Frauke von Polier – HR-Kopf für den paradigmatischen Wandel im #NextTalk #SAP

Kritik am alten HR/HCM -Paradigma  

HR als Verwalter von Humanen Ressourcen ist Geschichte und auch das HCM-Paradigma, das den Mitarbeiter als Humankapital sieht und „pflegt und hegt“, neigt sich dem Ende zu, weil beide Paradigmen unternehmenszentriert sind.  

HXM als radikaler, paradigmatischer Wandel 

Human Experience Management stellt einen radikalen paradigmatischen und perspektivischen Wandel dar. An die Stelle der Unternehmenssichtweise tritt zumindest komplementär die Mitarbeiterperspektive und der Fokus auf die Mitarbeitererfahrung. Human Experience Management integriert in diese Sicht zusätzlich auch den Kunden. 

HXM konkret – Moments that Matter … 

Wie aber wird HXM konkret? Mit den Mitarbeitern für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Moments that Matter, als Schlüsselmomente des Erlebens können hier ein wichtiges Werkzeug sein, um systematisch die Werterfahrung im Employee Journey zu verbessern. 

Corona – Treiber oder Verhinderer des Paradigmenwechsels? 

Nun ist People Management – um es neutral zu formulieren – in Zeiten von Corona nicht vergleichbar mit People Management in ruhigem Fahrwasser. 

Ist Corona nun ein Treiber des Wandels und wie konkretisiert sich HXM und Mitarbeiterzentrierung in Zeiten von Corona? Oder ist eher zu fürchten, das Krisenzeiten alte Paradigmen stärken und New Work, HXM … wieder auf bessere Zeiten hoffen müssen?  

Diese Fragen kann niemand besser beantworten als Frauke von Polier. „Groß“ geworden in einem „Startup“ namens Zalando und heute COO People bei SAP, Europas größtem Softwarekonzern.

Am Dienstag, um 15 Uhr im #NextTalk. Mitdiskutieren über Facebook oder über das Hashtag #NextTalk

Nicht verwirren lassen von der 6 Uhr-Angabe, irgendwo ist da die MEZ nicht richtig eingestellt – auf ichsagmal.com habe ich das überprüft, auf FB auch:

 

#Corona und der Geistesblitz von Popper: Ein Lob des langen Arguments

Lektüreempfehlung

Im Social Web gibt es einen Überschuss an Polarisierung, Dauererregung und reflexhaften Aburteilungen. „Wer nicht auf eine Politik der Gefühle setzt, auf Extremismus, der macht kein Geschäft. Es gibt kein Entrinnen. Das Politische ist privat, was so viel bedeutet wie: Der Blödsinn dringt durch jede Ritze, es gibt keine Rückzugsorte mehr“, schreibt der Journalist Wolf Lotter in einem Beitrag für „Der Standard“. 

Die Aufmerksamkeitslogiken von Twitter, Facebook und Co. wirken dabei wie ein Teilchenbeschleuniger.

Es dominieren kurzlebige Empörungswellen und populistisches Fastfood. Kein eigenes Denken, sondern modische Haltung to go zum schnellen Runterschlingen. Man wedelt mit dem Fähnchen im Wind, um keinen Gegenwind zu erleben.

Was wir brauchen, hat die re:publica-Konferenz im vergangenen Jahr zum Ausdruck gebracht: Ein Lob des langen Arguments. Das betonte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in seiner Eröffnungsrede. Das ist ein Bekenntnis zu Recherche, Differenzierung und Abwägung, gegen Unwissen, Grobschlächtigkeit und Vereinfachung.

Es geht nicht um die Durchsetzung von Tabula-Rasa-Methoden oder um die Allwissenheit von Politikerinnen und Politikern, die sich gerne in der Pose des Machers darstellen, sondern um eine skeptische Überprüfung des eigenen Tuns. Niemand ist in der Lage, alles richtig zu machen. Niemand kann genau wissen, wie sich Gesellschaft und Wirtschaft entwickeln – auch nicht in der Post-Corona-Zeit.

Problematisch in der Politik sei häufig die Kombination von Wirrnis und Aggressivität in der politischen Debatte, so der Wissenschaftstheoretiker Karl Popper.

Man braucht etwas anderes: Die Kraft zur genauen und nachvollziehbaren Analyse, Augenmaß und Beharrlichkeit. Und dann kommt noch ein wichtiger Punkt hinzu, die eigene Beobachtung oder Erfahrungswelt eignet sich selten für allgemeine Ratschläge.

Bei öffentlichen Ermahnungen, die gerade inflationär im Social Web ausgebreitet werden, geht es fast immer um persönliche Befindlichkeiten. Häufig sind es schnell durchschaubare Scheinkorrelationen oder gar nur lauwarme Behauptungen, wie der angebliche Zusammenhang von Homeoffice und Alkoholismus – abgeleitet nach vier Wochen Ausgangsbeschränkungen.

