Ideen fürs MediaLAB.NRW gefragt ‪#‎djvcamp16‬ @ruhrnalist

Der Ruhrnalist in der der Seitenansicht
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Habt Ihr Projektideen fürs MediaLAB.NRW? Kai Rüsberg aka @ruhrnalist hat die Initiative auf dem djvcamp in Kölle vorgestellt. Seine Session hatte über Facebook Live gesendet. Hier könnt Ihr Euch das noch einmal anschauen als Inspiration für neue Medienformate.

Wer mitmachen will, kann sich auf der MediaLAB-Seite anmelden.

Meine Session ist vielleicht auch noch interessant.

Man hört, sieht und streamt sich am Samstag beim kollaborativen Sommerinterview mit Thomas Sattelberger. Start um 17 Uhr.

Und das ist nun Quatsch mit Sauce: Facebook ist das neue Fernsehen – und macht uns zu Analphabeten.

Power von Live-Content nicht unterschätzen – Nekrologe liegen falsch @ruhrnalist @netzpiloten

Livestreaming Battle

Trotz Hype interessiert sich angeblich niemand für die Livestreaming-Apps Periscope und Meerkat, die erst seit wenigen Wochen auf dem Markt sind. Zu dieser These versteigt sich zumindest Daniel Kuhn in einem Netzpiloten-Beitrag.

Etwas apodiktisch formuliert, aber anregend für tiefergehende Fachdebatten – etwa auf Facebook. Als Beleg für seine These stützt sich Kuhn auf die Zahl der Downloads. Beide Dienste müssten nach der medialen Welle eigentlich in den Appstores auf Spitzenplätzen liegen.

„Schaut man sich die Bestenlisten allerdings genauer an, muss man lange suchen, um die Apps zu finden. Laut App Annie ist die zu Twitter gehörende App Periscope in Deutschland nur auf Platz 329 und in den USA auf Platz 161 der beliebtesten iOS-Apps zu finden. Eine Android-Version gibt es bisher nicht. Der direkte Konkurrent Meerkat hat zwar bereits den Weg in den Google Play Store gefunden, belegt dort in den USA aber nur Platz 475 und unter den iOS Apps sogar nur Platz 1469.“

Als weiteren Indikator wählt Kuhn die Anzahl der Tweets, die spontane oder geplante Livestreams (was bei Meerkat möglich ist) anzeigen. Auch da sieht der Netzpiloten-Autor keine bemerkenswerte Ausschläge nach oben. Über die tatsächliche Entwicklung der Livestreams sagt diese Statistik nur bedingt etwas aus, da nicht alle Videoübertragungen über Twitter angezeigt werden – man hat die Wahlfreiheit.

Noch weniger sagt das Zahlenwerk von Kuhn über die Zuschauerquote und die Interaktionen via Chat aus. Und da gab es einen mächtigen Sprung nach vorne. Seit nunmehr drei Jahren schaue ich mir das Jedermann-TV-Phänomen über Angebote wie Hangout on Air und Co. an. Im Vergleich zum Google-Dienst haben Periscope und Meerkat zu einer Zuschauer-Explosion geführt – da kann der Anlass der Liveübertragung noch so profan sein, es schaut immer jemand zu. Gut vernetzte User wie Sascha Pallenberg schaffen mit spontanen Events regelmäßig 300 bis 400 Zuschauer – was beispielsweise Periscope an die Grenze der Server-Kapazitäten bringt. Ähnliches vollbringen auch andere bekannte Figuren der Netzszene wie Brian Solis oder Guy Kawasaki. Wer mal ohne Vorankündigung einen Live-Hangout über die Eventseite von Google Plus gestartet hat, weiß, welchen Qualitätssprung Periscope und Meerkat mit der Anbindung an Twitter geschafft haben.

Über Google Plus sitzt man häufig allein vor der Kamera und kann Selbstgespräche ohne jegliche Reaktion aus dem Social Web führen. Und selbst mit fleißiger Einladungspolitik gelingt es nur selten, fünf oder zehn Interessenten an die Bildschirme von stationären oder mobilen Bildschirmen zu bekommen. Nur die Aufzeichnungsfunktion via Youtube macht für mich Hangout on Air attraktiv, weil ich mir die aufwändige Postproduktion meiner Videos erspare – ich favorisiere ja die Quick-and-Dirty-Variante 🙂 Über Longtail-Effekte mit der komfortablen Einbettungsfunktion von Youtube kommt man dann auf Zugriffszahlen, die über Periscope und Meerkat liegen.

