Die virtuelle Ausgabe von #NextAct am 25. Mai

NextAct, das Nicht-Event für die Digitalen Transformation, wird ab dem 25. Mai 2020 unter dem Titel „FromDOMtoDOME“ das fünfte Mal in Folge in Köln (und im Web) fortgesetzt.

Ab dem 25.05. geht es virtuell los.

Eröffnung, um 16 Uhr:

17 Uhr:

18 Uhr:

19 Uhr:

20 Uhr:

Von Mai bis September geht es virtuell weiter
Auch danach zünden wir ein virtuelles Feuerwerk von Event-Serien zu unseren vier Haupt-Themen: HR/New Work, CRM/Marketing, Digital und I40/IoT!

Am 26.10. real in der XPOST.
Und da erleben wir 2001 – Space Odyssey live …

Powerpoint-Rhetoriker: Jeder hat sie schon erlebt oder schlafend verpasst

Blecherne Stimmen, verkrampfte Moderation, kaum Interaktion und Referenten, die mit einer Flut von Powerpoint-Folien monoton loblabern und wehrlose Zuschauerinnen und Zuschauer in den Netzschlaf wiegen: Man nennt das Ganze auch Heizdecken verkaufen über Webinare.

Robert Weber beschreibt das auf Facebook recht hübsch: „Situation: Marketing bestellt Webinar bei Verlag, Marketing bestimmt Redner, der oft keine Lust hat, nicht im Thema ist. Der will auch keine Fragen, weil nicht tief genug im Thema, weil sowieso unmotiviert. Redakteur/Moderator bleibt also im Allgemeinen, kritische Fragen ausgeschlossen, weil ja bezahlt von der Industrie. Alle sind froh, wenn die 45 Min rum sind. Die Zuhörer auch.“

Kann ich bestätigten. Alles schon erlebt.

Und mit Powerpoint-Folien, Teleprompter-Aufsager oder vorformulierten Karteikarten oder sonstigen Hilfsmitteln geht das regelmäßig in die Grütze: Besser ist es, direkt in den Dialog zu gehen, das Tempo im Ping-Pong-Verfahren hoch zu halten, zu versuchen, im Gespräch die Goldnuggets herauszufischen.

Ansonsten läuft es halt so:

Auf Exkursionen in die Untiefen der Kongresslandschaft entdecke ich unterschiedliche Powerpoint-Rhetoriker: Jeder hat sie schon erlebt oder schlafend verpasst. Folgende Typologien fallen dabei ins Gewicht:

Der Überflieger hechelt mindestens zehn Folien pro Minute durch, weil er insgesamt 129 Folien hat. Die Psychofolter für das Publikum ist die Nummerierung der Folien mit Gesamtanzahl: 64 von 129, 65 von 129…

Der Vorleser hat deutlich weniger Folien – dafür sind sie randvoll in kleiner Schrift und mit Grafiken überladen. Weil sein Publikum nichts erkennen kann, muss er alles vorlesen: staubtrockene Zahlen und Fakten. Der geistige Phantomschmerz wirkt noch tagelang nach.

Der Schüchterne spricht sehr leise. Aber nicht zum Publikum, sondern zur Folie, zur Wand oder zu sich selbst.

Der Kommandeur hat Befehlsempfänger für Folienproduktion und Laptop-Bedienung. Der Kommandeur tritt manchmal auch als machtvoller Ignorant in Erscheinung, kennt den Inhalt der Präsentation nicht und überspielt es mit halblaut gebellten Anweisungen: „Nein, noch mal kurz zurück“ – „Jetzt nächste Folie!“.

Was habt Ihr so erlebt?

KI und Automatisierung: Schmeißt die Osborne-Frey-Studie in den Mülleimer

Automatisierung – Mehr als ein Hype? Über das Wechselspiel von Mensch und Maschine: Über dieses Thema diskutierten wir im vergangenen Jahr beim Evening Talk in Kooperation mit @piqd_de in Berlin. Mit dabei waren Mads Pankow, Axel Oppermann und IBM Automation-Expertin Heike Figge.

