Chatbot-Kompetenz: Zukunftskill für die Ausbildung – Exkurs mit Professor Franke: Lernen via Visualisierung – Was leisten da die Chatbots? @ThomasJenewein @HerbertWFranke

Entdeckt die Zukunft der Bildung im neuesten Podcast mit Thomas Jenewein und Dr. Wolfgang König. Erfahrt, wie Künstliche Intelligenz (KI) und Chatbots die Ausbildungslandschaft revolutionieren, mit einem Fokus auf die essenzielle Rolle der Chatbot-Kompetenz. König, tätig im Netzwerk Q 4.0 in MV-Schwerin, präsentiert das innovative „Graue-Box-Modell der Chatbot-Didaktik“ und diskutiert die Bedeutung von KI in der kontinuierlichen Lernreise.

Die Rolle von Künstlicher Intelligenz (KI) und Chatbots in der Ausbildung ist ein Thema, das in der neuen Podcast-Episode von Thomas Jenewein im Gespräch mit Dr. Wolfgang König erörtert wird. König arbeitet in regionalen Koordinierungsstelle des Netzwerkes Q 4.0 in MV-Schwerin. In der Podcast-Episode wird besonders auf die Bedeutung der Chatbot-Kompetenz und deren didaktische Umsetzung eingegangen. Die These lautet, dass die Chatbot-Kompetenz ein Zukunftskill ist und daher frühzeitig in der Ausbildung trainiert werden sollte. Das wird schwierig, weil es so etwas in der Ausbildung der Ausbilder gar nicht gibt.

König hat das „Graue-Box-Modell der Chatbot-Didaktik“ als didaktisches Rahmenmodell entwickelt, das bei der Umsetzung hilft. Es bietet einen Überblick über die verschiedenen Ebenen von der Makro- bis zur Mikro-Ebene und enthält konkrete Beispiele für die Anwendung im Unterricht und in der Ausbildungspraxis. Zudem wird ein Trainingsprogramm für Ausbilder vorgestellt. Der Ansatz der vollständigen Handlung liefert dabei konkrete Tipps und Anregungen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Sicherstellung der Adoption von KI. Dr. König betont, dass Lernen wie eine permanente Geburt ist. Es ist ein kontinuierlicher Prozess, der niemals endet.

Diese Episode bietet wertvolle Einblicke und praktische Ratschläge zur Nutzung von KI in der Ausbildung. Egal, ob Sie Ausbilder, Lernende oder einfach nur an der Schnittstelle von Technologie und Bildung interessiert sind, hier finden Sie relevante Informationen.

Abschließend fasst König die wichtigsten Punkte zusammen und bekräftigt die Argumentation. Die Chatbot-Kompetenz ist ein Zukunftskill, der in der Ausbildung eine immer größere Rolle spielen wird. Es ist wichtig, sich frühzeitig damit auseinanderzusetzen und die entsprechenden Fähigkeiten zu entwickeln.

Siehe auch:

Der Wissenschaftler und Science Fiction-Autor Professor Herbert Werner Franke setzt vor allem auf Visualisierung. „Das ererbte Verständigungssystem ist die Sprache, derer wir uns heute meist in Form von Schrift bedienen: Die im Gehirn auftretenden Vorstellungen werden durch Laute codiert, die dann als Buchstaben über das Auge aufgenommen werden, um im Gehirn wieder in die Lautsprache zurückübersetzt werden. Und dann erst folgt die Transformation in eine bildliche Vorstellungswelt. Das ist nicht die beste Art, etwas mitzuteilen“, so Franke im Interview mit mir.

Der Gesichtssinn könne sehr viel mehr Informationen pro Zeiteinheit aufnehmen als das an zweiter Stelle stehende Gehör, und dazu komme die Fähigkeit, zwei-, in gewissem Maß sogar dreidimensionale Entitäten wahrzunehmen.