Den Nekrolog von Daniel Kuhn halte ich für falsch. Dennoch gibt es einige Sachargumente, die die Grenzen der Livestreaming-Apps aufzeigen:

Mein Kollege Kai Rüsberg hat einige Schwachpunkte zusammengetragen.

„Für die Massenkommunikation sind Meerkat und Periscope noch nicht geeigent. Bei 2800 Nutzern ist Schluss.“

Periscope

Bei der Chatfunktion ist sogar schon viel früher das Ende der Fahnenstange erreicht.

Häufig ist die Liveübertragung schon beendet, ehe man irgendwas mitbekommt.

„Viele Nutzer sind zu sehr mit dem Kommentieren und Antworten beschäftigt, als dass sie sich um die Bildgestaltung kümmern“, so Kai Rüsberg.

Die Beschränkung auf Hochkant-Aufnahmen verschwendet nach seiner Ansicht die Bildschirmfläche mit Unwichtigem oder ungenutzten Flächen. Zudem erzeuge man damit eher einen Schlüsselloch-Effekt. Interviews mit mehreren Personen kann man getrost vergessen.

Bei zu viel Chat-Kommunikation ist kaum mehr ein sinnvolles Bild zu erkennen – zumindest bei Periscope, wo noch die dämlichen Herzchen die Übertragung stören.

Pallenberg Chat

„Die Bildqualität ist bislang viel zu schlecht. 480p ist Mindestanforderung für Miniplayer/Smartphone Bildschirme. 720p für professionelle Maßstäbe“, meint Kai Rüsberg.

Kai bringt auch positive Argumente:

„Spontane Livestreams eignen sich für Peer-Groups. Das hat bei #GNTM vor allem über Snapshat gut funktioniert, wo sich die Jugendlichen selbst ihre Freunde oder Bekannten als Berichterstatter gesucht haben. Das ist dann sehr authentisch. Als Instrument der direkten Kommunikation mit hoher Interaktion sind die neuen Dienste sinnvoll.“

Generell bewegt sich einiges beim Thema Livestreaming jenseits von aufwändigen Technik-Equipments und schwerfälligen Ü-Wagen.

„So sind neue Redaktionsdienste für Live-TV der großen Sender im Kommen: Reporter senden per Tagesschau-App oder Agenturen wie AP haben Dienste wie IRIS entwickelt, die zu mehreren Reportern schalten und per Intercom mit ihnen verbunden sind. Die Deutsche Welle steht vor der Einführung des Dienstes“, sagt Rüsberg.

Sein Fazit:

„Gut gemachtes Video-Livestreaming wird das große Ding in den nächsten Monaten, wenn es gut gemacht ist. Wer attraktive Streams anbietet, ist in der Lage Content auf die eigene Seite zu stellen, den kein anderer hat und der nicht so schnell kopiert werden kann. Er muß aber eine Weile abrufbar bleiben.“

Wer jetzt lamentiert, dass Livestreaming nicht funktioniert, hat die Power von gutem Live-Content nicht verstanden. Wir gehen auf Sendung.

Etwa am 7. Juni bei unserem Livestreaming-Workshop in Herne. Es gibt noch ein paar Karten.

Im Live-Hangout haben wir erläutert, was Euch erwartet.

Man hört, sieht und streamt sich 🙂

Bewegtbild-Konzepte für Organisationen und Blogger: Macht es alltagstaublich – #MachtEsEinfach @ruhrnalist

OneShotVideos

In meiner 199. The European-Kolumne (!) in der vergangenen Woche habe ich das Thema der Alltagstauglichkeit von Social Web-Werkzeugen gestresst – also die Tauglichkeit für den Arbeitsalltag. Das ist steht auch im Zentrum meiner Hangout-Interviews mit twitternden Unternehmenschefs, die ich in den nächsten Wochen fortsetzen werde. Kleiner Auszug meiner Kolumne:

Die Vorbildfunktion und der Alltagsnutzen sind entscheidend. Es liegt sicherlich nicht an den Schülern, dass nur 15 Prozent von ihnen täglich den Computer für die Schule nutzen dürfen. Dabei beschränkt sich der PC-Einsatz dann auf die Recherche im Internet und das Basteln von Powerpoint-Präsentationen. Die Entwicklung von coolen Social-Media-Tools, elektronischer Musik oder gar Computerspielen steht eher nicht auf der Tagesordnung. Gleiches gilt für Firmenchefs, die mit ihren Internet-Aversionen hausieren gehen und den Einsatz von Social-Web-Angeboten für Zeitverschwendung halten. Oder für Politiker, die über Schutzrechte den Gestern-Verlegern das Überleben sichern wollen. Oder für Gewerkschafter, die das Arbeiten in der Computerwolke im Homeoffice als Selbstausbeutung werten.