Über welches Ausmaß sprechen wir überhaupt, wie gravierend ist der Wandel und sind die Auswirkungen für die Arbeitnehmer? Davon ausgehend natürlich auch die Frage, wie Arbeit in Zukunft aussehen könnte? Fast die Hälfte aller Arbeitsplätze sei durch den technischen Wandel gefährdet. Wir kennen diese verkürzte Darstellung unterschiedlicher Studien, die in den vergangenen Jahren öffentlich präsentiert wurden. Etwa die viel zitierte Studie von Osborne und Frey (2013). So sollen 47 Prozent der im Jahr 2010 in den USA ausgeübten Berufe in den nächsten zehn bis 20 Jahren von der Ersetzung durch Maschinen bedroht sein. Die Forscher bewerteten 702 Berufe nach ihrer Automatisierungswahrscheinlichkeit. Osborne und Frey sprechen allerdings von den Fähigkeiten am Arbeitsplatz, die sich in Zukunft radikal ändern werden.

Wie realistisch sind die Prognosen von Osborne und Frey?

Nur wie sieht die Realität wirklich aus? Wie viele von diesen 47 Prozent aller Jobs wurden seither bereits wegautomatisiert, fragt „Die Presse“ in einem sehr interessanten Interview mit Carl Benedikt Frey. Seine Antwort:

„Nicht sehr viele. Und ich hätte das auch nicht erwartet. Das Papier, welches wir 2013 veröffentlichten, beinhaltete eine Schätzung des potenziellen Ausmaßes der Automatisierung. Wir sagten uns: Das sind jene Bereiche, in denen Computer noch sehr schwache Leistungen bringen, also in Kreativität, komplexer sozialer Interaktion, in Wahrnehmungs- und Manipulationsaufgaben. Und wir schätzen, dass 47 Prozent aller Jobs nicht sehr stark von diesen Eigenschaften geprägt sind. Weiters haben wir untersucht, wie Entscheidungen zu automatisieren, gefällt werden.“

Und ein Punkt ist noch viel wichtiger. Sein Rat an die Politik, Arbeitsmärkte fit für die neuen Technologien zu machen:

„Die wichtigste Beobachtung ist: Seit gut drei Jahrzehnten ist in fast allen Staaten die Besteuerung von Arbeit im Vergleich zu jener von Kapital stark gestiegen. Man hat die Körperschaftsteuersätze gekürzt. Allein durch die Steuerpolitik hat man also Anreize geschaffen, menschliche Arbeitskraft durch technologische Innovationen zu ersetzen. Das müsste man also als Erstes angehen“, sagt Frey. Und da liegt er goldrichtig.

Boes-Sohn-Kontroverse

Seine erste Antwort zur Automatisierung erinnert ein wenig an die Boes-Sohn-Kontroverse – so nenne ich mal die Diskussion, die ich mit Andreas Boes vom Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung geführt habe. All das, was als Szenarien für die Zukunft durch den Einsatz von KI gesagt wird, kann für die Gegenwart nicht klar benannt werden. Noch nicht einmal in Ansätzen. Auch nicht die angebliche Rückständigkeit Deutschlands in der KI-Forschung und bei der Anwendung von KI im Vergleich zu den USA und zu China.

Hört auf mit den KI-Phrasen

“Gerade weil Diskussionen über Zukunftsszenarien allzu oft ahistorisch geführt werden, rutschen sie nicht selten, ohne sich dessen bewusst zu werden, in überkommene Denkmuster hinein. Vielleicht besteht der beste Gewinn des Rückblicks auf die vielen Fehlprognosen der Vergangenheit darin, das Neue der Gegenwart schärfer ins Visier zu nehmen und sich von eingefahrenen Gewohnheiten der Zukunftsschau zu befreien. Dazu gehört auch, über technische Innovationen möglichst konkret zu reden”, fordert der Historiker Professor Joachim Radkau in seinem Opus “Geschichte der Zukunft”, erschienen im Hanser Verlag.

Überprüfen wir also die so inflationär verbreiteten Wunderthesen über die Wirkung der KI mit dem Status quo. Da kommt der eine oder andere Protagonist bei seinen Prognosen direkt ins Stottern. Das ist doch ein schöner Anlass für Führungskräfte der Unternehmenswelt, etwas konkreter über Projekte der Digitalisierung zu sprechen und sich vom Phrasenjargon zu verabschieden.