„Zwei- oder dreidimensionale Zusammenhänge lassen sich mit Bildern besser ausdrücken als mit Worten. So könnte man in Schulen in den ersten Jahren völlig ohne Formeln auskommen. Eine Visualisierung der Mathematik bringt sehr viel bessere Lernergebnisse“, sagt Franke. So sei es heute mit Computerhilfe möglich, komplizierteste Gebilde in Bruchteilen von Sekunden auf den Schirm zu zaubern – wenn gewünscht bewegt oder interaktiv veränderlich. „Der größte Teil aller mathematischen Zusammenhänge lässt sich in Bildern ausdrücken und erspart in den meisten Fällen die Mühe einer umständlichen Interpretation“, erklärt Franke. Visualisierte Formen würden zudem einen ästhetischen Reiz ausüben und die übliche Abneigung gegen Mathematik reduzieren. „Diese Erkenntnis gilt generell für Naturwissenschaften – selbst für Quantenphysik und Molekularchemie“, sagt Franke.

Lernen durch Lehren: Ein Blick auf das Lebenswerk von Jean-Pol Martin #NEO23 #LDL #CLC23

Jean-Pol Martin ist für mich Vorbild für die gesamte akademische Gemeinschaft. Als einer der wichtigsten Didaktiker Deutschlands ruht er sich trotz seiner achtzig Lebensjahre keinesfalls auf seinen Meriten aus, sondern arbeitet, wie der gerade vervollständigte dreibändige Opus zu den ‚Neuen Menschenrechten‘ #NMR zeigt, immer daran, kluge Ideen in die Welt zu setzen. Ich kenne auch niemanden, der in den 12 Monaten so viel Zeit und Energie in ChatGPT und andere künstliche Intelligenzen investiert hat – mit 80 wohlgemerkt. Und bei all dem gelingt es ihm, sein Lebenswerk #LdL ‚Lernen durch Lehren‘ zu verbreiten, sein Werk und seine Community zu pflegen. Begleitet wird es dabei von Simon Wilhelm Kolbe, der als Mitherausgeber seiner aktuellen Bände Jean-Pols Werk klug und mit viel Energie kuratiert. Mit beiden Herausgebern sprechen Gunnar Sohn ich über das Anfang des neuen Jahres erscheinende ‚Praxishandbuch Lernen durch Lehren'“, so der Ausblick meines Freundes und Kollegen Lutz Becker auf die -Session am Freitagen, den 8. Dezember, um 11 Uhr. Ihr könnt via Chat- oder Kommentarfunktionen im Multistream mitdiskutieren. Oder direkt zu Zoom reingehen in den virtuellen Konferenzraum.

Im Frühjahr machten wir dazu eine Session auf dem Corporate Learning Barcamp:

Ein wichtiger Aspekt unserer Projekte in der Hochschule Fresenius ist die Förderung einer explorativen Haltung bei jungen Menschen. Dieser Ansatz beinhaltet, dass die Studierenden aktiv an der Gestaltung ihres Lernprozesses beteiligt sind, indem sie Themen selbstständig entwickeln und bearbeiten. Wir erläutern, dass die Studierenden durch dieses Konzept intensiver und emotionaler lernen, was zu einem tieferen Verständnis und einer besseren Vorbereitung auf die Praxis führt.

Wir sprechen über die Herausforderung, Menschen auf eine unbekannte Zukunft vorzubereiten und wie das LDL-Konzept dabei helfen kann, indem es die Studierenden dazu bringt, komplexe Situationen zu bewältigen und kreativ zu denken. Bearbeitet werden kritische Themen wie Greenwashing, ethische Fragen in der Wirtschaft und Nachhaltigkeit. Die Studierenden waren beispielsweise an einer Studie beteiligt, die das Konsumverhalten bei Fleisch in Deutschland und China untersuchte.

a person doing hand gestures while wearing a vr goggles

Kompetenzsouveränität im Digitalen

a person sitting on the floor with vr goggles using a computer
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Kompetenzsouveränität ist nach Ansicht von Barbara Engels vom Institut der deutschen Wirtschaft die Voraussetzung für die Handlungsfähigkeit sowie Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft: „Die Stärkung der digitalen Kompetenzen in der Gesellschaft ist somit eine zentrale Aufgabe, um die Digitalisierung der Wirtschaft in Deutschland nachhaltig voranzutreiben. Dabei geht es nicht nur um Kompetenzen für den Arbeitsmarkt, sondern auch um Kompetenzen, um als Privatperson an der Digitalisierung teilzuhaben.“ Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz wurden in einem Index die Stärken und Schwächen von Unternehmen bei der Digitalisierung analysiert. Besonders schwach schneidet die Branche für Logistik und Verkehr ab. Das ist betrüblich. Gerade bei der Organisation der Verkehrswende, bei der Elektrifizierung und beim autonomen Fahren sollten eigentlich hohe Investitionen für Forschung und Innovation auf der Tagesordnung stehen.

