In der pulsierenden Stadt Köln, genauer gesagt in der Venloer Straße 24, sitzt Johannes Lierfeld, ein KI-Forscher, der gerade sein neues Buch „Ein Log-In für die Matrix“ veröffentlicht hat. Es geht um die Verbindung zwischen Gehirn und Computer, um die Brücke zwischen Protein und Silizium.
Die Diskussionen um Interfaces sind allgegenwärtig auf der Digital DX. Lierfelds Buch beleuchtet die Grenzen dieser Technologie. Elon Musk behauptet, wir könnten alles aus dem Gehirn auslesen, bis hin zur tiefsten Gefühlsebene. Lierfelds Forschung zeigt jedoch, dass es klare Grenzen gibt.
Die Neurologie kann vieles über Hirnscanner feststellen, aber vieles bleibt verborgen. Das Problem ist, dass wir das Gehirn benutzen, um das Gehirn zu verstehen – ein Paradoxon. Lierfeld versucht, Licht ins Dunkel zu bringen und eine Diskussion anzustoßen.
Er spricht über seine Kommissionshypothese, die davon ausgeht, dass die Daten, die über unsere Sinneskanäle in unser Gehirn gelangen, zunächst objektiv sind. Im Prozess des Erlebens werden sie jedoch gefiltert und subjektiviert. Sie sind verzerrt und verändert und können so nicht mehr ausgelesen werden.
Die Frage ist, wie eine zukünftige Mensch-Maschine-Interaktion aussehen könnte. Lierfeld betont, dass die Verbindung mit einem Interface immer freiwillig erfolgen muss und dass wir uns über die Autonomie Gedanken machen müssen. Wenn die Technik die Autonomie des Menschen erhöht, ist das gut. Aber wir müssen auch die Verantwortlichkeit neu beleuchten.
Lierfeld spricht auch über die ethischen Fragen, die sich stellen, wenn ein Gehirn mit Technologie „aufgerüstet“ wird, um intelligenter oder schneller zu sein. Er betont, dass es wichtig ist, diese Fragen jetzt zu stellen und zu verhandeln.
In Deutschland gibt es eine kritische Diskussion darüber, dass wir zu wenig in der KI-Forschung tun und zu wenige Lehrstühle haben. Lierfeld wünscht sich, dass die Politik ihre Versprechen einhält. Angela Merkel hat 2018 100 Professuren für KI ausgelobt, aber wir sind noch lange nicht bei dieser Zahl.
Lierfelds Buch „Ein Log-In für die Matrix“ ist gerade erschienen und kann als gedrucktes Werk erworben werden. Es kostet 15,80 Euro.
„Die Energiewende in der Schwerindustrie ist kein fernes Ziel mehr, sondern eine Realität, die wir aktiv gestalten“, sagt Marie Jaroni von thyssenkrupp steel im Interview mit SchubkraftTV auf dem SZ-Gipfel in München. Sie betont, dass die Industrie nicht mehr nur über Ziele spricht, sondern konkrete Maßnahmen ergreift.
„Wir müssen schneller sein“, sagt Jaroni. „Wir müssen nicht auf die nächsten Ziele und Ankündigungen warten, sondern anfangen zu bauen und umzusetzen.“ Und genau das tut thyssenkrupp. Sie sprechen nicht nur über Veränderungen, sie setzen sie um.
Die Stahlindustrie drückt aufs Gaspedal. Neue Technologien kommen auf den Markt. Ein neues Werk soll 2027 starten. „Wir fahren jetzt richtig an“, sagt Jaroni. „Wir graben, wir baggern, wir bauen. Es ist nicht mehr nur PowerPoint, es ist Realität.“
Die Reduktion von Eisenerz mit Wasserstoff statt Kohlenstoff ist eine dieser neuen Technologien. „Wir können Eisenerz mit Wasserstoff reduzieren“, erklärt Jaroni. „Oben aus dem Ofen kommt Wasserdampf und unten das Eisen. Dann können wir Premium-Stahl herstellen, genau wie vorher.“
Grüner Wasserstoff ist dabei der Schlüssel. „Wir sind der Wasserstoffmotor“, sagt Jaroni. „Durch uns ist die Nachfrage gesichert und die Wasserstoffwirtschaft kommt in Schwung.“
Aber die Industrie kann das nicht alleine schaffen. Der Staat muss mehr tun, um die Transformation zu unterstützen. „Wir brauchen eine Schubfinanzierung“, fordert Jaroni. „Damit wir dieses Tal der Transformation durchqueren und eine stabile Wirtschaft in Deutschland erhalten können.“
Die Expertise in der Kreislaufwirtschaft ist dabei ein großer Vorteil. „Heute wird Stahl schon zu 95 Prozent recycelt und das wird auch in Zukunft so bleiben“, sagt Jaroni.