Belegschaft sieht klarer als die Führungskräfte

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterscheiden doch sowieso schon klarer Wunsch und Wirklichkeit, wie eine Studie der Bertelsmann-Stiftung belegt. Titel: Wie digital sind die Unternehmen in Deutschland? Ergebnisse einer repräsentativen Befragung unter Erwerbstätigen. Demnach nehmen rund 60 Prozent der Befragten ihr Unternehmen nicht als digital fortgeschritten wahr. 38 Prozent geben zu Protokoll, dass sie in einem „etwas digitalen“ Umfeld arbeiten. Jeder fünfte Erwerbstätige sagt, dass eigene Unternehmen kaum oder noch nicht in der digitalen Welt angekommen ist.

Generell sind die Erwerbstätigen offener gegenüber der digital bedingten Veränderung ihrer Arbeit eingestellt, als dies gemeinhin in Führungskräfte-Studien dargestellt wird. „Es sind vielmehr die Unternehmensführungen, die dieser Offenheit nicht durch entsprechende digitale Werkzeuge oder Konzepte wie mobiles Arbeiten begegnen“, so die Studienautoren der Bertelsmann-Stiftung. Wer allerdings die Digitalisierung für Automatisierungsphrasen instrumentalisiert, darf sich über Widerstände in den eigenen Reihen nicht wundern. Fazit einer Berliner Diskussionsrunde über die Studie, an der ich teilnahm: Es bedarf einer medialen Gegenöffentlichkeit jenseits der üblichen Führungskräfte-Studien, da diese die falschen Signale senden.

Erste Maßnahme: Schmeißt die Osborne-Frey-Studie in den Mülleimer.

Zweite Maßnahme: Besonders in der Corona-Krise sollten wir uns auf die Fähigkeiten und Qualitäten der Menschen besinnen und Ideenpotenziale zur Bewältigung der Weltwirtschaftskrise wecken. Oder in den Worten von Next Act-Denker Winfried Felser:

„Durch die Demokratisierung von Kompetenz und Entscheidungen sorgt man für das Heben von Potenzialen.“

Dritte Maßnahme: In der Krise sind KI-Systeme relativ nutzlos. Sie sind leer. Jetzt sind Szenarien gefragt, die von Menschen ausgedacht werden müssen. Es gibt kein Regelbuch, in das man schauen kann. Deswegen sind Disput, Debatte und Meinungsstreit wichtig, um eigentlich unentscheidbare Fragen entscheiden zu können – in Verantwortung und Freiheit.

Vierte Maßnahme: Ich vertraue nicht auf Hulli-Wulli-Rosa-Wolken-Vorhersagen: „Best-Case-Szenarien sind in Krisensituationen nicht hilfreich und erweisen sich häufig als Wunschdenken. Der Schweregrad der Rezession ist eine Funktion der Dauer des Lockdowns: Je länger die Einschränkungen andauern, desto dramatischer sind die wirtschaftlichen Auswirkungen“, so Bernhard Steimel.

Fünfte Maßnahme: Jetzt ist Wirtschaftspolitik als Staatskunst gefragt: „Ich hoffe, dass der Schock eine politische Debatte auslösen wird. Ich wünsche mir, dass diskutiert wird, wie Wirtschaftspolitik ausgerichtet werden muss, um die verschiedenen Engpässe und Problemlagen, die man in der Coronakrise beobachten kann, besser in den Griff zu kriegen. Wichtig sind da reduzierte Abhängigkeiten von globalen Lieferketten, ohne dabei in feindlichen Protektionismus zurückzufallen. Ich glaube, dass wir tatsächlich regional integrierte Produktionsnetzwerke brauchen, allein aus ökologischen Gründen. Denn auch in der Coronakrise sollten wir die Zivilisationskrise des Klimawandels nicht vergessen“, so der Industriesoziologe Florian Butollo.

Best-Case-Szenarien sind in Krisensituationen nicht hilfreich #NextTalk #EconTwitter

Stehen wir vor einer Weltwirtschaftskrise? Antworten von Professor Jörn Block als Kopf der Hidden Champion Offensive, Franz-Peter Staudt als Vertreter des BVMW und Mitinitiator der Hidden Champion-Offensive und Bernhard Steimel als Kopf von Smarter Service und Mitinitiator der Studie „Smarter Enterprise“.

