Nachhaltigkeit im Mittelstand: Ein Umdenken beginnt #GreenMonday

Beim ersten Green Monday in Düsseldorf wurde intensiv die Herausforderung der Nachhaltigkeit in kleinen und mittleren Unternehmen diskutiert. Es wurde deutlich, dass Nachhaltigkeit kein Luxus mehr ist, sondern eine notwendige Bedingung für die Aufrechterhaltung von Geschäftsbeziehungen. Ein Beispiel war ein kleines Unternehmen mit 25 Mitarbeitern, das sich trotz seiner geringen Größe mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen musste, um weiterhin an Aufträgen beteiligt zu sein.

Ein weiteres Thema war die Integration von Nachhaltigkeitszielen in die Unternehmensstrategie. Es wurde ein System vorgestellt, das auf Unternehmens- und Produktebene Nachhaltigkeitsaspekte überwacht und misst. Dieses System ermöglicht eine genaue Zuordnung des Energieverbrauchs und eine umfassende Analyse des CO2-Fußabdrucks. Besonders hervorgehoben wurde die Bedeutung von CO2-Neutralität und die Herausforderungen, die sich in der Lieferkette und beim Ressourcenmanagement ergeben.

Effizienzsteigerung wurde als ein Weg zur Nachhaltigkeit angesehen, wobei betont wurde, dass Effizienz allein nicht ausreicht. Es wurden auch innovative Ansätze zur Einbeziehung jüngerer Generationen in Nachhaltigkeitsinitiativen vorgestellt, wie die Ausbildung von Nachhaltigkeits-Scouts und die Durchführung von Themenabenden, um neue Ideen zu generieren.

Mehr zum Green Monday in unserem Sohn@Sohn-Adhoc-Newsletter am Freitag.

Einblicke in das nachhaltige Liegenschaftsmanagement #GreenMonday

Wir sind live in Düsseldorf, wo Marcel Luzina von Konecranes uns einen Einblick in seine Arbeit als Facility Manager gibt. Konecranes ist ein Industrie- und Maschinenbauunternehmen mit hohem Energieverbrauch. „Mit der Gaskrise und der Energiekrise mussten wir uns fragen, wie wir uns für die Zukunft aufstellen können“, erklärt Luzina. „Es ist spannend zu sehen, wie viel Energie ein Standort verbraucht und wie wir diese Zahlen reduzieren können.“

Luzina betont die Bedeutung von Echtzeit- und Datenmanagement. „Wir haben gelernt, wie wichtig es ist, den CO2-Fußabdruck zu senken – besonders im industriellen Sektor, wo der Energieverbrauch hoch ist.“

Das Unternehmen hat auch alte Gebäude, einige über 100 Jahre alt. „Wir stoßen an unsere Grenzen und müssen innovative Lösungen finden, um unsere Energiebilanz zu verbessern“, sagt Luzina. „Wir schauen uns neue Technologien an, wie Solartechnik und die Produktion von Wasserstoff.“

Für Konecranes war es immer wichtig, sinnvoll mit Ressourcen umzugehen und Abfall richtig zu behandeln. Luzina spricht auch die politische Situation an und wünscht sich mehr Klarheit. „Wir müssen uns fragen, welche Energien wir in Zukunft nutzen können, um CO2-neutral zu sein.“

Luzina war überrascht von der Rolle der Wirtschaftsprüfer und der rechtlichen Aspekte bei der Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten, die auf dem Green-Monday-Podium diskutiert wurden. „Ich bin eher ein Techniker und fand es spannend zu erfahren, wie viele Datenpunkte berücksichtigt werden müssen“, sagt er.

Luzina sieht die Notwendigkeit, Daten auf einer kleineren Ebene zu erfassen, um zu verstehen, welche Gebäude zu energieintensiv sind. „Wir müssen in die Technik investieren, um diese Daten überhaupt erheben zu können“, sagt er.

