So lief der gestrige Netzökonomie-Campus mit der D2030-Initiative (Bericht folgt).
Skizzen aus dem Maschinenraum der Gegenwart. Was dieses Land beschäftigt?
Was will die Initiative D2030?
Warum es sich lohnt im Voraus nachzudenken?
D2030-Szenarien als Diskursangebot.
Zukunft braucht Teilhabe, Perspektiven und Diskurse.
Ausblick auf den Online-Dialog und die Zukunftskonferenz am 6. und 7. Juli in Berlin.
Teilnehmer:
Dr. Kerstin Cuhls, Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung ISI, D2030 Fachbeirat
Beate Schulz-Montag, D2030 gUG
Klaus Burmeister, D2030 gUG
Dr. Alexander Fink, ScMI AG, D2030-Szenarioteam
Prof. Dr. Dirk Helbing, ETH Zürich, D2030 Fachbeirat
Klaus Janowitz, Soziologe
Moderation: Gunnar Sohn
Hier wird am Donnerstag der netzökonomische Käsekuchen-Diskurs übertragen (also auf YouTube – zum Mitdiskutieren die Chatfunktion benutzen oder Hashtags #D2030 #NEO17x):
Auf zur re:publica nach Berlin vom 8. bis 10. Mai 🙂
Hier nun das komplette Programm in Halle 8 in der Watson Work Lounge von IBM auf der re:publica.
Die Roundtable werde ich über Hangout on Air live übertragen (auf YouTube schon vorgeplant) und die Workshops sowie die Einzelinterviews im Format „Auf einen Cappucino“ mit dem Programm Ecamm Live via Facebook.
Workshops/Roundtable in der Watson Work Lounge, Montag, 8. Mai 2017
Moderation: Gunnar Sohn, Wirtschaftsblogger
Alles bleibt, wie es ist, nur mit Internetanschluss? Die immer noch vorherrschende Fabriklogik zieht mit digitalen Mitteln auch in die Büroarbeit ein, berichtet brandeins in der März-Ausgabe und bezieht sich auf eine Studie des Soziologen Andreas Boes: „Die Arbeit im Büro ähnele immer mehr der Arbeit in der Fabrik: Kleine, standardisierte Arbeitsschritte würden unter Zeitdruck wie an einem ‚digitalen Fließband‘ am Computer abgearbeitet und von Software protokolliert.“ Wie kann man es besser machen?
11:00 Uhr: Design Thinking Workshop auf der re:publica
mit Stéphane Rodet, Marion Brülls & Felix Herrmann, IBM Design Studios
Was ist IBM Design Thinking? IBM Design Thinking umfasst Prinzipien, die helfen Bedürfnisse von Kunden und Nutzern zu erkennen, zu verstehen und auf große Teams und Projekte moderner digitaler Unternehmen zu skalieren. Kundenerlebnisse werden verbessert und Produkte und Dienstleistungen nutzerorientiert entwickelt. In einem interaktiven Workshop erhalten Sie Einblicke in IBM Design Thinking und erleben Methoden, die Sie in Ihrer täglichen Arbeit praktizieren können.
11:45 Uhr: „Auf einen Cappuccino“ mit Sven Semet, HR Thought Leader, IBM
zum Thema: Brauchen wir noch Chefs in Unternehmen?
In Zeiten guter Konjunktur und fehlender Fachkräfte unternehmen viele Arbeitgeber große Anstrengungen, um Mitarbeiter an sich zu binden. Dennoch stagniert der Anteil der Arbeitnehmer, die eine hohe emotionale Bindung zu ihrem Arbeitgeber aufweisen und dementsprechend mit Hand, Herz und Verstand bei der Arbeit sind, bei 15 Prozent. Ebenso viele Arbeitnehmer haben innerlich bereits gekündigt. 70 Prozent der Beschäftigten sind emotional gering gebunden und machen lediglich Dienst nach Vorschrift. Das sind die zentralen Ergebnisse des Engagement Index 2016, den das Beratungsunternehmen Gallup vorgestellt hat.
12.45 Uhr: Das Kleid, das Stimmungen erkennt – das Cognitve Dress auf der re:publica
Was wäre wohl Sherlock Holmes ohne seinen treuen Freund und Berater Dr. John H. Watson? Nichts. Der Meisterdetektiv empfindet Watsons Pragmatismus als Bereicherung und Ergänzung seines eigenen, etwas exzentrischen Charakters und schätzt ihn als Rezipienten seiner deduktiven Schlüsse. Ein unverzichtbarer Sparringspartner, der die hellsichtigen Einfälle von Holmes beflügelt. Was würde die Service-Branche machen, wenn ein virtueller Assistent ähnliches leistet? Keine skriptgesteuerte Hotline-Fließband-Beratung, Abschied von der Warteschleife und personalisierte Beratung auf Profiniveau mit Gedächtnis. Könnten Bots das leisten?