Selbst einige Wissenschaftler schmeißen gerade viele Standards über Bord und kommunizieren fast ausschließlich im Modus der Meinungen und anmaßenden Aburteilungen.

Als Orientierungsmaßstab eignet sich wieder Popper und die Theorie des Kritischen Rationalismus: Den Geistesblitz für seine Erkenntnisse bekam Popper in der Wiener Beratungsstelle für Kinder und Jugendliche des Individualpsychologen Alfred Adler. Dass alles menschliche Handeln durch einen tiefverwurzelten Minderwertigkeitskomplex beherrscht sein soll, konnte Popper in seiner Tätigkeit für Adler nicht überzeugen. Er berichtete Adler im Jahre 1919 über einen Fall in der Beratungsstelle, der nicht in das Schema „Inferioritätskomplex“ passte. Adler aber hatte nicht die geringste Schwierigkeit, ihn im Sinne seiner Theorie als einen Fall von Minderwertigkeitsgefühlen zu diagnostizieren, obwohl er das Kind nicht einmal gesehen hatte.

„Ich war darüber etwas schockiert und fragte ihn, was ihn zu dieser Analyse berechtigte. Meine vieltausendfältige Erfahrung, war seine Antwort; worauf ich mich nicht enthalten konnte zu erwidern: ‚Und mit diesem Fall ist Ihre Erfahrung jetzt eine vieltausend-und-einfältige‘“, konterte Popper.

In den folgenden Jahren arbeitete er an einem Kriterium, das zwischen Wissenschaft und Scheinwissenschaft unterscheidet. Adler, Freud und Co. ging es ausschließlich darum, nach Bestätigungen ihrer Theorien zu suchen – also eine induktive oder positivistische Vorgehensweise, die damals Standard war. Man schließt vom Einzelnen auf das Allgemeine. Schon Ende des Jahres 1919 kam Popper zu dem Schluss, „dass die wissenschaftliche Haltung die kritische war; eine Haltung, die nicht auf Verifikationen ausging; sondern kritische Überprüfungen suchte: Überprüfungen, die die Theorie widerlegen könnten.

Nach diesem Maßstab könnten wir doch auch jetzt vorgehen und auch in der Post-Corona-Zeit, wenn wir darüber disputieren, welche Maßnahmen richtig und welche Maßnahmen falsch waren.

Siehe auch:

Ohne Homeoffice keine Verkehrswende – Mythen und Meinungen statt Fakten

Machen Currywurst, Grießbrei und Himbeermarmelade gesund? Antwortversuche mit dem Kritischen Rationalismus von Popper

#Coronavirus, @MFratzscher und die psychologischen Faktoren in einer Volkswirtschaft #EconTwitter

Demokratie nach Corona #BonnerTagederDemokratie virtuell mit @LucaSamlidis, Hanna Ketterer, @realM_Gabriel, @beyond_ideology, Hans-Jürgen Urban, Volker Kronenberg

Uns alle treiben viele Fragen um: Was haben wir in den vergangenen Wochen durch Corona gelernt? Wie verändert sich das Verhältnis von Wirtschaft und Staat? Wie leben wir weiter die wichtigen Werte Freiheit und Internationalität? Bleibt die Nachhaltigkeit jetzt auf der Strecke?
Wir diskutieren mit Experten aus Politik und Gesellschaft – und mit euch! Wir treffen uns zu einer digitalen Video-Diskussion auf der Plattform Zoom: Dort könnt ihr Face-to-Face eure Fragen stellen, und in Diskussionen abstimmen. Gleichzeitig wird das Event live auf der Facebook-Seite Bonner Tage der Demokratie übertragen und auf den Seiten von Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) und Konrad-Adenauer-Stiftung.
Seid dabei: Arena-Diskussion – digital: 7. Mai, 19:00 bis 20:30 Uhr
Anmeldung auf: www.demokratie-bonn.de

Ablauf
Ankommen in der Lounge:

Kurzgespräche mit Luca Samlidis, Fridays for Future; Hanna Ketterer, Sozialwissenschaftlerin, DFG-Kolleg Postwachstumsgesellschaften, Jena

Diskussion mit
Maja Göpel, Politökonomin und Transformationsforscherin
Markus Gabriel, Philosophieprofessor, Universität Bonn
Hans-Jürgen Urban, Sozialwissenschaftler, Vorstand IG Metall
Volker Kronenberg, Politikwissenschaftler, Universität Bonn
Moderation: Helge Matthiesen, Chefredakteur General-Anzeiger Bonn/Isabell Lisberg-Haag Trio MedienService (www.trio-medien.de)

Ich selbst werde das Livestreaming, die technischen Vorbereitungen und sonstige Begleitmaßnahmen übernehmen.

Veranstalter: Konrad-Adenauer-Stiftung, Universität Bonn

Man hört, sieht und streamt sich bei den Bonner Tagen der Demokratie 🙂

Die Gabriel-Lesung in der Buchhandlung der Remmel-Zwillinge ist übrigens auf meinem YouTube-Kanal der absolute Renner: