Kompetenzsimulation auf LinkedIn und Co. – Interesse an einem netzökonomischen Käsekuchen-Diskurs zu diesem Thema?

Hashtag-Soziologie

Der Kölner Soziologe Klaus Janowitz hat sich der Herkules-Aufgabe gewidmet, in der vernetzten Welt für etwas mehr Klarheit zu sorgen. Erinnert sei an seine Überlegungen zur Hashtag-Ökonomie als Gegenentwurf zur durchorganisierten Gesellschaft. Es geht dabei um Verbindungen von Neigungen und Interessen. Es geht um vernetzten Individualismus fernab von Reports, Indikatoren, Kennzahlen und Excel-Tabellen, die nur Ausdruck der Hilflosigkeit in einer vernetzten Welt sind. Vor Jahren widmete sich Janowitz der Einordnung des Begriffes der Digitalen Transformation. Seit Ewigkeiten wird uns dieser Begriff um die Ohren gehauen.

Dabei findet und fand Janowitz eine Menge heiße Luft, etwa im Buch der so genannten Digital-Darwinisten Karl-Heinz Land und Ralf Kreuzer:

„Mit dem Begriff digitale Transformation wird der zielgerichtete Einsatz von digitalen Technologien bezeichnet, um die eigenen Wertschöpfungsprozesse unter Einsatz von digitalen Technologien neu- oder umzugestalten.“

Zerpflückt man diesen Satz in seine Einzelteile, bleibt wenig Substanz übrig. Was heißt denn „zielgerichteter Einsatz“? Was sind eigene Wertschöpfungsprozesse?

Was bedeutet das generell für die Tautologien, die uns von Digitalen Darwinisten oder sonstigen Digitalen Evangelisten aufgetischt werden? Solche Netz-Erklärer, die die Konferenzbühnen beherrschen, stellen sich nicht einer kritischen Überprüfbarkeit ihrer Erzählungen. Wo bleibt die theoretische Fundierung im Diskurs über die Wirkungen der Digitalisierung für Wirtschaft, Gesellschaft und Staat? Das vorherrschende Geschwätz in Netz-Debatten, die sich mit Künstlicher Intelligenz, Digitaler Transformation, Content Marketing, Storytelling, Plattformen oder Industrie 4.0 beschäftigen, bestehen aus „ganzheitlicher“ Phrasendrescherei. Das gilt für die Beraterzunft und auch für die betriebswirtschaftlich und volkswirtschaftlich ausgebildeten Stichwortgebern.

Selbstkonstruierter Unsinn

Der Wissenschaftstheoretiker Hans Albert würde das Keynote-Gemurmel als selbstkonstruierten Unsinn abtun. Belastbar seien nur Aussagen, die sich anhand einer Auseinandersetzung mit der uns umgebenden realen Welt überprüfen lassen. Es dominieren aber hypothesenlose Leerformeln, die ihre empirische Gehaltlosigkeit verschleiern. Man könnte sogar von Dogmen sprechen, da uns von vielen digitalen Vordenkern absolute Gewissheiten verkauft werden, ohne auch nur in Ansätzen empirische Einsichten zu vermitteln. Man fahndet nur nach Bestätigungen der eigenen Sichtweise und schließt von Einzelphänomenen auf die Allgemeinheit. Vermeintliche Wahrheiten wurden und werden von gläubigen Anhängern ohne Überprüfung der Fehlerhaftigkeit verteidigt. Wer nicht an sie glaubt, gilt als verstockt und rückwärtsgewandt. Eine kritische Urteilsfähigkeit kann so nicht entstehen. Selbst eine noch so oft wiederholte Beobachtung der regelmäßigen Verbindungen von Dingen oder Ereignissen rechtfertigt es nicht, daraus eine logisch zwingende Schlussfolgerung auf eine Gesetzmäßigkeit zu ziehen. Und dann gibt es noch eine beträchtlich Anzahl an Kompetenz-Simulanten, die nur ihre Ahnungslosigkeit kaschieren und auf fahrende Züge aufspringen wollen. Das gilt selbst für Informatik-Professoren, die uns irgendetwas von ISDN erzählen wollten in Zeiten, wo das zum technologischen Fallobst zählte. Hinter der Fassade der Selfies und der Schonwetter-Postings steckt schlichtweg Lüge, Angeberei und Dunnbrettbohrer-Wissen. Im Autorengespräch mit Wolf Lotter habe ich das thematisiert:

Lotter spricht über die zunehmende Tendenz unserer Gesellschaft, sich auf das Einfache und Bequeme zu konzentrieren. Er kritisiert die „Fake-Industrie“, die sich aus der Bequemlichkeit heraus entwickelt hat, und fordert ein Ende dieser Entwicklung.

Lotter hebt hervor, dass es durchaus kulturelle Praktiken gibt, die auf dem Wissen und den Werken anderer aufbauen. Zur Sprache kommen Schriftsteller wie Walter Kempowski, Thomas Mann und Bertholt Brecht, die sich auf vorhandenes Wissen berufen haben, um etwas Neues zu schaffen. Diese Praxis sieht er nicht als problematisch an, solange sie dazu dient, etwas Originelles und Erhellendes zu schaffen.

Er kritisiert jedoch die Praxis des Plagiats und des Diebstahls, die in unserer Gesellschaft und insbesondere auf Plattformen wie LinkedIn weit verbreitet ist. Lotter bemängelt, dass viele Menschen vorgeben, originelle Ideen zu haben, ohne die Quellen ihrer Inspiration anzugeben.

Lotter spricht auch über die Diskrepanz zwischen dem, was Unternehmen behaupten zu wollen – Vielfalt und Originalität – und dem, was sie tatsächlich belohnen – Anpassung und Konformität.

Er argumentiert, dass diese Tendenz zur Anpassung und Konformität dazu führt, dass echte Innovationen nicht belohnt werden und dass das mittlere Management oft daran interessiert ist, den Status quo zu erhalten.

Lotter kritisiert auch die Praxis der Selbstinszenierung, die oft auf Kosten von Originalität und Authentizität geht. Er argumentiert, dass diese Praxis dazu führt, dass Menschen, die tatsächlich originell und authentisch sind, oft übersehen werden.

Soweit der Exkurs zum Autorengespräch mit Wolf Lotter über sein neues Buch „Echt“.

Die Überprüfbarkeit von Hypothesen

Jeder sollte immer kritische Widerlegungsversuche von Hypothesen anstellen, statt nur nach Bestätigungen des eigenen Gedankengebäudes zu suchen. Bei unserem netzökonomischen Käsekuchen-Diskurs wurden Ideen verhandelt, wie man den dominierenden digitalen Plattformen des Silicon Valley Paroli bieten könnte. Zur Sprache kamen Open Source-Ideen, die zu einer Dezentralisierung des Netzes taugen. Kann man sich überhaupt aus der häufig zu beobachtenden Pareto-Verteilung befreien, die in den meisten Netzwerken vorherrscht? 20 Prozent derer, die Einkommen haben, zahlen 80 Prozent der Einkommenssteuer; 20 Prozent der Produkte eines Supermarktes machen 80 Prozent des Umsatzes aus; 20 Prozent der Wissenschaftler bekommen 80 Prozent der Zitate ab; 20 Prozent der Wissenschaftler schreiben 80 Prozent der wissenschaftlichen Texte. Selbst für Wikipedia gilt: 20 Prozent der Autoren liefern 80 Prozent der Beiträge. Wie kommt man aus diesen Machtstrukturen raus?

Raiffeisen für die Netzökonomie

Letztlich plädierte die netzökonomische Fachrunde für einen stärkeren Schulterschluss, den vor allem kleine und mittelständische Unternehmen leisten müssen. Etwa über die Raiffeisen-Idee, die im 19. Jahrhundert begründet wurde: Solche Genossenschaften seien Netzwerke, die helfen, wenn eine Branche im Wandel und im Wachsen ist, erläutert die Volkswirtin Theresia Theurl von der Uni Münster gegenüber der Wirtschaftswoche:

„Bist Du nicht groß oder besonders stark, musst du besonders schlau sein. Man kann sich Größe auch organisieren, ohne sich abhängig zu machen.“

Um das Problem der schlechten Bonität zu lösen, setzte der Sozialreformer Friedrich Wilhelm Raiffeisen auf das Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“. Man könnte es auch nach dem Motto der „Vier Musketiere“ formulieren: „Einer für alle, alle für einen“.

Eine Gruppe Kreditbedürftiger schließt sich zusammen und stattet ihre Genossenschaften mit Haftungskapital aus. Für den Einzelnen ist die Einlage bezahlbar, doch unter dem Strich kommt ein ordentliches Kapitalpolster zusammen. Dadurch entsteht eine privat finanzierte Bank, die Geld an ihre Mitglieder verleihen kann, ohne bei Ausfällen einzelner Schuldner pleitezugehen.

Gleiches gilt für die Digitalisierung der Wirtschaft, etwa bei Investitionen in 3D-Drucker, beim Einkauf, bei der Vermarktung über Plattformen und beim Wissenstransfer. Bringt die Raiffeisen-Idee nun Impulse für die Netzökonomie in Deutschland? Bislang nicht. Wir sollten mal wieder einen netzökonomischen Käsekuchen-Diskurs auf die Beine stellen. Anfang Juni auf unserer Terrasse in Bonn-Duisdorf. Ich backe auch den Käsekuchen.

Betriebliche Altersvorsorge: „Wow, was war das für eine fantastische Messe!“ – Rückmeldungen zur Zukunft Personal #ZPSued

Das braucht man eigentlich gar nicht weiter zu kommentieren. Tolle Rückmeldung von Penzilla auf LinkedIn:

„Wow, was war das für eine fantastische Messe! Die Zukunft Personal Süd hat bei uns einen solchen Eindruck hinterlassen, dass wir auch 3 Wochen nach der Messe noch von den Erlebnissen schwärmen.