Und mein Appell:

Wir brauchen twitternde Chefs, die ihren Mitarbeitern zeigen, wie man das Social Web und die Digitalisierung zum Bestandteil der Arbeit machen kann. Für das Wissensmanagement, für die Beobachtung des Marktes, für die Verbesserung der Logistik, für den Dialog mit Kunden, für die Optimierung von Produkten und Diensten, für die Rekrutierung von neuen Mitarbeitern, für das Krisenmanagement, für die Einrichtung von dezentralen Arbeitsplätzen, für die Zufriedenheit der Belegschaft und für das Internet der Dinge. Wir brauchen Lehrer in Schulen und Universitäten, die mit digitaler Expertise glänzen und sich von Bildungskonzepten aus der Kreidezeit verabschieden. Wir brauchen Politiker, die zur Entwicklung eines digitalen Masterplans in der Lage sind, um die Rahmenbedingungen für die digitale Transformation zu schaffen.

Wir brauchen zudem Anwendungsbeispiele, die Unternehmen, staatliche Institutionen, Blogger, Vereine und Verbände auch wirklich in ihren Arbeitsalltag integrieren können. Etwa beim Einsatz von Bewegtbild-Formaten. Es macht keinen Sinn, komplexe Storytelling-Heldenepos-Konzepte zu empfehlen, für die man weder Budget noch Zeit aufbringt – etwa Animationsfilmchen. Nicht jeder verfügt über Spezialisten in den eigenen Reihen wie etwa das Redbull-Media-Konglomerat oder über Finanzmittel zur Beauftragung von externen Agenturen.

Wer kann sich so einen Film schon leisten?

Nicht immer sind aufwändige Produktionen sinnvoll, die in Vorträgen als Beispiele für den Einsatz von Videos vorgeführt werden – selbst wenn man dafür die nötigen Ressourcen zur Verfügung hat Häufig ist die Schnelligkeit bei der Vermittlung von Informationen über Pressekonferenzen, Kundenevents, Jahresversammlungen, Seminaren, Barcamps oder Workshops viel entscheidender.

Deshalb favorisiere ich das Credo meines Kollegen Kai Rüsberg:

„Mach. Es. Einfach. So lautet mein Motto für das Web. Mit beiden Bedeutungen: Einfach mal ausprobieren und technisch einfach umsetzen.“

Kai Rüsberg nennt das OneShotVideos: „Ein Ort, ein Dreh, ein Schnitt. Fertig. Es ist eine Art Quasi-Live-Reportage. Darin kann man eine begrenzte Zahl von Bildern und Einstellgrößen einfangen, die alle an einem Drehort verfügbar sind. Dazu kommen kurze Interviewstatements und der Live-Kommentar des Autors.“

Das Ganze schnell und kostengünstig produziert.

„Sendelänge: Twitter, also rund 140 Sekunden. Produktionszeit 5 Minuten. Unschlagbar. Solch ein OneShotVideo ist schneller online als ein Text.“

Im Bild könne es ruhig auch mal ein wenig wackeln. Man dürfe sich auch mal versprechen oder dumm nachfragen, wenn man etwas nicht versteht. Man sollte aber auch nicht den Eindruck erwecken, mit einem Kurz-Video das ganze Thema abzudecken. Weitere Details oder Standpunkte könne ein zweites Video oder der begleitende schriftliche Bericht abdecken.

„Für den Start reicht ein hochwertiges Smartphone, ein Stativ mit Adapter und ein Richtmikrofon mit Adapterkabel. That’s all“, empfiehlt Rüsberg.

Einsteiger sollten nicht über ein semi-professionelles Equipment hinaus zu gehen. Das beherrschen Spezialisten nach Erfahrungen von Rüsberg ohnehin besser.

„Bei OneshotVideos fällt der Schnitt weg. Das File kann im Smartphone vorne und hinten geschnitten werden. Eine weitere Nachbearbeitung im Smartphone ist Frickelei. Dann lieber das Videofile auf ein Laptop oder ein Tablet überspielen und dort schneiden und nachvertonen. Brauchbare Software gibt es ab 100 Euro. Einfache Schnitte/Montagen kann man aber auch in YouTube machen.“

Man sollte starten, aus Fehlern lernen und den Produktionen eine persönliche Bedeutung geben. Nur dann klappt es mit der Alltagstauglichkeit.

