#TwitterFiles und die Rolle von Plattformen als Staat im Staate

Twitter-Prosa für Fortgeschrittene

Ist die Veröffentlichung der Twitter Files nur ein laues Lüftchen, mit dem der Vulgärkapitalist Elon Musk ein wenig zurückschießt, um wieder etwas mehr Luft zu bekommen im Netz-Diskurs nach seinen fürchterlichen Eskapaden in den vergangenen Wochen und Monaten, die zum Reputationsverlust des Tesla-Mannes führten? Mit Sicherheit versucht Musk damit wieder Boden gut zu machen. Aber ein laues Lüftchen oder kalter Kaffee sind die Files mitnichten.

Was Matt Taibbi und Co. im Auftrag von Elon Musk ans Tageslicht befördern, leider völlig unzureichend und bruchstückhaft, dokumentiert dennoch in Ansätzen die Hilflosigkeit, Naivität und die Überforderung von Social-Web-Plattform-Verantwortlichen, mit Fake News, Hetze, Desinformation, Denunziantentum, Beleidigungen, Hass, Drohungen und rechtswidrigen Inhalten umzugehen.

Letztlich agieren Twitter und Co. wie Lemminge oder aufgeregte Hühner, die die Einflüsterungen von amerikanischen Behörden, vom FBI über die Homeland Security Agency bis zur CIA, dem Finanzministerium oder auch Eingaben von Kongressabgeordneten folgen.

Kapitel neun der „Twitter Files“ ist zu entnehmen, dass es im Sommer 2020 eine Konferenz von Mitarbeitern der CIA und Twitter gegeben habe, Twitter und Facebook erhielten regelmäßig Sicherheitsbriefings. Das FBI und dessen für Spionageabwehr zuständige Einheit „Foreign Influence Task Force“ hätten sich nicht nur regelmäßig mit Twitter-Leuten getroffen, sondern auch mit Yahoo, Twitch, Cloudflare, LinkedIn und sogar Wikimedia. Zudem habe Twitter vom FBI bis 2019 rund 3,4 Millionen Dollar erhalten. Was würde in Deutschland lossein, wenn so viel Kohle vom BKA in die Kassen von Business Insider oder dergleichen fließen würde? Alles nur ein laues Lüftchen, keine neuen Erkenntnisse?

Auch das sogenannte Shadow-Banning (engl. für Schattensperre), hat wohl stattgefunden. Bestimmte Nutzer oder Tweets werden in ihrer Sichtbarkeit und somit ihrer Reichweite eingeschränkt, ohne dass sie darüber informiert werden. Für manche Zeitgenossen ist das ein normales Vorgehen, wenn Nutzer gegen Richtlinien verstoßen. Nachzulesen in einer Meldung von tagesschau.de.

Die Aufregung über so etwas würde vor allem die Unkenntnis vieler Menschen über die Mechanismen Sozialer Netzwerke erklären? Nee. Es erklärt die AGB-Willkür von Twitter und Co. und die hat mich schon in der Vergangenheit auf die Palme gebracht.

So schrieb ich vor ein paar Jahren: Sie spielen Polizei, Geheimdienst, Sittenwächter, Zensor, Staatsanwalt, Richter und initiieren mittelalterliche Prangermethoden zur Verbannung von vermeintlichen Querulanten. Gaming-Anbieter, Netz-Giganten und Betreiber von Social Networks mutieren immer mehr zum Staat im Staate unter Missachtung rechtsstaatlicher Regeln. Sie instrumentalisieren Allgemeine Geschäftsbedingungen für Sanktionen, schließen Nutzer willkürlich aus und erteilen nach Belieben Ermahnungen, gegen die sich keiner so richtig wehren kann. Was macht ein professioneller Computerspieler, der von der Gaming-Community unter Duldung des Betreibers in einem „Tribunal“ wie zu Zeiten der Jakobiner-Herrschaft lebenslänglich von der Plattform verbannt wird, weil er als unhöfliche Nervensäge einigen Konkurrenten auf den Keks gegangen ist? Der Betroffene ist hilflos, es gibt keine Schiedsgerichte, Mediatoren oder juristisch saubere Verfahren.