#Corona und der symmetrische Schock: Wie geht es weiter mit der Wirtschaft? #NextTalk Spezial um 16 Uhr

Die doppelte Krise …Schon vor Corona war Deutschland in der Digitalisierungskrise. Jetzt fordert die Pandemie die Unternehmen zusätzlich, ihre Strategien zu überdenken. Wie gut sind Unternehmen auf diese doppelte Herausforderungen vorbereitet? Wo stehen Sie aktuell? Welche Möglichkeiten existieren noch, um die wirtschaftliche Talsohle zu überstehen, wenn Corona und der digitale Rückstau der Vergangenheit belasten? Was sind smarte Wege aus der Krise und was können wir in von Hidden Champions und deren Strategien lernen?

Wer könnte diese Frage besser beantworten als Professor Jörn Block als Kopf der Hidden Champion Offensive, Franz-Peter Staudt als Vertreter des BVMW und Mitinitiator der Hidden Champion-Offensive und Bernhard Steimel als Kopf von Smarter Service und Mitinitiator der Studie „Smarter Enterprise“:

„Best-Case-Szenarien sind in Krisensituationen nicht hilfreich und erweisen sich häufig als Wunschdenken. Der Schweregrad der Rezession ist eine Funktion der Dauer des Lockdowns: Je länger die Einschränkungen andauern, desto dramatischer sind die wirtschaftlichen Auswirkungen“, schreibt Bernhard Steimel in einem Blogbeitrag.

Und da bin ich ganz auf seiner Linie. Es macht jetzt keinen Sinn, Hulli-Wulli-Wunschdenken in die Welt zu pusten und die negativen Konjunkturindikatoren aus dem Blickfeld zu nehmen. Jetzt ist wieder Wirtschaftspolitik als Staatskunst gefragt wie nach 1945. Es sind Persönlichkeiten vonnöten wie Ludwig Erhard, die klar Impulse für die Zukunft setzen. Solche Persönlichkeiten braucht in der Wissenschaft (auch in der VWL), in der Wirtschaft und in der Politik.

„Bereits diese Einblicke zeigen, dass die Corona-Krise eine Wirkung hat, die durchaus mit dem Einschlag eines Meteoriten verglichen werden kann. Sie ist noch nicht vorbei und wird nach aktuellem Wissensstand voraussichtlich das ganze Jahr 2020 mehr oder weniger stark bestimmen. Ob langfristig wirksame, strukturelle Schäden an der Wirtschaft entstehen, hängt im Wesentlichen von zwei Aspekten ab: Erstens von den gesundheitspolitischen Maßnahmen zur Eindämmung von Covid 19, also der Länge des Lockdowns und der Ausgangsbeschränkungen. Zweitens von den wirtschaftspolitischen Interventionen, mit denen die übelsten Folgen der Corona-Krise aufgefangen werden. Beides liegt für Unternehmen außerhalb ihrer Handlungsoptionen und sorgt für dauernde Unsicherheit. Trotzdem müssen Unternehmen jetzt Entscheidungen treffen, um ihre wirtschaftliche Basis zu erhalten und sich für den ‚Wiederaufbau‘ nach der Krise zu rüsten. Eine wichtige Grundlage für diese wirtschaftlichen Entscheidungen sind Szenarien“, so Steimel.

Bei wirtschaftlichen Krisen gehen die Ökonomen von drei verschiedenen Szenarien aus. Das V-Szenario bedeutet: tiefer Einschlag, schnelle Erholung. Beim U-Szenario folgt auf die länger dauernde Wirtschaftskrise eine mehr oder weniger starke Erholung mit Erreichen des alten Niveaus. Das L-Szenario ist das negative: Die Wirtschaft erholt sich über einen langen Zeitraum nicht und bleibt auf einem sehr niedrigen Niveau. Der Wettbewerbsökonom Justus Haucap rechnet mit einem Badewannen-U.

Hier kann man die Studie „Trendbook Smarter Enterprise“ herunterladen.

Mit welchem Szenario rechnet Ihr. Diskutiert mit heute ab 16 Uhr über die Chatfunktion von Youtube oder über Periscope oder über Facebook – meine Accounts.