„Ohne ausreichende digitale Kompetenzen können Innovationen nicht entwickelt und genutzt werden. Beispielsweise für die neuen Sprachmodelle, die sich derzeit rasant verbreiten, braucht es Fachkräfte, die mit diesen Anwendungen künstlicher Intelligenz umgehen können“, so das Institut der deutschen Wirtschaft.

Eine Analyse von Daten aus der IW-Fachkräftedatenbank deutet auf eine Ursache des Fachkräftemangels in Digitalisierungsberufen hin: Der Digitalisierung fehlen die Frauen. Lediglich 16,3 Prozent der Beschäftigten in Digitalisierungsberufen waren im Zeitraum vom 01.07.2021 bis 30.06.2022 Frauen (siehe Abbildung). Zudem hat sich dieser Anteil seit 2013 nur wenig verändert. Von 14,6 Prozent im Jahr 2013 auf 16,3 Prozent im Jahr 2022 ist der Anteil der Frauen nur marginal, um 1,7 Prozentpunkte, gewachsen.

In einzelnen Digitalisierungsberufen ist der Frauenanteil deutlich höher. Am höchsten ist er in der nicht-klinischen Psychologie (76 Prozent), zu der die Kognitionswissenschaftler gehören, die Systeme der Mensch-Maschine-Interaktion und künstlichen Intelligenz entwickeln. Die nächsthöchsten Frauenanteile weisen das Archivwesen (63 Prozent) und das Grafik-, Kommunikations- und Fotodesign (60 Prozent) auf. Die geringsten Frauenanteile sind in den Berufsgattungen Bauelektrik-Fachkraft (2 Prozent), Aufsicht in Mechatronik und Automatisierungstechnik (1 Prozent) zu finden. Diese Zahlen zeigen stereotype Männer- und Frauenberufe, in denen der Fachkräftemangel meist stärker ausgeprägt ist als in Berufen mit ausgeglichener Besetzung beider Geschlechter.

Der sogenannte Digital Gender Gap – geschlechtsspezifische Unterschiede im Kontext der Digitalisierung – existiert nicht nur in Digitalisierungsberufen. Auch bei anderen Tätigkeiten, für die digitale Kompetenzen nötig sind, zeigen sich deutliche Unterschiede, wie eine Studie auf Basis des Nationalen Bildungspanels (NEPS) zeigt. Zwar arbeiten Frauen und Männer ähnlich häufig am Computer (Lott, 2023). Männer nutzen dabei aber deutlich häufiger fortgeschrittene und spezialisierte Software sowie vernetzte digitale Technologien wie Clouddienste. Besonders Frauen mit Teilzeitstellen sind digital abgehängt. Dementsprechend schätzen Frauen ihre Berufschancen auf einem zunehmend digitalisierten Arbeitsmarkt als schlechter ein: Die Wahrscheinlichkeit, dass sich berufstätige Frauen gut auf den Umgang mit vernetzten digitalen Technologien vorbereitet fühlen, liegt bei 34 Prozent, unter Männern bei 49 Prozent.

Der Digital Gender Gap zeigt sich noch deutlicher bei den Patentanmeldungen. Auswertungen der IW-Patentdatenbank zeigen, dass der Anteil der Frauen bei den Patentanmeldungen in Digitalisierungstechnologien von 2010 bis 2019 von lediglich 3,7 Prozent auf 5,2 Prozent ebenfalls nur marginal gestiegen ist.

Wir diskutierten dieses Thema in einer Fachrunde in Köln auf der Messe Zukunft Personal:

Brauchen wir ein Pflichtfach Informatik?