Von der Veranstaltung nimmt Luzina mit, wie wichtig es ist, Daten zu erfassen und zu analysieren. „Ich würde mir wünschen, dass auch in Form Workshops zu machen.“

Erfolgreicher Austausch von Ideen beim #GreenMonday in Düsseldorf

Wir sind live in Düsseldorf, beim Green Monday. Neben mir steht Markus Reifferscheid von der SMS Group. Er ist der technische Leiter des Innovation Hubs seines Unternehmens, wo sie sich mit Nachhaltigkeitsthemen in der Großproduktion von Metall beschäftigen. Von der Gewinnung der Metalle aus Erzen bis zur Weiterverarbeitung zum End- oder Zwischenprodukt, ob Bänder oder Langprodukte, das ist das Geschäft der SMS im Anlagenbau.

Man könnte denken, dass in der Schwerindustrie in Sachen Nachhaltigkeit wenig passiert. Aber das Gegenteil ist der Fall. Viele „Hidden Champions“ im produzierenden Gewerbe sind vorbildlich in ihren Nachhaltigkeitsstrategien. Auch im Weißblech- und Stahlsektor passiert viel.

„Energiesparen ist für Stahlhersteller nichts Neues, besonders dort, wo Energie teuer ist, wie in Deutschland oder Europa. Stahl ist ein sehr nachhaltiger Werkstoff, der lange Einsatzzeiten hat und uns in Gebäuden, Infrastrukturen und Mobilität begegnet. Über 95 Prozent des Stahls werden heute recycelt“, so Reifferscheid.

Die Welt verbraucht jedoch viel Stahl. Jedes Jahr werden etwa 1,8 Milliarden Tonnen benötigt. Davon kommen 600 bis 700 Millionen Tonnen als Schrott zurück. Das bedeutet, dass immer noch über eine Milliarde Tonnen Stahl aus der Erde gefördert werden müssen.

„Unsere Kunden, die Stahl erzeugen und verhütten, sind auf dem Weg zur Nachhaltigkeit. Es gibt Projekte, wie das erste grüne Stahlwerk in Skandinavien, an denen wir stolz sind, beteiligt zu sein. Auch hier in Duisburg arbeitet die SMS mit der Thyssenkrupp AG an einem Nachhaltigkeitsprojekt, um Stahl grüner zu machen“, sagt Reifferscheid.

Die Umstellung auf grünen Stahl und Wasserstoffproduktion wird stark gefördert. Aber die Transition kostet Geld und wird dazu führen, dass Stahl teurer wird. Das ist ein Risiko für den Hersteller, denn er muss darauf vertrauen, dass seine Kunden in der Zukunft bereit sind, mehr für seine Produkte zu bezahlen.

Die Subventionierung des Industriestrompreises ist ein wichtiges Thema. Andere Länder investieren viel Geld in die Transformation, wie die USA mit 800 Milliarden im Inflation Reduction Act. „Es ist wichtig, dass der Wettbewerb fair bleibt“, erläutert Reifferscheid auf dem Green Monday.

Den Erfahrungsaustausch sieht er positiv. „Ich habe heute einige gute Kontakte geknüpft und Ideen für unsere zukünftigen Projekte gesammelt. Es war ein gelungener Abend.“

Beim nächsten Mal könnte es interessant sein, die Themen erneut aufzugreifen und zu sehen, was sich getan habe.

Immobilienbranche und Nachhaltigkeit: Potenziale zur CO2-Einsparung #GreenMonday

Wir sind live in Düsseldorf und sprechen mit Alexander Rausch von Drees + Sommer. Rausch Unternehmen mit Immobilienbeständen. Sein Fokus liegt auf Nachhaltigkeit und CSR-Themen.

Die Energiekrise des vergangenen Winters hat uns allen vor Augen geführt, wie wichtig Immobilien für die Nachhaltigkeit sind. Rausch stimmt zu und betont, dass die Immobilienbranche einer der größten Umweltverschmutzer ist. Die Herausforderung besteht darin, diese Branche zu digitalisieren und Daten effizient zu nutzen.