Für die Klimapolitik der nächsten Jahre wünscht sich Jaroni Pragmatismus. „Einfach Dinge entscheiden, Rahmen setzen, damit die Unternehmen ihre Investitionsentscheidungen treffen und vorangehen können“, sagt sie.
Live vom Nachhaltigkeitsgipfel der Süddeutschen Zeitung in München: Margret Suckale, Mitglied des Aufsichtsrats der Deutschen Telekom AG, und Benjamin Springub, Leiter von „Schubkraft“, tauschen sich aus. Ihre ersten Eindrücke? Beeindruckend. Sie beobachten eine Flut an innovativen und greifbaren Ideen, die sich von der üblichen politischen Rhetorik abheben. Unternehmen, die bereits auf dem richtigen Weg sind, stehen im Rampenlicht.
In einer Diskussionsrunde wurde deutlich, wie viel bereits in Bereichen wie Smart Meter, Energie und Gebäudeverwaltung erreicht wurde. Es gibt viel Bewegung im Markt, und die Herausforderung besteht darin, diese Innovationen den Kunden näher zu bringen. Die Telekom macht das bereits sehr gut, indem sie ihre Kunden dazu ermutigt, ihre Dienstleistungen und Services zu nutzen.
Die hier vorgestellten Beispiele zeigen, was alles möglich ist und wie wichtig Software und KI sind. All das trägt zur „Schubkraft“ bei. Die Verbindung von Digitalisierung und Nachhaltigkeit geht Hand in Hand. Digitalisierung ist nicht die einzige Lösung, um nachhaltig zu werden, aber sie ist ein großer Bestandteil davon. „Schubkraft“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Entwicklung weiter voranzutreiben.
Vor drei Jahren hat die Telekom beschlossen, staatliche Fördermittel stärker zu nutzen und nutzbar zu machen. Das funktioniert gut und sowohl das Thema Nachhaltigkeit als auch die Digitalisierung profitieren davon. Es ist wichtig, Nachhaltigkeit und Digitalisierung zusammenzudenken und die Bedeutung von Echtzeit-Datenmanagement zur Optimierung der Energieversorgung zu erkennen.
Es gibt rund 2.500 Förderprogramme in Deutschland in Bund, Ländern und Kommunen. Das ist eine überwältigende Auswahl. Es ist gut, dass der Staat mit politischem Willen Entwicklungen vorantreibt, die Unterstützung benötigen. Es ist wichtig, dass Unternehmer ihre Bedenken überwinden und Fördermittel nutzen. „Es handelt sich nicht um Almosen, sondern um Investitionen in die Zukunft“, erläutert Springub.
Auch in der Schwerindustrie gibt es viele Entwicklungen. Sie geht voran mit grünem Wasserstoff und verzichtet auf das klassische Reduktionsmittel.. Aber nur 18 Prozent der Unternehmen wissen von den Fördermitteln oder nutzen sie.
Von der staatlichen Seite und der Wirtschaftspolitik wünschen sich Suckale und Springub Impulse bei Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Sie glauben, dass Unternehmen ein intrinsisches Interesse daran haben, besser zu werden. Sie betonen auch die Notwendigkeit der Entbürokratisierung bei den Fördermitteln.
KI und Digitalisierung: Experten diskutieren das Potenzial für Nachhaltigkeit
In einer Podiumsdiskussion wurde das vertieft.. Die Teilnehmer waren Robert Jacobi von nunatak, Florian Lüft von envision und Benjamin Springub von der Telekom. Die Diskussion wurde von Alexandra Föderl-Schmid, stellvertretende Chefredakteurin der SZ, moderiert.
Das Hauptthema der Runde war die digitale Nachhaltigkeit. Laut einer Studie des Verbandes Bitkom können durch den verstärkten Einsatz digitaler Technologien bis 2030 40 Prozent der CO2-Emissionen eingespart werden, die Deutschland zur Erreichung der Klimaziele reduzieren muss.
Florian Lüft hat langjährige Erfahrung im Bereich Software und war auch im Sportbereich bei Bayern München tätig. Seit 2013 beschäftigt er sich auch mit dem Thema künstliche Intelligenz und ist einer der Gründungspartner von Invision digital, einem GreenTech-Unternehmen.