📊 Um es in Zahlen auszudrücken: Unsere 6 Kollegen haben an 2 Tagen mehr als 400 Gespräche geführt. Dabei haben wir mindestens 99 Stunden gestanden und über 35 Kilogramm Hitschies verteilt. Wie viel Kilokalorien das waren, haben wir mal lieber nicht ausgerechnet – Fastenzeit und so. 😉 Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an hitschler International GmbH & Co. KG für den Support!

🤝🏻 Aber nicht nur die Gäste am Stand waren top, auch die Aussteller-Community ist eine ganz herzliche. Es fällt schwer, einzelne Aussteller herauszupicken. Besonders bedanken wollen wir uns aber bei den Kollegen von Circula, die verlässlich unseren Koffeinspiegel hochgehalten haben, und die Standnachbarn von Mozaik: Corporate Video Platform, die mit Christoph spontan ein kurzes Promovideo gedreht haben.

📹 Apropos Video: Chris war auch zu Gast im Messe-Channel der ZP Süd und hat mit Moderator Gunnar Sohn über die Bedeutung der betrieblichen Altersvorsorge gesprochen, über die Herausforderungen, die Unternehmen bei der Verbreitung dieses wertvollen Benefits noch immer haben, und wie man diese lösen kann. 13 Minuten, die sich lohnen.


🎙️ Gepodcastet wurde aber auch. Lauscht Chris’ Stimme in der neusten Folge von „Attraktive Arbeitgeber“ von Smaro Sideri. Den Podcast gibt es u.a. auf Spotify und bei Apple Podcasts.

💡 Und an die Kurzentschlossenen: Wer unseren Vortrag auf der ZP Süd verpasst hat, hat die Gelegenheit, in unserem heutigen Webinar mehr über die betriebliche Altersvorsorge als Hebel für Wertschöpfung und Engagement im Unternehmen zu erfahren.

Wer die Zukunft Personal erleben möchte, sollte sich für die #ZPNord anmelden am 23. und 24. April in Hamburg. Man hört, sieht und streamt sich wieder in der Hansestadt.

Siehe auch:

Ruf nach echter Innovation und Selbständigkeit: Autorengespräch mit @WolfLotter zu seinem neuen Buch „Echt – Der Wert der Einzigartigkeit in einer Welt der Kopien“

Willkommen zu einer neuen Folge von Sohn@Sohn Adhoc! Ein Buch von Wolf Lotter mit dem Titel „Echt: Der Wert der Einzigartigkeit in einer Welt der Kopien“ steht im Fokus. Dieses Werk stellt eine interessante Gegenposition zu Dirk von Gehlens „Lob der Kopie“ dar. Lotter betont nicht den Gegensatz zu Gehlen, sondern vielmehr die repetitive Natur unserer Interaktionen in sozialen Medien und die mangelnde Innovation und Transformation. Er kritisiert den Umgang mit Fake News und plädiert dafür, Originalität wieder in den Mittelpunkt von Wirtschaft und Gesellschaft zu rücken.

Lotter reflektiert über die Bedeutung von Innovation und Transformation in einer Wissensökonomie. Er beklagt, dass Deutschland zu stark in einer Kultur des Kopierens und Konsums verharrt und neue Ideen vernachlässigt. Er erinnert an die historische Entwicklung von „Made in Germany“ als Reaktion auf kopierende Praktiken und plädiert für eine ähnliche Wende in der Gegenwart.

Die Diskussion über China als verlängerte Werkbank und die Notwendigkeit einer Reindustrialisierung führt zu der Erkenntnis, dass China sich von der Massenproduktion zur Qualitäts- und Wissensproduktion entwickelt. Lotter betont die Einsichtsprobleme in der deutschen Wirtschaft und die Notwendigkeit, Innovation und individuelle Lösungen zu fördern.

Die amerikanische Reaktion auf den chinesischen Aufstieg wird kritisch betrachtet, wobei Protektionismus und Investitionen in nachhaltige Innovationen diskutiert werden. Lotter plädiert für eine konkurrenzfähige Industrie und eine Förderung von Mittelständlern und Solo-Selbständigen.

Die Rolle der Politik in der Wirtschaftspolitik wird hinterfragt, mit dem Appell an Politiker, sich stärker mit den Bedürfnissen und Herausforderungen kleinerer Unternehmen auseinanderzusetzen. Lotter kritisiert die Verbreitung von „Fake News“ in Bezug auf die Bedeutung der Industrie für den Wohlstand und plädiert für eine Neuausrichtung der Wirtschaftspolitik auf Innovation und Wissensproduktion.

Lotter fordert eine kritische Auseinandersetzung mit etablierten Strukturen und eine Neuausrichtung auf Innovation, Individualität und regionale Stärken. Er betont die Bedeutung von Handwerk und Problemlösungskompetenz sowie die Förderung von Mittelständlern als Schlüssel für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung.

