tracks dürften die beiden ElektroKot-Komponisten wohl endgültig den Durchbruch schaffen. In ihrer expressionistischen Schaffensphase neigen die KotKanonen zu besonderst aussagekräftigen und metaphorischen Stücken. Etwa Track 1 „True Power“: Den Auftakt zu DJKloschüssels Meisterwerk „Wurst Aufs Brot“ macht die musikalische Vollendung. Den Namen verdankt dieser Track der Anlehnung an seine Hardstyle Elemente.

Oder Track 2 „Electric Edge“: Von einem neuen Kick und der spannenden Baseline geprägt, deutet dieser Track die Richtung des neuen Albums an. „Lock and Load“ läutet mit Glockentönen das mächtige Fiasko der kompletten Scheibe ein und hinterlässt mehr Fragezeichen denn Antworten. Mit einer Auswahl an Nexus Beats erklimmt der höchst agile DJ Kloschüssel durch seinen Hit „Mighty Thunder“ neue Höhen mit völlig unverständlichen Beschreibungen seines Geistes. Ein legendäres Zusammenspiel aus grandiosen Tönen, mit einem unübertroffenem Abschluß bietet „Spirit of Legend“. Ein Dank gilt der völlig unbekannten Hellmeppo, die bei der Produktion angeblich die entscheidenden Impulse geliefert haben soll und nun in einem Atemzug mit Herrn Latz genannt werden kann.

Höhen und Tiefen, Bewegung und Ruhe, Gedankenpausen und Sprachlosigkeit. Das sind Elemente, die Kloschüssels Album Wurst Aufs Brot ausmachen. „Broken Reality“ bietet im Sturm der Emotionen und hysterischen Reaktionen einen Moment der Ruhe. „Not Only Darkness“ ist das programmatische und optimistische Weltbild am Schluss der famosen Neuerscheinung. Vier bis fünf Vorbestellungen sollen schon vorliegen – phantastisch. Aus Insider-Kreisen wurde bekannt, dass absolut überflüssige Collectors Edition-Scheiben am Bonner Hauptbahnhof kursieren. Sogar handsignierte Exemplare können wagemutige Käufer anfordern – was allerdings völlig sinnlos ist.

Meisterleistung von Stefan Raab! #esc11

Also das war mal ein musikalischer Paukenschlag zur Eröffnung des Eurovision Song Contest. Hab ich so noch nie beim ESC gesehen: „Satellite“ Raab feat. Lena & 42 Lena-Doubles.

Die Möglichkeiten für die Moderatoren sind ja eher begrenzt. Ein ziemlich enges Korsett. Aber was der Raab bei der traditionellen Aufführung des Vorjahres-Siegersong auf die Bühne gebracht hat, wird wohl noch lange in Erinnerung bleiben. Er ist ein Multitalent (Gesang, Gitarre, Schlagzeug) und sollte so etwas öfter bringen. Grandios auch die TV-Total-Big Band „Heavytones“. Klasse Leistung der Musiker. Toll die Auftritte von Judith Rakers und Anke Engelke. Habt Ihr wirklich souverän gemeistert gestern!

Pyramidenklänge: Platon, Korff und die Universalbildung im alten Ägypten

Wer das Talent und die Bildung besitzt, in vielen Wissenschaftsgebieten wie ein Fisch im Wasser zu schwimmen, wer sich in Philosophie, Musik, Mathematik, Geschichte und Technik auskennt, die Schriften des Altertums lesen kann, einen frischen und humorvollen Geist besitzt und sich nicht einseitig in einem Fachgebiet verrennt, kann zu unglaublichen Erkenntnissen gelangen. Zu ihnen zählt der emeritierte Professor der Philosophie, Friedrich Wilhelm Korff: Als er an einem Buch über Platons Musiktheorie arbeitete, fiel ihm eine Tabelle in den „Nomoi“ (Gesetze) auf – einem Spätwerk Platons. Es beschäftige sich eingehend mit ägyptischen Gesetzen, Mathematik und der Logistik staatlicher Einrichtungen. Platon ist in Ägypten gewesen und hat in Memphis bei den Tempelpriestern monatelang Arithmetik, Musik- und Zahlentheorie sowie Astronomie studiert. „Diese Einheit des Wissens ist heute leider verloren gegangen“, sagte Korff bei der Präsentation seiner Thesen zur Bauweise der alten Ägypter in der Buchhandlung Böttger.