Das Potenzial zur CO2-Einsparung bei Liegenschaften liegt weit über dem liegt, was mit Wärmepumpen erreicht werden kann. Was nicht gegen Wärmpepumpen spricht, sondern belegt, etwas größer zu denken. Rausch betont, dass es wichtig ist, zwischen dem CO2 zu unterscheiden, das beim Bau einer Immobilie gebunden wird, und dem, das im Betrieb anfällt. Wenn jede Heizungsanlage richtig eingestellt wäre, könnten wir etwa 30 Prozent CO2 einsparen.

Rausch empfiehlt, den Betrieb von Immobilien effizient zu managen und zuerst einfache Maßnahmen zu ergreifen, bevor man in teure neue Technologien investiert. Zudem gibt es viele Maßnahmen, um Immobilien besser zu nutzen, wie zum Beispiel die Dezentralisierung des Gebäudemanagements oder das Angebot von Coworking Spaces.

Für den Mittelstand empfiehlt Rausch, eine Bestandsanalyse der Immobilien durchzuführen und dann kostenschonende und skalierbare Maßnahmen umzusetzen. Er unterstreicht, dass Immobilien für den Mittelstand in erster Linie ein Schutz für die Produktionsmaschinen sind und nicht die Hauptquelle des Einkommens.

Rausch weist darauf hin, dass es viele Fördermittel gibt, die Unternehmen nutzen können, um ihre Immobilien nachhaltiger zu gestalten.

Abschließend lobt Rausch die Qualität der Diskussionen beim Green Monday und schlägt vor, in Zukunft Breakout-Sessions zu spezifischen Themen anzubieten. Er glaubt, dass dies zu tiefergehenden Diskussionen und einem besseren Verständnis der Themen führen würde.

Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil: ESG-Expertin Luisa Fieder erklärt, warum Unternehmen jetzt handeln sollten #GreenMonday

Luisa Fieder leitet den ESG-Bereich der Unternehmensberatung Auricon und hat eine klare Botschaft: „Starten Sie jetzt, bevor es zu spät ist.“ Sie betont, dass es wichtig ist, das Thema Nachhaltigkeit in der Unternehmensstrategie zu verankern.

Fieder hat bemerkt, dass viele kleinere Organisationen denken, sie hätten noch Zeit. Doch die Realität in Branchen wie der Automobil- und Baubranche zeigt, dass auch kleinere Unternehmen in der Lieferkette gefordert sind.

Sie spricht auch die rechtlichen Aspekte an und gibt zu, dass sie das Thema EU-Taxonomie zunächst überwältigt hat. Doch sie betont, dass es wichtig ist, einfach anzufangen und sich fortzubilden.

Die Meinungen gehen auseinander, ob Unternehmen speziell ausgebildete ESG-Experten benötigen oder ob sie das Wissen durch Weiterbildung selbst erwerben können. Fieder glaubt, dass beides möglich ist, abhängig von der Unternehmensgröße.

Es geht nicht nur darum, jährliche Nachhaltigkeitsberichte zu schreiben, sondern auch das Nachhaltigkeitsmanagement zu verbessern. Fieder betont die Bedeutung von Maßnahmen wie CO2-Fußabdruck-Reduzierung und sozialen Aspekten wie Jobrad und Kinderbetreuung.

Die jüngere Generation, so Fieder, fordert Nachhaltigkeit von ihren Arbeitgebern. Sie fragen: „Wie nachhaltig seid ihr? Was bietet ihr uns?“ Wenn die Antwort „nichts“ lautet, steht das Unternehmen schlecht da.

Fieder sieht auch eine wachsende Rolle des Finanzwesens. Banken, Rückversicherer, Analysten und Investoren schauen immer stärker auf das Thema Nachhaltigkeit. Sie glaubt, dass Unternehmen nicht umhin kommen, sich damit auseinanderzusetzen.

Nachhaltigkeit als wichtiger Faktor in internationalen Ausschreibungen #GreenMonday

Wir sind live in Düsseldorf, wo der erste Green Monday stattfindet. Neben mir steht Christian Thunig, Marktforscher von INNOFACT und Vorstandsmitglied des Berufsverbands Deutscher Markt und Sozialforscher. Er hat den Abend verfolgt, der sich um Themen wie Nachhaltigkeit, Wirtschaftsprüfung und Berichtspflichten dreht.