Am Ende wirkt der Bannspruch wie ein Berufsverbot. Es sind Schand- und Ehrenstrafen, die die Reputation vernichten. Ab dem 12. Jahrhundert eine beliebte Methode der Herrschenden, um die Fassade der „ehrbaren“ Bürger zu wahren. Wenn der Delinquent nicht geköpft, erhängt oder gevierteilt wurde, sollte er zumindest der Lächerlichkeit preisgegeben werden. Die bigotte Community vertrieb den Außenseiter. An dieser Stelle folgt meistens der Einwand, dass ja niemand gezwungen sei, die sittenwidrigen Geschäftsbedingungen zu akzeptieren. Es ist wie bei einer Hausordnung. Wer das Hausrecht besitzt, könne auch sanktionieren. Bei einem Music-Club oder einer Bar nehmen wir das leider allzu oft hin, weil es genügend Alternativen gibt. Der Türsteher mokiert sich über meine krumme Nase, Hautfarbe oder mein schlampiges Outfit und lässt mich nicht rein.

Wenn Plattformbetreiber meine virtuellen Accounts wegen angeblicher Regelverstöße löschen oder sperren, kann das meine komplette Arbeitsfähigkeit gefährden. Werden Applikationen inhaltlich zensiert, bleiben die Grundrechte auf der Strecke. Selbst wenn man sich die Mühe macht, die wenig erfrischende AGB-Prosa der Anbieter zu studieren, müsste danach noch die Konsultation bei einem Anwalt folgen, um am Ende auf den Button zu klicken, der besagt: „Ich habe die Allgemeinen Geschäftsbedingungen sorgfältig gelesen und akzeptiere sie.“ Wie muss ich denn folgende Formulierung interpretieren: „Die vorgenannten Haftungsbeschränkungen gelten nicht in den Fällen zwingender gesetzlicher Haftung (insbesondere nach dem Produkthaftungsgesetz) sowie bei Übernahme einer Garantie oder schuldhaft verursachten Körperschäden.“? Hä? So geht es in der Regel noch 500.000 Zeichen weiter. Ohne Jura-Studium mit jahrelangem Besuch von überteuerten Repetitorien kommt man wohl nicht weiter. Und selbst Juristen legen sich bei diesem verschachtelten Gemurmel die Karten. Es sind Gummi-Paragrafen, die den Firmen maximale Bewegungsfreiheit gewähren, um gegen Anwender irgendwelche Knüppel zu schwingen oder sich bei Rechtsstreitigkeiten aus der Affäre zu ziehen.

Wer meine Reichweite einschränkt, ohne mir das mitzuteilen, ist ein Ober-Manipulator. Internet Governance-Experte Professor Wolfgang Kleinwächter fordert transparente Verfahren zur Streitschlichtung. Er verweist auf die Uniform Domain-Name Dispute-Resolution Policy von Icann. Leider zählt das nicht zum Standard in Netz. „Hier sehe ich eine große Lücke für Internet Governance“. Jeder Betroffene muss die Möglichkeit bekommen, gegen Sanktionen Widerspruch einzulegen.

Meine Kritik an der AGB-Willkür macht das Vorgehen von Elon Musk nicht besser, um das noch einmal zu betonen.

Episches Tennis-Match für die Geschichtsbücher: #DieUnbesiegbaren

Es gibt ja Fotos, die sind bei der ersten Betrachtung völlig unspektakulär. Doch bei der Abbildung vor der Ergebnistafel ist alles anders. Das ist eine sporthistorische Sensation. Hier gab es ein überraschendes Finale beim renommierten Tennisclub Niederzissen in der Eifel. Die Weltranglisten-Ersten im Doppel Deepa Sy aka Serena Williams und Walter Warnecke aka Rafae. Nadal  mussten gegen die nicht gelisteten Außenseiter Nidzo Nidzo aka Novak Novak Djokovic und Gunnar Sohn aka Boris Becker ihren Titel als regionale Doppel-Weltmeister verteidigen.

Im ersten Satz sah es noch gut aus im Heimspiel für Sy-Warnecke. Die Top-Favoriten konnten sich mit 6:4 knapp durchsetzen. Entscheidend waren dabei Erfahrung und Nervenstärke des Traum-Duos aus Niederzissen beim Stand von 5:4. Hier konnten sie einen drohenden Ausgleich verhindern und mit 1:0 nach Sätzen in Führung gehen. Doch dann wendete sich das Blatt. Im zweiten Satz glänzten die Tennis-Anfänger Romic-Sohn mit Einfallsreichtum, Schnelligkeit und antizipierenden Tennis-Nasen.

