#KuratorFürZukunft #Ronzheimer @ManfRonzheimer

In einer Videokonferenz schilderte Manfred Ronzheimer kürzlich, wie wichtig es für die politischen Diskurse ist, sich mit Zukunftsthemen auseinanderzusetzen. Nach seiner Aufzählung der Themen, die er so im Laufe der Arbeitswoche auf den Tisch bekommt und recherchiert, schlug ich ihm vor, daraus ein Format zu machen. Ich nenne das mal #KuratorFürZukunft so als Hashtag-Vorschlag – das könnte dann auch gleichzeitig der Formatname sein. Aber vielleicht habt Ihr und hast Du, lieber Manfred, viel bessere Vorschläge. So etwas kann man zur Abstimmung stellen.

Hier sind schon mal die Zukunftsthemen für diese Woche (Autor Manfred Ronzheimer):

Zukunftsreporter: Künstliche Gefährten – Wenn Pflegeroboter alte Menschen umsorgen:

Roboter sind stark, werden nie müde oder ungeduldig. Macht sie das zu guten Pflegern? Ein Zukunftsszenario – Stellen wir uns einmal vor, Pflegeroboter ziehen bei alten Menschen ein. Sie werden zu ihren Helfern im Alltag, zu Ansprechpartnern, Gefährten. Angehörige sind beruhigt, und Pflegekräfte haben wieder mehr Zeit für Zuwendung. Wirklich? Die Zukunftsreporter – ein Projekt von Carina Frey, Rainer Kurlemann und Alexander Mäder. Ihre Korrespondenten aus möglichen Welten, in denen wir leben werden oder leben wollen.

Die Vorurteile der lernenden Maschine:

Eine Veranstaltung des Futurium in Kooperation mit dem Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft: Künstliche Intelligenz (KI) wird für uns immer häufiger zum geschätzten Alltagshelfer. Mit welchen Informationen und Algorithmen die Maschinen lernen, können wir als Kund*innen, Patient*innen und Nutzer*innen bisher meist nicht sehen. Wissenschaftler*innen werfen einen kritischen Blick auf unsichtbare Vorannahmen und versteckte Wertungen in Künstlicher Intelligenz. Sie geben Beispiele und werden kreativ, um Impulse für eine wünschenswerte KI der Zukunft zu setzen, u.a. mit Beiträgen aus Designforschung, Kommunikationswissenschaft, Gender Studies, Rechtswissenschaft und Soziologie. (Bericht folgt)

WBGU-Politikpapier – Europas digitale Zukunft:

Der WBGU hat auf der Grundlage seines Hauptgutachtens zur Digitalen Zukunft am 10. Oktober Eckpunkte eines „europäischen Wegs in eine gemeinsame digitale Zukunft“ formuliert, die die Neubildung der EU-Kommission und die künftigen Programme einfliegen sollen.

EU-Nachhaltigkeitspolitik: Digitalisierung im 8. Umweltaktionsprogramm ab 2021 verankern (Pkt 1) – Digitalpolitik aktiv entsprechend der Nachhaltigkeitsziele gestalten (Pkt 2) – EU-Datenpolitik ändern: Gemeinschaftlich nutzbare Daten und digitalisierte Wissens-Güter schaffen (Pkt 3) –

Künstliche Intelligenz nachhaltigkeitsorientiert entwickeln und anwenden (Pkt 4) – Zugang zu digitalen Gemeingütern und Basisdiensten durch öffentlich-rechtliche IKT-Infrastrukturen (Pkt 5) – Responsible Research and Innovation sollte als übergreifendes Konzept europäischer Forschungs- und Innovationspolitik angewendet werden, um die Ausrichtung an Nachhaltigkeitszielen explizit zu verankern und ungewollte Auswirkungen zu vermeiden. (Pkt 6) – UN- Gipfel zu „Nachhaltigkeit im Digitalen Zeitalter“ in 2020 (Pkt 7)

