In der Innovationspolitik spezialisieren: Quantencomputing und Gesundheitswesen @EFI_Kommission @ZP_Universe @DGroenemeyer @BMWK_Econ @handelsblatt

Ein Innovator zeichnet sich vor allen Dingen durch die Kunst der Kombinatorik aus. Innovationen entstehen eben nicht nur durch Erfindungen. Nachzulesen in: Schöpferische Zerstörung und der Wandel des Unternehmertums – Zur Aktualität von Joseoph A. Schumpeter

Man müsse nur die öffentlichen Innovationsausgaben verdoppeln, da jeder investierte Euro fünffach zurückzahlt. Zu dieser Gleichung gelangt der Innovationsökonom Benjamin Jones im Interview mit dem Handelsblatt.

Ich halte diese Gleichung für ein wenig zu simpel: Man braucht zumindest eine qualitative Dimension. Problem: Wer die ökonomische Welt nur in Aggregatzuständen betrachtet, verliert die wesentlichen Quellen wirtschaftlicher Kreativität und technologischer Entwicklungssprünge aus dem Auge. „Mehr investieren, weniger sparen“ ist so eine der üblichen Forderungen aus der Trickkiste jener Denker, die gerne den Wald betrachten, sich aber wenig um die Bäume scheren.

Das wiederholt sich im politischen Diskurs in schöner Regelmäßigkeit. Mit solch simpler Steuerungslehre ist wirtschaftspolitisch aber kein Staat zu machen. Wie beispielsweise Finanzindikatoren sowie das ganze Börsen- und Schulden-Spektakel auf die Realwirtschaft durchschlagen, ist ungewiss. Darauf machte bereits in den 1920er und 1930er Jahren der Ökonom Joseph A. Schumpeter aufmerksam. Makroökonomen würden sich nur mit Aggregaten beschäftigen, also mit der Gesamtsumme der Mittel, die Volkswirtschaften für den Konsum und für Investitionen aufwenden. Einzelne Unternehmer, Firmen, Branchen, Konsumenten, die Rolle von staatlichen Institutionen und die Wirkung von Gesetzen verschwinden aus dem Blickfeld. Vor allem die Rolle von Innovationen werde heruntergespielt, bemängelt Schumpeter, der sich mit seinen konjunkturpolitischen Abhandlungen leider nicht aus dem Schatten von John Maynard Keynes lösen konnte.

Was heißt das nun für die Innovationspolitik? Professor Uwe Cantner von der Expertenkommission für Forschung und Innovation (EFI)spricht von der Notwendigkeit der Spezialisierung bei Schlüsseltechnologien. So könnte man sich bei staatlichen Ausgaben auf Quantencomputing konzentrieren und auf die Digitalisierung des Gesundheitssektors.

Professor Grönemeyer hat das ja bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie mit aller Verve auf den Punkt gebracht:

Und beim Quantencomputer dominieren wir den Markt mit unserer Grundlagenforschung.

Hier müssen wir nur die nötige Geduld mitbringen und Finanzmittel zur Verfügung stellen, um die Grundlagenforschung in die Anwendung zu bekommen. Etwa die Arbeiten von Ignacio Cirac vom Max-Planck-Institut für Quantenoptik. Er ist theoretischer Physiker und als solcher ein Wegbereiter der zweiten Quantenrevolution. Seine theoretischen Arbeiten haben den Grundstein gelegt für wegweisende Experimente zu Quantencomputern und Quantenkryptographie. In einer Publikation von 1995 erklärten Cirac und sein Kollege Peter Zoller, wie man mit Ionenfallen einen Quantencomputer bauen könnte. Ohne diese theoretischen Grundlagen wären die Arbeiten für den Bau von Supercomputern gar nicht vorstellbar.

Was im Gesundheitswesen so alles schief läuft.

Über den Autor

gsohn
Diplom-Volkswirt, Wirtschaftsblogger, Livestreamer, Moderator, Kolumnist und Wanderer zwischen den Welten.

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