Die Antworten auf Twitter:

Was #ChatGPT zum Konzept #LernendurchLehren und zu #LernOS sagt @DrLutzBecker1 @ThomasJenewein @SimonDueckert @KhPape

Was der KI-Chat sagt, passt haargenau zum didaktischen Konzept unserer Projektarbeit an der Hochschule Fresenius. Dafür haben wir ja den Wissenschaftspreise für digitale Lehre erhalten. 2017!

Hier das Interview mit ChatGPT

Was besagt das Konzept Lernen durch Lehren?

Das Konzept „Lernen durch Lehren“ besagt, dass Menschen durch das Lehren anderer Personen ihr eigenes Verständnis und ihre Kenntnisse über ein bestimmtes Thema vertiefen und festigen können. Dies geschieht, indem sie ihr Wissen strukturieren und präsentieren müssen, was dazu führen kann, dass sie die relevanten Informationen besser verstehen und sich besser daran erinnern können. Es ist eine Methode, die besonders in der Erwachsenenbildung und der beruflichen Weiterbildung verwendet wird.

Warum sollten sich Unternehmen damit beschäftigen?

Unternehmen sollten sich mit dem Konzept „Lernen durch Lehren“ beschäftigen, da es eine effektive Methode sein kann, um die Kenntnisse und Fähigkeiten der Mitarbeiter zu verbessern und zu festigen. Wenn Mitarbeiter gezwungen sind, ihr Wissen an andere weiterzugeben, können sie ihre Kenntnisse besser strukturieren und verstehen. Dies kann dazu beitragen, dass sie ihre Arbeit besser erledigen und effektiver kommunizieren können. Es kann auch dazu beitragen, das Teamgefühl und die Zusammenarbeit zu stärken, da Mitarbeiter zusammenarbeiten müssen, um das Material vorzubereiten und zu präsentieren.

Welche Unterschiede gibt es zu traditionellen Konzepten in der Bildung?

Das Konzept „Lernen durch Lehren“ unterscheidet sich von traditionellen Konzepten der Bildung in einigen wichtigen Aspekten:

  1. Aktiver Lernprozess: Im Gegensatz zu traditionellen Konzepten, bei denen Schüler hauptsächlich passiv Wissen aufnehmen, erfordert „Lernen durch Lehren“ einen aktiven Lernprozess, bei dem Schüler aktiv ihr Wissen organisieren, präsentieren und diskutieren müssen.
  2. Selbstreguliertes Lernen: „Lernen durch Lehren“ ermöglicht es den Schülern, ihren eigenen Lernprozess zu steuern und zu überwachen, indem sie ihre Kenntnisse und Fähigkeiten selbst evaluieren und verbessern.
  3. Peer-Learning: Es fördert das Peer-Learning, indem es Schüler ermutigt, ihr Wissen untereinander auszutauschen und sich gegenseitig zu unterstützen und zu helfen.
  4. Anwendung von Wissen: „Lernen durch Lehren“ ermöglicht es Schülern, ihr Wissen in einem realen Kontext anzuwenden, indem sie es an andere weitergeben.
  5. Verantwortung für den Lernprozess: Es legt die Verantwortung für den Lernprozess bei den Schülern selbst, anstatt bei Lehrern oder anderen Autoritätspersonen.

Ist es auch für Hochschulen interessant?

Ja, das Konzept „Lernen durch Lehren“ kann auch für Hochschulen interessant sein. Es kann eine effektive Methode sein, um die Kenntnisse und Fähigkeiten der Studierenden zu verbessern und zu festigen. Es kann auch dazu beitragen, dass die Studierenden ihr Wissen in einem realen Kontext anwenden können, indem sie es an andere weitergeben.

Ein Beispiel dafür wäre, dass Studierende in Projektgruppen arbeiten und dann die Ergebnisse ihrer Arbeit vor einem größeren Publikum präsentieren. Dies kann dazu beitragen, dass die Studierenden ihre Kenntnisse und Fähigkeiten in Bereichen wie Präsentationstechniken, Teamarbeit und Projektmanagement vertiefen und festigen.

Auch in der Hochschullehre kann „Lernen durch Lehren“ eingesetzt werden, beispielsweise durch den Einsatz von Tutoren oder Peer-Teaching.

Kennst Du das Konzept LernOS?