Hightech Agenda Bayern soll Freistaat „in die Zukunft beamen“

Bayern will für eine große Forschungs- und Hightech-Offensive in den kommenden Jahren zwei Milliarden Euro ausgeben. Das ist doppelt so viel wie noch vor wenigen Wochen geplant war. Damit wolle man den „Forschungs-Turbo“ zünden und den Freistaat in die Zukunft „beamen“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Donnerstag in einer Regierungserklärung im Landtag. Konkret sollen mit dem Geld bis zum Jahr 2023 unter anderem 1.000 neue Professoren, 10.000 neue Studienplätze unter anderem in Informatik, ein über ganz Bayern verteiltes Netzwerk für Künstliche Intelligenz (KI) und mehrere neue Forschungsinstitute finanziert werden.

Sprunginnovator Laguna hat sein neues Büro in Leipzig bezogen

Der Ausblick hier: Office with a view #SprinD

Zukunft des Essens: Snackification – Das Ende der Mahlzeiten (wie wir sie kennen)

Breiter betrachtet sind Food-Trends die sichtbaren Phänomene für tiefer liegende Identitätsverschiebungen in der Gesellschaft. Hanni Rützler beschäftigt sich als eine der international renommiertesten Experten seit Jahren mit dem Wandel in Food & Beverage und unserer Esskultur. In unserem aktuellen Fokus analysiert die Food-Report-Autorin u. a. die Auflösung alter kulinarischer Konventionen und stellt uns die spannendsten Alternativen zur Plastikverpackung vor. Wohl bekomm’s! (Zukunftsinstitut, 11.10.)

Future Party Lab #2 – Das Innovationslabor für eine nachhaltige und klimafreundliche Clubkultur am 16. Oktober:

Gestalte zukunftsfähiges Feiern mit uns! Das Future Party Lab lädt Vertreter*innen aus Nachtleben und Nachhaltigkeit sowie interessierte Clubgänger*innen ein, gemeinsam innovative Konzepte für eine nachhaltige und klimafreundliche Clubszene zu entwickeln. In Design Thinking-Labs und Workshops entstehen konkret umsetzbare Lösungen, die Clubtopia zur Clubrealität werden lassen.

Buchvorstellung „2029 – Geschichten von morgen“

Wir wissen nicht, was uns die Zukunft bringen wird: was uns morgen beschäftigt, wie wir zusammenleben und lieben, wie Mensch und Maschine miteinander auskommen und ob uns die beste aller Welten erwartet – oder eher nicht. Wir wissen es nicht, aber neugierig sind wir schon. Gemeinsam mit dem NDR und dem SWR ist das Futurium Herausgeber des Suhrkamp-Bandes „2029 – Geschichten von morgen“. Anlässlich der Erscheinung wird das Buch 24.Okt 2019 mit einer kombinierten Live-Lesung und Ausstellungsführung vorgestellt.

TERMINHINWEIS

Eco-Kongress – Zukunftsvisionen für den Digitalstandort Deutschland:

21. November 2019 | 9:00 – 19:00 Uhr | Wolkenburg, Mauritiussteinweg 59, 50575 Köln

Vordenker und Impulsgeber aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft diskutieren Herausforderungen und Lösungen für den Digitalstandort Deutschland. Schlüsselthemen sind Zukunftsdenken für die Gesellschaft, Stadt, Land, Zukunft sowie Industrie 4.0 mit KI – Die Industrie wird smart.

Zusammenstellung: Manfred Ronzheimer

Das ist eine geniale Zusammenstellung und eine wertvolle Kuratoren-Aufgabe. Mach das weiter. Du könntest darauf ein Livestreaming-Format via Periscope machen.