Sohn – genannt die Wand am Netz – konnte immer wieder harte KO-Schläge in der Offensive setzen. Nidzo Nidzo – genannt die Lunge – brillierte mit fantastischen Returns aus teilweise aussichtsloser Lage. Jedenfalls gelang es den Neulingen im globalen Eifeler Tenniszirkus, die amtierenden Doppel-Weltmeister mit 1:6 zu bezwingen. Im Dritten Satz sah es zeitweise nach einem souveränen Heimsieg von Deepa Sy und Walter Warnecke aus. Am Ende entschied der fast unbändige Siegeswille von Romic-Sohn, die schon häufig in schwierigen Situationen mit Teamgeist und Durchhaltevermögen Berge versetzten und wohl auch in Zukunft versetzen werden.

Der dritte Satz ging mit 9:11 vor ausverkauftem Haus auf dem Center Court in Niederzissen an die neuen Weltranglisten-Ersten Romic-Sohn. Das Publikum reagierte fair mit Standing Ovations. Und Nidzo Nidzo wirkte an der Ergebnistafel, die das Geheimnis des dritten Satzes noch nicht lüftete, wie der junge André Agassi. Man wird noch viel von den völlig unerfahrenen Tennis-Champions aus der Bundesstadt Bonn hören. Eigentlich ein guter Grund für einen Empfang im Rathaus und für einen Eintrag ins Goldende Buch der Beethoven-Stadt. Ein Corso mir Rädern in der Ettighoffer Str. in Bonn-Duisdorf wird noch folgen.

Start der #SportimPark-Saison auf der Bonner Hofgartenwiese @katjadoerner @ssb_bonn

Die Sport im Park-Saison wurde mit einer Kick-Off Veranstaltung auf der Bonner Hofgartenwiese gestartet.

Töchterchen Katarina war auch dabei mit der Präsentation von Full Body Workout. Ab sofort an jedem Mittwoch gegenüber dem Rathaus Hardtberg ab 18:30 Uhr (Rochusplatz).

Hier das komplette Programm.

Man sieht sich auf dem Rochusplatz 🙂

Der Ukraine-Krieg und die Bedrohungslage im Netz: #Notizzettel für den Livetalk mit @timberghoff

Es ist insgesamt viel Bewegung im Thema „Ukraine“ und die Warnungen seien bisher wenig konkret, schreibt der Sicherheitsexperte Tim Berghoff in einem Blogbeitrag. Es scheine gerade niemand so wirklich zu wissen, wie man sich in dieser Situation als Unternehmen verhalten soll. „Werfen wir allerdings einen Blick auf das Geschehen im Krisengebiet, dann bekommen wir ein anderes Bild. Behörden, Banken und Medien scheinen momentan die Primärziele zu sein. Weitere Angriffe in der Ukraine richten sich gegen die Wasser- und Stromversorgung. In Deutschland hatte die Funke Mediengruppe bereits DDoS-Angriffe zu verzeichnen.“

Da geht es also um wichtige Infrastruktur und um Angriffe auf die Pressefreiheit. Welche Angriffsszenarien sind realistisch?

Die am häufigsten beschriebenen Szenarien aus dem Krisengebiet sind DDoS-Angriffe, die bestimmte Systeme gezielt überlasten sollen. Einzelne Unternehmen könnten zu einem Zufallsopfer werden, wenn ein Angriffswerkzeug aus dem Ruder läuft oder wenn einfach nur die Zerstörung von Daten das Ziel sind. „Zu diesem Zweck kamen oft schon so genannte Wiper zum Einsatz, die keine andere Funktion haben, als so viele Daten zu löschen wie möglich. Diese Wiper können sich aber auch als andere Schadprogramme wie etwa Ransomware tarnen“, führt Berghoff aus.

Worauf sollte man besonders achten?