Ich habe von dem Konzept „LernOS“ gehört, es ist ein neueres Konzept im Bereich des digitalen Lernens und der Bildungstechnologie. „LernOS“ steht für „Learning Operating System“ und es beschreibt eine Art von Software oder Plattform, die das Lernen von Menschen unterstützt und verbessert. Ein LernOS hat die Fähigkeit, Lerninhalte und -aktivitäten zu organisieren, zu verwalten und zu personalisieren, um die Lernbedürfnisse und -präferenzen einer Person besser zu erfüllen.

Es hat eine ähnliche Idee wie ein Betriebssystem, dass es die Möglichkeit bietet, verschiedene Anwendungen und Tools zu verwalten und zu koordinieren, um eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen. Im Falle von LernOS ist die Aufgabe das Lernen der Nutzer.

Einige der Merkmale, die man von einem LernOS erwartet, sind: Personalisierung, Anpassung an die individuellen Bedürfnisse, Verbindung von Inhalten und Aktivitäten, Messung des Lernfortschritts und die Möglichkeit von Social Learning oder Zusammenarbeit. Es gibt einige Unternehmen und Projekte, die LernOS entwickeln und anbieten, aber das Konzept ist noch in der Entwicklungsphase und es gibt noch wenig Untersuchungen über die Wirksamkeit und die Nutzung.

Soweit das Interview.

Und hier die reale Anwendung:

Siehe auch:

Umfeld schaffen für selbstorganisiertes und agiles Lernen – Mitmachen beim SAP Trainingforum

Was passiert denn nun mit der nationalen Bildungsplattform? @BMBF_Bund #rp22 @mspro

Die Maus auf der re:publica wusste auch keine Antwort.

Antworten von Ulricke Lucke und Michael Seemann.

#Lernen #Verändern – Vormerken für den 23. Juni #SAPTrainingForum @ThomasJenewein @Seyde7 @SvenSemet

Produziert und moderiert im Sohn@Sohn-Studio in Bonn-Duisdorf.

Es folgen weitere Vorberichte in den nächsten Wochen.

Hier geht es zur Anmeldung.

Man hört, sieht und streamt sich auf dem #SAPTrainingForum 🙂

Hier noch ein interessanter Beitrag auf der Zukunft Personal:

Querlüfterbewegung an Schulen geht die Luft aus: Daniel Kraft aka @krafts_werk plädiert für digitale Schulpflicht #DigitalXAdhoc-Livegespräch

Der „Querlüfterbewegung“ an deutschen Schulen sei die Luft ausgegangen, moniert Daniel Kraft in einem Gastbeitrag für den General Anzeiger in Bonn. „Die ‚Präsenzunterrichtsfraktion‘ um jeden Preis‘ führte ganz oder teilweise in die Quarantäne. Es braucht eine Instrumentenbatterie aus verschiedenen digitalen und hybriden Maßnahmen, damit Schule in den kommenden Monaten (wieder) – zumindest etwas geregelter – stattfinden kann. Es braucht mehr als didaktische und pädagogische Modelle des letzten Jahrhunderts, und es braucht mehr als Schul-Server und Zoom-Runden. Es braucht nicht mehr und nicht weniger als eine digitale Schulpflicht.“

Aber reicht das? „Sechs Schulstunden Video-Call? Abfilmen des Unterrichts und auf YouTube einstellen? Nein, auch digital gibt es kein Schwarz oder Weiß. Die digitale Didaktik hat alles, was man braucht, um einen lebendigen, spannenden und abwechslungsreichen Unterricht – auch auf Distanz – zu gestalten und zu leben. Auch der schönste montessoripädagogischste Klassenraum, die rundesten Waldorf­ecke oder die tollsten Wandplakate machen noch keinen guten Unterricht“, so Kraft.

Was es braucht, sei ein Unterricht, der sich als „Digital Experience“ versteht, als ein Mehrwert zum Schiefertafelunterricht und zum ausgedruckten Arbeitsblatt. „Es braucht Lehrerinnen und Lehrer, die bereit sind, sich auf dieses Wagnis einzulassen. Es braucht eine Reform der Ausbildung für alle, die da kommen werden, es braucht Übung und Fortbildung für alle, die schon da sind, und es braucht Leidenschaft für diese Form zu unterrichten von allen“, betont der GA-Gastautor.