Robert Jacobi hat eine Vergangenheit bei der SZ und war dort für den Arbeitsmarkt zuständig. Er hat nun sein eigenes Unternehmen, nunatak, gegründet und ist Experte für digitale Transformation und Beratung.
Benjamin Springub ist Vice President Operations Development bei der Deutschen Telekom und hat Erfahrungen in den USA gesammelt. Er hat sich intensiv mit Business Studies beschäftigt und bringt seine Erfahrungen in die Diskussion ein.
Das Gespräch begann mit einer Umfrage, die zeigte, dass 73 Prozent der Unternehmen glauben, dass Nachhaltigkeit einen hohen strategischen Wert hat. 77 Prozent der Unternehmen sind der Meinung, dass Digitalisierung dabei hilfreich ist. Die Umfrage zeigt jedoch auch, dass 58 Prozent der Meinung sind, dass es noch mehr Wissen und Informationen zum Thema geben sollte.
Die Diskussionsteilnehmer waren nicht überrascht von den Ergebnissen der Umfrage. Sie betonten, dass Nachhaltigkeit mittlerweile für jeden offensichtlich sein sollte und nicht nur eine idealistische Vorstellung ist. Es wurde angemerkt, dass es wichtig ist, realistische Programme zu entwickeln, um Nachhaltigkeit und Wohlstand miteinander zu verbinden.
Ein weiteres Thema der Diskussion war die Frage, wie Unternehmen Zugang zu Förderprogrammen erhalten können. Die Experten unterstrichen die Bedeutung von Beratern, um Unternehmen bei der Suche nach den richtigen Förderprogrammen zu unterstützen.
Die Diskussion endete mit dem Appell an Unternehmen, sich stärker mit Technologie und Digitalisierung auseinanderzusetzen, um die Herausforderungen der Nachhaltigkeit zu bewältigen.
Auf dem SZ-Gipfel in München spricht der Grünen-Politik Anton Hofreiter im Schubkraft-TV-Interview über die Verkehrswende:Hofreiter ist klar: Die Wirtschaft, insbesondere die Autoindustrie, muss mehr tun.
Die Autoindustrie beklagt sich, dass sie keine Elektroautos verkaufen kann, weil es keine Ladesäulen gibt. Doch Hofreiter sieht das anders. Er nennt Tesla als Beispiel. Diese Firma schafft es, in ganz Europa ausreichend Ladesäulen aufzustellen. Tesla-Fahrer*innen haben keine Sorge, dass keine Ladesäule in der Nähe ist. Bei Fahrer*innen anderer Elektroautos sieht das anders aus. Die deutsche Autoindustrie fordert vom Staat, dass er das Problem löst. Doch Hofreiter stellt klar: Es gibt Firmen, die es können und andere, die zu langsam sind.
Die Lösung sieht Hofreiter in einem besseren Zusammenspiel zwischen Staat und Industrie. Der Staat muss die Infrastruktur bereitstellen, die Industrie muss sich einig sein, dass sie gemeinsam aufbauen und nicht nur mit dem Finger auf den anderen zeigen. Und die Industrie darf sich nicht immer wieder herausreden, dass es angeblich so schwierig sei, mit den Behörden zu arbeiten.
Hofreiter spricht auch das Thema Mobilität insgesamt an. Er sieht viel Potenzial im E-Bike, besonders für Strecken unter 5 km, für die oft das Auto genutzt wird. Doch auch hier ist die Infrastruktur das Problem. In vielen Regionen ist Radfahren gefährlich, es fehlt an Platz für Radfahrer*innen und Fußgänger*innen. Und natürlich müssen auch Busse und Regionalzüge verfügbar und zuverlässig sein.
Hofreiter schlägt vor, die Pendlerpauschale in ein Mobilitätsgeld umzuwandeln, das für alle gleich ist, unabhängig vom Einkommen. Er kritisiert auch das Dienstwagenprivileg, das vor allem teure Sportwagen fördert. Hofreiter fordert Reformen und mehr Handeln, auch von der eigenen Regierung. Es gibt noch viel zu tun.
Inmitten des Nachhaltigkeitsgipfels der SZ stand Monika Schnitzer, Vorsitzende des Sachverständigenrats der Bundesregierung, Rede und Antwort. Die Wirtschaftsweise sprach über die Herausforderungen der Energiewende und die Rolle des Staates dabei.