„Um Systeme erfolgreich angreifen zu können, klopfen Angreifer diese in der Regel vorher auf Schwachstellen ab. Das geschieht mit Hilfe spezialisierter Scanprogramme, die etwa nach offenen Netzwerk-Ports Ausschau halten. Systeme, die zum Internet hin exponiert sind, werden so zumindest potenziell zum Ziel. Erhöhte Scanaktivitäten können sogar Systeme überlasten. Zudem ist es jetzt wichtiger denn je, zu prüfen ob alle Systeme auf dem aktuellsten Stand sind. Auch eine vermeintlich alte Sicherheitslücke, für die bereits Patches existieren, die aber nicht installiert sind, kann schnell zur Achillesferse des Unternehmens werden“, erklärt Berghoff.

Professor Lucas Kello von der Oxford Universität hält Cyberwaffen nach einem Bericht des Handelsblattes für globalpolitisch ähnlich gefährlich wie Atombomben: „Denn Cyberwaffen könnten das globale Kräfteverhältnis verändern. Anders als Atombomben seien sie kostengünstiger, ließen sich gezielter einsetzen und der Angreifer sei oft nicht klar zu ermitteln. Eine gegenseitige Hochrüstung und Abschreckung wie bei Atomwaffen sei daher obsolet. Staaten lebten heute vielmehr in einem konstanten Status von ‚Unfrieden‘, wie Kello betont.“

Wir diskutieren das mit Mittwoch, den 23. März, um 11 Uhr mit Tim Berghoff via YouTube, Twitch, Twitter, Facebook und LinkedIn. Habt Ihr jetzt schon Fragen?

Hier noch ein paar Anknüpfungspunkte:

In diesem Zusammenhang fällt mir mein Kontakt mit dem Christian Habulot vor rund 20 Jahren ein. Er ist wohl immer noch Direktor der Ecole de Guerre Economique – also der Schule des Wirtschaftskrieges. Und das bekommt jetzt eine völlig andere Dimenstion. Das Interview ist immer noch aktuelle.

Informationen als Waffe

Mit List und Tücke gegen die europäische „Schafsethik“

In einer Welt, die aus vielen Schafen und wenigen Füchsen besteht, gibt es für den Sinologen und Strategem-Experten Harro von Senger keine Zweifel, wer das Sagen hat. Alle Geistessysteme, die vom Besten im Menschen ausgehen, verbreiten eine Schafsethik, bei der am Ende die Füchse regieren. Vor allem die Europäer zeichnen sich als schafsköpfige Einfaltspinsel aus – listenblind und leicht zu täuschen. Die Ecole de Guerre Economique (EGE) in Paris will das ändern. EGE-Direktor Christian Harbulot skizziert die Prinzipien seiner „Schule des Wirtschaftskrieges. 

Was bedeutet „Guerre Economique“?

Christian Harbulot: „Guerre Economique“ ist die direkte und indirekte Konfrontation von Staaten oder Unternehmen auf der Suche nach strategischer Überlegenheit und der Gewinnung größerer Marktanteile.

Befindet sich die Wirtschaft heute tatsächlich in einem Kriegszustand, der nur durch die von Ihnen gelehrten Taktiken zu gewinnen ist?

Es gibt eine gewisse Anzahl von Wegen und Lösungen, um die eigenen Interessen in einer wirtschaftlichen Konfrontation zu wahren. Wir lehren nur Techniken des Informationsmanagements, deren Ziel und Aufgabe es ist, Operationen mit dem Ziel der Einflussnahme und Destabilisationsmanövern durch Information zu begegnen.

Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, um in der „Schule des Wirtschaftskrieges“ aufgenommen zu werden? Oder anders gefragt, welche Anforderungen stellen Sie an Ihre Schüler?

Man muss ein Hochschulstudium abgeschlossen haben. Wenn das Hochschulabschlussniveau des Kandidaten nicht ausreichend ist, sollte er zumindest über relevante Berufserfahrung verfügen.

Was genau lernt man bei Ihnen? Was beinhaltet ein „normaler“ Unterrichtsblock?

Die EGE hat mehrere pädagogische Zielsetzungen:

Die Vermittlung einer allgemeinen Kultur über die Problematik des Wirtschaftskrieges. Das Erlernen des Umgangs mit offenen Quellen. Nutzung des Internets in der Erkenntnis seiner Möglichkeiten und seines Potentials. Beherrschung und Umgang mit Informationsrisiken

Unser Unterricht beruht auf der praktischen Anwendung des erlernten Wissens in Übungen, die auf realen (Vor-)Fällen basieren.