Einen Widerspruch zum Präsenzunterricht sieht Kraft nicht. „Der digitale Unterricht bietet sogar eine sehr große Chance auf ein Wiedersehen im wirklichen Leben. Aber auch hier gibt es kein Reset auf einen Zustand mit 28 Schüler/innen-Klassen ohne Masken, wie wir sie bis vor Weihnachten in den meisten Grundschulklassen erlebt haben. Schichtmodelle, weniger Kinder im Klassenraum, Tische mit Abstand und Trennwänden, feste kleine Lerngruppen mit höchstens 15 Kindern in einem Raum, gute Lüftungsanlagen in allen Räumen, die das Lüften unterstützen und Lehrerinnen und Lehrer, die damit mindestens besser vor Infektionen geschützt werden“, resümiert Kraft.

Eine Rückkehr zum „normalen“ Präsenzunterricht reicht nicht aus. Die alte 45-Minuten-Taktung nach dem preußischen Modell im Setup einer Maschinen-Näherei habe keine Zukunft, meint Professor Lutz Becker von der Hochschule Fresenius: „Präsenz kann durchaus digital sein – nicht selten sind digital Lernende sogar präsenter. Zudem bedeutet physische Präsenz nicht zwingend gelungene soziale Interaktion zum Zwecke des gemeinsamen Lernens. Es gibt hybride Formen des Lernens und Lehrens, bei dem die Möglichkeiten der digitalen Formate noch lange nicht ausgeschöpft sind.“

Ähnlich wie Daniel Kraft fordert auch der Bitkom-Verband ein Recht auf digitale Bildung:

„Wohl noch nie haben Deutschlands Bildungspolitiker eine ähnlich große Enttäuschung und Entfremdung ausgelöst – bei Schülern, Eltern und Lehrern, aber auch in Wirtschaft und Gesellschaft. Zu wenig ambitioniert und zu altbacken sind ihre Vorschläge, zu erratisch sind ihre Entscheidungen, zu chaotisch ist ihre Kommunikation. Jeder hatte Verständnis, dass zu Beginn der Corona-Krise auf Sicht gefahren werden musste. Jetzt, fast ein Jahr nach den ersten Einschränkungen, darf man Vision, Strategie und zukunftsgerichtetes, entschlossenes Handeln erwarten. Vor diesem Hintergrund fordert Bitkom einen Rechtsanspruch auf digitalen Unterricht für Schüler aller Schulformen – jetzt in der Corona-Krise, aber auch darüber hinaus, um zum Beispiel Schüler in den Unterricht einbeziehen zu können, die etwa aufgrund von Erkrankungen oder persönlicher Einschränkungen die Schulgebäude nicht immer aufsuchen können“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

Weiterhin seien viele Schulen nicht in der Lage, ihren Schülern ein funktionsfähiges digitales Bildungsangebot zu machen. „Statt Lernplattformen zum Laufen zu bringen, konzentrieren sich viele Bundesländern darauf, so schnell wie möglich zum Präsenzunterricht zurückzukehren. Dies ist angesichts des Infektionsgeschehens unverantwortlich und schreibt die pädagogischen Standards des vergangenen Jahrhunderts fort. Solange Schulen nicht breitflächig wieder geöffnet werden können, muss jeder Schüler digital unterrichtet werden können. Funktionsfähige Lernplattformen zur Verfügung zu stellen, das ist kein Hexenwerk. Die betroffenen Bundesländer müssen nun kurzfristig ausreichende Serverkapazitäten und IT-Support bereitstellen, damit die Plattformen auch von allen Schülern und Lehrern genutzt werden können. Schulen, Schüler und Lehrkräfte, die noch keine Zugänge zu den Plattformen haben, müssen diese kurzfristig und unbürokratisch von den zuständigen Stellen in den Ländern erhalten. Viele Schulen, Lehrer und Schüler haben bereits erfolgreich bewiesen, dass digitales Lernen möglich ist – ohne überlastete Server und mit digitalem Know-how“, erklärt Berg.