Die liebewertesten Gichtlinge des Managements und ihre Selbstüberschätzung

Spöttischer Geist François Rabelais: Geistiger Vater der liebwertesten Gichtlinge!
Auf Facebook bekommt man ja regelmäßig Hinweise auf Postings, die man in den vergangenen Jahren veröffentlichte. Heute gab es einen Rückblick auf den 6. Oktober 2015. „Stichworte meiner morgigen Kolumne für The European Sabotageplan gegen das Management der Selbstüberschätzung – Über das Nichtwissen von Führungskräften – Ego-Management im Schummel-Modus – Das „allein richtige“ System – Aura der Unbesiegbarkeit als Fantasie-Produkt.“ Thematisch ist das ja nach wie vor aktuell. Die Gichtlingskolumne habe ich mit ganzer Leidenschaft geschrieben in einer Zeit, als Alexander Görlach das Debattenmagazin verantwortete und ein frischer Geist wehte. Das hat sich unter dem Herausgeber Wolfram Weimar leider geändert, so dass ich meine Kolumne „Liebwerteste Gichtlinge“ beendete. Das Alternativprojekt „Die Kolumnisten“, wo sich viele ehemalige The-European-Autoren wiederfanden, hatte mich nicht so recht überzeugt.

Eigentlich wäre es sehr schön, meine wöchentliche Gichtlingskolumne wieder aufleben zu lassen. Das funktioniert hier auf ichsagmal.com nicht so richtig. Man braucht schon ein Umfeld mit anderen Autoren. Bei den Netzpiloten, wo ich eigentlich eine neue Kolumne unter dem Titel „Das Notiz-Amt“ etablieren wollte, ist man zu einer monatlichen Erscheinungsweise gewechselt. Der Titel der Kolumne spielte dort nie eine Rolle und ist auch nirgendwo hervorgehoben worden, so dass ich irgendwann aufgehört habe, das Notiz-Amt zu erwähnen. Dabei war die Idee für die Kolumne gar nicht so schlecht.

Aber eine Sache kann ich ja hier regelmäßig machen: Frühere Veröffentlichungen aufleben lassen!

Ich fange mit der Geschichte über das Nichtwissen von Führungskräften an. Titel der Gichtlingskolumne, die am 7. Oktober 2015 publiziert wurde:

Management der Selbstüberschätzung

Wir halten an dem Glauben fest, dass Manager überlebensgroße Macher sind, die die Geschicke von Firmen und Konzernen maßgeblich lenken und leiten – aber was hat das mit der Realität zu tun?

Der Volkswagen-Skandal (so lange diskutieren wir nun schon über die Diesel-Skandal, gs) unterstreicht mit aller Deutlichkeit, wie angreifbar der industrielle Kern in Deutschland mittlerweile ist. Über die Ursachen können wir lange philosophieren. Gunter Dueck sieht die Sucht in Konzernen, Zahlen zu machen: „Angetrieben von der Leistungsgesellschaft manipulieren wir unsere Bilanz: Wir schummeln, schönen und geben an.“

Ego-Management im Schummel-Modus

Führungskräfte perfektionieren Methoden der Täuschung, sie bauen Fassaden, basteln an netten Fünfjahres-Verträgen mit horrenden Abfindungssummen, suchen Sündenböcke, wenn mal etwas schief geht, hauen andere in die Pfanne und erfinden für dieses Ego-Management nette Fantasie-Namen wie Reengineering, Shareholder Value-Management oder Scorecard-Leadership-Schnick-Schnack.

„Es beginnt das ‚Tower-Denken’ und die Burgmentalität. Die Leistungen des Ganzen werden dadurch nicht besser. Man wird wohl wieder vom verbliebenen Rest die Unterdurchschnittlichen entlassen müssen.“

Eine Todesspirale, schreibt Dueck in seinem Buch „Supramanie – Vom Pflichtmenschen zum Score-Man“. Die Bilanzskandale in einigen großen amerikanischen Firmen waren dafür das erste Leuchtfeuer einer Entwicklung, die auch vor den Toren der „weltweit führenden“ Industrie-Riesen in Deutschland nicht halt macht.