„Es ist kompliziert, CO2 mit herkömmlichen Mitteln zu reduzieren“, gesteht Schnitzer. Sie betont, dass eine klare Planung erforderlich ist, um voranzukommen. „Wenn wir erneuerbare Energie ausbauen wollen, müssen wir Flächen dafür ausweisen und die Genehmigungsverfahren beschleunigen“, erklärt sie.
Schnitzer spricht auch über die Notwendigkeit, die Energienachfrage zu flexibilisieren. „In Zukunft müssen wir Möglichkeiten schaffen, dass die Menschen dann Strom verbrauchen, wenn er im Überfluss vorhanden ist“, sagt sie.
Die Wirtschaftsweise erläutert, dass der Staat eine klare Zielsetzung und einen klaren Plan haben muss. „Der Markt alleine wird es nicht lösen.“ Sie spricht auch über die Herausforderungen, die mit der Unsicherheit verbunden sind, die mit der Energiewende einhergeht.
Schnitzer spricht auch über die Notwendigkeit, die Menschen mitzunehmen, die sich die neuen Technologien vielleicht nicht leisten können. „Wir müssen jetzt handeln, um die Klimaziele zu erreichen“, sagt sie.
Die Wirtschaftsweise spricht auch über die Notwendigkeit, die Infrastruktur zu verbessern. „Wir müssen Stromnetze ausbauen, damit die Windkraft, die wir im Norden sehr günstig produzieren können, in den Süden kommen kann“, sagt sie.
Schnitzer betont, dass der Sachverständigenrat in intensivem Austausch mit der Politik steht. „Wir machen ökonomische Vorschläge, die Politik muss ganz andere Themen auch noch mit berücksichtigen“, sagt sie. Sie betont, dass die Politik die Menschen mitnehmen und andere Interessen austarieren muss.
Direkt aus der Station Berlin, während des Zukunftstages des BVMW, spricht Rafael Laguna de la Vera von der Bundesagentur für Sprunginnovationen über die Bedeutung von Innovationen und Digitalisierung. „Sprunginnovationen sind genauso wichtig für den Mittelstand wie für die Großindustrie.“
Er warnt vor der Gefahr der Disruption, die durch neue KI-Sprachmodelle wie Chat GPT und Co. droht. „Jeder sollte sich damit beschäftigen, denn diese Technologie wird in vielen Bereichen Sprunginnovationen auslösen. Sie birgt große Chancen, aber auch Risiken. Wer sich nicht damit auseinandersetzt, wird überrascht sein, und das ist nicht gut.“
Laguna de la Vera erzählt von seiner kürzlichen Reise nach Ostwestfalen-Lippe, wo er „Champions“ traf, die bereits intensiv an Modellen für TBT in der Kundenkommunikation arbeiten. Er betont die Bedeutung von Open Source Modellen, die kostenlos sind und von jedem erweitert werden können. „Das Tolle an Open Source ist, dass man auf dem bisher Entwickelten aufbauen und seine Innovation vorantreiben kann, ohne sich in Abhängigkeiten zu begeben.“
Er spricht auch über die Wichtigkeit von Partnerschaften zwischen großen und kleinen Unternehmen. „Große Unternehmen sollten mit diesen innovativen kleinen Unternehmen zusammenarbeiten. Das kann eine Motivation sein, aber auch eine Möglichkeit, Innovation ins Haus zu bringen.“
Zum Schluss äußert er sich zur Kritik der Expertenkommission Forschung und Innovation. „Wir müssen neue Wege in der Umsetzung von öffentlichen Mitteln gehen. Wir müssen Zuwendungen anders machen. Wir müssen die Verwaltung innovieren und leichtere Instrumente schaffen, die den Mittelstand mitnehmen.“
Er schließt mit der Hoffnung, dass die Bundesagentur für Sprunginnovationen ein Vorbild für andere sein kann. „Wir reden nicht nur, wir tun auch. Und beim Tun entwickeln wir die Werkzeuge selbst. Wir sind ein Flugzeug, das im Flug gebaut wird. Das macht es spannend und interessant. Und ich glaube, dadurch werden wir auch als Innovator in der Verwaltung wahrgenommen.“
Im Livetalk von Schubkraft TV mit Oliver Gürtler und Daniela Todorova von Microsoft thematisierten wir auf dem Zukunftstag des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) das Zusammenspiel von Mensch und Künstlicher Intelligenz.