In einer Welt voller Oberflächlichkeit und Scheinheiligkeit, in der Authentizität oft nur eine Fassade ist, stellt sich die Frage: Wie echt sind wir wirklich? Die Suche nach Echtheit und Wahrheit durchdringt alle Bereiche unseres Lebens, sei es in der Umwelt, der Ernährung, der Politik oder der Wirtschaft.

Das inflationäre Gerede über die ökologische Wende und der gleichzeitige Trend zum XXL-Verbrauch bei Einwegverpackungen verdeutlichen, wie oberflächlich unsere Bemühungen um Nachhaltigkeit oft sind. Bio-Siegel und Nachhaltigkeitslabels werden als Marketinginstrumente genutzt, um Produkte besser zu verkaufen, ohne tatsächlich substantielle Veränderungen zu bewirken.

Es ist einfacher, durch Schlagwörter und oberflächliche Gesten ein gutes Gewissen zu erlangen, als tatsächlich Verantwortung zu übernehmen. Doch echte Veränderung erfordert mehr als nur Lippenbekenntnisse und oberflächliche Maßnahmen.

Es ist an der Zeit, die Realität anzuerkennen und sich der Selbstverantwortung zu stellen. Wir müssen uns bewusst werden, dass wir nicht nur Konsumenten sind, sondern gestaltende Bürgerinnen und Bürger, die aktiv Veränderungen herbeiführen können. Es geht darum, die Fassaden zu durchbrechen und die Wahrheit hinter den Inszenierungen zu erkennen.

Die Sehnsucht nach Authentizität und Echtheit erstreckt sich auch auf andere Bereiche, wie die Medienlandschaft und die Wirtschaft. Doch allzu oft werden Originalität und Wahrhaftigkeit durch Opportunismus und Oberflächlichkeit ersetzt. Die Belohnung liegt nicht in echter Innovation, sondern in der Behauptung von Kompetenz und Anpassungsfähigkeit.

Lotter kritisiert die mangelnde Selbstverantwortung in der Gesellschaft, insbesondere im Management großer Unternehmen, die staatliche Hilfe in Anspruch nehmen, obwohl sie profitabel sind. Er unterstreicht die Notwendigkeit, echte Unternehmer und Unternehmerinnen zu unterstützen, die bereit sind, Risiken einzugehen und Probleme aktiv zu lösen.

Die aktuelle politische Landschaft wird ebenfalls kritisch betrachtet. Lotter bemängelt die Inkompetenz vieler politischer Akteure und fordert eine intensivere Debatte über die Qualifikationen und Kompetenzen in der öffentlichen Verwaltung. Er warnt davor, dass die Politik zu oft auf Bürokratie und Klientelpolitik setzt, anstatt echte Veränderungen voranzutreiben.

Lotter plädiert für mehr Selbstständigkeit und Selbstbestimmung in der Gesellschaft und fordert eine Abkehr von reaktionären und fortschrittsfeindlichen Strukturen.

ESG-Regulierung bringt eine neue Ernsthaftigkeit in die Nachhaltigkeitsdiskussion #ZukunftstagMittelstand #SchubkraftTV #GreenMonday – Man hört, sieht und streamt sich am 27. Mai in Düsseldorf

Auf dem Zukunftstag Mittelstand des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) in Berlin geht es im Schubkraft-TV-Gespräch mit Geschäftsführerin Heike Adam um die ESG-Regulierung. Was bedeutet das für mittelständische Unternehmen?

Große Unternehmen, darunter DAX-Unternehmen, stehen vor einer Herausforderung: Sie müssen dieses Jahr 1178 Berichtspunkte zu Nachhaltigkeit erfüllen. Nächstes Jahr sind Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern dran. Das betrifft 16.000 Unternehmen in Deutschland. Und danach sind die kleineren Unternehmen an der Reihe.

Die Berichterstattung ist so konzipiert, dass sie durch die gesamte Lieferkette fließt. Wenn Betriebe Teil dieser Kette sind, stellt sich die Frage der ESG-Berichterstattung auch für kleinere Organisationseinheiten. Es geht dabei nicht nur um Bürokratie, sondern auch um Transparenz für Stakeholder. Unternehmen müssen Ziele für 2030 formulieren und Druck auf ihre Lieferanten ausüben, um diese Ziele zu erreichen.

Es gibt auch Risiken. Unternehmen könnten Lieferantenbeziehungen abbrechen, um nicht für Verstöße gegen Menschenrechte oder Umweltstandards verantwortlich gemacht zu werden. Oder sie könnten ihre Ziele nicht erreichen und als Greenwasher bezeichnet werden.

Banken und Finanzinstitute spielen auch eine Rolle. Sie könnten Unternehmen, die nicht auf ihrer Positivliste stehen, schlechtere Konditionen anbieten. Unternehmen müssen also nicht nur die Bürokratie bewältigen, sondern auch Verantwortung zeigen.