Korff untersuchte das ägyptische Mess- und Maßsystem, das durch den Architekten Imhotep unter Pharao Djoser um 2635 vor Christus eingeführt worden war, und stellte fest, das die Ellen- und Handbreitenmaße sich nur aus den Produkten der ersten fünf Primzahlen (1, 2, 3, 5, 7) zusammensetzten, ebenso wie Platons 60 Teile der Zahl 5040 in der Tabelle der Nomoi, denn 5040 oder Siebenfakultät (7!) ist gleich dem Produkt der ersten natürlichen sieben Zahlen (1 × 2 × 3 × 4 × 5 × 6 × 7 = 5040). „Korff vermutete in Platons Tabelle eine Pyramidenbauhüttenregel und wurde bestätigt, als er sich in den Handbüchern zum Pyramidenbau die Abmessungen von 29 Großpyramiden vornahm und fast durchweg Ganzzahligkeit der Basen feststellte, gebildet aus den Produkten ebendieser Zahlen. Einzig die bisherige Basislänge der Cheopspyramide mit 440 Ellen enthielt eine 11 und war somit, verglichen mit den anderen Basislängen, nicht möglich. Die durchweg vorhandene Ganzzahligkeit der Pyramidenmaße klärte sich auf natürliche Weise durch die Kalibrierung des von Imhotep eingeführten Mess- und Maßsystems, aber sie gewährte auch antiken Baukörpern jenes Maß an Präzision, das zum Vermessen und zum Aufbau einer Pyramide nötig war, nämlich die Genauigkeit, die nicht bei Wiederholungen von Messungen zu Messfehlern führte. Ein Elftel zum Beispiel war von keinem Ellenstock abgreifbar, wohl aber eine Ellenhälfte, ein Drittel, ein Viertel, ein Fünftel, ein Sechstel. Nahm man zum Beispiel bei der Cheopspyramide eine Basis von 441 = 212 Ellen an, so lagen die Zahlen im Produkt innerhalb des verwendeten Mess- und Maßsystems (441 = 32 × 72) aus den ersten fünf Primzahlen (1, 2, 3, 5, 7)“, schreibt die FAZ.

Für die Geschichte der Architektur werde eines dieser Verhältnisse noch bedeutsam, denn die Pyramidenneigung von 51,78 Grad entsteht als Diagonalenwinkel (tg 80/63 = 51,78 Grad) aus einem Rechteck an der Spitze der Cheopspyramide. Es habe das Format von 80 × 63 Ellen Seitenlänge und einen Flächeninhalt von 80 × 63 = 5040 = 7! Quadratellen. Hier tauche Platons berühmte, aber in ihrer ursprünglichen Funktion nie verstandene Fakultätszahl (7!) aus den „Gesetzen“ in den Abmessungen der Cheopspyramide auf, und zwar nur in diesen 60 Teilern.

Der Philosophieprofessor hatte die Schriften des Ptolemaios gelesen, und diese Zahlen hafteten noch in seinem Gedächtnis, als er den Böschungswinkel der Cheopspyramide fand. In dieser Tonart, die in ihrer Tonhöhe vom heutigen A-Dur kaum zu unterscheiden ist, wenn man die 441 Ellen der Cheopspyramidenbasis mit 441 Hz, nahezu dem Kammerton a1, ansetzt, stehen die verschiedenen Neigungen von zwanzig Großpyramiden in Ägypten. So schreibt Korff: „Nunmehr haben alle Pyramiden Ägyptens Namen nach ihren antiken Intervallen. Von Giza an steht am Nil ein Glockenspiel von Klängen. Die Pyramide des Mykerinus besitzt die reine, große Terz (5:4), Unas die Quinte (3:2). In den Neigungen der Pyramiden nilaufwärts folgen großer und kleiner Tritonus (10:7 und 7:5) von Neferirkare und Amenemhet I., die Naturtonterz (7:6) von Sesostris I. und III., der übergroße Ganzton (8:7) Amenemhet III., die kleine Septime (7:4) Djedefre und viele Wiederholungen und insgesamt zehn Pyramiden mit dem Quartrücksprung (4:3), den die Archäologen zwar schon lange kannten, seine musikalische Herkunft aber nicht identifizierten.“

Die Einheit der Wissensgebiete Arithmetik, Geometrie und Musiktheorie waren wohl entscheidend für die Bauwerke im alten Ägypten und nicht ein Versuch und Irrtum-Verfahren, wie es ein Kommentator auf Google Buzz darstellte.

Hier der gesamte Vortrag von Professor Korff als Audio-Aufzeichnung.

Hier noch zwei visuelle Eindrücke der Veranstaltung in der Buchhandlung Böttger, wobei der Teil 2 eigentlich Teil 1 ist:

Einmal Last Night, immer Last Night – Der Höhepunkt der Henry Wood-Proms

Beim Besuch meiner Großtante Else Sohn in London kurz nach meinem Abitur wurde ich aufmerksam gemacht auf ein einmaliges musikalisches Festival der britischen Hauptstadt: Die Henry Wood-Proms, die in der Sommersaison einem breiten Publikum zu erschwinglichen Preisen klassische Konzerte präsentiert. Ich hatte das Glück, damals den krönenden Abschluss der Proms zu besuchen: Last Night of the proms. Seit dieser Zeit bin ich ein Fan der Liveübertragung im NDR mit den humorvollen Kommentaren von Rolf Seelmann-Eggebert. Vielleicht gelingt es mir ja irgendwann einmal, wieder in London dabei zu sein. Selbst für Klassikmuffel sind die Proms geeignet, um auf den Geschmack zu kommen.
Hier eine Kostprobe.