13:45 Uhr: „Auf einen Cappuccino“ mit Michael O. Schmutzer, CEO, Design Offices
zum Thema: Wie New Work und Digitalisierung unsere Art zu Arbeiten verändern
14:00 Uhr: Wie sieht eine agile Organisation aus und kann das funktionieren?
Miriam Kamal-Specht (ms@yellow-frog.de), Dorothee Töreki (toereki@de.ibm.com), Arnd Layer (arnd.layer@de.ibm.com)
Klassische Formen der Unternehmensorganisation werden immer mehr als problematisch angesehen. Sie gelten als zu langsam, kostspielig und unfähig, sich schnell an sich ändernde Rahmenbedingungen anzupassen. Auf der anderen Seite stellen sie ein Korsett dar, das Stabilität und Haltung gibt. Agile Organisationen werden als Alternative gesehen. Ideen wie flache Hierarchien, iterative Ansätze, Design Thinking, DevOps und Holokratie sollen Unternehmen in Schwung bringen. In diesem Workshop wollen wir diesen Ideen auf den Grund gehen und herausfinden, ob und wie sie funktionieren. Gibt es Best Practices und wo liegen die Fallstricke? Beteiligen Sie sich an der Diskussion mit Ihren Fragen, Erfahrungen und Meinungen.
15:00 Uhr: Kollege Watson in der Personalabteilung – Praxisworkshop
Roger Haenggi, Karin Fuhry, Sven Semet (IBM)
Mit Analytics und künstlicher Intelligenz werden HR-Abteilungen zukünftig verstärkt Einfluss auf Unternehmensentscheidungen nehmen und das Top-Management zielsicher unterstützen. Holen Sie die Zukunft in die Gegenwart und erfahren Sie, welche neuen methodischen und technologischen Möglichkeiten Ihnen mit IBM Watson Talent im HR Alltag offenstehen. Wir befassen uns u.a. mit der Frage wie „ready“ Unternehmen für z.Bsp. People Analytics sind und wie HR Abteilungen in drei bis fünf Jahren aussehen werden.
15.45 Uhr: Das Kleid, das Stimmungen erkennt – das Cognitve Dress auf der re:publica
Digitale Gesundheitsanwendungen, ob Medizinprodukt oder Wellness und Lifestyle, digitale Hilfsmittel und digitale Krankheits-Managementprozesse werden sich nicht von selbst und über die Nachfrage in Richtung inklusiver und für viele zugänglicher und nutzbarer Produkte entwickeln. Daher brauchen wir unter systematischer Einbeziehung der Nutzerinnen und Nutzer einen neuen Usability-Diskurs.
Workshops/Roundtable in der Watson Work Lounge, Mittwoch, 10. Mai 2017
Moderation: Gunnar Sohn, Wirtschaftsblogger
11:00 Uhr: Achtsamkeit im digitalen Zeitalter
K. Helena Ernst & Anja Schlenk Bertelsmann Stiftung, Gütersloh
So etwas wie die „10 Gebote der achtsamen Selbstführung im digitalen Zeitalter“ gibt es nicht! Wie aber lässt sich mit der Digitalisierung umgehen, ohne dass die als sehr individuell empfundene Lebensqualität leidet? Viele Menschen fürchten in der Informationsflut unterzugehen, wenn alle und jeder alles teilen. Es hilft, sich auf sich selbst, seine Stärken, seine Erfolge und nicht zuletzt auf die eigenen Werte zu besinnen, und diese als eine Art Geländer für das tägliche Handeln zu nutzen.
11:45 Uhr: „Auf einen Cappuccino“ mit Sven Semet, HR Thought Leader, IBM
zum Thema: Brauchen wir noch HR im Rahmen der Digitalisierung?
12:00 Uhr: Interaktive Session: Die Big Bang Content Show – Intuition gegen Verstand
Ralf Junge, Lead Content Strategy bei Aperto – An IBM Company & Dominik Multhaupt, Strategy Director bei Aperto – An IBM Company
Früher wollte jeder was mit Medien machen, heute macht jeder was mit Content. Die Praxis zeigt jedoch: nicht jeder ist dabei erfolgreich. Denn nicht jeder versteht Content als Service und damit als einen zentralen Teil der User Experience. Ob automatisiert oder mithilfe künstlicher Intelligenz oder für Plattformen – es braucht als Grundlage immer verlässliche Daten, strukturierte Analysen und einen Service-Design-Ansatz, der sich am Nutzer orientiert. Eben eine gute und fundierte Content Strategie. Man sollte meinen, in Zeiten von Big Data kein Problem, doch scheuen sich viele Unternehmen vor dem Einsatz von Daten – und verlassen sich lieber auf die Intuition. Die Session startet mit einer interaktiven Gameshow mit Beispielen für gute und schlechte strategische Ansätze. Im Anschluss werden Kriterien und Vorgehensweisen für eine Content Strategie – heute und auch in Zukunft – vorgestellt.