Hilfe zur Selbsthilfe steht in dem von Kai Rüsberg und mir entwickelten Workshop-Programm im Mittelpunkt 🙂

#Streamcamp14 meets Besser Online-Kongress – Live-Doku-Experiment von @ruhrnalist #SocialTV #djvbo

SocialTV mit Kai Rüsberg
SocialTV mit Kai Rüsberg

Gemeinsam mit dem Hörfunk- und Fernsehjournalisten Kai Rüsberg unternehmen die Besser Online-Kongressteilnehmer in Berlin am Samstag, den 18. Oktober in einem Workshop den Versuch, mithilfe eines Google Hangout on air und alternativer Kameratechnik live im Internet von der Konferenz zu berichten.

Produziert wird eine Live-Doku der Veranstaltung unter Einbindung der Teilnehmer. Sie kann vom DJV geteilt und eingebunden werden und steht nach Sendungsende als Aufzeichnung dauerhaft unter dem gleichen Link auf YouTube online. Die so produzierten Sendungen sind zugleich ein Beispiel für SocialTV, weil sie interaktiv sind und etwa dem Zuschauer die Möglichkeit bieten, über eine eingebaute Frage-Antwort-Funktion, aber auch per Social Media während der Sendung Fragen zu stellen. Zusätzlich können externe Orte, Fachleute, Konferenzen und sogar Zuschauer in die Sendung aufgeschaltet werden.

„Das Seminar und die Sendung werden vorab in Google+ als Veranstaltung veröffentlicht und lassen eine Anmeldung zu, die dann eine Terminerinnerung auslöst. In dem vorweglaufenden Seminarteil von 9:30 bsi 10:30 Uhr werden bis zu 8 Teilnehmer in die Technologie eingewiesen und an der Sendungsgestaltung beteiligt. Der Fokus liegt nicht auf optimaler Sendequalität, sondern auf dem interaktiven Erlernen der Technik und eigenständigem Entdecken der Möglichkeiten eines Live-Streams“, heißt es in der Ankündigung des DJV.

Das Streamcamp in München ist Teil dieser Doku, denn um 13:30 Uhr organisieren wir eine Liveschalte in das Foyer des Besser Online-Kongresses und werden uns mit den Workshop-Teilnehmern von Kai Rüsberg unterhalten. Am Nachmittag gibt es dann in Berlin noch ein Forum, wo die Ergebnisse des Medienexperiments erörtert werden. Das können wir dann beim Streamcamp nicht mehr verfolgen. Aber Kai könnte ja danach in unserer Mittwochssendung bei Bloggercamp.tv darüber berichten.

Wer das Ganze live erleben will, sollte zum Streamcamp nach München kommen 🙂 Wir werden zwei Tage mit Hangout on Air experimentieren!

Siehe auch:

MIT #ONESHOT-VIDEOS DEN BEWEGTBILDMARKT REVOLUTIONIEREN.

Wacht auf: Die Webvideo-Revolution ist längst da.

Google experimentiert mit alternativen Newsquellen!

Vom Charme der eigenen Social TV-Show – Gespräch mit @ruhrnalist #Bloggercamp.tv

Es geht auch ohne Megaphon
Es geht auch ohne Megaphon

Wenn man sich anschaut, welchen Aufwand diverse TV-Piratensender in den 70er Jahren mit simpler Videorekorder-Technik treiben mussten, um über „Open Channel“ einige Häuser im eigenen Stadtviertel erreichen zu können, wird man den Unterschied zu den Optionen von Diensten wie Hangout on Air schnell erkennen. Damals reichte der Radius nur bis zu regionalen Initiativen, Protestaktionen und Nachbarschaftsfesten.

Heute ist beides möglich: Jedermann-TV für die Nachbarschaft – also hyperlokale Formate, die beispielsweise der Marketingexperte Günter Greff für seinen neuen Heimatort Perinaldo in Ligurien plant – und Formate mit internationaler Ausrichtung. Mobil und stationär sind die Möglichkeiten zum Senden und Empfangen von Audio- und Videobeiträgen nahezu unbegrenzt.

Darüber spreche ich ab 16 Uhr mit dem TV-Journalisten Kai Rüsberg aka @ruhrnalist.

Wer mitdiskutieren möchte, sollte die Frage-Antwort-Funktion von Google Plus benutzen. Man hört und sieht sich gleich 🙂

Zum Thema: Handwerkszeug für digitale Autodidakten.