Der KI-basierte Chatbot #ChatGPT, entwickelt von OpenAI, hat in der Technologiewelt große Begeisterung ausgelöst. Das Ganze repräsentiert eine Form von „generativer künstlicher Intelligenz“, die auf menschliche Anfragen mit scheinbar menschlicher Intelligenz reagieren kann. Die Einsatzmöglichkeiten von ChatGPT sind vielfältig und können Geschäftsmodelle grundlegend verändern. Es ist jedoch klar, dass Unternehmen eine angemessene Strategie für Ideenfindung, Prototyping, Testing und Umsetzung benötigen, um ChatGPT erfolgreich einzusetzen. Auch das nötige technische Wissen über die Interaktion mit der Schnittstelle von ChatGPT ist unerlässlich.
Oliver Gürtler, Leiter des Mittelstandsgeschäfts bei Microsoft, betont die Potenziale von ChatGPT für den Mittelstand: „Der Mittelstand kann sehr schnell davon profitieren.“ Ein Beispiel: Ein schwäbischer Maschinenbauer, der weltweit seine Produkte liefert, könnte ChatGPT nutzen, um Kundenanfragen zu beantworten. ChatGPT, der mit produktspezifischen Daten trainiert wurde, kann als virtueller Agent einen Teil der Fragen des Kunden beantworten. Was die KI nicht beantworten kann, wird an den Dispatcher weitergeleitet. Dieser kann dann entsprechend reagieren, beispielsweise indem er eine VR-Brille mit Reparaturinstruktionen verschickt, sodass kein Servicetechniker vor Ort sein muss. ChatGPT kann also als Game Changer betrachtet werden.
Autonome KI-Agenten wie ChatGPT, die Benutzereingaben aufnehmen und in kleinere Aufgaben unterteilen können, eröffnen völlig neue Möglichkeiten. Sie können komplexe Aufgaben bewältigen und auf verschiedene Grundmodelle zugreifen, die nicht nur auf Sprache beschränkt sind. Dadurch können sie auch komplizierte Fragen lösen, was bisher nur begrenzt möglich war. KI-Agenten wie ChatGPT könnten das Spiel radikal verändern und es ist höchste Zeit, dass wir uns ernsthaft mit dem Zusammenspiel von Mensch und KI auseinandersetzen. Dabei geht es nicht nur um die technologische Umsetzung, sondern auch um die Gestaltung neuer Geschäftsmodelle und Arbeitsprozesse. Unternehmen, die sich bereits jetzt aktiv mit diesen Fragen auseinandersetzen, können sich einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil sichern.
Das passt gut zu einer Episode von Sohn@Sohn-Adhoc mit Professor Wolfgang Wahlster, dem ehemaligen Chef des Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), über den rapiden Fortschritt in der KI-Welt. Wahlster sieht in der steigenden Aufmerksamkeit für künstliche Intelligenz sowohl überraschende als auch erwartete Trends.
Er betont, dass die Möglichkeit, Systeme wie Chat GPT zu testen – dank Open Access – zu einer erhöhten Interaktion bei den Nutzern geführt hat. Journalisten haben das System mit extremen Fragen herausgefordert, was teils erstaunliche, teils bedenkliche Ergebnisse lieferte.
Wahlster weist darauf hin, dass trotz des aktuellen Hypes die Technologie, die dem Ganzen zugrunde liegt, solide ist und sich über 40 Jahre entwickelt hat. Es handelt sich nicht um Magie, sondern um harte Arbeit, unterstützt durch enorme Rechenkapazitäten. Das heutige System basiert auf Daten, Mustererkennung und Kombinatorik.
Zu den entscheidenden Entwicklungen im Bereich KI zählt laut Wahlster die Einführung von riesigen Modellen mit Milliarden von Parametern, der Einsatz sogenannter “Embedings” und “Attention-Mechanismen”, und das sogenannte “Finetuning”.
Wahlster erinnert sich an eine Pressekonferenz im Jahr 2006, bei der er die Vision einer Antwortmaschine im Gegensatz zur Linküberflutung, wie sie bei Google vorherrscht, vorstellte. Wahlster argumentiert, dass die Nutzer konkrete Antworten auf ihre Fragen suchen und nicht durch unzählige Links navigieren möchten, um diese Antworten zu finden. Es ist nicht nur eine Frage des Komforts, sondern auch der Effizienz und Relevanz.
“Wir brauchen keine Suchmaschinen, sondern Findemaschinen”, sagt Wahlster. Statt einer Liste von Links möchte er eine klare Antwort.
In Anbetracht der monumentalen Investitionen, die Giganten wie Microsoft in den USA tätigen, scheint Europa in einem Wettrennen um technologische Dominanz zu liegen. Doch während einige behaupten, Europa könne nicht mithalten, betont Wolfgang Wahlster, dass nicht allein die Finanzkraft den Unterschied ausmacht.