Darüber diskutieren wir in #DigitalXAdhoc live mit Daniel Kraft am Dienstag, den 12. Januar, um 15 Uhr. Mitdiskutieren im Multistream über die Chat- und Kommentarfunktionen von YouTube, Facebook und Co.

Demokratie nach Corona #BonnerTagederDemokratie virtuell mit @LucaSamlidis, Hanna Ketterer, @realM_Gabriel, @beyond_ideology, Hans-Jürgen Urban, Volker Kronenberg

Uns alle treiben viele Fragen um: Was haben wir in den vergangenen Wochen durch Corona gelernt? Wie verändert sich das Verhältnis von Wirtschaft und Staat? Wie leben wir weiter die wichtigen Werte Freiheit und Internationalität? Bleibt die Nachhaltigkeit jetzt auf der Strecke?
Wir diskutieren mit Experten aus Politik und Gesellschaft – und mit euch! Wir treffen uns zu einer digitalen Video-Diskussion auf der Plattform Zoom: Dort könnt ihr Face-to-Face eure Fragen stellen, und in Diskussionen abstimmen. Gleichzeitig wird das Event live auf der Facebook-Seite Bonner Tage der Demokratie übertragen und auf den Seiten von Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) und Konrad-Adenauer-Stiftung.
Seid dabei: Arena-Diskussion – digital: 7. Mai, 19:00 bis 20:30 Uhr
Anmeldung auf: www.demokratie-bonn.de

Ablauf
Ankommen in der Lounge:

Kurzgespräche mit Luca Samlidis, Fridays for Future; Hanna Ketterer, Sozialwissenschaftlerin, DFG-Kolleg Postwachstumsgesellschaften, Jena

Diskussion mit
Maja Göpel, Politökonomin und Transformationsforscherin
Markus Gabriel, Philosophieprofessor, Universität Bonn
Hans-Jürgen Urban, Sozialwissenschaftler, Vorstand IG Metall
Volker Kronenberg, Politikwissenschaftler, Universität Bonn
Moderation: Helge Matthiesen, Chefredakteur General-Anzeiger Bonn/Isabell Lisberg-Haag Trio MedienService (www.trio-medien.de)

Ich selbst werde das Livestreaming, die technischen Vorbereitungen und sonstige Begleitmaßnahmen übernehmen.

Veranstalter: Konrad-Adenauer-Stiftung, Universität Bonn

Man hört, sieht und streamt sich bei den Bonner Tagen der Demokratie 🙂

Die Gabriel-Lesung in der Buchhandlung der Remmel-Zwillinge ist übrigens auf meinem YouTube-Kanal der absolute Renner:

Kreatives Schreiben in der #Politikstunde um 11 Uhr – Mitmachen und Fragen stellen

Nicht um 3 Uhr, sondern um 11 Uhr.

Doppelter Livestream auf Twitter/Periscope:

Größte Konferenz der digitalen politischen Bildung – Am 7. Juni von 10 bis 22 Uhr @kraft_bpb @meta_blum @ertelt #AktionstageNetzpolitik

So, liebe Freundinnen und Freunde des Netzes, schnallt Euch an. Zu den Aktionstagen Netzpolitik und Demokratie gibt es am 7. Juni die größte Livestreaming-Aktion zur politischen Bildung. Von 10 Uhr bis 22 Uhr werden wir die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) in Bonn zur Sendezentrale machen, die das Programm an diesem Tag begleitet, moderiert und kuratiert. Ick freu mir, gemeinsam mit Daniel Kraft die Moderation machen zu können:

„Freuen uns auf die erste und ‚größte‘ Konferenz der digitalen politischen Bildung!“

Mit dabei u.a. Thomas Krüger (Präsident der bpb), Thomas Erling (Bundeskoordination der Aktionstage Netzpolitik), Sabria David (The Colloquium European Societies in digital Age)

Man hört, sieht und streamt sich am 7. Juni – aber so was von fett.

Im Vorfeld gibt es noch ein paar Interviews zur Einstimmung. Heute fangen wir damit an. Um 13:30 Uhr Skype-Interview mit Juergen Ertelt. Es geht um eine Veranstaltung in Dresden zum Thema „Was ist digitale Beteiligung und wieso sollten wir uns diesem Thema widmen?“.