Die Zeit der Marketingbroschüren ist vorbei. Unternehmen müssen ihre Nachhaltigkeitsbemühungen durch externe Prüfer bestätigen lassen. Aber es gibt auch eine positive Seite: Wenn Unternehmen ihre Daten erheben, können sie Verbesserungen vornehmen.

Die Regulierung bringt eine neue Ernsthaftigkeit in die Nachhaltigkeitsdiskussion. Unternehmen müssen sich mit dem Thema auseinandersetzen und vielleicht auch neue Netzwerke bilden. Druck erzeugt Bewegung, und das kann zu Innovationen führen.

Wer das Thema vertiefen möchte, der sollte sich Montag, den 27. Mai freihalten für den dritten Green Monday in Düsseldorf mit Networking und Breakout Sessions. Den Anfang macht Katrin Kroese-Discher*. Als Nachhaltigkeitsmanagerin bei Trilux kennt sie die praktischen Herausforderungen bei der Umsetzung der verschiedenen ESG-Regelungen. Sie wird uns Einblicke in ihre Arbeit geben und dabei auch den Finger in die Wunde legen. Mit Wilhelm Mauß, Geschäftsführer von Lorenz und Karl Trautmann, Geschäftsführender Direktor bei ElectronicPartner  haben wir zwei Vordenker, die über ihre Erfahrungen mit der doppelten Transformation von Nachhaltigkeit und Digitalisierung berichten.

17:30 UhrCheck-in
18:00 UhrBegrüßung, Speed Dating
Nicole Dorazil, Innovation Evangelist
Stephan Grabmeier, Future Designer, Synergie Zukunft
18:20 UhrImpulsEU-Taxonomie, das scharfe Schwert der Regulierung
Katrin Kroese-Discher, Director of Sustainibility, Trilux*
18:40 UhrEinführung in die Breakout Sessions Bernhard Steimel im Gespräch mit Wilhelm Mauss und Karl Trautmann
18:50 UhrBreakout-Sessions „Runde 1“
Radikaler Wandel für die Zukunftsfähigkeit
Wilhelm MaussCEO, Lorenz
Go Green, praktische Herausforderungen bei der Umsetzung Karl Trautmann, Geschäftsführender Direktor, ElectronicPartner
19:20 UhrBreakout-Sessions „Runde 2“ Gleiche Referenten – Teilnehmer wechseln die Gruppe
19:50 UhrSynthese im Plenum
Stephan Grabmeier, Future Designer, Synergie Zukunft
20:00 UhrDemo-Night für digitale Nachhaltigkeitslösungen
aus dem Telekom Nachhaltigkeitsmanager Ecosystem
Interviews in Kooperation mit Gunnar Sohn von Schubkraft-TV

*  angefragt

Veranstaltungsort

  • K67TechHub 
  • Kasernenstr. 67
  • 40213 Düsseldorf
  • WICHTIG: Der Link zur Teilnehmer-Anmeldung kommt in den nächsten Tagen!

Selbstoptimierung versus Gesundheit: Die Grenzen des Trackings – Zukunft Personal Hamburg #ZPNord

Gesundheitsförderung und Mitarbeiterbindung in Medizin und Pflege – ein Thema, das uns alle betrifft. Nathalie Vivien Petersen, Marcell Jansen und Fritjof Nelting diskutieren auf der Zukunft Personal Nord über Prävention als Schlüssel zur Gesundheit und Mitarbeiterbindung.

Petersen spricht über den Trend zur Selbstoptimierung. Sie bezeichnet es als „Wahn“, dass Menschen sich freiwillig unter Druck setzen und ständig ihre Gesundheitsdaten tracken. Sie warnt vor der Gefahr, sich selbst krank zu recherchieren und betont, dass viele ihrer Patienten durch diese Selbstoptimierung zu Patienten geworden sind.

Der frühere Fußball-Profi stimmt zu. Er erzählt von ambitionierten Unternehmerinnen und Unternehmern, die neben ihrer Karriere auch im Sport die Besten sein wollen. Er betont, dass Sport Spaß machen sollte und nicht zu weiterem Druck führen darf.

Nelting, Geschäftsführer einer Klinik, bringt ein Beispiel aus seiner Praxis. Viele Patienten haben Angst vor hohem Blutdruck und lassen diesen ständig messen. Er erläuert, dass diese ständige Kontrolle und Erwartungshaltung den Druck nur erhöht und zu Hypochondrie führen kann.

Alle drei sind sich einig, dass die ständige Selbstüberwachung und Selbstoptimierung mehr Schaden als Nutzen bringt. Sie betonen, dass es wichtig ist, den Druck zu reduzieren und realistische Ziele zu setzen. Sie sehen auch die Arbeitgeber in der Pflicht, ihren Mitarbeitern fundierte Informationen zur Verfügung zu stellen und nicht auf „Dr. Google“ zu verlassen.