„Die Veranstaltung hat einen starken Eindruck hinterlassen“, sagt Thunig. „Besonders beeindruckend fand ich die Beispiele aus der Wirtschaft. Hier waren Experten am Werk, die tief in die Prozesse eingetaucht sind, insbesondere in das Thema Datenmanagement rund um Nachhaltigkeit.“

Thunig hebt hervor, wie Produktionsbetriebe riesige Mengen an Daten von jeder kleinen Maschine sammeln und effektiv verwalten. „Unser Mittelstand ist wirklich auf Zack. Sie sind weit fortgeschritten in diesem Bereich, was sehr erfreulich ist.“

Er betont, dass Unternehmen den Druck spüren, wenn es um Finanzierung, die Rolle von Rückversicherungen und Investoren und Banken geht. „Wir sind weit über einfache Kommunikation hinaus. Nachhaltigkeit ist ein hartes Thema, an dem intensiv gearbeitet wird.“

Thunig nennt Rittersport und BMW als Beispiele für Unternehmen, die sich intensiv um Nachhaltigkeit bemühen. „Es ist viel Risiko und Arbeit in diesem Thema, aber es gibt Vorzeigebeispiele, die bereits viel erreicht haben.“

Er unterstreicht, dass Nachhaltigkeit bedeutet, Menschen mitzunehmen, tief in die Produktionsprozesse einzusteigen und zu sehen, wo Verbesserungen möglich sind.

Mein Einwurf: „Wenn ich mir unsere Hidden Champions anschaue, die international tätig sind, oder wie die Baubranche und der Automobilbereich mit Echtzeitdaten arbeiten, um Verbräuche zu reduzieren und Reparaturen zu verhindern, dann ist das sehr beeindruckend.“

Thunig betont jedoch, dass die Anforderungen an Nachhaltigkeit in anderen Ländern oft noch härter sind. „In internationalen Ausschreibungen müssen Agenturen zum Beispiel viel mehr nachweisen, dass sie nachhaltig handeln. In Deutschland ist das noch relativ entspannt.“

Thunig ist sich sicher, dass auch Dienstleistungsunternehmen eine Rolle in der Nachhaltigkeitsdebatte spielen. „Sie können viel in Sachen Diversität, Equal Pay, fairer Umgang mit Lieferanten und Mitarbeitern tun. Wie wichtig das ist, sehen wir, wenn wir einige soziale Medien und ihre Plattformen betrachten.“

Er schließt mit der Bemerkung, dass Nachhaltigkeit auch bedeutet, vernünftig mit anderen Menschen umzugehen und zu kommunizieren. „Das ist eine riesige Aufgabe. Wenn jemand sagt, er will nachhaltig handeln, dann bedeutet das auch, dass er vernünftig mit anderen Menschen umgeht und kommuniziert.“

#GreenMonday in Düsseldorf begeistert Publikum: Nächste Schritte und zukünftige Veranstaltungen werden geplant

Interview mit dem Analysten Bernhard Steimel zur Premiere des Green Monday in Düsseldorf. Sein Resümmee: „Wir sind sehr zufrieden mit der erfolgreichen Veranstaltung. Es war unser Ziel, eine solche Veranstaltung zu organisieren, seitdem wir im Sommer die Studie „ESG im Mittelstand“ erarbeitet haben. Einer der Teilnehmer der Studie sprach mich an und sagte, dass wir unbedingt eine Veranstaltung dazu machen sollten. Ich habe schon lange keine Veranstaltung mehr organisiert, aber die Idee wurde im September zu einem realen Projekt. Wir hatten etwas mehr als sechs Wochen Vorbereitungszeit und mit der Location K67 hatten wir einen großartigen Partner. Die Telekom hat uns bei der Organisation unterstützt. Besonders stolz bin ich darauf, dass es uns gelungen ist, hochkarätige Referenten zu gewinnen. Ich kenne sie persönlich und führe regelmäßig Gespräche mit ihnen. Sie sind das Herzstück des deutschen Mittelstands. Wir hatten eine großartige Beteiligung im Publikum und ich denke, die Generalprobe ist gelungen. Der erste Green Monday hat stattgefunden und es wird nicht der letzte sein“, erläutert Steimel.