Das „allein richtige“ System

Diese Systeme leben noch mit ihrer Taylorseele, erläutert Dueck. Gemeint ist Frederick Winslow Taylor (1856 bis 1915), der das „Scientific Management” begründete, also die wissenschaftliche Betriebsführung. Der Taylorismus studiert und plant die genauen Zeit- und Arbeitsverläufe. Es wird für Arbeiten eine „allein richtige“ Bewegungsfolge gefunden. Die Einhaltung dieser allein richtigen Bewegungsfolge wurde von sogenannten Funktionsmeistern ständig kontrolliert.

Dieses Wissen um die „allein richtigen Bewegungsabläufe“ erscheint in amtlich vorgeschriebener Ziegelstein-Form („allein richtig”) in Lehrplänen, Managementkursen, Standardlehrbüchern, e-Learning-CDs. „Wissen wird in Ziegelsteine verwandelt, schön genormt. Das sind die sogenannten Lektionen, Lehreinheiten, Kursmodule. Daraus bauen die Wissensmitarbeiter Mauern für Systeme. Die Menschen müssen die vorgeformten Wissensbausteine schlucken. Sie lernen und pauken und speichern alles auf ihrer Festplatte, wo es abgerufen werden kann, um wirksam zu werden“, führt Dueck aus. So denkt das Taylorhirn. In Wahrheit wird heute aber kein Wissen mehr fertig (permanent Beta, so das Motto der Zukunft Personal im Jahr 2019).

Aura der Unbesiegbarkeit als Fantasie-Produkt

Was die Taylorianer immer schon unterschätzt haben, sind die Faktoren Zufall und Glück. Der Wirtschaftsnobelpreisträger Daniel Kahneman hat das in seinem Buch „Schnelles Denken Langsames Denken“ so trefflich geschildert. Besonders von Top-Managern wie Winterkorn wird die Rolle von Können und Geschick maßlos überbewertet (was aus den Winterkorns dieser Welt nun wird, hat man ja mitverfolgen können, gs). Sie landen in der Falle der Maßlosigkeit und der Selbstüberschätzung. So wollten die Google-Gründer nach einem Jahr ihr Unternehmen für eine Million Dollar verkaufen, aber dem potenziellen Käufer war der Preis zu hoch und der Deal platzte. Weil jede folgende Entscheidung des Suchmaschinen-Giganten mehr oder weniger positiv ausging, deutet die Geschichte auf ein beinahe makelloses Vorauswissen hin – „aber Pech hätte jeden einzelnen der erfolgreichen Schritte zunichtemachen können“, bemerkt Kahneman. Die Aura der Unbesiegbarkeit und des Heldentums im Management ist in Wahrheit ein Werk der Göttin Fortuna.

In der Rückschau neigen wir zu Scheinkorrelationen, die sich bei eingehender Betrachtung als Hirngespinst herausstellen. Die meisten Vorstandschefs beeinflussen den Erfolg ihres Unternehmens nur minimal. Das interessiert aber die Konstrukteure von Geschichten über Sieger oder Verlierer nur minimal. Das gilt vor allem für die liebwertesten Gichtlinge des Wirtschaftsjournalismus. Man könne sich nur schwer vorstellen, dass sich Menschen in Flughafenbuchhandlungen anstellen würden, um ein Buch zu kaufen, das euphorisch die Methoden von Topmanagern beschreibt, deren Leistungen im Schnitt nur geringfügig über der Zufallsrate liegen, meint Kahneman. Die Öffentlichkeit lechzt nach eindeutigen Botschaften über die bestimmenden Faktoren von Erfolg und Misserfolg im Wirtschaftsleben (und in der Politik, gs), und sie brauchen Geschichten, die ihnen Sinnzusammenhänge vermitteln, auch wenn sie noch so trügerisch oder verlogen sind. Höchste Zeit, dieses Regime der Selbstüberschätzung zu sabotieren.