Die Diskussion endet mit dem Appell, mehr in die Mitarbeiter zu investieren und weniger in Tracking-Geräte. Es sei wichtig, positive Erfahrungen zu schaffen und als Team zusammenzuwachsen. Solche spannenden Diskussionsrunden erwarten uns wieder auf der Zukunft Personal Nord am 23. und 24. April.

Man hört, sieht und streamt sich in Hamburg.

Von der klassischen Abfallwirtschaft zur zirkulären Ökonomie – Gespräch mit @DirkMessner vom Umweltbundesamt

white wind turbines on gray sand near body of water

Von der Abfallentsorgung zur Ressourcenwirtschaft: Die zirkuläre Revolution – Livetalk mit dem UBA-Präsidenten @DirkMessner

Die Kreislaufwirtschaft steht im Zentrum einer der dringlichsten Debatten um Nachhaltigkeit und Umweltschutz in Deutschland und Europa. Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes, hebt im Sohn@Sohn-Adhoc-Interview die mangelnde Effizienz der aktuellen Systeme hervor: Trotz Jahrzehnte langer Bemühungen liegt die Kreislaufwirtschaftsquote in Deutschland bei bescheidenen 13 Prozent, sogar über dem europäischen Durchschnitt. Eine Zahl, die nachdenklich stimmt und dringenden Handlungsbedarf signalisiert.

Das Gespräch zeichnet ein Bild von den Herausforderungen und Chancen, die die zirkuläre Ökonomie für die Gesellschaft bereithält. Reflexionen über die Entwicklungen der letzten vier Jahrzehnte, beginnend mit der Gründung der ersten Umweltabteilung unter dem Innenminister Hans-Dietrich Genscher, über die Einführung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes in der Amtszeit von Bundesumweltminister Klaus Töpfer bis hin zu den heutigen Bemühungen, verdeutlichen, wie sehr der Fokus bisher auf End-of-Pipe-Lösungen lag. Die Notwendigkeit, den Blickwinkel zu erweitern und eine umfassende Strategie zu entwickeln, die den gesamten Lebenszyklus von Produkten und Materialien betrachtet, wird deutlich.

Im Zentrum der Diskussion stehen die sogenannten „dicken Fische“ – jene Bereiche, die den größten Anteil am Ressourcenverbrauch haben. Besonders im Bauwesen, einem Sektor, der für die Hälfte des Ressourcenverbrauchs und Abfallaufkommens verantwortlich ist, liegen enorme Potenziale für die Kreislaufwirtschaft. Die Förderung von Recycling by Design und die Vermeidung von Verbundstoffen könnten wesentlich dazu beitragen, die Zirkularitätsrate zu steigern.

Darüber hinaus betont Messner die Bedeutung von Innovationen und neuen Technologien wie digitalen Wasserzeichen und digitalen Pässen, die es ermöglichen, Materialflüsse präziser zu verfolgen und Recyclingprozesse effizienter zu gestalten. Die Rolle der Digitalisierung und künstlichen Intelligenz als Treiber für eine nachhaltige Entwicklung wird hervorgehoben.

Die Diskussion weist auf die Bedeutung eines integrativen Ansatzes hin, der die Ziele des European Green Deals berücksichtigt. Die zirkuläre Ökonomie muss als Teil einer größeren Agenda für Klimaneutralität, den Schutz der Ökosysteme und Zero Pollution verstanden werden. Nur durch die Zusammenarbeit verschiedener Sektoren und die Umsetzung gemeinsamer Strategien kann eine nachhaltige Zukunft gesichert werden.

Die Erkenntnisse aus dem Gespräch mit Dirk Messner unterstreichen die Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels: weg von einer linearen Abfallwirtschaft hin zu einer zirkulären Ökonomie, die nicht nur ökologisch nachhaltig ist, sondern auch wirtschaftliche und soziale Vorteile bietet. Die Überwindung bestehender Herausforderungen erfordert Mut, Kreativität und die Bereitschaft, bestehende Systeme grundlegend zu überdenken. Der Weg ist lang und die Zeit drängt, doch die Diskussion zeigt, dass das Bewusstsein und die Bereitschaft zum Wandel wachsen.

Auf Facebook gibt es das Gespräch auch.

Übrigens: 10 Jahre Techniktagebuch – Ein Grund zum Feiern.

WIE SOCIAL COMMERCE DEN ONLINEHANDEL BEFEUERT

Glasfaser & Co.: Die Schlüssel für effektives Homeoffice und Hybrid-Arbeit #ZukunftagMittelstand #SchubkraftTV #DetlevArtelt

Live aus Berlin, vom Zukunftstag des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft, spricht Detlev Artelt, ein Experte für Kommunikationsarchitektur, über die Zukunft der Arbeit.