Die Reaktionen auf dem Green Monday waren sehr positiv, da nicht auf abstrakter Ebene gesprochen wurde, sondern von der Praxis für die Praxis. „Das war schon immer mein Anspruch“, so Steimel. Erkenntnisse des Abends. Nachhaltigkeitsberichte können nicht mehr von der Marketingabteilung aus dem Ärmel geschüttelt werden.

Die wesentliche Prüfung und die Länge des Berichts sind wichtige Aspekte, die berücksichtigt werden müssen. „Für mich persönlich war das nicht überraschend, da ich seit zwei Jahren mit Unternehmen spreche, die Vorreiter in diesem Bereich sind“, betont Steimel.

Interessant ist die Tatsache, dass die ESG-Daten nicht nur gesammelt werden, sondern auch in das tägliche Management einfließen. Echtzeitdaten, Monitoring, Verbrauchsreduktion und Verbesserung der Arbeitsbedingungen spielen eine immer größere Rolle. Es wird wirklich in der Praxis damit gearbeitet. „Deshalb warne ich davor, sich nur auf das ESG-Reporting zu konzentrieren und es als lästige Pflicht zu betrachten. Die Unternehmen, mit denen ich spreche, arbeiten täglich mit den Daten und nutzen sie, um Entscheidungen abzuleiten“, empfiehlt Steimel.

Es wurden auch wichtige politische Stichpunkte genannt, wie Resilienz in der Lieferkette und die Überprüfung internationaler Abhängigkeiten. Es ist wichtig, die Beschaffung und Vergabe zu verbessern. Weniger Bürokratie wäre förderlich. Besonders bei den Vorgaben aus Brüssel: „Die Taxonomie ist ein bürokratischer Albtraum. Es gibt Experten, die sich damit beschäftigen, den Aufwand für Unternehmen zu reduzieren. Die besten Köpfe sollten sich lieber damit beschäftigen, wie sie ihre Produkte nachhaltiger machen und wie sie besser mit ihren Mitarbeitern umgehen können. Es erfordert ein anderes Mindset, um langfristig erfolgreich zu sein“, sagt der Analyst.

Was sind die nächsten Schritte nach dem Green Monday?

„Wir werden mit unseren Partnern eine Nachlese machen und im Frühjahr über die nächsten Termine sprechen“, erklärt Steimel. Es gibt bereits Vorschläge, wie Workshops oder geschlossene Einheiten, die ohne Öffentlichkeit stattfinden, in das Format integriert werden können. „Die Nachfrage ist groß und das Feedback war positiv. Ich bin zuversichtlich, dass es weitere Veranstaltungen geben wird“, so das Fazit von Steimel.

Über 400 Zuschauer sahen den Green Monday allein auf Twitter-X:

#GreenMonday in Düsseldorf: Nachhaltigkeitsstrategien der Unternehmen

Livestream auf LinkedIn.

Wettbewerb um finanzielle Impulse: Deutschland hinkt hinterher – Wie weiter mit der Finanzpolitik nach dem Urteil des BVerfG?

Bundesfinanzminister Christian Lindner reagiert im Interview mit der Bild am Sonntag auf das Schuldenbremsen-Urteil des Bundesverfassungsgerichtes mit Plattitüden und inhaltsleeren Phrasen: „Wir müssen mit weniger Geld wirksamere Politik machen….Wir werden jetzt gezwungen, mit weniger öffentlichen Subventionen die Wirtschaft zu modernisieren. Es geht jetzt um weniger Bürokratie, agilere Verwaltung, Technikfreundlichkeit und die Mobilisierung privaten Kapitals für Investitionen. Gute Wirtschaftspolitik muss kein Geld kosten, wenn sie den Unternehmergeist anfacht. Jetzt muss jeder einsehen, dass auch immer weiter steigende Erwartungen an den Staat nicht erfüllt werden können.“

Das sind Allerweltsfloskeln ohne Substanz. So lassen sich die 60 Milliarden Euro, die jetzt fehlen für die grüne Transformation, nicht kompensieren. Das bedeutet wirtschaftlichen Absturz. Die USA und viele andere Länder setzen auf finanzielle Impulse des Staates, um Zukunftsinvestitionen anzustoßen. Allen der Inflation Reduction Act bringt rund 800 Milliarden Dollar als Finanz-Doping in die Wirtschaft rein.