“Wir in Europa müssen uns auf Ressourceneffizienz und innovative Algorithmen konzentrieren.” Er hebt hervor, dass Europa zwar nicht die finanziellen Mittel hat, um in allen Sprachen zu konkurrieren, aber die Region kann sich durch qualitativ hochwertige und ethisch verantwortungsbewusste KI-Systeme auszeichnen. Er vergleicht dies mit dem Sicherheitssektor, wo viele Länder Technologien aus den USA oder China vermeiden und sich stattdessen auf europäische Produkte verlassen, weil sie den hohen Standards vertrauen.
In einem früheren Gespräch reagiert Wahlster auf die Kritik von Thomas Sattelberger, dem früheren Personalchef der Deutschen Telekom und Ex-Politiker, an der angeblich verfehlten KI-Forschung in Deutschland. Allein das DFKI könne sich vor Aufträgen aus dem staatlichen und industriellen Sektor kaum noch retten, führte Wahlster aus. Die Kritik von Sattelberger sei nicht nachvollziehbar.
“Er ist ja nicht der absolute Spezialist für KI und war doch eher für Personalpolitik zuständig. Ich kenne ihn nicht als KI-Experten. Das soll er mal gründlicher anschauen. Wir haben 80 Spin-Off-Firmen generiert. Wir haben Firmenwerte von über einer Milliarde Euro generiert. Wir haben gerade in den vergangenen zwei Jahren Firmen für über 100 Millionen Euro verkauft. Das ist nun wirklich ein Witz, was Thomas Sattelberger behauptet. Da müsste er etwas genauer recherchieren”, so die Replik von Wahlster.
Das #DFKI habe allerdings auch Forschungsaufgaben. “Wir bilden die nächste Generation von Hochschullehrern aus und bringen KI-Talente hervor. 96 Professoren für KI, die in Deutschland tätig sind, wurden bei uns ausgebildet”, betont der frühere DFKI-Chef. Man sollte bei der Beurteilung der Forschungsarbeit nicht nur auf Spin-Off-Firmen schauen. Auch die etablierten Unternehmen in Deutschland würden die Relevanz der KI erkennen und sich erfolgreich innovieren. Etwa Bosch und Siemens, denen das in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder gelungen sei. “In den USA sind viele große Unternehmen den Abgrund runter gestürzt. Man hat dort zwar erfolgreiche Spin-Offs, es werden in der Öffentlichkeit allerdings immer die gleichen Beispiele genannt. Siemens, Bosch und andere Unternehmen in unserem Land waren und sind über Generationen hinweg Flaggschiffe. Das muss man erst einmal können. Diese Unternehmen haben KI-Abteilungen errichtet und setzen lernende Systeme bis in die Produktentwicklung ein”, erläutert Wahlster.
Nirgendwo ist die Stellschraube für Klimaschutz gigantischer als bei unserem täglichen Konsum von Lebensmitteln: 70 Prozent der weltweiten Agrarfläche werden direkt oder indirekt für die Tierhaltung verwendet. Dabei liefern Tiere nur magere 20 Prozent der Nahrungsenergie.
Für 1 Kilogramm Rindfleisch entstehen 100 Kilogramm CO2, werden 130 Kilogramm an pflanzlicher Nahrung eingesetzt und 260 Liter Wasser verbraucht. In Deutschland verzehren wir rund 4,3 Milliarden Kilogramm Rindfleisch pro Jahr. Für Geflügel und Schweinefleisch sieht die Ökobilanz nicht viel besser aus. Klimaschutz ohne eine Ernährungswende wird nicht gelingen. Darüber sprechen wir 12.12.2023, um 12 Uhr mit Friedrich Büse.
Das Ganze wird im Multistream übertragen: LinkedIn, YouTube und Co.