James Watt erfand die Dampfmaschine im 17. Jahrhundert. Sie übertraf die menschliche Muskelkraft um ein Vielfaches. Niemand stellte sich vor, dass diese Erfindung massive Konsequenzen bringen würde: Die Dampfmaschine erhöhte die industrielle Produktion, führte zu gesellschaftlichen Umwälzungen und veränderte die politische Landschaft. Es gab keine historische Parallele über die Wirkung einer speziellen technischen Erfindung auf die Menschheit in so kurzer Zeit. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts könnten wir mit der Künstlichen Intelligenz eine ähnliche Dynamik erleben.
14:00 Uhr: Design Thinking Workshop auf der re:publica
Stéphane Rodet, Marion Brülls & Felix Herrmann, IBM
Was ist IBM Design Thinking? IBM Design Thinking umfasst Prinzipien, die helfen Bedürfnisse von Kunden und Nutzern zu erkennen, zu verstehen und auf große Teams und Projekte moderner digitaler Unternehmen zu skalieren. Kundenerlebnisse werden verbessert und Produkte und Dienstleistungen nutzerorientiert entwickelt. In einem interaktiven Workshop erhalten Sie Einblicke in IBM Design Thinking und erleben Methoden, die Sie in Ihrer täglichen Arbeit praktizieren können.
14.45 Uhr: Das Kleid, das Stimmungen erkennt – das Cognitve Dress auf der re:publica
Professor Gerd Gigerenzer, Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin, ruft dazu auf, dem Credo des Philosophen Kant zu folgen: Aufklärung ist der Ausweg des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Und die Unmündigkeit besteht bei vielen Menschen darin, sich nicht seines eigenen Verstandes und Wollens zu bedienen. Gefordert sei eine aufklärerische Algorithmen-Kompetenz.
„Die App ist nur etwas für reiche Leute“, soll Snapchat-Gründer Evan Spiegel während eines Meetings gesagt haben und fügt hinzu: „Ich will nicht in arme Länder wie Indien oder Spanien expandieren.“
„Unter dem Hashtag #UninstallSnapchat wird zu einem Boykott der Fotoapp aufgerufen. Im App Store und Googles Play Store sind zudem vermehrt Berwertungen mit nur einem Stern zu finden.“
Spiegels Aussagen stammen aus Dokumenten eines Gerichtsstreits zwischen Snapchat und dem ehemaligen Mitarbeiter Anthony Pompliano, die seit vergangener Woche öffentlich sind.
„Für die Snapchat-Mutterfirma Snap Inc. kommt der Shitstorm in den sozialen Netzwerken zur Unzeit, hat das Unternehmen derzeit doch weitaus größere Probleme. Vergangene Woche wurde bekannt, dass der Konkurrent Instagram die Nutzerzahlen mit seiner Storyfunktion kräftig steigern konnte. Snapchat hingegen kann kaum neue Nutzer gewinnen. Ärgerlich für Snapchat, hatte Instagram die App doch einfach kopiert, nachdem Spiegel sich geweigert hatte, sein Unternehmen an Facebook zu verkaufen“, führt Gründerszene aus.
Haben solche Shitstorms nun keine negativen Auswirkungen auf Unternehmen wie Snap oder United?
Virus, Frame oder Mem – hier geht es nicht um lustige Geschichten oder Anekdoten, es geht um die Orientierung der Menschen, die zu massiven Veränderungen der Volkswirtschaften führen können. Etwa die Story vom anarchischen Sillicon Valley, die in Wahrheit nur ein lauwarmer Hipster-Scheiß zur Rechtfertigung von unentgeltlich geleisteter Arbeit ist. Nach Ansicht des Wirtschaftswissenschaftlers Philip Mirowski sei das eine der wirksamsten Erzählungen zur Simulation von Rebellion. Man erzeugt eine blumige Fata Morgana, um den Menschen das Gefühl eines vollständigen Ausstiegs aus dem Marktsystem zu geben, um dieses Gefühl dann für Marktprozesse in Dienst zu nehmen.