Auf der “Next Economy Open” machen wir in Bonn den Anfang und entwickeln dafür den Plan B (gestartet als klassische Konferenz im Rheinischen Landesmuseum, machen wir die NEO ja mittlerweile virtuell mit Sub-Events – diesmal vom 26. bis 28. November).

#StadtfarmOB für den Klimaschutz – Die #StudioZ Interviews auf dem Altmarkt in Oberhausen

Die Zukunft der Ernährung: Wie produzieren wir künftig regional in der Stadt Gemüse und Obst? In Oberhausen wurde ein Leuchturmprojekt eröffnet, eine Stadtfarm auf dem Dach eines Jobcenters. Das Fraunhofer UMSICHT Umsicht leistet dafür die Forschungsarbeit. Das Ergebnis lässt sich sehen – und schmecken. Auf 1.000 Quadratmetern werden ganzjährig Obst und Gemüse mit Nährstofflösungen und LED-Licht angebaut – und unten auf dem Markt verkauft. Hier das Interview mit Sabine Lauxen, Beigeordnete für Umwelt, Gesundheit und Mobilität der Stadt Oberhausen:

Volkmar Keuter ist beim Fraunhofer UMSICHT in Oberhausen Abteilungsleiter für Photonik und Umwelt:

Lichtkonzepte:

Politik und urbane Landwirtschaft:

Bei welchen Lichtszenarien fühlen sich Pflanzen wohl – auch Cannabis?

Der Pflanzenflüsterer:

Bottrop als klimaneutrale Stadt:

Warum forscht man über Stadtfarmen?

Deutschlands einflussreichste Ökonomen im Social Web – besser gesagt auf Twitter – @DinaPomeranz auf dem ersten Platz

Twitter-Prosa für Fortgeschrittene

In der FAZ wird regelmäßig eine Rangliste der einflussreichsten Ökonomen veröffentlich – national und international. Darauf bin ich hier im Blog schon einige Male eingegangen.

Ob diese Auswertung handwerklich gut gemacht ist, darf bezweifelt werden. Das haben wir kurz auf Facebook diskutiert am Beispiel der Medienwirksamkeit und der Reduktion des Social Media-Scores auf Twitter. Dann könnte man in der Auflistung direkt Twitter-Score schreiben.

Aber dennoch kann man Twitter als Indikator für die Präsenz in sozialen Medien durchaus nutzen. Das hab ich bei meinen Beiträgen über Vorstände ja auch getan.

Und hier kommt die Ökonomen-Rangliste nur mit Bezug zum Twitter-Score:

Deutscher Twitter-Meisterin ist demnach Dina Pomeranz (Uni Zürich) mit einem Score von 61. Sie hat 48600 Follower, ist Twitter bereits im Juli 2009 beigetreten und hat 42900 Tweets abgesetzt. Sie schaltet sich in Debatten ein, antwortet auf Fragen und geht ausführlich auf wirtschaftswissenschaftliche Arbeiten und Veröffentlichungen ein. Sie ist ausgesprochen dialogorientiert und sachlich – das ist jedenfalls mein erster Eindruck bei der Betrachtung ihrer Twitter-Aktivitäten.

Auf den Plätzen zwei und drei folgen Claudia Kemfert (DIW Berlin) mit 58 und Marcel Fratzscher (DIW Berlin) mit 55.

Auf dem vierten Platz liegt Henrik Enderlein (Hertie School of Governance) mit einem Wert von 43.

Dann kommen Jens Südekum (DICE Düsseldorf) und Jan Schnellenbach (TU Cottbus-Senftenberg) mit einem Twitter-Score von jeweils 40.

Clemens Fuest (Ifo-Institut), Hans-Werner Sinn (LMU München) und Christian Odendahl (CER) kommen auf 34 (macht Sinn das wirklich selbst?).