„Tja, #Unternehmensdemokratie: Ist es in einer komplexen und dynamischen Welt nicht unabdingbar die intellektuellen Ressourcen eines Unternehmens bestmöglich und effektiv zu nutzen? Den Wandel als partizipativen, ergebnisoffenen und experimentellen Prozess zu gestalten? Kann man mit hierarchischen Modellen und Top-Down in dieser komplexen Welt überhaupt noch einen Blumentopf gewinnen? Reichen leere Phrasen, wie „wir sitzen doch alles in einem Boot“, um dieses Boot zu steuern? Drängt sich nicht drängt sich der Eindruck auf, dass wir mitten in einem #Rollback sind? Dominieren nicht Manager, die sich zunehmender Komplexität mit simplen und scheinbar bewährten Lösungen auf Excel-Tapeten entziehen? Sehen wir so das Verenden von echtem Unternehmertum und Innovationsfähgigkeit in unserem Land? Ist das Ende von #Homeoffice, #Agile und Co. schon eingeläutet? Oder gibt es doch noch gute Gründe und Best Parties, die für mehr Unternehmensdemokratie sprechen? Welcher Kurs ist der richtige? Auf der Next Economy Open werden Gunnar Sohn und ich diese und andere Fragen mit Dr. Andreas Zeuch diskutieren, wenn wir mit ihm über ‚Unternehmen als Lern- und Entwicklungsräume für die sozial-ökologische Transformation‘ sprechen“, schreibt Lutz Becker auf LinkedIn. Wann? Donnerstag, 07. Dezember 2023, um 12:00 Wo? Ihr könnt teilnehmen via YouTube und Co. Oder direkt reingehen in den Zoom-Raum.
Das Ganze knüpft an die Anfänge der Next Economy Open im Jahr 2015 an. Damals gaben wir folgende Pressemeldung raus:
Netzszene trifft Wirtschaft:Next Economy Open erfolgreich in Bonn gestartet
Teilchenbeschleuniger für die Digitale Transformation
Bonn, 11. November 2015 – Blogger, Programmierer, Startups, Hacker und Unternehmer diskutierten in Bonn über die Digitalisierung der Wirtschaft und über die politischen Anforderungen bei der Gestaltung der Netzökonomie. Im offenen Dialogformat der Next Economy Open waren die Teilnehmer gleichzeitig Programmgestalter. Man tauschte sich auf Augenhöhe aus und demonstrierte im Rheinischen Landesmuseum Peer-to-Peer-Kultur.
Mit über 150 Teilnehmern startete der Netzökonomie-Campus mit der Next Economy Open im Rheinischen Landesmuseum eine neue Plattform, die Wirtschaft und Netzszene zusammenbringen soll. Die Veranstaltung rund um die digitale Transformation wirkte über die Grenzen des Rheinlandes anziehend auf Personengruppen mit unterschiedlichem persönlichen und beruflichen Hintergrund: Unternehmensvertreter, Blogger, Social Media Experten, Programmierer, Hacker, Startups und Berater kamen aus der Region, aus Berlin, München, Stuttgart, Frankfurt, Hamburg, Ostwestfalen-Lippe und Köln. Das offene Veranstaltungsformat wurde geprägt durch die Barcamp-Kultur: Jeder Teilnehmer ist auch Programmgestalter – als Ideengeber für Sessions und als Mitdiskutant. Auf die Vorstellungsrunde aller Besucher, folgte die Präsentation der Session-Themen, die Begrüßungsrede des Bonner Oberbürgermeister, die Keynote des ehemaligen Telekom-Personalvorstandes Thomas Sattelberger, Barcamp-Sessions, der NEO-Talk und der Bönnsche Abend im Gequetschten mit der Band 3Klang.
Thomas Sattelberger plädierte in seiner Rede für mehr Unternehmensdemokratie. Dabei sprach der Personalexperte Klartext über die Probleme in Großkonzernen: „Konzerne müssen trotz ihrer Größe flexibler agieren. Dies ist nur durch eine schlankere, förderalistisch aufgebaute Führungsspitze und einem agilen Unterbau möglich.“
Seine Thesen beschäftigte die Teilnehmer bis in die Talk-Runde am Nachmittag des ersten Veranstaltungstages. Sie stand unter der Leitfrage „Wo sind Deutschlands Digitale Leader?“. Unter der Moderation von Wirtschaftsblogger und Mitveranstalter Gunnar Sohn debattierten Kerstin Lomb (Managing Partner WP Board Services), Victoria Appelbe (Wirtschaftsförderin der Bundesstadt Bonn), Prof. Dr. Tobias Kollmann (Beauftragter für die Digitale Wirtschaft) und Philipp Becker (Geschäftsführer OSCAR Young Management Consultants).