Artelt ist überzeugt, dass die Rückkehr zur Präsenzarbeit und die Abschaffung des Homeoffice ein falsches Signal sind. Arbeit wird zunehmend hybrid, an verschiedenen Orten und mit verschiedenen Mitteln. Die Pandemie hat uns gelehrt, wie man mit Videokonferenzen umgeht, aber das ist nur der Anfang.

Artelt gibt Tipps, wie man die dezentrale Arbeit besser organisieren kann. Der erste Schritt ist die Digitalisierung der Prozesse. Anstatt Dateien zu versenden, empfiehlt er, Links zu teilen und gemeinsam an Dokumenten zu arbeiten. Dies fördert die Zusammenarbeit und beschleunigt die Arbeit.

Artelt spricht auch über die technischen Voraussetzungen für dezentrales Arbeiten. Ein schneller Internetanschluss ist unerlässlich. Er lobt den Ausbau des Glasfasernetzes in Deutschland, betont aber, dass noch viel getan werden muss.

Artelt sieht auch Vorteile in der dezentralen Arbeit. Sie ermöglicht es den Menschen, in ländlichen Gebieten zu leben und zu arbeiten, und reduziert die Pendlerbewegungen, was zu einer erheblichen Reduzierung der CO2-Emissionen führt.

Er spricht über die Herausforderungen, die mit der dezentralen Arbeit verbunden sind. Unternehmen müssen Vertrauen in ihre Mitarbeiter haben und die Arbeit anhand der Ergebnisse bewerten, nicht anhand der Arbeitszeit.

Artelt hat Erfahrung mit Fördermitteln und empfiehlt, sich bei der Beantragung von Experten helfen zu lassen. Er ist optimistisch, dass die Erfolgsquote bei der Beantragung von Fördermitteln hoch ist, wenn man die richtige Unterstützung hat.

Corporate Influencer: Ein Barcamp kann ein Anfang sein und die Zukunft Personal #ZPNord

Die drei Take Aways von Claudia Heck aus dem Autorengespräch mit Winfried Ebner und Pawel Dillinger, moderiert von Gunnar Sohn:

1️⃣ Managementunterstützung
Wenn man sich sicher sein kann, dass das Management hinter einem steht, lassen sich die Schneisen für ein Corporate Influencer Programm leichter schlagen – sei es anfangs auch noch so klein. Dafür braucht es mitunter eine andere Kultur. Oder man macht einfach mal und entschuldigt sich später 🤭

2️⃣ Raum schaffen, um die Schere im Kopf zu überwinden
Für Corporate Influencer oder solche, die es werden wollen, sollte man geeignete Möglichkeiten schaffen, die es einfach machen, über sich, seine Passion, seine Firma zu sprechen. Leichter als Schreiben, womit sich viele schwertun, können zum Beispiel Audioformate wie (interne) Podcasts sein.

3️⃣ Ein Barcamp kann ein Anfang sein
… um intrinsisch motivierte Kolleginnen und Kollegen anzuziehen, die Lust auf eine Botschafterrolle haben. Generell sollte man als Verantwortlicher für Botschafterprogramme weniger planen und immer wieder fragen: Was braucht ihr von uns? Und dann schauen, wie und womit man diesen Bedarf unterstützen kann.

Die EU-Kommission merkt an, dass es nicht möglich sei, sich aus einem wachsenden Abfallstrom „herauszurecyceln“

Kippen-Müll-Blumen-Kombi

Werden wir eine Mehrweg-Ökonomie in Europa. Und damit sind nicht nur Getränke gemeint. Die Europäische Kommission hat Ende 2022 einen Vorschlag zur Weiterentwicklung des EU-Verpackungsrechts vorgelegt. Es soll die bisherige Richtlinie über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWD) durch eine Verordnung ersetzen, um eine einheitliche Umsetzung zu erreichen und den Binnenmarkt zu stärken. Die EU-Kommission verfolgt drei Ziele: die Vermeidung von Verpackungsabfall, den Aufbau hochwertiger Recyclingkreisläufe und die Schaffung eines gut funktionierenden Marktes für Sekundärrohstoffe durch Mindest-Rezyklatanteile für bestimmte Kunststoffverpackungen. Mit dieser Initiative sollen drei miteinander verknüpfte Problemgruppen angegangen werden: das wachsende Aufkommen von Verpackungsabfällen in Verbindung mit einer Zunahme von Einwegverpackungen, einem hohen Anteil an vermeidbaren Verpackungen und einem größeren Anteil von Kunststoffen am Verpackungsmix. Hindernisse für die Kreislauffähigkeit von Verpackungen, insbesondere die zunehmende Verwendung von Verpackungsdesign-Merkmalen, die das Recycling behindern, und die verwirrende Kennzeichnung von Verpackungen für die Sortierung durch den Verbraucher. Außerdem verhindern fragmentierte Märkte eine kosteneffiziente Abfallbewirtschaftung in einem Binnenmarkt. Das Downcycling und die geringe Verwendung von recycelten Inhalten in Verpackungen, was die Fähigkeit der EU einschränkt, die Verwendung von Neumaterialien in neuen Verpackungen zu reduzieren.