Sinn ist nicht wirklich aktiv auf Twitter.

Für Sebastian Dullien (IMK) wird ein Twitter-Score von 31.

Isabel Schnabel (Uni Bonn), die ich übrigens noch nie getroffen habe auf einer netzpolitischen oder netzökonomischen Veranstaltung in Bonn, kommt auf einen Wert von 30.

So richtig diskussionsfreudig ist sie nicht:

Alle weiteren Ergebnisse, die unter dem Wert von 30 liegen, auf der FAZ-Website nachlesen.

Wie wird gerechnet:

Die Webseite Makronom nimmt für diesen Anlass eine Sonderauswertung ihres regelmäßigen Twitter-Rankings vor – bezogen auf Tweets aus zwölf Monaten und beschränkt auf die Ökonomen, die an Institutionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz arbeiten. Um berücksichtigt zu werden, musste ein Ökonom durchschnittlich mindestens fünf eigene Tweets im Quartal veröffentlicht haben. Das betraf rund 250 Personen. Vier Teilwertungen werden gleichgewichtig verrechnet: Erstens die Zahl der Follower, zweitens die Zahl der Retweets und Likes, drittens die Zahl von Likes und Retweets im Verhältnis zur Tweet- und Followerzahl, formell: (Summe Retweets und Likes) / (Anzahl Tweets ohne Antworten + Wurzel aus Zahl der Follower). Das vierte Kriterium bringt viele Punkte, wenn ein Ökonom oft von anderen Ökonomen wahrgenommen wird. Jedes Kriterium brachte bis zu 25 Verrechnungspunkte – die volle Punktzahl für den jeweils Führenden, 0 Punkte für den jeweils Letztplatzierten, für alle anderen proportional dazwischen. So waren bis zu 100 Verrechnungspunkte erreichbar.


Interview um 13:30 Uhr mit @EskenSaskia zur Kandidatur um den SPD-Vorsitz #saskianowabo – Eure Fragen?

Die Letzten könnten die Ersten sein, titelt die FAZ und meint damit die Politiker Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans in ihrem Kandidatenrennen um den SPD-Parteivorsitz – also um die Doppelspitze.

Esken und Walter-Borjans seien das bemerkenswerteste Paar im bunten Reigen der Kandidaten für den SPD-Parteivorsitz. „Sie sind zuletzt gestartet, noch dazu unter widrigen Umständen. Denn just am Tag, als sie ihre Kandidatur bekanntgaben, meldete sich auch der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert zu Wort: Er wolle nicht kandidieren. Das fand mehr Aufmerksamkeit“, so die FAZ. Und Jan Böhmermann hatte an dem Tag doch auch seine Kandidatur proklamiert. Mittlerweile hat sich das Duo in der Spitzengruppe etabliert und liegt auf gleicher Höhe mit Klara Geywitz und Olaf Scholz. „Und das, wo doch Scholz als Finanzminister, Vizekanzler und stellvertretender Parteivorsitzender als der haushohe Favorit antrat. Was macht Esken und Walter-Borjans so stark?“, fragt die FAZ.

Bieten würden die beiden eher sozialdemokratischen Mainstream: „Umbau des Steuersystems, mehr Abgaben für die Vermögenden und Spitzenverdiener. Sich nicht von der schwarzen Null strangulieren lassen. Steuerhinterziehung bekämpfen. Raus aus der großen Koalition, aber wirklich erst, wenn für die SPD dort wirklich gar nichts mehr zu holen ist. Das alles ist ein linkes Programm, aber nicht radikal“, formuliert die FAZ.