Das Aufbegehren gegen das kapitalistische Establishment mit einer frechen Hacker-Kultur ist ein gigantisches Täuschungsmanöver. Dieses eigentümliche Hybrid aus freiwilliger unbezahlter Arbeit, hierarchischer Kontrolle und Kennzahlen-Orientierung in den Silicon Valley-Konzernen sowie kapitalistischer Aneignung sei in der gegenwärtigen Ära der Netzökonomie so vorherrschend geworden, dass manche darin eine neuartige Wirtschaftsordnung sehen. Der freiwillige Verzicht auf die Vergütung wertvoller Leistungen sorgt für satte Renditen bei den kalifornischen Technologie-Champions. Man bekommt als Gegenleistung das vage Versprechen, „Reichweite“ zu ernten und Netzwerke knüpfen zu können.
„Für weniger als einen Hungerlohn erfüllen überqualifizierte Bittsteller die niedrigsten Aufgaben“, moniert Mirowski.
Drei Tage Personalchef im Rendite-Imperium der Samwer-Brüder
Das färbt auch auf die traditionelle Wirtschaft ab. Man baut auf die Freelancer-Ökonomie und lässt die Freiberufler im Geist der Selbstbestimmung und Freiheit mit mickrigen Honoraren vor die Wand laufen. Hauptsache, alle haben ein gutes Gefühl im Duz-Modus.
„Mir widerfuhr die traurige Ehre, dass ich nur drei Tage Personalchef von Groupon war und mit den Samwer-Brüdern zusammen gearbeitet habe, bis ich mich mit einem dieser Typen so anlegte, dass ich in der Mittagspause gegangen bin“, erläutert Heiko Fischer von Resourceful Humans.
Den Führungsstil solcher Karrieristen müsse man aufbrechen. Nicht nur das. Man muss ihnen in der Öffentlichkeit die Leviten lesen und sie entlarven. Etwa die Geschichten im Jungunternehmer-Pornoheft Business Punk, in dem die neue Unanständigkeit gefeiert und Arschlöcher wie Uber-Gründer Travis Kalanick abgejubelt werden. Es ist ja auch abgefahren, wenn jemand Gesetze für sinnlos hält, Steuerhinterziehung predigt und staatliche Regeln mit exterritorialen Insel-Pseudostaaten aushebeln will.
Öffentliche Kontrolle, anstrengende und zeitraubende Gesetzgebungsverfahren stören die Business Punker. Als Ergebnis bekommen wir repressive Toleranz, wie es Herbert Marcuse formulierte. Repräsentiert von Vulgär-Kapitalisten wie Donald Trump. Antidemokratische Systemzersetzung im Geiste egozentrischer Machtspiele á la Peter Thiel.
Auch das ist Teil der narrativen Ökonomie, die man endlich öffentlich und ohne Schongang debattieren sollte.
Generell gilt: „If you make customers unhappy in the physical world, they might each tell six friends. If you make customers unhappy on the Internet, they can each tell 6.000 friends“, so Amazon-Chef Jeff Bezos.
Und das läuft auch umgekehrt. Man darf ja nicht nur meckern. Beim Neubau unserer Terrasse erlebte ich einen perfekten Service des Baustoffhändlers Fassbender Tenten, der auf gewerbliche Kunden und auch auf Privatkunden ausgerichtet ist.
Das fing mit der Beratung bei der Auswahl der Terrassen-Steinplatten an mit dem Verweis auf ein unschlagbar günstiges Sonderangebot. Alles wurde haargenau vom Kundenberater durchgerechnet. Die Menge an Basaltsplitt (es waren 4,5 Tonnen, die wir verarbeitet haben) und auch die Zahl der Platten. Am Ende ist nur ein winziger Verschnitt übrig geblieben. Dann die spektakuläre Anlieferung der Big Bags und Steinplatten mit einem Kran-LKW (18 Tonnen-Fahrzeug), der sich durch die kleine Ettighoffer Straße bis zu unserem Grundstück durchkämpfen musste. Sechs Paletten und vier Big Bags sind mit dem Kran punktgenau über den Gartenzaun gehoben worden.
Über ein Pfandsystem wurden die Paletten und Big Bags wieder zurückgenommen. Alles ist abgelaufen wie ein Uhrwerk. Vereinbarte Lieferzeiten wurden eingehalten und jede Frage für den Bau der Terrasse wurde fachmännisch beantwortet.
So konnten Alfredo & Sohn in einem Zeitfenster von nur sechs Tagen ein richtiges Prachtwerk vollenden. Die Steinplatten mit Holzoptik sehen aus wie Parkettboden. Höchst praktisch und haltbar für Jahrzehnte. Vernetzte Kunden können auch loben 🙂