Goran Bregovic-Konzert in Duisburg – Die Stimmung war bombastisch

Video Teil 1
Video Teil 1
Ob mit goßem Orchester (Streichern, Chor, Bulgarischen Stimmen und Blechbläsern – 41 Musiker auf der Bühne) begeisterte der serbisch-kroatische Komponist und Musiker Goran Bregovic die Fans in Duisburg zum Abschluss des Festivals Traumzeit . Die surreale Atmosphäre des alten Stahlwerks im Landschaftspark Duisburg-Nord passte gut zu wuchtigen und leisen Klängen von Bregovic und seiner Wedding and Funeral Band. Alle Akteure sind Könner ihres Fachs.

Teil 2
Teil 2
Die beiden bulgarischen Sängerinnen in Landestracht, der sonore Herrenchor in schwarzen Anzügen, die Streicher, die Blechbläser und natürlich der kongeniale Bregovic.
Teil 3
Teil 3

Die Youtube-Filmchen vermitteln einen kleinen Eindruck von der Stimmung. Die Ton- und Bildqualität ist nicht besonders, mit meinem kleinen Camcorder ist eine bessere Qualität nicht machbar.

Ehrliches Marketing und kein öffentlicher Raub: Das Erfolgsrezept von Comedy-Star Mario Barth

Mario Barth hat die Comedy-Szene in eine neue Dimension geführt – auch was das Business anbelangt. Der Berliner dirigiert eine kleine Firmengruppe mit vier Unternehmen, die sich um Produktion, Vermarktung und den Verkauf von Merchandising-Artikeln kümmern. Dabei vertreibt er nicht nur Produkte der eigenen Marke „Mario Barth“, sondern auch Produkte von den Simpsons, von Playboy oder Jägermeister. Im Interview mit dem Fachmagazin absatzwirtschaft erklärt Barth sein Erfolgsrezept: „Marketing ist total einfach, wenn man den Ursprung des Marketings nimmt. Wenn du ehrlich bist und deinen Fan oder Kunden nicht verarscht, dann passiert das, was im Olympia-Stadion zu sehen war“.

Mit den 70.000 Besuchern hat er einen neuen Weltrekord in der Comedy-Branche aufgestellt, den bisher Chris Rock in London mit 15.900 Zuschauern hielt. Warum war Madonna in Berlin nicht ausverkauft, fragt sich Barth. „Nur 45.000 Zuschauer im Olympia-Stadion. Ich nehme keine 250 Euro für eine Karte. Das hat nämlich nichts mehr mit Karte zu tun, sondern das ist öffentlicher Raub. Wie rechtfertige ich ein Ticket für 250 Euro? Was kann das Ticket noch? Wäsche waschen, Auto fahren? Dann geht man zu zweit hin, dann sind schon mal 500 Euro weg. Dann kostet so ein T-Shirt nicht wie bei uns 15, sondern 55 Euro und ist noch von schlechter Qualität. Zweimal gewaschen, und die Farbe ist raus. Wie haben Analysen gemacht zu unseren T-Shirts. Das ist alles fair gehandelte Baumwolle und wird in Europa produziert. Wir haben nichts aus Bangladesch“, so Barth gegenüber absatzwirtschaft.

Kritikern, die seine Programme für flach befinden, hält er seinen Markterfolg entgegen. „Zwei Millionen Leute haben mein Programm live gesehen. Dazu knapp zwei Millionen verkaufte Bücher und über eine Million verkaufte Tonträger. Mein Buch wurde in fünf Sprachen übersetzt. Hunderte von Leuten arbeiten an dem Produkt ‚Mario Barth’. Das sind doch Leute, die haben erstens eine Arbeit, und zweitens haben die Fans Spaß. Um das noch mal zu verdeutlichen. Zwei Stunden lachen die Fans, vergessen dabei den ganzen Alltagsscheiß und gehen gutgelaunt und positiv nach Hause“, kontert Barth. Die Verkaufszahlen geben ihm recht. Allein am ersten Tag des Kartenvorverkaufs für sein neues Programm, das im Mai startet, verkaufte der Comedy-Star mehr als 125.000 Karten. 24 Termine waren zunächst geplant. Dabei wird es nicht bleiben. Mittlerweile sind bereits weit über 400.000 Tickets für 2009 und 2010 verkauft.