Schnell zeigte sich allerdings, dass Esken den idealen Partner gefunden hatte. „Wegen seiner Person, seines Rufs, seiner Erfahrungen, aber auch wegen seiner Herkunft. Walter-Borjans lebt in Köln. Nordrhein-Westfalen ist der mitgliederstärkste SPD-Verband. Er hat eine politische Karriere mit Auf und Ab hinter sich. Regierungssprecher unter Johannes Rau, Kämmerer in Köln, schließlich, von 2010 bis 2017, Finanzminister in Düsseldorf. Ministerpräsidentin war Hannelore Kraft. Dass er ein unvergessener Finanzminister wurde, hatte mit den Steuer-CDs zu tun“, erläutert die FAZ.

Weiterer Pluspunkt: Der Juso-Bundesvorstand sprach sich einstimmig für das Team aus. Die Haltung zur Verteilungsgerechtigkeit sähen die Jusos „als Gretchenfrage der programmatischen Erneuerung der SPD“, dafür stünden Esken und Walter-Borjans.

Als Informatikerin ist Esken gut positioniert für die digitalen Zukunftsthemen. Etwa Enquetekommission für Künstliche Intelligenz: Ihr erinnert Euch vielleicht an die Runde im Bikini Berlin.

Oder bei der Thematik Open Source in der Bundesverwaltung. Siehe den Bericht von heise.de: Analysten des Beraternetzwerks „PwC Strategy&“ stellen der Bundesverwaltung in einer vom Bundesinnenministerium in Auftrag gegebenen Studie im IT-Bereich kein gutes Zeugnis aus. Die Behörden seien auf der Software-Ebene „in allen Schichten“ von wenigen Anbietern „stark abhängig“, heißt es in der am Donnerstag veröffentlichten Untersuchung. Das gelte „besonders für Microsoft“, dessen Produkte wie Office, Windows und Windows Server „vielfach eingesetzt werden und eng miteinander verknüpft sind“. Konditionsverträge und Lizenzausgaben deuteten zudem auf brenzlige Beziehungen etwa zu Oracle oder SAP hin, wobei es sich dort aber nur um einzelne Produktsegmente handle. Die Souveränität des Staates sei gefährdet. Was macht nun Bundesinnenminister Seehofer mit dieser Erkenntnis? Was rät Saskia Esken?

Auch das haben wir ja im Bikini Berlin diskutiert:

Thema Klimapaket:

Joas Kotzsch Frag Sie doch mal, was sie von Olaf Scholz Satz auf der Pressekonferenz zum Klimapaket(chen) vom vergangenen Freitag hält?: „#FridaysforFuture hat uns alle aufgerüttelt.“ Noch vor wenigen Wochen wurde diskutiert, ob das nicht Schule schwänzen sei … jetzt wurde die Regierung aufgerüttelt? So ein Satz ist nicht nur unendlich traurig, als sei das Problem 2019 auf einmal vom Himmel gefallen, sondern es die totale Bankrotterklärung einer Politik, die immer nur auf die nächste Wahl schielt. So kann in der Tat keine Klimapolitik gemacht werden.

Thomas Reis Mich würde interessieren, ob die beiden auch überlegen, der SPD ein ganz neues Ziel zu geben, nämlich die traditionellen Arbeiter auf dem Weg in eine Postarbeitsgesellschaft zu begleiten. Es wird doch gerade zur Zeit offensichtlich, dass das alte Mantra, Wirtschftswachstum um jeden Preis zu generieren, um damit (Erwerbs-)Arbeitsplätze zu schaffen, nicht mehr oder nur noch zu unannehmbaren Kosten funktioniert.

Annette Schwindt Genau. Ist das jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, um die Themen der SPD auf ihre Aktualität zu überprüfen und sich so deutlicher von den anderen Parteien abzuheben? Wie kann man heute noch ernsthaft an Vollbeschäftigung und Wachstum festhalten?

All das werde ich um 13:30 Uhr mit Saskia Esken live besprechen via Skype.

Habt Ihr weitere Fragen?

Zur Open Source-Debatte siehe auch: „Um unsere digitale Souveränität zu gewährleisten, wollen wir Abhängigkeiten zu einzelnen IT-Anbietern verringern“ – Horst Seehofer