Welche Vorteile erwachsen Ihren Schülern durch Ihre Ausbildung?

Unsere Absolventen verfügen über eine professionelle Umgangsweise des Informationsmanagements, die ihnen bei ihren zukünftigen Tätigkeitsgebieten sowohl inner- als auch außerhalb von Unternehmen weiterhilft. Bei der Studie von (Vor-) Fällen herrscht bei uns keine Autozensur. Unsere Ausbildung ist europaweit die einzige, die die offensiven Techniken des Wirtschaftskrieges, die weit über die industrielle Spionage hinausgehen, untersucht.

In den USA sind die von Ihnen gelehrten Taktiken längst Tagesgeschäft. Woran liegt es, dass ihnen in Europa immer noch der Geruch des Unmoralischen anhaftet?

Die Europäer legen hinsichtlich der Zusammenhänge, dieser Art der Konfrontation eine gewisse Heuchelei an den Tag. Die Wirtschaftsexperten und Managementspezialisten prangern die Wirklichkeit an, indem sie sie als Verschwörungstheorie verharmlosen.

Aber diese Ablehnung, die Wirklichkeit zu akzeptieren, wie sie ist, geht fast schon ins Lächerliche. In Deutschland spricht man höchstens über Wettbewerb zwischen den Marken. Diese Sichtweise ist jedoch zu einseitig und birgt langfristig das Risiko, den Überblick darüber zu verlieren, wie Teile der weltweiten Wirtschaft wirklich funktionieren.

Was sind die Auswirkungen der gemeinsamen französisch-deutschen Politik auf die Wirtschaft der beiden Länder? Wo liegen die Gefahren, die wir damit eingehen?

Im Moment findet der Austausch besonders auf diplomatischer Ebene statt und fokussiert sich auf Dossiers über eine gemeinsame Agrarpolitik, Galiléo, Energie, Transport oder Verkehr. 

Aber wir sind kaum sensibilisiert für die notwendige europäische Autonomie auf strategischen Schlüsselsektoren, wie die Sicherheit unserer Informationssysteme. Die Amerikaner haben in diesem für unsere Zukunft entscheidenden Bereich eine zu wichtige Position eingenommen.

Was ist Ihre Lösung?

Franzosen und Deutsche müssen mit gutem Beispiel vorangehen und dürfen nicht die Augen vor den wahren Problemen verschließen.

Siehe auch:

„Cybersicherheit war nie so wichtig wie heute“: Ukraine-Krieg bestimmt Tech-Festival SXSW

„Russian Asset Tracker“: Auf der Spur der Oligarchen

Paketmanager npm: Angriff durch Paketabhängigkeiten

Am Mittwoch, den 30. März setzen wir das Thema fort. Thema: Innovationssprünge in der Cybersicherheit? Studiogespräch mit Dr. Christian Hummert, Forschungsdirektor der Cyberagentur. Hier habt Ihr mir ja schon im Vorfeld tolle Fragen zukommen lassen.

Interessant auch:

Konferenzschaltungen bei Ecamm Live ohne Drittanbieter

Operator-Ansicht

Endlich ist es soweit. Man kann Gäste auf Ecamm Live direkt zuschalten ohne Drittanbieter. Das Ganze nennt sich Interviewmodus und eröffnet viele neue Möglichkeiten für Konferenzschaltungen: Die Einbindung von Gästen in die eigene Greenscreen-Umgebung, die Möglichkeit für Gäste, alle Einspieler, Kommentare und Overlays zu sehen, Steigerung der Interaktion von Gästen mit dem Publikum, räumliche Effekte bei der Positionierung der Gäste und vieles mehr. Wir haben einen ersten Test gemacht und werden das in den nächsten Tagen verfeinern.

Man hört, sieht und streamt sich via Ecamm Live auf einem neuen Level 🙂

Psychotherapeuten und Patientendaten: Live-Diskussion 16:30 auf Twitter – Account @gsohn – Einschalten und mitdiskutieren @jensspahn @WernerBartens @saskiahoedl @MarkusJantzer @marburger_bund @aerztezeitung @HB_Sprecher @Teta_Na

Ausblick auf die Diskussion um 16:30 Uhr via Periscope/Twitter:

Hier die Fachdiskussion:

Erfahrungsberichte aus dem Redaktionsalltag: Konfetti, Caipirinha und lange Schlangen am Faxgerät

Der Artikel ist auf journalist.de nicht mehr abrufbar. Daher hier noch einmal mein Opus: Es wurde in Redaktionen viel geraucht, diskutiert und gelacht. Erfahrungsberichte. 

