„Meiner Meinung nach müssen die Automobilhersteller nach dem Vorbild der Mobilfunk-Provider ihr Geschäftsmodell umstellen“, so Michael Zondler, Sales Director beim Düsseldorfer Beratungsunternehmen Harvey Nash. „Warum kaufe ich ein Auto bei A, versichere es bei B und gebe es bei C zum Service? Und warum bezahle ich alle Leistungen extra? Zuzüglich Sprit und Abschreibung ist ein Auto heutzutage die blödeste Alternative sich fortzubewegen“, erklärt Zondler. Simplifizierung bringe Kunden: „Die Kunden schließen zum Beispiel einen Mobilitätsvertrag ab und bekommen dafür je nach monatlichem Beitrag ein Auto. Sie bestimmen die Kosten, den Luxus- und Service Level – der Hersteller erledigt alles andere für sie.“ Die deutschen Automobilhersteller müssten sich zwei wichtigen Themen stellen. „Erstens: Die Kunden benötigen in erster Linie Mobilitätslösungen – dann Produkte. Zweitens: Der Hersteller mit den innovativsten Lösungen wird das Rennen machen – nicht derjenige, der die schönsten und schnellsten Autos baut“, resümiert Zondler.
Was wäre, wenn ein Automobilhersteller zum Marktführer im Transport von Menschen würde, fragt sich der Google-Experte Jarvis: „Sie sagen dem System, wo Sie hinwollen – bei Zugriff auf Ihren Google-Kalender weiß es das ohnehin bereits -, und es bietet Ihnen eine Auswahl, wobei verschiedene Kostenpunkte berücksichtigt werden: Heute können Sie besonders günstig mit dem Zug fahren. Morgen sollten Sie lieber ein Auto nehmen, denn Sie haben viel zu erledigen. Am nächsten Tag schließen Sie sich einem Car-Pool an, um Geld zu sparen. Diese Wochenende bekommen Sie einen schicken Mercedes für den Jubiläumsempfang. Nächste Woche nehmen Sie sich einen Chauffeur, damit Sie Ihre Kunden beeindrucken“. Das sei die neue persönliche Transport- und Verbindungsfirma, die auf einem alten Autokonzern aufbaut, indem sie ihn als Plattform nutzt. So entstünde die neue Welt des Google-Mobils.