Der Entwurf fordert eine Reduzierung der jährlichen Pro-Kopf-Menge an Verpackungsabfall um fünf Prozent bis 2030, um zehn Prozent bis 2035 und 15 Prozent bis 2040. Die Vergleichsbasis ist dabei das Jahr 2018. Diese Zielsetzungen seien notwendig, so die EU-Kommission, weil in den vergangenen Jahren die Menge an Verpackungsabfällen stärker gewachsen ist als das Recycling. Das Aufkommen hat den Angaben der Kommission zufolge in den vergangenen zehn Jahren um mehr als 20 Prozent zugenommen und erreichte 2020 in den 27 EU-Staaten 79,3 Mio Tonnen, was einer Durchschnittsmenge von 177 kg pro Person entsprach. Bis 2030 wird ein Anstieg um weitere 19 Prozent erwartet, falls keine Maßnahmen ergriffen werden. Für Plastik wird sogar ein Zuwachs von 43 Prozent prognostiziert.
Die EU-Kommission merkt an, dass es nicht möglich sei, sich aus einem wachsendem Abfallstrom „herauszurecyceln“.

Damit die Vermeidungsziele erreicht werden können, setzt der Verordnungsvorschlag auf die Nachfüllung von Behältern und auf verbindliche Quoten für die Nutzung von Mehrwegverpackungen in bestimmten Anwendungsbereichen. Hat in der Gastro-Branche in Deutschland ja hervorragend geklappt – nicht.

Der EU-Vorschlag sieht zudem eine Pfandpflicht für die Mitgliedstaaten zur Schaffung von Pfandsystemen für Einweg-Getränkeverpackungen ab Jahresbeginn 2029 vor. Betroffen sind Plastikflaschen und Metallbehälter mit einem Fassungsvermögen von jeweils bis zu drei Litern. Die
Pfandpflicht gilt nicht für Wein, aromatisierte Weinprodukte, Spirituosen sowie Milch und Milchprodukte. Der Vorschlag fordert außerdem von den Mitgliedstaaten, sich zu „bemühen“, für Einweg-Glasflaschen, Getränkekartons und für wiederverwendbare Verpackungen Pfand- und Rücknahmesysteme einzuführen. Sie sollen außerdem sicherstellen, dass für Endverbraucher die Rückgabe von Mehrwegverpackungen ebenso bequem ist wie die von gleichartigen bepfandeten Einwegverpackungen. In Deutschland hat das Pflichtpfand für Einweg zu einer Abschwächung der Mehrwegquote auf unter
50 Prozent beigetragen. Der Handel stellt Rücknahmeautomaten auf und mehr nicht.

Und was ist los beim Plastikrecycling. Da soll wieder irgendetwas mit dem chemischen Recycling passieren ( Kritisiert wird bei solchen Verfahren der hohe Energieverbrauch. Zudem schwinde der Druck, sortenreine Verwertungsketten aufzubauen. Plastics Europe und die mit der Studie beauftragte Beratungsgesellschaft Deloitte betonen dagegen die Bedeutung des chemischen Recyclings auf dem Weg hin zur einer höheren Wiederverwertungsquote. 

Existierten Gelbe Tonnen, Plastik und Verbundverpackungen eigentlich schon im 19. Jahrhundert oder wie kam Friedrich Nietzsche zu der Ansicht, dass alles, was ist oder sein wird, schon einmal war? Die ewige Wiederkunft des Gleichen verfolgt Handel, Industrie und Entsorger schon seit seiner Geburt vor über 30 Jahren.

So verzehren sich die Schöpfer des Recycling über Gebühren-Preller, Trittbrettfahrer, Betrugsmodelle, Trickser und Fälscher. Ein jährlich ablaufendes Ritual der Eingeweihten. Der überschaubare Kreis von Tonnen-Philosophen ergeht sich mit Inbrunst in der Rezeption von Lizenzentgelten, Mengenströmen, Leichtverpackungen, Zertifikaten, Vollständigkeitserklärungen, Novellen der Verpackungsverordnung bis zum Verpackungsgesetz, Eigenrücknahmen, Branchenlösungen, haushaltsnahe Entsorgungssysteme (profan gesprochen: in der Regel Gelbe Säcke und Tonnen), Anfallstellen, Selbstentsorger, Gemeinsame Stelle, Vollzugsbehörden, Transportverpackungen, Umverpackungen, materialgleiche Nichtverpackungen, Wertstoff-Tonnen, rohstoffliche und werkstoffliche Verwertung, Reduktion in Hochöfen und Müllexporte (pardon: Wertstoffexporte) nach Asien, Bulgarien oder einfach das Meer.

Im Livetalk mit dem UBA-Präsidenten Dirk Messner geht es zum die zirkuläre Ökonomie. Bislang nur eine Illusion – also die Kreislaufwirtschaft.