Moderne Redaktionen sind im Echtzeitstress: Technisch am Newsdesk perfekt ausgestattet als Koordinations- und Produktionszentrale. Der Newsroom ist heute in der Regel ein Großraumbüro, das architektonisch neue redaktionelle Konzepte des ressort- und medienübergreifenden Planens und Arbeitens unterstützt. 

Der Umbau zur „medienkonvergenten Redaktion“, die alle Publikationsplattformen vereint, ist komplex und kann über unterschiedliche Modelle erfolgen. In manchen Medienhäusern ist mit dem Newsdesk ein zentraler Arbeitsbereich gemeint, an dem ein Dutzend Redakteure verschiedener Ressorts gemeinsam produzieren und verschiedene Medien bedienen. Ein anderes Konzept sieht einen gemeinsamen Newsdesk für mehrere Lokalredaktionen vor wie bei der Mainpost und beim Südkurier. In anderen Redaktionen wurde ein großer gemeinsamer Newsroom für 30, 50 oder gar 100 Journalisten geschaffen. Die zeitlichen Freiräume werden enger, der persönliche Stress nimmt zu. 

Was früher ehrfürchtig als ‚Agentur-Geschwindigkeit‘ galt, ist heutzutage der Normalzustand. Ende der 1970er Jahre war das noch ganz anders. Etwa beim Spiegel: „Man hat am Montag seine Themen angeboten und intensiv darüber gesprochen. Mit dem Ressortleiter konnte ich mich sehr ausgiebig streiten, ohne nachteilige Auswirkungen befürchten zu müssen“, so der ehemalige Spiegel-Redakteur Walter Tauber. 

Die Arbeit in der Zentralredaktion habe ihm Spaß gemacht. „Wir hatten kleine Einzelbüros und ließen die Tür offen. Ein Kollege brüllte immer ‚Der Mensch’ und wir antworteten ‚…ist eine Sau.’ Ein deftiges und liebevolles Ritual. Wenn ich konzentriert schreiben musste, schloss ich die Tür und wurde von den Kollegen in Ruhe gelassen. Technisch waren wir sehr einfach ausgestattet. Olympia-Schreibmaschine, Papier und Telefon. Wenn ich den Artikel fertig hatte, wurde das im Sekretariat mit Durchschlägen abgeschrieben und vom Ressortleiter redigiert. Eine kleine Marotte hatte mein Chef. Wenn ich telefonierte, benutzte er die Gegensprech-Anlage, um mir mitzuteilen, dass ich in sein Büro kommen solle. Generell war die Atmosphäre sehr angenehm“, betont Tauber. 

Redaktionsbüro mit Panoramablick 

Noch angenehmer war es in seiner Zeit als Auslandskorrespondent in Brasilien. „Ich mietete in Rio de Janeiro einen Büroraum in einer Villa, die auch von Newsweek, BBC und Los Angeles Times genutzt wurde. Ich hatte ein Panoramafenster mit einem wunderbaren Blick auf die Bucht von Guanabara. Traumhaft. Ab und zu ging ich mit den internationalen Kollegen zum Mittagessen. Wenn ich dann die zweite Runde Caipirinha bestellte, mussten die Vertreter von Newsweek und der Los Angeles Times passen. Sie könnten noch Arbeitsaufträge bekommen. Ich schaute auf die Uhr und sagte, in Hamburg sind schon alle im Feierabend. Die Zeitverschiebung kann bei Abstimmungsfragen lästig sein, in diesem Fall hatte sie auch Vorteile“, sagt Tauber. 

Als Korrespondenten noch Erstquelle waren 

Als Auslandskorrespondent hatte man vor 40 Jahren den Vorteil, als Erstquelle zu fungieren, wenn wichtige Nachrichten aufkamen. „Wenn ich in der Zentralredaktion angerufen und eine Story angeboten habe, gab es nicht viele Vergleichsmöglichkeiten bei meinen Hamburger Ressortkollegen. Was ich sagte, hatte Gewicht. Heutzutage existieren direkt 1000 Onlinequellen, die bei den Kollegen in der Heimat zu einem gefestigten Meinungsbild beitragen. Man ist als Korrespondent nicht mehr der wichtigste Vermittler von Nachrichten“, erläutert Tauber. 