Kollmann positionierte sich als Treiber der digitalen Transformation für regional ansässige Unternehmen: „Was wir jetzt brauchen ist kein Marathon, sondern einen Sprint“, antwortete er auf die Frage, wie viel Zeit noch bleibt, um auf den Zug der Digitalisierung aufzuspringen. Als Vertreter der Generation Y und junger Unternehmensberater beiße er bei Kunden häufig auf Granit, ergänzte Philipp Becker als Vertreter der Generation Y: “Ein Vorstandschef im Mittelstand sieht die enormen Verbesserungspotenziale und Kostenersparnisse, die eine digitale Abbildung des Prozesses bieten würde, scheut sich dann jedoch auf Grund der Kosten und des Umstrukturierungsaufwands vor der Umsetzung.“
Bei den Bar-Camp-Sessions dominierten provokative, gewagte und streitbare Themen die Agenda. Die junge Kölner Unternehmensberatung Oscar startete mit den Worten „Safe Harbour has fallen“ – Chancen und Risiken der Datenspeicherung für europäische Konzerne in der Zukunft. Christian Bartels, Ernst & Young GmbH, sprach über Vielfalt der digitalen Kommunikationswege mit Stakeholdern. Zur Sprache kamen auch regionale Initiativen, die sich als Promoter der Digitalisierung sehen. Sascha Foerster von Bonn.digital erläutert seine Motivation, Teil der Next Economy Open zu sein: „Hier treffen zwei Welten zusammen: Initiativen/Start-ups, kleine und große unternehmen. Wir profitieren vom Wissen der namhaften Unternehmen und können uns gleichzeitig regional vernetzen. Zudem rückt Bonn als Netz-Standort in den Fokus. Das Interesse am digitalen Wandel in der Bundesstadt ist vorhanden, aber die digitale Infrastruktur ist dafür noch nicht bereit. Teilweise hemmt das fehlende oder langsame Internet viele Initiativen und Start-ups, wie Bonn.digital.“
Resümee: Mit der #NEO15 entstand eine phantastische Veranstaltung geschaffen, die schon bei ihrer Premiere Maßstäbe setzt, kommentierte Tobias Schwarz, Chefredakteur der netzpiloten.de, auf Twitter.
„Jean-Pol Martin ist für mich Vorbild für die gesamte akademische Gemeinschaft. Als einer der wichtigsten Didaktiker Deutschlands ruht er sich trotz seiner achtzig Lebensjahre keinesfalls auf seinen Meriten aus, sondern arbeitet, wie der gerade vervollständigte dreibändige Opus zu den ‚Neuen Menschenrechten‘ #NMR zeigt, immer daran, kluge Ideen in die Welt zu setzen. Ich kenne auch niemanden, der in den 12 Monaten so viel Zeit und Energie in ChatGPT und andere künstliche Intelligenzen investiert hat – mit 80 wohlgemerkt. Und bei all dem gelingt es ihm, sein Lebenswerk #LdL ‚Lernen durch Lehren‘ zu verbreiten, sein Werk und seine Community zu pflegen. Begleitet wird es dabei von Simon Wilhelm Kolbe, der als Mitherausgeber seiner aktuellen Bände Jean-Pols Werk klug und mit viel Energie kuratiert. Mit beiden Herausgebern sprechen Gunnar Sohn ich über das Anfang des neuen Jahres erscheinende ‚Praxishandbuch Lernen durch Lehren'“, so der Ausblick meines Freundes und Kollegen Lutz Becker auf die #NEO23-Session am Freitagen, den 8. Dezember, um 11 Uhr. Ihr könnt via Chat- oder Kommentarfunktionen im Multistream mitdiskutieren. Oder direkt zu Zoom reingehen in den virtuellen Konferenzraum.
Im Frühjahr machten wir dazu eine Session auf dem Corporate Learning Barcamp:
Ein wichtiger Aspekt unserer Projekte in der Hochschule Fresenius ist die Förderung einer explorativen Haltung bei jungen Menschen. Dieser Ansatz beinhaltet, dass die Studierenden aktiv an der Gestaltung ihres Lernprozesses beteiligt sind, indem sie Themen selbstständig entwickeln und bearbeiten. Wir erläutern, dass die Studierenden durch dieses Konzept intensiver und emotionaler lernen, was zu einem tieferen Verständnis und einer besseren Vorbereitung auf die Praxis führt.
Wir sprechen über die Herausforderung, Menschen auf eine unbekannte Zukunft vorzubereiten und wie das LDL-Konzept dabei helfen kann, indem es die Studierenden dazu bringt, komplexe Situationen zu bewältigen und kreativ zu denken. Bearbeitet werden kritische Themen wie Greenwashing, ethische Fragen in der Wirtschaft und Nachhaltigkeit. Die Studierenden waren beispielsweise an einer Studie beteiligt, die das Konsumverhalten bei Fleisch in Deutschland und China untersuchte.