Professor Holger Hanselka hat das auf dem Forschungsgipfel gut auf den Punkt gebracht: Er kritisiert die deutsche Herangehensweise, Ziele zu definieren, aber bei der Umsetzung in Maßnahmen schwach zu sein. Im Gegensatz dazu, so Hanselka, gehen die USA über die Maßnahmen und setzen sie einfach um.

Er fordert, dass Deutschland sich auf die Umsetzung konzentriert und nicht auf einen einzigen Weg festlegt. „Wir müssen in alle Richtungen gehen, in die Wärme, in die Mobilität, in die Industrieprozesse, wir müssen uns die Haushalte genau ansehen“, sagt er.

Insofern liegt die Kritik von Wirtschaftsminister Robert Habeck an den Vorschlägen von Lindner genau richtig.  Die Aussage, mit weniger Subventionen Klimaschutz und den Umbau der Industrie möglich zu machen, sei leicht gesagt, kritisierte  Habeck im Deutschlandfunk. „Die halbe Welt subventioniert genau diesen Prozess.“

Der Wettbewerb sei intensiv. „Deswegen ist das erst einmal alles nur Gerede. Die Wirklichkeit sieht anders aus.“

Auf der Next Economy Open am 7. Dezember werden wir das in einer Session mit dem Wirtschaftsweisen Achim Truger vertiefen. Thema: Wie weiter mit der Finanzpolitik nach dem Urteil des BVerfG?

concrete road between trees

Brechen jetzt die Finanzen für die grüne Transformation zusammen? #GreenMonday in Düsseldorf

Blackout, Inflation, Rezession, Stellenabbau, Zinssteigerungen – die Medien buchstabieren das Krisenalphabet regelmäßig durch. Entsprechend mies ist die Stimmung: 60 Prozent der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger glauben, die Wirtschaftslage wird sich bald deutlich verschlechtern. Im langjährigen Vergleich ist die Stimmung ähnlich schlecht wie während der Finanzkrise Ende der Nuller Jahre.

Doch stimmt das überhaupt? Vor kurzem hat das Smarter Service Institut eine Reihe von Tiefeninterviews mit deutschen Mittelständlern abgeschlossen, Teil der vierten Studie „Digitale Vorreiter im Mittelstand“. 50 Geschäftsführer oder Inhaber von Familienunternehmen haben uns Rede und Antwort gestanden. Unter anderem ging es in diesen Interviews auch um die Beurteilung der wirtschaftlichen Situation nach dem Ampelprinzip: Rot steht für Krise, gelb für teils/teils und grün für „Wir sind weiterhin erfolgreich“. Die gute Nachricht: Für die meisten Mittelständler steht die Ampel auf Grün, sie arbeiten mit voller Kraft an ihrem wirtschaftlichen Erfolg. Lebt der deutsche Mittelstand etwa in einem Paralleluniversum?

Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Haushaltspolitik der Ampel-Koalition könnte es zu schweren wirtschaftspolitischen Verwerfungen kommen. Wir könnten gar in die Rezession zurückfallen. Der Wirtschaftsweise Achim Truger hat es auf den Punkt gebracht: „Die Lehren seit der Finanzkrise und nach Eurokrise, Corona und Energiekrise sind doch sehr klar: Wenn der Staat Konjunktur und Beschäftigung stützt, lässt sich ganz viel meistern, wenn er aber versagt und in die Krisen hineinkürzt, geht es ökonomisch, sozial und politisch schief.“

Wir haben heute eine Menge zu besprechen am GreenMonday:

Einschalten um 18 Uhr und mitdiskutieren.