Der frühere WDR-Hörspielchef Wolfgang Schiffer erinnert sich noch an die technologische Revolution bei der Einführung der Faxgeräte in seiner Redaktion in den 1980er Jahren: Allerdings „Nicht jeder hatte ein eigenes Faxgerät – nicht einmal jede Redaktion: ich erinnere langwierige Sitzungen, in denen geklärt werden sollte, wie viele Mitarbeiter sich ein Gerät teilen könnten“. Weniger nervig war die Möglichkeit, nach Lust und Laune zu qualmen. „Es wurde viel geraucht in den Redaktionsräumen. Allerdings hatte in meinem Arbeitsumfeld seinerzeit auch jeder Redakteur oder Dramaturg noch ein Zimmer für sich. Das mit dem Einzelzimmer ist für mich zum Glück bis zu meinem hauptberuflichen Ende so geblieben – so dass ich trotz eines späteren allgemeinen Rauchverbots im gesamten Gebäude in meinem Arbeitszimmer stets weiter geraucht habe“, so Schiffer. 

Inspiration im Großraumbüro

Peggy Schmidt, seit 1995 Moderatorin bei Radio PSR in Leipzig, hat früher in einemGroßraumbüro an der Delitzscher Straße gearbeitet. „Da war alles etwas beengter. Aber seit dem Umzug in die Thomasgasse zum Jahreswechsel 2005/06 haben wir richtig viel Platz. Ringsum sind Fenster, die bis zum Boden gehen. Wir haben Licht, wir haben Luft. Da kann man auch mal für sich sein oder sich so unterhalten, dass es nicht alle mitbekommen. Aber grundsätzliche finde ich es praktisch, in einem Großraumbüro zu arbeiten.“ Wenn man im kreativen Bereich tätig ist, findet sie den Austausch mit Kollegen wichtig. „Und auch lustig, wir sind hier ein cooles Team, da setzt immer gern jemand noch einen oben drauf. Aber es gibt auch Phasen, in denen man merkt, die Kollegen sind jetzt alle konzentriert, da ist keine Zeit für Konfetti. Manche setzen sich dann Kopfhörer auf. Das machen wir aber auch zum Schneiden. Dafür müssen wir nicht mehr an einen extra Schnittplatz“, sagt Schmidt.  Heute könne jeder an seinem eigenen Platz schneiden. 

Brauchen wir eine neue Ökonomie? #D2030 #FutureHubs @Martin_Leutz

Dazu gibt es unterschiedliche Sichtweisen und das gehört zur Disputation.

Um 17 Uhr werden wir das debattieren in der Tournee der Initiative.

Liveübertragung via www.facebook.com/gsohn

Mitdiskutieren 🙂

Statt #Industrie40 Wortgeklingel nachdenken über die Netzökonomie #ctk2016

Guido Bosbach und icke in Aktion beim Symposium Change to Kaizen.

Live-Hangout mit dem Hashtag-Soziologen @KlausMJan über die Kölner Internetwoche #iw7

Hashtag-Soziologie
Hashtag-Soziologie

Wir sind der Überzeugung, dass die Digitalisierung genauso eine gesellschaftliche Transformation bedeutet – und damit ein neues Denken, eine andere Haltung erfordert. Der Prozess der Digitalisierung verläuft nicht monokausal. Es bilden sich neue Strukturen von Systemen heraus und das wollen wir thematisieren.

Vernetzte Sozialität/Networked Sociality ist ein neues Organisationsprinzip, manche Autoren sprechen von einem Neuen Sozialen Betriebssystem. All das wollen wir am Dienstag, den 25. Oktober von 14 bis 18,30 Uhr mit Euch auf der Kölner Internetwoche diskutieren. Der Hashtag-Soziologe Klaus Janowitz und ich geben einen Einblick in die Veranstaltung.

Seid dabei und meldet Euch für das Event am 25. Oktober an. Teilnahme ist kostenfrei.